10 Stufen der Meditation

There are 14 replies in this Thread. The last Post () by BangoSkank.

  • Okay Leute, werd jetzt die angesprochene Übersetzung nacheinander reinstellen.


    Es handelt sich hier um Upasaka Culadasas Meditation Manual of Tranquility and Insight


    Wie gesagt, eine der hilfreichsten Meditationsanleitungen die ich kenne. Würde empfehlen es komplett durchzulesen, denn anonsten könnten einem wichtige Informationen entgehen! Ganz egal welche Art von Meditation ihr im Moment praktiziert und aus welchen Gründen auch immer, das hier wird sich nahtlos einfügen können bzw. lässt sich gut ergänzen. Ist von mir bestimmt nicht alles optimal überstzt worden, aber naja :wink:


    Werd noch das folgende Zitat vorwegnehmen:


    Code
    1. Die Einstellung mit der wir uns der Meditation widmen ist sehr wichtig. Wenn wir Begriffe wie "Erlangen", "Erreichen" oder "Meistern" verwenden, füttert dies sehr leicht unsere natürliche Neigung uns selbst als den "Macher" der Taten zu sehen, dass wir das Gefühl haben durch Einsatz und Willen für die Resultate unseres Tuns verantwortlich zu sein. Es gibt keine Situation in der diese Sichtweise so unzutreffend ist wie im Bezug zum Praktizieren von Meditation.


    In diesem Sinne: Nicht meditieren, sondern Meditation geschehen lassen und immer schön einen "Anfängergeist" bewahren! :)



    Das englische Original könnt ihr unter diesem Link als Pdf Version runterladen -> http://dharmatreasure.com/wp-c…htOnMeditationHandout.pdf

    "Zufriedenheit bedeutet, aufzuhören nach ihr zu jagen" "Alles was sich Beobachten lässt, bist nicht du"

  • Die Stadien der Meditation

    "Ein- und Ausatmung, ihr Mönche, bedachtsam geübt und gepflegt, lässt hohen Lohn
    erlangen, hohe Förderung. Ein- und Ausatmungen, ihr Mönche, bedachtsam geübt und
    gepflegt, lassen die vier Pfeiler der Achtsamkeit zustande kommen; die vier Pfeiler der
    Achtsamkeit, bedachtsam geübt und gepflegt, lassen die sieben Erweckungen zustande
    kommen; die sieben Erweckungen, bedachtsam geübt und gepflegt, lassen die wissende
    Erlösung zustande kommen.


    Wie aber wird bedachtsam, ihr Mönche, Ein- und Ausatmung geübt, wie gepflegt, auf dass sie
    hohen Lohn verleihe, hohe Förderung?“


    Das Anapanasati Sutta


    Im Anapanasati Sutta beschreibt der Buddha, in einer Serie von Versen, eine progressive Methode
    zur Entfaltung der Praxis von Achtsamkeit beim Ein- und Ausatmen. Etwa 1200 Jahre später, im
    achten Jahrhundert erarbeitete der Meditationsmeister Kamalasila auf der Grundlage von Buddhas
    originaler Belehrung, eine Beschreibung desselben Prozesses in der Form von 9 klar voneinander
    getrennten Stadien. Die Methode die hier vorgestellt wird fügt, verglichen mit Buddhas Anapanasati
    Sutta oder Kalamalasilas Bhavanakrama, wesentlich mehr Details zu während sie sich trotzdem an
    beiden orientiert. Dieser Schritt-für-Schritt Prozess ist die einfachste und effektivste Methode die je
    gelehrt wurde für eine erfolgreiche Meisterung meditativer Fertigkeiten, Erreichung des höchsten
    Ziels und auf die gesamte Bandbreite unterschiedlicher Meditationstechniken und Stile übertragbar.
    Die Meditationsübung wird hier in 10 Stadien unterteilt, mit der Zufügung des ersten Schrittes:
    Etablierung einer kontinuierlichen Praxis. Jede dieser Stadien wird auf eine solche Weise definiert,
    dass sie von jedem Praktizierenden leicht identifiziert werden und als Maßstab für den eigenen
    Fortschritt genutzt werden kann. Mit der Identifizierung kann jeder Meditierender bestimmen
    welche simplen Techniken am geeignetsten für ihn sind.

    "Zufriedenheit bedeutet, aufzuhören nach ihr zu jagen" "Alles was sich Beobachten lässt, bist nicht du"

  • Die vier Meilensteine


    Innerhalb dieser zehn Stadien gibt es vier bedeutende Stufen die einen signifikanten Meilenstein im
    Gesamtfortschritt eines Praktizierenden markieren. Obwohl sich diese vier Meilensteine auf die
    Entwicklung von Konzentration beziehen, wirken sie sich auch auf das achtsame Gewahrsein aus und
    gehen mit ihm Hand in Hand. An dieser Stelle kommt eine Warnung. Es ist sehr wichtig die
    Ausbildung des achtsamen Gewahrseins nicht für einen rapiden Fortschritt der Konzentration zu
    opfern. Ansonsten würde dies zur Entwicklung einer getrübten, matten Konzentration führen.
    Diese führt zu sehr angenehmen Verweilzuständen (damit sind nicht die Jhana-Vertiefungen gemeint!),
    ist jedoch ohne der Beteiligung vom achtsamen Gewahrsein eine Sackgasse die einen davon abhält
    in den zehn Stadien voranzuschreiten.


    Die vier Meilensteine sind:


    1.Ununterbrochene Aufmerksamkeit gegenüber dem Meditationsobjekt
    Das ununterbrochene Beobachten des Meditationsobjektes markiert die erste Stufe in der
    Schulung der Konzentration. Der praktizierende ist kein Novize mehr, der anfällig für
    geistiges Abdriften oder gar einzuschlafen.


    2.Anhaltende Einspitzigkeit gegenüber dem Meditationsobjekt mit ausschließlichem Fokus
    Die anhaltende Einspitzigkeit stellt die geschickte Beherrschung der Konzentration dar.


    3.Mühelose Stabilität der Aufmerksamkeit und mentale Gefügsamkeit des Geistes
    Die mühelose Stabilität der Einspitzikeit markiert das erste Stadium eines Adepten in der
    Entfaltung seiner Konzentration.


    4.Stabilität der Aufmerksamkeit und achtsames Gewahrsein sind aufs höchste Maß
    Entwickelt, begleitet von meditativer Verzückung und Freude, Ruhe und Gleichmut,
    Qualitäten welche zwischen den Meditationssitzungen bestehen bleiben.

    Dies ist die meisterliche Konzentration eines Adepten.

    "Zufriedenheit bedeutet, aufzuhören nach ihr zu jagen" "Alles was sich Beobachten lässt, bist nicht du"

  • Die zehn Stadien meditativen Trainings


    "Da begibt sich, ihr Mönche, der Mönch ins Innere des Waldes oder unter einen großen Baum oder an
    einen einsamen Ort, setzt sich mit verschränkten Beinen nieder, den Körper gerade aufgerichtet,
    und pflegt der Achtsamkeit. Bedächtig atmet er ein, bedächtig atmet er aus."

    Das Anapanasati Sutta


    1.Etablierung einer kontinuierlichen Praxis


    Diese Stufe wird von der Schwierigkeit charakterisiert eine konsistente und reguläre Praxis
    aufrechtzuhalten. Ein Großteil der Meditationszeit wird meist unbewusst anderweitig
    genutzt - Tagträumen, Probleme lösen, etc.


    Die Hindernisse die überwunden werden müssen sind Prokrastination und Widerwillen,
    Mangel an Motivation, Langeweile, Müdigkeit, Enttäuschung und Zweifel.


    Diese Probleme sind durch ein häufiges Hinterfragen der eigenen Absicht in der Meditation
    zu lösen, um eine starke Motivation zu erzeugen, durch das Schaffen einer Praxis-Routine,
    durch Zielsetzung im Bezug zur eigen Praxis und durch die Kultivierung von Fleiß und
    Disziplin.


    Die Meisterung dieser Stufe ist erreicht wenn der Praktizierende nicht eine einzige tägliche
    Sitzung verpasst, es sei denn es ist absolut nicht zu vermeiden. Wenn er selten wenn
    überhaupt in Prokrastination verfällt und seine Meditationszeit für andere Angelegenheiten
    nutzt oder die Zeit einfach nur absitzt.

    "Zufriedenheit bedeutet, aufzuhören nach ihr zu jagen" "Alles was sich Beobachten lässt, bist nicht du"

  • "Atmet er tief ein, so weiß er 'Ich atme tief ein',
    atmet er tief aus, so weiß er 'Ich atme tief aus';


    atmet er kurz ein, so weiß er 'Ich atme kurz ein',
    atmet er kurz aus, so weiß er 'Ich atme kurz aus' "

    Das Anapanasati Sutta


    2.Aussetzende Kontinuität der Aufmerksamkeit gegenüber dem Meditationsobjekt


    Die Stufen 2, 3 und 4 sind gekennzeichnet durch die Zeitspanne in der der Geist unbewusst
    herumwandert vs. kontinuierlicher Betrachtung des Objektes. In der zweiten Stufe ist das
    unbewusste abdriften relativ stark ausgeprägt.


    Der untrainierte Geist ist üblicherweise rastlos. Das Problem besteht in der Ablenkung die
    uns vergessen lässt was wir tun oder versuchen zu tun.


    Um dies zu umgehen muss das introspektive Gewahrsein trainiert werden damit geistiges
    Wandern sofort erkannt werden kann. Der Praktizierende lernt durch Rückbesinnung die
    Aufmerksamkeit wieder zurück zu lenken. Durch regelmäßiges aktives Wiederholen dieses
    Vorgangs wird der Geist darin geschult für längere Perioden den Fokus zu halten.


    Wenn während einer Sitzung von einer Stunde die Zeit in der das Meditationsobjekt
    kontinuierlich Beobachtet wird deutlich länger ist (mehrere Minuten) als die Zeit in der man
    in Gedanken versinkt (mehrere Sekunden), dann hat der Meditierende diese Stufe
    gemeistert und ist in die dritte eingetreten.

    "Zufriedenheit bedeutet, aufzuhören nach ihr zu jagen" "Alles was sich Beobachten lässt, bist nicht du"

  • 3.Ausgedehnte Kontinuität der Aufmerksamkeit gegenüber dem Meditationsobjekt


    Diese Stufe wird ebenfalls von Perioden charakterisiert in denen der Geist wandert, diese
    sind jedoch vergleichsweise kürzer geworden.


    Ein anderes Problem welches dazu tendiert auf dieser Stufe einzutreten ist die Schläfrigkeit
    und das Wegdösen. Es existiert also immer noch das Problem des geistigen Wegdriftens, als
    auch die neu aufkommende Schläfrigkeit.


    Das weiterentwickelte introspektive Gewahrsein welches inzwischen effektiver geworden ist
    kommt nun wieder zum Einsatz. Der Meditierende erkennt den Prozess der das geistige
    Wandern auslöst sofort und greift rechtzeitig ein. Genauso erkennt er die aufkommende
    Schläfrigkeit bevor es zu spät wird. Die Wahrnehmung des Meditationsobjektes wird immer
    eindringlicher und intensiver, wenn das achtsame Gewahrsein stärker wird und die
    Aufmerksamkeit für längere Perioden aufrechtgehalten werden kann.


    Diese Stufe ist gemeistert wenn sich die Aufmerksamkeit gegenüber dem Meditationsobjekt
    kaum noch von Schläfrigkeit oder Gedankenwanderung verdrängen lässt.

    "Zufriedenheit bedeutet, aufzuhören nach ihr zu jagen" "Alles was sich Beobachten lässt, bist nicht du"

  • 4.Ununterbrochene Kontinuität der Aufmerksamkeit gegenüber dem Meditationsobjekt


    Die Ununterbrochene Aufmerksamkeit auf das Meditationsobjekt steht sowohl für die vierte
    Stufe im Gesamtfortschritt als auch wie schon zuvor erwähnt für den ersten Meilenstein.
    Obwohl diese Stufe durch eine ununterbrochene Kontinuität charakterisiert wird, gibt es
    noch keine exklusive Aufmerksamkeit (bzw. eine alles andere ausschließende). Somit sind
    noch mehrere Ablenkungen zur gleichen Zeit präsent. Manchmal werden diese Gedanken
    und Empfindungen sogar auffallender als das Meditationsobjekt selbst, wenn das der Fall ist
    handelt es sich offensichtlich um grobe Ablenkungen. Sobald dann der Geist aufhört
    aufgeregt zu sein, tendiert er dazu in starke Trübheit zu sinken.


    Die große Herausforderung dieses Stadiums liegt darin eine Balance zu finden in der weder
    grobe Ablenkungen noch eine starke Trübungen vorhanden sind. Subtilere Formen dieser
    beiden Ausprägungen werden noch toleriert und sind sogar manchmal nützlich. Eine weitere
    signifikante Herausforderung besteht darin der Versuchung zu widerstehen den mächtigen
    intellektuellen und emotionalen Einsichten und visionären Erfahrungen zu widerstehen die in
    dieser Stufe dazu neigen aufzusteigen.


    Der Aufruf des introspektiven Gewahrseins wird zur Gewohnheit und alarmiert den
    Meditierenden wieder rechtzeitig. Eine gesteigerte Heftigkeit der Absicht jedes kleinste
    Detail des Meditationsobjektes zu beobachten erhöht den Energielevel des Geistes starke
    Mattheit zu überwinden. Sehr genaues Beobachten des Objektes, aber inzwischen auf eine
    mehr entspannte Weise da es jetzt vertraut geworden ist, überwindet grobe Ablenkungen.
    Die Ausübung von Fleiß überwindet die Neigung sich vom Meditieren zu drücken.


    Die vierte Stufe wurde gemeistert wenn sich die Freiheit von groben Ablenkungen und
    starker Trübheit entfaltet hat, wenn die Entstehenden und Vergehenden physischen
    Empfindungen, Gedanken und Emotionen nicht mehr das Vermögen haben den primären
    Fokus vom Meditationsobjekt auf sich selbst zu lenken; und dass starke Trübheit nicht mehr
    länger dafür sorgt die Sicht auf das Objekt zu schwächen und in Trance ähnliche Zustände hin
    abzugleiten.


    Mit der Vollendung der vierten Stufe kann der Meditierende klar erkennen ob die Atemzüge
    länger oder kürzer als die Vorangegangenen sind.

    "Zufriedenheit bedeutet, aufzuhören nach ihr zu jagen" "Alles was sich Beobachten lässt, bist nicht du"

  • " 'Den ganzen Körper empfindend will ich einatmen',
    'Den ganzen Körper empfindend will ich ausatmen',
    so übt er sich."

    Das Anapanasati Sutta


    5.Aufrechterhaltung vom achtsamen Gewahrsein


    In der fünften Stufe ist starke Mattheit nicht mehr vorhanden. Die Fähigkeit subtile
    Ablenkungen, die immer noch vorhanden sind, davon abzuhalten in gröbere Formen
    auszuarten die das Meditationsobjekt verdecken ist hier präsent.


    Das primäre Ziel besteht hierbei darin nicht zuzulassen, dass die subtilen Trübungen die
    Lebhaftigkeit und Intensität der Wahrnehmung des Objektes schwächen und uns in einer
    komfortablen Gemütlichkeit schwelgen lassen, welche uns dazu veranlassen kann unsere
    meditativen Fähigkeiten falsch zu beurteilen.


    Ein mächtiges und kontinuierliches achtsames Gewahrsein muss kultiviert werden. Dieses
    schützt nun den Meditierenden vor dem Verlust von intensiver und lebhafter Wahrnehmung.
    Damit ist gemeint, dass die Aktivität des beteiligten Gewahrseins permanent damit
    beschäftigt ist den Grad der Wachsamkeit bzw. Trübheit im Auge zu behalten. Das Ziel der
    Praxis in dieser Stufe besteht darin während der Sitzung die subtilen Trübungen zu
    überwinden und dafür zu sorgen, dass das Niveau des vollbewussten achtsamen
    Gewahrseins
    weiter ansteigt. Das Erkunden des Körpers mit Hilfe des Atems ist eine
    spezifische Methode die dafür gut geeignet ist.


    Die Meisterung dieser Stufe liegt darin die Intensität des vollbewussten Gewahrseins
    aufrechtzuhalten, nicht in der Erreichung irgendeiner speziellen Stufe geistigen Bewusstseins
    als primäres Ziel. Der Grad des achtsamen Gewahrseins wird sich auch in den Unterstufen
    weiter verbessern und der Meditierende fährt mit der Aufrechterhaltung einfach fort. Wenn
    der Meditierende seine Aufmerksamkeit erfolgreich auf das Objekt festsetzt und grobe
    Ablenkungen überwindet, dann in der Lage ist einen hohen Grad an achtsamen Gewahrsein
    für den Rest der Sitzung aufrechtzuhalten ohne dabei in Stumpfheit zu verfallen, ist die
    fünfte Stufe gemeistert.

    "Zufriedenheit bedeutet, aufzuhören nach ihr zu jagen" "Alles was sich Beobachten lässt, bist nicht du"

  • 6.Bändigung Subtiler Ablenkungen


    Diese Stufe wird von der stabilen Aufmerksamkeit und der eindringlichen Wahrnehmung des
    Meditationsobjektes charakterisiert. Es existiert ein kontinuierlicher Strom von Gedanken
    und Empfindungen am Rande des Bewusstseins der das Potential hat auf sich selbst zu
    lenken. Nur der feste Fokus auf das Objekt hält den Geist davon ab.


    Da im Hintergrund immer noch die Wahrnehmung von Gedanken und Empfindungen
    vorhanden ist, ist ein exklusiver Fokus, was auch als Einspitzigkeit der Aufmerksamkeit
    bezeichnet werden kann, noch nicht entfaltet. Der Meditierende ist nun bereit seine
    Aufmerksamkeit auf ein neues Niveau der Einspitzigkeit zu bringen, in der bewusstes
    Gewahrsein exklusiv begrenzt auf das Meditationsobjekt gerichtet ist.


    Das Ziel besteht darin das Gerichtet sein der Aufmerksamkeit auf das Objekt so hinreichend
    stabil zu halten, dass alle anderen Gedanken und Empfindungen ignoriert werden können,
    sie sind praktisch vom bewussten Gewahrsein ausgeschlossen. Mentale Selbstgespräche und
    Geschichten lösen sich in diesem Stadium der Praxis fortlaufend auf, jedes
    Hintergrundgemurmel kann sehr leicht außer Acht gelassen werden. Der diskursive Denk-
    Prozess wird immer weniger ersichtlich, obwohl wenn der introspektive Scharfsinn des
    Meditierenden stark genug ist er immer noch ihre Präsenz unterhalb der Oberfläche des
    bewussten Gewahrseins wahrnehmen kann. Das Erkunden des Körpers mit Hilfe des Atems
    ist eine Methode die dafür gut geeignet ist.


    Die Art und Weise in der das Meditationsobjekt wahrgenommen wird, wird an diesem Punkt
    eine signifikante Wandlung durchmachen und ist relativ nicht-konzeptuell.


    Durch die Meisterung der sechsten Stufe entsteht eine relative, jedoch nicht absolute,
    Abwesenheit von subtilen Ablenkungen. Die Wahrnehmung von Gedanken,
    Umgebungsgeräuschen, körperlichen Empfindungen und mentalen Bewusstseinszuständen
    ist nur nachlassend präsent und besitzt nicht mehr die Kraft den Meditierenden abzulenken.
    Es kann gesagt werden, dass ein exklusiver Fokus kultiviert wurde.

    "Zufriedenheit bedeutet, aufzuhören nach ihr zu jagen" "Alles was sich Beobachten lässt, bist nicht du"

  • " 'Diese Körperfunktion besänftigend will ich einatmen',
    'Diese Körperfunktion besänftigend will ich ausatmen' so übt er sich."

    Das Anapanasati Sutta



    7.Einspitzige Aufmerksamkeit im Meditationsobjekt und Besänftigung des Geistes


    Diese Stufe wird von der Fähigkeit charakterisiert die Aufmerksamkeit auf das Objekt richten
    und aufrechtzuhalten, der Pflege von Exklusivität (Einspitzigkeit) und das Objekt mit dem
    jeweiligen Grad an enge oder weite des Fokusses die der Meditierende nach Belieben wählt.
    Es ist wichtig letzteres zu verstehen. Einspitzigkeit bezieht sich nicht auf die Größe des
    Fokusses, nicht auf die "Kleinheit" des Objekts oder weite der Aufmerksamkeit,
    sondern die unerschütterliche Stabilität des Fokusses, inklusive seiner Fähigkeit alle
    potentiellen Ablenkungen draußen zu lassen. So kann man Einspitzigkeit auf die
    Empfindungen des Körpers als Ganzes oder auch nur auf die Nasenspitze richten. Die
    regelmäßige Geübte anhaltende Einspitzigkeit mit ausschließlichem Fokus markiert den
    zweiten Meilenstein im Gesamtfortschritt. Ununterbrochene Kontinuität und exklusiver
    Fokus stellt den Konzentrationslevel eines sehr fähigen Praktizierenden.


    Eine anfängliche Bemühung ist immer noch zu Beginn jeder Sitzung notwendig um diesen
    Grad an fokussierter Aufmerksamkeit und durchdringender Bewusstheit zu erreichen. Subtile
    Ablenkungen und subtile Mattheit können immer noch aufsteigen und die vorhandene
    Qualität von Aufmerksamkeit und Bewusstheit degradieren. Ist man also an diesem Punkt
    angekommen, muss Wachsamkeit und Anstrengung vorhanden sein um es weiter aufrecht
    zu halten.


    Ziel der Praxis in dieser Stufe ist es den Geist vollends an Nicht-Ablenkung und vollbewusstes
    Gewahrsein
    zu gewöhnen, so dass ein Bemühen nicht mehr notwendig ist um es aufrecht zu halten.


    In dieser Stufe gibt es manchmal eine Art "Trockenheit" die in der nächsten Stufe
    verschwinden wird. Die kontinuierliche Wachsamkeit und das Bemühen, die beide
    dazu notwendig sind ein erneutes aufsteigen von Trübheit und Ablenkungen zu
    verhindern, wird nach einer Weile ermüdend. Das "Streben nach Mühelosigkeit“ ist
    keine sehr motivierende Aktivität und bietet eine kleine Basis für messbaren
    Fortschritt und einen Sinn für Befriedigung. Zusätzlich oder manchmal auch ohne der
    Begleitung von Ödheit, gesellen sich oft bizarre und stark ablenkende Empfindungen
    und Körperbewegungen in diesem Stadium. Zeitweilig kann es auch Perioden von
    Verzückung und Freude geben. Fleiß in der Praxis ist in dieser Stufe besonders
    wichtig, da der Meditierende unter anderem anfällig für Langeweile und
    Rastlosigkeit andererseits von den unüblichen Empfindungen auch sehr fasziniert
    sein kann.


    Meisterung ist erlangt wenn Anstrengung nicht mehr weiter gebraucht wird um
    Aufmerksamkeit und bewusstes Gewahrsein aufrecht zu halten. Der Meditierende
    stellt fest, dass er seine Aufmerksamkeit leicht von einem Objekt zu einem anderen
    Bewegen kann ohne dabei an Qualität von Konzentration und Bewusstheit
    einzubüßen. Diese Mühelosigkeit wird als mentale Geschmeidigkeit bezeichnet, der
    Geist ist gezähmt und kann als gefügig beschrieben werden.


    Weil es inzwischen zur Gewohnheit geworden ist über Ablenkungen und Stumpfheit
    auf eine so starke weise zu wachen, kann es unter Umständen schwierig sein
    überhaupt zu erkennen, dass der ganze Vorgang inzwischen so mühelos läuft. Sobald
    es dem Meditierenden auffällt, wird er keine Anstrengung mehr ausüben und der
    Geist erreicht eine beispiellose Ebene der Ruhe.

    "Zufriedenheit bedeutet, aufzuhören nach ihr zu jagen" "Alles was sich Beobachten lässt, bist nicht du"

  • " 'Verzückung empfindend will ich einatmen',
    'Verzückung empfindend will ich ausatmen', so übt er sich."
    'Wohlgefühl empfindend will ich einatmen',
    'Wohlgefühl empfindend will ich ausatmen', so übt er sich."

    Das Anapanasati Sutta


    8.Der geschmeidige Geist und die Besänftigung der Sinne


    Für diese Stufe ist eine mühelose Stabilität der Aufmerksamkeit mit einem kontinuierlichen,
    stabilen Fokus
    und ein vollbewusstes Gewahrsein mit einer lebhaften Intensität und
    Klarheit
    charakteristisch. Diese Faktoren sorgen für einen einzigartigen Zustand von geistiger
    Gefügsamkeit. Dies ist nur durch hingebungsvolle Praxis zu erreichen und markiert den
    dritten Meilenstein im Gesamtfortschritt. Mit dem Erreichen der geistigen Gefügsamkeit
    kann der Meditierende als Adept bezeichnet werden. Mentale Gefügsamkeit wird von
    meditativer Verzückung, ein genüssliches Gefühl im Körper und glückseliger Freude begleitet.


    Der Geist kann in diesem Stadium als "formbar" und "handlich" bezeichnet werden.
    Formbar und handlich, da er leicht unseren Wünschen entsprechend gelenkt und
    stabil auf welches Objekt auch immer gerichtet werden kann ohne dabei an Schärfe
    und Frische zu verlieren. Ein weiterer Ausdruck dieser "Handlichkeit" ist, dass die
    Aufmerksamkeit in einem einfachen Zustand des reinen Beobachtens verweilen
    kann, in dem es alles was den Raum des Bewusstsein durchschreitet zur Kenntnis
    nimmt ohne daran zu "kleben" oder sich davon "gefangen" nehmen zu lassen.


    Der gefügsame Geist wird auch als erhabener Geist bezeichnet. In diesem Zustand
    verfügt er über große Energiereserven. Der erhabene Geist übt seine Funktionen in
    Erkenntnis, Verstehen und Beurteilung auf die effektivste Art und Weise aus.


    Das gelegentliche Eindringen von Empfindungen und diskursivem Denken liefert den
    Beweis dafür, dass die sechs Sinne weiterhin normal funktionieren. Ungewöhnliche
    sensorische Phänomene treten in hoher Frequenz auf wenn die Sinne selbst
    beginnen in den Zustand der Ruhe einzutreten.


    Das Ziel dieser Stufe besteht in der kompletten Besänftigung der sechs Sinne, so
    dass das Eindringen von externen Stimulationen noch weiter abnimmt und die
    sensorischen Phänomene ihre störende Natur verlieren. Der Körper wird genauso
    geschmeidig wie der Geist und erzeugt kein Unbehagen und physische Schmerzen
    mehr durch ausgedehnte Sitzungen. Dieser Prozess entsteht auf eine natürliche
    Weise wenn die richtigen Bedingungen vorhanden sind.


    Die Meisterung dieser Phase ist vollzogen wenn die Ohren nur noch einen inneren
    Ton vernehmen (außer bei sehr lauten und ungewöhnlichen externen Geräuschen),
    wenn die Augen nur ein inneres Licht sehen (es sei denn die Augenlider sind offen),
    wenn der Körper von Behaglichkeit und Komfort erfüllt wird, komplett frei von
    Unbequemlichkeiten und der mentale Zustand Richtung Glückseligkeit tendiert. Der
    Meditierende kann buchstäblich für Stunden ohne Schmerzen, unangenehmen
    Gefühlen, Trübheit und anderen Ablenkungen sitzen. Dies wird als physische
    Geschmeidigkeit bezeichnet und entsteht natürlich aus der geistigen Geschmeidigkeit
    heraus wenn die Bedingungen stimmen.

    "Zufriedenheit bedeutet, aufzuhören nach ihr zu jagen" "Alles was sich Beobachten lässt, bist nicht du"

  • " 'Die geistige Funktion (meditative Verzückung und Freude) empfindend will ich einatmen', 'Die geistige Funktion (meditative Verzückung und Freude) empfindend will ich ausatmen', so
    übt er sich.
    'Die geistige Funktion besänftigend will ich einatmen',
    'Die geistige Funktion besänftigend will ich ausatmen', so übt er sich."

    Das Anapanasati Sutta


    9.Physische Geschmeidigkeit und meditative Freude


    Charakteristisch für diese Stufe sind mentale und physische Geschmeidigkeit, körperliche Verzückung,
    ein freudiger Geisteszustand und große Glückseligkeit.


    In diesem Stadium herrscht ein so starkes Gefühl von Verzückung, dass es eine solch mentale
    Erregung hervorruft, dass es anfängt ablenkend zu wirken. Die Aufregung, der Wunsch und
    das Erwarten dieses Zustandes kann es sogar sehr schwierig machen sich gut genug zu
    konzentrieren damit physische und mentaler Geschmeidigkeit auf einer konsistenten Basis
    erreicht werden kann. Der Meditierende könnte auch den Fehler begehen die freudige
    Verzückung, die leuchtende Helligkeit und die Wandlung der Wahrnehmung des Körpers als
    Beweis für das Erreichen einer hohen spirituellen Errungenschaft zu betrachten und damit
    den weiteren Verlauf der Praxisentwicklung stört.


    Ziel dieser Stufe besteht darin sich dermaßen an den Zustand von physischer und mentaler
    Geschmeidigkeit und dessen Begleiterscheinungen von Verzückung, Freude und erweiterter
    Wahrnehmung zu gewöhnen, dass die anfängliche Aufregung durch Ruhe und Gleichmut
    ersetzt wird.


    Wenn der Meditierende in der Lage ist in seinen Meditationssitzungen konsequent mentale
    und physische Geschmeidigkeit hervorzurufen und diese von unerschütterlicher Ruhe und
    Gleichmut begleitet werden, wurde die neunte Stufe gemeistert.

    "Zufriedenheit bedeutet, aufzuhören nach ihr zu jagen" "Alles was sich Beobachten lässt, bist nicht du"

  • " 'Den Geist untersuchend will ich einatmen ',
    'Den Geist untersuchend will ich ausatmen ', so übt er sich.


    'Den Geist empfindend erheiternd will ich einatmen',
    'Den Geist empfindend erheiternd will ich ausatmen', so übt er sich.


    'Den Geist empfindend sammelnd will ich einatmen',
    'Den Geist empfindend sammelnd will ich ausatmen', so übt er sich.


    'Den Geist befreiend will ich einatmen',
    'Den Geist befreiend will ich ausatmen ', so übt er sich."

    Das Anapanasati Sutta



    10.Aufmerksamkeit und Gewahrsein bleiben zwischen den Sitzungen stabil und ungebrochen


    Die finale Stufe ist natürlich auch gleichzeitig der letzte große Meilenstein. Es beinhaltet alle
    Eigenschaften der letzten Stufen kombiniert mit einer nahezu unerschütterlichen
    Friedlichkeit und Ruhe, Freude und Verzückung und tiefen Gleichmuts.


    Zunächst werden diese Qualitäten jedes Mal nicht lange nach der Sitzpraxis verblassen. Aber
    sofern die Praxis weiterhin gepflegt wird werden sie für immer länger werdende Perioden
    nach den Sitzungen bestehen bleiben. Bis über kurz oder lang werden sie für den
    Meditierenden zum Normalzustand. Das erleben von starkem Verlangen wird merklich
    abgeschwächt. Negative mentale Reaktionen gegenüber bestimmten Ereignissen treten
    kaum noch auf, Ärger und Groll verschwinden praktisch. Andere werden den Meditierenden
    durchgängig als fröhlich, leicht zufrieden zu stellen, locker, liebenswürdig, nicht-wetteifernd
    und nicht interessiert an Konflikten und vielleicht sogar etwas passiv erleben. Sie oder er
    wird relativ immun gegenüber störenden Ereignissen und nicht einmal mehr sonderlich von
    physischen Schmerzen geplagt.


    Der Geist des Praktizierenden im zehnten Stadium ist auch bekannt als der "unübertreffliche
    Geist
    ". Weil der Zustand von starker Konzentration, vollbewussten Gewahrseins, Freude,
    Ruhe und Gleichmuts zwischen den Sitzungen nicht vollständig aufgelöst ist, gewinnt der
    Meditierende den vollentwickelten meditativen Zustand der zehnten Stufe auf der Stelle
    sobald er sich zum Praktizieren wieder hinsetzt. Es ist nicht mehr notwendig bei jeder neuen
    Sitzung die unteren Stufen zu durchqueren. Da diese Faktoren zwischen den Sitzungen
    präsent sind, wird der Meditierende die vier Grundlagen der Achtsamkeit im alltäglichen
    Leben mit einer erstaunlichen Effektivität praktizieren.


    Leider ist der Meditierende noch nicht vollständig befreit von den Heimsuchungen von
    Verlangen, bösem Willen und dem Leiden den sie erzeugen. Sie werden nur durch die
    Früchte des anhaltenden Praktizierens in der Schwebe gehalten. Jedes ausgedehnte
    Unterbrechen der Praxis und die unvermeidlichen Auswirkungen von Zeit auf den Körper und
    Umständen auf den Geist, werden ihm demonstrieren, dass er immer noch der Gegenstand
    des Leidens und seinen Ursachen ist. Aber glücklicherweise befindet sich der Meditierende
    genau jetzt in der idealen mentalen Verfassung um die tiefgründigsten Einsichten in seine
    persönliche Realität zu machen und so die Befreiung zu erlangen die nicht mehr ein
    Gegenstand der Vergänglichkeit ist.


    Was hier am wichtigsten ist, ist dass der "unübertreffliche Geist" mit seinen Qualitäten von
    Konzentration, bewussten Gewahrseins, Freude, Ruhe und Gleichmuts ein Geist ist der sich
    auf der Schwelle und damit auch zum Zutritt zu zwei einzigartigen Bewusstseinsebenen
    befindet – den meditativen Absorptionen, bekannt als Jhanas; und das befreiende Erlebnis
    der höchsten Realität, bekannt als Nibbana.

    "Zufriedenheit bedeutet, aufzuhören nach ihr zu jagen" "Alles was sich Beobachten lässt, bist nicht du"

  • Ein Überblick über den Prozess


    Ein Praktizierender der die achte oder eine höhere Stufe gemeistert hat setzt sich hin, folgt
    seinem Atem und beginnt die Atemzüge zu zählen. Nach ein paar Zügen kann er erkennen,
    dass es keinen Atem gibt, nur eine Folge von Empfindungen, die der Verstand als Atem
    interpretiert und nach dem Ende des Zählens beginnt er sie mit einer mühelosen Kontinuität
    und Fokus zu betrachten. Diese einfache Erlangung von müheloser Stabilität wird manchmal
    selbst als eigenständiger Weg des meditativen Fortschritts gewählt und liefert den
    eindeutigen Beweis einer meisterhaften Leistung, ist jedoch an und für sich keine
    Voraussetzung für den spirituellen Fortschritt. Dieser Weg wird hier nicht ausgeklammert,
    sondert ist ein integrierter Bestandteil der Stufen acht bis zehn.


    Der Praktizierende der die zehnte Stufe gemeistert hat wird sogar noch bevor er sich hinsetzt
    einen gewissen Grad an stabiler Aufmerksamkeit genießen, intensive Klarheit in der
    Wahrnehmung und einen friedlichen Zustand von Freude und Glückseligkeit, die noch
    nachleuchtenden Früchte der letzten Meditation. Nach wenigen Atemzügen wird sich der
    Zustand der zehnten Stufe sofort manifestieren.


    Bitte behaltet im Hinterkopf, dass es sich bei diesen zehn Stufen um Ebenen der Meisterung
    handelt. Das gelegentliche, periodische oder gar frequente Auftreten meditativer Erlebnisse
    entsprechend dieser Stufen, die höheren mit eingeschlossen, ist ein gewöhnliches Ereignis
    und ist nicht Sinn der Sache. Der Sinn besteht darin, dass die jeweils gemeisterte Stufe auf
    eine einfache und konsequente Weise wiederholt werden kann. Es ist nicht ungewöhnlich
    wenn ein Anfänger etwas erlebt was offensichtlich der Stufe 4 oder sogar 7 entspricht,
    jedoch nicht wiederholbar ist und dementsprechend nicht von Bedeutung. Es zeigt ihm
    jedoch zu was er fähig sein kann. Genauso können erfahrenere Meditierende die noch keine
    Stufe jenseits von 3 oder 4 gemeistert haben gelegentlich Erfahrungen der Stufen 8 oder 9
    machen wenn ihr Geist ruhig und fokussiert ist. Dies erzeugt üblicherweise großes Aufgeregt
    sein und bringt den Meditierenden dazu seine Leistung zu überschätzen. Anstatt dann die
    Stufe auf der er sich gerade befindet zu meistern, versucht er vergeblich eines dieser
    Erlebnisse zu wiederholen.


    Der Meditierende kann zum Beispiel Momente erleben in denen verbale Selbstgespräche
    aufhören und nicht einmal die subtilsten Formen diskursiven Denkens vorhanden sind. Das
    ist wundervoll und aufregend, hat jedoch keinen Wert wenn es sich um eine isolierte
    Spontanität handelt. Es wird erst dann von Bedeutung sein, wenn der Meditierende die
    exakten Bedingungen versteht die präsent sein müssen damit das innere erzählende
    diskursive Denken verschwindet und wie er diese Bedingungen erneut schaffen kann. Sogar
    ein beständiges eintreten in höhere Stufen hat wenig Wert wenn es der Meditierende nicht
    geschafft hat die Tendenz des Geistes zu meistern sich nicht mehr von subtilen Ablenkungen
    anziehen zu lassen. Der größte und schnellste Erfolg in der Praxis resultiert aus dem
    systematischen überwinden der verschiedenen Problemen des Vergessens und geistigem
    Wanderns, der groben und subtilen Ablenkungen, starker und subtiler Trübheit in der
    angebrachten Reihenfolge. Der nicht-verbale, nicht-diskursiv denkende und nicht-
    konzeptuelle Geist wird sich auf eine natürliche Weise entfalten, resultierend aus der
    Fähigkeit einen exklusiven Fokus der Aufmerksamkeit halten zu können.


    Nicht selten werden Meditierende in den frühen Stadien der Konzentrationsentfaltung
    flüchtige Erlebnisse meditativer Verzückung und oder körperlichen Wohlbehagen verspüren
    die charakteristisch für die achte und neunte Stufe sind. Das kann sie dermaßen irreführen,
    dass sie das Üben der notwendigen Fähigkeiten ihrer aktuellen Stufe vernachlässigen. Mit
    anderen Worten, alle isolierten Erlebnisse der entsprechenden Stufen können in beliebiger
    Reihenfolge zu jeder Zeit erscheinen. Aber nur Beständigkeit und Vollendung die auf Können
    basieren sind die Kennzeichen des echten Fortschritts.


    Bedauerlicherweise wird sich jede Beschreibung eines Entwicklungsfortschrittes sehr viel
    linearer anhören als es in Wirklichkeit ist. Höchstwahrscheinlich wird sich ein Meditierender
    dabei erleben wie er es mit mehreren Stufen zugleich zu tun hat, sich zwischen ihnen vor-
    und zurückbewegt und das im Verlauf von Tagen, Wochen oder sogar innerhalb nur einer
    Sitzung. Nehmen wir als Beispiel einen Praktizierenden der sich sagen wir in der dritten Stufe
    befindet: Basierend auf dem Fakt, dass seine Meditation gewöhnlich von Perioden kurzer
    Geisteswanderung unterbrochen wird, könnte er gelegentlich in seinen Sitzungen seine
    Aufmerksamkeit kein einziges Mal vom Meditationsobjekt abwenden (Stufe 4), während zu
    anderen Zeiten sein Geist so aufgewühlt ist, dass Geisteswanderungen die ganze Sitzung lang
    dominieren (Stufe 2). Dies ist normal, alle Meditierenden können erwarten Tage zu haben in
    denen sie den Eindruck gewinnen eine Stufe aufgestiegen zu sein, an anderen jedoch sieht es
    mehr nach einem Rückschritt auf eine Stufe aus von der man dachte sie schon längst
    gemeistert zu haben.


    Eine weitere Sache die die Praxis nicht linear erscheinen lässt ist, dass man es gelegentlich
    während der Sitzübung mit den Problemen mehrerer Stufen zugleich zu tun hat. Für einen
    Anfänger ist es selbsterklärend die zweite Stufe zu üben, während er auch weiterhin daran
    arbeitet eine konsistente und reguläre Praxis einzuhalten. Genauso wird ein Meditierender
    der Stufe zwei oder drei, der zunehmend längere Perioden ununterbrochener
    Aufmerksamkeit gegenüber dem Meditationsobjekt erlebt, an den Hindernissen der Stufe
    vier arbeiten. Ein Teil der Praxis von Stufe drei besteht darin die wiederkehrenden kurzen
    Zeiträume des Geistwanderns zu überwinden und ist damit identisch mit der Überwindung
    grober Ablenkungen der Stufe 4. Leute der Stufe vier werden das Training der Stufen fünf
    und sechs machen wenn es heißt leichte Trübheit und Ablenkungen hinter sich zu lassen. Die
    Methoden die in den Stufen fünf und sechs zum Einsatz kommen sind sich sehr ähnlich und
    unterscheiden sich nur im Hinblick ihrer spezifischen Ziele. Und so weiter. Aber sobald
    Meisterung der jeweiligen Stufe vollzogen wurde, wird sich der Fokus auf die verbleibenden
    Stadien bewegen. Da es sich auf diese Weise entwickelt, tendiert die Geschwindigkeit des
    Durchschreitens der unteren Stufen dazu sich zu beschleunigen. Obwohl es möglicherweise
    auszusehen scheint lange zu dauern, die Geisteswanderung der Stufe vier zu überwinden,
    wird sich der Meditierende sehr viel schneller Richtung Stufe fünf fortbewegen als es noch
    zwischen den Stadien drei und vier der Fall war. Dieses exponentielle Wachstum wird sich
    auch in den folgenden Stufen hinfort ziehen.


    Das Geheimnis schnellen Fortschritts liegt darin sich mit dem zu Beschäftigen was zum
    gegenwärtigen Zeitpunkt
    aktuell ist und nicht vorauszueilen. Darum besorgt zu sein,
    Einspitzigkeit zu erreichen (Praxis der Stufe 6) bevor man Geisteswanderung nicht
    überwunden hat (Stufe 4), wird einen tatsächlich daran hindern diese hinter sich zu lassen
    und wird damit zu einem Nährboden für Enttäuschung und Frustration. Zu versuchen subtile
    Trübung zu überwinden(Praxis der Stufe 5), während noch grobe Ablenkungen vorhanden
    sind, würde bedeuten sich selbst die Möglichkeit zu verweigern eben diese zu bändigen.


    Es ist nicht außergewöhnlich für jemanden der ein Haushaltsleben führt von Zeit zu Zeit
    Rückschritte zu machen. Aus seinem Job gefeuert zu werden, einen Angehörigen zu verlieren
    oder es mit einer pubertierenden Tochter zu tun zu haben, die von zu Hause wegläuft sind
    Dinge mit denen ein fortgeschrittener Meditierender leichter fertig wird und trotzdem
    werden sich diese auf ihn auswirken und ihn möglicherweise für eine gewisse Zeit auf den
    untersten Stufen weilen lassen. Und verständlicher Weise werden auch Traumata geringerer
    Ausmaße ihre Wirkung hinterlassen. Diese dienen uns zur Erinnerung daran, dass diese
    meditativen Errungenschaften bedingt sind und gegenüber äußeren Einflüssen verwundbar
    sind.


    Auch in Abwesenheit von externen Ereignissen ist es nicht unüblich, dass sich ein erfahrener
    Meditierender ohne Grund auf den unteren Stufen wieder findet. So kann jemand trotz
    Meisterung der neunten Stufe gelegentlich auf sehr starke Trübungen und oder Ablenkungen
    stoßen. Wenn das der Fall ist wird er sich dessen bewusst und sieht es als das an was es ist
    und handelt dementsprechend.


    Generell gesagt: Die Meisterung einer Stufe ist die Grundvoraussetzung für die Meisterung
    der nächsten. Also im Hinblick auf das Meistern, erfolgen die Stadien in genau dieser linearen
    Reihenfolge. Die einzige Ausnahme ist die Stufe fünf, sie kann übersprungen werden. Aber
    wie schon an anderer Stelle erwähnt, wäre dies ein ernster Fehler der zu einer sehr trüben
    Art von Konzentration führt. Wenn dies passiert, könnte der Meditierende eine seicht
    Kopie der späteren Stufen erleben. In Wirklichkeit jedoch wäre er an einem toten Ende, weit weg
    von dem was die Früchte der Meditation zu bieten haben.


    Die Einstellung mit der wir uns der Meditation widmen ist sehr wichtig. Wenn wir Begriffe
    wie "Erlangen", "Erreichen" oder "Meistern" verwenden, füttert dies sehr leicht
    unsere natürliche Neigung uns selbst als den "Macher" der Taten zu sehen, dass wir
    das Gefühl haben durch Einsatz und Willen für die Resultate unseres Tuns
    verantwortlich zu sein. Es gibt keine Situation in der diese Sichtweise so unzutreffend
    ist wie im Bezug zum Praktizieren von Meditation. An ihr festzuhalten würde
    bedeuten Hindernisse zu schaffen und es würde zu einer Quelle der Entmutigung
    heranreifen. Deswegen ist es wichtig sich sie so früh wie möglich loszulassen. Was wir
    in dieser Praxis mehr tun als alles andere ist das Schaffen von spezifischen
    Bedingungen und dann beginnt sie sich auf eine im höchsten Maße vorhersehbare
    Weise von selbst zu entfalten. Durch das Einhalten gewisser Absichten und
    Durführen von einfachen Handlungen wie aufmerksam und bewusst zu sein schaffen
    wir Bedingungen die die gewünschten Ergebnisse liefern.
    Folgendermaßen:


    -Indem wir uns einen passenden Ort und Zeit nehmen, wiederholt die uns inspirierenden
    Faktoren aufrufen die uns zum Meditieren animiert haben, schaffen wir Bedingungen für
    eine reguläre Praxis (Stufe 1). Dies ist bei weitem effektiver als sich durch
    Selbstdisziplin und Züchtigung zum praktizieren zu zwingen.


    -So wie jeder der sich zum Meditieren hingesetzt hat, feststellen wird: Durch reine
    Willenskraft werden wir unseren Geist weder vom Wandern, noch vom Vergessen des
    Meditationsobjekts abhalten können. Aber durch die Würdigung und Pflege eines
    hochentwickelten Gewahrseins, welches uns von jedem Abdriften warnt, durch
    Rückbesinnung zum Meditationsobjekt und die Erinnerung daran sich so gut es geht zu
    Bemühen, schaffen wir die notwendig Bedingung in der die Zeiträume des Wanderns
    kürzer und die der Befassung mit dem Objekt länger werden (Stufe 2).


    -Wenn die Zeiträume zischen den Perioden geistigen Wanderns lang genug werden,
    können wir unser introspektives Gewahrsein aufrufen, anstatt darauf zu warten bis es
    irgendwann spontan aufwacht und wir das Meditationsobjekt schon längst vergessen
    haben. Durch die Wiederholung dieses Vorgangs, schaffen wir Bedingungen die es
    erlauben Ablenkungen zu erkennen bevor der Geist überhaupt dazu kommt ihnen
    hinterher zu jagen (Stufe 3).


    -Durch die gegenwärtige Wachsamkeit und Pflege der Qualität der Aufmerksamkeit,
    schaffen wir Bedingungen die jede Art von Trübung und Ablenkung hinter sich lassen und
    somit beginnen wir den exklusiven, einspitzigen Fokus im Meditationsobjekt zu genießen
    (Stufe 4 – 6).


    -Durch das simple Beibehalten des wachsamen Wächters, wird der Geist dazu
    konditioniert seine Aufmerksamkeit und Konzentration mühelos aufrechtzuhalten
    (Stufe 7).


    -Mentale und physische Geschmeidigkeit, Freude und Verzückung sind die
    konditionierten Ergebnisse einer mühelosen, einspitzig gehaltenen Konzentration
    (Stufe 8).


    -Durch simples Andauern des Zustandes meditativer Freude, wird eine Vertrautheit
    geschaffen die eine wichtige Voraussetzung für Gleichmut und Ruhe ist
    (Stufe 9).


    So gehen sind alle Absichten und Maßnahmen, die in den jeweiligen Stufen notwendig sind,
    in denen der Meditierende als "Macher" auftritt, extrem einfach und simpel im
    gegenwärtigen Moment durchführbar. Alles was nötig ist, ist das wir damit
    weitermachen sie zu wiederholen, geduldig und ohne Erwartungen die Bedingungen
    schaffen, die uns letztendlich zu der gewünschten Frucht führen. Wie ein Gärtner des
    Geistes, pflanzt der Praktizierende die Saat der Aufmerksamkeit und Bewusstheit,
    bewässert sie mit Fleiß, entfernt das Unkraut der Ablenkung und Trübung wann
    immer es sprießt, sie vor den destruktiven Einflüssen von Prokrastination, Zweifel,
    Verlangen, Aversion und Unruhe beschützt. Alles andere kommt zur gegebenen Zeit.
    Geduld und Vertrauen in diesem Prozess werden zu einem schnelleren Erfolg führen
    als aufwändiges Streben und Ungeduld. Wird ein Same schneller sprießen, wenn man
    ihn immer wieder aus der Erde zieht und wieder eingräbt? Ähnlich verhält es sich mit
    Frustration, dem Suchen nach einer "besseren" oder "einfacheren" Praxis oder der
    Schläfrigkeit und Geisteswanderung mit Ungeduld und Verärgerung zu begegnen.
    Unkraut muss nacheinander mit Geduld in dem Moment gezogen werden wenn es
    auftaucht. Den Geist mit Ungeduld zu hetzen ist so als wenn man den gesamten
    Garten in Stücke reißen würde. Konzentration und Gewahrsein können genauso
    wenig wie ein Bäumchen durch bloßes Strecken zum wachsen gebracht werden.
    Nach physischer Geschmeidigkeit und meditativer Verzückung zu jagen ist so als
    wenn wir eine Knospe, um sie zum Blühen zu bringen, aufreißen würden.

    "Zufriedenheit bedeutet, aufzuhören nach ihr zu jagen" "Alles was sich Beobachten lässt, bist nicht du"

  • Wie lange wird es dauern?


    Es muss noch etwas zur Dauer der benötigten Zeit gesagt werden in der man diese Stufen
    meistert. Im Gegensatz zu dem was in moderner Meditations-Literatur oft impliziert oder
    offen Behauptet wird, muss die Meisterung der zehn Stufen weder viele Jahre oder Dekaden
    dauern, noch sind ausgedehnte Retreats eine absolute Notwendigkeit. Als ich begann
    Meditation zu lehren, dachte ich die meisten fleißig praktizierenden Menschen würden es in
    weniger als einem Jahr schaffen. Seitdem habe ich gelernt, dass dies nicht nur in Bezug auf
    die meisten Menschen total unrealistisch ist, aber auch, dass solche Aussagen zur Ursache für
    Frustration und Entmutigung bei denen führen kann, die trotz noch längerer Zeiten
    ernsthafter Praxis einen solchen Grad der Meisterung nicht erlangt haben. Andererseits gibt
    es wirklich Leute, die durch den Einsatz der beschriebenen Methoden alle zehn Stufen in
    weniger als einem Jahr vollendet haben und andere in weniger als drei Jahren – resultierend
    aus einer regulären täglichen Praxis von 1 bis 2 Stunden, plus den hier vorgeschlagenen
    Nebenleistungen und ergänzt von kürzeren oder längeren Retreats, die aber nicht unbedingt
    Monate oder gar Jahre dauern müssen. Ihr könnt euch also auf jeden Fall sicher sein, dass es
    zumindest für einige Haushälter möglich ist in ein paar Monaten oder Jahren regulärer,
    fleißiger und täglicher, gelegentlich ausgedehnter Praxis.


    Es gibt eine Reihe von Faktoren die über die Rate des eigenen Fortschritts entscheiden,
    einige die beeinflussbar und einige die es nicht sind. Zunächst gibt es verschiedene
    Menschen mit verschieden Neigungen, karmischen Prädispositionen wenn ihr so wollt, für
    Konzentration und Gewahrsein. Genauso gibt es Lebensstile und berufliche Karieren die
    eben auf diese förderlich wirken können. Dieser Unterschied zwischen Individuen wird vom
    Fakt weiter verstärkt, dass eine Person mit einer von Natur aus starken
    Konzentrationsfähigkeit, auch höchstwahrscheinlich Interessen und Aktivitäten nachgehen
    wird wo eben dieses Talent gefragt ist. Und diese Aktivitäten werden wiederum diese
    natürliche Konzentration enorm erweitern. Es gibt also offensichtlich erhebliche
    Unterschiede zwischen den Menschen die sich schon vor dem Eintritt in ein meditatives
    Leben bemerkbar machen.


    Eine weitere große Variation unter den Leuten besteht in der Fähigkeit sich zu einer
    rigorosen Praxis zu disziplinieren und auch wie schnell sich die Praktizierenden entmutigen
    lassen. Die benötigte Zeit um überhaupt die erste Stufe zu meistern wird einen enormen
    Einfluss darauf haben wie schnell wir die anderen Stufen schaffen können und nicht alle
    Praktizierenden werden das erste Stadium gleich schnell meistern. Als ich munter davon
    ausgegangen bin, dass es alle in weniger als einem Jahr schaffen könnten, habe ich diesen
    Punkt nicht vollständig erfasst und irrtümlicherweise angenommen der Startpunkt des
    gesamten Prozesses wäre jener den ich nun als Stufe zwei betrachte. Etwas was ich seit dem
    Beginn des Lehrens von Meditation entdeckt habe, ist wie viele Menschen über Jahre hinweg
    durch die Bewegungen der Meditation durchschreiten, sowohl in Retreats als auch in der
    täglichen Praxis. Tatsächlich verbrachten sie den größten Teil ihrer Zeit damit zu grübeln,
    planen, träumen, fantasieren oder in Trance zu sitzen!


    Aber sobald man eine Praxis etabliert hat die durch Fleiß und Regelmäßigkeit charakterisiert
    wird, wird der wichtigste Faktor das klare Verständnis der natürlichen Reihenfolge der
    Entwicklung von mentalen Fähigkeiten die kultiviert werden, der die Geschwindigkeit des
    Fortschritts beeinflusst und die Kenntnis von simplen Methoden die Hemmnisse auf eine
    geschickte Weise überwinden können und nicht durch rohe Gewalt. Man kann nicht Rennen
    bevor man das Gehen gelernt hat und genauso muss ein ununterbrochener Fokus vorhanden
    sein bevor Einspitzigkeit eintritt, eine aktiv beschäftigte Aufmerksamkeit bevor es zu einer
    nicht-konzeptuellen Beobachtung kommt und die Kontrolle der Aufmerksamkeit vor der
    Beruhigung der Sinne. Leider beeinträchtigen sehr viele Meditierende ihren Fortschritt auf
    eine enorme Weise indem sie endsprechend versuchen ein triple-axel (schwieriger
    Skateboardtrick) zu vollbringen bevor sie das Skaten gelernt haben. Genauso wie ein Skalpell
    manchmal effektiver sein kann als ein Hammer, wird geschicktes Anwenden und positive
    Vertiefung der natürlichen Tendenzen des Geistes bei weitem mehr bringen als der Versuch
    den Geist durch blinde Beharrlichkeit und Hartnäckigkeit zu unterjochen. Ich hoffe aufrichtig,
    dass ich diese Punkte auf eine Weise klarstellen konnte, die ernsthaften Praktizierenden zu
    Erfolgen verhelfen wird, die innerhalb von wenigen Monaten oder Jahren und nicht Dekaden zu
    schaffen sind. Wenn der Meditierende die Stufen des Kultivierens von Konzentration und
    Gewahrsein und wieso sie sich in eben dieser Reihenfolge entwickeln müssen, klar verstehen
    wird, wird er sich hunderte wenn nicht tausende von Stunden vergeblicher Mühe sparen
    können.


    Und dann gibt es noch die oben genannten Lebensfaktoren und stressvollen Ereignisse, die
    dazu tendieren jeden vollzogenen Fortschritt zu stören und uns wieder an einen früheren
    Punkt zu bringen. Bis zu einem gewissen Grad hat fast alles was außerhalb der Meditation
    stattfindet diesen potentiellen Effekt. Und das kann der Hauptfaktor sein der bestimmt wie
    lange die Meisterung der zehnten Stufe braucht. Es gibt die übliche Tendenz die Praxis vom
    restlichen Leben zu trennen. Wenn jedoch alles was gelernt wurde und die aus dem Sitzen
    gewonnenen Fähigkeiten nicht außerhalb des Kissens für den Rest des Tages zum
    fortwährenden Einsatz kommen, ist es so als wenn man eine Badewanne mit Wasser füllen
    und weggehen würde, ohne den Stöpsel einzusetzen. Sobald man zurückgekehrt ist, wird die
    Wanne fast wieder leer sein und der Füllprozess kann ewig so weitergehen. Ich glaube, dass
    das der Grund für die Annahme ist, lange Retreats würden für einen Fortschritt zwingend
    notwendig seien. Aber ohne der Erweiterung und Erhaltung aller Elemente der Praxis im Rest
    des täglichen Lebens, wäre es das gleiche Unterfangen mit dem Unterschied, das die Wanne
    größer geworden ist. Auch wenn der Anschein stimmen mag, dass das Nachfüllen der
    größeren Wanne über einen großen Zeitraum und kürzere Perioden der Abwesenheit zu
    einem Fortschritt führen kann, in anderen Worten längere und häufigere Retreats, so wäre
    der bloße Einsatz eines Stöpsels erheblich effektiver! Verlängerte Retreats sind wundervoll
    und können den eigenen Fortschritt enorm beflügeln, aber ihr größter Wert kann nur dann
    realisiert werden, wenn das Herz der Praxis jeden Aspekt vom Leben des Meditierenden
    durchdringt. Es gibt gewisse wichtige Zusatzleistungen außerhalb der formalen Praxis, über
    die später diskutiert werden wird, die dem Meditierenden gerade bei dieser Angelegenheit
    helfen werden.

    "Zufriedenheit bedeutet, aufzuhören nach ihr zu jagen" "Alles was sich Beobachten lässt, bist nicht du"