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Die Gelassenheit und die Ignoranz des Buddhismus

  • Tim1
  • 29. November 2023 um 23:20
  • Zum letzten Beitrag
  • Samadhi1876
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    Buddh. Richtung
    • 12. November 2024 um 22:51
    • #651
    Leonie:

    Und was deine Aussage über die Leerheit in Allem anbelangt, so ist das Unsinn - denn Leerheit ist kein Inhalt.

    Lies und versteh mal „richtig“

  • Leonie
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    • 12. November 2024 um 22:55
    • #652
    Samadhi1876:

    Denn erst in der Leerheit

    Hat Alles wieder denselben „Wert“

    :rofl:

    Aus dem Herz-Sutra[lz]

    Form unterscheidet sich nicht von Leere, Leere unterscheidet sich

    nicht von Form. Form selbst ist Leere, Leere selbst ist Form.

    Das gleiche gilt für Empfindung, Wahrnehmung, Wollen und

    unterscheidendes Denken.

    Sariputra: alle Dinge sind gekennzeichnet durch Leere,

    weder entstehen noch vergehen sie,

    sie sind weder befleckt noch rein, nehmen weder zu noch ab.

    Daher ist in der Leere keine Form, keine Empfindung,

    Wahrnehmung, Wollen oder unterscheidendes Denken; kein

    Auge, Ohr, Nase, Zunge oder Körper; keine Farbe, Ton, Duft

    oder Geschmack. Weder Berührbares noch Vorstellung, weder

    ein Bereich des Sehens …. noch ein Bereich des Denkens. Es

    gibt weder Unwissenheit noch Auslöschung von Unwissenheit

    …. weder Alter und Tod, noch Auslöschung von Alter und Tod;

    kein Leiden, keine Ursache, kein Aufhören, keinen Weg; kein

    Wissen und kein Erlangen. Weil es nichts zu erlangen gibt,

    vertraut ein Bodhisattva auf Prajna Paramita, und so ist der

    Geist ohne Hindernis. Ohne Hindernis gibt es keine Furcht.[/lz]

    Nur kann man da nicht verweilen - deshalb hilft es im Konkreten wenig, dass in der Leere alles denselben Wert habe. Es gilt da nämlich ebenso, dass alles keinen Wert hat. Und das führt zu bekannten Merkwürdigkeiten bei sogenannten Erwachten.

    Daher hat Ajahn Jayasaro in seinem kleinen Buch "Aus der Feder eines guten Freundes" folgende Geschichte von Ajahn Chah erzählt:[lz]

    Buddhanatur schützt vor Faulheit nicht.

    Nachdem ein ehemaliger Schüler von Ajahn Chah das

    Mönchsein aufgegeben hatte und nach Amerika zurückgekehrt war,

    begann er sich dort für andere Schulrichtungen des Buddhismus

    zu interessieren.

    Als Ajahn Chah 1976 Amerika besuchte, stellte jener alte Schüler

    ihm eine Frage: „Viele Leute haben die Ansicht, nicht praktizieren zu

    müssen, weil der Geist von Natur aus schon rein ist und wir alle ja die

    ursprüngliche Buddha-Natur besitzen. Deshalb sei es nicht nötig, zu

    praktizieren, richtig?“

    Ajahn Chah antwortete: „Angenommen, du hast etwas Sauberes

    wie diesen Teller zum Beispiel und ich kacke dir ein Häufchen drauf,

    würdest du dann etwa sagen, dieser Teller ist ursprünglich sauber

    und rein, deshalb müsstest du jetzt nichts tun, damit er sauber wird?”[/lz]

    :zen:

  • nuk
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    • 13. November 2024 um 22:50
    • #653

    Ich...

    ..habe Angst vor wirtschaftlichen Abschwung, Verarmung, vor dem Atomkrieg, vor den Wahlen, vor der Dummheit der Anderen, vor dem boesen Nachbarn, vor meiner Frau , dem Klimawandel und vor meinem Ableben.

    Also bibbere ich seit Jahren in Angst. Angst ist wie Schmerz. Schmerz ist wie Angst. Und so wuensche ich mir den Tod.

    Da ich aber 'zu feige' bin, mein Dasein durch koerperliche Gewalttat zu beenden, setze ich mich aufs Kissen.

    Und siehe da nun, irgendwann bin ich tot.

    @Tim99

  • JoJu91
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    • 14. November 2024 um 08:00
    • #654
    nuk:

    Da ich aber 'zu feige' bin, mein Dasein durch koerperliche Gewalttat zu beenden, setze ich mich aufs Kissen.

    nuk ist ein ehrlicher und weiser Mann

    :klee:

  • Qualia
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    • 14. November 2024 um 09:09
    • #655
    JoJu91:
    nuk:

    Da ich aber 'zu feige' bin, mein Dasein durch koerperliche Gewalttat zu beenden, setze ich mich aufs Kissen.

    nuk ist ein ehrlicher und weiser Mann

    :klee:

    Genau so habe ich gelernt, meine Suizidgedanken zu analysieren und durch Weigerung den Weisen Mitmenschen, auf meine Kosten, zu Diensten zu sein, die Gefolgschaft durch Trennung von ihnen zu verweigern.

    Wenn es eine Quelle gibt, ist es Ich.

    Ich ist nicht leer oder tot.

    Ich ist offen und frei,

    für sein ergreifen, festhalten, loslassen,

    für das ergriffen, festgehalten, verlassen werden.

  • mukti
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    • 14. November 2024 um 11:06
    • #656
    nuk:

    Ich...

    ..habe Angst vor wirtschaftlichen Abschwung, Verarmung, vor dem Atomkrieg, vor den Wahlen, vor der Dummheit der Anderen, vor dem boesen Nachbarn, vor meiner Frau , dem Klimawandel und vor meinem Ableben.

    Also bibbere ich seit Jahren in Angst. Angst ist wie Schmerz. Schmerz ist wie Angst. Und so wuensche ich mir den Tod.

    Da ich aber 'zu feige' bin, mein Dasein durch koerperliche Gewalttat zu beenden, setze ich mich aufs Kissen.

    Und siehe da nun, irgendwann bin ich tot.

    Da gibt es noch eine weitere Angst:


    [lz]

    Das glaube mir – so sagte er –

    Die Welt ist mir zuwider,

    Und wenn die Grübelei nicht wär,

    So schöß ich mich darnieder.

    Was aber wird nach diesem Knall

    Sich späterhin begeben?

    Warum ist mir mein Todesfall

    So eklig wie mein Leben?

    Mir wäre doch, potzsapperlot,

    Der ganze Spaß verdorben,

    Wenn man am Ende gar nicht tot,

    Nachdem daß man gestorben.[/lz]

    Wilhelm Busch

    Mit Metta, mukti.


  • nuk
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    • 14. November 2024 um 15:55
    • #657
    Qualia:

    Genau so habe ich gelernt, meine Suizidgedanken zu analysieren und durch Weigerung den Weisen Mitmenschen, auf meine Kosten, zu Diensten zu sein, die Gefolgschaft durch Trennung von ihnen zu verweigern.

    Hey, fuer mich ergibt dieser Satz absolut keinen Semantischen Sinn. Sorry. Nicht mein Level? (:

  • Tim1
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    • 14. November 2024 um 16:12
    • #658

    nuk

    Was wolltest du mir eigentlich sagen? Verstand ich nicht.

    Muss man sterben um zu leben? Also sich mit dem Tod arrangieren, dass es ihn gibt und dann lebt man unbeschwerter?

  • Monikamarie
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    • 14. November 2024 um 16:43
    • #659

    Tim, so wie ich nuk verstanden habe, geht es um die Angst vor allem möglichen, zu guterletzt auch um die Angst vor dem Tod. Den können wir nicht verhindern, "er kommt auf jeden Fall" ...

    Im Gegensatz zu allem anderen ...

    Wir können uns nicht mal arrangieren.

    Denn alle anderen Ängste sind sinnlos, sie tragen nur andere "Namen" - Es geht immer um die Furcht "des ICHs" vor dem Tod.

    Haben wir den Schlüssel zur Leidensfreiheit in der Hand und wenden ihn auch an, können wir uns ruhig aufs Kissen setzen - egal wovor wir uns gefürchtet haben oder noch fürchten.

    _()_

  • Tim1
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    • 14. November 2024 um 17:06
    • #660

    Danke für die Erklärung Monika. Ich dachte es mir, war aber nicht sicher.

    Der Tod bzw. die Angst vor dem Tod bei mir mit 4 Jahren bereits.

    Bei all den gesundheitlichen Themen, die ich mein Leben lang hatte und habe, war und ist es schwer nicht zu denken, dass man schwer krank ist und wie ich geschrieben habe, man muss wohl sterben um zu leben.

    Die effektivste Methode ist wie du und andere hier sagen, zu meditieren.

    Es ist schwer zu verstehen, dass man den Weg so lange weiß und ihn einfach nicht geht, das ist nicht nachvollziehbar und ich kann verstehen, wenn Einige hier, dann die Geduld verlieren, weil die Lösung wäre einfach.

    Ich denke, ich weiß seit 30 Jahren, was zu tun ist, warum ich es nicht getan habe kann ich nicht erklären. Wenn ich Texte von mir lese, was ich vor 20 Jahren schrieb, dann bemerke ich, es ist das selbe wie heute.

    Die Lust am Leiden ist es nicht, das habe ich von Psychologen gehört. Das man einen Gewinn hätte, an dem Leid festzuhalten, ich mag das Leid nicht.

    Niemand ist mehr enttäuscht, als ich selber, denn etwas eine kürzere Zeitspanne zu wissen und nicht zu tun ist verzeihbar, aber so viele Jahre verloren zu haben ist bitter, ärgerlich. Da gibt es keine Erklärung oder Entschuldigung.


    Liebe Grüße

  • Monikamarie
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    • 14. November 2024 um 17:53
    • #661

    Du hast nichts verloren, Tim, es IST IMMER JETZT.

    Jeder Moment ist neu und immer wieder ein neuer Anfang.

    Von ❤️ Monika

  • Tim1
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    • 14. November 2024 um 18:01
    • #662

    Danke für die aufmunternden Worte. Du hast Recht. Alles Gute für dich, ich denke, ich werde erst wieder schreiben, wenn ich mal etwas geschafft habe, nur theoretisieren ist nicht fair gegenüber den Anderen.

  • nuk
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    • 14. November 2024 um 18:47
    • #663
    Tim99:

    nuk

    Was wolltest du mir eigentlich sagen? Verstand ich nicht.

    Muss man sterben um zu leben? Also sich mit dem Tod arrangieren, dass es ihn gibt und dann lebt man unbeschwerter?

    Na ja. Ich betrachte es so:

    Wenn ich je tot sein sollte, weiss ich ja nicht, dass ich tot bin. von daher ist eh alles egal.

    Oder um es mal mit Friedrich Nietzsche zu sagen - ich weiss leider nicht mehr aus welchem Werk es von ihm stammt. Sinngemaess:

    Da fragte jemand das weiseste Wesen der Welt:

    "Was waehre wohl mein groesstes Glueck, das mir widerfahren koennte?

    Das Wesen antwortete:

    "Das waere, wenn du tot waerest."

    Da sprach der Mann:

    "Und dies ist das allergroesste Glueck, das mir widerfahren koennte..."

    Das Wesen:

    "Na ja. Das allergroesste Glueck fuer dich waere dir allerdings wiederfahren, wenn du nie geboren worden waerest. Aber das ist unerreichbar fuer dich."

    Also, lieber Tim, du oder/und ich muessen ja nicht mit Nietzsche einer Meinung sein. Aber aus meinem Standpunkt heraus sehe ich die Sache so:

    Am Ende sind wir beide tot, wie auch alle Anden hier auch. Und dabei ist es voellig egal, ob jemand nur sehr kurz und leidvoll leben musste oder hornalt wurde und gluecklich war. Denn nach dem Tode ist alles nicht mehr erinnerbar.

    Das ist aber nur meine persoenliche Ansicht. Ich will mich da nicht aus dem Fenster lehnen.

    Je nach Betrachtungsweise ist das Obige eher furchtbar und 'grausig' oder ruft ein befreiendes Gefuehl hervor. Letzteres waere wuenschenswert. Und es impliziert auch, dass jegliche private Probleme nichtig und klein sind, in der Unendlichkeit des Nichtseins.

    Du fragtest, ob man sterben muss, um zu leben.

    Ja, das denke ich. Zumindest hilft es zu akzeptieren, dass 'leben' nichts besonderes ist, und totsein auch nicht. Also sterben, in Gedanken, in buddhistischem Sinne.

  • Monikamarie
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    • 14. November 2024 um 20:38
    • #664
    Tim99:

    Danke für die aufmunternden Worte. Du hast Recht. Alles Gute für dich, ich denke, ich werde erst wieder schreiben, wenn ich mal etwas geschafft habe, nur theoretisieren ist nicht fair gegenüber den Anderen.

    Lieber Tim, ich weiß etwas über Bewegungsabläufe (gibt's grad in 3sat) seit 56 Jahren, und bis heute muss ich mich daran erinnern, um den Fehler hler nicht immer zu wiederholen.

    Ich war immer eine gute Schwimmerin, plötzlich traue ich mich nicht mehr.

    Woher kommt das?

    Weil ich das denke!

    Ich übe jetzt - einfach tun ...

    Hab Mut

    _()_

  • Tim1
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    • 14. November 2024 um 22:45
    • #665

    nuk

    Danke für deine Ausführungen. Ich dachte mir das es so ungefähr gemeint wäre. Nietzsche mag ich sehr.

    @Monika

    Das Leben ist wohl fortwährendes Lernen, also auf geht es.

  • Tim1
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    • 27. November 2024 um 08:51
    • #666

    Hallo, ich kann seit 48 Stunden nicht schlafen und da habe ich mir gedacht, vielleicht macht das Schreiben müde.

    Wobei eine Halbwahrheit, ich wurde gestern operiert und habe wohl aufgrund der Narkose, der auch ich nicht widerstehen konnte 1 Stunde "geschlafen".

    Am Abend bin ich wieder geflüchtet, da war mir irgendwie zu viel Ruhe.

    Es hat mich schon sehr nachdenklich gemacht, wie meine Psyche funktioniert, weil da hat der ganze Körper verrückt gespielt, als ich eincheckte für die OP. Also kein Schlaf, kein Essen, habe gar nicht gegessen, dann die vielen Menschen, eine war definitiv "böse" - die Nachtschwester, aber um mal was Gutes zu sagen, 99,9% waren nett (positiv!!!).

    Meine Beruhigungsversuche schlugen kläglich fehl, einfach für jemand, der keine Menschen gewohnt ist Hochstress. Die der Schulmedizin übrigens auch, sie sagten mir, sie werden jetzt schlafen, aber da passierte nichts - Protest vielleicht?

    Meditation gelang nicht, weil mein Bettkollege war um die 90 Jahre und geschnarcht und war die ganze Nacht unterwegs. Da half selbst Wachs in den Ohren nicht um das auszuschalten.

    Dann sind meine ganzen Beschwerdeversuche umsonst, weil als chronisch kranker Mensch einen zeitnahen Termin ist, da wo ich lebe nicht möglich zu bekommen, es sei denn man bezahlt privat. Was übrigens auch für OP galt! Also damit Niemand schreibt, sei dankbar, hast eh bekommen, was du gebraucht hast, ja weil ich dafür bezahlt habe.

    Heißt die Energie werde ich mir in Zukunft sparen, weil die antworten mir, es sei ein gesellschaftliches Problem, die Ärzte, wie viele andere Berufssparten leiden unter Geldmangel, heißt die Gier treibt sie an, welche Überraschung für einen Buddhisten.

    Und wenn jetzt jemand denkt, gut, Tim, eigentlich musst du dankbar sein. Bin ich auch, aber die Geldsumme, die ich so monatlich seit Jahren ausgebe, das geht sich schon seit langer Zeit nicht mehr aus und in Anbetracht dessen, was ich von meinem Bruttolohn der gesetzlichen Kasse zahle bzw. auch mein Dienstgeber ist die Versorgung ein Scherz. Monatelange Wartezeiten, nicht zu gebrauchen und meist Ärzte, die nicht wirklich bemüht sind zu helfen.

    Jeder der nicht krank ist, der versteht so einen Beitrag nicht, kann ich auch verstehen, weil der ist ja nicht betroffen von diesem Irrsinn.

    Wobei ich dann immer höre ich kann froh sein, dass man überhaupt ärztliche Hilfe bekommt, auch das ist richtig, aber wenn es so weiter geht, stehe ich irgendwann auf der Straße, weil ich mir die ganzen Sachen, die ich benötige einfach nicht mehr leisten kann und das hat dann mit wohlstandsverwöhnt nichts mehr zu tun.

    Weil die Grundlebensbedürfnisse nicht mehr gedeckt werden können, wie Wohnen, Essen, usw.

    Übrigens über das ich hier schreibe betrifft hundert Tausende Menschen oder Millionen auch in unseren Wohlstandsländern und Lösung gibt es keine, das haben mir die Stellen, wo ich anrief auch bestätigt, und ich sei einer von Vielen, daher wie gesagt, möchte ich nur hier wenigstens, wo ich mich ein wenig "zu hause" fühle darüber schreiben.

    Wobei wie gesagt, ich gehe jetzt nicht von einer freudvollen Resonanz aus, weil es ist wieder ein Klagebeitrag, wobei vielleicht ist es ja bei Euch, wo ihr lebt ganz anders, das will ich nie ausschließen, daher keine Pauschalierung. Aber wäre spannend, ob ich der Einzige bin, dem es so geht, weil dann bitte um Tipps, wo es toll ist, dann ziehe ich da später mal hin.

  • Qualia
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    • 27. November 2024 um 10:20
    • #667

    Mir geht es gleich, mit den Mitteln, die ich, für meine bisherige Lebensweise verwende, stärker begrenzt sind. Andererseits führt mich dieses Wissen dazu, alles genau zu berechnen, was ich wirklich benötige und das zu beseitigen, das meinen Körper und meine Vorstellungen belastet, weil ich das haben will.

    Wenn es eine Quelle gibt, ist es Ich.

    Ich ist nicht leer oder tot.

    Ich ist offen und frei,

    für sein ergreifen, festhalten, loslassen,

    für das ergriffen, festgehalten, verlassen werden.

  • Schneelöwin
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    • 27. November 2024 um 10:24
    • #668

    Tim, zunächst einmal gute Besserung und viel Kraft. :sunny:

    Dein Körper hat in den letzten Stunden enorm viel mitgemacht, OP, Narkose, kaum Schlaf, Unwohlsein durch schnarchenden Nachbarn.

    Kein Wunder, dass die Psyche nun nicht gerade positiv eingestellt ist, wenn man allein lebt und die Szenarien, die einem durch den Kopf gehen, wenn man nicht kann. Für mich alles gut nachvollziehbar.

    Versuche trotzdem Ruhemomente zu finden, eines hast Du ja getan, Du hast geschrieben und hoffentlich dabei etwas loslassen können.

    Vielleicht hilft auch Kamillentee, klassische Musik, geführte Meditation geht m.E. besser, wenn alles so mächtig um einen herum erscheint.

    Wenn ein paar Tage vergangen sind, dem Körper es besser geht, Erholung sich einstellt, Du wirst sehen, bist dann wieder in Deinem zumindest vorher Zustand. Ich weiß ja, dass es Dir dort schon nicht gut geht, jedoch weiß man diesen vielleicht in solchen Momenten doch besser zu schätzen.

    Ganz liebe Besserungswünsche :wrose:

    Liebe Grüße Schneelöwin

    "All is always now"


  • Tim1
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    • 27. November 2024 um 10:35
    • #669

    Schneelöwin

    Danke für deine guten Worte. Ich weiß, dass kaum jemand was schreibt über die Veränderungen, aber denen es vorher schon nicht gut ging, die bekommen das vielleicht stärker mit.

    Wie gesagt, ich bin eh nach Hause gegangen, weil ich keinen Sinn mehr sah dort zu sein, sie konnten nicht mehr helfen. Und zu Hause habe ich wenigstens den Stress nicht und Medikamente kann ich hier auch nehmen, wobei leider wie geschildert wirkungslos.

    Wenn man allein lebt und gar keine Anspielstation hat, wird eine die Verwundbarkeit schon bewusst. Ich werde mir was zum Essen bestellen, vielleicht tut das ja gut.

    Und wie gesagt Ruhe habe ich daheim deutlich mehr, ich bin diese Menschen nicht mehr gewohnt, alle in Hektik und Stress, man ist wie eine Nummer, auch wenn sie versuchen höflich zu sein, das ging alles wie in einer Fabrik. Das kannte ich mal anders, aber gut, es geht natürlich auch schlechter so gesehen war ich dankbar. Es waren alle soweit nett, wobei geredet haben wir rein über das was nötig war.

    Mich hat ein Roboter operiert, hat mir der Chirurg erzählt, er war zwar da zum Eingriff, aber was er gemacht hat, ich weiß es nicht.

    Liebe Grüße und alles Gute für dich

    Qualia

    Das versuche ich auch wie du, wobei halt meine Standpfeiler alle weg sind, ohne Bösartigkeit sondern die sind einfach älter als ich und in Rente gegangen.

    Und sonst habe ich halt leider schon lange verstanden, dass ich mir nur selbst helfen kann, sonst wäre ich dezidiert in der Klinik geblieben. Ich versuche auch zu sparen, was Medikamente oder Ärzte angeht, aber bei einem Arzt mit Kasse wartet man Monate bei uns, und wenn du dann was dringend brauchst, bleibt nur zu zahlen, das ist bitter.

  • Anna Panna-Sati
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    • 27. November 2024 um 11:05
    • #670

    Lieber @Tim99 ,

    schließe mich den "ganz lieben Besserungswünschen" von Schneelöwin an - wünsche dir schnelle Genesung und, vordringlich, erstmal gesunden, tiefen, erholsamen Schlaf! :moon:

    Die ganzen Probleme, die du ansprichst, können sich zur Endlosschleife, wiederkehrendem Gedankenkarussell, (derzeit) scheinbar ohne befriedigende Lösung, entwickeln, was u.a. zu Unruhe und Schlaflosigkeit führen kann.

    Ich kenne das auch....und mir hilft die Rückkehr ins Hier und Jetzt, dazu ggf. entspannende Musik ( inkl. Singen), einfache Tätigkeiten (z.B. im Haushalt), überhaupt alles, was "erdet" ...

    Eines ist sicher: Die Welt dreht sich so oder so weiter - schlaf dich erstmal richtig aus. ;)

    Alles Gute für dich, vor allem Geduld, Kraft und Zuversicht! :klee: :rose: :sunny:


    Liebe Grüße, Anna _()_ :heart: :)

    "...Dieser edle achtfache Pfad aber ist der zur Aufhebung des Leidens führende Weg..." (AN.VI.63)

    "In dieser Stunde hörte Siddhartha auf, mit dem Schicksal zu kämpfen, hörte auf zu leiden. Auf seinem Gesicht blühte die Heiterkeit des Wissens, dem kein Wille mehr entgegensteht, das die Vollendung kennt, das einverstanden ist, mit dem Fluss des Geschehens, mit dem Strom des Lebens, voll Mitleid, voll Mitlust, dem Strömen hingegeben, der Einheit zugehörig." (H.Hesse)

  • Michael Haardt
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    • 27. November 2024 um 23:10
    • #671

    @Tim99 In 10 Jahren wirst Du Dir das Gesundheitssystem von heute zurückwünschen und Du befasst Dich genug mit den Fakten, um zu wissen, dass es keine einfachen Lösungen gibt. Man kann klagen. Mache ich auch. Man muss nicht dankbar sein. Beschwerden sind allerdings sinnlos. Es ist ja nicht so, weil Dich jemand willkürlich schlecht behandelt.

    Und man muss es nicht hinnehmen. Ich weiß nicht, welches Jahr man in dieser Reihe ergänzen wird, aber lange kann es nicht mehr dauern: 1880, 1923, 1933, 1949–1961. Zu diesen Zeiten sind viele Deutsche ausgewandert, ohne je zurückzukehren. Die Antwort unserer Regierung ist die neue Wegzugsteuer, ein geistiger Nachfahre der Reichsfluchtsteuer, und an ihrem Menschenbild der Bürger als Untertanen hat sich seitdem nichts geändert.

    Es spielt keine Rolle, wer in der Vergangenheit welche Entscheidungen traf. Die einzige Frage ist, wer man selbst heute ist, wie viel Geld man hat, was man kann und braucht, und an welchem Ort man damit die nächsten Jahre glücklich wird. Der Ort kann auch hier sein. Ein öffentliches Gesundheitssystem mit langen Wartezeiten und gruseligen Mehrbettzimmern bekommst Du in etlichen Ländern erheblich günstiger und kannst dann privat mit dem Geld aufstocken, was Du hier gesetzlich zahlst. Gehst Du gesetzlich versichert in Rente, kommst Du da nur noch raus, wenn Du die EU verlässt und es gibt danach keinen Weg mehr zurück. Es ist Deine Entscheidung, ob das nach einer Chance oder einer Drohung klingt.

    Vertraust Du Dir selbst, für Dich zu sorgen, oder vertraust Du lieber unserer Regierung? Du musst Dich entscheiden und mit der Entscheidung danach leben, ohne Dich umzudrehen. Du solltest nicht da sein, wo es für andere toll ist, sondern da, wo es für Dich toll ist.

  • Aravind
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    • 28. November 2024 um 00:57
    • #672
    Michael Haardt:

    Die Antwort unserer Regierung ist die neue Wegzugsteuer, ein geistiger Nachfahre der Reichsfluchtsteuer, und an ihrem Menschenbild der Bürger als Untertanen hat sich seitdem nichts geändert.

    Weil Du immer wieder davon anfängst, OT:

    Natürlich ist es unangenehm, Steuern zu bezahlen. Für viele fühlt es sich besser an, die Vorteile eines Lebens in Deutschland zu nutzen, aber es zu vermeiden, hier Steuern zu bezahlen. So nachdem Motto: Ich baue hier unversteuertes (noch-nicht-versteuertes) Vermögen auf, und mache mir dann durch einen Umzug einen schlanken Fuß.

    Es gibt in Deutschland keine Wegzugsteuer. Und schon gar keine neue Steuer in diesem Sinne.

    Die Besteuerung stiller Reserven bei Wegzug wurde vor 50 Jahren eingeführt, um dafür zu sorgen, dass Werte aus Unternehmen (Beteiligungen), die in Deutschland geschaffen wurden, aber noch nicht realisiert wurden, auch hier versteuert werden. Die sogenannte Horton-Steuer.

    Der liebe Herr Horton (die Älteren unter uns erinnern sich noch an die Kaufhäuser) hatte durch einen geschickten Umzug in die Schweiz sein Geschäft für über 1 Milliarde DM verkauft, umd dafür keinen Cent Steuern bezahlt.

    Falls jemanden die Details interessieren: https://de.wikipedia.org/wiki/Wegzugsbesteuerung .

    Liebe Grüße,

    Aravind.

  • JoJu91
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    • 28. November 2024 um 08:02
    • #673
    Tim99:

    Heißt die Energie werde ich mir in Zukunft sparen, weil die antworten mir, es sei ein gesellschaftliches Problem, die Ärzte, wie viele andere Berufssparten leiden unter Geldmangel, heißt die Gier treibt sie an, welche Überraschung für einen Buddhisten.

    Bei meinem Hausarzt war es nicht die Gier, sondern die Verzweiflung über die Bürokratie, die ihn veranlasst hat, seine Kassenzulassung zurückzugeben und nur noch Privatpatienten und Selbstzahler zu behandeln. Er kann jetzt zwar pro Patient mehr abrechnen, hat aber in der Masse viel weniger Patienten, d.h. er verdient jetzt weniger, hat aber auch deutlich weniger Stress.

    Ebenso der Facharzt mit Privatpraxis, den ich einmal im Jahr zu einem Check besuche.

    Praxis nicht überlaufen, guter Service, entspannte Atmosphäre, ganz anders als bei dem Praxis-Zentrum der gKV-Kollegen.

    Auch dieser gute Arzt, warum soll er die Schikanen der Behörden über sich ergehen lassen, wenn ihm sein Einkommen genügt ?

    Leider muss ich das selbst bezahlen, zusätzlich zu den Beiträgen zur gKV.

    Macht etwa vierzig Euro pro Termin, das ist es mir wert, solange ich es mir leisten kann.

    Viele junge Ärzte verlassen unser Land und suchen ihr Glück in der Schweiz, Norwegen oder anderen Ländern mit besseren Bedingungen. Wer kann es ihnen verdenken ?
    :cry: :?

  • JoJu91
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    • 28. November 2024 um 08:13
    • #674
    Michael Haardt:

    Die Antwort unserer Regierung ist die neue Wegzugsteuer, ein geistiger Nachfahre der Reichsfluchtsteuer, und an ihrem Menschenbild der Bürger als Untertanen hat sich seitdem nichts geändert.

    Fairerweise muss man sagen, dass "der Deutsche" gerne Untertan ist, und sein Vertrauen, dass Vater Staat seine Probleme löst, ist periodisch wiederkehrend immer wieder beinahe grenzenlos, bis zum nächsten Krieg, zur nächsten Inflation ...

    Diesen Charakterzug hat Heinrich Heine vor mehr als 150 Jahren schon brilliant beschrieben:

    "Deutschland webt sein Leichentuch ..."

    Aber wie meinte Zarah Leander ?

    "Davon geht die Welt nicht unter ..."

    "Ich weiss, es wird einmal ein Wunder geschehen"

    :cry: :)

  • Michael Haardt
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    Buddh. Richtung
    • 28. November 2024 um 09:17
    • #675

    Du bist nicht auf dem aktuellen Stand, was ich verstehen kann, weil der ÖRR nicht über die erfolgte Ausweitung auf nicht in Deutschland geschaffenes Privatvermögen berichtet:

    Künftig auch Wegzugsbesteuerung für Anteile an Investmentvermögen
    Der Bundesrat stimmte dem Jahressteuergesetz 2024 wie erwartet am 22.11.2024 zu. Damit gab der Bundesrat auch seine Zustimmung zur Ausweitung der…
    www.ey.com

    "Es entsteht ein fiktiver Gewinn (Differenz zwischen Marktpreis und Anschaffungskosten), der zu versteuern ist. Problematisch kann dabei sein, dass keine ausreichenden liquiden Mittel vorhanden sind, da kein tatsächlicher Gewinn entstanden ist."

    Insbesondere findet keine Verrechnung mit bereits eingegangenen zukünftigen Verbindlichkeiten statt, weil diese zum jetzigen Zeitpunkt fiktiv sind!

    Schlecht, wenn Du so Deine Privatrente aufbaust. Das ist das Gegenteils des Modells der privat finanzierten Aktienrente nach dem Vorbild der USA, die kurz im Gespräch war. Eine Senkung der Grenzbeträge und Ausweitung auf andere private Vermögenswerte ist zu erwarten, wenn man einmal die Hürde überwunden hat, fiktive private Gewinne zu versteuern.

    In einem Teilbereich gibt es das bereits ähnlich: Wenn ein Arbeitnehmer Mitarbeiteraktien bekommt. Diese werden zum Zuteilungskurs versteuert, nicht zu dem Kurs, zu dem er sie bekommt und verkaufen kann. Die Differenz bei fallenden Kursen kann man als negativen Kapitalgewinn geltend machen, der aber nicht mit Einkommen verrechnet werden kann: Fiktive Gewinne werden versteuert, Verluste ignoriert.

    Es ist in dem Zusammenhang bemerkenswert, dass EU-Europäern seit einigen Jahren bereits der Zugang zum Handel mit weltweiten ETFs unter dem Deckmantel des Verbraucherschutzes verwehrt ist, womit ihre volle Geschäftstüchtigkeit eingeschränkt ist. Gleichzeitig sind die in Deutschland üblichen strukturierten Derivate (covered warrants) international illegal, weil sie Kunden einseitig benachteiligen. Dafür handelt der Rest der Welt mit Optionen, deren Markt sehr gut reglementiert ist.

    Es bringt nichts, darüber zu klagen und sich zu beschweren. Man muss die Dinge sehen, wie sie sind und seinen Frieden damit machen. Es gibt Leid, Punkt. Dazu gehören auch Neid, enttäuschter Nationalstolz und Ansprüche auf die Arbeitskraft und Lebensleistung, wenn man mitteilt, zu gehen. Selbstverständlich wird man im neuen Land auch Steuern bezahlen, um dessen steuerfinanziertes Gesundheitssystem zu nutzen. Wir haben das teuerste, aber nicht das beste, Gesundheitssystem Europas. Woanders ist es also günstiger.

    Ich sehe oft, dass Menschen sich gedanklich angesichts einer unbefriedigenden Lebenssituation im Kreis drehen und dabei an dem festhalten, was sie verloren haben. Das drückt die Hoffnung aus, es könnte zurück kommen, und die Angst, noch mehr zu verlieren, wenn sie sich bewegen.

    Es gibt keine Korrelation zwischen Verlusten und zukünftigen Risiken, und ich glaube, Buddha würde das ebenso sehen. Es gibt eine Korrelation zwischen Handlungen und zukünftigen Ereignissen. Man muss seine Ängste und Hoffnungen erkennen. Sie sind Teil dessen, was man als Identität sieht. Buddha sieht sie als Illusion, und obwohl ich die Wortwahl nicht mag, hat er Recht, denn man kann hinter sie sehen. Wir sind nicht die, die wir glauben zu sein. Diese Erkenntnis muss man immer wieder machen, aber es eröffnet neue Wege, glücklicher zu werden. Glück ist dabei unser Wort, aber wir haben sonst keins. In anderen Kulturen gibt es teilweise das Konzept vom "guten Leben", und sie meinen damit Harmonie und Gleichgewicht, ein Leben im Einklang mit der Welt, deren Schutz, und mit einem Sinn. Kein isoliert individuelles Glück.

    Dazu ein Sinnbild aus dem Kampfsport: Der Angreifer hält das Opfer an einer Hand fest und drückt ordentlich zu. Das schüchtert ein, fixiert und tut weh. Dennoch kann das Opfer sich, abgesehen von dieser Hand, frei bewegen. Es wäre natürlich viel besser gewesen, sich nicht in diese Situation zu bringen, aber wenn es denn so ist, dann ist die reale Situation, dass man Leid auf Schmerz reduzieren kann und abgesehen von der fixierten Hand frei ist, seine Situation zu verbessern. Die Hand bekommt man danach auch zurück.

    Habe ich gerade Buddhismus mit Kampfsport verglichen? Habe ich. :) Die Zwei gehen danach vergnügt als Freunde nach Hause.

    Einmal editiert, zuletzt von Michael Haardt (28. November 2024 um 09:26)

Ausgabe №. 135: „Achtsamkeit und Aktivismus"

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