Posts by Hendrik

    Oder würdet ihr heute bud. Asketentum als einen „Mittleren Weg“ bezeichnen? Wohl kaum.

    Was meinst du denn, wenn du von buddhistischem Asketentum sprichst?

    Wäre nett, wenn du auf das geschriebene eingehst, anstatt sinnlose Fragen zu stellen. Sinnlos, weil du genau weißt, was damit gemeint ist. Es gibt buddhistisches Asketentum, das Buddha grundsätzlich verworfen hat. Hier krebsen genug rum, die diesem Weg der buddhistischen Askese folgen und nichts mehr von der Lehre des Buddha verstehen.


    Tatsächlich empfinde ich für die heutige Zeit jedes Dasein als Nonne oder Mönch (sofern es nicht die Zen-Variante ist) als asketisch gegenüber einem „normalen“ Leben in unserer Gesellschaft als asketisch.

    Ich will Euch ja nicht verwirren oder enttäuschen aber der historische Ursprung des „Mittleren Weg“ ist ein politisches Statement.


    Die frühe Sangha wollte sich zunächst von den anderen Asketen abgrenzen, die krassere asketische Übungen favorisierten als die Buddha-Sangha. Sie fasteten zum Beispiel bis zum Tode. Und gleichzeitig wollten sie sich von der „Welt“ abgrenzen. Sie suchten einen Platz in dem ganzen Gewirre und erklärten sich zur Mitte.


    Erst viel später wurde das ein spirituelles Ding, der „Mittlere Weg“. In den man alles mögliche hinein interpretieren kann.


    Das bedeutet auch, das, was damals die Mitte war, heute radikaler Rand ist. Oder würdet ihr heute bud. Asketentum als einen „Mittleren Weg“ bezeichnen? Wohl kaum.

    Ich finde diese Flut von Kommentaren befremdlich, als ob sich ein Geier aufs Aas stürzt


    Hierzu will ich mich noch äussern: Wir sind hier ein Diskussionsforum. Wenn niemand auf Deine Beträge antwortete, wäre das schon sehr seltsam, oder?

    Es finanziert sich durch Vermietung und Seminare für finanzstarke Wirtschaftsunternehmen, es entspricht also der deutschen Marktwirtschaft zu 100 %.

    Da bleibt vom Gefühl zu Buddha mit japanischen Zen nicht viel übrig.


    Zen-Klöster und Tempel in Japan müssen sich auch selbst finanzieren. Sie sind damit selbst Wirtschaftsunternehmen.


    Ist das Verkaufen von bud. Beerdigungsritualen an Menschen, die mit Buddhismus sonst nichts zu tun haben, ethisch korrekter als die Untervermietung von Räumen an Firmen?


    Was soll daran „böse“ sein?


    Warum geht aussteigen nicht?

    Das Einhalten der rechten Achtsamkeit ist sicherlich erstrebenswert, jedoch darf man nicht vergessen, dass die Wenigsten hier in Deutschland buddhistische Mönche sind. Die Praxis eines Zen Mönches in Japan z.B. lässt sich nichts so ohne weiteres auf Mitteleuropa übertragen. So ist eine Achtsamkeit, wie sie inzwischen in aller Munde ist, praktisch gelebt schon zu begrüßen. Die wenigsten Deutschen können das, obwohl der Begriff so populär ist und deshalb ist, die rechte Achtsamkeit die echte Konzentration auf das Wesentliche. Jedoch kann man das von einem buddhistischen Laien in Deutschland mit Kapitalismus und Marktwirtschaft nicht verlangen. Ein Kloster ist eine eigene Welt, unabhängig von der Gesellschaftsordnung. Es gibt ein Theravāda Nonnenkloster hier in der Nähe, in dem wohl sechs Frauen leben.

    Warum soll man „rechte Achtsamkeit“ von einem bud. Laien nicht verlangen können? Das wird immer und immer wieder kolportiert und ist Quatsch.


    Gerade in einem „normalen“ Leben begegnen mir eine weitaus höhere Anzahl an Möglichkeiten, meinen Geist zu üben immer und immer wieder die Grenze zwischen Unachtsamkeit und Achtsamkeit zu überschreiten, als als Mönch.


    Und schau mal hier:

    »Es gibt nicht nur hundert oder zwei- oder drei- oder vier- oder fünfhundert, sondern weit mehr Laienanhänger, Schüler von mir, die weißgekleidet sich sinnlicher Vergnügen erfreuen, die meine Anweisungen ausführen, meinem Rat folgen, den Zweifel hinter sich gelassen haben, von Verwirrung frei geworden sind, Selbstvertrauen erlangt haben und in der Lehre des Lehrers von anderen unabhängig geworden sind.«

    Majjhima Nikāya (Mahāvacchagotta Sutta) MN.73.10b

    Ich habe eine sehr spezielle Frage zu Bodhidharma. Vielleicht weiß ja einer der Foren-Freunde Rat.


    In welcher Sprache haben sich wohl Bodhidharma und Kaiser Wu in dem legendären Dialog unterhalten, als der Satz viel „Offene Weite - Nichts von heilig“?


    Das klingt merkwürdig, mich interessiert dieses Detail aber tatsächlich.



    Please login to see this attachment.

    Der 8-fache Pfad, der im Buddhismus systematisierte Weg zum Erwachen, ist in drei Teile aufgeteilt: Weisheit, Ethik und Versenkung.


    Die Weisheit, panna, geht allem voraus und meint u.a. das Wissen, Erkenntnis, darüber, was dukkha, „Leid“, überhaupt ist und wie es überwunden werden kann. Panna beseitigt also die Unwissenheit. Das bedeutet für die Praxis: Lernen!


    Bodhicitta“ würde ich in diesem Zusammenhang als den Entschluss, das Ziel, Erwachen, zu erreichen, einordnen.


    Das mit dem Buddhismus ist so eine Sache. Man kann bei ihm alles immer von mehreren Seiten betrachten und kommt dann auch je nach bud. Tradition, sogar je nach Lehrer in der gleichen Tradition, oft zu Aussagen, die sehr unterschiedlich klingen und oft auch sind. Das ist am Anfang etwas verwirrend.


    Ein Grundkurs Buddhismus ist daher für Anfänger empfehlenswert, um eine belastbare Wissensgrundlage für zu schaffen. Gern empfehle ich dir einen.


    „Zwei Bedingungen gibt es zum Aufsteigen der rechten Erkenntnis: Belehrung durch einen anderen und eigenes Erwägen.“

    Mahavedslla Sutta, MN.43.



    Im Buddhismus wird ja gepilgert. Das ist nicht neu. Auf Grund fehlender Infrastruktur gibt es aber in Europa kein explizites buddhistisches Pilgern. Und Wandern ist etwas anderes. Ich denke, da sind wir uns alle einig.

    Wie machen das denn die Katholiken? Ich war noch nie auf dem Jakobsweg. Der ist ja auch irgendwie organisiert.

    Ich finde es schade, dass wir im Westen zwar eine christliche Pilger-Kultur haben, aber keine buddhistische. Ich kann den Jakobsweg gehen, aber nicht durch Europa von einem bud. Zentrum zum nächsten bud. Zentrum pilgern.


    Das wäre was, wenn man das mal organisierte. Jedes Zentrum – so wenig haben wir ja nicht – ist Teil dieses Pilgernetzwerkes und hält immer ein paar Betten und ein Abendessen bereit. Ich könnte mich beispielsweise über eine Website für einen Abschnitt anmelden und für mich würde reserviert. Dann bin ich an dem einen Tag etwa in einem Zen-Zentrum, an einem anderen dann in einem tibetischen. Es ist für mich nicht nur ein Bett und Essen da, sondern am Abend gäbes es je nach Tradition eine entsprechende Puja für die Pilger. Davon hätten auch die Zentren etwas – man lernt sie kennen – auch der innerbuddhistische Austausch würde profitieren, Vorurteile abgebaut.


    Please login to see this attachment.


    Nur so zum Thema passend, zur Inspiration oder Unterhaltung, ein ergänzender Link: "Wandern in der Philosophie".

    Wandern in der Philosophie - ursachewirkung.com
    Vom Glück des Wanderns: Gehen regt den Geist zum Denken an. Wer wandert, wandelt sich.
    www.ursachewirkung.com

    Leute, dieser Thread hier ist vollkommen aus dem Ruder gelaufen und hat das Thema des Eingangs Post verlassen.


    Ich werde ihn deshalb temporär schließen und die Teile, die auf eine Metaebene geraten sind, verschieben.


    Und ad personam wird auch schon wieder argumtiert.


    Wenn man mal zwei Tage nicht genau hinschaut.


    Ich bitte um mehr Disziplin.


    Bei dem Interviewschnippsel geht es nicht um die Frage, was Askese ist, oder ob ich asketisch leben soll.


    Das Beispiel soll zeigen, dass es innerhalb des Buddhismus sehr verschiedene Lehren gibt, die sich gegenseitig auch ausschließen. Das bedeutet für mich, dass ich aufgefordert bin, tolerant zu sein.


    Manche Menschen verstehen das nicht und meinen, es müsse diese eine Wahrheit geben. Sie sind nach ihr auf der Suche, klammern sich an sie, verlangen von anderen, dass sie die Dinge genauso sehen, wie sie selbst.

    Ich denke, die Fleisch-/Vegetarismus-Debatte sehen die Buddhisten weltweit eher entspannt. DIe Forderung nach einer buddhistischen veganen Essenskultur, wie etwa bei TNH, ist eine westliches Phänomen. Übrigens auch wieder eine Sache, die zeigt, dass Konvertiten aus einer anderen Kultur es meistens doch eher übertreiben.


    In einem Interview – mit der Überschrift "Fleischessen ist okay" – mit Michael Zimmermann, Professor für indischen Buddhismus am Asien-Afrika-Institut der Universität Hamburg, wird das deutlich:


    "Zimmermann: (...) Ich war viel in Asien unterwegs und immer fasziniert, wie unterschiedlich sich der Buddhismus ausgeprägt hat. Als ich als junger Mann nach Japan kam, traf ich einen hochrangingen Jodo-Priester. Damals war ich sehr stolz, Buddhist zu sein, und erzählte das dem Priester und ergänzte, dass ich Vegetarier sei. Das gehörte in den Kreisen, in denen ich mich damals bewegte, selbstverständlich dazu. Als Buddhist durfte man kein Fleisch essen.


    'Oh, das ist aber nicht so gut', antwortete der Priester. 'Wenn du auf Fleisch verzichtest, ist es eine Art asketische Übung. Damit maßt du dir an, dass du irgendetwas tun kannst, was du eigentlich nur von Amitabha Buddha bekommen kannst. Das solltest du lieber sein lassen. Iss am besten ganz normal.' Ich war damals geschockt. Das zeigt, dass es ganz unterschiedliche Ausformungen gibt und dass man Buddhismus immer im kulturellen Kontext sehen muss. Da kommen wir wieder zurück zu dem Punkt, dass es den Buddhismus an sich nicht gibt. Ich sehe in der Vielfalt nichts Schlechtes. Buddhismus war immer fließend und offen." Ursache\Wirkung, No. 123, "Buddha heute", Seite 24ff.


    Es tut mit leid, dass du das so siehst. Es ist dann aber nicht der Buddhismus, der hier pessimistisch daherkommt, sondern du … sofern ich das Gelesene richtig verstanden habe. Und zu nahe treten will ich dir selbstverständlich auch nicht. 🙏



    Dass Buddhismus unter dem ganzen bunten Geraffel als pessimistisch empfunden wird, ist ein grosses Problem. Wir sind uns ja in einem einig: Buddhistische Praxis ist dazu geeignet, zu befreien! Dies erreicht die Menschen aber nicht, wenn Dukkha hier und Dukkha da in den Vordergrund gestellt wird, statt die Freiheit!

    Solange man Hoffnung als Aussicht auf Erfüllung von Wünschen versteht, ist Buddhismus hoffnungslos. Wenn man die Aussicht auf Freiheit von Wünschen als Hoffnung versteht, ist Buddhismus der beste Weg: Aufhören zu wünschen und anfangen zu leben.


    Letztlich ist das für uns Menschen als Teil der Natur die einzige Hoffnung.


    Das halte ich für eine verkürzte Darstellung - und damit auch wieder für einen Grund, Buddhismus eine pessimistische Grundhaltung zum Leben zu attestieren.


    Manche Wünsche mögen nicht mehr entstehen. Aber die Übungen sind dazu geeignet, die absolute Freiheit darüber zu erlangen, ob ich fiebernd einem Wunsch entgegen jage und enttäuscht bin, wenn er nicht erfüllt wird. Das umfasst alles: Konsum, Gesundheit, Liebe… oder mich ohne ein Gefühl von unbefriedigt sein, mich abwenden zu können, loslassen zu können.


    Es kann Dir geholfen werden!


    Ja, das ist eine der konservativen und pessimistischen Deutungen des Buddhismus, zu der leider wohl die meisten neigen. Etwa vergleichbar mit dem christlichen Dogma der Erbsünde, in der wir als Menschen alle automatisch schuldig sind.


    Es gibt andere, lebensbejahendere: Samsara ist der Wiederwerdenskreislauf in dieser einen Existenz, die wir haben. Neurologen meinen, das das, was wir als Gegenwart empfinden, eine Zeitspanne von 2,7 Sekunden umfasst. Darauf folgt der nächste Augenblick, der ebenfalls etwa 2,7 Sekunden lang ist. Jeder dieser Augenblicke entsteht aus den Bedingungen des vorherigen.


    Mehr als 90% der Dinge, die wir in dieser Folge der Augenblicke tun, sind nicht aus unserem freien Willen geboren, sondern aus den Bedingungen des vorherigen Augenblicks. Wir sind also vielleicht nur 10% frei in unseren Entscheidungen. Buddhismus möchte das ändern.


    Buddhismus bietet eine Reihe von Einsichten und Übungen, um diesen von unserer Biologie gegebenen Freiheitsrahmen zu erweitern.


    Das leben ist schön!

    Buddhismus ist Freiheit!

    External Content m.youtube.com
    Content embedded from external sources will not be displayed without your consent.
    Through the activation of external content, you agree that personal data may be transferred to third party platforms. We have provided more information on this in our privacy policy.