A.II.23-26 Falsche Aussagen

Moderator: void

Zwei, ihr Mönche, machen falsche Aussagen über den Vollendeten. Welche zwei?

  • Der Böse in übler Gesinnung und
  • der blind Vertrauende aus Unverstand.
Diese beiden machen falsche Aussagen über den Vollendeten.

Zwei, ihr Mönche, machen falsche Aussagen über den Vollendeten. Welche zwei?

  • Derjenige, der das vom Vollendeten Nichtgesprochene und Nichtgelehrte für das vom Vollendeten Gesprochene und Gelehrte ausgibt; und
  • derjenige, der das vom Vollendeten Gesprochene und Gelehrte für das vom Vollendeten Nichtgesprochene und Nichtgelehrte ausgibt.
Diese beiden machen falsche Aussagen über den Vollendeten.


Zwei, ihr Mönche, machen keine falschen Aussagen über den Vollendeten. Welche zwei?

  • Derjenige, der das vom Vollendeten Nichtgesprochene und Nichtgelehrte für vom Vollendeten nicht gesprochen und nicht gelehrt erklärt; und
  • derjenige, der das vom Vollendeten Gesprochene und Gelehrte für vom Vollendeten gesprochen und gelehrt erklärt.
Diese beiden machen keine falschen Aussagen über den Vollendeten.


Zwei, ihr Mönche, machen falsche Aussagen über den Vollendeten. Welche zwei?

  • Derjenige, der eine Lehrrede mit einem der Deutung bedürfenden Sinne für eine Lehrrede mit ausgemachtem Sinne erklärt; und
  • derjenige, der eine Lehrrede mit ausgemachtem Sinne für eine Lehrrede mit der Deutung bedürfenden Sinne erklärt.
Diese beiden machen falsche Aussagen über den Vollendeten.


Zwei, ihr Mönche, machen keine falschen Aussagen über den Vollendeten. Welche zwei?

  • Derjenige, der eine Lehrrede mit einem der Deutung bedürfenden Sinne für eine ebensolche erklärt; und
  • derjenige, der eine Lehrrede mit ausgemachtem Sinne für eine ebensolche erklärt.

Diese beiden machen keine falschen Aussagen.

http://www.palikanon.com/angutt/a02_022-042.html#a_ii23

eine Lehrrede mit einem der Deutung bedürfenden Sinne


  • Was ist das?
  • Wer entscheidet es?
  • Ändert sich das im Lauf der Zeit? Bei Änderungen von Sprache? Bei kulturellen Umwälzungen?
  • Ändert sich das möglicherweise von Ort zu Ort?
  • Von Schule zu Schule?

Eure Meinungen würden mich interessieren
Steht doch im Kommentar:
(*1) K: Wenn es in den Lehrreden heißt: »Ein Wesen (puggala) gibt es ...« (I, 22) oder »Zwei Wesen gibt es ...« (II, 53), so hat dies einen der Deutung (oder näherer Erklärung) bedürfenden Sinn (neyy'attha). Wenn auch der Buddha derart sprach, so gibt es doch im höchsten oder strikten Sinne (paramattha) kein beharrendes Wesen, keine beharrende Persönlichkeit (puggala). Der Sinn obiger Aussprüche ist also einer näheren Erklärung bedürftig. Doch jener (in unserem Text Erwähnte) glaubt törichterweise, daß dies eine Lehrrede 'mit ausgemachtem Sinn' (nīt'attha) sei.
(*2) K: Wenn jedoch der Erhabene davon spricht, daß (alles Gewordene) vergänglich, leidvoll und ichlos ist, so hat es eben diesen und keinen anderen Sinn. Doch jener (im Text Erwähnte) glaubt törichterweise, daß dies einen der Deutung bedürfenden Sinn hat und behauptet, daß es (im höchsten Sinne) etwas Ewiges, Glückhaftes und ein Ich gebe.
Bedarf dieser Kommentar möglicherweise der Deutung? :mrgreen:
fotost hat geschrieben:
Bedarf dieser Kommentar möglicherweise der Deutung? :mrgreen:


Nein. Aber deine Fragen solltest du kommentieren, denn der Sinn der Lehrrede ist ja offensichtlich und deine Fragen bedürfen also der Deutung. Das kannst aber nur du hier machen.
Tychiades hat geschrieben:
fotost hat geschrieben:
Bedarf dieser Kommentar möglicherweise der Deutung? :mrgreen:


Nein. Aber deine Fragen solltest du kommentieren, denn der Sinn der Lehrrede ist ja offensichtlich und deine Fragen bedürfen also der Deutung. Das kannst aber nur du hier machen.


Der Sinn der Lehrrede ist klar

Zwei, ihr Mönche, machen keine falschen Aussagen über den Vollendeten. Welche zwei?

  • Derjenige, der eine Lehrrede mit einem der Deutung bedürfenden Sinne für eine ebensolche erklärt; und
  • derjenige, der eine Lehrrede mit ausgemachtem Sinne für eine ebensolche erklärt.

Diese beiden machen keine falschen Aussagen.


Daraus folgert aber zuerst einmal nichts über die Anwendung dieses Gedankens (Praxis). Wenn schon der Kommentator K: es für nötig hält an Beispielen anzugeben, was gemeint sein könnte (und damit deutet, hin-deutet, eine Richtung der Betrachtung angibt) halte ich es für legitim dies zu erweitern.

Wovon hängt Deutung ab, darf Deutung abhängen? Das fängt schon mit der Erklärung der Deutungsbedürftigkeit eines Textes an.

Katholiken haben es einfach. Bei ihren Texten, die man so oder so sehen kann, haben sie eine letzte Instanz, die verbindliche Auslegungen liefern kann.
Falls es möglich ist, würde ich die Betrachtung des Textes gern auf den Teil Deutung beschränken.

Über den ersten Bereich 'Gesprochenes, Nichtgesprochenes; Gelehrtes, Nichtgelehrtes' wurde ja schon umfangreich unter der Überschrift Frühbuddhismus diskutiert.

Aber ich habe natürlich den ganzen Text zur Betrachtung eingestellt
"Deutung" ist genau das Problem, Deutung ist immer auch Wertung, Zweifel an den Worten. Dabei muss es nicht der Zweifel an den Worten des Buddha sein sondern ist meist Zweifel an das Geschriebene. Das wird schon so gewesen sein als die erste Form der Erfassung einer Lehrrede des Buddha aufgeschrieben wurde. Erst recht als sie in Pali aufgeschrieben wurden das ja erwiesenermaßen nicht die Sprache des Buddha war.

Was bleibt ist das was Buddha sagt: Prüfe das was ich gesagt habe an eurem Leben. Nur dann kann ich Wahrheit leben. Kann sicher sein Erfahren getan zu haben und dieses als Wahrheit vertreten, auch mit dem Anspruch zu Wissen gegenüber einem der lernen möchte aber immer wieder auf Zweifel in sich selber und in seiner Umwelt trifft. Buch-wissen ist unerlässlich doch mein gelebtes Erfahren verbindet Buchwissen mit Zweifel und dadurch die Handlungsweisen-Änderung um Erfolg zu haben. Also geht es darum das eigene, selbst erfahrene und gelebte Erfahren auszutauschen.

Deutung ist nie von Ich befreit, das geht auch nicht. Doch wenn sie von Gier, Hass, Glaubenwollen/Verblendung geführt wird ist Deutung nicht mehr hilfreich. Es gilt also die Deutung von diesen Geistesgiften zu befreien, auch oder gerade von Geschriebenen. Eine Aufgabe der "Früh Buddhisten" der sie sich helfend stellen sollten.
fotost hat geschrieben:
Tychiades hat geschrieben:
fotost hat geschrieben:
Bedarf dieser Kommentar möglicherweise der Deutung? :mrgreen:


Nein. Aber deine Fragen solltest du kommentieren, denn der Sinn der Lehrrede ist ja offensichtlich und deine Fragen bedürfen also der Deutung. Das kannst aber nur du hier machen.


Der Sinn der Lehrrede ist klar

Zwei, ihr Mönche, machen keine falschen Aussagen über den Vollendeten. Welche zwei?

  • Derjenige, der eine Lehrrede mit einem der Deutung bedürfenden Sinne für eine ebensolche erklärt; und
  • derjenige, der eine Lehrrede mit ausgemachtem Sinne für eine ebensolche erklärt.

Diese beiden machen keine falschen Aussagen.


Daraus folgert aber zuerst einmal nichts über die Anwendung dieses Gedankens (Praxis). Wenn schon der Kommentator K: es für nötig hält an Beispielen anzugeben, was gemeint sein könnte (und damit deutet, hin-deutet, eine Richtung der Betrachtung angibt) halte ich es für legitim dies zu erweitern.


Das könnte man folgern.
Es ist doch zunächst zu erkennen, ob eine Lehrrede vorliegt, die der Deutung bedarf und worin dieser Bedarf genau besteht.
Das ist ja schon mal nicht einfach, denn man muss da bereits zu den "Verständigen" gehören.

Wovon hängt Deutung ab, darf Deutung abhängen? Das fängt schon mit der Erklärung der Deutungsbedürftigkeit eines Textes an.

Vom Verständnis der Adressaten. Wenn man, wie in dem Beispiel aus der Anmerkung "Wesen" eben so oder anders verstehen kann, dann muss man zunächst das klären.

Katholiken haben es einfach. Bei ihren Texten, die man so oder so sehen kann, haben sie eine letzte Instanz, die verbindliche Auslegungen liefern kann.

Richtig. Und wenn man das für ausreichend hält, dann braucht man auch nicht verstehen, sondern blinder Glaube genügt. Aber genau da setzt ja eingangs das Ganze an:
auch wer blind vertraut aus Unverstand macht falsche Aussagen. Das hat sich ja die Rechtslehre zu eigen gemacht, in dem sie sagt: Unkenntnis (in die Gesetze) schützt nicht vor Strafe.
Und für einen Christen, auch wenn er Katholik ist, ist das auch nicht das, was das Christentum letztlich erfordert - man muss schon an die Grenze des Verstehens gehen und auch kommen, um dann blind zu vertrauen. Vertrauen ist ja immer blind - aber der Unterschied besteht eben darin, aus Verstand zu Vertrauen (oder aus Unverstand).
fotost hat geschrieben:

Zwei, ihr Mönche, machen keine falschen Aussagen über den Vollendeten. Welche zwei?

  • Derjenige, der eine Lehrrede mit einem der Deutung bedürfenden Sinne für eine ebensolche erklärt; und
  • derjenige, der eine Lehrrede mit ausgemachtem Sinne für eine ebensolche erklärt.


Ich habe den Verdacht, "Deutung" könnte hier eine falsche Übersetzung sein.

Denn "Deutungsbedürftigkeit" ist ja nicht, was einer Lehhrede innwohnt, sondern etwas was stark von Zuhörer und seinen Fähigkeiten abhängt. Es reicht ja schon, wenn der andere einen Begriff nicht kennt. und wenn ich jemanden etwas erzähle, weiss ich ja im Allgmeinen nicht, welche Begriffe er kennt, und wo ich etwas Erklärendes zur "Verdeutlichung" hinzufügen muss. Jemand - weil er Begriffe vorraussetzt, die der andere nicht kennt - vorzuwerfen er mache "falschen Aussagen über den Vollendeten" macht für mich überhaupt keinen Sinn.

Von daher nehme ich an, dass das Wort das hier mit "Deutung" übersetzt ist, nicht die Informationsweitergabe betrifft, sondern die "Ausdeutung" bzw. "Auslegung" nach Situation.

Und da gibt es - jenseits von Kommunikationsproblemen - solche Lehrreden, wo man nach Situation ausdeuten und auslegen muss. Also z.B welche Vorschriften auch auch im Falle eines Sterbenskranken oder Debilen gelten und welche nicht. Und ob Mönchen die in Sibierien leben villeicht doch mehr Kleidungsstücke besitzten dürfen sollten. Auslegung/Ausdeutung macht hier Sinn, weil ja Buddha sonst jeden seiner Sätze mit etlichen Fussnoten und Sonderbedingungen versehen hätte müssen.

Und eben Aussagen, an denen nicht zurütteln ist, und die so gemeint sind wie sie gesagt wurden.
Danke Tychiades,

Du hast einige meiner Ausgangsfragen aus Deiner Sicht beantwortet

fotost hat geschrieben:
eine Lehrrede mit einem der Deutung bedürfenden Sinne


  • Was ist das?
  • Wer entscheidet es?
  • Ändert sich das im Lauf der Zeit? Bei Änderungen von Sprache? Bei kulturellen Umwälzungen?
  • Ändert sich das möglicherweise von Ort zu Ort?
  • Von Schule zu Schule?

Was ist eine auslegungsbedürftige Lehrrede?

Tychiades hat geschrieben:
Es ist doch zunächst zu erkennen, ob eine Lehrrede vorliegt, die der Deutung bedarf und worin dieser Bedarf genau besteht.
Das ist ja schon mal nicht einfach..

Ich stimme Dir zu. Es ist nicht einfach. Auch die Frage nach dem Bedarf muß geklärt werden. Reicht persönliches Unbehagen, Unzufriedenheit aus? Reicht es aus, wenn vermeintlich in unterschiedlichen Lehrreden unterschiedliche Kernideen erkannt werden?

Wer entscheidet darüber, ob eine Lehrrede auslegungsbedürftig ist?

Tychiades hat geschrieben:
Das ist ja schon mal nicht einfach, denn man muss da bereits zu den "Verständigen" gehören.

Entschuldige bitte, aber das ist reines Ausweichen. Wer ernennt innerhalb des Buddhismus (so wie Du Buddhismus verstehst) 'Verständige'?

Ich bin 'verständig'! Ich verstehe das, was ich verstehe :wink:
Du verstehst das, was Du verstehst,
XYZ verstehst das, was XYZ verstehst....

Tychiades hat geschrieben:
fotost hat geschrieben:
...
Katholiken haben es einfach. Bei ihren Texten, die man so oder so sehen kann, haben sie eine letzte Instanz, die verbindliche Auslegungen liefern kann.

Richtig. Und wenn man das für ausreichend hält, dann braucht man auch nicht verstehen, sondern blinder Glaube genügt. Aber genau da setzt ja eingangs das Ganze an:
auch wer blind vertraut aus Unverstand macht falsche Aussagen. Das hat sich ja die Rechtslehre zu eigen gemacht, in dem sie sagt: Unkenntnis (in die Gesetze) schützt nicht vor Strafe.
Und für einen Christen, auch wenn er Katholik ist, ist das auch nicht das, was das Christentum letztlich erfordert - man muss schon an die Grenze des Verstehens gehen und auch kommen, um dann blind zu vertrauen. Vertrauen ist ja immer blind - aber der Unterschied besteht eben darin, aus Verstand zu Vertrauen (oder aus Unverstand).


LOL..

Ich sehe hier einen ganz wesentlichen Punkt.

Tychiades hat geschrieben:
auch wer blind vertraut aus Unverstand macht falsche Aussagen

Kann es sein, daß Menschen blind vertrauen, nicht aus Unverstand, sondern aus der tiefen Einsicht, daß einige Fragen einfach nicht geklärt werden können? Vielleicht aus so etwas wie kindlichem Vertrauen heraus?

(Was hat Katholizismus mit Christentum zu tun? ) :angel:
Was für einen Sinn macht eine Lehrrede, die nur intellektuell erfasst wird?

Die grössten Probleme hat man heute bei Redewendungen oder Zusammenhängen, die damals Allgemeingut wären und deswegen "einfach so" verwendet wurden.

Ich erkenne dies immer, wenn ich chin. Übersetzungen lesen möchte und dann einfach der zeitkulturelle Hintergrund fehlt.

_()_
void hat geschrieben:
...
Ich habe den Verdacht, "Deutung" könnte hier eine falsche Übersetzung sein.

Denn "Deutungsbedürftigkeit" ist ja nicht, was einer Lehhrede innwohnt, sondern etwas was stark von Zuhörer und seinen Fähigkeiten abhängt. Es reicht ja schon, wenn der andere einen Begriff nicht kennt. und wenn ich jemanden etwas erzähle, weiss ich ja im Allgmeinen nicht, welche Begriffe er kennt, und wo ich etwas Erklärendes zur "Verdeutlichung" hinzufügen muss. Jemand - weil er Begriffe vorraussetzt, die der andere nicht kennt - vorzuwerfen er mache "falschen Aussagen über den Vollendeten" macht für mich überhaupt keinen Sinn.

Von daher nehme ich an, dass das Wort das hier mit "Deutung" übersetzt ist, nicht die Informationsweitergabe betrifft, sondern die "Ausdeutung" bzw. "Auslegung" nach Situation.


Ok, zur Frage Übersetzung kann ich mangels Fachwissens nichts beitragen, aber die Grundidee Deines Einwurfs verstehe ich. Kommunikation setzt irgendwie Sender und Empfänger, Botschaft und Aufnahme der Botschaft voraus.

'Zuhörer und seine Fähigkeiten', 'Kenntnis von Begriffen' - das hängt ja alles stark von Zeit und Ort ab. 1925 haben vielleicht 5% der Menschen hier einen Führerschein gehabt, heute vielleicht 60%. Der Begriff 'gay' hat 1870 etwas anderes bedeutet als 1950 oder heute.
fotost hat geschrieben:
Wer entscheidet darüber, ob eine Lehrrede auslegungsbedürftig ist?


Der Bedürftige. Daher ist es ja auch wesentlich, dass man zusammen mit einem "Verständigen" die Lehre studiert und den Weg praktiziert.

fotost hat geschrieben:
Ich bin 'verständig'! Ich verstehe das, was ich verstehe :wink:
Du verstehst das, was Du verstehst,
XYZ verstehst das, was XYZ verstehst....


Wärest du verständig, würdest du solche Fragen nicht stellen. Für einen Verständigen verstehen sich die buddhistischen Lehren von selbst.

Kann es sein, daß Menschen blind vertrauen, nicht aus Unverstand, sondern aus der tiefen Einsicht, daß einige Fragen einfach nicht geklärt werden können? Vielleicht aus so etwas wie kindlichem Vertrauen heraus?


Die meisten Menschen müssen blind vertrauen, weil sie nicht alles selbst prüfen können. Also gibt es da eine Kosten-Nutzen-Grenze und außerdem eben auch noch die Bequemlichkeit. Und die meisten gebrauchen aus Bequemlichkeit nicht ihren Verstand - Nach Kant ist das schon immer so gewesen. Und die Aufklärung braucht Mut, nämlich den Mut sich irren zu können, Fehler zu machen, Fehlurteile zu machen - oder nach karmischen Kriterien: in die Hölle zu kommen.
Und: wer Fehler macht, ist bedürftig, hat Anspruch auf Belehrung. Meistens kriegt er die nachgeschmissen.

Gödel hätte einfach nur mal was Praktisches machen sollen - Praxis ist immer vollständig. Adele hat das natürlich gewusst - aber wohl aus Liebe und Verständnis, vielleicht auch aus blinder Bewunderung und Machtgefühl ihrem paranoiden Gatten die praktische Wahrheit erspart. Wie Lenin sagte: die Wahrheit ist konkret. Und damit vollständig.

Seine letzten Lebensjahre verbrachte Gödel zuhause in Princeton oder in verschiedenen Sanatorien, aus denen er einige Male flüchtete. Lediglich die Fürsorge seiner Frau, die dafür sorgte, dass er sich wenigstens halbwegs normal ernährte, hielt ihn am Leben. Als Adele Gödel 1977 aufgrund eines Schlaganfalls selbst in ein Krankenhaus eingeliefert wurde, musste sie hilflos zusehen, wie ihr Mann immer mehr abmagerte. Als sie nach sechs Monaten wieder entlassen wurde – inzwischen auf einen Rollstuhl angewiesen –, lieferte sie ihn bei einem Körpergewicht von etwa 30 kg sofort in ein Krankenhaus ein. Kurt Gödel verstarb dennoch wenige Wochen später an Unterernährung und Entkräftung.[11]

Adele Gödel starb 1981. Adele und Kurt Gödel sind gemeinsam in Princeton bestattet.

(Was hat Katholizismus mit Christentum zu tun? ) :angel:

Google mal.
fotost hat geschrieben:

fotost hat geschrieben:
eine Lehrrede mit einem der Deutung bedürfenden Sinne


  • Was ist das?
  • Wer entscheidet es?
  • Ändert sich das im Lauf der Zeit? Bei Änderungen von Sprache? Bei kulturellen Umwälzungen?
  • Ändert sich das möglicherweise von Ort zu Ort?
  • Von Schule zu Schule?

Was ist eine auslegungsbedürftige Lehrrede?



Wenn z.B. von Wiedergeburt die Rede ist und jemand fasst das als Seelenwanderung auf, weil er Buddhas Lehre von Anatta nicht kennt oder übersieht.... Dann bedarf das Deutung von jemanden der sie kennt...
Beispiel einer Lehrrede mit Deutung/Erklärung:

http://www.palikanon.com/samyutta/sam35 ... ml#s35_197

19. Āsīvisa Vagga S.35.197 Schlange
fotost hat geschrieben:
Zwei, ihr Mönche, machen falsche Aussagen über den Vollendeten. Welche zwei?

  • Derjenige, der eine Lehrrede mit einem der Deutung bedürfenden Sinne für eine Lehrrede mit ausgemachtem Sinne erklärt; und
  • derjenige, der eine Lehrrede mit ausgemachtem Sinne für eine Lehrrede mit der Deutung bedürfenden Sinne erklärt.
Diese beiden machen falsche Aussagen über den Vollendeten.


  • Was ist das?
  • Wer entscheidet es?
  • Ändert sich das im Lauf der Zeit? Bei Änderungen von Sprache? Bei kulturellen Umwälzungen?
  • Ändert sich das möglicherweise von Ort zu Ort?
  • Von Schule zu Schule?

Eure Meinungen würden mich interessieren

Gute Frage.

Kommentare helfen hierzu auch nur bedingt weiter, denn Kommentare erfüllen ja nun gerade den Zweck, die Bedeutung einer Lehrrede zu verändern, ihre Bedeutung also tatsächlich oder vermeintlich zu präzisieren.

Und auch Kommentare können dabei vor allem in die zweitw Richtung fehlgehen, nämlich eine Deutung hinzufügen, die eigentlich gar nicht erforderlich ist.

Meine persönliche Ansicht dazu ist, eine Lehrrede stets zunächst im ausgemachten Sinn aufzufassen und jeden Versuch, sie als deutungswürdig zu klassifizieren, auf seine Notwendigkeit zu hinterfragen.

Viele Grüße
Elliot
void hat geschrieben:
... dass das Wort das hier mit "Deutung" übersetzt ist ...


Das geht auf den Palibegriff 'attha' zurück: "sense, meaning, import (of a word), denotation, signification". Was im Theravada als Kommentar bekannt ist, ist im Pali attha-katha: Erklärung der Bedeutungen.
Ich habe gerade im Netti nachgeschaut, da hat attha auch die Bedeutung von Ziel(setzung), Absicht, aim.
Ellviral hat geschrieben:
Erst recht als sie in Pali aufgeschrieben wurden das ja erwiesenermaßen nicht die Sprache des Buddha war.

Der Buddha hat ja erwiesenermaßen Schwäbisch gesprochen
wie heute jeder weiß.
void hat geschrieben:
Ich habe den Verdacht, "Deutung" könnte hier eine falsche Übersetzung sein.

Das wiederum würde bedeuten, "Deutung" bedarf einer Deutung. :idea:
Und in der Tat tut der Kommentar das auch indem es dort heißt:
"Deutung oder näherer Erklärung". Eine nähere Erklärung
für den, der nicht weiß was der Buddha sagt.
Also alle ganz normal wie bei anderen Dingen auch.
Wenn ich nicht weiß was jemand z.B mit "MPPT" meint
brauche ich jemand der mir die Bedeutung erklärt.
Ob aber die jeweilige Erklärung auch ausreicht zu verstehen was
damit tatsächlich gemeint ist, ist natürlich damit nicht garantiert.
Daher finden wir in der Lehre z.B. kurze wie ausführliche Darlegungen.
Aber selbst damit ist nichts garantiert.
accinca hat geschrieben:
Ellviral hat geschrieben:
Erst recht als sie in Pali aufgeschrieben wurden das ja erwiesenermaßen nicht die Sprache des Buddha war.

Der Buddha hat ja erwiesenermaßen Schwäbisch gesprochen wie heute jeder weiß.


Der Ehrwürdige Ānandajoti Bhikkhu hat hier A Comparative Edition of the Dhammapada eine vergleichende Ausgabe des Dhammapada herausgegeben. Hier einmal die erste Dhammapada-Zeile:

    manopubbaṅgamā dhammā (Pali)
    maṇopuvagama dhama (Gandhari)
    manopūrvvaṁgamā dhammā (Buddhist Hybrid Sanskrit / Patna)
    manaḥpūrvaṅgamā dharmā (Sanskrit / Udanavarga)

Der Übersetzungsaufwand ist wohl nicht vergleichbar mit einer Übersetzung von einer Sprache in eine andere, sondern eher so, wenn der eine bayrische Bauer ins benachbarte Tal wandert.

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