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Lesegruppe 17.05 - 26.05: Genjōkōan

  • xiaojinlong
  • 17. Mai 2020 um 22:17
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    • 25. Mai 2020 um 14:17
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    • #76
    Horin:

    So wie mein Lehrer uns es lehrt, ist das Shobogenzo mit seinen Koan nicht dazu da, es wie im Rinzai als formale Praxis zu nutzen. Wir sitzen nicht mit den Koan des Shobogenzo. Es ist eher eine Art poetischer Ausdruck etwas auszudrücken, was nicht ausgedrückt werden kann. Hierzu nutzt Dogen die widersprüchlichen Passagen und Koan, Metaphern etc. weil es durch nicht durch logisch-rationale Art dargestellt werden kann

    Ja, Dōgen stand ja der formalen Koan Praxis seiner Zeit skeptisch gegenüber. Bei dem Versuch nachzuspühren, was ein Koan jenseits seiner Formailisierung ist, kam der Rinzai Lehrer Jeff Shore auf eine Art Grundfrage, die die Leute umtreibt.

    Jeff Shore:

    What is koan practice in Rinzai Zen? One good way to clarify this in a brief talk like today is to look into where the koan comes from, where did it originate? For example, though it’s not usually spoken of in this way, what was Gotama Buddha’s koan? What was his genjōkōan – the koan manifest there and then?

    Many of you are familiar with the basic meaning of the Chinese characters for the word koan. It’s often described as a public document, a legal term. But very simply, in the present context let us consider it as a religious problem in the form of an ultimate challenge. To put it bluntly, what was Gotama’s problem? What drove him to leave home, to leave everything, finally to sit under the Bodhi Tree? What was

    Dogen’s genjōkōan, what drove him to China? What was Rinzai’s genjōkōan? (I will use the Japanese pronunciation of the Chinese masters since it is more familiar to you. No disrespect whatsoever is meant to the great Chinese tradition.) What about the Japanese Zen masters Bankei, or Hakuin – what was their genjōkōan, what drove them?

    Es ist also nichts was, besonders zen-paradox rätselhaft sein müßte. Auch Buddha Frage nach dem Leid, seinen Ursachen und seiner Überwindung ist so eine Grundfrage. Was war diese Grundfrage für Dōgen? Eine Frage die ihn umgetrieben und nach China geführt hat, war ja die Frage nach der Buddha-Natur.

    Und da speziell warum, wenn Buddha-Natur da ist, überhaupt Entschluss und Übung notwendig sind. Der zentrale Punkt ist also, wie die Welt aussieht, wenn man sie nicht nicht vom verblendeten Menschen aus angeht, sondern von der Warte der Buddha-Natur aus. Und da kann man das im Genjōkōan gesagte, als seine theoretische Antwort begreifen:

    Leonie:

    Es geht um die grundlegende Frage, die Dogen sich gestellt hatte: wenn doch alles Buddha-Natur ist, warum dann überhaupt die Übung? Im Bendowa hat er dann dies ausführlich beantwortet.

    Im Genjokoan stellt er diese Problematik von Erleuchtung und Verirren (Verblendung) genauer heraus und sagt, dass Erwachen nichts anderes ist, als unser Verirren zu erkennen. Dieses bezeugen wir, indem wir uns entsprechend Verhalten - unbewusst oder auch bewusst. So wie Buddha durch sein Denken, Reden und Tun seine Buddhaschaft realisiert, bezeugt, erwiesen hat, und damit vielen zum Erwachen verholfen hat, so gilt dies auch für alle, die dem Buddhaweg folgen.

    Während die praktische Antwort über die Worte „Leib und Geist fallen ab“ ja für ihn in eine Richtung ging, die eben auf den sitzenden Köper selbst deutete- was sich als Shikantaza ausdrückt.

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  • Leonie
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    • 25. Mai 2020 um 15:44
    • #77
    void:

    Während die praktische Antwort über die Worte „Leib und Geist fallen ab“ ja für ihn in eine Richtung ging, die eben auf den sitzenden Köper selbst deutete- was sich als Shikantaza ausdrückt.

    Die Übung ist nicht nur sitzen - sie umfasst jegliches Tun, Reden und Denken. So gesehen ist "Shikantaza" umfassend. Deshalb hat Dogen auch nicht spezifisch eine Koan-Übung praktiziert, weil das Koan eben Shikantaza ist. Von dort her hat Dogen dann eine sehr umfassende Koan-Sammlung hinterlassen - das Shobogenzo, das Eiheikoroku, und die Sammlung von 300 Koan in "The True Dharma Eye" - von dort her, aus dieser tiefen Erfahrung braucht es dann auch keine "formale Koan-Praxis".

    Wenn man das recht versteht, dann ist ja diese formale Praxis nichts anderes als das ständige "Klopfen auf den Busch" - damit die Blätter abfallen und "der Goldbeschuppte durch das Netz" kommen kann. Da in der formalen Praxis eben immer etwas weggenommen wird, der Schüler "Federn lässt", kann dann auch der Satz von Uchiyama Kosho "Verlust ist Erwachen" so verstanden werden. Leider sind dann die Mißverständnisse im Rinzai hinsichtlich des Erwachens ziemlich häufig und auch manifest. Viele glauben, sie hätten was in Händen - anstatt es wie Dogen zu sehen - der mit leeren Händen aus China gekommen ist.

    Jeff Shore ist m.E. einer der wenigen, die für den Rinzai hier im Westen hilfreich sind.

    :zen:

  • xiaojinlong
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    • 25. Mai 2020 um 22:47
    • #78

    Letztlich führt das alles ja immer wieder "nur" auf die Soheit zurück. Alles an Praxis dient letztlich nur diesem Selbstzweck der Soheit. Zu beginn dient die Praxis irgendeinem gedachten Ziel. Freiheit von leid, ein schöneres Leben, was auch immer. Die Praxis ist, im Kopf, getrennt von nicht Praxis - man könnte sagen in Soheit und Jene-heit. Geht das "Ziel" der Praxis verloren bleibt nur noch die Praxis. Einfach so.

    _()_

    小金龍

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    • 26. Mai 2020 um 12:03
    • #79

    Verwirklichung des offenen(sichtlichen) Dharma

    Genjokoan

    Wenn du zu der Wirklichkeit aller Dinge, auch der der Gedanken, erwachst erkennst du Verirren, Erwachen und Übung, Leben und Tod, Buddhas und Leidende.

    Wenn Dinge und Gedanken als ohne Ich gesehen werden, dann gibt es weder Verirren noch Erwachen, weder Buddhas noch Leidende, weder Entstehen noch Vergehen.

    Weil der Buddha Weg aus Überfluss und Mangel entspringt, gibt es Verirren im Erwachen, Entstehen im Vergehen, leidende Buddhas.

    Und dennoch: Die Blüten, welken und das Unkraut sprießt zu deinem Ärger – und das ist alles.

    Dich Selbst vorantragend, über die Dinge und Gedanken, Wahrheiten zu bezeugen, ist Verirren.

    Das Erkennen, das Dinge und Gedanken weiter gehen und dich dabei als übend bezeugen, ist Erwachen. Die zum Erkennen, ihres Verirrens, vollkommen Erwachten, sind die Buddhas. Die sich im Erwachen heillos verirren sind Leidenden. Es gibt Menschen, die noch aus dem Erwachen heraus erwachen und die, die sich inmitten des Verirrens immer weiter verirren.Wenn Buddhas wahrhaftige Buddhas sind, sind sie sich nicht bewusst Buddhas zu sein. Dennoch sind sie bezeugte Buddhas, die fortfahren, BUDDHA zu bezeugen.


    Wenn du mit Geist und Körper eine Farbe siehst, eine Form ertastest, eine Stimme hörst, so ist das, auch wenn du das so intuitiv verstehest, nicht wie mit einem Spiegel, in dem ein Spiegelbild erscheint, noch wie mit dem Mond auf dem Wasser. Es ist direkt, da ist kein Spiegel, der Spiegel ist dein Ego. Wird eine Seite bezeugt so bleibt die andere dunkel. Bezeuge ich mein Intuitives wird der Verstand verdunkelt, bezeuge ich mein Verstehen wird das Intuitive verdunkelt. Siehst Du Mond ist kein Wasser siehst Du Wasser, kein Mond. Das der Mond im Wasser ist, ist Ego.


    Den Buddha Weg ergründen, heißt Dich, dein Ich, ergründen.

    Dich, dein Ich ergründen heißt, dein Ich vergessen.

    Dass Ich vergessen heißt, von Dingen und Gedanken bezeugt werden.

    Von Dingen und Gedanken bezeugt werden heißt, Körper und Geist von dir und Dingen und Gedanken, abfallen lassen. Die Spuren des Erwachens werden verlöschen und die verloschenen Spuren des Erwachens führen endlos fort. Auch nach Jahren wirst Du wissen: An diesem Strand sind meine Spuren.

    Wenn du zuerst suchend nach der Buddha Lehre verlangst, entfernst du dich weit von ihr. Wenn du dich in der Buddha Lehre wieder findest bist du auf der Stelle ein ganzer Mensch.

    Wenn du in einem Boot fährst und deine Augen an das Ufer heftest, dann geschieht die Täuschung das es das Ufer ist, das sich bewegt. Wenn du dich wieder auf das Boot konzentrierst erkennst du die eigene Bewegung. Genauso täuschst du dich, auch wenn du Körper und Geist durcheinanderbringst, weil du dich vom Körper getrennt erkennst und glaubst alle Dinge und Gedanken dir zurecht zu legen im Glauben, das dein Geist, der einzig beständige ist. Wenn du ganz bei deiner Tätigkeit bist und dann an diesen Ort, HIER, heimkehrst. Im Nach hinein wird die Wahrheit offenbar, dass Dinge und Gedanken ohne Ich sind. Ganz in deiner Handlung zu tun, ohne zu tun: kein Ich. Wo warst Du?

    Brennholz wird zu Asche und kehrt nicht als Brennholz zurück.

    Du sollst es nicht so betrachten, als ob die Asche nachher, das Brennholz vorher wäre.

    Brennholz ist HIER: Brennholz. Brennholz hat ein Vorher und Nachher.

    Es gibt dieses Vorher und Nachher, doch die Orte des Vorher und Nachher sind voneinander abgetrennt. Ebenso ist Asche HIER: Asche. Asche hat ein Vorher und Nachher nur eben in der Art und Weise von Asche. Brennholz und Asche erscheinen getrennt in Ort und Zeit, vorher und nachher.

    So wie Brennholz nicht mehr zu Brennholz wird, nachdem es zu Asche verbrannt ist, so wirst du nach dem Tod nicht mehr lebendig. In der Buddha Lehre spricht man nicht davon, dass Leben zu Tod wird. Deshalb sagt man: „Ungeboren“. Dass Tod nicht zu Leben wird, entspricht der Art des Buddha, das Rad der Lehre zu drehen. Deshalb heißt es „Ungestorben“. Leben ist die Art und Weise einer Zeit, eines Ortes, so wie Tod die Art und Weise einer Zeit, eines Ortes ist. Es ist wie mit Frühling und Winter: Niemand stellt sich vor, dass der Winter zum Frühling wird und niemand sag das der Frühling zum Sommer wird.

    Erwachen ist die Spiegelung des Mondes im Wasser so erkennen wie sie ist. Der Mond wird nicht nass, das Wasser bleibt vom Mond unberührt. Das Licht ist weit und groß, trotzdem spiegelt es sich in einer kleinen Pfütze. Der ganze Mond, ja der ganze Himmel findet im Tau auf dem Gras oder in einem Tropfen Wasser Platz. Das Erwachen verbiegt mich als Menschen nicht, so wie ein Tautropfen Mond und Himmel kein Hindernis bereiten. Erwachen ist erkennen das der Tropfen ein Spiegel ist der ein Spiegelbild, Ausschnitt der Wirklichkeit, zeigt. Erwachen ist erkennen das dein Ego ein Spiegel ist das ein Spiegelbild, ein Ausschnitt der Wirklichkeit, zeigt. Die Tiefe ist das Maß der Höhe. Wie lang oder kurz ist die Zeit? Was dies anbelangt, untersuche die Größe des Wassers, beurteile die Weite von Himmel und Mond.

    Weil du die Lehre noch nicht vollkommen in Körper und Geist aufgenommen hast, meinst du, dass du der Lehre bereits genügst. Wenn die Lehre Körper und Geist ganz ausfüllt, dann erst merkst du, dass doch noch was fehlt.

    Stell dir vor, du fährst mit einem Boot mitten auf dem Meer, fern der Berge, und blickst in alle Himmelsrichtungen: Du siehst nur ein einziges Rund und keine weitere Gestalt. Doch der Ozean ist weder eckig noch rund, seine Erscheinungsmöglichkeiten sind unbegrenzt: wie ein Palast, wie ein Edelstein. Nur in deinem Gesichtskreis erscheint er jetzt als rund.

    So steht es auch bei Dingen und Gedanken: die Welt, die deine Sinne zeigen und die Welt der Ordnungen und Gesetze erscheinen auf mancherlei Art und Weise. Deine Augen sehen und verstehen nur, was im Horizont deines Gelernten liegt. Wenn du nach dem Stand der Dinge und Gedanken fragst, darfst du nicht nur Eckiges und Rundes sehen, sondern musst die darüber hinaus gehenden Erscheinungsmöglichkeiten der Meere und Berge und aller Himmelsrichtungen erkennen. Wissen könntest du auch, dass dies nicht nur fern um dich herum, sondern auch direkt vor, unter, deinen Füßen und für jeden einzelnen Tropfen gilt.


    Ein Fisch, der im Wasser schwimmt, stößt an kein Ende des Wassers, soweit er auch schwimmt.

    Ein Vogel, der am Himmel fliegt, stößt an keine Grenze des Himmels, soweit er auch fliegt.

    Fisch und Vogel waren von Beginn an nie von Wasser und Himmel getrennt.

    Brauchen sie viel, benutzen sie viel. Brauchen sie wenig, verwenden sie wenig.

    Es kommt niemals vor, dass sie ihr HIER-Sein nicht ganz ausfüllen und es gibt keinen Ort, an dem sie nicht ihre volle Aktivität entfalten.


    Wenn ein Vogel den Himmel verlassen würde, dann stirbt er auf der Stelle, denn der Himmel vollbringt das Leben des Vogels. Ein Wesen, das nicht am Himmel fliegt, ist kein Vogel.

    Verlässt ein Fisch das Wasser dann stirbt er auf der Stelle, denn das Wasser ist es, durch das er sein Leben lebt. Ein Wesen, das nicht durch das Wasser lebt, ist kein Fisch.

    Fisch und Vogel verkörpern das Leben und durch Fisch und Vogel soll Leben verkörpert werden, aber Leben, ist nicht Fisch, nicht Vogel. Darüber hinaus soll es weitergehen: Mit deinem übenden Bezeugen von allem Lebenden verhält es sich ebenso, dann bezeugen auch Dinge und Gedanken dich.

    Gäbe es einen Vogel oder einen Fisch, der zuerst das Wasser oder den Himmel gründlich erkennen wollte, bevor er darin schwimmt oder fliegt, dann fände er weder Weg noch Ort für sich in Wasser oder Himmel. So wie Du nie die Befreiung vom Leiden erreichst, wenn du erst die Buddha Lehre ergründen willst und sie nicht gleichzeitig praktizieren oder sie erst nur praktizieren willst, ohne sie zu ergründen. Die Lehre des Buddha ist nicht nur Intuition und nicht nur Verstand. Wird eine Seite beleuchtet verdunkelt die andere.


    HIER an diesen Ort angelangt, dieser Tätigkeit nachgehend, verwirklicht sich das offensichtliche Geheimnis. An diesen Weg gelangt, jenem Geschäft nachgehend, verwirklichst du das offensichtliche Geheimnis. Das ist so, wie es ist, denn jener Weg und dieser Ort sind weder groß noch klein, weder du selbst noch etwas außerhalb von dir, es gab sie nicht schon früher und sie entstehen auch nicht in diesem Augenblick. Dinge und Gedanken gab es nicht schon früher und sie entstehen nur scheinbar in diesem Augenblick und gleich sind sie verwandelt.

    Ebenso ist es, wenn du die Buddha Lehre übend bezeugst. Stößt du auf die Lehre, so durchdringst du die Lehre, erkennst sie nicht mehr. Findest Du eine Tätigkeit so übst du sie ganz aus. Hier liegt dein Ort, dein Weg führt hindurch. Deshalb sind die Grenzen deines Verstehens nicht klar umrissen, weil dieses Verstehen denselben Ursprung hat, auf derselben Übung beruht wie die Ab-Gründige Vertiefung der Buddha Lehre. Bilde dir nicht ein, dass du, wenn du an diesen Ort HIER gelangst, ihn klar und deutlich in dir selbst erkennst und verstehst. Zwar wird das tiefste sich Erweisen unmittelbar vergegenwärtigt, doch dadurch vergegenwärtigt sich nicht ein verborgenes Sein. Vergegenwärtigung lässt sich nicht fassen. Diese nicht fassbare Vergegenwärtigung ist MU: „es ist nichts dahinter“. Kein Sein, kein Sonst was, es ist nichts dahinter. MU. Nirwana.

    Als Zenmeister Hōtetsu vom Berg Mayoku einmal einen Fächer benutzte, trat ein Mönch vor und fragte: „Das Wesen des Windes ist beständig. Es gibt keinen Ort, den der Wind nicht erreicht. Das er jeden Ort erreicht ist seine Beständigkeit. Weshalb benutzt Ihr trotzdem einen Fächer, Herr Abt?“ Der Meister erwiderte: „Du weißt nur, dass das Wesen des Windes beständig ist, aber das Prinzip, dass er keinen Ort verfehlt, hast du noch nicht verstanden.“ Der Mönch fragte: „Was ist das Prinzip, nach dem es keinen Ort gibt, den der Wind nicht erreicht?“ Da fächelte der Meister nur mit dem Fächer. Der Mönch verbeugte sich.

    Das Siegel der Buddha Lehre und der lebendige Weg seiner Übertragung liegen HIER.

    Wenn du glaubst, „Beständigkeit“ bedeutet, dass du keinen Fächer zu benutzen brauchst, da du auch so dem Wind ausgesetzt bist, dann kennst du weder die Beständigkeit noch das Wesen des Windes. Nur weil Du sowieso schon alles weißt brauchst Du nicht sitzen, nur sitzen ist genauso unangebracht. Vermeide Extreme.

    Weil der Wind seinem Wesen nach beständig ist vergegenwärtigt der Wind des Buddha-Hauses die Erde als Gold und lässt die Milchstraße zu Quark werden.

    Buddha bezeugt mit seiner Hand nicht die Wirklichkeit der Erde, sondern versichert sich dass die Erde ihn bezeugt.

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    • 28. Mai 2020 um 17:10
    • #80

    Verwirklichung des offenensichtlichen.

    Genjokoan

    Wenn du zu der Wirklichkeit aller Dinge, auch der der Gedanken, erwachst,

    erkennst du Täuschung, Erwachen und Übung, Leben und Tod, Buddhas und Leidende.

    Wenn Dinge und Gedanken ohne Substanz, ohne Ich, erfahren werden, dann gibt es weder Täuschung noch Erleuchtung, weder Buddhas noch Leidende, weder Geburt noch Zerfallen.

    Das der Buddha Dharma aus Überfluss und Mangel entspringt heißt nicht das er Quelle, Überfluss, Mangel ist. Dennoch gibt es Täuschung im Erwachen, Entstehen im Vergehen, leidende Buddhas.

    Die Menschen mögen es nicht: Die Blüten, welken und das Unkraut sprießt zu ihrem Ärger –

    und das ist alles.

    Dich Selbst mit der Übung, durch dich Selbst, zur Erleuchtung über die Dinge und Gedanken zu bringen, ist Täuschung. Die Welt der Erscheinungen entsteht bedingt weiter in wechselseitiger Abhängigkeit und darum bezeugt sie dein Üben, dieses erkennen ist Erwachen. Die zum Erkennen, der Täuschungen, vollkommen Erwachten, sind die Buddhas. Die sich Illusionen über Erleuchtung erlauben sind Leidende, heillos verirrt. Es gibt Menschen, die sogar noch aus dem Erwachen heraus erwachen und die, die sich inmitten des Verirrens immer weiter verirren. Wenn Buddhas, Buddhas werden, sind sie sich nicht bewusst Buddhas zu sein.

    Dennoch sind sie Buddhas, die fortwährend Buddhas erkennen.

    Wenn du als ein Geist und Körper eine Farbe siehst, eine Form ertastest, eine Stimme hörst, so ist das nicht wie mit einem Spiegel, in dem ein Spiegelbild erscheint, noch wie mit dem Mond auf dem Wasser. Es ist direkt du erfährst es allein, erfährst Dich selbst. Da ist kein Spiegel, der Spiegel ist dein Ego. Wird eine Seite, Mond oder Wasser, bezeugt so bleibt die andere dunkel. Bezeuge ich mein Intuitives wird der Verstand verdunkelt, bezeuge ich mein Verstehen wird das Intuitive verdunkelt. Siehst Du Mond ist kein Wasser siehst Du Wasser, kein Mond. Das der Mond im Wasser ist, ist Ego.

    Den Buddha Dharma erfahren, heißt Dich, dein Ego, erfahren.

    Dich, dein Ego erfahren heißt, sein Ich vergessen.

    Sein Ich vergessen heißt, das Ding und Gedanken sein, wahrnehmen.

    Sich als Dinge und Gedanken wahrnehmen heißt, Körper und Geist von dir abfallen lassen, von Dir und von allem Anderen.

    Die Spuren dieses Erwachens werden verlöschen doch die verloschenen Spuren dieses Erwachens führen endlos fort. Auch nach Jahren wirst Du wissen: An diesem Meeresrand sind meine Spuren, auch wenn sie nicht von dir wahrgenommen werden können.

    Wenn du außerhalb von dir, suchend nach der Buddha Lehre verlangst, entfernst du dich weit von ihr. Wenn du dich in der Buddha Lehre wiederfindest, bist du auf der Stelle ein ganzer Mensch.

    Wenn du in einem Boot fährst und deine Augen an das Ufer heftest, dann geschieht die Täuschung das es das Ufer ist, das sich bewegt. Wenn du dich wieder auf das Boot konzentrierst erkennst du die eigene Bewegung. Genauso täuschst du dich, auch wenn du deine Vorstellungen nicht als verschieden von den Erscheinungen erkennst. Du glaubst alle Dinge und Gedanken dir zurecht zu legen aus Überzeugung dein Geist ist der einzig beständige. Wenn du ganz bei deiner Tätigkeit bist und dann wieder an diesen Lebensort heimkehrst, wird im Nachhinein die Wahrheit offenbar, dass Dinge und Gedanken ohne dauerhaftes Ich sind. Ganz in deiner Handlung zu tun, ohne zu tun: kein Ich? Wo warst Du?

    Brennholz wird zu Asche und kehrt nicht als Brennholz zurück.

    Du sollst es nicht so betrachten, als ob die Asche nachher, das Brennholz vorher wäre.

    Brennholz ist HIER: Brennholz. Brennholz hat ein Vorher und Nachher.

    Es gibt dieses Vorher und Nachher, doch die Orte des Vorher und Nachher sind voneinander abgetrennt. Ebenso ist Asche HIER: Asche. Asche hat ein Vorher und Nachher nur eben in der Art und Weise von Asche. Brennholz und Asche erscheinen getrennt in Ort und Zeit, vorher und nachher. Sie haben jeweils ihre eigene Vergangenheit, Zukunft und freies Dasein.

    So wie Brennholz nicht mehr zu Brennholz wird, nachdem es zu Asche verbrannt ist, so wirst du nach dem Tod nicht mehr lebendig. In der Buddha Lehre spricht man nicht davon, dass Leben zu Tod wird. Ein Prinzip des Buddha so sagt man: „Ungeboren“ "Nicht-Werden". Das Tod nicht zu Leben wird, entspricht der Art des Buddha, das Rad der Lehre zu drehen. Ein Prinzip des Buddha so sagt man: "Ungestorben“ "Unzerstörbar". Leben ist die Art und Weise einer Zeit, eines Ortes, so wie Tod die Art und Weise einer Zeit, eines Ortes ist. Es ist wie mit Frühling und Winter: das ist der Winter, das ist der Frühling, aber doch glaubst du immer wieder das sich Winter in Frühling wandelt.

    Erwachen ist die Spiegelung des Mondes im Wasser so erkennen wie sie ist, so einfach. Der Mond wird nicht nass, das Wasser bleibt vom Mond unberührt. Sein Licht ist weit und groß, trotzdem spiegelt es sich in einer kleinen Pfütze. Der ganze Mond, ja der ganze Himmel findet im Tau auf dem Gras oder in einem Tropfen Wasser Platz. Das Erwachen verbiegt mich als Menschen nicht, macht mir keine Probleme, so wie ein Tautropfen Mond und Himmel kein Hindernis bereitet. Erwachen ist erkennen das der Tropfen ein Spiegel ist der ein Spiegelbild, Ausschnitt der Wirklichkeit, zeigt. Erwachen ist erkennen das dein Ego der Spiegel, ein Spiegelbild, ein Ausschnitt der Wirklichkeit, zeigt. Die Tiefe ist das Maß der Höhe. Messe die Höhe des Himmels in der Tiefe des Tropfens. Wie lang oder kurz ist die Zeit? Was dies anbelangt, untersuche die Größe des Wassers, beurteile die Weite von Himmel und Mond.

    Stell dir vor, du fährst mit einem Boot mitten auf dem Meer, fern der Berge, und blickst in alle Himmelsrichtungen: Du siehst nur ein einziges Rund und keine weitere Gestalt. Doch der Ozean ist weder eckig noch rund, seine Erscheinungsmöglichkeiten sind unbegrenzt: wie ein Palast, wie ein Edelstein. Nur in deinem Gesichtskreis erscheint er jetzt als rund.

    Weil du die Lehre noch nicht vollkommen in Körper und Geist aufgenommen hast, meinst du, dass du der Lehre bereits genügst. Wenn die Lehre Körper und Geist ganz ausfüllt, dann erst merkst du, dass doch noch was fehlt.

    So steht es auch bei Dingen und Gedanken: die Welt, die deine Sinne zeigen und die Welt der Ordnungen und Gesetze erscheinen auf mancherlei Art und Weise. Deine Augen sehen und verstehen nur, was im Horizont deines Gelernten liegt. Du glaubst das was du gelernt, eingeübt hast. Wenn du nach dem Stand der Dinge und Gedanken fragst, darfst du nicht nur Eckiges und Rundes sehen, sondern musst die darüber hinaus gehenden Erscheinungsmöglichkeiten der Meere und Berge und aller Himmelsrichtungen erkennen. Wissen könntest du auch, dass dies nicht nur fern um dich herum, sondern auch direkt vor, unter, deinen Füßen und für jeden einzelnen Tropfen gilt.

    Ein Fisch, der im Wasser schwimmt, stößt an kein Ende des Wassers, soweit er auch schwimmt.

    Ein Vogel, der am Himmel fliegt, stößt an keine Grenze des Himmels, soweit er auch fliegt.

    Fisch und Vogel waren von Beginn an nie von Wasser und Himmel getrennt.

    Brauchen sie viel, benutzen sie viel. Brauchen sie wenig, verwenden sie wenig.

    Es kommt niemals vor, dass sie ihr HIER-Sein nicht ganz ausfüllen und es gibt keinen Ort, an dem sie nicht ihre volle Aktivität entfalten. Sie sind frei und grenzenlos.

    Wenn ein Vogel den Himmel verlassen würde, dann stirbt er auf der Stelle, denn der Himmel vollbringt das Leben des Vogels. Ein Wesen, das nicht am Himmel fliegt, ist kein Vogel.

    Verlässt ein Fisch das Wasser dann stirbt er auf der Stelle, denn das Wasser ist es, durch das er sein Leben lebt. Ein Wesen, das nicht durch das Wasser lebt, ist kein Fisch.

    Erkenn das Vogel und Fisch keine Macht haben in Himmel oder Wasser erkennend einzudringen, weil sie dafür ihren Bereich verlassen müssten. Fisch und Vogel verkörpern das Leben und durch Fisch und Vogel soll Leben verkörpert werden, aber Leben, ist nicht Fisch, nicht Vogel.

    Darüber hinaus soll es weitergehen: Mit deinem übenden Bezeugen von allem Lebenden verhält es sich ebenso, dann bezeugen auch Dinge und Gedanken dich. Du wirst nicht in Nirwana eindringen. Erkenn das du Samsara nicht verlassen kannst, um Nirwana zu finden. Du lebst in Nirwana wie Fisch im Wasser oder Vogel im Himmel.

    HIER an diesen Ort angelangt, dieser Tätigkeit nachgehend, verwirklicht sich das offensichtliche Geheimnis. An diesen Weg gelangt, jenem Geschäft nachgehend, verwirklichst du das offensichtliche Geheimnis. Das ist so, wie es ist, denn jener Weg und dieser Ort sind weder groß noch klein, weder du selbst noch etwas außerhalb von dir, es gab sie nicht schon früher und sie entstehen auch nicht in diesem Augenblick. Dinge und Gedanken gab es nicht schon früher und sie entstehen nur scheinbar in diesem Augenblick und gleich sind sie verwandelt.

    Gäbe es einen Vogel oder einen Fisch, der zuerst das Wasser oder den Himmel gründlich erkennen wollte, bevor er darin schwimmt oder fliegt, dann fände er weder Weg noch Ort für sich in Wasser oder Himmel. So wie Du nie die Befreiung vom Leiden erreichst, wenn du erst den Buddha Dharma ergründen willst und nicht gleichzeitig praktizierst oder erst nur praktizieren willst, ohne zu ergründen. Die Lehre des Buddha ist nicht nur Intuition und nicht nur Verstand. Wird eine Seite beleuchtet verdunkelt die andere.

    Ebenso ist es, wenn du die Buddha Lehre übend bezeugst. Stößt du auf Nirwana, so durchdringst du Nirwana, erkennst nicht mehr. Findest Du eine Tätigkeit so übst du sie ganz aus. Hier liegt dein Ort, dein Weg führt hindurch. Deshalb sind die Grenzen deines Verstehens nicht klar umrissen, weil dieses Verstehen denselben Ursprung hat, auf derselben Übung beruht wie die Ab-Gründige Vertiefung der Buddha Lehre. Bilde dir nicht ein, dass du, wenn du an diesen Ort HIER gelangst, ihn klar und deutlich in dir selbst erkennst und verstehst. Zwar wird das tiefste sich erweisen, Nirwana, unmittelbar vergegenwärtigt, doch dadurch vergegenwärtigt sich nicht ein verborgenes Sein. Vergegenwärtigung lässt sich nicht fassen. Diese nicht fassbare Vergegenwärtigung ist MU: „es ist nichts dahinter“. Kein Sein, kein Sonst was, es ist nichts dahinter. MU. Nirwana.

    Als Zenmeister Hōtetsu vom Berg Mayoku einmal einen Fächer benutzte, trat ein Mönch vor und fragte: „Das Wesen des Windes ändert sich nicht, ist beständig. Es gibt keinen Ort, den der Wind nicht erreicht. Das er jeden Ort erreicht ist seine Beständigkeit. Weshalb benutzt Ihr trotzdem einen Fächer, Herr Abt?“ Der Meister erwiderte: „Du weißt nur, dass das Wesen des Windes beständig ist, aber das Prinzip, dass er keinen Ort verfehlt, hast du noch nicht verstanden.“ Der Mönch fragte: „Was ist das Prinzip, nach dem es keinen Ort gibt, den der Wind nicht erreicht?“ Da fächelte der Meister nur mit dem Fächer. Der Mönch verbeugte sich.

    Das Siegel der Buddha Lehre, die Erfahrung, die Erkenntnis und der lebendige Weg seiner wahren Übertragung ist genau So.

    Wenn du glaubst, „Beständigkeit“ bedeutet, dass du keinen Fächer zu benutzen brauchst, da du auch so dem Wind ausgesetzt bist, dann kennst du weder das Wesen des Nirwana, seine Beständigkeit noch das Prinzip wie es überall hin gerät. Nur weil Du sowieso schon alles weißt brauchst Du nicht sitzen, nur sitzen ist genauso unangebracht. Vermeide Extreme.

    Weil Nirwana seinem Wesen nach beständig ist vergegenwärtigt Nirwana des Buddha-Hauses die Erde als Gold und lässt die Milchstraße zu Quark werden.

    Buddha bezeugt mit seiner Hand nicht die Wirklichkeit der Erde, sondern versichert sich dass die Erde ihn bezeugt.

    2 Mal editiert, zuletzt von Noreply (28. Mai 2020 um 17:37)

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    • 28. Mai 2020 um 17:52
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    • #81

    Ich glaube, ich bin da falsch rangegangen, weil ich dachte einen Text lesen, heißt ihn analysieren - ihn zu zerzupfen und die Teile zu betrachten.

    Aber das ist hier die falsche Herangehesweise. Das kann man bei einem Text machen, wo es nicht um das Offensichtlicher geht, sondern um das Versteckte und Komplexe - das man hinter dem Offensichtlichen aufdecken muß.

    Aber hier geht es um das Gegenteil von Analysieren. Die Vögel werden nicht vom Himmel geplückt und die Fische nicht aus dem Wasser sondern im Gegenteil. Die Vögel werden so in den Himmel gesetzt und die Fische so ins Wasser, so dass es keinen Unterschied zwischen Vordergrund und Hintergrund gibt.

    Alles ist ohne Spalt. Die Vögel ohne Spalt am Himmel. Der Wind weht. Buddha sitzt auf der Erde und wenn er aufsteht, ist seine Erde die Luft.

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    • 28. Mai 2020 um 18:24
    • #82

    Das ist ein Text der durch verarbeiten und immer neu durchdenken lassen eine Tiefe bekommt die eben ein Koan so an sich hat. Diese Ver-arbeitung hat mich verständlicher und wortloser gemacht als einiges vorher. Ich werde mich jetzt um meinen Urtext des Shinjinmei kümmern. Das Genjkoan wird dabei noch weiter vertieft. Eben Abgründigkeit der Buddha Lehre. Hier muss ich erstmal aufgeben, sonst beliebt nichts übrig.

    Ich lese solche Texte nicht. Ich höre zu und hinterher überarbeite ich meine Notizen, aber der Text wird nur gehört. Ich finde es sehr unhöflich einen Text während ich ihn höre zu bearbeiten.

    Eines hat es mir auch gebracht ich erkenne Nigarjuna und Laotzi und Buddha jetzt viel besser. Meine Provokationen gingen voll auf mein Ego verstehen dieses Textes. Ich bin noch da, keine Bange!

  • Schneelöwin
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    • 2. Juni 2020 um 15:16
    • #83
    xiaojinlong:

    Ich bin schon sehr gespannt wie das funktionieren wird und freue mich über den Austausch.

    Zum Ende hin hat doch alles ganz gut funktioniert.

    Geht die Lesegruppe nun weiter?:)

    Liebe Grüße Schneelöwin

    "All is always now"


  • Noreply
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    • 2. Juni 2020 um 17:25
    • #84

    Zum Ende ist nur meine Art deutlich geworden wie ich mit dem Vorgegebenen Text umgehe um zu erkennen worum es geht. Leider fast ohne Resonanz. Aber ich wusste ja auch nicht das es nur um Lesen geht und nicht um Reden über das Gelesene. Ich wusste auch nicht das die Gedanken die ich bei Koanarbeit habe nur gedachte werden und es als unanständig gilt diese schreiben. Also aus der Lesegruppe bin ich raus, weil ich gern nachher laut lese stör ich nur. Mach ich nur noch in den "Memoiren".

  • xiaojinlong
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    • 2. Juni 2020 um 18:27
    • #85

    Schneelöwin hättest du einen Vorschlag für einen Text?

    _()_

    小金龍

  • Tai
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    • 2. Juni 2020 um 18:54
    • #86
    Ellviral:

    Zum Ende ist nur meine Art deutlich geworden wie ich mit dem Vorgegebenen Text umgehe um zu erkennen worum es geht. Leider fast ohne Resonanz. Aber ich wusste ja auch nicht das es nur um Lesen geht und nicht um Reden über das Gelesene. Ich wusste auch nicht das die Gedanken die ich bei Koanarbeit habe nur gedachte werden und es als unanständig gilt diese schreiben. Also aus der Lesegruppe bin ich raus, weil ich gern nachher laut lese stör ich nur. Mach ich nur noch in den "Memoiren".

    Mit der Resonanz ist das so eine Sache: Wenn du hier eine halbgare Frage einwirfst, wirst du eine Menge Resonanz bekommen — einfach schon, weil jeder dann was richtig stellen oder erhellend beitragen kann. Doch die Resonanz zu einem intuitiven, tief empfundenen, mühsam ausgebrüteten Beitrag findet auf einer Ebene statt, die sich nicht unbedingt in zahlreichen Antworten oder Likes niederschlägt.

    Ich weiß nicht, ob du das selber auch so siehst, aber ich finde viele deiner Beiträge recht anspruchsvoll: Sie sind meist intuitiv und unorthodox. Sie lassen sich in kein Schema einordnen und ein Verständnis muss man sich mitunter mühsam erarbeiten. Und dann noch deine beispiellose Wandlungsfähigkeit.

    Es ist schwer, einen Text zu „like“n, mit dem man noch am Kämpfen ist. Aber dieser Kampf in sich ist eine Resonanz, die jedes Like in den Schatten stellt.

    (Sorry for being sooo off topic this time)

  • Noreply
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    • 2. Juni 2020 um 19:22
    • #87

    Tai Ja du hast recht! Der Kampf mit dem Text ist noch nicht vorbei. Es wird noch schlimmer für mich. Mir geht es darum diese Texte so zu "Über-setzen" das ich sie an ganz "normale" Menschen schicken kann die keine Ahnung von Buddhismus haben oder haben wollen. Mein Problem ist das ich das auch wirklich ganz echt erfahren muss in seiner ganzen Tiefe.

    Meine "forschungen" im Kanon und in den Sutra der Folgezeiten ist das die Meister sich an Menschen richteten um ihnen den Weg leichter zu machen, sei es als Novice oder als Zweifelnder, verzweifelter Mensch. Da kann es nicht zu so einem Flitterkramgerede wie er übersetzt wird gegangen sein. Die sind für mich eindeutig. Nur das Gerede von Buddhisten bringt mich immer wieder vom mittleren Weg ab. Buddhisten glauben fest daran das Meister Verschleiernd über Beseitigung von Verblendung geredet haben. Na denn macht man!

    Also, da ich kaum Reaktionen bekomme wenn ich nicht billig, ordinär schreibe nehm ich an das alles verstanden wird. Das mit dem Schwierigen kann ja auch nicht sein, dann würde es ja Dialog über verstehen geben. Ach Scheiße dann bin ich ja "Belehrend".

  • Sili
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    • 2. Juni 2020 um 19:32
    • #88
    Ellviral:

    Tai Ja du hast recht! Der Kampf mit dem Text ist noch nicht vorbei. Es wird noch schlimmer für mich. Mir geht es darum diese Texte so zu "Über-setzen" das ich sie an ganz "normale" Menschen schicken kann die keine Ahnung von Buddhismus haben oder haben wollen. Mein Problem ist das ich das auch wirklich ganz echt erfahren muss in seiner ganzen Tiefe.

    Meine "forschungen" im Kanon und in den Sutra der Folgezeiten ist das die Meister sich an Menschen richteten um ihnen den Weg leichter zu machen, sei es als Novice oder als Zweifelnder, verzweifelter Mensch. Da kann es nicht zu so einem Flitterkramgerede wie er übersetzt wird gegangen sein. Die sind für mich eindeutig. Nur das Gerede von Buddhisten bringt mich immer wieder vom mittleren Weg ab. Buddhisten glauben fest daran das Meister Verschleiernd über Beseitigung von Verblendung geredet haben. Na denn macht man!

    Also, da ich kaum Reaktionen bekomme wenn ich nicht billig, ordinär schreibe nehm ich an das alles verstanden wird. Das mit dem Schwierigen kann ja auch nicht sein, dann würde es ja Dialog über verstehen geben. Ach Scheiße dann bin ich ja "Belehrend".

    _()_

    Wen da Einer kommt und auf ein rotes Auto zeigt und sagt :" das ist ein rotes Auto" was will man da noch mehr sagen:grinsen:

    Wen einer kommt und sagt:" das ist ein Auto" kann man ja über die farve diskutieren:grinsen:

    Wen hier sehr weise Menschen den Text auf einer stufe bearbeiten wo bei mir nur fragezeichen sind was den gemeint ist, ich den sinn des textes für mich aber gefühlt habe dan kann ich aus reiner dummheut nicht fiel beitragen:erleichtert:

    Denoch lese ich auch gerne den nächsten Text und hoffe das ich auch mal was dazu sagen weiss :)_()_

  • Noreply
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    • 2. Juni 2020 um 19:35
    • #89

    Es geht, auch bei Dogen, um Befreiung vom Leiden das durch anhaften wollen des Ego erzeugt wird.

  • Sili
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    • 2. Juni 2020 um 19:48
    • #90
    Ellviral:

    Es geht, auch bei Dogen, um Befreiung vom Leiden das durch anhaften wollen des Ego erzeugt wird.

    _()_

    Ich habs gerade zum 100mal durchgelesen. Langsam keimt da was aber bis da ein Baum steht wird es dauern:) danke für deine Erleuterunge_()_

  • Horin
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    • 2. Juni 2020 um 19:52
    • #91

    Um Dogen wirklich zu verstehen, sollte man es mMn nicht bei Genjokoan belassen. Das gesamte Shobogenzo ist eine Komposition dessen Tiefe nach und nach offenbart wird, jenseits der Worte..

    Nichtsdestotrotz ist es kein Werk, welches man durchblättern sollte wie einen Cartoon. Ich lese es seit Jahren, immer wieder dieselben Texte und doch jedesmal irgendwie anders..

    Den Schmetterling des Zen im Netz des Verstandes zu fangen; machen wir uns das klar, dass das nicht geht

  • Noreply
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    • 2. Juni 2020 um 19:53
    • #92
    Sili:
    Ellviral:

    Es geht, auch bei Dogen, um Befreiung vom Leiden das durch anhaften wollen des Ego erzeugt wird.

    _()_

    Ich habs gerade zum 100mal durchgelesen. Langsam keimt da was aber bis da ein Baum steht wird es dauern:) danke für deine Erleuterunge_()_

    Das ist der einzige Weg. Lesen, zuhören, nicht denken. einfach nur lesen. Das was da sich in dir Bahn bricht braucht mindestens eine Nacht Schlaf. Achte auf deine Gedanken beim Aufwachen. Das was sich Bahn bricht ist niemals das was ich erwarte oder erzeugen wollte.

  • Noreply
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    • 2. Juni 2020 um 19:55
    • #93

    In den "Memoiren gefunden in der Badewanne" ist eine Fassung die beider Versionen untereinander Abschnittsweise zeigt.

  • Sili
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    • 2. Juni 2020 um 20:19
    • #94
    Ellviral:
    Sili:
    Ellviral:

    Es geht, auch bei Dogen, um Befreiung vom Leiden das durch anhaften wollen des Ego erzeugt wird.

    _()_

    Ich habs gerade zum 100mal durchgelesen. Langsam keimt da was aber bis da ein Baum steht wird es dauern:) danke für deine Erleuterunge_()_

    Das ist der einzige Weg. Lesen, zuhören, nicht denken. einfach nur lesen. Das was da sich in dir Bahn bricht braucht mindestens eine Nacht Schlaf. Achte auf deine Gedanken beim Aufwachen. Das was sich Bahn bricht ist niemals das was ich erwarte oder erzeugen wollte.

    _()_ danke für den Tipp.:grinsen:_()_

  • Schneelöwin
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    • 2. Juni 2020 um 22:07
    • #95
    xiaojinlong:

    Schneelöwin hättest du einen Vorschlag für einen Text?

    Ja, hätte ich.

    Dieser Text ist allerdings relativ kurz und nicht "nur" zu lesen?.

    Liebe Grüße Schneelöwin

    "All is always now"


  • xiaojinlong
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    • 2. Juni 2020 um 22:21
    • #96

    Schneelöwin schick mir einfach Mal eine PM.

    Ich habe ab morgen hoffentlich wieder Zuhause einen ordentlichen Internetzugang, dann bin ich auch wieder voll da.


    Noreply ich denke immer wieder, ich hätte was verstanden, versuche dann eine Antwort zu formulieren und Stelle dann fest dass ich mir noch nicht einmal sicher bin was überhaupt die Frage ist.

    _()_

    小金龍

  • Noreply
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    • 2. Juni 2020 um 22:50
    • #97
    xiaojinlong:

    Schneelöwin schick mir einfach Mal eine PM.

    Ich habe ab morgen hoffentlich wieder Zuhause einen ordentlichen Internetzugang, dann bin ich auch wieder voll da.


    Noreply ich denke immer wieder, ich hätte was verstanden, versuche dann eine Antwort zu formulieren und Stelle dann fest dass ich mir noch nicht einmal sicher bin was überhaupt die Frage ist.

    Na das ist doch hervorragend. So geht mir das auch. Doch dann zwing ich mich nur Gedanken zu schreiben. Das was da erscheint hau ich raus. du glaubst doch nicht ernsthaft das ich nicht auch meine Probleme habe als Helmut das wirklich zu verstehen? Das würde der gesamten Übersetzung widersprechen. Koan MU ist nicht zu fassen nur zu belabern. Manchmal versteh ich und schreib was und dann stell ich fest das war nicht das was ich verstanden habe und dann --Keine Worte aber eben auch kein Schweigen und dieses verdammte Schweigen hat keine Worte und sabbelt mich voll.

    Wie das Ich immer wieder stabilisiert werden muss muss auch immer wieder die Leere der Erleuchtung ausgehalten und aufgesucht werden.

    Einmal editiert, zuletzt von Noreply (2. Juni 2020 um 23:16)

  • Schmu
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    • 2. Juni 2020 um 23:17
    • #98

    Das ist das Problem aller Meister. Sie fassen Dinge in Worte, für die die Sprache aber ziemlich unzulänglich ist. Deshalb ist die Antwort auf die großen Fragen der Schüler nicht selten entweder Schweigen, oder ein Furz, oder eine Gegenfrage, oder ein albernes, groteskes Verhalten. :grinsen:

  • Leonie
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    • 2. Juni 2020 um 23:49
    • #99

    Zum Glück hat Dogen nicht wissen können, was er mit seinen Schriften anrichtet. Obwohl im Zuimonki - dem anderen Shobogenzo - zuimonki.pdf - hat er über das Problem des extensiven Studiums und dem Bestreben nach großem Wissen gesprochen. Dies sei nicht notwendig. Notwendig sei sich auf ein einziges Ding zu fokussieren - z.B. die Übung des Zazen.

    :zen:

  • Noreply
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    • 3. Juni 2020 um 00:06
    • #100
    Leonie:

    Zum Glück hat Dogen nicht wissen können, was er mit seinen Schriften anrichtet. Obwohl im Zuimonki - dem anderen Shobogenzo - zuimonki.pdf - hat er über das Problem des extensiven Studiums und dem Bestreben nach großem Wissen gesprochen. Dies sei nicht notwendig. Notwendig sei sich auf ein einziges Ding zu fokussieren - z.B. die Übung des Zazen.

    Dogen wusste genau, ganz genau was er tut und das es alles kein wirkliches Ergebnis bringt. Verstehen nur auf Augenhöhen doch dann keine Worte mehr. Und wenn Du glaubst das er alles auf Zazen gesetzt hat warum dann Genjokoan? Warum das Shobogenzo? Dann hätte ein Satz gereicht. Zen ist Zazen.

Ausgabe №. 135: „Achtsamkeit und Aktivismus"

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