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Wie ernst nehmt ihr die Wiedergeburtslehre im Pali Kanon?

  • Neynia
  • 8. Juli 2023 um 17:30
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  • Noreply
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    • 14. Juli 2023 um 16:33
    • #151

    Gefühl und Aufregung/Erregung statt Emotion habe ich mal versucht.

    In, ins Deutsche übersetzte Texte werden oft scheinbare Synonyme verwendet.

    Gefühl, Emotion, Erregung, Aufregung usw.

    Mitgefühl, Mitleid, Zuneigung Liebe usw.

    Das machen die Übersetzer, wie mir scheint, damit der Text „Farbe“ kommt, leider merken sie nicht, dass sie damit den Sinn übertünchen, Verblenden mit Farbe.

    Darum lass ich Texte, auch wenn ich sie in deutscher Übersetzung habe, immer auch von einer Maschine übersetzten, der ist es egal, ob der Text „langweilig“ ist. Das hab ich auch mit vielen Sutra aus dem Fritz Schäfer Buch gemacht. Dadurch hatte ich ein besseres Verstehen.

    Wenn es um die Lehre des Buddha geht, ist jeder Verzierung seiner Worte verwässernd.

    2 Mal editiert, zuletzt von Noreply (14. Juli 2023 um 16:41)

  • Monikamarie
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    • 14. Juli 2023 um 16:48
    • #152
    Aravind:
    Monikadie4.:

    Aber an Deiner Argumentation wird deutlich, dass das offenbar alles für Dich noch Theorie ist.

    Nö, ganz im Gegenteil. ;) Genau das ist zentraler Teil meiner Praxis seit einiger Zeit.

    Gerade das schnelle, unmittelbare Erkennen von Gefühlen über ihre körperlichen Wirkungen ist, wie ich finde, ein ganz spannender Prozess, und eine Grundlage, um in diese Gefühle nicht verwickelt zu werden.

    Liebe Grüße,

    Aravind.

    PS: Das war an Eitelpfütze gerichtet, oder :) :)

    Alles anzeigen

    Ja, es betraf eitelpfütze. :)

  • Monikamarie
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    • 14. Juli 2023 um 16:53
    • #153
    eitelpfuetze:
    Monikadie4.:
    eitelpfuetze:

    Insofern verstehe ich eine Aussage wie 'ich werde in jedem Moment wiedergeboren' als eine Aussage dieser Art: Gefühl, Bewusstsein, Wahrnehmung und Körper ist mein/mein Ich. Und das führt ja nicht zu Distanz bzw repräsentiert für mich nicht das Ziel, Automatismen überwinden zu wollen. Da möchte ich ich vorrangig die unguten Automatismen erwähnen, denn gibt es ja noch die heilsamen Varianten. Und wenn sich die vermehren ist das ja gut.

    Eigentlich müssten dann alle, die diesen scheinbaren Widerspruch zum Ausdruck gebracht haben, sofort die Zelte hier abbrechen. Dann gäbe es keine Diskussionen, Klarstellung... nix mehr.

    Warum? Bzw: Welchen Widerspruch oder scheinbaren Widerspruch meinst du?

    Die einen, die "mein/ich" noch anführen und gleichzeitig in der Lage sind, Distanz zu wahren. Das ist von außen nicht unbedingt erkennbar und wirkt widersprüchlich.

    Monikadie4.:

    So ist das aber nicht gemeint, sondern so, wie Aravind, Thorsten usw. schreiben

    Was genau ist nicht so gemeint? Ich meine es genau so. Das ist unter anderem eine meiner Übungen. Distanz zu bestimmten Gefühlen und Willensregungen herzustellen mit der Betrachtung die Buddha vorschlug: das ist nicht mein.

    Monikadie4.:

    Aber an Deiner Argumentation wird deutlich, dass das offenbar alles für Dich noch Theorie ist. Es hilft nichts, Du musst das (er)leben.

    _()_

    Da vermutest du falsch.

    Es ist erlebte und erfahrene und dazu auch anschaulich erklärbare Praxis.

    Alles anzeigen

    Dann entschuldige, ich verstehe Dich wohl miss. _()_

  • Monikamarie
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    • 14. Juli 2023 um 16:56
    • #154
    Aravind:
    Monikadie4.:

    Aber an Deiner Argumentation wird deutlich, dass das offenbar alles für Dich noch Theorie ist.

    Nö, ganz im Gegenteil. ;) Genau das ist zentraler Teil meiner Praxis seit einiger Zeit.

    Gerade das schnelle, unmittelbare Erkennen von Gefühlen über ihre körperlichen Wirkungen ist, wie ich finde, ein ganz spannender Prozess, und eine Grundlage, um in diese Gefühle nicht verwickelt zu werden.

    Liebe Grüße,

    Aravind.

    PS: Das war an Eitelpfütze gerichtet, oder :) :)

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    Das ist auch meine Praxis, und sie funktioniert wunderbar.

    Danke Aravind :heart: _()_

  • Monikamarie
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    • 14. Juli 2023 um 16:59
    • #155
    Aravind:
    eitelpfuetze:

    Da möchte ich ich vorrangig die unguten Automatismen erwähnen, denn gibt es ja noch die heilsamen Varianten. Und wenn sich die vermehren ist das ja gut.

    Genau, finde ich auch einen wichtigen Punkt. Erst die unheilsamen Reaktionen vermindern und die heilsamen fördern (was dann wahrscheinlich automatisch passiert, aber da müsste ich mal drüber nachdenken). Und später werden auch die heilsamen unwichtig, weil weder das eine noch das andere "Ich ist oder mein ist".

    (vielleicht ist "unbedeutend" richtiger).

    Liebe Grüße,

    Aravind.

    Das meine ich, @eitelpfütze, mit Widerspruch. Erst ist da ein ICH, das vermeiden und fördern will, und dann ist da MEIN-ICH unbedeutend bzw. letztendlich nicht mehr vorhanden.

    _()_

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    • 14. Juli 2023 um 20:09
    • #156
    Hendrik:

    Zum Beispiel sprach ich an keiner Stelle davon, dass man Gefühle unterbinden oder kontrollieren solle. Buddhismus unterscheidet Gefühle von Emotionen. Gefühle können nur angenehm, unangenehm oder neutral sein. Auf die haben wir im Prinzip keinen Einfluss. Daraus erwachsen komplexe Emotionen. Geistestraining übt die Entstehung(!) dieser komplexen Emotionen zu beeinflussen, zu kontrollieren. Nicht die Emotionen selbst. Und auch unterbinden von Emotionen ist nicht das Ziel.

    Du sprachst davon, die Entstehung von Emotionen zu beeinflussen, zu kontrollieren und zu unterbinden. Gefühl und Emotion werden zuweilen genau umgekehrt zu Deiner Definition benutzt. Daher wahrscheinlich die Begriffsverwirrung.


    [lz]

    Antonio Damasio unterscheidet deutlich zwischen „Emotion“ und „Gefühl“. Er hat die beiden Schlüsselbegriffe vor dem Hintergrund der modernen Neurobiologie wie folgt definiert: "Emotionen sind komplexe, größtenteils automatisch ablaufende, von der Evolution gestaltete Programme für Handlungen. Ergänzt werden diese Handlungen durch ein kognitives Programm, zu dem bestimmte Gedanken und Kognitionsformen gehören; die Welt der Emotionen besteht aber vorwiegend aus Vorgängen, die in unserem Körper ablaufen, von Gesichtsausdruck und Körperhaltung bis zu Veränderungen in inneren Organen und innerem Milieu.

    Gefühle von Emotionen dagegen sind zusammengesetzte Wahrnehmung dessen, was in unserem Körper und unserem Geist abläuft, wenn wir Emotionen haben. Was den Körper betrifft, so sind Gefühle nicht die Abläufe selbst, sondern Bilder von Abläufen; die Welt der Gefühle ist eine Welt der Wahrnehmungen, die in den Gehirnkarten ausgedrückt werden.

    Quelle[/lz]

    Aber das ist auch eigentlich nicht mein Punkt. Mir geht es eher darum, dass der Wunsch nach Kontrolle, Beeinflussung und Unterbinden von der Entstehung von Emotionen oder Gefühlen (Wie auch immer wir das jetzt definieren oder gewichten) die Dialektik von Ich und Welt verstärken. Der Wunsch nach Kontrolle und Beeinflussung ist ein vorzüglicher Ich-Macher. Aber Gefühle, Wahrnehmungen oder andere Geistesobjekte (Emotionen) wie auch deren Entstehung gehören mir nicht, sie geschehen, wie auch der Wind (ein Gedanke, der Körper, der Atem, die Vorstellung von Kontrolle, etc.) geschehen und mir nicht gehören.

    Zitat

    "Was es auch für ein Gefühl, was es auch für eine Wahrnehmung, was es auch für ein Geistobjekt, was es auch für ein Bewußtsein sei, vergangenes, zukünftiges, gegenwärtiges, eigenes oder fremdes, grobes oder feines, gemeines oder edles, fernes oder nahes: alles Gefühl, alle Wahrnehmung, alle Unterscheidung, alles Bewußtsein ist, der Wahrheit gemäß, mit vollkommener Weisheit also angesehn: 'Das gehört mir nicht, das bin ich nicht, das ist nicht mein Selbst.'

    Quelle

    Mit anderen Worten: Es gibt nichts zu üben, nichts zu kontrollieren und nichts zu erreichen. Im Gegenteil. Die Übung ist ja gerade: Nicht besitzen oder kontrollieren wollen. In Ruhe lassen. In Frieden lassen. Fließen lassen. Die Identifikation aufgeben: Das gehört mir nicht, das bin ich nicht, das ist nicht mein Selbst.

    Das ist denn doch nur der Abendwind, der heute mit ordentlich verständlichen Worten flüstert.

    Einmal editiert, zuletzt von Thorsten Hallscheidt (14. Juli 2023 um 20:15)

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    • 14. Juli 2023 um 21:22
    • #157
    Thorsten Hallscheidt:
    Hendrik:

    Zum Beispiel sprach ich an keiner Stelle davon, dass man Gefühle unterbinden oder kontrollieren solle. Buddhismus unterscheidet Gefühle von Emotionen. Gefühle können nur angenehm, unangenehm oder neutral sein. Auf die haben wir im Prinzip keinen Einfluss. Daraus erwachsen komplexe Emotionen. Geistestraining übt die Entstehung(!) dieser komplexen Emotionen zu beeinflussen, zu kontrollieren. Nicht die Emotionen selbst. Und auch unterbinden von Emotionen ist nicht das Ziel.

    Du sprachst davon, die Entstehung von Emotionen zu beeinflussen, zu kontrollieren und zu unterbinden. Gefühl und Emotion werden zuweilen genau umgekehrt zu Deiner Definition benutzt. Daher wahrscheinlich die Begriffsverwirrung.

    [lz]

    Antonio Damasio unterscheidet deutlich zwischen „Emotion“ und „Gefühl“. Er hat die beiden Schlüsselbegriffe vor dem Hintergrund der modernen Neurobiologie wie folgt definiert: "Emotionen sind komplexe, größtenteils automatisch ablaufende, von der Evolution gestaltete Programme für Handlungen. Ergänzt werden diese Handlungen durch ein kognitives Programm, zu dem bestimmte Gedanken und Kognitionsformen gehören; die Welt der Emotionen besteht aber vorwiegend aus Vorgängen, die in unserem Körper ablaufen, von Gesichtsausdruck und Körperhaltung bis zu Veränderungen in inneren Organen und innerem Milieu.

    Gefühle von Emotionen dagegen sind zusammengesetzte Wahrnehmung dessen, was in unserem Körper und unserem Geist abläuft, wenn wir Emotionen haben. Was den Körper betrifft, so sind Gefühle nicht die Abläufe selbst, sondern Bilder von Abläufen; die Welt der Gefühle ist eine Welt der Wahrnehmungen, die in den Gehirnkarten ausgedrückt werden.

    Quelle

    [/lz]

    Aber das ist auch eigentlich nicht mein Punkt. Mir geht es eher darum, dass der Wunsch nach Kontrolle, Beeinflussung und Unterbinden von der Entstehung von Emotionen oder Gefühlen (Wie auch immer wir das jetzt definieren oder gewichten) die Dialektik von Ich und Welt verstärken. Der Wunsch nach Kontrolle und Beeinflussung ist ein vorzüglicher Ich-Macher. Aber Gefühle, Wahrnehmungen oder andere Geistesobjekte (Emotionen) wie auch deren Entstehung gehören mir nicht, sie geschehen, wie auch der Wind (ein Gedanke, der Körper, der Atem, die Vorstellung von Kontrolle, etc.) geschehen und mir nicht gehören.

    Zitat

    "Was es auch für ein Gefühl, was es auch für eine Wahrnehmung, was es auch für ein Geistobjekt, was es auch für ein Bewußtsein sei, vergangenes, zukünftiges, gegenwärtiges, eigenes oder fremdes, grobes oder feines, gemeines oder edles, fernes oder nahes: alles Gefühl, alle Wahrnehmung, alle Unterscheidung, alles Bewußtsein ist, der Wahrheit gemäß, mit vollkommener Weisheit also angesehn: 'Das gehört mir nicht, das bin ich nicht, das ist nicht mein Selbst.'

    Quelle

    Mit anderen Worten: Es gibt nichts zu üben, nichts zu kontrollieren und nichts zu erreichen. Im Gegenteil. Die Übung ist ja gerade: Nicht besitzen oder kontrollieren wollen. In Ruhe lassen. In Frieden lassen. Fließen lassen. Die Identifikation aufgeben: Das gehört mir nicht, das bin ich nicht, das ist nicht mein Selbst.

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    Aus meiner Sicht, vermischt du verschiedene Ebenen. Ausserdem ist das ein sprachliches Problem und eine Frage des Zugangs.

    Man kann auch sagen, dass man die Gefühle einfach nicht ergreift, dann entsteht Freiheit. 🙂🙏

    "Es gibt nur eine falsche Sicht: Der Glaube, meine Sicht ist die einzig richtige."

    Nagarjuna / 塞翁失馬 – 焉知非福

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    • 14. Juli 2023 um 22:00
    • #158
    Hendrik:

    Aus meiner Sicht, vermischt du verschiedene Ebenen.

    Hm, welche denn?

    Das ist denn doch nur der Abendwind, der heute mit ordentlich verständlichen Worten flüstert.

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    • 14. Juli 2023 um 22:22
    • #159
    Thorsten Hallscheidt:

    Mit anderen Worten: Es gibt nichts zu üben, nichts zu kontrollieren und nichts zu erreichen.

    Hm...., das irritiert mich jetzt doch ein wenig. Wie ist dann das folgende Zitat zu verstehen?:

    A.1.4. Geisteszügelung (IV,1-7)

    Kein anderes Ding kenne ich, ihr Mönche, das, ungezähmt, unbehütet, unbewacht und ungezügelt, zu so großem Unsegen führt wie der Geist. Zu großem Unsegen, ihr Mönche, führt der ungezähmte, unbehütete, unbewachte und ungezügelte Geist.

    Kein anderes Ding kenne ich, ihr Mönche, das, bezähmt, behütet, bewacht und gezügelt, zu so großem Segen führt wie der Geist. Zu großem Segen, ihr Mönche, führt der bezähmte, behütete, bewachte und gezügelte Geist.

    "...Dieser edle achtfache Pfad aber ist der zur Aufhebung des Leidens führende Weg..." (AN.VI.63)

    "In dieser Stunde hörte Siddhartha auf, mit dem Schicksal zu kämpfen, hörte auf zu leiden. Auf seinem Gesicht blühte die Heiterkeit des Wissens, dem kein Wille mehr entgegensteht, das die Vollendung kennt, das einverstanden ist, mit dem Fluss des Geschehens, mit dem Strom des Lebens, voll Mitleid, voll Mitlust, dem Strömen hingegeben, der Einheit zugehörig." (H.Hesse)

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    • 14. Juli 2023 um 22:36
    • #160
    Hendrik:

    Man kann auch sagen, dass man die Gefühle einfach nicht ergreift, dann entsteht Freiheit. 🙂🙏

    Wenn du sagen würdest: Ich kann auch sagen, dass ich Gefühle einfach nicht ergreife, dann entsteht Freiheit.

    Wer glaubt denn wohl, dass das genau die Lösung ist?

    Als ich vor 15 Jahren mal geschrieben habe, dass ich mich mit meinen Gefühlen von Ärger, Unmut, Wut nicht mehr identifiziere, denn dann habe ich Ruhe vor mir.

    Hat es einen Shitstorm gegeben, den ich nie vergessen habe.

    Es hat sich nichts geändert, weder bei mir noch bei Buddhisten.

    Das ist einfach viel zu einfach, das kann es nicht sein!

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    • 14. Juli 2023 um 23:11
    • #161
    Anna Panna:

    Wie ist dann das folgende Zitat zu verstehen?:

    Was macht denn der Geist unablässig? Auf der Basis von Ich-Illusion und -Identifikation Anhaftung und Ablehnung folgen, mit der ständigen Motivation, das, was ist, diesen Parametern entsprechend zu verändern, zu kontrollieren und anzupassen.

    Willensregungen stehen nach Unwissenheit am Anfang der 12 Glieder des abhängigen Entstehens.

    Der Inhalt kann nicht angezeigt werden, da du keine Berechtigung hast, diesen Inhalt zu sehen.

    Quelle (Seite 38)

    Den Geist zähmen heißt eben gerade nicht ständig etwas zu wollen (Kontrolle, Einfluss, Macht, gutes Karma, Erleuchtung, you name it).

    Was ist Unwissenheit, die zu Willensregungen führt? Identifikation. Dukkha. Das bin ich, das gehört mir, das ist mein Selbst.

    Wie zügle ich im Gegensatz dazu den Geist? Durch Kontrolle? Durch Optimierung? Einflussnahme?

    Zitat
    Zitat "Was es auch für ein Gefühl, was es auch für eine Wahrnehmung, was es auch für ein Geistobjekt, was es auch für ein Bewußtsein sei, vergangenes, zukünftiges, gegenwärtiges, eigenes oder fremdes, grobes oder feines, gemeines oder edles, fernes oder nahes: alles Gefühl, alle Wahrnehmung, alle Unterscheidung, alles Bewußtsein ist, der Wahrheit gemäß, mit vollkommener Weisheit also angesehn: 'Das gehört mir nicht, das bin ich nicht, das ist nicht mein Selbst.'


    Quelle

    Das ist denn doch nur der Abendwind, der heute mit ordentlich verständlichen Worten flüstert.

    Einmal editiert, zuletzt von Thorsten Hallscheidt (14. Juli 2023 um 23:27)

  • Noreply
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    • 15. Juli 2023 um 00:18
    • #162
    Thorsten Hallscheidt:
    Anna Panna:

    Wie ist dann das folgende Zitat zu verstehen?:

    Was macht denn der Geist unablässig? Auf der Basis von Ich-Illusion und -Identifikation Anhaftung und Ablehnung folgen, mit der ständigen Motivation, das, was ist, diesen Parametern entsprechend zu verändern, zu kontrollieren und anzupassen.

    Willensregungen stehen nach Unwissenheit am Anfang der 12 Glieder des abhängigen Entstehens.

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    Quelle (Seite 38)

    Den Geist zähmen heißt eben gerade nicht ständig etwas zu wollen (Kontrolle, Einfluss, Macht, gutes Karma, Erleuchtung, you name it).

    Was ist Unwissenheit, die zu Willensregungen führt? Identifikation. Dukkha. Das bin ich, das gehört mir, das ist mein Selbst.

    Wie zügle ich im Gegensatz dazu den Geist? Durch Kontrolle? Durch Optimierung? Einflussnahme?

    Zitat
    Zitat "Was es auch für ein Gefühl, was es auch für eine Wahrnehmung, was es auch für ein Geistobjekt, was es auch für ein Bewußtsein sei, vergangenes, zukünftiges, gegenwärtiges, eigenes oder fremdes, grobes oder feines, gemeines oder edles, fernes oder nahes: alles Gefühl, alle Wahrnehmung, alle Unterscheidung, alles Bewußtsein ist, der Wahrheit gemäß, mit vollkommener Weisheit also angesehn: 'Das gehört mir nicht, das bin ich nicht, das ist nicht mein Selbst.'


    Quelle
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    Quelle (Seite 38)

    Diese Darstellung macht ein beenden von Dukkha unmöglich.

    https://www.dhamma-dana.de/files/Dhamma%2…_Entstehung.pdf

  • eitelpfuetze
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    • 15. Juli 2023 um 03:18
    • #163
    Monikadie4.:
    Aravind:
    eitelpfuetze:

    Da möchte ich ich vorrangig die unguten Automatismen erwähnen, denn gibt es ja noch die heilsamen Varianten. Und wenn sich die vermehren ist das ja gut.

    Genau, finde ich auch einen wichtigen Punkt. Erst die unheilsamen Reaktionen vermindern und die heilsamen fördern (was dann wahrscheinlich automatisch passiert, aber da müsste ich mal drüber nachdenken). Und später werden auch die heilsamen unwichtig, weil weder das eine noch das andere "Ich ist oder mein ist".

    (vielleicht ist "unbedeutend" richtiger).

    Liebe Grüße,

    Aravind.

    Das meine ich, @eitelpfütze, mit Widerspruch. Erst ist da ein ICH, das vermeiden und fördern will, und dann ist da MEIN-ICH unbedeutend bzw. letztendlich nicht mehr vorhanden.

    _()_

    Alles anzeigen

    Ich verstehe den Widerspruch nicht, bzw glaube ich, dass es nur ein Scheinwiderspruch ist, der eher den Begriffen als einem objektiven Sachverhalt geschuldet ist.

    Ich beschreibe einmal so: Man möchte bestimmte Handlungen vermeiden, bestimmte Reaktionsmusster vermeiden, die sich früher abgespielt haben, als man noch nicht begonnen hat, die eigenen Gefühle und Willensimpulse genauer zu betrachen. Diese Haltung will man wiederum stärken. Die Wahrscheinlichkeit erhöhen, dass man ohne ablenkende und nachrangige Gedanken geistesgegenwärtig handelt. Die Wahrscheinlichkeit erhöhen, dass man sich zB nicht blind in Ablehnung oder Wut treiben lässt.

    Ob ein Mensch bedeutend bzw unbedeutend ist ergibt sich aus dem Standpunkt also je nach Person und Vorgeschichte. Ich möchtr zB auch nicht in solchen Kategorien denken: ein bedeutender Mensch - ein unbedeutender Mensch, denn wer entscheidet das und zweitens was würde es mir oder der Person helfen?

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    • 15. Juli 2023 um 07:34
    • #164
    Ellviral:

    Diese Darstellung macht ein beenden von Dukkha unmöglich.

    Wieso?

    Das ist denn doch nur der Abendwind, der heute mit ordentlich verständlichen Worten flüstert.

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    • 15. Juli 2023 um 08:36
    • #165
    Ellviral:
    Hendrik:

    Man kann auch sagen, dass man die Gefühle einfach nicht ergreift, dann entsteht Freiheit. 🙂🙏

    Wenn du sagen würdest: Ich kann auch sagen, dass ich Gefühle einfach nicht ergreife, dann entsteht Freiheit.

    Wer glaubt denn wohl, dass das genau die Lösung ist?

    Als ich vor 15 Jahren mal geschrieben habe, dass ich mich mit meinen Gefühlen von Ärger, Unmut, Wut nicht mehr identifiziere, denn dann habe ich Ruhe vor mir.

    Hat es einen Shitstorm gegeben, den ich nie vergessen habe.

    Es hat sich nichts geändert, weder bei mir noch bei Buddhisten.

    Das ist einfach viel zu einfach, das kann es nicht sein!

    Alles anzeigen

    Nochmal: Im Buddhismus sind Gefühle von Emotionen zu unterscheiden. „Ärger, Unmut, Wut“ sind komplexe Emotionen, die aus Gefühlen, die immer nur angenehm, unangenehm oder neutral sein können, erst geboren werden. Dieses Verständnis ist der Schlüssel!

    "Es gibt nur eine falsche Sicht: Der Glaube, meine Sicht ist die einzig richtige."

    Nagarjuna / 塞翁失馬 – 焉知非福

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    • 15. Juli 2023 um 09:43
    • #166

    KarmaHausmeister

    Dass Du Gefühle mit vedanā gleichsetzt, habe ich verstanden. Wo verortest Du denn dann die Emotionen? Bei den sankhāra? Vielleicht kommen wir so zu einer eindeutigen Zuordnung.

    Das ist denn doch nur der Abendwind, der heute mit ordentlich verständlichen Worten flüstert.

  • Aravind
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    • 15. Juli 2023 um 09:44
    • #167
    Thorsten Hallscheidt:

    Mit anderen Worten: Es gibt nichts zu üben, nichts zu kontrollieren und nichts zu erreichen. Im Gegenteil. Die Übung ist ja gerade: Nicht besitzen oder kontrollieren wollen. In Ruhe lassen. In Frieden lassen. Fließen lassen. Die Identifikation aufgeben: Das gehört mir nicht, das bin ich nicht, das ist nicht mein Selbst.

    Mir scheint, da widersprichst Du Dir etwas selbst. Es gibt nichts zu üben, aber es gibt eine Übung? Ansonsten volle Zustimmung, es geht um weglassen, aufgeben, nicht um Kontrolle.

    Ich muss aber sagen, ich habe KarmaHausmeister auch nichts anderes sagen hören.

    liebe

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    • 15. Juli 2023 um 09:49
    • #168
    Aravind:

    Es gibt nichts zu üben, aber es gibt eine Übung?

    Wenn Du die Übung, nicht etwas zu üben als Übung begreifst (oder Aufgeben als Weiterkämpfen) dann ist da ein Widerspruch, stimmt.

    :tee:

    Aravind:

    Ich muss aber sagen, ich habe Hendrik auch nichts anderes sagen hören.

    Von Kontrolle spricht er hier bezüglich der Entstehung von Emotionen:

    Hendrik:

    Geistestraining übt die Entstehung(!) dieser komplexen Emotionen zu beeinflussen, zu kontrollieren.

    Das ist denn doch nur der Abendwind, der heute mit ordentlich verständlichen Worten flüstert.

  • eitelpfuetze
    Gast
    • 15. Juli 2023 um 10:46
    • #169
    Hendrik:

    Nochmal: Im Buddhismus sind Gefühle von Emotionen zu unterscheiden. „Ärger, Unmut, Wut“ sind komplexe Emotionen, die aus Gefühlen, die immer nur angenehm, unangenehm oder neutral sein können, erst geboren werden. Dieses Verständnis ist der Schlüssel!

    Unmut ist zB eine starke Emotion, die (beispielsweise) aus einem neutralen Gefühl geboren wird - auf so einen Gedanken muss man ersteinmal kommen. Und dann muss man auch auf die Idee kommen, selbiges als ein zentrales Verständnis/Schlüsselverständnis zu bezeichnen.


    KarmaHausmeister vor dem Hintergrund welcher eigenen Beobachtungen hast du so ein 'Verständnis' entwickelt?

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    • 15. Juli 2023 um 10:56
    • #170
    eitelpfuetze:

    Hendrik vor dem Hintergrund welcher eigenen Beobachtungen hast du so ein 'Verständnis' entwickelt?

    Das ist eine wichtige Frage. Danke!

    Das habe ich mir ja nicht selbst ausgedacht. Ich beziehe mich dabei unter anderem auf „Geistestraining durch Achtsamkeit“ von Nyanaponika.

    "Es gibt nur eine falsche Sicht: Der Glaube, meine Sicht ist die einzig richtige."

    Nagarjuna / 塞翁失馬 – 焉知非福

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    • 15. Juli 2023 um 11:02
    • #171
    Thorsten Hallscheidt:
    Ellviral:

    Diese Darstellung macht ein beenden von Dukkha unmöglich.

    Wieso?

    Weil es eine genaue Beschreibung des Kreislaufes von Samsara ist. Den wollte Buddha aber durchbrechen. Die Bruchstelle erkannte er genau zwischen Altern, Krankheit, Tod und Unwissenheit.

    Er vollführte den Bruch und hatte eine Kette. Eine Strickleiter. Kein Kreislauf mehr. Erkannte Unwissenheit bedingt Triebe, Triebe bedingen Handlungsweisen, Handlungsweisen bedingen Bewusstsein, Bewusstsein bedingt Körper und Geist. usw.

    Er ging von Unwissenheit die Kette zum untersten Glied: Altern, Krankheit, Tod.

    Ab da ging es nur noch ins Paranirvana.

    Heißt vom Leiden der Unwissenheit in das Leiden am Tod. Was tun?

    Wieder nach oben gehen und erkennen, dass Tod durch Geburt bedingt ist, das Geburt durch Werden bedingt ist usw. Bei dem Weg nach oben erscheint als letztes: das Triebe durch Unwissenheit bedingt sind.

    Damit wird das Unwissen gelöscht. Denn, wenn ich weiß, dass ich nur meine Triebe erkennen muss, um meinen Leidensdruck beim immer weiter runtergehen beenden kann, bin ich von Leiden befreit.

    Buddha erkannte auch, dass er immer wieder rauf und runter gehen würde oder von einer Position nach unten oder oben, um Leiden restlos zu vermeiden.

    Ich habe mich bei der Kette auf die Worte des Buddha gegründet, das hat mich vor einem Kreislauf sehen, in einer Kette bewahrt und mein Befreien immer wieder angetrieben.

    Letzte Erkenntnis, bisher nicht weiter zu reinigen die Unwissenheit des nicht wissen können, was Leben wirklich ist.

    UND Tod wehrt sich mit aller Kraft mehr zu sein als endgültiges nicht Leben.

    Ich kann also nur mit der Gewalt des Glaubens annehmen, dass Buddha ein Lügner ist, weil ich vom Tod ins Neue Leben gehe. Eine Kette fest verschließe.

    Die Grafik ist also ein erfolgreicher Versuch Wiedergeburt zu begründen, gegen die klaren Aussagen des Buddha.

  • eitelpfuetze
    Gast
    • 15. Juli 2023 um 11:04
    • #172
    Hendrik:
    eitelpfuetze:

    Hendrik vor dem Hintergrund welcher eigenen Beobachtungen hast du so ein 'Verständnis' entwickelt?

    Das ist eine wichtige Frage. Danke!

    Das habe ich mir ja nicht selbst ausgedacht. Ich beziehe mich dabei unter anderem auf „Geistestraining durch Achtsamkeit“ von Nyanaponika.

    Ich hatte gedacht es kann sein, dass du selber so erkennst dass du genauso formulieren würdest.

    Ich nehme an der Zusammenhang zwischen der Verfassung des Geistes und den hierdurch möglichen Emotionen und Gefühlen soll damit (vage) angedeutet werden?

  • Online
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    • 15. Juli 2023 um 11:25
    • #173
    Thorsten Hallscheidt:

    KarmaHausmeister

    Dass Du Gefühle mit vedanā gleichsetzt, habe ich verstanden. Wo verortest Du denn dann die Emotionen? Bei den sankhāra? Vielleicht kommen wir so zu einer eindeutigen Zuordnung.

    Ich möchte dazu Nyanaponika zitieren:

    „Gefühl, vedana, bezeichnet hier, so wie stehts in der buddhistischen Psychologie, lediglich die angenehmen unangenehmen und neutralen Empfindungen, körperlichen oder geistigen Ursprung. Gefühl im hier verstanden Sinne hat nicht die vielfältigen Inhalte der Emotionen, an der auch Lust, Hass, Stolz, Liebe, reflektierendes Denken und so weiter teilhaben können.

    Im hier verstanden Sinne gehört die gefühlsmäßige Bewertung eines Objekts zu den ersten Reaktionen des Geistes auf einen Sinneseindruck. (…) In der Reihe der Bedingten Entstehung (…) ist Gefühl durch den sechsfachen Sinneseindruck bedingt und kann seinerseits eine Entstehungsbedingung für das Begehren, tanha, sein, woraus wiederum das starke Anhangen oder greifen, upadana, erwächst. (…) Gelingt es nun, bei einem empfangen Bewusstseinseindruck, bei der ersten einfachen Gefühlsreaktion innezuhalten, und diese dem Reinen Beobachten zu unterziehen, so kann die Weiterentwicklung des Gefühls zum Begehren zu anderen Leidenschaften unterbunden werden.

    Diese Phase in der Reihe der bedingten Entstehung ist daher von entscheidender Wichtigkeit. Denn an diesem Einsatzpunkt kann man durch Rechte Achtsamkeit jene unheilvolle, zu Leidentstehung führende Verkettung brechen. Wenn man sich darin übt, beim Aufsteigen eines Gefühls bei der Feststellung angenehm, unangenehm oder neutral stehen zu bleiben, so wird die Wissensklarheit genügend Zeit haben, über eine der Situation angemesse Einstellung oder Handlung zu entscheiden.

    (…) So kann diese unscheinbare Gefühlsbetrachtung zur Geburtsstätte der inneren Freiheit werden.“

    *Fettung durch mich.

    🙏

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    • 15. Juli 2023 um 11:51
    • #174
    Neynia:

    Die Wiedergeburtsgeschichten im Pali Kanon kommen dem modernen Leser nicht anders vor, als abrahamitische Glaubensdogmen und Moralpredigten.

    Diese Aussage erscheint mir als Christ absurd. Als Christ würde ich eher Parallelen ziehen zwischen dem, was der natürlichen Vernunft zugänglich ist und dem Übernatürlichen. Die buddhistische Wiedergeburt würde ich also dem Übernatürlichen zuordnen wie ich auch die christliche Seligkeit des Schauens der Wesenheit Gottes nach dem Tode dem Übernatürlichen zuordnen würde.

    "Glaubensdogmen" dienen also nur der Vermittlung zwischen dem Übernatürlichen und der natürlichen Vernunft - wohl wissend, dass die natürliche Vernunft niemals das Übernatürliche wird erfassen können.

    mankind ... must act and reason and believe; though they are not able, by their most diligent enquiry, to satisfy themselves concerning the foundation of these operations, or to remove the objections, which may be raised against them [Hume]

  • Noreply
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    • 15. Juli 2023 um 12:31
    • #175

    Unwissenheit bedingt Triebe, Antrieb, Absicht.

    Gefühle erscheinen einfach so, man weiß nicht woher, erzeugen Absichten. Seien es solche, die angenehmen verstärken oder sie wiedererlangt werden sollen,

    Das weder Wohl noch unwohl zu verlassen, es ist ein inaktiver Zustand, wie nach Schlaf oder vor Schlaf.

    Das Unangenehme zu vermindern oder diesem auszuweichen.

    Das Gefühl in der Kette zwischen Berührung, Kontakt/Ergreifen und Durst, Verlangen, haben wollen ist Erregung/Emotion, Gefühl ist der erste Auslöser und bedingt erst nach einigen Voraussetzungen/Stufen Emotionen. In DN 15 wird das auch vom Buddha so beschrieben.

    Wikki

    von Körper und Geist – sechsfacher (Sinnen)bereich,
    vom sechsfachen (Sinnen)bereich – Berührungen,
    von Berührungen – Gefühl,
    von Gefühl – Durst,
    von Durst – Ergreifen,

Ausgabe №. 135: „Achtsamkeit und Aktivismus"

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