Posts by Anandasa

    Nichts gegen Reue, ich sehe nur die eine Gefahr, dass man sich mit "zu viel" Reue auch selbst zugrunde richten kann ("ich bin an all dem Schuld", etc.). Hier im Westen haben wir wohl eine Tendenz dazu. Erkennen bis zu welchem Grad etwas heilsam ist und ab wann nicht mehr, ist wohl was den Unterschied macht. Manchmal kann man aus einem Glas Wasser den Schmutz nicht mehr rausbekommen, aber man kann klares Wasser nachfüllen.

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    Ist Euch in irgendeinem Zusammenhang bekannt, dass eine Stupa als Schutz des Landstriches in dem sie errichtet ist vor äusseren Feinden dienen soll?

    Das kann ich nicht sagen. Das Erbauen einer Stupa soll aber dem Erbauer oder Financier dafür große Verdienste bringen. Manch ein reicher Mensch, dem am Ende seines Lebens einige Dinge leid tun, wollte sich so sein Karma verbessern.

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    Wie hat Buddha meditiert?

    Dürfte schwer zu ergründen sein. Er hat auf 84.000 verschiedene Arten meditiert ... Im alten Indien war 84.000 irgendwie die höchste bekannte Zahl. Also, er hat auf sehr viele verschiedene Arten meditiert ;)

    Ich glaube das Thema hatten wir schon. Buddha hat in den Vinayas Nonnen mehr Regeln auferlegt als Mönchen. Nun gibt es die Einen, die deswegen so argumentieren, dass Buddha Frauen nicht als gleichwertig angesehen hat. Andere sagen, dass Buddha den Frauen nur deswegen mehr Ordensregeln auferlegt hat, um es sich und seiner Lehre nicht mit den Leuten zu verderben. Sowohl Mönche als auch Nonnen sind von Essensgaben aus der Bevölkerung angewiesen und die hätte es nicht verstanden, wenn Frauen von Buddha völlig gleichwertig behandelt worden wären.

    Ich vergaß zu erwähnen, dass im alten Indien zu den Zeiten Buddhas Frauen wirklich nicht als gleichwertig angesehen wurden und es u.U. zu einer Art Aufruhr hätte kommen können. Kann man als plausibel ansehen, wenn man sieht, wie es heute in Indien immer noch ist ...

    Ich glaube das Thema hatten wir schon. Buddha hat in den Vinayas Nonnen mehr Regeln auferlegt als Mönchen. Nun gibt es die Einen, die deswegen so argumentieren, dass Buddha Frauen nicht als gleichwertig angesehen hat. Andere sagen, dass Buddha den Frauen nur deswegen mehr Ordensregeln auferlegt hat, um es sich und seiner Lehre nicht mit den Leuten zu verderben. Sowohl Mönche als auch Nonnen sind von Essensgaben aus der Bevölkerung angewiesen und die hätte es nicht verstanden, wenn Frauen von Buddha völlig gleichwertig behandelt worden wären.

    Das eine große Problem mit Nicht-Ergreifen, das ich habe, ist die Musik. Wenn ich z.B. dieses Stück höre, darf ich es für den Tag nur ein einzigstes Mal hören: Roberto Carlos - Aquarela do Brasil. Sonst sind meine Gedanken schon in Brasilien und in Rio de Janeiro. Aber auf Musik will ich auch nicht wirklich verzichten. Wie machen? Ich denke ich muss es zuerst begrenzen, so dass meine Achtsamkeit nicht unbemerkt verloren geht. Dann kann ich das Stück oder ein anderes Bossa Nova Stück hören und schauen, ob ich immer noch nicht am Ergreifen bin. Wenn ich merke, dass das Ergreifen hochkommt, muss ich es dann gleich abklemmen. So kann man sich dann langsam weiterkämpfen. So ähnlich wie man beim Meditieren sich auch von 5 Minuten zu den nächsten 5 Minuten kämpft.


    Ich habe mir wegen dieses Stücks und anderer wunderbarer Bossa Nova Stücke schon mehrmals überlegt, ob ich anfange Portugiesisch zu lernen. Diese Sprache klingt einfach so schön. Aber ich habe es immer sein gelassen aus Angst, dass sich dann so eine Art Schwärmerei entwickelt und meine Achtsamkeit dann ganz flöten geht.

    (...)

    Die Vergangenheit ist weg/ schon nichts da/, die Zukunft ist/ noch /nichts da, aber wo ist die Gegenwart?

    Genau wie die Teetasse, / lol....wie meine Katze, sorry/ die ist nichts auffindbar. / vor-findbar/.

    Man verneigt sich von Buddha, aber der Buddha als das inhärnetes Wesen ist auch nichts zu finden.

    Wenn ich über es alles aber nachdenke, was bleibt dann am Ende?

    Tee zu geniessen, und leben so, als ob es deine letze Tasse wäre...

    Ja, ich denke alle Versuche sich irgendwie was reinzuziehen um gefühlt Lebensinhalt zu erzeugen führt nur zu Verlust von Lebenszeit. Dessen ist man sich als junger Mensch nicht bewusst. Da ist eine große Welt mit vielen Möglichkeiten, da will man was machen. Das ist auch in großen Teilen gut so, denn man muss einen Beruf lernen, eine Existenz aufbauen, etc. Aber dann gewöhnt man sich daran sich ständig was reinzuziehen, hält es für normal, weil es ja immer so war und so kriecht das Gift langsam rein.


    Habe mal einen Artikel gelesen von einem Neurologen, dass im Alter ein Musikinstrument spielen oder eine Fremdsprache lernen am besten das Gehirn fit hält. Also lerne ich halt eine Fremdsprache um fit zu bleiben. Das ist auch in Ordnung, weil von der Intention her kein Ergreifen. Sobald man sich aber was sich reinziehen will, weil das Leben sonst leer ist, wenn man nicht seinen Stoff kriegt, verliert man in Wirklichkeit nur Lebenszeit, weil man beim Reinziehen von irgendwas wie in eine Art Trance gerät und die Zeit verstreicht ohne dass man die Dinge wahrnimmt. "Life is what is happening while you pursue other things.". Hat John Lennon gesagt oder irgendein anderer von den Beatles.


    Dass sich was reinziehen am Ende nur Zeitverlust ist, hilft mir jedenfalls das Ergreifen sein zu lassen. Das ist das, was ich eigentlich sagen wollte ;-).

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    Das von unserem Selbstsinn empfundene Gefühl des Mangels

    Dieses Gefühl des Mangels wegzubekommen ist nur nicht so ganz einfach. Man will ständig diesen Mangel ausgleichen und das Leben mit Inhalt füllen. Am Lebensende will man etwas erreicht haben, wenn man schon nicht unsterblich ist. Dieses ganze Zeug, das man sich reinziehen will, um das Mangelgefühl abzustellen, ist nur wie der Schatten, der ein flackerndes Feuer auf eine Leinwand wirft. Das Feuer glaubt man zu erzeugen um eben den Lebensinhalt erzeugen zu können und die verrinnenden Zeit festhalten zu können, aber tatsächlich existiert es nicht, sondern ist nur aus Begierde vom Geist erdacht worden, und wird als real angesehen (weil man sich sehr anstrengt irgendwas zu erreichen oder sich reinzubiegen).


    Die Frage die mich umtreibt seitdem ich das einigermaßen begriffen habe, ist die Frage was ich dann mit meiner Zeit mache. Einfach nur die Dinge wahrnehmen und sein Leben leben will ich auch nicht. Ich will mir sagen können was sinnvolles gemacht zu haben, wenn der Zug des Lebens für mich an der letzten Haltestelle angekommen ist. Aber ich weiß nicht so recht was. Gutes tun hatl. Aber sämtliche Hilfsorganisationen wollen einfach Geldspenden. Bis jetzt fiel mir als sinnvoll nur ein mich um meine Lieben zu kümmern, Metta zu entwickeln und irgendwann zu vergehen.

    Ich halte den Punkt, den Abdurchdiemitte hier aufführt, für sehr berechtigt. Ich habe mich auch mal genau mit dieser Frage beschäftigt als ich mal eine Durststrecke überwinden musste und mal Zusatzenergie benötigte. Ich erinnere mich an einen Vortrag von Tenzin Peljor, bei dem er nebenbei von "freudiger Geschätigkeit" sprach. Er habe einem Mit-Mönchen bei irgendeiner Arbeit zugeschaut und eine positive Bemerkung zu diesem gemacht wie prima das bei ihm laufen würde. Der Mit-Mönch habe dann geantwortet, dass dies "freudige Geschäftigkeit" sei. Tenzin Peljor habe dann etwas gestutzt und dann zu sich hinein gesagt: "Ja, genau, das ist es: freudige Geschätigkeit".


    Es scheint von Natur aus ein gewisser natürlicher Schaffensdrang und Freude an der Arbeit vorzuliegen. Problem ist aber, dass sich negative Dinge heranbilden können, die einem die Freude nehmen. Ich denke hier kommt dann der Punkt, an dem der Buddhismus hilfreich ist um zu optimieren. Ich habe schon Leute unter 40 gesehen, die der Arbeit in ihrem Beruf wie in Trance nachjagen als würde es nichts anderes in der Welt geben. Anhaftung in seiner klassischen Form. Folgt man den Lehren Buddhas, tut man etwas um achtsam zu bleiben, bleibt man von sowas verschont.


    Ich würde sagen, dass es zu einem gewissen Maß eine "natürliche Anhaftung" gibt, die dann auch da ist, wenn man mal für einen Spurt besonders viel Energie braucht. Wer um sein Kind besorgt ist, wird es merken, wenn es über die Straße laufen will ohne zu schauen, ob da ein Auto kommt, und dann kommt dann auch noch wirklich ein Auto! Hier ist eine gewisse natürliche Anhaftung an das Kind da, die dem Überleben dient. Ich denke in gleichem Sinne ist das für die Existenzsicherung im Beruf auch in Ordnung. Es ist halt manchmal nur ein haarbreiter Unterschied und schon ist es nicht mehr "natürliche Anhaftung", sondern schon unheilsame. Deswegen muss man immer sehr aufpassen. Ah ja, jetzt fällt mir der buddhistische Begriff ein: "Hingabe".

    Es gibt auf Youtube ein Video von Rodrigo Gonzalez Zimmerling, in dem er eine Geschichte erzählt wie Buddha einem Vater geantwortet haben soll, der um seinen verstorbenen Sohn getrauert haben soll. Auch wenn es hier im Forum schon Diksussion um den Herrn Zimmerling gegeben hat, glaube ich schon, dass er diese Geschichte aus dem Palikanon oder irgendwelchen seriösen Schriften hat:


    Im alten Indien stirb der einzige Sohn einer Familie. Das bedeutet das Aussterben der Familie was im alten Indien besonders schlimm war. In seiner Trauer kommt dieser Vater zu Buddha und erzählt ihm sein Leid. Der Buddha soll dem Vater geantwortet haben: "Ja, wenn besonders lieb gewonnene Menschen sterben, schmerzt es ganz besonders.". Ich würde das so verstehen, dass es gegen den Schmerz kein Mittel gibt und man ihn einfach annehmen muss.


    Das kann man als eine "harte Antwort" sehen, die den Trauernden alleine ohne wirkliche Hilfe lässt die Trauer zu verarbeiten. Aber sie enthält die Mitteilung, dass man sich nie aufhören wird zu grämen, dass der einzige Sohn gestorben ist, wenn man sich nicht sagt, dass der Tod besonders liebgewonnener Menschen besonders schmerzt, und das so annimmt.

    Vielleicht war es ja auch diese Schutz-Gottheit Shugden, die mir u.a. so gruselig vorkam. Ich weiß darüber nichts.

    Der Shugden-Kult wird ja vom Dalai Lama abgelehnt, siehe z.B. diesen Artikel darüber und diesen Artikel, weil die Anbetung der Shugden für den Dalai Lama nicht mit dem Buddhismus zusammenpasst.


    "Er (also der Dalai Lama) begann, sich öffentlich gegen die Verehrung von Dorje Shugden auszusprechen. Nach seinen Aussagen liegt in der Shugden-Verehrung zum einen die Gefahr, dass „der tibetische Buddhismus zu einer Geisterverehrung verkommt (...)“. Siehe Artikel auf Wikipedia.

    Was ist eigentlich mit jemanden, der mit Freude und Hingabe Samba tanzt oder eine Fremdsprache lernt, die ihn fasziniert? Läuft so jemand Gefahr vor Begeisterung zu vergessen, dass er sterblich ist und jederzeit sterben kann?

    Bei mir persönlich ist der Effekt gerade anders rum: Genieße es jetzt, vielleicht bist Du beim nächsten Event schon tot.

    Ja, genau das ist es :-). Danke _()_

    Ich bin mir nicht so sicher, ob ich vor dem Tod keine Angst habe. Bin mir nicht sicher, dass das Gefühl, dass es nun absolut vorbei ist, so leicht zu ertragen sein wird. Wenn man ganz alt ist, kaum noch was sieht und hört, und man nur noch vom Krankenpfleger im Rollstuhl herumgefahren werden kann, vom Leben gar nichts mehr hat - dass man dan keine Angst mehr vor dem Tod hat, glaube ich schon.


    Ich habe aber Angst vor einem langen qualvollen Sterben unter Schmerzen. Nicht jeder hat das Glück, dass es schnell geht oder relativ schmerzfrei abläuft. Schön wäre es ja.


    Ich habe schon Angst vor dem Tod. Ich glaube nicht an ein Weiterleben in irgendeiner Art oder an ein Wiedersehen mit jenen, die man verloren hat. Wenn ich tot bin, bin ich tot, das glaube ich und ich denke mir natürlich, dass ich davon eh nichts merke. Aber jetzt schon zu wissen, dass mein Bewusstsein irgendwann ausgeschaltet wird sozusagen, ist dennoch ein gruseliger Gedanke.

    Das sehe ich auch so. Sieht man sich an wie das Leben auf der Erde entstanden ist, sieht man, dass es nichts übergeordnetes gibt und kein Lebewesen irgendwas Höheres ist. Der Mensch hat ein weit entwickeltes Gehirn, ist aber genau gleich schrittweise aus einfacheren Formen entstanden wie alle anderen Lebewesen auch. Auch wenn der Mensch stirbt, ist er einfach tot - genau wie ein Einzeller, Virus, Fisch oder Schimpanse.


    Ich halte die Idee von Wiedergeburt aber eventuell für einen "psychologisch sinnvollen Trick" um im Leben weniger Stress vor dem Tod zu haben und somit das Leben besser zu nutzen, besser mit den Mitmenschen zusammen zu leben, und weniger Angst vor dem Tod zu haben. Ich meine hier Wiedergeburt im Sinne des tibetischen Buddhismus.


    Was ist eigentlich mit jemanden, der mit Freude und Hingabe Samba tanzt oder eine Fremdsprache lernt, die ihn fasziniert? Läuft so jemand Gefahr vor Begeisterung zu vergessen, dass er sterblich ist und jederzeit sterben kann? Ich kann mich noch nicht so ganz damit abfinden, dass ich quasi bei jedem Atemzug an den Tod denken sollte, weil ich sonst zu leichtfertig bin. Ich würde schon mal gerne für eine Zeitlang unbeschwert rumhopsen, mal nach Rio oder nach Shanghai - und dabei riskieren, dass es mich in einem Moment erwischen könnte, in dem ich ausgelassen bin und nicht an ein plötzliches Ende denke.


    Hm, bin ich jetzt hier nur Mara aufgesessen und habe mich blenden lassen? Tja, vielleicht hilft hier der psychologische Trick mit der Wiedergeburt um sich einzufangen und "konstant" zu halten, verdienstvolle Taten zu sammeln statt um die Welt zu düsen. Frage mich, ob ich auch als Haushälter den irdischen Dingen abschwören sollte bis auf "ruhige" Dinge, bei denen ich die Beobachtung meines Geistes beibehalten kann wie ein Theaterstück ansehen und es aber mit Samba vorbei ist. Tja, er quält sich noch ;-).

    Es wäre vielleicht eine Idee einen Thread zu haben, in dem jeder mit einem Post ein Buch vorstellt, das irgendwie mit Buddhismus zu tun hat. Für Musik haben wir das schon mit dem Thread "Welche Musik hört ihr so?". Ich glaube es gab auch mal einen Thread für Buchvorstellungen. Vielleicht ist der irgendwann eingeschlafen und danach verschollen. Vielleicht sollte man den reanimieren ;-).

    Quote from Igor07
    Anandasa ... Wow, meine Katze wolllte deine kennelernen, wenn du nichst dagegen hast, narürlich....

    Igor07: Dass dein Profilbild sehr ähnlich ist, habe ich schon mal entdeckt. Katzen wissen sich zu entspannen ;)


    Quote from Igor07
    Aber erlaube mir so wie die Gegenfrage... Das Phänomen war schon vor mehr als 50 Jahren genug durchgekaut. Warum es dich einfach wundert? In Ansgesichts des eigenen Todes es passiert echt sehr oft...genau das.

    Ich sehe diese Erfahrung der Motorradfahrerin nicht nur als eine Episode zum Thema Nahtod-Erfahrungen. Es geht um die Erkenntnis, dass man mit seinem Leben zufrieden ist. Es bis jetzt nur nicht erkannt worden. Man kann dann richtig loslassen und ist im Kopf viel ruhiger und gelassener. Es bedeutet nicht, dass es nun nichts mehr zu tun gibt. Man muss sich beruflich wohl weiterhin Mühe geben um seine Existenz zu sichern. Wenn man älter ist, muss man sich im Kopf fit halten und hat vielleicht beginnende Krankheiten des Alters. Aber wenn man sich vergegenwärtigt, dass man mit seinem Leben zufrieden ist, kann man diese ohne dieses Gefühl angehen, etwas erreichen zu müssen. Dann will man sich auch schnell etwas reinziehen.


    Mir geht es darum die Erkenntnis, dass man mit seinem Leben zufrieden ist, in den Alltag rüberzuretten und zu halten. So wie man versucht die geistige Haltung beim Meditieren nach der Meditation in den Tag mitzunehmen. Ellviral schrieb schon ganz richtig: "Wer erkennt schon sein gutes Leben, wenn irgendjemand einem erzählt, dass das andere Ufer viel besser ist?". Da fängt die Erkenntnis, dass man mit seinem Leben zufrieden ist, wieder zu zerbröseln an. Jemand anderes hat mehr und all das fängt wieder an. Dann geht die Geistesruhe wieder verloren. Mir geht es darum diese zu behalten: Wenn ich jetzt sterben müsste, wäre ich mit meinem Leben zufrieden, und könnte in Ruhe sterben? Falls ja, dann hast du die Geistesruhe noch. Wenn nein, was müsste anders sein?


    Angenommen man hat im Leben etwas wichtiges nicht erreicht, was jeder im Leben gerne schaffen möchte, wie ein Kind haben oder einen Lebenspartner finden. Es ist irgendwann zu spät, weil man zu alt ist. Jetzt kann man sich ewig grämen, weil das Ziel sich nicht mehr erreichen lässt oder man stellt fest, dass man ein schönes Leben hatte und man zufrieden ist. Das Leben ist auch schön, wenn einige Dinge nicht erreicht werden konnten. Diese Einsicht kann man auch ohne Nahtoderfahrung gewinnen.


    Eine Frage stelle ich mir noch wie das bei Menschen ist, die wirlich unverschuldet kein gutes Leben hatten, etwa in einem sehr armen Land geboren mit viel Kriminalität, Hunger ohne Perspektive. Ein Menschen, der es nie schön hatte, immer kämpfen musste. Hier gibt es u.U. keinen Weg mit seinem Leben zufrieden zu sein. Was machen solche Menschen? Sie sind einfach froh, wenn es irgendwann nicht mehr ist?

    Quote from Lilli
    Ich stelle mir das so vor, wenn kurz vorm Tod das Gefühl hochkommt, dass alles gut war, wie es war, dann bereut man auch nichts. Wenn aber das Gegenteil hochkommt, denkt man vielleicht an die verpassten Chancen im Leben und es wird einem klar, dass es nun zu spät ist, und man bereut...

    Ich denke auch, dass es viel mit der Einstellung zu tun hat, ob man im Leben positiv oder negativ eingestellt gewesen ist oder zumindest in den Jahren vor dem Tod. Ob man zufrieden ist, wenn es soweit ist oder nicht, ist eine karmische Folge sozusagen. Von nichts komt nichts, man muss sein Leben mit einer positiven Einstellung meistern, um dorthin zu kommen.


    Cfant schrieb hier dazu schon passen: "Auch der Buddha sagt ja, ein Vorteil des tugendhaften Lebens sei die Reuelosigkeit.".

    Quote from Ellviral
    Gendern: Es war doch eine Motorradfahrerin, oder nicht?

    Wegen des Titels "LehrmeisterInnen ..."

    Hallo,


    in verschiedenen buddhistischen Richtungen gibt es das Vorgehen sich einen Lehrmeister zu suchen, von dem man möglichst viel lernt. Ich bin da eher etwas zurückhaltend. Höre mir gerne Vorträge an oder lese was und mache mir dann meine eigenen Gedanken. Wie dem auch sei, jetzt las ich in einer Online-Zeitung einen Artikel über eine Frau, die einen Motorrad-Unfall erlitt. Was sie nach dem Unfall sagte, war wie eine buddhistische Lehrrede für mich. Ich war ganz baff.


    Als sie kurz vor dem Zusammenprall auf dem Motorrad sitzend wie vor Schreck gelähmt auf das plötzlich auftauchende Auto zufuhr, dachte sie an 3 Dingen:


    1. Jetzt sterbe ich

    2. Sie dachte an ihre Eltern

    3. Kurz vor dem Aufprall dachte sie: Ich hatte ein schönes Leben gehabt. Ich bin zufrieden.


    Im Artikel steht: "Und dann, kurz vor dem Aufprall, dachte sie "Ich bin zufrieden." Rückblickend sagt sie: "Das hat mich so erleichtert, ich hatte keine Angst mehr vor dem Sterben.".


    Tja, dieses "Ich hatte ein schönes Leben gehabt. Ich bin zufrieden" gab mir zu denken. Ich hatte auch ein schönes Leben, aber ich bin nicht zufrieden. Dann habe ich das ein wenig auf mich wirken lassen und dachte mir dann: "Du hast überhaupt keinen Grund nicht zufrieden zu sein.". Ich war wieder völlig baff, weil es stimmte. Vielleicht hatte ich auch schon ein wenig das Denken dieser Motorrad-Fahrerin aufgenommen. Ich muss gar nicht noch das und das werden. Ich kann zufrieden sein und einfach mein schönes Leben weiterführen. Plötzlich war ich erleichtert wie ich es eigentlich noch nicht gekannt hatte.


    "Ich hatte keine Angst mehr vor dem Sterben.". Ich kann das sogar nachvollziehen. Und das, obwohl ich mich die letzten Jahre immer wieder mit dem Sterben beschäftigt hatte und keine Lösung hatte für das Problem, dass die Zeit dann plötzlich vorbei ist. Aber das hier ist es wirklich: "Ich bin zufrieden. Das hat mich so erleichtert, ich hatte keine Angst mehr vor dem Sterben.". Irgendwelche Dinge lassen sich nicht mehr erreichen und dafür fandt ich keine Lösung. Gemäß Artikel hat die Motorrad-Fahrerin keine eigene Familie und lebt von ihrem langjährigem Freund getrennt. Tja, da habe ich sogar sozusagen "besser" als sie. Aber ich bin immer unzufrieden gewesen.


    Vielen Dank an die verunfallte Motorrad-Fahrerin, dass sie sich interviewen ließ. Ich hätte das vermutlich nicht gemacht, weil die Sache mir zu peinlich gewesen wäre. Aber für sie war es kein Problem. Hier wieder was gelernt von meiner "buddhistischen" Lehrerin aus dem Alltag ;-).



    P.S.: Ich habe nichts gegen das Gendern. Ich finde nur die Lösung mit * sprachlich nicht gut.

    Wow, danke, das war echt toll!

    Genau mein Ding!

    Es stimmt, liebe(r)? Anandasa ( entschuldigung ), das Leiden passiert, es wurde verursacht , / ausgelöst/ durch das "Ego"...

    Aber das "Ego" man kann als das Produkt von den bestimmnten Ursachen, Umständen, Bedingungen, Benennungen, ..... betrachten....

    Unter diesem Aspekt das Ego ist bar der eigenen Existenz.... Nichts "in-härent". Das Ego kommt zustande bedingt durch meine Skandhas,

    Freut mich, dass es jemand nachvollziehen kann. Durch die Lehre Buddhas und das Meditieren habe ich ein bisschen gelernt die Gedanken zu beobachten. Ich bin darauf echt selbst gekommen ohne was gelesen zu haben, was mir Zuversicht gibt, mit dem Betrachten der Gedanken weiter zu machen. "Zum Glück" habe ich meine Problemchen gehabt, für das ich das Beobachten der Gedanken benötigt habe um mich da rauszuarbeiten. Aus Spaß an der Freude die Gedanken betrachten hätte ich wohl sonst nicht so lange durchgehalten um sowas mal schaffen zu können.


    Das mit den Skandas ist ein guter Punkt. Das habe ich zwar gewusst, aber es gibt so viele Sachen, die man dann wieder aus den Augen verliert. Selbst etwas erkennen ist enorm viel mehr wert als etwas gelesen zu haben, dass man schlüssig findet. Das ist eine Lehre für mich aus dem Ganzen mit dem Ego in diesem Thread.

    das erinnert mich S.Aurobindo.... der verfasste enrme Zahl von Büchern mit dem so wie Supramentalem Bewusstsein...

    Um zu erklären wie ich das meine, versuche ich mal kurz etwas auszuholen:


    Viele herausragende Leistungen in Wissenschaft, Kunst oder sonstwas sind wohl ziemlich sicher erbracht worden über den Aufbau eines Egos als Motivator. Zunächst wollte man z.B. nur den Eltern gegenüber das liefern, was sie wollten. Dann begann eine Anhaftung an das schöne Gefühl Anerkennung zu bekommen. Das schöne Gefühl wird zum neuen Motivator und es wird ständig versucht das schöne Gefühl aufs neue zu erzeugen. Der Eintritt ins Leiden beginnt in einem neuen Kreislauf. Verhindert werden kann es so nicht, da dabei die Achtsamkeit verloren gegangen ist.


    Vielleicht ist aber die Erkenntnis von Einstein über Raumzeit und damit zur Entwicklung der Relativitätstheorie ohne Aufbau eines Egos entstanden, sondern indem er seinen Geist arbeiten ließ. Möglich, dass er das Genie dafür hatte, und er nur seinen Geist arbeiten ließ. So meine ich das.


    Ich suche an der Arbeit aktuell nach einem verwickelten Fehler in einer Software. Ein Ego würde mir dabei null helfen. Der Edle Achtfache Pfad hilft hier wohl am Meisten neben einem seriösen schrittweisen Vorgehen. Das Ego hilft manchmal bis irgendwann nach einem Fehler gesucht werden muss, der so schwer zu finden ist, dass man dann nur anfängt an seinem Ego zu zweifeln, statt einfach schrittweise vorzugehen und sich den Kopf nicht eintrüben zu lassen. Die Leute, die viel auf ihr Ego setzen, fangen dann in solchen Situationen an auf andere abzuschieben, andere zu attackieren statt mit dem Ego aufzuhören und neu anzufangen.


    Für normale Sterbliche so wie mich kann es an der Arbeit sinnvoll sein Karrierepläne begraben oder zurückzustellen um nicht so oft ins Ego zu fallen. Habe Glück in meinem Beruf wohl bis zur Rente Arbeit zu haben auch wenn ich nicht mit 50+ zum Chef aufgestiegen bin. Für jemand normal Talentiertem wie mich und vermutlich für manch anderen lohnt sich das auf jeden Fall. Es gibt ja nicht nur die Arbeit, sondern muss sein ganzen Leben mit allen Aspekten sehen.

    Mir hatte , persönlich, enorm geholfen, als ich es einfach erkannt hatte.... Mein "Ego" bleibt immer bei mir , mit mir, denn so mehr ich würde es mich bemühen, "es" loszuwerden, desto mehr es würde mich beherrschen...

    Das Ego erzeugt das Leiden. Das Ego entsteht durch das Ergreifen von Dingen, die man haben möchte, um sich aufzuwerten, um von anderen anerkannt oder gemocht zu werden, um die Dinge zu haben, von denen man glaubt, dass sie das Leben mit Inhalt füllen, dass Verrinnen der Lebenszeit stoppen kann.


    Sobald der Wunsch entsteht etwas zu ergreifen ist der leidfreie freundlich betrachtende Geist verloren gegangen, weil schon in diesem kurzen Moment durch das Ego ausgetauscht und verschwunden.

    Man braucht das "Ego", um einfach zu überleben, genau wie man den Verstand und die Sprache braucht um es abzutippen. Aber das "Ego" bleibt nur das "Werkzeug".

    Das habe ich bis heute Abend auch immer so in der Art gedacht: Das Ego wird gebraucht um das Überleben zu sichern, um seine Arbeit zu machen, seine Zukunft zu sichern. Klang auch immer plausibel.


    Wir haben heute Abend im Fernsehen einen alten Hollywood-Klassiker gesehen. Irgendwann während des Films wurde mir klar, was ich im Absatz oben geschrieben habe. Dann dachte ich an meine Wut wegen einer Sache im letzten Jahr in der Firma. Diese Wut entsteht auch durch das Ego. Es war auch ärgerlich, aber die Wut, die mir bis heute manchmal nachläuft, ist Folge des Egos. Die Fähigkeit etwas neutral zu betrachten ging verloren.


    Also: Auch an der Arbeit geht der freundlich betrachtende Geist nicht verloren, wenn er die Dinge nur betrachtet wie sie sind. An der Arbeit ein Ego zu bilden ist auch nicht gut. Die Wut führt zu einer schlechteren Arbeitsleistung, Unmut zu Hause, etc.


    Und: Der Geist braucht an der Arbeit das Ego nicht um eine gute Leistung zu erbringen, um sein Einkommen und die Zukunft sichern zu können. Der Geist kann das auch ohne das Ego. Der Geist funktioniert völlig wunderbar ohne das Ego. Man kann komplizierte Rechnungen ohne das Ego vornehmen. Motivation ist keine Sache des Egos. Der Geist arbeitet von selbst. Die Gedanken, die die Lösung bringen steigen von selbst auf, weil der Gedankenapparat ständig arbeitet. Man muss natürlich eine Arbeit machen, die dem eigenem Naturell liegt. Man braucht ein Umfeld, das den Geist nicht negativ belastet. Sonst kann er halt nicht gut arbeiten.

    (...)


    Das Beziehungsthema finde ich auch schwierig, es hat sich aber im Laufe der Jahre beruhigt. Das Alter hilft sicher auch dabei.


    (...)

    Ich habe meine Frau mit 42 kennengelernt. Ich hattte es eigentlich nach dem letzten Misserfolg aufgegeben. Ich dachte mir nur, dass man ja mal schauen kann, wenn da jemand interessiert zu sein scheint. Aber erwartet habe ich nichts. War auch mittlerweile viel zu kaputt um was zu erwarten. Das hat genau diese Situation herbeigeführt, dass man findet, wenn man gar nicht sucht. Und da hat es dann funktioniert. Das Suchen macht einen verrückt. Das Nicht-Suchen funktioniert viel besser, ist aber sehr schwierig wegen der Gier des Menschen, die ihn ständig ungeduldig und hibbelig macht. Ständig muss es irgendeine bestimmte Person sein. Die Dinge nehmen wie sie sind, ist dann versperrt.

    Anandasa Genau,nur dass man der Illusion unterliegt, dass man in der Zwischenzeit so an sich gearbeitet hätte, dass sich sowas nicht nochmal wiederholt, aber es wiederholt sich leider trotzdem.

    Meistens hat man irgendwann nur Glück mal jemanden zu treffen, der tolerant ist oder auf andere eingehen kann. Deswegen kommt glücklich sein von Glück ... ;-).

    Das reicht nicht. Dein Partner muss alle deine Seiten kennenlernen und lieben lernen. Wenn er das nicht kann oder wenigstens versucht, schieß ihn in den Wind.

    Wenn er/sie das nicht kann, wird manchmal versucht das von der eigenen Seite gegenzukompensieren, in dem man diese Arbeit quasi für den Anderen erledigen will, damit es doch was wird. Das führt dann aber nur zu Erschöpfung. Hat sich dies mit verschiedenen Menschen einige Male wiederholt, kommt man zum Schluss, dass es mit den Männern/den Frauen nicht klappt.


    Für einige Zeit will man darauf seine Ruhe haben, aber die Einsamkeit ist dann irgendwann doch nicht einfach auszuhalten und so macht man einen neuen Versuch. Hat man die alten Muster inzwischen nicht erkannt, wiederholt sich wieder alles. Samsara ... ;)

    Dass es viel mit Angst zu tun hat, denke ich auch. Wenn aus verschiedenen Gründen schon eine Angst vorhanden ist, macht Corona und dass man an Corona sterben kann die Angst groß. Ich habe in meinem Umfeld auch so einen Fall. Traurige Kindheit mit lieblosen Eltern. Scheinbar aus dieser Zeit ein Gefühl der Fremdbestimmung. Sich impfen lassen zu müssen scheint das Gefühl der Fremdbestimmung aus der Kindheit wieder aufkommen zu lassen.

    Kann ich gut nachvollziehen, Thom. Schön erzählt :-). Ich bin mal vor Jahren an der Arbeit gesessen und habe durchs Fenster gesehen wie an einem windigen Herbsttag die Blätter von den Bäumen fielen und durch den Wind herumgeweht wurden. Das war wie im Kino sitzen und der Vergänglichkeit zuschauen. Schönes Erlebnis. Wunderbar, wenn man es bewusst erlebt so wie du auch wie du es in deinem Beitrag beschreibst. Dann hat man in dieser Zeit wirklich gelebt ;-).