Buddhas Lehre

There are 639 replies in this Thread. The last Post () by mukti.

  • Ich finde den Dualitätsbegriff etwas schwierig (auch wenn er gängig ist). Ich weiss garnicht ob es den tatsächlich im Buddhismus so gibt oder ob es nicht eher andere Worte sind. Was genau meinst du mit "Dualität"?


    Meinst du "Unterscheidung" oder bestimmte Arten der Unterscheidungen? Wenn ja welche genau? Die Paliwörter im PK sind da sehr umfangsreich (finde ich) zB. zig Arten der Wahrnehmung, usw. Falls du das meinst.

    Im Grunde geht es bei Dualität meist um Gegensätze - sind das objektiv getrennte Dinge? Gut-Böse / Weiblich-Männlich / Samsara-Nirvana / Verblendung-Erleuchtung / Giftig-Heilsam / Leidvoll-Wonnevoll usw.

    "Respekt ist unsere Aufgabe und nicht ne falsche Maske, die ich aufhabe" (Fanta 4)
    OM BENDZA KILI KILAYA HUNG

  • Im Grunde geht es bei Dualität meist um Gegensätze - sind das objektiv getrennte Dinge? Gut-Böse / Weiblich-Männlich / Samsara-Nirvana / Verblendung-Erleuchtung / Giftig-Heilsam / Leidvoll-Wonnevoll usw.

    Ah ok. Ja, dann denke ich dass das nicht aufgehoben wird. Für mich ist das lediglich beschreibend und noch keine Anhaftung. Also es stimmt ja, dass es Sachen gibt die zB. gesund machen (Medizin) und Sachen gibt die krank machen (schimmliges Essen). Das ist eine reine Beobachtung für mich.

  • Hi buddhis!


    irgendwie, so finde ich, wäre es hier angebracht, die Begriffe eindeutig zu definieren.

    Irgenwie ist mir auch der Gedanke aufgestiegen, dass ihr Nirvana noch nicht erlebt habt.

    In den sogenannten "Freiungen", in der längeren Sammlung gibt es zwei Stellen, die sechste und die achte Stelle.

    Bei der sechsten Stelle wird gesagt: Nichts ist da. Bei der achten Stelle steht, die Auflösung der Wahrnehmbarkeit.

    Öfters habe ich auch schon den Begriff:Leere, gelesen.Leider weiß ich nicht wer diesen Begriff aufgebracht hat.

  • Ah ok. Ja, dann denke ich dass das nicht aufgehoben wird. Für mich ist das lediglich beschreibend und noch keine Anhaftung. Also es stimmt ja, dass es Sachen gibt die zB. gesund machen (Medizin) und Sachen gibt die krank machen (schimmliges Essen). Das ist eine reine Beobachtung für mich.

    Deswegen die Erklärung oben, dass es auf der bedingten Ebene natürlich diese Unterscheidungen und Gegensätze gibt. Auch wenn manche vermeintliche Gegensätze ja fliessende Übergänge haben, bleiben es in der bedingten Welt immer Unterscheidungen.


    Die Aufhebung der Dualitäten erfolgt auf einer anderen Ebene und kann nur von einem Buddha in vollkommener Weise wirksam erfahren werden.

    "Respekt ist unsere Aufgabe und nicht ne falsche Maske, die ich aufhabe" (Fanta 4)
    OM BENDZA KILI KILAYA HUNG

  • Ich finde den Dualitätsbegriff etwas schwierig (auch wenn er gängig ist). Ich weiss garnicht ob es den tatsächlich im Buddhismus so gibt oder ob es nicht eher andere Worte sind. Was genau meinst du mit "Dualität"?


    Meinst du "Unterscheidung" oder bestimmte Arten der Unterscheidungen? Wenn ja welche genau? Die Paliwörter im PK sind da sehr umfangsreich (finde ich) zB. zig Arten der Wahrnehmung, usw. Falls du das meinst.

    Im Grunde geht es bei Dualität meist um Gegensätze - sind das objektiv getrennte Dinge? Gut-Böse / Weiblich-Männlich / Samsara-Nirvana / Verblendung-Erleuchtung / Giftig-Heilsam / Leidvoll-Wonnevoll usw.

    Dualität Denken ist das denken der beiden Extreme und das macht den Menschen Freude. Warum sich um das kümmern das direkt vor der Nase liegt? Viel besser ist es doch darüber zu fabulieren ob das denn nun schön oder hässlich ist.

    -1) Es ist nur Sein, keine Ursache, keine Wirkung, alles eine Zeit ohne Zeiten.

    1) Alle Dinge sind in gegenseitiger Abhängigkeit bedingt durch Bedingungen, die bedingt sind entstehend.

    2) Das ist nicht Mein, das ist nicht mein Ich, das ist nicht mein Selbst, das ist nicht mein Nirwana.

    3) Sinnsuche ist Sinngeben. Sinngeben ist Meinung. Meinung ist Leiden.

  • Die Aufhebung der Dualitäten erfolgt auf einer anderen Ebene und kann nur von einem Buddha in vollkommener Weise wirksam erfahren werden

    Nicht nur von einem Buddha. Auch von einem Bodhisattva, der Leerheit realisiert hat.

    Überhaupt ist die Realisation der Leerheit nur möglich wenn der Geist nicht mehr in Subjekt/ Objekt Kategorien einteilt.

    Das ist dann schon mehr wie "Gegensätze". Es sind im Grunde alle Benennungen (Worte), die an sich schon dualistisch sind.

    Liebe Grüße
    Sherab


    "Glücklich mögen alle Wesen sein und im Besitz der Ursachen des Glücks" (:_()_

  • Du bist ja ein echter Witzbold. Selbst im Palikanon gibt es keine eindeutige Bedeutung und du verlangst das die hier erstmal gefunden wird. Und, wenn Nibbana erkannt ist gibt es sogar noch einen ganz anderen Witz man versteht Nibbana und lacht sich selber aus wenn Ichbin/Ego es definieren will.

    -1) Es ist nur Sein, keine Ursache, keine Wirkung, alles eine Zeit ohne Zeiten.

    1) Alle Dinge sind in gegenseitiger Abhängigkeit bedingt durch Bedingungen, die bedingt sind entstehend.

    2) Das ist nicht Mein, das ist nicht mein Ich, das ist nicht mein Selbst, das ist nicht mein Nirwana.

    3) Sinnsuche ist Sinngeben. Sinngeben ist Meinung. Meinung ist Leiden.

  • Die Aufhebung der Dualitäten erfolgt auf einer anderen Ebene und kann nur von einem Buddha in vollkommener Weise wirksam erfahren werden

    Nicht nur von einem Buddha. Auch von einem Bodhisattva, der Leerheit realisiert hat.

    Überhaupt ist die Realisation der Leerheit nur möglich wenn der Geist nicht mehr in Subjekt/ Objekt Kategorien einteilt.

    Das ist dann schon mehr wie "Gegensätze". Es sind im Grunde alle Benennungen (Worte), die an sich schon dualistisch sind.

    Aufhebung der objektiv geglaubten Subjekt-Objekt-Trennung wäre vllt passender gesagt. Also zB. man ist wütend und schiebt es allein dem Objekt zu, ohne sich bewusst zu sein, dass es vom Begehren und/oder einer Neigung (usw.) abhängt, also von der eigenen Willenstätigkeit.

  • Namaste zusammen,

    in den bisherigen Diskussionsbeiträgen zum Thema "Buddhas Lehre" finden sich einige Vertreter der Ansicht, saṃsāra und nibbāna/nirvāṇa seien das gleiche oder dasselbe oder nicht voneinander unterscheidbar, weil beides leer oder ein Teil der Leerheit oder in Leerheit vereint oder zu Leerheit gehörig sei.

    Diesen Standpunkt möchte ich gerne verstehen, deswegen erlaubt mir bitte ein paar Fragen:

    1. Wird in diesem Vergleich mit saṃsāra zwischen nibbāna und parinibbāna unterschieden? Wenn ja, mit welchem Ergebnis?

    2. Würden die Vertreter dieser Ansicht der Analogie zustimmen, das ein roter Frosch (z. B. Tomatenfrosch), ein roter Ferrari, eine rote Erdbeere, rotes Magma und das Abendrot des Himmels seien das gleiche oder dasselbe oder nicht voneinander unterscheidbar, weil alle rot oder ein Teil der Rotheit oder in Rotheit vereint oder zu Rotheit gehörig sei? Wenn sie dem nicht zustimmen, warum soll die entsprechende Argumentationslogik dann bei Leerheit gültig sein?

    3. Wenn saṃsāra unbeständig (anicca), unzulänglich/leidhaft (dukkha) sowie seelenlos/selbstlos (anatta) ist und hingegen nibbāna zwar auch anatta, aber nicht anicca sowie dukkha ist, dann stimmen saṃsāra und nibbāna nur in einem der drei Daseinsmerkmale (tilakkhaṇa) überein, aber in zweien nicht. Wenn sie in zwei der tilakkhaṇa nicht übereinstimmen, können saṃsāra und nibbāna nicht das gleiche oder nicht dasselbe oder nicht voneinander ununterscheidbar sein. Was wäre an dieser Argumentation aus der Perspektive dieser Vertreter nicht richtig?

    4. Wenn aber von den Vertretern dieser Ansicht gemeint sein sollte, weil saṃsāra und nibbāna das gleiche oder dasselbe oder nicht voneinander unterscheidbar seien, dann müsse nibbāna eben auch anicca sowie dukkha sein, wie kann dann nibbāna das Ende der Unzulänglichkeit/des Leids sowie Befreiung/Erlösung und Ziel in Buddhas Lehre sein? Wäre dann nicht Buddhas Heilversprechen null und nichtig?

    Mit mettā

    Vibhajjavādī

  • Ich denke aus Sicht der unverfälschten, reinen, ursprünglichen Buddhalehre ist Nibbana schlicht ein Geisteszustand.

    Alles weitere muss als Netz der Ansichten betrachtet werden


    Was den Inhalt des ganzen Threads betrifft:


    Zitat

    Was sind die Dinge, die für das Erwägen ungeeignet sind, die er erwägt?

    • Es sind Dinge, bei denen, wenn er sie erwägt, der noch nicht entstandene Sinnestrieb (kāmāsavo) in ihm entsteht und der bereits entstandene Sinnestrieb zunimmt,
    • bei denen der noch nicht entstandene Werdenstrieb (bhavāsavo) in ihm entsteht und der bereits entstandene Werdenstrieb zunimmt,
    • bei denen der noch nicht entstandene Unwissenheitstrieb (avijjāsavo) in ihm entsteht und der bereits entstandene Unwissenheitstrieb zunimmt.

    MN2

  • Ein hilfreicher Link, wie ich finde.


    Insbesondere diese Stelle ist hieraus passend zitierbar:


    Zitat
    • „Abgeschnitten von der Ader des Daseins, ihr Mönche, steht der Leib des Vollendeten da. Solange sein Leib dastehn wird, solange werden ihn Götter und Menschen sehn. Zerfällt der Leib, wann das Leben aufgezehrt ist, werden ihn Götter und Menschen nicht mehr sehn. Gleichwie etwa, ihr Mönche, wenn ein Mangobündel vom Stiele abgeschnitten wird, alle die einzelnen Mangofrüchte, am Stiele bestanden, insgesamt mitfolgen, ebenso nun auch, ihr Mönche, steht abgeschnitten von der Ader des Daseins der Leib des Vollendeten da. Solange sein Leib dastehn wird, solange werden ihn Götter und Menschen sehn. Zerfällt der Leib, wann das Leben aufgezehrt ist, werden ihn Götter und Menschen nicht mehr sehn.

    Nach dieser Rede wandte sich der ehrwürdige Anando also an den Erhabenen: „Erstaunlich, o Herr, außerordentlich, o Herr! Welchen Namen, o Herr, soll diese Darstellung führen?

    „Wohlan denn, Anando, so bewahre diese Darstellung unter dem Namen Netz der Dinge, oder bewahre sie als das Netz der Lehre, oder bewahre sie als das Priesternetz, oder bewahre sie als das Netz der Ansichten oder bewahre sie als den Unvergleichlichen Siegeskampf.

    Also sprach der Erhabene. Zufrieden freuten sich jene Mönche über das Wort des Erhabenen.

    Während aber diese Darlegung stattgefunden hatte, war ein Beben durch das tausendfache Weltall gegangen.




    :star:

  • Namaste zusammen,

    in den bisherigen Diskussionsbeiträgen zum Thema "Buddhas Lehre" finden sich einige Vertreter der Ansicht, saṃsāra und nibbāna/nirvāṇa seien das gleiche oder dasselbe oder nicht voneinander unterscheidbar, weil beides leer oder ein Teil der Leerheit oder in Leerheit vereint oder zu Leerheit gehörig sei.

    Diesen Standpunkt möchte ich gerne verstehen, deswegen erlaubt mir bitte ein paar Fragen:

    leider verstehe ich nichts vom philosophieren und debattieren, aber wie kann es sein, dass jemand eine Behauptung aufstellt und sie dann als frage verbrämt? Ist das lauter?

    Egal, wie eine „Diagnose“ auch lautet - lernen müssen wir es doch: sila, samadhi, prajna.

  • Die Aufhebung der Dualitäten erfolgt auf einer anderen Ebene und kann nur von einem Buddha in vollkommener Weise wirksam erfahren werden.

    Laß mich raten, der unterscheidet dann nicht zwischen Dualität

    und Nich-Dualität weil er beides für identisch hält bzw. weil

    ihm das viel zu dualistisch wäre. :)

  • Ich hab nochmal die letzten Posts gelesen und ich glaube, dass es noch ein typisches Missverstädnis zwischen den Richtungen gibt, weil die Einteilung (vllt?) eine andere ist.

    Das scheint mir ein allgemeines Missverständnis zu sein. Es gibt keine Behauptung, dass Anhaftung und Hass das Gleiche wären, wie Nichtanhaftung und Metta. Auch Wahn und Nicht-Wahn sind selbstverständlich nicht gleich. Ansonsten könnte man sich den ganzen tantrischen Transformationsprozess ja auch gleich sparen. Ebensowenig sind Gift und Nektar im bedingten Sinne das Gleiche. Soweit zur bedingten Ebene. Solange man kein Buddha ist, ist es extrem sinnvoll, diese Unterschiede anzuerkennen und sich entsprechend zu verhalten.


    Da wo von einer Nicht-Unterscheidbarkeit geredet wird, geht es immer um eine andere Ebene der Realität, die nur von einem Buddha so in seiner Gänze wirksam erlebt werden kann. Von diesem Blickwinkel ausgehend kommt es dann zu Aussagen wie "es besteht kein Unterschied".

    Den Rest des Posts, hab ich der Einfachheit wegen erstmal absichtlich weggeschnitten...


    Zu den "Ebenen":


    Die Einteilung in der edlen Personen in der Therasystematik orientiert sich mitunter an den Daseinsfesseln (sh. samyojana). Ich ziehe zB. ein gedanklichen Strich zwischen Stromeingetretenen und den anderen edlen Personen. Dort verläuft eine Grenze zwischen einer Person, die bestimmte Ansichten hat und daran anhaftet und einer Person, die das nicht mehr hat.


    Eine bestimmte Ichansicht abgelegt zu haben, aber noch bestimmte Neigungen zu haben, wäre quasi erst "ein Teil des Weges", den man hinter sich gelassen hat.


    Das heisst, wenn ich aus Therasicht ein Mahayanasutra lese, dass sich mit dem Ablegen bestimmter Ansichten beschäftigt, dann ist das aus dieser Systematik der Daseinsfesseln noch nicht zwangsläufig "vollständig". Kann, muss aber nicht, je nachdem ob alle abgelegt wurden.


    Mir gehts jetzt nich um besser oder schlechter, sondern was ich denke wo es vllt einen Unterschied gibt, der zu Missverständnissen führt.


    Zu weiteren Einteilungen der "Ebenen" im Theravada:


    sh. Eintrag cakkhu


    Die "Ebenen" werden aber im Theravada (imho) nicht als "Ebenen" bezeichnet oder so gesehen.

    Edited 2 times, last by Spock ().

  • Dieser Satz, dass Nirvana und Samsara gleich sind, taucht bei Nagarjuna auf. Es wäre vileleicht schön, dazu einen eigenen Thread aufzumachen und zuerst zu klären, was er genau damit meint. Der Satz ist:


    "Es gibt nichts, was den Samsara vom Nirvana, und das Nirvana vom Samsara unterscheidet. Die Grenze des Nirvana ist zugleich die Grenze des Samsara. Zwischen diesen beiden wird auch nicht der feinste Unterschied gefunden."

    In der Wikipedia steht dazu: "Vom Standpunkt der Erlösung aus gibt es keine Differenzierung mehr zwischen den bedingten Erscheinungen der Daseinswelt und dem unbedingten Nirvana. „Bedingtes“ und „Unbedingtes“ sind dualistische und aufeinander bezogene Begriffe. Nur derjenige, der nicht zur Weisheitserfahrung der universellen Leerheit gelangt ist, haftet an ihnen, und dies versperrt ihm den Weg zur Einsicht"


    Wichtig ist für mich da der Begriff "Standpunkt der Erlösung", also dass es von der Wahehnmeung eines vollständig Beferiten aus gedacht ist. Von daher ist wirklich zu fragen, wo das was Nagarjuna da sagt, nicht trivial ist. "Samsara "ist ja als die leiderfüllte Wahrnehmungswelt eines verblendeten Wesen definiert. Es ist also eine Sichtweise, die ein Befreiter nicht haben kann, weil sie bei ihm erloschen ist. Wobei es ja so ist, dass auch ein Buddha vor dem Parinirvana ja eine Wahrnhmeung hat, dessen Wahrneungsobjekte (Stuhl, Mensch, rot) einerseits mit unseren ( samsarischen ) Wahrnehungsobjekten korrespondieren andererseits aber dutch die Kluft verblendet/ befreit getrennt ist.


    Ich habe da jetzt folgendes Bild vor Augen: Wenn Samsara eine brennende Hütte ist und Nirvana da den Notausgang darstellt, dann ist vom inneren der Hütte aus betrachtet der Unterschied essentiell. Es ist der Unterschied wziscehn ledien und Brennen und einem Ausgang aus dem Leiden. Von jemandem der von Außen ( aus der Sicherheit) darauf schaut ist der Unterschied dagegen nicht sehr wichtig. Der Ausgang der Hütte gehört zur Hütte und seine Funktion als Ausgang ergibt sich nur von Innen.


    Das Samsara und Nirvana aus der Sicht eines Befreiten, keinen Untrschied machen kommt mir trivial vor. In Nirvana ist Samsara erloschen was man auch so sehen könnte, dass es in Samsara aufgegangen ist. Zu versuchen sich die Welt aus der Perspektive eines Befreiten zu vergegnwärtigen, ist im Thervada wohl nicht falsch sondern eher ein müssiges Unterfangen, da dieses Vorgehen nicht Teil der Praxis ist.


    Von daher wäre die eigentliche Frage doch, woher das Vorgehen kommt, die Sichtweise eine Buddhas einzuenhmen. Und ob es dafür im Palikanon villeicht schon Ansätze gibt, die dann erst im Mahyana zu so einer dominierenden Ansatz wurde.

  • Es muss einen Begriff geben der den Raum der Begriffslosigkeit bezeichnet. Leider ist der Begriff immer wieder mit anderen Worten gefüllt worden und so steht er eben nicht mehr ausschließlich für den Raum der absoluten Begriffslosigkeit. Nibbana ist die Bezeichnung für den Gedanken und Begriff und Nachdenken freie Raum. Der eben nur den Begriff Nibbana trägt weil es eine Einigung gab das das der einzige Begriff ist der für diesen Raum benutzt werden soll und die Regel eingehalten wird das über diesen Raum nicht spekuliert und diskutiert werden kann, weil er eben keine geistigen, Gedanken machende Tätigkeiten in diesem Raum gibt im Unterschied zu dem Raum des Samsara der alle möglichen geistigen Tätigkeiten umfasst. Samsara ist nicht ein Raum außerhalb von Dir, es ist der Raum der nur in Dir ist, der Raum aller deiner Gedanklichen Tätigkeiten, denn nur Du kannst Gier, Hass, Verblendung erzeugen über dein Ichbin/Ego hinaus glauben jemand zu sein als nur Ichbin/Ego.


    Darum bleibt Nibanan frei von dukkha und von atta, aber nicht vom abhängig bedingten Entstehen, denn Nibbana ist ja ein Begriff der bedingt abhängig von allen anderen Begriffen erscheint, aber eben die Bezeichnung ist für die Leerheit von allen Begriffen. Nibbana kann nur verwendet werden wenn von dem gesprochen wird in dem nicht mal der Gedanke das gedacht wird erscheint.

    Die Leerheit von allen geistigen Tätigkeiten, Gedanken erscheinen, ist Nibbana und die der aller geistigen Tätigkeiten einschließlich sich das Gedanken machen über den Bereich Nibbana ist Samsara. Es gibt da keinen noch so winzigen Unterschied. Alles sich Gedanken machen, ja selbst das erscheinen eines Gedanken ist Samsara. Alles andere ist mit dem Begriff Nibbana umschrieben und darüber kann man sich Gedanken machen doch haben sie keine Basis in dem was "Nibbana" bezeichnet, denn das ist die Leerheit jedes Gedanken-machens sogar das Gedanken erscheinen.


    Buddha hat das Problem sehr klar erkannt das sich ergibt wenn Nibbana erreicht wird, da kann kein Mensch bleiben er muss solange er lebt immer wieder Samsara sein, des Gedanken erscheinen, des sich Gedanken machen, des Ich/bin Ego. Er warnt eindringlich vor den Geistesgiften der Gier, des Hasses, des Glauben wollen von Wahrheiten. Vor allem vor dem Verblendung mit der Faulheit die Wahrheiten mit den eigenen Handlungen zu prüfen, sei es Geistig und mit dem handeln der Hände. Er warnt vor allen vor Verblendung. Gier und Hass können wir ja allen Vorwerfen aber das erkennen des Splitters in dem eigenen Auge wird nicht möglich wenn Wahrheiten nicht geprüft werden. Nibbana ist der Grund warum Buddha sein Leben lang immer wieder in Abgeschiedenheit von Menschlichem Gedankenmachen die rechte Versenkung geübt hat. Der hat sich das Recht herausgenommen Nibbana zu sein und auch das Recht Samsara vollkommen zu überwinden, er hat sich sein Recht auf Nicht Gedanken machend sein genommen. Egal was andere Glaubten.

    Die Kunst ein Egoist zu sein.

    -1) Es ist nur Sein, keine Ursache, keine Wirkung, alles eine Zeit ohne Zeiten.

    1) Alle Dinge sind in gegenseitiger Abhängigkeit bedingt durch Bedingungen, die bedingt sind entstehend.

    2) Das ist nicht Mein, das ist nicht mein Ich, das ist nicht mein Selbst, das ist nicht mein Nirwana.

    3) Sinnsuche ist Sinngeben. Sinngeben ist Meinung. Meinung ist Leiden.

  • Wie könnte auch ein Unterschied zwischen Samsara und Nirvana bestehen?

    Das würde ja bedeuten, dass es irgendwo eine andere Welt geben würde in der man hinfliegt nach der Erleuchtung. Buddha war nach der Erleuchtung auch noch im Samsara, eben mit einer anderen Sichtweise und einer anderen Entwicklungsstufe des Geistes.

    :buddha: Es geht immer darum, sich in die Unannehmlichkeiten des Lebens hineinzulehnen und sich diese ganz genau anzuschauen. :buddha:

  • Hatten wir den nicht schon hier?


    Widerlegung von Nagarjuna möglich?

    Der ist zu.

    Schon klar. Aber inhaltlich wurde doch über genau das diskutiert worüber Void nun einen neuen Thread aufmachen möchte.

    M.E. bringt ein neuer Thread nicht mehr viel neue Erkenntnisse.

    Liebe Grüße
    Sherab


    "Glücklich mögen alle Wesen sein und im Besitz der Ursachen des Glücks" (:_()_

  • Dieser Satz, dass Nirvana und Samsara gleich sind, taucht bei Nagarjuna auf. Es wäre vileleicht schön, dazu einen eigenen Thread aufzumachen und zuerst zu klären, was er genau damit meint. Der Satz ist:


    "Es gibt nichts, was den Samsara vom Nirvana, und das Nirvana vom Samsara unterscheidet. Die Grenze des Nirvana ist zugleich die Grenze des Samsara. Zwischen diesen beiden wird auch nicht der feinste Unterschied gefunden."


    In der Wikipedia steht dazu: "Vom Standpunkt der Erlösung aus gibt es keine Differenzierung mehr zwischen den bedingten Erscheinungen der Daseinswelt und dem unbedingten Nirvana. „Bedingtes“ und „Unbedingtes“ sind dualistische und aufeinander bezogene Begriffe. Nur derjenige, der nicht zur Weisheitserfahrung der universellen Leerheit gelangt ist, haftet an ihnen, und dies versperrt ihm den Weg zur Einsicht"

    Begriffe sind reine Abstraktion. Ich kann sagen "Die Kuh strickt einen Schal.", dh. aber noch lange nicht dass das stimmt und auch nicht dass in situ Samsara und Nirvana eins sind (sic!). Auch bei Nagarjuna ist per se jede 1 falsch. Er hat das weder inhaltlich so gemeint, noch so gesagt. Imho absolut egal auf welcher "Ebene".


    Ergänzung: ich halte diesen Wikieintrag übrigens für falsch.

    Edited 2 times, last by Spock ().

  • Von daher wäre die eigentliche Frage doch, woher das Vorgehen kommt, die Sichtweise eine Buddhas einzuenhmen. Und ob es dafür im Palikanon villeicht schon Ansätze gibt, die dann erst im Mahyana zu so einer dominierenden Ansatz wurde.

    Ich sehe diese Ansätze im PK nicht. Eher sogar ganz klar angezeigt, dass man nicht versuchen solle zu verstehen, wie es für einen Buddha "aussieht" oder nicht aussieht. Und eben ganz klar auch, dass die Existenz des Buddhas nicht gleichzusetzen ist mit irgendeiner Form von Dasein in unserem Sinne. So, dass wir uns dieses "Dasein" eines Buddha vorstellend, sinnvoll argumentieren könnten.


    Insofern fällt es mir auch nicht schwer, Bakrams harten Worten in Bezug auf die Behandlung dieser Frage ("Wie ist es für einen Buddha?" - denn das ist es ja, was hier auch versucht wurde zu klären) in diesem Thread hier zuzustimmen.


    Es ist eben gerade im PK davon in meinen Augen nichts zu finden. Und deswegen wird die Frage gestellt. Nicht weil es igendwie so ist, dass da im PK diese Ansätze eben doch schon da sind.


    Die Fragen von Vibhajjavādī sind in meinen Augen genauso genau richtig gestellt. Es wird sie hier nur leider niemand beantworten können.


    Es geht hier auch eher sekundär um Nagarjuna. Es geht darum, was hier in diesem Thread geschrieben wurde. Der N sagt das. Klar. Aber er meint es anders, als es hier gemeint wird und wurde. Was man an den Ausführungen sehen kann. Auf jeden Fall richten sich die Fragen hier nicht an Nagarjuna sondern eher wie man ihn versteht. Diese Fragen berühren wahrscheinlich ein Nagarjuna"Verständnis".




    :sunny:

    Edited once, last by Vedana ().

  • Eher sogar ganz klar angezeigt, dass man nicht versuchen solle zu verstehen, wie es für einen Buddha "aussieht" oder nicht aussieht.

    Kannst du mir mal genau eine Stelle sagen auf die du dich

    beziehst woraus die schließt man solle sich über nibbana

    keine Gedanken machen? Oder habe ich dich falsch verstanden?


    Ich bin sicher, die Differenz die sich da aufzutun scheint, ist nur scheinbar, werter accinca.


    Für mich geht es klar aus der Aufzählung der vier nicht erfassbaren Dinge hervor, dass man sich keine Gedanken darüber machen soll, was ein Buddha sieht, und wie da ein SeinsZustand ist, damit er es so umfassend sehen kann. Und auch ... was da noch für weitere Folgen dieses "SeinsZustandes" sein könnten oder müssten.


    Es gibt genügend Aussagen über Nibbana im PK. Weswegen man das wohl erwägen kann. Aus den Aussagen lässt sich aber nicht ableiten, wie es für jemanden ist, dort zu verweilen.




    :sunny:

    Edited once, last by Vedana ().