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  1. Buddhaland Forum
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  3. Allgemeines zum Buddhismus

Reichtum

  • Thorsten Hallscheidt
  • 20. September 2020 um 21:59
  • Zum letzten Beitrag
  • mukti
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    • 22. September 2020 um 11:45
    • #51
    dukkha:

    ich würde es vorziehen, wenn der Zustand aus sich heraus entstehen würde.

    Bei mir funktioniert weder das eine noch das andere.

    Also ich habe wenig Hoffnung dass Begehren und Verblendung von selber verschwinden, oder nur deshalb weil ich das wünsche.

    Man macht diese Erfahrung, wie du sagst "dass man Dinge die man hat, nicht mehr zu schätzen weiß. Erst wenn man sie verliert, wird man sich um deren Wert bewusst, egal ob Gesundheit oder Materielles." Da entsteht dann diese Einsicht, dass man undankbar und unbescheiden gewesen ist, etwas für selbstverständlich genommen hat obwohl es jederzeit verloren gehen kann. Die Einischt hält aber nicht lange an und man muss sie bewahren, zu einer Gesinnung machen. Da ist der Verstand daran beteiligt aber auch das Emotionale, indem sich Zufriedenheit einstellt mit dem was man hat, anstatt immer mehr zu verlangen. So versuche ich das zu kultivieren, diese Erkenntnis aufrecht zu erhalten: je weniger ich habe und verlange, desto mehr Zufriedenheit stellt sich ein.

    Mit Metta, mukti.


  • void
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    Buddh. Richtung
    Zen
    • 22. September 2020 um 11:45
    • Offizieller Beitrag
    • #52
    mukti:
    dukkha:

    Es ist ein alter Hut, dass man Dinge die man hat, nicht mehr zu

    schätzen weiß.

    Erst wenn man sie verliert, wird man sich um deren Wert bewusst,

    egal ob Gesundheit oder Materielles.

    Bei manchen mag das Bewusstmachen dieser Dinge für kurze

    Zeit wieder dazu führen, dass man den Wert erkennt.

    Dieser Umweg über den Verstand hat für mich etwas Erzwungenes,

    eine Art Autosuggestion, die bei mir nicht wirkt.

    Echte Zufriedenheit sollte ohne diesen Trick entstehen.

    Alles anzeigen

    Welchen Weg ziehst du denn vor, wenn nicht das Bewusstmachen über den Verstand?

    Alles anzeigen

    Heute wurde in der Zeitung ein Studie über die psychsche Gesundheit von Senioren vorgestellt, in der man eine der Testgruppe sagte, sie sollten bei ihrem Spaziergang auf die Natur achten und besonders was es da zu Staunen gibt. Während die Gruppe die diesen Ratschlag nicht bekam, mehr Senioren bei ihrem Spaziergang Gedanken wälzten. Und man stellt fest, dass zweitere Gruppe mehr unter negativen Gefühlen zu leiden hat. Es war - wenn ich es recht verstanden hat nicht so sehr der Punkt, dass man sich "über den Verstand" künstlich Gedanken macht sodnern einfach nur eine Verlagerung der Aufmerksamkeit weg von einem selbst hin zur Natur und da in einer positiven "stauenenden" Art.

    Dieses "Staunen", das eine Art der Wertschätzung und des Respektes ist , kommt mir sehr der Dankbarkeit oder das Gefühl des Reichtums, das hier Thema ist, nahe.

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  • Rudolf
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    • 22. September 2020 um 11:50
    • #53

    Ellviral,

    ja, wenn es kein Kreislauf ist, dann ist es eine Kette. Vielleicht ist es auch beides?

    Lebensrad – Wikipedia

    :rainbow:

  • mukti
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    • 22. September 2020 um 12:40
    • #54

    Bei etwas Unangenehmen kann Ärger oder Zorn entstehen, wenn man das Angenehme für ein selbstverständliches Anrecht genommen hat. Ist mir eben aufgefallen als eine Maschine vom Nachbarn die Stille zerrissen hat.

    Mit Metta, mukti.


  • Monikamarie
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    • 22. September 2020 um 12:43
    • #55
    void:

    Dankbarkeit enthält mehrere Elemente. Zum einen kommt es ja von "Denken".

    Ja, ich kenne die Dankbarkeit, die ich durch Begreifen und Denken "erlebe" und kultivieren will.

    Ich kenne aber auch eine Dankbarkeit, die einfach da ist, ohne dass ich sie benennen müsste. Wenn ich denn dieses Gefühl analysiere, erkenne ich, es ist Dankbarkeit. Und die ist für mich die wichtigste, denn die erdachte ist genauso wie das "Erlernen von Mitgefühl" nicht dasselbe wie reines Mitgefühl, das spontan entsteht.

    Ich bin im Laufe meines Lebens hart geworden und musste mich erstmal erinnern, wie wohl diese und auch andere Gefühle "waren" als ich noch nicht so enttäuscht vom Leben war. Das geht mir sogar noch heute manchmal so. Deshalb kenne ich sowohl das echte Mitgefühl, die echte Dankbarkeit als auch die anerzogenen Gefühle, um "heilsam zu fühlen".

    _()_

  • Noreply
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    • 22. September 2020 um 12:48
    • #56
    Rudolf:

    Ellviral,

    ja, wenn es kein Kreislauf ist, dann ist es eine Kette. Vielleicht ist es auch beides?

    Lebensrad – Wikipedia

    Du kannst Kreise sehen wo immer du willst aber nie bei der Kette des bedingten Entstehens. Irgendwo muss ja ein Maß sein, um Reichtum zu vermindern auf das, was ich brauche. Ich brauch auch keine Gedanken über die Welt in meiner Wohnung und in der Welt außerhalb meiner Wohnung brauch ich auch keine Gedanken über meine Wohnung. So einfach ist. Die Welt meiner Wohnung ist ein Kreis und die des Außen einer, warum soll ich die verbinden, wenn ich nicht in Not komme oder bin?

  • Noreply
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    • 22. September 2020 um 12:49
    • #57
    Monikadie4.:
    void:

    Dankbarkeit enthält mehrere Elemente. Zum einen kommt es ja von "Denken".

    Ja, ich kenne die Dankbarkeit, die ich durch Begreifen und Denken "erlebe" und kultivieren will.

    Ich kenne aber auch eine Dankbarkeit, die einfach da ist, ohne dass ich sie benennen müsste. Wenn ich denn dieses Gefühl analysiere, erkenne ich, es ist Dankbarkeit. Und die ist für mich die wichtigste, denn die erdachte ist genauso wie das "Erlernen von Mitgefühl" nicht dasselbe wie reines Mitgefühl, das spontan entsteht.

    Ich bin im Laufe meines Lebens hart geworden und musste mich erstmal erinnern, wie wohl diese und auch andere Gefühle "waren" als ich noch nicht so enttäuscht vom Leben war. Das geht mir sogar noch heute manchmal so. Deshalb kenne ich sowohl das echte Mitgefühl, die echte Dankbarkeit als auch die anerzogenen Gefühle, um "heilsam zu fühlen".

    _()_

    Dankbarkeit kann sehr gut kultiviert werden, besser ist Mitgefühl zu üben, da braucht es keinerlei Kultivierung, einfach machen.

  • Thorsten Hallscheidt
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    • 22. September 2020 um 14:55
    • Offizieller Beitrag
    • #58
    Rudolf:

    Ich persönlich jedenfalls finde es absurd, wenn ich gerade einen schönen Urlaubstag in wundervoller Natur genieße, mir zu sagen: aber ich hafte daran ja nicht an.

    Moin Rudolf.

    Mag ja sein, dass Du es Dir nicht vorstellen kannst. Ich jedenfalls kann durchaus etwas Schönes erleben, ohne es gleich wieder und wieder haben zu müssen, ohne jemanden zu beneiden, der es erlebt, ohne wütend zu werden, wenn ich daran gehindert werde, es zu erleben, ohne zu leiden, wenn es vorbei ist. Warum auch nicht? So schwer ist das nun auch nicht. Ich denke eher, dass möglicherweise Du ein Problem damit hast, Freude anzunehmen, ohne gleich Deinen buddhistischen Pfad in Gefahr zu sehen. Deine vehemente Ablehnung der Freude an den Erscheinungen der Welt klingt für mich eher wie Anhaftung. Aber das kannst natürlich nur Du entscheiden. Ich möchte Dir damit auch nicht zu nahe treten. Letztlich muss jeder mit sich selbst im Reinen sein.

    Liebe Grüße

    Thorsten

    Das ist denn doch nur der Abendwind, der heute mit ordentlich verständlichen Worten flüstert.

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    • 22. September 2020 um 14:59
    • #59
    Ellviral:

    Dankbarkeit kann sehr gut kultiviert werden, besser ist Mitgefühl zu üben, da braucht es keinerlei Kultivierung, einfach machen.

    Ja, Dankbarkeit kann kultiviert werden. Aber Mitgefühl - wenn es denn nicht spontan da ist - muss auch erstmal ins Bewusstsein gerückt werden, wenn es denn daran mangelt.

    Einfach machen, kann nur der/dienjenige, der/die sich der Wichtigkeit bewusst ist.

    _()_

  • Rudolf
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    • 22. September 2020 um 15:23
    • #60
    Thorsten Hallscheidt:

    ohne zu leiden, wenn es vorbei ist.

    ja, wenn der Genuss lange genug gedauert hat, dann wird's langweilig (oder Überdruss entsteht gar) und man ist froh, wenn man dann wieder etwas anderes erlebt. - Ich denke, das kann man nicht nur bei sich selbst beobachten und deswegen allgemein formulieren (mit "man").

    Thorsten Hallscheidt:

    Ich denke eher, dass möglicherweise Du ein Problem damit hast, Freude anzunehmen, ohne gleich Deinen buddhistischen Pfad in Gefahr zu sehen. Deine vehemente Ablehnung der Freude an den Erscheinungen der Welt …..

    ?

    Hier übertreibst du.

    Das sind gedankliche Ausschweifungen deinerseits, dass ich angeblich eine Gefahr sehe oder Freude vehement ablehne.

    Ich genieße gerne, weiß aber, dass ich an Genüsse anhafte, wenn sie gerade anfangen.

    "Anhaftung" ist ein weiter Begriff. den müssten wir wohl mal etwas genauer definieren, oder?

    Es gibt sehr subtile Anhaftung, mittelstarke Anhaftung und große Anhaftung, die dann in Wut ausarten kann, wenn was zu Ende geht.

    Ich lese aus deinem Beitrag ("ohne wütend zu werden"), dass du eher beim letzten Gedanken bist, wenn von Anhaftung die Rede ist.

    Aber bitte schiebe mir das nicht unter: mein letzter Urlaub war mal wieder zu kurz, das war schade, aber ich bin nicht wütend wieder zur Arbeit gegangen. :)

    :rainbow:

  • Noreply
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    • 22. September 2020 um 16:33
    • #61
    Monikadie4.:
    Ellviral:

    Dankbarkeit kann sehr gut kultiviert werden, besser ist Mitgefühl zu üben, da braucht es keinerlei Kultivierung, einfach machen.

    Ja, Dankbarkeit kann kultiviert werden. Aber Mitgefühl - wenn es denn nicht spontan da ist - muss auch erstmal ins Bewusstsein gerückt werden, wenn es denn daran mangelt.

    Einfach machen, kann nur der/dienjenige, der/die sich der Wichtigkeit bewusst ist.

    _()_

    Stimm ich nicht mehr mit überein. Mitgefühl erscheint einfach und alles was ich mal als Mitgefühl erfahren, geübt, gelernt, gelehrt, gehört habe ist verloren. Ich hab nichts mehr das ich als Ich darüber sagen kann. Es spricht nur die Person über Mitgefühl und Mitgefühl ist auch für diese Person und alle anderen Personen. Da ist keine Wichtigkeit, oder sonst eine Priorisierung. Mitgefühl , wie heist es:

    1.2 Bhumi

    Das Mitgefühl allein ist die Saat der vollkommenen Ernte der Buddhaschaft.

    Das Wasser des Mitgefühls nährt die Saat.

    Die Frucht "Mitgefühl" wird lange Zeit eine Quelle der Zufriedenheit.

    Ich lobe das Mitgefühl als Anfang von allem.

    Die Saat, Sproß, Blüte und Frucht wurde sehr lange immer wieder geflegt. Irgendwann ist die Frucht fertig und doch gibt es nichts zu verteilen. Selbst mit diesem Versager, nicht verteilen Könnenden weil er nichts hat, hab ist Mitgefühl.

  • Aravind
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    • 22. September 2020 um 16:41
    • #62
    Rudolf:

    "Anhaftung" ist ein weiter Begriff. den müssten wir wohl mal etwas genauer definieren, oder?

    Ich finde die grundlegenden Ideen über Dukkha immer sehr hilfreich:

    Gier: Wenn ich das Schöne jetzt nicht erleben kann, dann kann/will ich nicht glücklich sein.

    Hass: Wenn dieses Schlechte jetzt nicht weg geht, dann kann/will ich nicht glücklich sein.

    In Thorstens Beschreibung ist das IMHO schön ausgedrückt:

    Thorsten Hallscheidt:

    Ich jedenfalls kann durchaus etwas Schönes erleben, ohne es gleich wieder und wieder haben zu müssen, ohne jemanden zu beneiden, der es erlebt, ohne wütend zu werden, wenn ich daran gehindert werde, es zu erleben, ohne zu leiden, wenn es vorbei ist.

    Wie meistens würde ich mich persönlich nicht lange mit Definitionen von Anhaftung befassen. Durch Beobachtung und Praxis merkt man mit der Zeit schon, woraus man Dukkha erzeugt. Auch wenn man manchmal länger ausgiebig graben und beobachten muss, wenn der Grund für das momentane Leiden gerade nicht offensichtlich ist.

    Wir haben ja Zeit, das Leiden verschwindet eh nicht von alleine. :)

    Liebe Grüße,

    Aravind.

  • Monikamarie
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    • 22. September 2020 um 16:48
    • #63
    Ellviral:

    Stimm ich nicht mehr mit überein. Mitgefühl erscheint einfach und alles was ich mal als Mitgefühl erfahren, geübt, gelernt, gelehrt, gehört habe ist verloren.

    Ja, Ellviral, Du hast eben alles verinnerlicht im Laufe von x Jahren. Und dann entsprang die Frucht. Du hast den "richtigen Wolf gefüttert", sonst wäre es nicht möglich.

    _()_

  • Helmut
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    • 22. September 2020 um 17:13
    • #64
    Ellviral:

    1.2 Bhumi

    Das Mitgefühl allein ist die Saat der vollkommenen Ernte der Buddhaschaft.

    Das Wasser des Mitgefühls nährt die Saat.

    Die Frucht "Mitgefühl" wird lange Zeit eine Quelle der Zufriedenheit.

    Ich lobe das Mitgefühl als Anfang von allem.

    Die letzte Zeile ist eine Sinn entstellende Übersetzung.

    Mit der Analogie, die Candrakirti im Madhyamakavatara in den ersten drei Zeilen des Verses 1.2 benutzt, verdeutlicht er die überragende Bedeutung des Mitgefühls für den Bodhisattvapfad. Das Mitgefühl ist die Ursache dafür, dass man in den Bodhisattvapfad eintritt. Man wird aber auf dem Bodhisattvapfad nur voranschreiten und die Vollkommenheiten verwirklichen können, wenn auch auf dem Pfad stets das Mitgefühl vorhanden ist. Selbst wenn man das Resultat der Bodhisattvapfades verwirklicht hat, also die Buddhaschaft erlangt hat, ist auch auf dieser Ebene das Mitgefühl notwendig, denn sonst könnte der Buddha nicht zum Wohle der Wesen wirken. Wegen dieser Qualitäten des Mitgefühls lobt Candrakirti zu Beginn des Madhyamakavatara das Mitgefühl.

    Deshalb muss die vierte Zeile korrekt lauten: "Daher preise ich zu Anfang das Mitgefühl." Anfang bezieht sich nicht auf den Anfang von allem, sondern auf den Beginn seiner Schrift. Viele indische Meister begannen ihre Schriften mit einem Lobpreis; meistens ein Lobpreis der Buddhas oder Bodhisattvas, der Arhat usw. Der Lobpreis den Candrakirti seinem Werk voran stellt, ist das Mitgefühl; und zwar das Mitgefühl, dass sich ausnahmslos auf alle Lebewesen richtet.

    Gruß Helmut

    Als Buddhisten schätzen wir das Leben als höchst kostbares Gut.

  • Noreply
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    • 22. September 2020 um 18:53
    • #65
    Helmut:
    Ellviral:

    1.2 Bhumi

    Das Mitgefühl allein ist die Saat der vollkommenen Ernte der Buddhaschaft.

    Das Wasser des Mitgefühls nährt die Saat.

    Die Frucht "Mitgefühl" wird lange Zeit eine Quelle der Zufriedenheit.

    Ich lobe das Mitgefühl als Anfang von allem.

    Die letzte Zeile ist eine Sinn entstellende Übersetzung.

    Mit der Analogie, die Candrakirti im Madhyamakavatara in den ersten drei Zeilen des Verses 1.2 benutzt, verdeutlicht er die überragende Bedeutung des Mitgefühls für den Bodhisattvapfad. Das Mitgefühl ist die Ursache dafür, dass man in den Bodhisattvapfad eintritt. Man wird aber auf dem Bodhisattvapfad nur voranschreiten und die Vollkommenheiten verwirklichen können, wenn auch auf dem Pfad stets das Mitgefühl vorhanden ist. Selbst wenn man das Resultat der Bodhisattvapfades verwirklicht hat, also die Buddhaschaft erlangt hat, ist auch auf dieser Ebene das Mitgefühl notwendig, denn sonst könnte der Buddha nicht zum Wohle der Wesen wirken. Wegen dieser Qualitäten des Mitgefühls lobt Candrakirti zu Beginn des Madhyamakavatara das Mitgefühl.

    Deshalb muss die vierte Zeile korrekt lauten: "Daher preise ich zu Anfang das Mitgefühl." Anfang bezieht sich nicht auf den Anfang von allem, sondern auf den Beginn seiner Schrift. Viele indische Meister begannen ihre Schriften mit einem Lobpreis; meistens ein Lobpreis der Buddhas oder Bodhisattvas, der Arhat usw. Der Lobpreis den Candrakirti seinem Werk voran stellt, ist das Mitgefühl; und zwar das Mitgefühl, dass sich ausnahmslos auf alle Lebewesen richtet.

    Alles anzeigen

    Ja Du hast recht. Es war eine eigenmächtige Änderung, die mir nicht aufgefallen ist.

    "Anfang von allem "

    "Daher preise ich hier zu Anfang das Mitgefühl."

  • mukti
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    • 22. September 2020 um 18:55
    • #66
    Rudolf:

    Insbesondere wenn von Freude oder gar genießen die Rede ist, ist immer Anhaftung dabei. Auch wenn wir das manchmal nicht merken oder wahrhaben wollen.

    Ist das so? Wenn angenehme Gefühle auftreten muss man sie ja nicht festhalten wollen, aber während sie da sind machen sie nun mal Freude, auch wenn man darüber bewusst ist dass sie wieder vergehen werden.

    Mit Metta, mukti.


  • Helmut
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    • 22. September 2020 um 19:06
    • #67

    Wenn man Freude genießt, ist das nicht zwangsläufig Anhaftung. Dieser Begriff wird hier auf Buddhaland meiner Ansicht nach sehr inflationär benutzt. Es wird nicht gesagt, was man genau mit Anhaftung meint.

    Sich an dem Glück, das man erfahrt zu erfreuen ist doch noch keine Anhaftung. Anhaftung ist doch immer verbunden mit getäuschten Sichtweisen. Anhaftung entsteht, wenn ich der Ansicht bin, dass das Glück, das ich gerade erlebe, beständig ist und hieran festhalte, weil ich es nicht akzeptieren kann, dass dieses erlebte Glück vergänglich ist.

    Gruß Helmut

    Als Buddhisten schätzen wir das Leben als höchst kostbares Gut.

  • Rudolf
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    • 22. September 2020 um 19:35
    • #68

    Anhaftung findet in der Gegenwart statt. Ihr seid zu sehr in der Zukunft.

    Wenn ich etwas jetzt genieße, wenn ich es jetzt schön finde, dann hafte ich an, weil ich es jetzt nicht anders haben will.

    Anhaften hat nichts mit der Zukunft zu tun, festhalten wollen hat mit der Zukunft zu tun und erzeugt Leiden, wenn es mit dem Festhalten nicht klappt.

    Solange man nicht Überdruss empfindet ist ja Freude da. Freude ist aber ein Zeichen von Anhaftung am gegenwärtigen Gefühl, sonst wäre ja keine Freude da, sondern Gleichmut.

    :rainbow:

  • Monikamarie
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    • 22. September 2020 um 19:42
    • #69
    Rudolf:

    Solange man nicht Überdruss empfindet ist ja Freude da. Freude ist aber ein Zeichen von Anhaftung am gegenwärtigen Gefühl, sonst wäre ja keine Freude da, sondern Gleichmut.

    Und was ist mit der Freude, die im 2. Jahna erfahren wird?

    Und diese ist immer wieder herstellbar.

    _()_

  • Deepa
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    • 22. September 2020 um 19:43
    • #70

    Ich hatte dazu hier etwas geschrieben:

    Deepa:


    Alles anzeigen

    (Hervorhebung von mir)

    Sie tragen das Potenzial in sich, zu Leid zu führen. Es ist kein Muss.

    Leid entsteht durch Anhaftung.

    Ich kann die Gegenwart eines Menschen genießen - mich wohl fühlen und mich immer noch wohlfühlen, wenn er nicht mehr bei mir ist.

    Das ist entscheidend: Kann man loslassen - erkennen, dass alles vergänglich ist und das annehmen oder nicht.

    Was macht man, wenn er weg ist - was macht man, damit er bleibt?

    Ist man traurig, verzweifelt, wütend...versucht man alles Mögliche (ihm drohen, ihn anbetteln, ihn bestechen..), damit er bleibt - oder fühlt man sich immer noch wohl?

    Alles anzeigen

    Zu meinen Beiträgen: So sehe ich es.

    Viele Wege führen ins Nirvana.

    Deepa

  • Monikamarie
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    • 22. September 2020 um 19:47
    • #71

    Hier mal was von Ayya Khema:

    Zitat

    Dasselbe gilt für die zweite Vertiefungsstufe, sie bringt ein Gefühl der „Freude“. Jeder hat schon

    Freude erlebt, es wäre entsetzlich, wäre es nicht so. Aber: Wir erfuhren Freude immer von außen durch

    unsere Sinneseindrücke: Durch etwas, was wir bekommen haben, was wir losgeworden sind, durch etwas

    was wir sehen, hören, riechen, schmecken, uns gedacht haben usw. Hier haben wir Freude ohne äußeren

    Anlass und in verfeinerter Art: Wenn diese Freude innerlich zur Blüte kommt, empfindet man eine Art

    innerer Süße. Damit ist nicht ein Sinneseindruck, also ein süßes „Schmecken“ gemeint. Es ist vielmehr ein

    „inneres“ Gefühl von Süße. Ein Gefühl, daß sich da innen, in uns, etwas Wunderbares befindet. Wenn man

    normalerweise in sich hineinzuhorchen versucht, findet man nicht unbedingt gleich etwas Wunderbares.

    Praktiziert man aber ernsthaft, dann ist diese Erfahrung des Wunderbaren in uns ein sehr starkes Erlebnis.

    Wir bezeichnen dieses Gefühl als die „Nähe der Reinheit“, im Christentum „Gottes Nähe“. Wir sind unserer

    eigenen Reinheit, dem „Erleuchtungsfunken“ (im christlichen Glauben: dem „Gottesfunken“), nahe

    gekommen.

    Es ist ein Gefühl, das man immer wieder herstellen kann, denn es ist ja nur der zweite Schritt. „Nur“ meint

    aber nicht, daß es etwa kein wichtiger Schritt sei. Es ist ein enorm wichtiger Schritt. Denn innere Freude ist

    ja genau das, was wir immer schon haben wollten, bisher aber immer nur durch die Sinneseindrücke

    bekamen. Wenn dieser Schritt einmal wirklich zur Blüte gekommen ist, dann hat man ein Juwel in sich und

    trägt es in sich. Dieser zweite Schritt ist ein Juwel, das mit nichts anderem in unserer Existenz vergleichbar

    ist. Das vorausgehende angenehme Körpergefühl muß lange genug gehalten werden, damit sich die Freude

    entwickeln kann. Dieses Körpergefühl soll, so hat es Der Buddha gelehrt, nach seiner Entfaltung absichtlich

    in den Hintergrund gebracht werden im Bewußtsein, daß es zwar feiner ist als die uns sonst bekannten

    äußerlich veranlassten Körpergefühle, aber andererseits auch nur eine Vorbereitung für die weiteren

    Vertiefungen. So kann man sich voll auf die Freude konzentrieren. Diese Freude, sie heißt auf Pali “Sukkha”,

    hat eine andere Qualität als die Freude, die wir im Alltag kennen, ist aber mir ihr verwandt. Sie ist weicher,

    ausfüllender, der Reinheit näher... Deswegen entwickelt sie in unserem Inneren dieses Gefühl von Süße.

    Alles anzeigen

    Und genauso erlebe ich das Gefühl des Reichtums - es ist süß.

    _()_

  • Deepa
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    • 22. September 2020 um 19:55
    • #72

    Kannst Du bitte die genaue Quelle angeben @Monikadie4. ?


    Edit: Habe kurz recherchiert und das entdeckt Jhanas-Vortrag.pdf

    Zu meinen Beiträgen: So sehe ich es.

    Viele Wege führen ins Nirvana.

    Deepa

  • mukti
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    • 22. September 2020 um 20:36
    • #73
    Rudolf:

    Anhaftung findet in der Gegenwart statt. Ihr seid zu sehr in der Zukunft.

    Wenn ich etwas jetzt genieße, wenn ich es jetzt schön finde, dann hafte ich an, weil ich es jetzt nicht anders haben will.

    Anhaften hat nichts mit der Zukunft zu tun, festhalten wollen hat mit der Zukunft zu tun und erzeugt Leiden, wenn es mit dem Festhalten nicht klappt.

    Solange man nicht Überdruss empfindet ist ja Freude da. Freude ist aber ein Zeichen von Anhaftung am gegenwärtigen Gefühl, sonst wäre ja keine Freude da, sondern Gleichmut.

    Aber ist Freude selber nicht auch ein Gefühl, an dem man anhaften kann oder nicht? Wenn Freude von selber aufsteigt ohne Absicht, was anderes ist wenn ich mich erfreuen will.

    Mit Metta, mukti.


  • Rudolf
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    • 22. September 2020 um 21:04
    • #74

    Monika,

    was die Freude der höheren Meditationsstufen angeht, da frage mich nicht.

    Merkwürdig, warum geht es jetzt nicht mehr um uns? Um die Freuden gewöhnlicher Menschen?

    :rainbow:

  • Deepa
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    • 22. September 2020 um 21:05
    • #75
    Rudolf:

    Monika,

    was die Freude der höheren Meditationsstufen angeht, da frage mich nicht.

    Merkwürdig, warum geht es jetzt nicht mehr um uns? Um die Freuden gewöhnlicher Menschen?

    Du weißt doch nicht, wer sich auf welcher Entwicklungsstufe befindet. Nur weil Du diese Freude nicht erlebst, bedeutet das nicht, dass sie niemand hier erleben kann.

    Zu meinen Beiträgen: So sehe ich es.

    Viele Wege führen ins Nirvana.

    Deepa

Ausgabe №. 136: „Liebe & Loslassen"

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