OT: Queeres ertragen

  • Würde Buddha heute lehren, vielleicht hätte er eine Geschichte von Mara zum besten gegeben, wie er Homophobes einzuflüstern versucht. Und die Geschichte würde von einer Person handeln, die Mara erkennt und überwindet.

    Würde es um Statussymbole, gesellschaftliche Stellung, Reichtum, Armut, Erfolg, Jugend, Alter, Krankheit, Tod also um die "üblichen" Leidenschaften und Ängste gehen, wären wir uns vielleicht einig, dass wir es mit Vorstellungen, Verblendungen, dass wir es mit Dukkha zu tun haben. Warum – erst gemeinte Frage – sollte es bei der sexuellen Identität anders sein?


    Vielleicht würde Buddha auch lehren, der Frage und Anhaftung von und an sexueller Identität (wie jeder Form von Identifikation) nicht so viel Bedeutung zuzumessen, bzw. aktiv gegen diese Form von Ich-Macher vorzugehen: Ich bin dies und das, ich bin dies nicht und das nicht. Oder ist die sexuelle Identität eine Kategorie, die sich mit der buddhistischen Lehre nicht fassen lässt, die außerhalb von Samsara existiert?

    Natürlich alles nur Spekulation, aber homophobie würde er wohl nicht unterstützen. Ich glaube er wäre froh dass LGBTQ-identifizierende Personen sich von der Anhaftung an eine auf sie nicht zutreffende cis-hetero-Identität gelöst haben. So wie ein Arhat kein Householder mehr sein kann weil die Identifikation fehlt (sorry, vergessen mit welchem Wort Householder auf Deutsch üblicherweise wiedergegeben wird) wird auf dem Weg der Befreiung wohl auch die sexuelle Identität eine immer unwichtigere Rolle spielen. Ich glaube er hätte aber auch nichts gegen ein homosexuelles, verheiratetes Paar das Kinder großzieht und sich um ein ethisches Leben bemüht, die Silas einhält.


    Es gab da mal diesen Buchtitel (hab verkniffen mir das Buch zu bestellen) "Der Buddha sprach nicht nur zu Mönchen und Nonnen", und ich denke dass fasst gut zusammen, dass der Buddha auch heute eine Botschaft verkünden würde die es jedem ermöglicht einen gewissen Weg auf dem Weg der Befreiung zurückzulegen, aber nicht von jedem die unmittelbare Selbst-Aufgabe erfordert.

  • Das was Feministinnen da erkämpften war also, dass das Geschlecht ( Gender) immer unwichtiger wurde.

    Ach so. Gender heißt Geschlecht- ok. :grinsen: Danke.

    Gender ist da nicht der richtige Begriff, auch nicht im Englischen. Wenn du das biologische Geschlecht meintest, wäre das "biological sex" oder einfach "sex".

    Gender ist (hier) das "gesellschaftliche Geschlecht" - also wie jemand sich selbst "geschlechtlich" wahrnimmt, darin offenbart (oder nicht), und dann entsprechend wahrgenommen (oder verkannt) wird.

  • Ich habe den Verdacht, das Rigpa aufgrund seiner Sichtweise einfach keinen Austausch mit queeren Menschen hat. Die, die sie meint zu erkennen, meidet sie und umgekehrt werden auch queeren Menschen ihr gerne aus dem Weg gehen, wenn sie die negativen Vibes spühren. Was übrig bleibt sind Projektionen und Vorurteile durch Nicht-Reden, Nicht-Kennen und Nicht-Wissen.


    Unsere Gruppe hat als Hauptverantwortlichen einen älteren CIS-hetero Mann. Als Übende kommen neben anderen CIS Heteros: Transsexuelle, Non-Binäre, Schwule, Lesben, Bisexuelle, Polyamore. Bei manchen ist es offensichtlich, bei anderen überhaupt nicht (woher auch).


    Und die praktische Auswirkung von all dem ist exakt Null. Es stört nicht die Übung, es führt zu keinen Problemen. Es ist genau so wichtig oder unwichtig wie die Tatsache, dass bei uns Menschen mit Schuhgrösse 36, 39 und 46 üben.


    Wer hier mit Vorurteilen gegen queere Menschen ankommt, merkt schnell und ohne grosse Diskussionen, dass diese keine Substanz haben. Niemand hier will klassische Familien zerstören oder andere zur Homosexualität bekehren. So etwas sind abstruse Ammenmärchen.

    Edited once, last by lubob ().

  • Ich habe den Verdacht, das Rigpa aufgrund seiner Sichtweise einfach keinen Austausch mit queeren Menschen hat.

    Nach dem, was ich weiß, möchte Rigpa weiblich gelesen werden. ;)


    Liebe Grüße, Aravind.

  • Unsere Gruppe hat als Hauptverantwortlichen einen älteren CIS-hetero Mann. Als Übende kommen neben anderen CIS Heteros: Transsexuelle, Non-Binäre, Schwule, Lesben, Bisexuelle, Polyamore. Bei manchen ist es offensichtlich, bei anderen überhaupt nicht (woher auch).

    Diese ganzen Kategorien... Ich wäre nach diesem System ein älterer CIS-hetero Mann. Dabei hat sich diese Facette meines Daseins im Laufe meines Lebens immer wieder verändert, sodass ich gar keine Lust auf diese Schublade habe und sie für mich ablehne. Aber vielleicht sind heute diese neuen Schubladen aufgrund der systematischen Pathologisierung der verschiedenen Spielarten von Sexualität, wie sie in der Vergangenheit stattfand, notwendig, bis klar wird, dass sich auch dieser Teil der Wirklichkeit allen Kategorien, Definitionen, Erwartungen und Vorstellungen entzieht und entziehen muss. Das Alphabet an Abkürzungen wird nicht reichen, alle Facetten zu erfassen. Das '+' in LGBTQIA+ ist ein guter Anfang.


    Schönes Buch zum Thema: Sexualität und Wahrheit

    Das ist denn doch nur der Abendwind, der heute mit ordentlich verständlichen Worten flüstert.

    Edited 3 times, last by Thorsten Hallscheidt ().

  • Dies ganze Gerede von Toleranz macht die Lage von echten LSBTG zu einer Belastung, weil sich Menschen, die sich für normal halten, von etwas rede, das sie nicht verstehen können.

    Nur zum Verständnis: Das Problem ist "das Gerede von Toleranz", nicht die Toleranz an sich?


    Ansonsten kann man es also, als (vermeintlich) "Normaler", deiner Meinung nach, nur "verbocken"?

    Gelegentlich fällt mir das Verstehen der "Empfindlichkeiten" von den mir bekannten, queeren Menschen tatsächlich schwer, trotz vieler Gespräche - man scheint nur selten den richtigen Ton zu treffen, was manchmal zu leichten Verstimmungen führt (bei allen Beteiligten!).

    (Ich hätte es halt gerne einfach und unkompliziert, gerade innerhalb der Familie... :hug: )

    Wagt das ein LSBTG mit einem normalen Menschen, kann es von dem Normalen schon mal eins auf die Fresse geben, wie kann der es wagen, von etwas zu reden, dass er nicht versteht, eben weil er nicht normal ist.

    :eek: Keiner versteht wohl den Anderen zu 100 %....

    Diese Dualität "normal - queer" ist schon ein Problem, weil es trennend wirkt und sich daran diverse Konflikte entzünden können.


    Ich denke da sehr simpel:

    Wir sind doch alle zuallererst mal Menschen, oder?

    (Da stellt sich schon automatisch ein Verbundenheitsgefühl bei mir ein.)


    Wer, wen, warum sexuell begehrt (oder auch nicht), ob da was "hüpft" oder "baumelt" ,


    nur weil einem nichts baumelt

    :lol: war und ist mir persönlich, seit ich erwachsen bin, sowas von egal (als Kind wollte ich immer ein Junge sein, weil ich den Eindruck hatte, dass die allgemein bevorzugt wurden, coolere Spielsachen geschenkt bekamen - Puppenbett vs. elektrische Eisenbahn - und im Stehen pinkeln konnten :like: :D ...).


    Insofern kann ich bei Thorstens Aussage mitgehen:

    Mir ist z.B. generell der starke Fokus auf sexuelle Identität fremd, egal bei wem.

    Allerdings lern(t)e ich allmählich, dass es angebracht ist, Dinge, die Anderen wichtig oder gar "heilig" sind zu respektieren (auch, wenn man nicht alles nachvollziehen kann), weil andernfalls leicht Menschen verletzt oder gekränkt werden können, was einem harmonischen Miteinander entgegensteht.

    Nicht zuletzt durch die Metta-Praxis, entwickelt sich ja auch der Wunsch, dass alle glücklich und zufrieden sein mögen...


    Würde aber eine Partei versuchen, die Fußballfans zu verbieten, würde ich für das Recht, Fußballfan sein zu dürfen, auf die Straße, vor Gericht und auch ins Gefängnis gehen, wenn es sein muss.

    :like: :) Erinnert mich ein wenig an diesen Spruch:


    Mein Herr, ich teile Ihre Meinung nicht, aber ich würde mein Leben dafür einsetzen, daß Sie sie äußern dürfen.

    Voltaire

    - https://gutezitate.com/zitat/281697


    Ich muss nicht jeden mögen, muss auch nicht mit jedem Wunsch oder Lebensentwurf einer anderen Person einverstanden sein. Ich muss aushalten, wenn jemand Buddhisten, Männer, Künstler oder Boomer völlig bekloppt findet und damit nichts zu tun haben will. Ich muss und kann das aushalten.

    Abgesehen davon, dass hier ein bisschen viel "gemusst" wird (als würde man sich diese Anschauung selbst "einimpfen", wie eine Affirmation), finde ich diese Einstellung durchaus angemessen, "gesund" und vernünftig - wenn sie nur jeder teilen könnte....

    :?

    Schön, dass du so stark bist, es (gut?) auszuhalten, wenn du mit Ablehnung deiner Person konfrontiert wirst. Liegt sicher auch an deiner buddhist. Praxis, welche Anhaftung an div. Identitäten vermindert?


    Das Gegenteil ist leider viel häufiger zu finden - viele fühlen sich sehr schnell verletzt und/oder gekränkt - nicht jeder verfügt eben über ausreichend Selbstwertgefühl und Resilienz, gerade queere, insbesondere Trans-Personen, sind psychisch oft sehr labil, tragen große seelische Wunden (nicht zuletzt aufgrund von Erfahrungen mit Abwertungen und Ausgrenzungen) mit sich herum.



    Das Thema empfinde ich wirklich als schwierig, weil man so viel (unabsichtlich) falsch machen kann.



    Liebe Grüße, Anna :) _()_ :heart:

    "Fähigkeit ruhiger Erwägung - Anfang aller Weisheit, Quell aller Güte."

    (Marie von Ebner-Eschenbach)


    "Vergänglich sind alle Gebilde, strebet ohne Unterlass."

    (Buddha Shakyamuni, "letzte Worte")


    "...In der Aufhebung des Begehrens (tanha) besteht die Aufhebung des Leidens.

    Dieser edle achtfache Pfad aber ist der zur Aufhebung des Leidens führende Weg..."

    (AN.VI.63)

  • Schön, dass du so stark bist, es (gut?) auszuhalten, wenn du mit Ablehnung deiner Person konfrontiert wirst. Liegt sicher auch an deiner buddhist. Praxis, welche Anhaftung an div. Identitäten vermindert?

    Als Sohn einer alleinerziehenden, schwer alkoholkranken Mutter, die ihr lesbisches Coming-out hatte, als ich 12 war, und die ein pathologischer Katzenmessie war, hatte ich sehr viel Übung, mit der Ablehnung meiner Person umzugehen, zumal wir sehr arm wurden, was an dem Kleinstadt-Gymnasium für reiche Jungs und Mädchen, auf dem ich zur Schule ging, wenig angesagt war. :grinsen:


    Mit anderen Worten: Mir muss niemand erzählen, wie sich Ausgrenzung anfühlt. Die Welt funktioniert so auf unzähligen Ebenen. Jeder versucht sein eigenes Grüppchen gegen die anderen abzugrenzen. Jeder und jede klammert sich an seine und ihre "Identitäten" und ist tief verletzt, wenn ein anderer diese Identität infrage stellt oder angreift. Jede Grüppchen- jede Identitätsfixierung grenzt andere Grüppchen und Identitäten aus. Und die größte Gewalt geht immer von der Gruppe aus, die die meiste Macht innehat. Es ist dabei beliebig, durch welche Gegebenheiten oder Wahngebilde eine Gruppe versucht, Identität zu etablieren: Nation, Rasse, Sexualität, Macht, Reichtum, Kultur, Ethik, Weisheit, Religion, etc., etc.. Immer wird es dazu führen, dass andere ausgegrenzt werden. Die "Rechten" grenzen die "Linken", die "Linken" grenzen die "Rechten" aus. Der Buddhismus geht das Problem und das Leiden, das dadurch erzeugt wird, bei der Wurzel an: der Identifikation. Buddha sagt: Das bin ich nicht, das gehört mir nicht, das ist nicht mein Selbst. Und das gilt bezüglich aller Phänomene. Das ist soooo wohltuend! :taenzerin:

    Das ist denn doch nur der Abendwind, der heute mit ordentlich verständlichen Worten flüstert.

    Edited once, last by Thorsten Hallscheidt ().

  • Das was Feministinnen da erkämpften war also, dass das Geschlecht ( Gender) immer unwichtiger wurde.

    Ach so. Gender heißt Geschlecht- ok. :grinsen: Danke.

    Gender ist da nicht der richtige Begriff, auch nicht im Englischen. Wenn du das biologische Geschlecht meintest, wäre das „biological sex“ oder einfach „sex“.

    Gender ist (hier) das „gesellschaftliche Geschlecht“ - also wie jemand sich selbst „geschlechtlich“ wahrnimmt, darin offenbart (oder nicht), und dann entsprechend wahrgenommen (oder verkannt) wird.

    „Gender“ ist nur intellektuell ein gesellschaftliches Geschlecht. Ich war immer eine Frau! Nur eben eine Frau, der überhaupt nicht bewusst ist, dass es „der falsche Körper“ ist. Ich bin auch eine Frau, die sich von keinem anderen einreden lässt, dass es der falsche Körper ist.

    I am wat I am.

    Das ist meine Hymne, mein Sein in Text und Musik. Dieses Gerede von ahnungslosen Weisen geht mir als Frau voll auf den vorhandenen Sack.

    Es ist weder Anfang noch Ende.

    Kein Vergehen oder Entstehen.

    Nur die Absicht unwohl verändern.

  • Schön, dass du so stark bist, es (gut?) auszuhalten, wenn du mit Ablehnung deiner Person konfrontiert wirst. Liegt sicher auch an deiner buddhist. Praxis, welche Anhaftung an div. Identitäten vermindert?

    Als Sohn einer alleinerziehenden, schwer alkoholkranken Mutter, die ihr lesbisches Coming-out hatte, als ich 12 war, und die ein pathologischer Katzenmessie war, hatte ich sehr viel Übung, mit der Ablehnung meiner Person umzugehen, zumal wir sehr arm wurden, was an dem Kleinstadt-Gymnasium für reiche Jungs und Mädchen, auf dem ich zur Schule ging, wenig angesagt war. :grinsen:


    Mit anderen Worten: Mir muss niemand erzählen, wie sich Ausgrenzung anfühlt. Die Welt funktioniert so auf unzähligen Ebenen. Jeder versucht sein eigenes Grüppchen gegen die anderen abzugrenzen. Jeder und jede klammert sich an seine und ihre "Identitäten" und ist tief verletzt, wenn ein anderer diese Identität infrage stellt oder angreift. Jede Grüppchen- jede Identitätsfixierung grenzt andere Grüppchen und Identitäten aus. Und die größte Gewalt geht immer von der Gruppe aus, die die meiste Macht innehat. Es ist dabei beliebig, durch welche Gegebenheiten oder Wahngebilde eine Gruppe versucht, Identität zu etablieren: Nation, Rasse, Sexualität, Macht, Reichtum, Kultur, Ethik, Weisheit, Religion, etc., etc.. Immer wird es dazu führen, dass andere ausgegrenzt werden. Die "Rechten" grenzen die "Linken", die "Linken" grenzen die "Rechten" aus. Der Buddhismus geht das Problem und das Leiden, das dadurch erzeugt wird, bei der Wurzel an: der Identifikation. Buddha sagt: Das bin ich nicht, das gehört mir nicht, das ist nicht mein Selbst. Und das gilt bezüglich aller Phänomene. Das ist soooo wohltuend! :taenzerin:

    Das tut mir leid, was dir passiert ist.


    Ja, diese Tendenzen des Ausgrenzen - völlig egal was einen innerhalb der Gruppe verbindet - gibt es häufig. Der Wortwahl "jeder" in deinen Sätzen möchte ich aber Wiedersprechen. Es gibt Menschen, die aktiv versuchen aus dem Ausgrenzen rauszukommen, es dauert halt wie alle menschlichen Entwicklungen.

    Das Wohltuen kenne ich, aber es hat für mich auch eine kleine Tendenz Gewalt zu relativieren bzw. lässt sich dahin verdrehen. Und es ändert nichts daran, dass man auch mit der Umwelt interagiert bzw. interagieren muss, wenn man nicht ein Einsiedlerleben inkl. Eigenversorgung bevorzugt. Buddha selbst stellte Regeln auf, die die Menschen in Nonnen und Mönche sortiert und erstere den zweitgenannten unterordnet. Entweder sieht man die Weisheit darin im Fortschrittlichen verglichen mit der Zeit damals, oder man liest raus, dass selbst er seine Identifikation vom privilegierten "Mann" nicht lösen konnte.

    Edited once, last by Gurkenhut ().

  • Das Gegenteil ist leider viel häufiger zu finden - viele fühlen sich sehr schnell verletzt und/oder gekränkt - nicht jeder verfügt eben über ausreichend Selbstwertgefühl und Resilienz, gerade queere, insbesondere Trans-Personen, sind psychisch oft sehr labil, tragen große seelische Wunden (nicht zuletzt aufgrund von Erfahrungen mit Abwertungen und Ausgrenzungen) mit sich herum.

    Zuallererst statt nicht zuletzt trifft es mMn besser.

  • Wir haben alle männliche und weibliche anteile, kann das sein ? So kommt es mir vor. Und anteile die neutral sind.

    Als Eltern fragt man sich, darf ich mein Kind in eine Rolle zwängen ? Es fängt an mit der Namensssuche. Aber ok, da ist es nicht so schwierig ( fand ich ). Aber auch das lassen ja manche Eltern heutzutage das Kind aussuchen, sie lassen einen männlichen und eher weiblichen namen eintragen oder einen neutralen. ( ja ich habe mir mal vor ein paar tagen eine reportage angesehen, wo ein paar tage eine familie begleitet wurde ).


    Später wenn sie anfangen zu laufen ungefähr die Zeit oder etwas danach, fängt man an sie an ein soziales Geschlecht anzupassen, es ihnen beizubringen so ein wenig. Es werden leichte Bedingungen oder Erwartungen aufgestellt.


    Also so ist das bei vielen abgelaufen.

    Die meisten Kinder fügen sich in die von anderen ausgewählte Rolle.

    Manche fühlen sich nicht wohl in dieser Rolle. Das mag verschiedene Gründe haben.


    Auch ich habe es als schwer empfunden, meine Söhne das so beizubringen, eigentlich wäre mir lieber gewesen, sie hätten sich darüber keine Gedanken machen brauchen, was sie sind. Ob maskulin od feminin. Kinder denken darüber nicht nach in den ersten Jahren. :)


    Das würde wohl natürlich erst geschehen mit Anfang der Pubertät, schätze ich.


    Mit beeinflussen ist zB gemeint, sie sollen ( nicht sollen, aber die Erwartung war wohl dies ) sich mit Jungen verabreden, mit Jungen spielen ( oder schon auch da mit beeinflussen, wobei die kinder das ja schon auch selbst gesagt haben, dass sie mit jemanden sich gerne treffen möchten ).


    Solche Erwartungen und auch die Kleidung, das fängt auch schon mit dem Kindergartenalter an. Schleifen im Haar würden viele nicht erlauben oder aussuchen. Nicht nur ich.


    Es gibt heute da ganz andere Eltern oder seit einigen Jahren, die sich nicht einmischen und dem kind, die freie Wahl lassen, es sich sehen lassen, als was es sich sieht ( männlich oder weiblich eher oder als gar nichts von beidem ). Und das dem Kind jeden Tag frei wählen lassen.


    Warum habe ich es nicht so gemacht ? Es mag der grund sein, damit sie einen halt haben, wissen ok ich bin dies, eine orientierung haben, was sie sind. Das mag falsch gewesen sein, denn es war beeinflussung.


    So machen das viele aber manche machen das nicht mehr so. Ich glaube beides hat gute Seiten und schlechte Seiten.

    Keiner von beiden erzieht besser ? Bei beiden können sich die kindern gut entwickeln aber genauso kann es bei einzelnen nicht so gute Folgen haben, statt halt und orienteirung fühlt das kind sich eingefangen, gefangen.


    Also ob das eine falsch ist und das andere richtig, kann man nicht so genau sagen. Es kann ein kind sein, da braucht es orientierunghilfe bei dem anderen nicht, das ist zu freiheitsliebend und möchte es selbst heraus finden oder wählen dürfen, welche Rolle es spielt.


    Wenn man eine rolle spielt, muss man diese auch fühlen, richtig ? Also kommt erst das Gefühl, ich fühle mich männlich, als junge. Es stimmt schon es sind anerzogene Verhalten oder Erwartungen oder Wiederholungen, die man im kleinkindalter anfängt zu stellen, vorzuleben, was dann junge und mädchen ausmacht, unterscheidet.


    Aber nicht nur. Manches ist von natur aus eher bei dem einen und dem anderen geschlecht.



    Das Menschen darüber nachgedacht haben, über diese Problematik ( einfluss nehmen als Eltern ), führte zu dieser Gender- Ideologie oder ? Also mit ein Grund.


    Noch ein grund dafür sich darüber gedanken zu machen ist, dass wenn kinder von klein an wüssten, es gibt mehr als nur dies oder das, naja gut von ganz klein an, ist das zu viel verlangt, aber ab der pubertät, werden sie andere die nicht in ihre schublade passen akzeptieren oder auch besser verstehen. Wenn es nicht nur zwei oder drei schubladen gibt.


    Aber dass es drei gibt, könnte ja auch reichen. zumindest im kleinkindalter. die anderen wären erst ab der pubertät wichtig, oder ? cis, oder binär.


    An manchen Tagen mache ich mir solche Art Gedanken, aber an den meisten nicht. Da habe ich andere Sorgen oder da ist tiefgründiges denken nicht möglich.


    Wie wichtig das Thema oder das nachdenken über dieses Problem für den Befreiungsweg ist, weiß ich noch nicht.


    Anscheinend oft nicht so wichtig ( für mich nicht ).


    Aber da es wohl Menschen gibt, die leiden, weil sie so eingegrenzt wurden als kind, oder weil sie andere Dränge, Begierden, Wünsche haben, welche nicht so in die alten Verhaltensregeln passen oder in eines der beiden Schubladen, und dann ausgegrenzt werden von vielen, ist das thema eines womit man sich befassen darf oder sollte. Aber nur wenn man es verstehen will. Weniger Leiden für andere schaffen oder helfen, das andere weniger leiden, daher hat diese Bewegung einen Sinn, und sollte ich nicht sagen, es ist Denkkram, und unnötig für die Praxis der Herzensbefreiung.


    Auf der anderen seite mühselig sich die begriffe zu merken, cis, binär und was es noch gibt.

    Ich weiß nicht was die beiden wörter bedeuten.


    Je intelliegnter der mensch wurde oder je mehr er reflektieren kann, um so mehr stellt er auch in frage.

    Vor 10 000 jahren könnten solche gedanken nicht vorgekommen sein, was bin ich, was möchte ich sein, möchte ich eine geschlechtrolle spielen oder mich als ein bestimmtes g. sehen, muss ich mich als eines definieren, als eines von zweien ?



    mir ist meistens nicht nach groß nachdenken, dann beschäftige ich mich damit nicht. Und dann sage ich schnell " diese anderen Schubladen sind doch unwichtig " aber für andere ist es wichtig das muss ich akzeptieren und respektieren.


    Ob man die anderen Schubladen lernen sollte schon als kind oder ab der pubertät, weiß ich nicht. Erstmal müsste sie jeder verstehen, was damit gemeint ist und sie auswendig lernen.

    Das wäre wie von 1- 10 zählen lernen, so schwer ist es nicht.


    Aber das was fremd ist, lehnen viele erstmal ab ( so wie ich ). Stelle mir gerade vor man sagt nicht mehr ich bin ein junge sondern ich bin cis- dies oder das, oder binär dies oder das.

    Aber gut diese Wörter werden erst später wichtig, oder ?


    Wenn jemand nicht nachdenken kann oder es nicht weiß, als was er sich sieht, dann hätte man ein problem ? Gibt es auch diese schublade ?



    Menschen die sich darüber gedanken machen, dass es mehr gibt oder sich dafür einsetzen, dass es da mehr auswahl geben sollte als kind oder pubertierende, die sind sicher in der regel ganz nette menschen. Also nicht zum wegrennen, wie ich erst dachte.

    Danke lubob


    Wäre es denn in ordnung wenn andere sich aber nicht mit der großen auswahl befassen, davon nichts wissen wollen und die begriffe nicht lernen wollen ? Oder sollte das ein muss werden ?

    Ein muss ist immer schlecht.


    Solange andere die anderen friedlich leben lassen, sie nicht ausgrenzen, muss man keinem etwas beibringen.

    :)


    so mal meine etwas wirren Gedanken.

    Der Weise, der, auf Sittlichkeit gestützt,

    Den Geist entfaltet, sich in Weisheit übt,

    Ein solch entschlossener und weiser Jünger

    Mag dieses Lebens Wirrsal einst entwirren.


    (Diese Verse finden sich im Samyutta-Nikāya).

    Edited 4 times, last by Rigpa ().

  • Das tut mir leid, was dir passiert ist.

    Oh, nein, das muss Dir nicht leid tun und war nicht der Grund, warum ich das erzählt habe. Ich wollte nur klarmachen, dass ich Ausgrenzungserfahrungen kenne und nicht wie ein Blinder von der Farbe rede. Ich habe aber meinen Frieden damit geschlossen und würde auch heute kein anderes Leben wählen wollen... im Gegenteil. (:

    Das ist denn doch nur der Abendwind, der heute mit ordentlich verständlichen Worten flüstert.

  • . Ich wollte nur klarmachen, dass ich Ausgrenzungserfahrungen

    Das ist so oft so, dass man etwas sagt, was den anderen verletzt, was alltäglich ist in unserer Welt, nicht ? Auch jemand der es selbst kennt ( ausgegrenzt zu werden ), macht es bei anderen manchmal dennoch. Mein mich.


    Habe ich getan, als ich etwas sagte, weshalb der Faden aufgemacht wurde. Wo ich mir wenig Gedanken über die Folgen gemacht habe oder wie verletzend es sein kann für die Betroffenen.


    ( Aber ich sagte ja mit Mitgefühl ist es bei mir nicht so gut bestellt bei vielen Menschen.

    Es kann sein ich habe authistsiche züge. Denn auf der anderen seite kann ich mit rationalen lösungen anderen gut helfen , wenn sie es annehmen würden, wollen ).


    Aber ich konnte das einsehen, dass es nicht so reif war oder angebracht war, manches sollte man mit sich ausmachen, auf der anderen seite, hat mir das doch geholfen, dass ich nun weiß, dass es da viele gibt, die ich damit getroffen habe und dass es eine gruppe ist, vor denen ich nicht wegrennen kann noch brauche. Aber ich dürfte es. Nur, würde es auf Dauer mir nicht helfen und anderen auch nicht. Wäre nicht die beste Lösung. Das habe ich eingesehen.


    Dann ist es noch so, dass man etwas sagt, schreibt wo andere manchmal etwas raushören, was so nicht gemeint war, die absicht eine andere war. Auch das kann zu Schmerz führen. Das habe ich oft noch, das ich das falsch verstehe.


    Jeder von uns ( alle Menschen ) haben schon was schmerzhaftes erfahren. Daher sind wir alle leicht zu triggern bei bestimmten Themen oder Aussagen.


    Ich wurde nicht angegriffen, mir wurde nur geholfen, der Faden hier war eine Hilfe für mich, ist eine Chance, meine Ängste zu hinterfragen. Danke void, danke Gurkenhut.


    Es waren hilfreiche Impulse, hilfreich für den Befreiungsweg.

    LG

    Der Weise, der, auf Sittlichkeit gestützt,

    Den Geist entfaltet, sich in Weisheit übt,

    Ein solch entschlossener und weiser Jünger

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    (Diese Verse finden sich im Samyutta-Nikāya).

    Edited 3 times, last by Rigpa ().

  • leben & leben lassen - braucht mich nicht zu interessieren wer mit wem was wie auch immer queerbeet - homo - trans - a - bi - inter - polyamor - objekto - auto - solange er-sie-es niemandem dabei schadet und mir auch nicht mein Mädchen ausspannt (was ich aber nicht glaube, dass mein Mädchen mich so schnell für jemand anderen verlässt) - kann er-sie-es es so halten wie Nolte - der machte was er wollte

    ich schenk dieses Leben dem Leben zurück...
    weil es nie meins war...
    und jede Trennung nur scheinbar...
    alles in Vielfalt immer eins war...
    brich meinen Stolz…bis ich in Demut mir die Wahrheit schenke...
    nimm hinfort all die falschen Ideen, den falschen Glauben...
    denn wenn nichts mehr bleibt ist alles übrig...
    es gibt nichts zu verstehen...

    Aus dem Song ,,Schmerz" vom Deepwalka

  • „Gender“ ist nur intellektuell ein gesellschaftliches Geschlecht. Ich war immer eine Frau! Nur eben eine Frau, der überhaupt nicht bewusst ist, dass es „der falsche Körper“ ist. Ich bin auch eine Frau, die sich von keinem anderen einreden lässt, dass es der falsche Körper ist.

    Na ja, es gibt ja diese Fälle, in denen ein biologischer Manndarauf besteht, an einem Schwimmwettbewerb für Frauen teilzunehmen (so auch zugelassen wird und alles abräumt) oder Toiletten für Damen zu besuchen. Es macht also schon Sinn, Gender und Sexus zu unterscheiden.

  • „Gender“ ist nur intellektuell ein gesellschaftliches Geschlecht. Ich war immer eine Frau! Nur eben eine Frau, der überhaupt nicht bewusst ist, dass es „der falsche Körper“ ist. Ich bin auch eine Frau, die sich von keinem anderen einreden lässt, dass es der falsche Körper ist.

    Na ja, es gibt ja diese Fälle, in denen ein biologischer Manndarauf besteht, an einem Schwimmwettbewerb für Frauen teilzunehmen (so auch zugelassen wird und alles abräumt) oder Toiletten für Damen zu besuchen. Es macht also schon Sinn, Gender und Sexus zu unterscheiden.

    Aus Neugier: Damentoiletten sind i.d.R. Einzelkabinen (ich kenne tatsächlich keine Gegenteiligen). Wo ist das Problem, was Mensch der hingeht zwischen den Beinen hat? Sieht kein Mensch außer man selbst.

  • Offenbar doch, wenn man entsprechend "queer" daherkommt.

    Die Frage war ernst gemeint. Ich würde gern das Problem verstehen, warum Einzelkabinen zugangsbeschränkt sein sollten.

  • Die Frage war ernst gemeint. Ich würde gern das Problem verstehen, warum Einzelkabinen zugangsbeschränkt sein sollten.

    Bei J.K Rowling ist anscheinend so, dass die Mißbrauchserfahrung mit Männern hatte und von daher Toiletten als so eine Art weiblicher Safe-Space sieht aus dem möglichst alles was männlich - und von daher bedrohlich/potentiell vergewaltigend ist, verbannt gehört. Und von daher auch eben alle Transsexuellen mit männlichen Geschlechtsmerkmalen ( auch wenn diese vollkommen harmlos und eher selberOofer sind) Es ist also so ein auf Traumatisierung und Angst zurückgehendes Denken in Safe-Spaces.


    Traumatisierung ist schwer, weil man es gleichzeitig ernst nehmen sollte, es aber auch irrationale Aspekte haben kann.


    Ich denke, dass es auch Homosexuelle gibt, die wegen einer Traumatisierung unter sich bleiben wollen, auch um den Preis, andere auszuschließen.

  • War wohl nicht.

    Es ist weder Anfang noch Ende.

    Kein Vergehen oder Entstehen.

    Nur die Absicht unwohl verändern.

    Edited 2 times, last by Qualia ().

  • Danke void, dass du hier bist und schreibst.


    Metta: ich diskutiere nicht mit dem Ziel, alle Unterscheidungen von Frau/Mann von heute auf morgen ersatzlos zu streichen. Zum Beispiel bei Frauenhäusern wäre ich sehr glücklich, wenn die Diskussion um sie sich ausweiten würde auf die Finanzierung und irgendwas, was Soziale Arbeit attraktiver macht, weil da teils deutlich gut qualifiziertes Personal fehlt.

  • Die Frage war ernst gemeint. Ich würde gern das Problem verstehen, warum Einzelkabinen zugangsbeschränkt sein sollten.

    Ich geh jedenfalls nicht einfach in ne Frauen-Toilette. Kannste ja selber ausprobieren und die Damen dort fragen. Ich habe gehört, da schminken die sich auch und quatschen.

  • Gesellschaftliches Zusammenleben verlangt von allen Personen/Gruppen ein gewisses Maß an Anpassung in Bezug auf praktische Fragen. Was einer denkt, fühlt oder in seinen 4-Wänden praktiziert ist davon nicht betroffen.

  • Na ja, es gibt ja diese Fälle, in denen ein biologischer Manndarauf besteht, an einem Schwimmwettbewerb für Frauen teilzunehmen (so auch zugelassen wird und alles abräumt) oder Toiletten für Damen zu besuchen. Es macht also schon Sinn, Gender und Sexus zu unterscheiden.

    @ alle

    Was sagt ihr denn dazu ? Ist schwierig, oder ? Im ersten Moment denke ich, das geht zu weit.

    Denke mal, dass man sonst Wettbewerbe abschaffen sollte. Sonst wäre es wirklich unfair, aufgrund von solchen Vorteilen manchmal. Kommt wohl auch darauf an, ob jemand muskeliös ist und die körpergröße.


    Daher gebe ich dir damit recht :

    Gesellschaftliches Zusammenleben verlangt von allen Personen/Gruppen ein gewisses Maß an Anpassung in Bezug auf praktische Fragen. Was einer denkt, fühlt oder in seinen 4-Wänden praktiziert ist davon nicht betroffen.


    ich diskutiere nicht mit dem Ziel, alle Unterscheidungen von Frau/Mann von heute auf morgen ersatzlos zu streichen. Zum Beispiel bei Frauenhäusern wäre ich sehr glücklich, wenn die Diskussion um sie sich ausweiten würde auf die Finanzierung und irgendwas, was Soziale Arbeit attraktiver macht, weil da teils deutlich gut qualifiziertes Personal fehlt.

    Das finde ich gut. Von heute auf morgen nur nicht ? Nicht ersatzlos streichen.

    Du meinst das so, dass es erst alternative Häuser geben muss, wo die queeren Menschen hinflüchten können ( entweder nur für sie oder gemischte Frauenhäuser ). Bis dahin können sie nicht in ein Frauenhaus. Männerhäuser sollte es aber auch geben. Auch Männer müssen manchmal fliehen - habe ich mal gelesen. Das wäre dann ja eine gute Alternative für transvestite Männer.

    Ob es irgendwann keine besonderen Fälle mehr geben wird, wo es nicht möglich ist nicht zu unterscheiden ?

    Bei Frauenhäusern ist das auch wirklich schwierig, finde ich. Du meintest es so, dass statt zu streiten ob auch transvestite ( verkleidete ) Männer dorthin dürfen, sie sich lieber über die Finanzierungen und soziale Arbeit streiten sollten, oder ? Du siehst es so, dass die transvestiten Männer nicht da rein dürfen. Oder siehst du das gar nicht so ?


    Was wäre mit einer ehemals Frau, die nun da was baumeln hat ? Na gut, die dann auch nicht.

    Der Weise, der, auf Sittlichkeit gestützt,

    Den Geist entfaltet, sich in Weisheit übt,

    Ein solch entschlossener und weiser Jünger

    Mag dieses Lebens Wirrsal einst entwirren.


    (Diese Verse finden sich im Samyutta-Nikāya).

    Edited 10 times, last by Rigpa ().

  • Liebe Rigpa,

    ich sehe es gerade bei diesen Schutzhäusern so, dass es gut ist, dass ich das nicht allein entscheiden darf, weil mir die Sachkompetenz fehlt alle relevanten Aspekte zu überblicken.

    Edited once, last by Gurkenhut ().