Beiträge von void

    Spock:

    Würdest du sagen, dass der Unterschied zwischen den Begriffen für dich der ist, dass Tathagatagarbha vor allem ein figürlicher Ausdruck ist, der sinngemäss Buddhanatur meint oder gibt es für dich dort noch weitere Unterschiede?

    Ich würde "Tathagatagarbha" einfach als Audruck für Buddhanatur sehen. Wobei Wort "Tathagatagarbha" nicht nur sagt, dass Buddhnatur wie etwas Ungeborenes ist ( etwas dass potenetiell schon da ist) sondern noch auf eine andere Art verstanden werden kann:Nämlich als Begriff für einen Urgrund - dem Schoß- aus dem alle Tathagataga entstammen - also im Endeffekt dem Dharmakaya. So wird das wohl im Nirvana-Sutra verwendet und gerade in Japan ist ja "garbha" ganz stark mit der tantrischen Deutung des Mahavairocana-Sutra verbunden, wo ja Mahavairocana als Urbuddha - als Schoß aller anderen Buddha - aufscheint. Da wird dann ziemlich schnell sehr sehr abgedreht.

    Von daher finde ich es gut, die Metapher "Schoß" neben die obenstehenden - eher bodenständigen -Metaphern zu stellen.

    Zum Tathagatagarbha-Sutra gibt es eine englische Wiki-Seite und auch eine Übersetzung von Englischen ins Deutsche.


    Es läuft auf Metaphern hinaus:

    1. Wie eine Honigwabe, deren Honig zwar päsent aber unerreichbar ist, so lange die Bienen nicht vertrieben wurden. Die Bienen sind dabei die Verblendungen (Gier, Hass usw.)
    2. Wie Getreide, dass erst wenn es entkernt wurde, geniessbar ist. Der Kern ist zwar immer schon essbar. Aber nur theoretisch, so lange es keiner drischt
    3. Eine Goldklumpen der unter der Erde liegt. Er ist schon da, aber man muss erstmal buddeln.

    Genauso ist die Möglichkeit eine Erwachter (Tathâgata,) zu sein noch im Schoß (garbha) wie ein ungeborenes Kind.

    Kann ich diese Bilderlebnisse noch vertiefen und macht es überhaupt Sinn, oder soll ich die Bilder kommen und wieder ziehen lassen, so ganz ohne sie zu bewerten?

    Oder kann ich damit sogar an meiner Angst arbeiten

    Bei mir kommt sowas nur vor, wenn ich eigentlich köperlich müde bin und Meditation mit Halbschlaf. Meistens habe ich da dann auch die Augen geschlossen. Wenn ich wacher bin und die Augen leicht offen sind, tritt das nie auf. Es gibt ja ähnliche Zustände auch kurz vor dem Einschlafen. Leute, die Träume haben wollen, die man selber beinflussen kann, streben so etwas an. Aber in einer buddhitischen Meditation ist es eher eine Beleiterscheinung und nicht die Sache um die es geht. Von daher würde ich mich da nicht weiter reinsteigern. Es wäre ja auch schlecht, wenn man nicht mehr meditieren will, weil da alles mögliche auftauchen kann. "Heftige Stresssymptome" hören sich nicht nach etwas Erstrebenswerten an.


    Die Fähigkeit auch unagenehme Situationen geleichmütig und geduldig auszuhalten ist schon selber ausreichend.

    Mir fällt auch Plum Village von Thích Nhất Hạnh ein. Ich kann mir vorstellen, dass Thích Nhất Hạnhs Fokus auf einen achtsamen Tagesablauf viellicht so ein Umfeld ist, wie man es sich da erhofft. Auf der Internetseite lese ich, dass es da auch Farmprojekte wo man als achtsamer Erntehelfer wohl gerne gesehen ist.


    Statt so eines bedungschweren Bruch (ich zeihe mich aus der Welt zurück und geh ins Kloster! ) mit vielen Erwartungen und Sehnsüchten kann es doch einfach helfen, das ein zwei Wochen auszuprobieren und danach weiterzusehen und nachzuspühren, inweiweit das das Richtige ist?


    War von euch schon jemand in Plum Village?

    Ich hab dieses Koster in Frankreich im Auge https://nalanda-monastery.eu/index.php/en/wie seht ihr das ?


    dieses Kloster ist ein Stuidienkloster nach nach dem Vorbild des historischen Nalanda. Es ist primär für Studierede des tibetischen Buddhismus gedacht, die sich intensiv der Lamrim Praxis widmen und in Gegenwart kompetenter Gelug-Meister in die Feinheiten des tibetischen Buddhimus eintauchen wollen. Man besucht es für ein Studienprogramm (Tagesablauf) und zahlt dabei 550 € bis 750 € pro Monat was jetzt nicht sehr teuer ist aber was man auch erstmal aufbringen können muss.


    Zusätzlich gibt es die Möglchkeit zur Tätigkeit als Freiwlliger  Im Gegensatz zu den "Studenten" bekommt man da Übernachtung und Mahlzeiten gezahlt. Es ist aber kein sanftes Zur-Ruhe kommen, sondern harte köperliche Arbeit. Man arbeitet bei Hitze und Kälte am neuen Gebäuden oder arbeitet in der Küche. Ich schätze, dass es da Sinn macht einigermaßen Französisch zu können und ebenfalls im tibetischen Buddhismus verwurzelt zu sein.

    Wie entsteht überhaupt Zusammenhalt? Ich fürchte, es muss uns (Deutschen) erstmal wieder schlecht gehen, bevor wir uns besinnen, worauf es ankommt.

    Also es fängt damit an, dass man gemeinsam leidet, und sich dann anspricht und vernetzt. Viele Revolutionen haben sich aus Warteschlangen entwickelt. Man wartet irgendwo blöd rum, kommt ins Gespäch und merkt, dass man gemeinsame Interessen hat. Bei uns ärgern sich die Leute über die S bahn, und haben jetzt eine Facebook Gruppe zu der S Bahnlinie gegründet, wo man sich gegenseitig über Verspätungen informiert. Inzwischen ist das schon so weit, dass man bei Zugausfällen Mitfahrgelegenheiten gründet und sich die Pendler gegenseitig kennenlernen. Auf einmal merkt man, dass man nicht aslleine S-Bahn fährt, sondern das das Potential zur Gemeinschaft hat. Die Gelbwesten in Frankreich sind auch aus ähnlich obskuren Internetgruppen entstanden, die den Warteschlangen der alten Erhebungen gleichen. Und natürlich gibt es auch hier dann die ganze Zweischneidigkeit, dass Wärme und Nähe untereinander zu Abgrenzung und Abneigunge gegenüber anderen führen kann.


    Ich finde es gut, dass Buddha nicht wie der christliche Gott im Zentrum des Sozialen steht. Und deswegen Spiritualität und Soziales weniger verbandelt sind.

    ich seh es so, dass man heute leider ins andere Extrem abgedriftet ist (rein soziologisch betrachtet). Es war auch nicht nur schlecht, dass man sich der Gesellschaft verpflichtet gefühlt hat und einen gemeinsamen Nenner vorgesetzt bekommen hat. Man muss sich mal fragen, was uns denn heute eigentlich als Gesellschaft zusammen hält. Da fällt mir jedenfalls keine schnelle, zufriedenstellende Antwort ein. Die vielbeschworenen, demokratischen Werte? Die Leitkultur? Nationalstolz?

    Ich muss da an dieses Stelle im Kommunistischen Manifest denken: "Alle festen eingerosteten Verhältnisse mit ihrem Gefolge von altehrwürdigen Vorstellungen und Anschauungen werden aufgelöst, alle neugebildeten veralten, ehe sie verknöchern können. Alles Ständische und Stehende verdampft, alles Heilige wird entweiht." Eine kristlline Struktur verflüssigt sich und dann wird auch noch die Flüssigkeit zu Dampf und jeder schwebt als indviduelles Tröpfchen davon. Auf der einen Seite wird alles irgendwie individueller und freier und ungebundener, aber auf der anderen Seite wächst und gleichzeitig die Infstrasuktur um das zu ermöglichen: Damit der Indivdualverkehr fröhlich saust, entstehen Autobahnen die für Rehe wie giagantische Mauern sind. Stromtrasen wachsen, Pipelines, Telefonnetze, Bürokratien und Maschinerien. Und das Internet als Infstaruktur der Hirne. Das Internet hat ja viele Eigenschaften, die Gott früher hatte: Es weiss alles sieht alles, ist immer für dich da, es beinhaltet soziale Beziehung, ein Füllhorn an Warenbergen und Verheissungen. Jemand der kein Internet hat gilt genauso als verschrobener Sonderling wie früher ein Atheist. Er ist abschnittten und hat nicht Teil. Wenn man jemand sein Handy wegnimmt, fühlt er sich wgenauso nackt wie ein Abergläubischer ohne Schutzamulett.

    Was ich beschrieben habe, sind alles Selbsthilfemaßnahmen, die die Resillienz und Heilung fördern und diese Dinge gehören zu den Standardempfehlungen, auch wenn ich selbst das instinktiv so gemacht habe, und daher aus eigener Erfahrung berichte. Das ist nichts, was nicht jeder hier innerhalb von einer halben Minute nachgoogeln könnte, z.B. ::: Selbsthilfe bei Depressionen durch gute Ernährung, Schlaf, Bewegung und gezielte Veränderungen.


    ...

    Im übrigen finde ich es Scheiße, dass ich mich hier zu einer Rechtfertigung gezwungen sehe, auch wenn ich Deine Bedenken verstehen kann.

    Liebe Doris.

    es ging mir nicht um persönliche Bedenken - das sind moderatorische Bedenken zu thepeutischen Vorschlägen die ganz allgemein sind. Das was du sagst ist ja nicht falsch.


    Aber wenn du auf die von dir vetlinkte Seite :. ::: Selbsthilfe bei Depressionen durch gute Ernährung, Schlaf, Bewegung und gezielte Veränderungen. gehst, dann wirst du sehen, dass da zwar Selbsthilfetips auf den einzelnen Seiten (Bewegung, Ernährung, Schlaf, Verwöhnen, Veränderung und Arbeit & Struktur) genannt wird, aber die ganze erste Seite, erstmal die "Einschränkungen des Anwendungsbereichs" von Selbsthilfemaßnahmen deutlich und klar aufzeigt.


    Auf dieser Seite steht in tiefen Rot, dass man erstmal einen Arzt aufsuchen sollte, dass Antidpressiva oft helfen, dass man eine mittlere bis schwerere Depression aus eigener Kraft nicht auf die Reihe bekommt, und dass gut gemeinte Ratschläge von Freunden und Bekreannten oft nichts helfen. " Das wird sehr klar angesprochen:


    Sicher würden Sie bei einer Stirnhöhlenvereiterung auch nicht zu Senfkompressen greifen oder einer Lungenentzündung mit Kamillentee zu Leibe rücken. Bei ernsthaften Erkrankungen sind Omas gute Hausmittel eben einfach nicht mehr stark genug. Und eine Depression ist eine ernsthafte Erkrankung, die Ihr Gehirn dauerhaft verändert, Ihr Immunsystem schwächt und lebensbedrohlich sein kann, wenn Sie ihr nicht mit den geeigneten Mitteln (und eben auch mit Medikamenten) zu Leibe rücken. Schämen Sie sich bitte nicht, Antidepressiva zu nehmen, genausowenig wie Sie sich schämen würden, bei Kopfschmerzen zu einer Schmerztablette zu greifen.

    Dies also erst einmal vorab zu den Segnungen der Schulmedizin (und das ist wirklich nicht ironisch gemeint). Im Kapitel Behandlung können Sie übrigens noch mehr darüber erfahren. Im Anschluss zeigen wir Ihnen, wie Sie eine therapeutische und medikamentöse Behandlung aus eigener Kraft und mit eigenen Mitteln selbst unterstützen können, um noch schneller wieder gesund zu werden. Vielen Dank für Ihr Interesse!

    Und erst nach diesen "Einschränkungen des Anwendungsbereichs" kommen dann im Anschluss die Selbsthilfemaßnahmen. Mein Beitrag bedeutet nicht, dass das was du nennst falsch ist, sondern möchte als Fussnote die "Einschränkungen des Anwendungsbereichs" gewährleisten. Also dass was auf der Sewlbsthilfeseite die erst Seite macht.


    Ich habe jeden Satz mehrfach umfomuliert, so das es nicht wie eine Kritik wirkt und du dich nicht zu einer Rechtfertigung genötigt siehst. Aber das ist mir wohl misslungen. ich weiss nicht, wie ich das noch hätte anders fomulieren sollen. Aus dem von dir gesagten ist doch klar, dass das nciht einfach so dahingesagt ist, sondern du da aus deiner tiefen Erfahrung heraus schreibst. Weswegen ich mich sehr bemüht habe, dass es nciht so rüberkommt als darfst du oder sollst du nicht so schreiben. oder als wolle man deine Erfahrung entwerten. Es ist eine Fussnote die den Anwendungsbereichs einschränkt, keine Kritik.

    Moderation:

    In deinen Worten steckt sicher viel eigene Erfahrung und sie sind gut gemeint, aber es ist sehr problematisch, uns weitergehende therapeutische Tipps zu geben. Gerade weil das Wort "Depression" so verschiedene Sachen bedeuten kann, die ganz verschiedene Antworten erfordern. Und auch als Überforderung und Verkennung empfunden werden können. Ich möchte dich nicht missachten, aber das ist so ein Terrain wo man so leicht was Falsches sagt. Gerade wenn es aus tiefer eigener Erfahrung und aus vollsten Herzen gesprochen ist.

    ja also ich bin schon in Therapie und die Gedanken sind schon längere Zeit da. ich bin eben dreifach Risikogruppe unverheiratet, depressiv und in meiner Familie gab es schon Selbstmorde deswegen bin ich vielleicht genetisch auch etwas vorbelastet lange zeit war Arbeitslosigkeit auch ein Thema so das eigentlich 4 fache Risikogruppe bestand. Der Tod zieht mich manchmal magisch an seltsam aber ich kann da oftmals nichts schlimmes erkennen sondern nur gutes . Aber meiner Familie zu liebe werde ich es wohl lassen. Aber ich bin dir über deine Antwort dankbar es hat irgendwie gut getan das an einer Stelle mal anzubringen und eine gutgemeinte kritische Reaktion zu bekommen. Klar werd ich wohl erstmal versuchen mich hier im Leben zu orientieren und nicht alle Hoffnung aufzugeben. Ich denke trotzdem das ein Kloster mit seinen Regeln und Strukturen förderlich sein kann zudem noch die Meditationspraxis also nachwievor werd ich das im Auge behalten..

    Es ist ja so, dass ein Kloster keine Flucht vor einems elber ist, sondern eher eine Konfrontation mit sich selbst. Es ist ja eher so ein Alltagsleben eine schöne Ablenkung, wo man sich in Arbeit, Fersehen, Hobbies flüchtet. Und intensive Praxis bedeutet, mal für einge Zeit nciht zu flihen, sondern da zu bleiben wo man ist. Und das kann man ja langsam anfangen. Man kann mal für einen Tag meditieren, für ein Wochenende oder sogar für eine Woche auf ein Reteat gehen. Oder eben, wenn es die finanziellen Mittel zulassen auch für einige Monate in ein Kloster.


    Und ein Kloster muss auch kein Aufbruch in Stille und Weite sein sondern kann geradezu Enge bedeuten. Mit vielen Leuten auf engen Raum, ohne Privatspähre und mit engen Zeitplan aufeinanderzuhocken, kann ja gerade für einen depressiven Menschen belastend sein. Ich frage mich, ob es da nicht Alternativen und Zwischenstufen gibt, die dem besonders gerecht werden. Also etwas, wo man für einer Zeit mit Menschen zusammen in einer natunahen Umgebung ist, gemeinsam Arbeitet und Zeit für spirituelle Praxis hat ohne dass es gelcih die Einbindung in einen traditonellen Klosteralltag bedeutet. Gibt es sowas?

    Ich glaube das das Gottesbild erst dann anfängt zu zerbrechen wenn die Glaubensgemeinschaft zu einer Gebetsgemeinschaft wird und das Anbeten über die Gemeinschaft des Sozialen gestellt wird, wenn der Ritus und die Regeln wichtiger werden als das Mitglied. So hat es Arnold erfahren und ich glaube das er viel Frieden daraus schöpfen konnte in seinem und Meinem Glauben an Gott ohne Dreifaltigkeit, ohne Andachtsgemeinschaft. Das geschieht erst wenn die Gemeinschaft das verrät das sie anbetet. Die Glaubensgemeinschaft lagert das Soziale der Gemeinschaft aus und übergibt es an den Staat, die Gemeinschaft von Stämmen und Völkern, der Nation.

    Früher war die Welt noch so ein Gewebe, wo alles organisch zusammenhing. Heute kann ich mir einfach eine S-Karte kaufe und in die große Stadt fahren. Aber früher musstest du, wenn du regelmässig in die Stadt wolltest, jemand kennen der einen Ochenkarren hat und dich jeden Tag mitnimmt.Die Frage der Fahrt, zöge andere Fragen nach sich. Man müsste es sich mit mit der Gemeinschaft gutstellen, regelmässig in die Kirche gehen, um als verlässlicher Mensch dasteht. und villeicht die Tochter mit jemandem verheiraten, dessen Vater einen Ochsenkarre besitzt. Das was uns heute als heile, organische, geboregene Welt erschient, war etwas enorm Fesselndes. Ein Geflecht aus sozialen Beziehungen und wechselseitigen Verpflichtungen und Gott ist der große Pilz der oben über das Myzelgeflecht wacht - eine Gestalt die für die Gesamtheit aller sozialen Beziehungen steht und von dem aus die ganze Ordnung ihren Segen erhält.


    Da kann man sehr nostalgisch werden, von wegen Geborgenheit und Authentizität. Aber auf der anderen Seite ist ist es auch schön, dass dieser heimelige, bengende Filz vergangen und der grosse Pilz ( die eine Wahrheit! die Gesellschaft!) gefallen ist. Und alles so herrlich anonym und bürokratisch ist, und ich meine Tochter nicht mit irgendeinem Typen mit Karren verhökern muss. Und wenn ich am Sonntag ausschlafe, ist es kein Spiessrutenlaufen durch Blicke die mich als asozialen Sünder sehen. Ich gehe zur S Bahn- keine kennt mich - löse am Automat eine Karte. Meine Tochter kann weiter zur Schule und Gott ist eine Minderheitensache.

    Hallo,

    ich bin noch absoluter Frischling, der Buddhismus fasziniert mich aber so, dass ich mich zusätzlich gerne sprachlich annähern würde (ich lerne Sprachen sehr gerne). Ich bin mir allerdings unsicher, ob ich mir eher Pali oder eher Sanskrit vornehmen sollte (ich strebe da nicht nach Perfektion, sondern es geht mir, wie gesagt, um eine Annäherung auf einem weiteren Kanal). Kann mir da jemand einen Rat geben (falls das überhaupt möglich ist), was mehr "Sinn" machen würde?

    Ich habe im Forum zum Pali-Lernen schon einige Links gefunden, aber die Grundfrage ist für mich noch nicht entschieden...

    Ich finde das eine gute Sache. Einerseits vom sprachlichen Aspekt: Sanskrit und Pali sind ja sehr alte Sprache und da sie Teil der indogermanischen Sprachfamilie sind, sind sie ja auch mit unseren europäischen Sprache weitläufig verwandt. Ich finde es interessant, was bestimmte Wörter und Sprachwurzeln manchmal für eine Geschichte haben.


    Während ich es mir schwer vorstelle, Pali so zu lernen, dass man ganze Texte korrekt übersetzten kann, kann man es ja nur so weit lernen, dass man ein Gefühl für die Sprache und bestimmte Wörter bekommt. Es gibt ja einige Pali Kurse wo man sich schrittweise an buddhitischen Sätzen und Texten enlanghangelt. Da ist ja schon einiges gewonnen.

    Brahma braucht vielleicht garkeine Belehrungen von Buddha. Brahma muss ein Befreiter sein der sich seiner Vergänglichkeit bewusst ist, der sich der Khandha bewusst ist, der keinerlei Anhäufungen als sein betrachtet. Wie sollte Buddha zum Buddha werden wenn er Brahma nicht erkennt? Buddha kann nur durch Brahma hindurch aus dem Rad der Wiedergeburten hinaus. Nur durch den "obersten Gefangenen". Kann aber auch nur son Gedenke sein. Brahma ist vielleicht auch als DER Bodhisattva zu erkennen. Der der eben der "oberste Gefangene" ist weil er es so entschieden hat und Buddha mit einem Lächeln ziehen lässt.

    Ich glaube, dass Gott letzendlich für das steht was die Menschen verbinden: Das Gute, die Solidarität oder eben die "Liebe". So der warme Stallgeruch des kollektiven gemeinsamen Seins, dass das Individuum übersteigt. Das Leben und Geborgenheit spendende Prinzip, dass einem in einer kalten Welt nicht im Stich lässt.


    Mir kommt da die Thervada Position schlüssig vor, nach der Buddha nicht nur die Fesseln des individuellen Ichs überwunden hat, sondern eben auch das Kollektive - samt Solidarität und Mitgefühl hinter sich gelassen hat und auch daran nicht daran haftet. Auf der anderen Seite fühlt sich die Mahayana-Position, nach der Buddha aus seiner Befreiung heraus mitfühlend wirkt, besser an. Aber vielleicht gerade deswegen, weil sie so unserem Bedürfnis entgegenkommt, in einer kalten Welt nicht mutterseelenallein dazustehen, sondern in Buddha einen Sorger- einen Vater, eine Mutter zu haben. Kwannon, als perfekte Babysitterin mit tausend Armen, die tröstet und wickelt und füttert und über Köpfchen streichelt. Wieviel Brahma ist da drin? Wie viel Gottesehnsucht wird da erfüllt?


    Oder ist es so, dass bis zu einen gewissen Grad, ein Gottesbild mit all seinen elterlichen Qualitäten heilsam sein kann und erst ab einen gewissen Punkt selbst zum Hindernis wird? Und es von daher legitim ist, den Bodhisattva als Schnaier zwischen Brahma und Buddha zu sehen?

    Natürlich gibt es auch Unterschiede. Während Brahma eine sehr abstrakte Gottheit ist, ist der christliche Gott sehr "menschlich".

    Der Hauptunterschied dürfte sein dass der christliche Gott als ewig und allmächtig gilt, während Brahma sich das nur einbildet.

    Wenn man die "Welt" betrachtet, dann ist Brahma im buddhitischen Verständnis ihr Schöpfer und ihr Bewahrer. Im Bezug auf die Welt ist er auch allmächtig, und er vergeht auch erst mit der Welt. Er verdient es der "Herr der Welt" genannt zu werden. Und Buddha macht ihm diese Position auch nicht streitig sondern betont, dass diese Position eine Position innerhalb der Welt ist und damit eine samsarische Position. Wie ein Gefängnisdirektor der sein Gefängnis nicht verlassen darf und kann ist er gleichzeitig uneingeschränkter Herrscher, aber vor ausserhalb des Gefägnis betrachtet so etwas wie der "oberste Gefangene".


    Gibt es nicht buddhitische Texte, nach denen auch Brahma Belehrungen erhält und Befreiung erlangt.

    Ich fände die Idee ,dass Gott Buddhist ist irgendwie nett.

    Wäre ja auch nicht die Lehre des Buddha.

    Der hat ja gelehrt, das der Brahma in Unwissen befangen

    und nicht befreit ist.

    Ich kann gar nicht mehr aufzählen, wie oft Dir erklärt worden ist, dass der Gott Brahma mit den Gottesvorstellungen in den monotheistischen Religionen und sogar in einigen indianischen Religionen nichts miteinander zu tun haben.

    Warum fällt es Dir so schwer das zu verstehen oder zumindest zu akzeptieren, dass es so ist? Nimm das doch einfach zur Kenntnis, wenn es Dir offensichtlich schwer fällt das zu unterscheiden.

    Ich finde Brahma im Grossen und Ganzen eine gute Entsprechung zum christlichen Gott. Auch Brahma gilt als Schöpfer. Auch er gilt als gestaltlosen, eigenschaftslos und unerkennbare letzte Wahrheit. Auch Brahma steht mit den Brahmavihara mit Liebe und Güte in Verbindung. Und so wie der christliche Gott manchmal als ein Prinzip geshen, wird, steht Brahma in Zusamammenhang mit Brahman . Von daher kann man - wenn man sich fragt, was Buddha über den christlichen Gott gesagt hat, gut seine Aussagen zu Brahma verwenden.


    Natürlich gibt es auch Unterschiede: Während Brahma eine sehr abstrakte Gottheit ist, ist der christliche Gott sehr "menschlich". Er ist der vergöttlichte Patriarch einer Gemeinschaft mit dem er eine innige persönliche Beziehung pflegt. Mit dem er einen Bund geschlossen und Gebote gegeben hat, und dessen Wohl im am Herzen liegt. Er ist auch ein geschichtlicher Gott, der daran arbeitet einen Heilsplan für die Welt zu verwirklichen, jeden menschen persönlich anpsicht um ihn in diesen Heisplan einzubinden und sich dafür sogar selbert als Mensch in die Wagschale wirft. Während Brahme eher entfernt und gechillt ist, ist der montheistische Gott ein eifriger, engagierte und menschlicher Gott, mit dem man einer pesönliche, innig Beziehung unterhält.


    Aber im Vergleich zu den Anfang angeführten Punkten ( Schöpfer, Liebe, höchstes Prinzip) ist die Eigenschaft, dass er ein Patriarch und "liebender Vater" ist doch eher ein Detail, oder?

    Sogyal wurde 1948 geboren. Jamyang Khyentse Chökyi Lodrö lebte bis 1959. Das ist schon ein sehr kurzer Zeitraum für einen jungen Menschen um mögliche Ausbildungsinhalte zu erfassen.

    Ja absurd wenn die Daten stimmen was da als Story aufgemacht wurde. Ich hab das aber auch schon so gelesen, dass Sogyal überhaupt nicht ausgebildet sei.


    Er ist auch kein Khenpo oder so, da ist kein Studientitel in seinem Namen. Wie gesagt es waren Westler, die ihn so wichtig machten.

    Ich habe es so verstanden, dass es für die Übertragung des Buddhismus in den Westen wichtig war, junge Leute zu haben die sich in der westlichen Kultur und Geistesart aus kannten. Weswegen Sogyal nach Cambridge geschickt wurde und dann als Übersetzer tätig sein konnte:

    He first began to translate for Dudjom Rinpoche in Kalimpong in India and later continued in the role of his translator in Europe and during a tour of the United States. In 1973 he assisted in organizing the Dalai Lama's first visit to the West in Rome, which included an audience with Pope Paul VI


    Sogyal Rinpoche began to teach in London in 1974. His centre, a house in Kilburn, was originally called Orgyen Chöling. The name later changed to Dzogchen Orgyen Chöling. Dudjom Rinpoche also asked Sogyal Rinpoche to take care of his centre in Rue Burq, Paris, which opened in 1978.

    Er war also wie Chögyam Trungpa jemand, der in beiden Welten zuhause war und von daher einen Draht zu Western hatte, während wohl jemand wie Dudjom Rinpoche der damals schon sehr alt war auf die Menschen sichtlich weitaus exotischer wirken musste.


    In so einer Mittlerrolle heraus kann man ja leichr so unverzichtbar werden, dass es einem möglich wird, sich viel herauszunehmen und sein eigens Ding zu machen. War das so?


    Ich kann mir vorstellen, dass durch

    die chinesische Okkupation die Ausbreitung des tibetischen Buddhismus nach Westen nichts war, was man langsam gemächlich und bedächtig angehen konnte, sondern dass da starker Druck da, schnell funktionierende Zentren zu schaffen. Was dann damals seriösen, langweiligen spiessigen Lehrern einen Nachteil gegenüber charismatischen, faszinierenden, hippen Personen gegeben hätte. Kann man das so sagen?

    Als einzelner tib. Buddhist kann man eh nichts machen außer das Handtuch werfen und dem tib. Bud. adiö sagen.

    Hier darüber das x te mal zu diskutieren bringt eh nichts, außer dukkha. Vielleicht fördert der tib. Bud. tatsächlich mehr dukkha als andere Traditionen. Vielleicht sind einige Methoden unlauter.

    Der tibetische Buddhismus ist eine sehr reiche, komplexe Tradition. Man darf nicht vergessen, dass das Tibet vor 1950 eine vormoderne Gesellschaft war, weswegen es eine ganz enorme Aufgabe ist, diesen Traditionsstrang innerhalb ein, zwei Generation moderne Gesellschaft zu über führen. Bei so einer gewaltigen Aufgabe kann es große Teilbereiche geben, wo es wunderbar funktioniert und andere, bei denen es gewichtige Probleme gibt.


    Von daher ist es überhaupt nicht so, dass irgendwer dem tibetischen Buddhismus "Adiö" sagen muss.

    Nanana, wer wird denn gleich so ausfallend werden. Hätte nicht gedacht, dass du dich so leicht provozieren lässt, von nur einem Post, wo doch die "tibetische Fraktion" hier schon viel mehr aushalten musste. Da halfen keine Argumente, der TB ist verdorben bis ins Mark, gelle?

    Das Denken in Fraktionen bringt nichts. Ein integrer Lehrer ist einem anderen integren Lehrer ähnlich und ein nicht-integrer Lehrer einem anderen nicht-integren Lehrer. Wer davon "tibetisch" ist vielleicht irrelevant.

    Jetzt fantasierst du aber so wild herum wie svea auf der ersten Seite. Magst du dich hier bitte selbst moderieren?

    Ich hatte deine Worte


    Zitat

    Wie kannst du erwarten, dass ich diese Vielfalt als Gewinn ansehe?


    nicht alleine auf die genannte Praxis bezogen sondern es weiter gefasst. Dann bezieht du dich primär auf besagte Praxis? Die ja in ihrer Verneinung sehr an die yogischen Extremasketen erinnert, unter denen Gautama lebte, als er nich noch nicht zu einem mittleren Pfad gefunden hatte. Und in der Stelle von mkha dient das ja eher als klassische Metapher für einen extremen Gleichmut der nicht zwischen sehr angenehmen und sehr Wiederwärtigem unterscheidet.

    Wie kannst du erwarten, dass ich diese Vielfalt als Gewinn ansehe?

    Jeder Kritik hat einen Bezugspunkt. Von daher ist es ein grosser Unterschied ob ich Missstände innerhalb des tibetischen Buddhismus kritisiere, oder ob ich den tibetischen Buddhismus selber als einen Missstand ansehe - als einen "Lamaismus" der sich nicht Buddhismus nennen sollte. Durch deine Post bestätigt du, dass es dir eher um den letzten Punkt geht, und der Fall Sogyal für dich eher ein Mittel zum Zweck ist. Auf dieser Ebene ist eine Diskussion nur schwer möglich und wir sollten das streng von Missständen innerhalb und im Bezug auf den tibetischen Buddhismus trennen.

    Ich habe das Gefühl, dass wir uns nicht auf die Ursprungsländer des Buddhismus verlassen sollten, um hier mit Skandalen umzugehen.


    Es kann ja sein dass, Skandale wie der um Sogyal oder Döring nicht dazu führt, dass man sich fragt, was man da für Strukturen in den Westen gebracht hat, sondern dass man manche skandalöse, westlicher Weiterentwicklungen der Tradition als misslungenes Experiment sieht? Bei denen man sich zu sehr von der traditionellen Form entfernt hat? Kann das sein?


    Alexander Berzin hat ja damals - ich glaube vom Dalai Lama beauftragt das Buch »Zwischen Freiheit und Unterwerfung - Gefahren spiritueller Lehrer-Schüler-Beziehungen« geschrieben, wo er die Entstehung von Personenkulten genau reflektiert hat.

    Alaya selber-selber Logik hatte ich nicht im Sinn. Man kann ein Verbrechen nicht mit einem anderen relativieren. Mich würden nur deren Argumente interessieren, wenn sie ihre eigene Tradition verteidigen müssen, diese könnten dann wiederum von uns genuzt werden um solche Diskussionen im Keim zu ersticken

    Mir kommt es so vor, als wäre der tibetische Buddhismus sehr heterogen, so dass dann jemand wie Sogyal nicht einfach einen "Oberboss" oder "Kollegen hat, die ihn gut ein bremsen hatten können.

    Und von daher würde es mich interessieren, ob das in anderen Traditionen leider gar nicht so verschieden ist, oder ob es da effektive Methode gibt um mit skandalträchtigen Lehrern umzugehen.( Vom Zen her habe ich das Gefühl, dass es dort auch nicht besser ist als bei den Tibetern. Siehe Fall Döring)

    Ja, das sehe ich auch gerade. Völlig anderer Beitrag, was soll das void ?

    Entschuldigung. War ein Versehen. Ich musste während des Schreibens EO anders hin und sah nicht, dass ich das schon abgeschickt hatte.

    Der Dalai Lama hat selber gesagt, ihm wurde bereits 1993 von Missbrauchsfällen berichtet und hat dann scheinbar nichts getan außer ein paar Platitüden von sich zu geben. Ob damals Sogyal Lakar als Täter benannt wurde, ist mir nicht bekannt. Aber wie Sudhana's Zitat zeigt, ist es mindestens seit November 1994 bekannt. Da kann ich mich jetzt nicht dafür feiern lassen, 25 Jahre später mal ein deutliches Wort zu verlieren.


    Ich würde mich freuen, wenn jemand dem klar entgegentritt und anführt, dass Pamokkha sich da sehr irrt und das ganz falsche Behauptungen sind, die sich sehr leicht entkräften lassen.


    Ich hatte das Gefühl, das die Skandale zwar 1993 anfingen, aber damals die Dimension noch sehr klein schienen. Da hiess es doch nur, dass Sogyal - ein Laie aus der Nyinma Schule etwas mit erwachsenen Schülerinnen hätte. Also nicht, womit sich das Haupt der Exilregierung beschäftigen müsste. Keine Minderjährigen, keine Gewalt kein Mönchsstatus. Und dann tröpfelten die Gerüchte weiter und erst seit einigen Jahren wird das volle Ausmaßes deutlich.


    Wäre der Dalai Lama ein Papst und Sogyal ein Bischof, dann häte er schon seit Jahren eine interne Untersuchung angeordnet.


    Aber auch wenn die Medien den Dalai Lama oft als Oberhaupt des tibetischen Buddhismus als eine Art Papst verkaufen - ist er das nicht. Er ist wohl eher eine "Symbolfigur" deren Wort zwar anerkannt ist, die aber nicht "durchregieren" kann.


    Ich verstehe nicht, wie das alles organisiert ist.