Beiträge von accinca im Thema „Das Glück der Entsagung“

    "Erblickt er nun mit dem Gesichte eine Form, so fasst er keine Neigung, fasst keine Absicht. Da Begierde und Missmut, böse und schlechte Gedanken gar bald den überwältigen, der unbewachten Gesichtes verweilt, befleißigt er sich dieser Bewachung, er hütet das Gesicht, er wacht eifrig über das Gesicht.

    "Hört er nun mit dem Gehöre einen Ton,

    "Riecht er nun mit dem Geruche einen Duft,

    "Schmeckt er nun mit dem Geschmacke einen Saft,

    "Tastet er nun mit dem Getaste eine Tastung,


    "Erkennt er nun mit dem Gedenken ein Ding, so fasst er keine Neigung, fasst keine Absicht. Da Begierde und Missmut, böse und schlechte Gedanken gar bald den überwältigen, der unbewachten Gedenkens verweilt, befleißigt er sich dieser Bewachung, er hütet das Gedenken, er wacht eifrig über das Gedenken.


    22. "Durch die Erfüllung dieser heiligen Sinnenzügelung empfindet er ein inneres ungetrübtes Glück.

    "Klar bewusst kommt er und geht er, klar bewusst blickt er hin, blickt er weg, klar bewusst regt und bewegt er sich, klar bewusst trägt er des Ordens Gewand und Almosenschale, klar bewusst isst und trinkt, kaut und schmeckt er, klar bewusst entleert er Kot und Harn, klar bewusst geht und steht und sitzt er, schläft er ein, wacht er auf, spricht er und schweigt er.


    Erblickt er nun mit dem Gesichte eine Form, so fasst er keine Neigung, fasst keine Absicht. Da Begierde und Missmut, böse und schlechte Gedanken gar bald den überwältigen, der unbewachten Gesichtes verweilt, befleißigt er sich dieser Bewachung, er hütet das Gesicht, er wacht eifrig über das Gesicht.

    Hört er nun mit dem Gehöre einen Ton,

    Riecht er nun mit dem Geruche einen Duft,

    Schmeckt er nun mit dem Geschmacke einen Saft,

    Tastet er nun mit dem Getaste eine Tastung,

    Erkennt er nun mit dem Gedenken ein Ding, so fasst er keine Neigung, fasst keine Absicht. Da Begierde und Missmut, böse und schlechte Gedanken gar bald den überwältigen, der unbewachten Gedenkens verweilt, befleißigt er sich dieser Bewachung, er hütet das Gedenken, er wacht eifrig über das Gedenken.

    Durch die Erfüllung dieser heiligen Sinnenzügelung empfindet er ein inneres ungetrübtes Glück.

    Klar bewusst kommt er und geht er, klar bewusst blickt er hin, blickt er weg, klar bewusst regt und bewegt er sich, klar bewusst trägt er des Ordens Gewand und Almosenschale, klar bewusst isst und trinkt, kaut und schmeckt er, klar bewusst entleert er Kot und Harn, klar bewusst geht und steht und sitzt er, schläft er ein, wacht er auf, spricht er und schweigt er.

    man nennt das "Absichtslosigkeit" (sowas wie die Abwesenheit von berechnendem Vorgehen und einhergehender Verbohrtheit). Wer die Kurve in diese Richtung nicht irgendwann einschlägt wird zunehmend engstirniger - gilt übrigens auch für buddhistische Vorhaben.

    Aus "Absichtslosigkeit" geht keine Tat hervor.

    Buddha sagt in seinem tiefen erkennen der Wirklichkeit das er alle Sinnenfreuden hinter sich gelassen hat. Alle Sinnenfreuden sind überwunden wenn der Erleuchtete erscheint. Das heißt nicht das sie vernichtet sind, sie bleiben möglich und erfahrbar, doch der Erleuchtete vollkommen Befreite hat in dem Sein des Erleuchteten alle Sinnesfreuden überwunden, in Seinem Sein ist er der Erleuchtete doch der der ihn ansieht erkennt seine für ihn unwirklichen Sinnensfreuden. Er stellt sie nicht mehr dar sondern der Gegenüber stellt sie in seinem Ansehen des Erleuchteten in ihm dar. Der dem Erleuchteten gegenüber glaubt an die vollkommene Glückseligkeit des Buddha, für Buddha gibt es das nicht mehr, für den ihn sehenden ist es unmöglich das Buddha nicht Glückselig sein kann, Buddha muss glückselige sein..

    Was man sich alles so vorstellen kann.

    In einem ganz allgemeinen Sinn sind natürlich alle Sinnesfreuden Dukkha. (Im Sinne von "unzulänglich" und "nicht voll befriedigend".)

    Das ändert aber nichts daran, dass bestimmte Sinnesfreuden eine nützliche Rolle in der Praxis spielen können und andere dagegen Hindernisse für die Praxis sind.


    Beispiele für Sinnesfreuden, die eine nützliche Rolle spielen: Siehe die Praxis bei Thich Nhat Hanh, in der Musizieren, bildende Kunst, Tee-Zeremonie und Betrachtung von Naturschönheit Teil der Praxis sind.

    Mit Thich Nhat Hanh habe ich nichts zu tun.

    Der Buddha hat jedenfalls für die Mönche die

    ja die Sinnesfreuden überwinden wollten, solche

    "Zerstreuungen" strickt abgelehnt. Was anderes

    ist es natürlich für Menschen die das gar nicht anstreben.

    Da gibt es grobe und entsetzliche sog. "Sinnesfreuden"

    bis solche Sinnesfreuden die darüber hinaus gehen.

    Da ist es viel besser sich der Schönheit der bildenden Künste zuzuwenden.

    In sofern stimme ich dir zu.

    Allerdings muss man doch zumindest bei der unvoreingenommenen Betrachtung der Phänomene zugestehen, dass es neben den schlingpflanzenähnlichen Sinnesfreuden, die erdrücken, auch solche gibt, die nicht erdrücken, sondern erheben. (Sofern man an ihnen nicht anhaftet, was dann natürlich unproduktiv ist.)

    Natürlich gibt es Unterschiede beim Genuß der Sinnesfreuden aber die sind immer nur relativ

    wie das Leiden eben auch.

    das trifft auf der intellektuellen Ebene sicherlich zu, aber auf einer tieferen Ebene gibt es kein "um zu" oder "um nicht (mehr) zu".

    Es wäre dann allerdings unsinnig bzw. überflüssig etwas zu tun nur weil man es kann.

    Sunu:

    Das mit dem verständlichen, verstandsmäßigen Verstehen ist ja auch so eine Sache....der Verstand steht dem " Glück" ja leider auch oft im Weg.... Vielleicht wollte sich der "Meister" deshalb auch gar nicht so verständlich ausdrücken.. :?


    Nein, nein. Ein schlechter sog. "Meister" wie auch
    ein schlechter Verstand steht dem Glück im Wege.


    Ein guter Verstand versteht. Und was versteht er?
    Das Leiden versteht er.
    Die Ursache des Leidens versteht er.
    Das beenden des Leidens versteht er.
    den zum Leidensende führende Weg versteht er.
    Deshalb wird er "verständig" genannt.


    Was du meinst ist vielleicht die Intelligenz.
    Das habe ich auch bei Zenisten und anderen schon häufiger gedacht.
    Die können nämlich den Verbstand am besten austricksen .
    -

    Sunu:

    ..Wenn jetzt ein Schüler der so eine Frage stellt, eine solche Antwort bekommt, dann kann es also seinen " Glück" zuträglich sein einen solchen " Meister" zu haben, oder auch nicht...oder weder noch.


    Nagut, dann lassen wir es mal dabei.
    Zum Glück gibt es ja noch die Lehre des Buddha vom Meister der Meister.
    Was du selber darüber geschrieben hast ist jedenfalls
    verständlicher gewesen (wenn es denn so gemeint gewesen sein
    sollte was dieser sog. "Meister" sagte.).

    Sunu:

    Einen "echten" Geist habe ich dadurch aber nicht...


    Was ist schon ein "echten" Geist?
    Und war denn von einem "echten" Geist überhaupt die Rede?
    Kann mich gar nicht erinnern von "echt" was gelesen zu haben.

    Sunu:

    Der Schüler fragt : Was ist Geist ? Was ist Geistesruhe ? Und erwartet eine Definition, etwas was er greifen kann...Da ist also ein festes Atta " So und So in seiner Vorstellung".... Der Meister sagt: gebe nicht vor So etwas festes, definierbares so und so zu haben.... Und selbst wenn du es hättest, die Lehre Buddhas beinhaltet nichts, was damit ergriffen werden könnte....
    Denn der Weg ist vollständig frei von Dingen wie dem "Geist".
    Eben weil der Weg lehrt, dass es kein Atta gibt.... Es dort eben nicht den Geist gibt, den man besitzt, den man definieren, erfassen kann...keine Persönlichkeit...D.h. ja nicht, dass da absolut gar nichts wäre...Wie sollte denn dann dieses Lehrer/Schüler Verhältnis überhaubt erst zustandekommen ?


    Da stand:
    "Schüler: „Wenn da kein Geist ist, wie können wir dann den großen Weg erlernen?“


    Daraus kann ich kein Atta ableiten.


    Meister: „Selbst wenn du einen Geist hättest, könntest du den Weg nicht erfassen – der Weg ist vollständig jenseits von Dingen wie dem „Geist““ …“


    Richtig ist jedenfalls, das er ohne Geist den Weg nicht erfassen könnte.
    Ich finde es aber ganz toll wie es dir gelingt diese Worte noch
    so zu biegen und zu Interpretieren das tatsächlich noch etwas
    vernünftiges und lehrgemäßes dabei heraus kommt.
    Das wäre mir nicht geglückt.:)

    mkha':

    Lieber accina,
    frage mich doch einfach, wie ich das, was ich schrieb gemeint habe, ... aber, wie dem auch sei: ich bitte vielmals um Entschuldigung, Herr Geheimrat, - ich wollte gewiss nicht an den Bollwerken der Lehre Buddhas rütteln, daher habe ich auch, wie man unschwer erkennen kann, nicht alle Teile des Achtfachen Pfades aufgeführt.
    Was ich zum Ausdruck bringen wollte, ergibt sich eigentlich aus meinem "Gespräch" mit Mukti: die ersten Schritte in Richtung Buddhadharma eröffnen sich dem, der Herz und Hirn einsetzt, auf ganz natürliche Weise. Ich bin der Ansicht, das ist die Basis,... Bist Du anderer Meinung?.....


    Ja, im Idealfall sollte es zumindest so sein.

    Sunu:

    Es geht doch gar nicht um das erfassen, sondern um das beseitigen des Schleiers vor den Augen. Aber das " Sehen" kann man schon üben... Dazu trägt der Meister auch bei, indem er dem Schüler klar macht, dass da nirgends ein Atta ist zum ergreifen...


    Das glaube ich sicher nicht.
    "Meister" macht gar nichts klar und
    von Atta war ja auch gar nicht die Rede.

    Morpho:

    Schüler: „Wenn da kein Geist ist, wie können wir dann den großen Weg erlernen?“ Meister: „Selbst wenn du einen Geist hättest, könntest du den Weg nicht erfassen – der Weg ist vollständig jenseits von Dingen wie dem „Geist““ …“


    Ein "Meister" - fragt sich nur von was.
    Ein Glück wer mit solchen "Meistern" nichts zu tun hat.

    Sunu:

    Die Regeln für den Umgang miteinander gab es schon immer. Die sind einfach bedingt durch die menschlichen Bedürfnisse entstanden... An denen hat auch Buddha nicht gerüttelt.


    Soweit Regeln nur äußerlich sind erfüllen sie aber noch
    nicht den Zweck um dessen willen der Buddha sie gelehrt hat.


    Sunu:

    Woran er aber gerüttelt hat, ist Attaglaube. Punkt 1 des achtfachen Pfades...Rechte Erkenntnis. Das ist der Hintergrund vor dem sich die ganze Lehre abspielt und da unterscheidet sie sich von den anderen.


    Ja, schon aber alleine diese Tatsache bietet die Möglichkeit
    alles Anhangen restlos zu überwinden und nur das ist der Sinn der Lehre,
    nämlich die hanglose Wahnerlöschung. (nibbanam) M 24



    mkha':

    Dabei ist es im Prinzip nicht allzu schwer, dem Achtfachen Pfad zu folgen. Die Forderung der rechten Rede, des rechten Handelns, rechten Lebenswandels, rechten Strebens, und der rechten Achtsamkeit gehörte „zu meiner Zeit“ noch zur ganz normalen Erziehung – sowohl zu Hause, als auch in der Schule, und während der Ausbildung (bzw. des Studiums). Hilfsbereitschaft, Höflichkeit, Genügsamkeit, der achtsame Umgang mit der Natur, sowie eigenem und dem Eigentum anderer wurde von „klein an“ gefordert und infolge vorausgesetzt.


    Endlich kommt mal jemand zu den Fragen wie ich sie auch
    gerade gestellt hatte. Warum noch Buddha?
    Kann man denn nicht mehr ohne Buddha ein und aus-atmen? usw.
    Vielleicht ist das alles ja auch nur so eine "Modeerscheinung".
    Boddhisattvamäßig meine ich...

    Sunu:

    An erster Stelle steht das erkennen der Unpersönlichkeit.


    Das kann man so nicht sagen.
    Die Menschen sind eben verschieden.
    Aber die Ursache des Vermeinens einer Persönlichkeit
    liegt im Begehren. Das Begehren verhindert auch das
    erkennen von Unpersönlichkeit.
    Gemeint ist das Begehren zu sehen, zu hören usw.