Hallo meine Lieben.
heute habe ich das Gefühl gehabt, dass ich ein wenig im Gleichmut geschwelgt habe, oder diese Ausrichtung gehabt habe.
Warum weiß ich aber nicht, ich hatte die letzten zwei Tage garnicht meditiert. Es hat wohl mit Erinnern zu tun. Aber das kam wie von alleine.
Das Erinnern. Und dennoch so ganz gleichmütig war ich nicht.
Ich habe mich auch gefragt, ob das nicht doch eher Gleichgültigkeit war und was der Unterschied wäre. Ich glaube, dass man beide manchmal verwechseln kann.
Mein Arbeitgeber hat sich heute wahrscheinlich über mich geärgert ( ich vermute es ), doch ich hatte einen kurzen Moment, wo ich das Gefühl hatte, davon hängt mein Leben nicht ab, ob er mich mag oder nicht mag. Ob ich wegen dem Fehler gekündigt werde oder nicht. Ich sah es so, dass alles am Fließen ist und es schon weiter gehen wird, also so ein Vertrauen, dass es keine Bedrohung für mich wäre. Mich meint das was nicht die Gefühle ist.........
Aber so ganz gleichmütig war ich dann doch nicht, merkte ich, weil ich mir ja Gedanken gemacht habe dabei, ob er mich nun kündigen wird. Und die Gleichmütigkeit war dann weg, wenn auch noch leicht vorhanden. Aber Gleichmütigkeit und sich zu sorgen, schließen sich ja wohl aus. Oder kann man auch nur ein wenig Gleichmut haben ( und bei den anderen Vier Unermesslichen ist es genauso möglich ).
Sich zu sorgen wäre, etwas abzulehnen. Das würde durch Anhaftung geschehen. Anhaftung an an die Gedanken etwas nicht haben zu wollen oder ? Das Gefühl was daraus resultiert ist, sich zu ängstigen.
Aber wenn ich jetzt doch geschafft hätte gleichmütig zu bleiben, frage ich mich, wo da in dieser konkreten Situation der Unterschied wäre zu Gleichgültigkeit. Wenn es mir egal wäre, wie er mich findet oder meine Arbeitsweise oder ob ich gehen muss, kann es dennoch Gleichmut sein ?
Habt ihr schon mal Gleichmut gefühlt ? In welcher Situation war das ? ( Ok, das ist schon sehr intim, nur wenn es jemanden nicht zu intim ist ).
Es ist ja so, dass es einem leicht auffällt, wenn man gelassen bleiben konnte, in Situationen wo man früher anders reagiert oder gefühlt hätte.
Ich glaube es sind die Gedanken, die entsprechende Gefühle auslösen, wenn man aber unheilsame Gedanken loslässt, bleibt der Gleichmut ( wenn man diesen schon davor hatte an dem Tag ).
Ähnliches passierte kurze Zeit später auf dem Weg nach Hause. Ich sah wie die Stadt-Grünanlagen- Pfleger den Rasen auf den Grünstreifen mähten. Ich habe zuerst eine Ablehnung dagegen gefühlt. Davor wohl solche Gedanken gehabt wie " wie dumm die Menschen doch sind, zerstören so viel. Das Wilde ist doch viel besser und fördert das Leben, als dieser kurze Rasen".
Und dann kam so etwas wie Hass auf oder Ablehnung gegenüber diesen Menschen. Aber dann habe ich mich ein wenig an das Gefühl erinnert, das von so etwas mein Sein nicht abhängt, vom dem was im Außen passiert. Und dann habe ich die Ablehnung nicht mehr so stark gefühlt. Aber da habe ich mich schon auch gefragt, ob das nicht eher Gleichgültigkeit ist.
So, ich hoffe ich überfordere euch nicht damit und dass ihr mit dem Thema was anfangen könnt.
Als Hilfe für die, die das auch noch nicht so gut unterscheiden können, zitiere ich zwei Texte.
Zitat
Gleichmut (upekkha in Pali) bezeichnet einen offenen, ausgeglichenen, unvoreingenommenen Zustand von jemandem, der bewusst wahrnimmt, was im Inneren und der Außenwelt vor sich geht, und dies annimmt, ohne sich in emotionalen Reaktionen (Reaktivität) zu verlieren. Es ist eine Tugend und eine Haltung, die kultiviert werden soll und ist nicht zu verwechseln mit Gleichgültigkeit oder Desinteresse.
Zitat(...) Bist innerlich unruhig, wenn du an unangenehme Situationen denkst, die vielleicht auf dich warten?
Dann fehlt dir Gelassenheit. Das ist die Fähigkeit, äußere Einflüsse sich nicht auf das eigene Wohlbefinden auswirken zu lassen. Hast du dich schon einmal gefragt, weshalb manche Menschen eine scheinbar stoische innere Ruhe haben, die auf alle anderen Menschen abzufärben scheint? Möchtest du auch so sein?
Dann gibt es eine gute Nachricht: Diese Eigenschaft ist nicht angeboren. Du kannst sie erlernen.
Wie kann ich Gleichmut bzw. Gelassenheit erlernen?
Gelassenheit kommt von „lassen“. Du kannst lernen, Dingen ihren Lauf zu lassen. Das Leben geschehen zu lassen. Dich auf etwas einzulassen. Jemand anderen Recht haben zu lassen. All das, ohne dich aufzuregen oder deinen Puls zu verändern. Wie das geht? Natürlich durch regelmäßige Zen Meditation. (....)
Naja das trifft auf mich nicht zu, denn ich habe mich ja gesorgt ( war innerlich unruhig, weil ich an unangenehme Situationen gedacht habe ). Das war aber irgendwie so etwas von Beidem.
Nicht sorgen und doch sorgen. Oder hat es damit zu tun, dass wenn man einen Fehler gemacht hat sich Gleichmut nicht ganz einstellen kann ? Denn man braucht ja die Einsicht, dass man einen Fehler gemacht hat, jemanden damit verärgert und durch Gleichmut, würde man keinen Fehler sehen bei sich. Ne, also das stimmt nicht.
Echter Gleichmut würde sich das selbst verzeihen können und sich keine Sorgen machen, wie es dem anderen durch mein verhalten gegangen sein könnte, oder ? Es war nur so eine Kleinigkeit und nicht so, dass ich absichtlich etwas Unheilsames getan hätte, sondern eine gute Absicht dabei hatte.
Doch wenn es einem egal wäre, wie sich der andere, durch das eigene Verhalten oder eine bestimmte Handlung gefühlt hat, wäre es doch Gleichgültigkeit ?
Oder kommt es darauf an, ob man bewusst jemanden etwas angetan hat ? Wenn es einem egal wäre, wäre es Gleichgültigkeit ?
Wenn man hingegen nichts Unheilsames absichtlich getan hat, dann kann man Gleichmut entwickeln, oder ist er unabhängig davon mit welcher Absicht, man etwas getan hat ?
Gemeint ist, Gleichmut den Konsequenzen gegenüber.
Und er ist immer möglich zu entfalten ( bei entsprechender Praxis vorher oder währenddessen ) in egal welchen Situationen ?
LG