Dharma

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    Das Pāli -Wort dhamma (sanskrit: dharma) ist im technischen Sinne ein Ausdruck für die Wahrheit, die jenseits der Einschränkungen durch subjektive Sicht und Begrifflichkeit liegt. Eine weitere Bedeutung hat dhamma als "Lehre"; es handelt sich dabei nicht um eine Beschreibung der Wahrheit, sondern um eine Beschreibung des Weges, der zur Verwirklichung dieser Wahrheit führt. Der Buddha lehnt daher bei der Verkündung seines Dhamma die Beantwortung spekulativer metaphysischer Fragen ab, sondern verweist stattdessen auf die vier Edlen Wahrheiten, die er bei seiner Erleuchtung entdeckt hat.

    pk Einführung Majjhima Nikaaya von Kay Zumwinkel

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    Das Buddhadhamma

    Die vier Edlen Wahrheiten

    Das Pāli -Wort dhamma (sanskrit: dharma) ist im technischen Sinne ein Ausdruck für die Wahrheit, die jenseits der Einschränkungen durch subjektive Sicht und Begrifflichkeit liegt. Eine weitere Bedeutung hat dhamma als "Lehre"; es handelt sich dabei nicht um eine Beschreibung der Wahrheit, sondern um eine Beschreibung des Weges, der zur Verwirklichung dieser Wahrheit führt. Der Buddha lehnt daher bei der Verkündung seines Dhamma die Beantwortung spekulativer metaphysischer Fragen ab, sondern verweist stattdessen auf die vier Edlen Wahrheiten, die er bei seiner Erleuchtung entdeckt hat: die Wahrheit, daß jegliche Existenz im Grunde nicht zufriedenstellend ist (dukkha); die Wahrheit, daß der Grund dafür in den Wesen selbst zu finden ist (samudaya); die Wahrheit, daß es einen Weg heraus aus dieser Misere gibt (nirodha); und die Wahrheit vom Weg, der aus dem Leiden heraus führt (magga).
    Auch wenn die vier Edlen Wahrheiten nur gelegentlich als solche erwähnt werden, sind dennoch alle Lehren des Buddha in ihnen enthalten, wie es in M28 ausdrücklich gesagt wird.


    Die vier Edlen Wahrheiten lassen sich zu zwei Aspekten zusammenfassen, nämlich: Dukkha und die Überwindung von Dukkha. Diese beiden sind letztlich in der einen Wahrheit von Dukkha enthalten, weil ein Erkennen und Verwirklichen von Dukkha als universaler Tatsache einhergeht mit der Vernichtung der Ursache von Dukkha. Dieses Wort "Dukkha" hat nicht nur die Bedeutung von "Leid" im Sinne eines schmerzhaften Erlebnisses; das Prinzip von Dukkha ist auch in glücklichen Erlebnissen zu finden, da jedes glückliche Erlebnis unbeständig ist und keine Sicherheit gewähren kann; ja bereits die Identifikation mit der Person, die Glück und Schmerz erlebt, ist mit dem Keim von Dukkha infiziert.

    Die Daseinsmerkmale

    Eng mit den Edlen Wahrheiten ist die Betrachtung der Daseinsmerkmale verbunden: alle Gestaltungen (Phänomene, die andere Phänomene determinieren) sind vergänglich, alle Gestaltungen sind Dukkha, alle Phänomene sind nicht Selbst. Die Vergänglichkeit reicht von kosmischen Dimensionen, der zyklischen Expansion und Kontraktion des Universums, über die mittlere Ebene, den Zyklus von Geburt und Tod, bis hinab zum Mikrokosmos körperlicher und geistiger Zustände, die nach kurzer Verweildauer vergehen, kaum daß sie entstanden sind.


    Um Befreiung von Dukkha zu erlangen gilt es, diese Daseinsmerkmale in der eigenen Erlebenswelt zu erkennen. Diese eigene Welt kann mit Hilfe verschiedener Systematiken analysiert werden, zum Beispiel in der Begrifflichkeit der fünf Daseinsgruppen, an denen angehaftet wird (Form, Gefühl, Wahrnehmung, Gestaltungen, Bewußtsein), in der Begrifflichkeit der sechs Sinnesgrundlagen, der sechs Elemente usw.. Ziel der Übung ist es, die Anhaftung an die genannten Dinge durch Entfaltung von Einsicht und Weisheit zu überwinden.


    "Nicht-Selbst" (anattā) ist die Aussage, in der sich die Lehre des Buddha von allen anderen religiösen Systemen grundlegend unterscheidet. Sie besagt, daß nirgendwo in den fünf Daseinsgruppen, den sechs Sinnesgrundlagen, den sechs Elementen usw. und nirgendwo außerhalb dieser Dinge eine unveränderliche, ewige, aus sich selbst heraus existierende, von Gestaltungen unabhängige Essenz zu finden ist. Das was andere Religionen als Seele bezeichnen und manchmal zu finden suchen, bezeichnet der Buddha als Illusion. Das darf auf der anderen Seite nicht als Nihilismus mißverstanden werden, da eine individuelle Existenz nicht abgestritten wird, aber eine "Persönlichkeit" hinter all den vergänglichen körperlichen und geistigen Prozessen zu fühlen, zu wollen und zu postulieren - das ist ein Ausdruck der zugrundeliegenden Unwissenheit, die eng mit Dukkha verbunden ist.

    Die Praxis

    Der Weg zur Befreiung von Dukkha, zu Nibbāna, zur Erleuchtung wird als Edler Achtfacher Pfad bezeichnet. Nirgendwo im Dhamma ist eine hierarchische deduktive Struktur zu finden, so ist auch der Edle Achtfache Pfad nicht einfach als Liste oder Untergliederung zu verstehen, sondern als ein Geflecht aus ineinander verwobenen Aspekten der Entwicklung zum Heilsamen. Es verwundert daher nicht, daß die einzelnen Lehraspekte bisweilen in verknüpfter Form dargeboten werden. Die Kombination aus den Edlen Wahrheiten und der Struktur der bedingten Entstehung, Bezugnahme auf die Erleuchtungsglieder, Achtsamkeitspraxis und anderes ist zu finden. Die einzelnen Glieder stehen auch untereinander in einer verblüffenden Beziehung, die in M117 erhellt wird.


    Die Praxis des Achtfachen Pfades hat drei Betätigungsfelder: Sittlichkeit oder Ethik (sīla), Geistesschulung (samādhi) und Weisheit (paññā). Auch diese Dinge sind eigentlich nicht voneinander zu trennen und bedingen sich gegenseitig; dennoch wenden sich die Lehrreden manchmal einem dieser Aspekte verstärkt zu.


    Lehrreden über Ethik wenden sich oft an Nicht-Ordinierte. Sie beschränken sich aber nicht auf das Moralpredigen oder das Verkünden von Geboten, sondern appellieren stets an die Weisheit der Verantwortung für die eigenen Handlungen. Diese Handlungen oder Kamma (sanskrit: karma) sind es, die das Wiedererscheinen in einem nächsten Dasein, vor allem das Wo und Wie bedingen. Das Gesetz von Handlung und Frucht, Ursache und Wirkung, ist völlig unpersönlich - die buddhistische Kosmologie kommt ohne ein höchstes Wesen als Schöpfer, Lenker und Richter aus.

    pk Einführung Majjhima Nikaaya von Kay Zumwinkel

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    Dem Begriff Dharma (Sanskrit) bzw. Dhamma (Pali) kommen im Buddhismus verschiedene kontextabhängige Bedeutungen zu. In einer der möglichen Lesarten bezeichnet er die Lehre Buddhas. Der Dharma als das vom Buddha erkannte und verkündete Daseinsgesetz beinhaltet die Lehre von den vier Edlen Wahrheiten und bildet in der Zufluchtsformel „Ich nehme Zuflucht zu Buddha, Dharma und Sangha“ eines der ‚Drei Juwelen‘, die auch als die ‚Drei Zufluchtsobjekte‘ bezeichnet werden. Vor diesem Hintergrund gilt der Dharma als ein Meditationsobjekt der Zehn Betrachtungen (anussati).


    Im Mahayana und Vajrayana verweist der Begriff neben der Lehre Buddhas zudem auf die Lehren der großen Bodhisattvas und aller Meister, die in der Nachfolge Buddhas Erleuchtung erlangt haben. Darüber hinaus ist das Wort als Sammelbezeichnung für die Gesamtheit aller Phänomene gebräuchlich.

    Dharma – Wikipedia (leichte Änderungen im Text)


    Anm.: (pl.) dhammā bezeichnet "Dinge" oder Phänomene, bzw. die Objekte des Geistes (sh. mano).


    vollständig überarbeitet von Spock am 11.07.2018