"Schwierige Menschen"....

  • Wer ist denn dein Lehrer?

  • Also, wen ihr beide sagt, dass ihr hier nicht dazugehört, dann ist das teilweise Veranlagung und teilweise eine bewusste Entscheidung. Veranlagung kann z.B. heißen: Introvertiert gemäß Jung. Oder Anderes.


    Aber trotzdem finde ich es etwas schade, wenn man so alleine (einsam?) ist.

  • Also, wen ihr beide sagt, dass ihr hier nicht dazugehört, dann ist das teilweise Veranlagung und teilweise eine bewusste Entscheidung. Veranlagung kann z.B. heißen: Introvertiert gemäß Jung. Oder Anderes.


    Aber trotzdem finde ich es etwas schade, wenn man so alleine (einsam?) ist.

    Ich habe mal vor langer Zeit geglaubt, dass ich nicht dazugehöre.

    Das lag daran, dass ich mich einsam fühlte.

    Ich war aber allein und das musste ich erkennen.

    Seit ich weiß, dass ich alleine bin, war ich nie wieder einsam.


    Psychologen sind nicht vereinbar mit der Lehre des Buddha. Psychologen wollen etwas heilen, das nach der Lehre nur immer Augenblicke existiert und das heißt in jedem neuen Augenblick neu geboren, wird und sofort vergeht.

    Edited once, last by Noreply ().

  • Seit ich weiß, dass ich alleine bin, war ich nie wieder einsam.

    :like:


    alleine = all-eins = mit allem eins sein _()_

    Ich weiß nicht, was ich bin; ich bin nicht, was ich weiß: Ein Ding und doch kein Ding, ein Pünktchen und ein Kreis. (Angelus Silesius)

  • Seit ich weiß, dass ich alleine bin, war ich nie wieder einsam.

    :like:


    alleine = all-eins = mit allem eins sein _()_

    Nein! Wirklich allein, vereinzelt, ungebunden, allein. Das gute deutsche Wort Allein.


    All-eins ist eine Folge von allein. Darum bin ich nie einsam, alles Lebewesen sind allein und wir begleiten uns, ohne das alleine sein zu vergessen.

  • Ich habe in einem Buch von Thich Nhat Hanh das Lob des Alleinseins gelesen. Dabei zitiert er auch Buddha.


    Trotzdem erscheint mir das irgendwie falsch. Ich kann mich aber auch irren.

  • Ich habe in einem Buch von Thich Nhat Hanh das Lob des Alleinseins gelesen. Dabei zitiert er auch Buddha.


    Trotzdem erscheint mir das irgendwie falsch. Ich kann mich aber auch irren.

    Das habe ich hat mich angeregt das genau zu prüfen.

  • Hallo, lieber Tim99 ,

    vielen Dank für deine offenen, ehrlichen Worte! _()_


    Was mich am Leben hält? Die Lehre, die ich vor vielen Jahren entdeckt habe, sehr viele Jahre.

    Bist du dir bewusst, dass es ein Glück war, dass du die Lehre entdeckt hast? (Passiert nicht sooo arg vielen...)

    Ayya Khema betonte in ihren Vorträgen gelegentlich, dass man "gutes Karma" hätte, wenn man die Chance erhält, die Lehre kennenzulernen. :)

    Ich denke mir oft, ich werde mich nicht brechen lassen

    Gut, niemand kann dich brechen, wenn du es nicht zulässt....


    Gut, selbst wenn ich mich zum x-ten Mal wiederhole, diesen Leitfaden, denn ich von einem langjährigen Mitglied hier bekommen habe, der ist sehr gut und daran will ich arbeiten.

    :like: :)


    Ich kämpfe nicht, egal ob man ich mag, mich ignoriert, mich bekämpft, es ist reine Akzeptanz.

    "Reine Akzeptanz" ist ein Ziel, das sich umso leichter erreichen (oder/und erhalten) lässt, je gelassener, friedlicher, gleichmütiger man im Inneren geworden ist.


    Wie du siehst, habe ich die "Rosinen" aus deinem "Beitrags"kuchen" herausgepickt.

    Manchmal hilft es, sich - zumindest eine Zeitlang - mehr von den Rosinen zu "ernähren", der Kuchen könnte schwer im Magen liegen...


    Alles Gute für dich!


    Liebe Grüße, Anna :heart: _()_ :)

    "Fähigkeit ruhiger Erwägung - Anfang aller Weisheit, Quell aller Güte."

    (Marie von Ebner-Eschenbach)


    "Vergänglich sind alle Gebilde, strebet ohne Unterlass."

    (Buddha Shakyamuni, "letzte Worte")


    "...In der Aufhebung des Begehrens (tanha) besteht die Aufhebung des Leidens.

    Dieser edle achtfache Pfad aber ist der zur Aufhebung des Leidens führende Weg..."

    (AN.VI.63)

  • Hallo, lieber Noreply ,

    vielen Dank für deine bereichernden Beiträge! _()_


    Ich gehöre hier auch nicht her. Na und ich bin da.

    :D Genau, na und! Ich finde es gut, dass du DA bist!... :)

    (Und woher "weißt" du eigentlich, dass du "nicht hergehörst"?? ;) )


    Einsam zu sein, ist m.E. Alleinsein, mit dem Bedürfnis /Wunsch, Gesellschaft zu haben, nicht allein zu sein.

    "Allein" sind wir letztlich alle, niemand ist immer bei uns, aber im Sinne von "ungebunden", "selbstgenügsam", "frei", betrachtet, kann man es positiv sehen.


    -Denn wenn man Andere nicht (für sein emotionales Wohlbefinden) braucht, GEbraucht man sie auch nicht....-


    Interessant, deine Schlussfolgerung, lieber Noreply : "All-eins ist eine Folge von "allein"." :?

    "Wir begleiten uns, ohne das Alleinsein zu vergessen." :like:

    Da stellt sich mir noch die Frage, wie du "Begleitung" verstehst:

    (Ev. parallel) nebeneinander zu gehen oder miteinander (wobei Letzteres ein Gefühl der Verbundenheit implizieren würde)?


    Liebe Grüße, Anna _()_ :heart: :)

    "Fähigkeit ruhiger Erwägung - Anfang aller Weisheit, Quell aller Güte."

    (Marie von Ebner-Eschenbach)


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    (Buddha Shakyamuni, "letzte Worte")


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    (AN.VI.63)

  • Begleiten ist unausweichlich, wechselseitig Abhängigkeit der Bedingungen macht es unmöglich nicht begleitet zu werden. Das gibt es kein nebeneinander, hintereinander, miteinander verbunden, nur begleiten, alles andere ist vom Standpunkt eines verblendeten ich.

  • Früher war mein Leben ganz anders, dafür bin ich sehr dankbar. Und heute habe ich die Erkenntnis, der einzige, der mein Leben lebenswert machen könne sitzt gerade 50 cm vor eine Computerbildschirm.


    Das finde ich richtig. Und das Gefühl, "definitiv nicht dazuzugehören" hat wohl jeder Mensch mal gehabt, sei es auch nur in der Pubertät. Wozu will man denn auch gehören? Ich gehöre zu gar nichts und bin trotzdem nicht allein im Sinne von einsam. Ohne andere Menschen gäbe es mich gar nicht und ohne andere Menschen kann ich auch nicht existieren, sei es auch nur der Bäcker, der mein Brot backt. Seitdem mir das mal klar wurde fühlte ich mich nicht mehr allein auch wenn ich mir das sogar manchmal gewünscht habe.


    Wenn ich isoliert vor dem PC sitze, kann ich mir alles vorstellen. Wenn ich durch die Welt laufe und mir wie das Urmel aus dem Eis all die schönen (oder auch unschönen) Sachen ansehe, spüre ich dann doch die eigene Verbundenheit. So denke ich es jetzt.


    Liebe Grüsse! Nanu

    :)

    Edited once, last by Nanu ().

  • Alle Mit-Einander,

    ich möchte Euch mal ein großes Dankeschön senden, denn dieser Thread hat mir sehr geholfen, mit meiner lebenslangen (seit 65 Jahren) hin und wieder als schwierig empfundenen Freundin endlich mitfühlend und loslassend von "altem Groll" zurechtzukommen. Ganz im Gegenteil, hier gelesene hilfreiche Beiträge haben mich während unserer Treffen begleitet und mir geholfen, unvoreingenommen offen zu bleiben.


    Das wurde mir erst heute richtig klar.


    Ich empfinde Euch als meine Begleiter und fühle mich dadurch nicht einsam.

    _()_ :heart: Monika

    Ohne mich ist das Leben ganz einfach

    Ayya Khema

    Oder anders ausgedrückt: Die Beherrschung der Gedanken ist der Weg zum Glück (SH Dalai Lama)

  • Das freut mich sehr für dich und deine Freundin, liebe Monika, - so eine lebenslange Freundschaft ist ein seltenes, wertvolles Geschenk.

    Ich wünsche euch noch viele harmonische, glückliche Jahre miteinander!


    Liebe Grüße, Anna :) _()_ :heart:

    "Fähigkeit ruhiger Erwägung - Anfang aller Weisheit, Quell aller Güte."

    (Marie von Ebner-Eschenbach)


    "Vergänglich sind alle Gebilde, strebet ohne Unterlass."

    (Buddha Shakyamuni, "letzte Worte")


    "...In der Aufhebung des Begehrens (tanha) besteht die Aufhebung des Leidens.

    Dieser edle achtfache Pfad aber ist der zur Aufhebung des Leidens führende Weg..."

    (AN.VI.63)

  • Das erinnert mich an einen Projektleiter in einer früheren Firma. Etwa 2x die Woche hat von man irgendwoher einen reisen Schrei gehört. Da wusste jeder, dass er wieder einen Wutanfall hatte. Wenn man ihm sagen musste, dass dies so nicht gehen wird, begann dann oft das Zittern an den Händen. Wenn man ihn dann nicht noch abfangen konnte, wurde das Zittern immer stärker bis auch die Oberarme und die Schultern sich regelrecht schüchtelten. Und dann erfolgte ein riesen Schrei.


    Das Management hat das nie interessiert. Solange jemand Leistung zeigt, wird nichts getan. Erst wenn die Leistung abfällt macht man einen Aufhebungsvertrag oder sowas. Naja, jedenfalls diese Firma damals ging so vor.


    Als ich schon lange nicht mehr in dieser Firma war traf ich ihn einmal zufällig in einer S-Bahn. Er hat sich gefreut mich wiederzusehen. Sein Bruder, der auch in dieser Firma arbeitete, ließe mich auch grüßen. Ich war ganz von den Socken.


    Gut, dieser Projektleiter war eigentlich ein freundlicher Mensch, der einen Therapeuten gebraucht hätte, weil er mit seinen Wutanfällen nicht mehr klarkommt. Das ist etwas ganz anderes als ein Putin oder jemand, der rücksichtslos und brutal ist. Aber nicht bei jedem, der einen auf den Senkel geht, steht auch ein Putin dahinter. In Wirklichkeit steht oft jemand anderes dahinter. Das vergisst man in Wut und Ärger schnell. Jemand, der mit etwas nicht klarkommt und sich nicht helfen kann.

    Die Dinge entstehen, existieren und vergehen. Das ist normal. Ajaan Tippakorn

  • Ich habe gestern kurz Kontakt gehabt mit einem schwierigen Menschen ( für mich schwierig ), den ich schon lange kenne. Ich mache mir manchmal sorgen um ihn. Auf der anderen Seite, kann ich mit ihm nicht all zulange zusammen sein, da er ganz andere Themen hat. Was ihn interessiert, über was er sich freut. Manche Einstellungen kommen noch dazu. Er hat auch nette Seiten.

    Er braucht jemanden zum reden, da er viel alleine ist. Doch da ich ihn schon lange kenne oder zwischen uns ein immer noch nicht geklärtes Ereignis ist, etwas was ich immer noch nicht ganz verziehen habe- manchmal schien es so, doch dann verhält er sich so, dass ich daran erinnert werde. Oder sagt etwas. Aus Höflichkeit oder gutem willen ( naja mit widerwillen in mir ) rief ich ihn zurück. Er wollte nur reden. Ob es mich interessiert, war ihm egal. Ich hätte wenn ich Güte oder Mitgefühl gehabt hätte, nicht die ganze Zeit gedacht " immer dasselbe, sollte ich ihm nicht wieder sagen, dass es unwichtig ist worüber er sich Gedanken macht ? Dass er sich mal andere Hobbys suchen sollte oder überlegen, worauf es im Leben wirklich ankommt bzw sich etwas suchen was ihm einen echten Sinn und Freude gibt ? "


    Also ich habe so einen Widerstand gehabt zuzuhören. Habe zwar eine Weile zugehört, aber es hat mich nicht interessiert ( sonst schon irgendwie, also ich habe mir Gedanken gemacht zB wieso denkt er so ), ich habe mich kurz wie abgeschaltet, habe gar nicht zugehört. Dann sagte ich " du brauchtest nicht so ausholen, so genau wollte ich das alles nicht wissen ". Er meckerte wahrscheinlich etwas, aber ich habe nicht zugehört, habe nur gedacht " Gespräch beenden ".

    Und sagte " Tschüß ".


    Manchmal hatte ich zwar auch keine richtige wohlwollende Liebe für ihn, wenn ich mit ihm gesprochen habe, aber habe ihm wirklich zugehört ( wenn auch manchmal manches mich traurig gemacht hat oder wütend, es aber nicht gesagt ) und irgendwann auch mal gesagt zB so kommst du nicht weiter. ( Freundlich, im friedlichen Ton ).


    Er sagte " ja hast recht "


    Gestern war es ein aufgezwungenes Zuhören wollen ohne den Wunsch zu helfen, wahrscheinlich weil es mir selbst nicht gut ging, oder da ich gestern dachte : " Ihm kann keiner helfen. Er ändert sich sowieso nicht".


    Was lerne ich draus ? Wenn ich nicht wirklich möchte, sollte ich nicht zurück rufen. Wenn ich mit mir selbst gerade genug zu tun habe, sollte ich mich darum kümmern und nicht versuchen mich um andere zu kümmern bzw um jemanden bei dem das schwierig ist. Manchmal ist nicht rangehen und nicht zurückrufen besser.


    So wurde keinem geholfen.


    Es ist so, dass mit Güte und Mitgefühl wir jedem gerne zuhören und wenn wir merken jemanden bringt etwas nicht weiter, versuchen wir zu helfen. Aber wir veurteilen nicht das was er denkt.


    Es war mir leider nicht möglich, ohne die Güte und dem Mitgefühl kann ich keine gute Zuhörerin sein ( bei manchen ).


    Wollte nur sagen, dass ich es kenne, dass ich mal ganz anders war bei diesem Menschen, seine Gedanken nicht verurteilt habe und hilfreiche Worte fand.


    Das war durch die Geistschulung möglich. Es war Frieden gewesen. Schön.

    Also ich fand das passt zum Thema. ( Da es für mich noch ein schwieriger Mensch ist, also ich habe manchmal kein Feingefühl, Mitgefühl bei ihm, kann es nicht aufbringen, darum ist er schwierig ).

    Der Weise, der, auf Sittlichkeit gestützt,

    Den Geist entfaltet, sich in Weisheit übt,

    Ein solch entschlossener und weiser Jünger

    Mag dieses Lebens Wirrsal einst entwirren.


    (Diese Verse finden sich im Samyutta-Nikāya).

    Edited 7 times, last by Rigpa ().

  • Monikadie4.

    Ich "fürchte" ich habe dir geholfen? Weil mit den Sachen fangen die Meisten ja eher wenig an, das ist dann eher anders lehrreich, wie man es eben nicht machen soll.


    Irgendwer hat gefragt, wer mein Lehrer ist bzw. war. Jemand aus Asien, der 50 Jahre hier lebt.


    Also selbst wo ich noch mehr Kontakte hatte als heute, ich fand nie, dass ich Teil davon bin.


    Es hat sich immer so angefühlt, aber egal.


    Ich denke es ist ein Unterschied, ob man jahrelang in einem Kloster in Tibet oder Nepal lebt oder voll im gesellschaftlichen Leben sich bewegen "muss".


    Und ich behaupte auch, es ist überall anders, wenn hier Mitglieder sagen, es sei überall das selbe, dann sehe ich das nicht so. Gewisse Dinge des Lebens sind überall gleich, aber die Kulturen, die Gesellschaften unterscheiden sich schon sehr und nur zu glauben, wenn man in einem Wohlstandsland lebt, dass dann alles toll ist, das sehe ich anders.


    Wenn man mich nach Lösungen fragt im Sinne, warum viele Menschen so unglücklich sind, dann sage ich immer drei Sachen, behandelt euch respektvoll, wertschätzend und gutmütig.


    Das Problem an der Aussage ist, dass vermutlich 5% der Menschen das intellektuell verstehen, die meisten wüssten nicht von was ich da rede.

  • Wenn "schwierige" Menschen nur erkennen würden, dass sie "schwirig" sind. Wer will schon schwierig sein. Ich selbst bin vermutlich auch ein wenig schwierig.. Es fällt mir sehr schwer, mich selbst zu erkennen. Metakognition, Dunning-Kruger-Effekt un solche Stichworte will ich mal in den Raum werfen. Ich möchte beim Erkennen in solchen Sachen nicht nur in den Spiegel gucken, sondern ich will immer näher heran kommen. Bis ich der Spiegel bin.

    "Setz dich, Freund und trink einen Tee."

  • Ich bin nicht schwierig, ich bin da, wenn jemand was braucht und sonst lasse ich die Menschen in Ruhe. Was ich nicht mag, ist wenn Menschen Fakten nicht anerkennen bzw. sich gar nicht damit beschäftigen und keinen Millimeter von ihrer Meinung abrücken, obwohl sie sich damit gar nicht auseinander gesetzt haben. Und nein hier geht es nicht darum andere zu verändern, aber diese Menschen versuchen nicht einmal eine andere Sicht sich anzuhören und das fällt für mich unter Unwissenheit.


    Wobei es ist mittlerweile egal geworden, ich bin abgekehrt von Kommunikationen, es ist egal, was jemand für Sichtweisen hat, es geht um mein Leben und nicht das der Anderen und das werde ich alleine die Jahre oder Minuten, Stunden, Tage, die mir noch bleiben genießen versuchen.

  • Ihr Lieben, nochmal herzlichen Dank an euch alle für eure berührenden, ehrlichen und lehrreichen Beiträge! _()_ :heart:


    Stelle hier noch einen Text aus dem Palikanon (Auszug) ein, der demonstriert, dass die Bhikkhus vor 2500 Jahren, auch schon so ihre Schwierigkeiten mit sich und Anderen hatten und zur Reflexion angehalten wurden....:


    Majjhima Nikāya 15

    Schlußfolgerung - Anumāna Sutta

    ..........

    7. "1) Nun, Freunde, sollte ein Bhikkhu sich selbst so reflektieren: 'Habe ich üble Wünsche, bin ich von üblen Wünschen beherrscht?' Falls er weiß, wenn er so reflektiert: 'Ich habe üble Wünsche, ich bin von üblen Wünschen beherrscht', dann sollte er sich anstrengen, jene üblen unheilsamen Zustände zu überwinden. Falls er aber weiß, wenn er so reflektiert: 'Ich habe keine üblen Wünsche, ich bin nicht von üblen Wünschen beherrscht', dann kann er verzückt [2] und froh verweilen, wobei er sich Tag und Nacht in heilsamen Zuständen übt.

    2) Wiederum sollte ein Bhikkhu sich selbst so reflektieren: 'Lobe ich mich selbst und verunglimpfe ich andere?' Falls er weiß, wenn er so reflektiert: 'Ich lobe mich selbst und verunglimpfe andere', dann sollte er sich anstrengen, jene üblen unheilsamen Zustände zu überwinden. Falls er aber weiß, wenn er so reflektiert: 'Ich lobe mich nicht selbst und verunglimpfe andere nicht', dann kann er verzückt und froh verweilen, wobei er sich Tag und Nacht in heilsamen Zuständen übt.

    3) Wiederum sollte ein Bhikkhu sich selbst so reflektieren: 'Bin ich zornig und von Zorn überwältigt?' Falls er weiß, wenn er so reflektiert: 'Ich bin zornig und von Zorn überwältigt', dann sollte er sich anstrengen, jene üblen unheilsamen Zustände zu überwinden. Falls er aber weiß, wenn er so reflektiert: 'Ich bin nicht zornig und nicht von Zorn überwältigt', dann kann er verzückt und froh verweilen, wobei er sich Tag und Nacht in heilsamen Zuständen übt.

    4) Wiederum sollte ein Bhikkhu sich selbst so reflektieren: 'Bin ich zornig und aufgrund von Zorn auf Rache sinnend?' Falls er weiß, wenn er so reflektiert: 'Ich bin zornig und aufgrund von Zorn auf Rache sinnend ', dann sollte er sich anstrengen, jene üblen unheilsamen Zustände zu überwinden. Falls er aber weiß, wenn er so reflektiert: 'Ich bin nicht zornig und nicht aufgrund von Zorn auf Rache sinnend', dann kann er verzückt und froh verweilen, wobei er sich Tag und Nacht in heilsamen Zuständen übt.

    5) Wiederum sollte ein Bhikkhu sich selbst so reflektieren: 'Bin ich zornig und starrköpfig aufgrund von Zorn?' Falls er weiß, wenn er so reflektiert: 'Ich bin zornig und starrköpfig aufgrund von Zorn', dann sollte er sich anstrengen, jene üblen unheilsamen Zustände zu überwinden. Falls er aber weiß, wenn er so reflektiert: 'Ich bin nicht zornig und nicht starrköpfig aufgrund von Zorn', dann kann er verzückt und froh verweilen, wobei er sich Tag und Nacht in heilsamen Zuständen übt.

    6) Wiederum sollte ein Bhikkhu sich selbst so reflektieren: 'Bin ich zornig und äußere ich Worte, die an Zorn grenzen?' Falls er weiß, wenn er so reflektiert: 'Ich bin zornig und äußere Worte, die an Zorn grenzen', dann sollte er sich anstrengen, jene üblen unheilsamen Zustände zu überwinden. Falls er aber weiß, wenn er so reflektiert: 'Ich bin nicht zornig äußere keine Worte, die an Zorn grenzen', dann kann er verzückt und froh verweilen, wobei er sich Tag und Nacht in heilsamen Zuständen übt.

    7) Wiederum sollte ein Bhikkhu sich selbst so reflektieren: 'Sträube ich mich, wenn ich getadelt werde, gegen den, der mich tadelt?' Falls er weiß, wenn er so reflektiert: 'Ich sträube mich, wenn ich getadelt werde, gegen den, der mich tadelt', dann sollte er sich anstrengen, jene üblen unheilsamen Zustände zu überwinden. Falls er aber weiß, wenn er so reflektiert: 'Ich sträube ich mich nicht, wenn ich getadelt werde, gegen den, der mich tadelt', dann kann er verzückt und froh verweilen, wobei er sich Tag und Nacht in heilsamen Zuständen übt.

    8)Wiederum sollte ein Bhikkhu sich selbst so reflektieren: 'Verleumde ich, wenn ich getadelt werde, den, der mich tadelt?' Falls er weiß, wenn er so reflektiert: 'Ich verleumde, wenn ich getadelt werde, den, der mich tadelt', dann sollte er sich anstrengen, jene üblen unheilsamen Zustände zu überwinden. Falls er aber weiß, wenn er so reflektiert: 'Ich verleumde nicht, wenn ich getadelt werde, den, der mich tadelt', dann kann er verzückt und froh verweilen, wobei er sich Tag und Nacht in heilsamen Zuständen übt.

    9) Wiederum sollte ein Bhikkhu sich selbst so reflektieren: 'Gebe ich einen Tadel zurück, wenn ich getadelt werde, an den, der mich tadelt?' Falls er weiß, wenn er so reflektiert: 'Ich gebe einen Tadel zurück, wenn ich getadelt werde, an den, der mich tadelt', dann sollte er sich anstrengen, jene üblen unheilsamen Zustände zu überwinden. Falls er aber weiß, wenn er so reflektiert: 'Ich gebe keinen Tadel zurück, wenn ich getadelt werde, an den, der mich tadelt', dann kann er verzückt und froh verweilen, wobei er sich Tag und Nacht in heilsamen Zuständen übt.

    10) Wiederum sollte ein Bhikkhu sich selbst so reflektieren: 'Mache ich Ausflüchte, wenn ich getadelt werde, lenke ich das Gespräch ab und zeige ich Zorn, Haß und Verbitterung?' Falls er weiß, wenn er so reflektiert: 'Ich mache Ausflüchte, wenn ich getadelt werde, ich lenke das Gespräch ab und zeige Zorn, Haß und Verbitterung', dann sollte er sich anstrengen, jene üblen unheilsamen Zustände zu überwinden. Falls er aber weiß, wenn er so reflektiert: 'Ich mache keine Ausflüchte, wenn ich getadelt werde, ich lenke das Gespräch nicht ab und zeige nicht Zorn, Haß und Verbitterung', dann kann er verzückt und froh verweilen, wobei er sich Tag und Nacht in heilsamen Zuständen übt.

    11) Wiederum sollte ein Bhikkhu sich selbst so reflektieren: 'Versäume ich es, wenn ich getadelt werde, für mein Benehmen einzustehen?' Falls er weiß, wenn er so reflektiert: 'Ich versäume es, wenn ich getadelt werde, für mein Benehmen einzustehen', dann sollte er sich anstrengen, jene üblen unheilsamen Zustände zu überwinden. Falls er aber weiß, wenn er so reflektiert: 'Ich versäume es nicht, wenn ich getadelt werde, für mein Benehmen einzustehen', dann kann er verzückt und froh verweilen, wobei er sich Tag und Nacht in heilsamen Zuständen übt.

    12) Wiederum sollte ein Bhikkhu sich selbst so reflektieren: 'Bin ich verächtlich und herrisch?' Falls er weiß, wenn er so reflektiert: 'Ich bin verächtlich und herrisch', dann sollte er sich anstrengen, jene üblen unheilsamen Zustände zu überwinden. Falls er aber weiß, wenn er so reflektiert: 'Ich bin nicht verächtlich und herrisch', dann kann er verzückt und froh verweilen, wobei er sich Tag und Nacht in heilsamen Zuständen übt.

    13) Wiederum sollte ein Bhikkhu sich selbst so reflektieren: 'Bin ich neidisch und habsüchtig?' Falls er weiß, wenn er so reflektiert: 'Ich bin neidisch und habsüchtig', dann sollte er sich anstrengen, jene üblen unheilsamen Zustände zu überwinden. Falls er aber weiß, wenn er so reflektiert: 'Ich bin nicht neidisch und habsüchtig', dann kann er verzückt und froh verweilen, wobei er sich Tag und Nacht in heilsamen Zuständen übt.

    14) Wiederum sollte ein Bhikkhu sich selbst so reflektieren: 'Bin ich betrügerisch und hinterlistig?' Falls er weiß, wenn er so reflektiert: 'Ich bin betrügerisch und hinterlistig', dann sollte er sich anstrengen, jene üblen unheilsamen Zustände zu überwinden. Falls er aber weiß, wenn er so reflektiert: 'Ich bin nicht betrügerisch und hinterlistig', dann kann er verzückt und froh verweilen, wobei er sich Tag und Nacht in heilsamen Zuständen übt.

    15) Wiederum sollte ein Bhikkhu sich selbst so reflektieren: 'Bin ich starrsinnig und arrogant?' Falls er weiß, wenn er so reflektiert: 'Ich bin starrsinnig und arrogant', dann sollte er sich anstrengen, jene üblen unheilsamen Zustände zu überwinden. Falls er aber weiß, wenn er so reflektiert: 'Ich bin nicht starrsinnig und arrogant', dann kann er verzückt und froh verweilen, wobei er sich Tag und Nacht in heilsamen Zuständen übt.

    16) Wiederum sollte ein Bhikkhu sich selbst so reflektieren: 'Bin ich meinen eigenen Ansichten verhaftet, halte ich zäh an ihnen fest und verzichte nur unter Schwierigkeiten auf sie?' Falls er weiß, wenn er so reflektiert: 'Ich bin meinen eigenen Ansichten verhaftet, halte zäh an ihnen fest und verzichte nur unter Schwierigkeiten auf sie', dann sollte er sich anstrengen, jene üblen unheilsamen Zustände zu überwinden. Falls er aber weiß, wenn er so reflektiert: 'Ich bin meinen eigenen Ansichten nicht verhaftet, halte nicht zäh an ihnen fest und verzichte leicht auf sie', dann kann er verzückt und froh verweilen, wobei er sich Tag und Nacht in heilsamen Zuständen übt."

    8. "Freunde, wenn ein Bhikkhu sich selbst so reflektiert, falls er bemerkt, daß diese üblen unheilsamen Zustände nicht alle in ihm überwunden sind, dann sollte er sich anstrengen, sie alle zu überwinden. Aber falls er bemerkt, wenn er sich selbst so reflektiert, daß sie alle in ihm überwunden sind, dann kann er verzückt und froh verweilen, wobei er sich Tag und Nacht in heilsamen Zuständen übt."

    "Gerade so wie eine Frau - oder ein Mann - jung, jugendlich, in Schmuck vernarrt, wenn sie das Abbild ihres eigenen Gesichts reflektiert, in einem klaren, hellen Spiegel oder in einem Becken mit klarem Wasser, und dabei einen Schmutzfleck oder einen Makel bemerkt, sie sich anstrengt, ihn zu beseitigen, sie aber, wenn sie keinen Schmutzfleck oder Makel bemerkt, denkt: 'Es ist ein Gewinn für mich, daß es rein ist'; genauso sollte ein Bhikkhu, wenn er sich so reflektiert, falls er bemerkt, daß diese üblen unheilsamen Zustände nicht alle in ihm überwunden sind, sich anstrengen, sie alle zu überwinden. Aber falls er, wenn er sich so reflektiert, bemerkt, daß sie alle in ihm überwunden sind, dann kann er verzückt und froh verweilen, wobei er sich Tag und Nacht in heilsamen Zuständen übt."


    Das ist es, was der ehrwürdige Mahā Moggallāna sagte. Die Bhikkhus waren zufrieden und entzückt über die Worte des ehrwürdigen Mahā Moggallāna.


    .......

    "Fähigkeit ruhiger Erwägung - Anfang aller Weisheit, Quell aller Güte."

    (Marie von Ebner-Eschenbach)


    "Vergänglich sind alle Gebilde, strebet ohne Unterlass."

    (Buddha Shakyamuni, "letzte Worte")


    "...In der Aufhebung des Begehrens (tanha) besteht die Aufhebung des Leidens.

    Dieser edle achtfache Pfad aber ist der zur Aufhebung des Leidens führende Weg..."

    (AN.VI.63)

  • (…) ich bin da, wenn jemand was braucht (…) es geht um mein Leben und nicht das der Anderen (…)

    was denn nun?

    Ich kenne niemand, der nicht irgendwas braucht an Erfüllung von Grundbedürfnissen, sei es ein offenes Ohr um zuzuhören, einen positiven Zuspruch, Zeit sich zu erholen, etwas zu essen, ein Dach über dem Kopf, …

    Edited once, last by Gurkenhut ().

  • Wenn "schwierige" Menschen nur erkennen würden, dass sie "schwirig" sind. Wer will schon schwierig sein.

    Ganz genau! Deswegen halte ich Meditation so wertvoll, weil es auch Selbsterkenntnis bringen kann. Und das macht im Leben den großen Unterschied aus. Im Buddhismus sehe ich es als große Stärke an, dass man sich um Erkenntnis und Weiterentwicklung bemüht.


    Mein Vater hat immer gut für die Familie gesorgt. Hat sich für die Kinder auch Zeit genommen. Aber er war manchmal aufbrausend. Das hat ihm unverhältnismäßig viel Sympathien gekostet, weil die Leute auf sowas stärker reagieren. Hätte er das bemerkt und korrigieren können, wäre es ein viel besseres Leben gewesen.

    Die Dinge entstehen, existieren und vergehen. Das ist normal. Ajaan Tippakorn

  • Ich war auch manchmal aufbrausend, besserwisserisch, ungeduldig, arrogant ... und meistens hilfsbereit, kollegial, liebevoll ... aber ...


    Was heute hängengeblieben ist und womit ich immer wieder ringe sind die Reue, die Trauer und das ganze unnütze Sichselbstbehaupten und Diskutieren um ungelegte Eier und Dinge, die wir nicht wissen können, weil wir sie nicht erlebt haben oder nicht in den "Schuhen der anderen gehen".


    Zu meinem Glück habe ich mich ein Leben lang mit dem Sinn des Lebens und seit zig Jahren mit Buddhas Lehre auseinandergesetzt. Sonst hätte ich mich nicht erkannt und könnte mich jetzt nicht lernen anzunehmen und mir vergeben.

    Was trotz allem Wissen schwerfällt.


    _()_

    Ohne mich ist das Leben ganz einfach

    Ayya Khema

    Oder anders ausgedrückt: Die Beherrschung der Gedanken ist der Weg zum Glück (SH Dalai Lama)

  • Wenn "schwierige" Menschen nur erkennen würden, dass sie "schwirig" sind. Wer will schon schwierig sein.

    Ganz genau! Deswegen halte ich Meditation so wertvoll, weil es auch Selbsterkenntnis bringen kann. (...)

    Die Frage ist, warum ist es ein Problem, wenn man schwierig ist. Und wer beurteilt das.


    Besser, man geht davon aus, dass man schwierig ist. Das ist ja am Ende auch nur ein Etikett, dass nur begrenzten Wert hat.


    Oder um es mit Tony de Mello zu sagen: Ich bin ein Arsch, Du bist ein Arsch. So what?


    Liebe Grüße,

    Aravind.

  • Guten Morgen, lieber Aravind , :)

    Die Frage ist, warum ist es ein Problem, wenn man schwierig ist. Und wer beurteilt das.


    Besser, man geht davon aus, dass man schwierig ist. Das ist ja am Ende auch nur ein Etikett, dass nur begrenzten Wert hat.


    Oder um es mit Tony de Mello zu sagen: Ich bin ein Arsch, Du bist ein Arsch. So what?

    Zum Problem wird "Schwierigsein" ja nur, wenn Andere - und/oder man selbst - darunter zu leiden beginnen. Beurteilen tun das in der Folge die jeweils Betroffenen...


    "Ich bin ein Narr, du bist ein Narr" ist ein guter Ansatz, um runterzukommen, zu entspannen und bestimmte Vorstellungen, wie jemand oder etwas zu sein hat, loszulassen.

    (Habe de Mello vor über 20 Jahren gelesen und damals jede Menge Widerstand gespürt, weil ich ihn nicht verstand ;) )


    Liebe Grüße, Anna _()_ :heart: :)

    "Fähigkeit ruhiger Erwägung - Anfang aller Weisheit, Quell aller Güte."

    (Marie von Ebner-Eschenbach)


    "Vergänglich sind alle Gebilde, strebet ohne Unterlass."

    (Buddha Shakyamuni, "letzte Worte")


    "...In der Aufhebung des Begehrens (tanha) besteht die Aufhebung des Leidens.

    Dieser edle achtfache Pfad aber ist der zur Aufhebung des Leidens führende Weg..."

    (AN.VI.63)

  • Zum Problem wird "Schwierigsein" ja nur, wenn Andere - und/oder man selbst - darunter zu leiden beginnen. Beurteilen tun das in der Folge die jeweils Betroffenen...

    Naja, es wäre manchmal schon ganz nett und das Leben angenehmer, wenn sich da manch einer mal weiterentwickeln würde. Als rein mentales Problem bei sich selbst würde ich das nicht sehen.

    Die Dinge entstehen, existieren und vergehen. Das ist normal. Ajaan Tippakorn