Beiträge von void

    Dadurch, das es mir irgendwann bewusst wurde, konnte ich aktiv eingreifen. Ich war nicht mehr der triebgesteuerten (vermutlich Cortisol- und Adrenalin geschuldeter) Stimmung ausgeliefert, sondern konnte mich bewusst für die gegenteilige Richtung entscheiden. Dafür war aber das Bewusst-sein "ich rege mich gerade auf" nötige Grundlage um gegensteuern zu können.

    Allerdings ist es dann auch wieder so, dass die Anteile von einem, die diese "zügellosen" Gefühl hemmen, auch selber wieder Gefühle sind. Allerdings soziale Gefühle.


    Es sind so moralische Gefühle, zu denen der Stolz darauf gehört, eben nicht zügellos zu sein und damit verbunden eEine Freunde an der Fähigkeit sich selbst zu kontrollieren. Man kann sich selber in die Augen sehen und schämt sich nicht vor sich selbst, sondern findet eine gewisse Würde und Rechtschaffenheit in sich vor, an der man sich freut. Ich denke, dass solche Gefühle im Buddhismus meist als heilsam gesehen werden ( Ich glaube das wird im buddhitischen Kontext als "Schamgefühl" bezeichnet) Es ist aber nur ein kleiner Schritt hin zu so einem moralischen Dünkel, wo man auf die die sich nicht unter Kontrolle haben herabschaut.

    Hemmung ist auch etwas was Zeit braucht.


    Wenn ich einen Brief schreibe, der dann lange Zeit braucht, bis er ankommt, dann habe auch ich das Gefühl für das Verfassen mehr Zeit zu haben. Ich kann es mir also auch leisten, genau überlegen, was ich sagen will. Je schnelllebiger ein Medium ist, desto mehr fühle ich einen Druck auf mir, schnell zu antworte - bin also nicht mehr so sorgfältig.


    Das ist beim Journalismus ähnlich. Früher hatten Journalisten mehr Zeit Information einzuholen und ein Urteil zu bilden. Heute wird von ihnen erwartet zu reagiere, befor sie auch nur richtig zum Denken gekommen sind. Weil "der Kunde" keine Zeit hat - alles ist auf Ungeduld getaktet.

    Es ist also ganz simpel eine Art Druckausgleich - der Dampf geht den Weg des geringsten Widerstands :grinsen:

    Wenn Du es unter dem Aspekt des Nutzens sehen möchtest, Dampf ablassen, sich wichtig fühlen, Homöostase. All so was.. ;)


    Vielleicht (das ist die gefährliche Denkvariante) zeigt sich in diesen Ausdrucksformen aber auch einfach nur die wahre Natur, die unter anderen sozialen Bedingungen unterdrückt wird.


    In seinem Buch "Das Unbehagen in der Kultur" vo 1930 beschreibt Simund Freud, inweiweit Kultur überhaupt etwas ist, was den Einzelnen zugunsten des geglückten Zusammenlebens unterdrückt und einschränkt und so zu einem tiefen "Unbehagen" führt.


    Die individuelle Freiheit ist kein Kulturgut. Sie war am größten vor jeder Kultur, allerdings damals meist ohne Wert, weil das Individuum kaum imstande war, sie zu verteidigen. Durch die Kulturentwicklung erfährt sie Einschränkungen, und die Gerechtigkeit fordert, daß keinem diese Einschränkungen erspart werden. Was sich in einer menschlichen Gemeinschaft als Freiheitsdrang rührt, kann Auflehnung gegen eine bestehende Ungerechtigkeit sein und so einer weiteren Entwicklung der Kultur günstig werden, mit der Kultur verträglich bleiben. Es kann aber auch dem Rest der ursprünglichen, von der Kultur ungebändigten Persönlichkeit entstammen und so Grundlage der Kulturfeindseligkeit werden. Der Freiheitsdrang richtet sich also gegen bestimmte Formen und Ansprüche der Kultur oder gegen Kultur überhaupt. Es scheint nicht, daß man den Menschen durch irgendwelche Beeinflussung dazu bringen kann, seine Natur in die eines Termiten umzuwandeln, er wird wohl immer seinen Anspruch auf individuelle Freiheit gegen den Willen der Masse verteidigen. Ein gut Teil des Ringens der Menschheit staut sich um die eine Aufgabe, einen zweckmäßigen, d. h. beglückenden Ausgleich zwischen diesen individuellen und den kulturellen Massenansprüchen zu finden, es ist eines ihrer Schicksalsprobleme, ob dieser Ausgleich durch eine bestimmte Gestaltung der Kultur erreichbar oder ob der Konflikt unversöhnlich ist.

    Und gerade weil die Kultur, mit ihren Regeln dem Einzlnen so viel abverlangt, ist es wichtig dass es "Ventile" gibt, in denen man die Kultur abschütteln kann. In der Fankurve, im Alkolrausch, im nationalen Taumel. Es ist immer eine Erleichterung, die Zivilisation mal kurz an den Nagel zu hängen und den inneren Barbaren oder Troll rauszulassen.


    Besonders im Internet (Foren, Netzwerken, etc.) war mir aufgefallen, das manche Menschen ungehemmter zu sein scheinen, sich in unterschiedlichen Formen respektlos (gehässig, herablassend, etc.) zu verhalten. Was haben die anwendenden Menschen für ein Nutzen von so einem Verhalten?

    Der Begriff "ungehemmt" drückt doch gut aus, dass man normalerweise eben "Hemmungen" hat. Man übt eine Art Selbstzensur, in der man immer wieder Inne hält, und erwägt was das Gesagte jetzt genau ausdrückt und was es im gegenüber bewirkt.


    Das ist für dem Umgang sicher sinnvoll, aber es ist auch eine Einengnung, dies es einem eben nicht mehr erlaubt einfach frei und ungezügelt seinen Impulsen zu folgen. Von daher wird es als eine Befreung empfunden, wenn man aus den engen Wegen des respektvollen Umgangs ausbricht und zügellos über Wald und Wiese gallopiert. Es ist eine Form der Erleichterung, frei von der Leber weg zu schreiben, was einem durch den Kopf geht und all den Impulsen Ausdruck zu verleihen.


    Aber auch wenn sich das für den einzelnen schön anführt, ist es etwas, was die Kommunikation vergiftet und zu viel Frust und unnötigen Missverständnissen führt. Allerdings ist man dann leicht versucht, das Problem bei den anderen zu sehen, weil man selber ja nur "authetisch" seine Gefühle und Meinungen ausgedrückt hat.

    Hallo,


    ich möchte über meine Meditation reden. Ich meditiere ca. 4 Jahre. Anfangs hab ich meine Atmung(Hara) als Objekt genommen. Doch ich merkte im nachinein, dass ich mich geistige angestrengt habe. Folglich wurde ich angespannter. Im Alltag war ich emotional blockiert "Scheuklappen". Jetzt betrachte ich nur noch die Geräusche: fahrende Autos, bellende Hunde, Vögelgesang.

    Ich fühle mich wesentlich weniger angespannter. Aber dennoch suche ich verzweifelt nach Geräuschen. Heute in der Mittagspause ist es toten Still gewesen. Was mache ich dann?


    Ich hatte mir im Internet eine Anleitung über Zazen gelesen.

    Beim Meditieren ist erstmal wichtig, warum du das überhaupt machst. Leider besteht da gar keine Klarheit. Meditation gibt es im Buddhismus. Und "Zazen" ist das Herzstück des Zen-Buddhismus. Das Ziel ist da das Ziel des Buddhismus: Zu Ergründen, was die Ursache vom Leid ist und sie zu überwinden. Weil es nicht darum geht bestimmte falsche Zustände zu überwinden und bestimmte angenehme Zustände zu erlangen, sondern eher herauszufinden, wo diese Zustände herkommen, ist es dabei nicht so wichtig, ob man im Detail angespannter oder emotional blockierter wird oder nicht, so lange das nur temporär bleibt.


    Der zweite Punkt, ist wie man es macht. Gerade weil die Sitzhaltung und das Atmen sehr wichtig ist, würde ich da nicht nach einer Interneterkärung gehen ( auch das was hier genatwortet wird, ist ja nur virtuell und damit nur bedingt hilfreich) sondern schauen, dass ich jemanden finde, der dir die korrekte Haltung erklären kann. jianwang hat absolut recht:


    suche Dir eine Gemeinschaft. Viele Dummheiten kann man allein nicht erfassen.

    Und es gibt kein gutes oder schlechtes shikantaza. Wenn Du dabei bleibst wird etwas entstehen.


    _()_


    Die Meditation mit dem Atem wird deswegen empfohlen, weil der Atem im Gegensatz zu Vögeln und Autos immer da ist. Dabei ist aber auch der Atem nur der Anfang. Das Ziel ist nicht eine Konzentration ( also etwas wo bis auf einen Teil alles ausgeblendet wird), sondern eine "Sammlung" - also etwaswas nach und nach den ganzen Köper einbezieht. Es gibt komische Meditations-Anleitungen rund um den Begriff "Hara", die dazu verführen statt dem Atmen einfach zu folgen, diesen zu forcieren. Dies wird mit Bildern der Konzentration von Energie im Unterbauch (Hara) verbunden. Anhänger dieser Lehre irritieren Mitmeditierende, indem sie schnaufen wie ein Walross in den Wehen oder eine Luftmatratze die versucht, sich selbst aufzublasen - sehr stressige Sache. Wenn du so eine Anleitung gelesen hat, würde es mich nicht wundern, wenn es zu Anspannungen geführt hat. Ersetzte aber jetzt nicht die eine Internetanleitung druch die andere sondern suche dir einen Menschen, der deine Haltung und deine Atmung kontrolliert.


    Aber das wichtigste ist, dir über deine Motivation klar zu werden. Wenn das Ziel eher Entspannung als ein buddhitisches Ziel ist, dann ist vielleicht ein Weg gut, der direkt Entspannung zum Ziel hat, wie Jon Kabat-Zinns MBSR (Mindfulness-Based Stress Reduction Program).

    ..

    Wenn es den christlichen Gott gibt, dann ist er wirklich ein allmächtiger Gott und wenn es ihn nicht gibt, dann kann er nichts vorgeben.

    Hat dieser Satz irgendeinen Inhalt? (Ganz besonders in einem Forum mit Themen zur Buddhalehre?)

    Es gibt Menschen die an einen Gott glauben, z.B Christen. Und daneben gibt es solche, die in Göttern als vom Menschen Gemachte Vorstellungen sehen. Von daher finde ich es von buddhitischer Seite sinvoll, von der zweiten Position auszugehen, wenn man mit Theisten spricht. Man kann das "Konzept Gott" untersuchen und zu welchen positiven aber eben auch unheilsamen Gedanken und Handlungen es führen kann.


    Daneben gibt es eine dritte Möglichkeit. Wenn z.B das Christentum einen heidnischen Gott wie "Baal" als Dämonen bezeichnet, dann bedeutet das einerseits das "Baal" wirklich Existenz zugestanden wird, allerdings wird ihm gleichzeitig vorgeworfen eine art böswilliger Teufel (Dämon) zu sein, der andere schaden will. Vom Buddhismus aus finde ich es nicht kontruktiv so zu verfahren, und im christlichen Gott ein böswilliges, samsarisches Wesen - einen Dämon zu sehen. So etwas finde ich nicht konstruktiv. Sowohl auf der einen Seite - also dass Christen in budhitischen Bodhisattvas dämonische Abgötter und "Idole" sieht. Als auch eben umgekehrt.


    Mit dem Thema "Missionieren" hat das direkt zu tun, weil es eben den gemeinsamen Respekt betrifft. Es ist ein Unterschied ob man dem anderen nahbringt, dass er einem Irrtum aufsitzt, oder das was ihm Heilige ist als dämonisch abwertet. Mir fällt da der heilige Bonifatius ein, der bei seiner Missionierung einfach die heiligen Eiche der Chatten fällte, die eines der wichtigsten germanischen Heiligtümer war.

    Ich würde jeden als Dämon bezeichnen der vorgibt ein


    allmächtiges Wesen zu sein dem die Wesen auf Gedeih

    und Verderb ausgeliefert seien und ihm dienen sollten.

    Wenn es den christlichen Gott gibt, dann ist er wirklich ein allmächtiger Gott und wenn es ihn nicht gibt, dann kann er nichts vorgeben.


    Ungeachtet der Existenz Gottes gebietet es der Respekt vor anderen Religionen sich nicht dermaßen abwertend zu äußern und ich fordere dich auf, solche Äußerungen sein zu lassen.

    Wenn man nicht gerade von einer Definition wie bei Sokrates ausgeht für den sein "daimon" eher so eine Muse war, bedeutet "Dämon" im allgemeinen ein böser und übelwollender Geist. Auch wenn man das Christentum kritisch sehen mag, ist eine Bezeichnung des monotheistischen Gottes als Dämon eine grobe Herabsetzung.

    Zeichnungen buddhistischer Gottheiten mit Schirmen in der Hand deutet Crowley als geheime Pilzsymbole, die den psychoaktiven Dungpilz Psilocybe cubensis und den Fliegenpilz Amanita muscaria darstellen. Insgesamt ist Crowleys Beweisfaden manchmal ziemlich dünn.

    Der Thread steht unter Cafe Haus, da sind auch spontane Einfälle etc. erlaubt.


    Nachdem die Taliban in Afgfanistan von den 'Guten' - die gegen die bösen Sowjets gekämpft hatten - zu den 'Bösen' geworden sind und sie ab Mitte 90er die Macht in weiten Bereichen übernommen hatten haben sie in den kontrollierten Gebieten zuerst alle Fernsehantennen zerstört. Noch vor Mädchenschulen und weltlichen Universitäten.


    Was sagt uns das zu Fernsehen? :grinsen:

    Da sprichst du was an.


    Als ich 16 war hab ich Fersehen gehasst, weil das Fersehen für mich was war, was so eine normierte Standartrealität herstellt. Ich sah es damals als sowas, was die Leute normaliert und so auf ne gemeinsame Wellenlänge festzurrt. Was ich da in meinem sich alternativ dünkenden Individualismusfuror vor allem als was Negatives und Einengendes gesehen hatte, wesegen ich beschlossen hatte mir so ein Gerät nie anzuschaffen.


    Hab ich dann auch nicht. Aber jetzt wo das öffentliche rechtliche Fersehen zuerst durch Privatfershen und dann durch das Internet in den Hintergrund gedrägt wurde, ist ja genau das passiert was ich mir gewünscht hatte. Die dröge "gemeinsame Standartrealität" ist zerbröckelt und es sind unterschiedliche Echoblasen entsstanden. Was man sowohl im polarisierten amerikanischen Walkampf, als auch bei Pegida und Brexit sieht. unterschiedliche Teile der Bevölkerung sitzten auf ihren eigenen Realitätsinselns. Das auf was ich mit 16 als so ein dröge Gleichschaltung herabgeblickt hatte, war auch was Positives gewesen. Etwas was die Leute wirklich auf eine "gemeinsame Wellenlänge" zusammenbringt. Wo dann alle blöd Lindenstrasse geguckt haben und auch bei den Nachrichten so ne geminsame Fersehegemeinde waren, statt dass jeder in seiner eignen Echo-Blase lebt.

    Könntest Du hier mal ein konkretes Beispiel nennen, in dem der Unterschied ersichtlich wird?

    Im Zen ist es ja so dass die Geisteshaltung der Achtsamkeit nicht beim Sitzen aufhört, sondern in alle Tätigkeiten hinein wirkt, also wie man die Teeschale hinstellt, wie man Tee eingießt und wie man sich zueinander verhält. Und auf dieser Basis kann man sich auch unterhalten. Neben dem Inhalt ist da also stetig ein Beziehungsband auf der Beziehungsebene vorhanden. Wenn das dann zufällig zerreißt und nur mehr Gespräch ohne Präsenz und Zugewandheit da ist, ist das spürbar. In einem Forum dagegen ist es umgekehrt. Da ist das zerisssene Band ( eine inhaltszentrierte Kommunikation)

    häufig und eine funktionierende Kommunikation auf einer Beziehungsebene schwieriger und seltener. Wenn man sich persönlich kennt oder online sehr lange kennt geht es eher.

    Ich sehe den Punkt, den sati-zen meint. In einem Zendō wird eine Geisteshaltung kultiviert, bei der man eher auf das Konkrete, Basale gestoßen wird. Während ein Onlineforum dazu tendiert, dass man möglichst abstrakt und theoretisch diskutiert. Und dabei setzt sich der Intelligente, der Gebildete und der Wortmächtige oft gegenüber dem Zurückhaltenden durch, der die großen Worte scheut.

    Während beim Sitzen die diskursiven Gedanken zur Ruhe kommen und der Kopf gegenüber dem Körper unwichtig wird, ist so ein Forum ein Ort wo Köpfe ohne Körper sind. Von daher gibt es da naturgemäß einen Spalt.

    auch ist es ja fraglich, ob wein im ursprünglichen tantrischen buddhismus nicht auch ein alkoholisches lösungsmittel für mögliche andere psychedelische substanzen war. man hat diese substanzen womöglich eben bewusst benutzt zur transformierung des eigenen geistes richtung erleuchtung, und tut es ja in indien auch heute noch in manchen strömungen.

    cannabis ist ja nicht umsonst shiva geweiht, der auch für das erleuchtete bewusstsein steht.

    Du deutest an, im tibetischen Buddhismus wurden also in Wein gelöste Drogen genommen? Kannst das belegen?


    Klingt für mich nach haarsträubenden Blödsinn, der auch noch den tibetischen Buddhismus beleidigt.


    Cannabis ist Shiva zugeordnet, aber Shiva ist kein Bestandteil des Buddhismus.

    ich hatte mal einen Besuch aus der USA, der war ganz geschockt, dass man hier so mit Mohn bäckt, weil für ihn Mohn ja einfach das war, aus dem man Heroin macht. So als würden die Bäckereien, die hier ungehindert Mohnschecken und Mohnstrudel verkaufen, als das Leid verharmlosen , daß der Mohn über die Junkies bringt. Alle Hinweise darauf, daß Klatschmoon und Schlafmohn zwei verschiedene Pflanzen sind verhallten.


    Die Situation bei CBC und THC ist natürlich nicht so extrem, aber die Angewohnheit das eine nicht ohne das andere denken zu können oder zu wollen ist ähnlich. Marihuana ist ja auch so ein kultureller Mythos der sich mit Hippies, Rastas und Proteskultur verbinden. Von daher will man CBC vielleicht gar nicht als schnöde Arznei sehen sondern unter der Piratenflagge des Hanftblatts segeln unter der sich eben auch Leute hedonistischen zudröhnen.

    Aber mal im Ernst:


    Wer von Euch ist denn Intolerant, wer meint das Hanffreunde kriminell sind.

    Moderation:

    Kriminell ist man, wenn man gegen die geltenden Gesetzte verstößt. Ob diese Gesetzte sinnvoll sind ist dahingestellt.


    Bitte lass den Schabernack. Für die meisten hier ist Buddha mit der Befreiung von jeglicher Illusion verbunden während Drogen für Illusion stehen.

    Was ist eine Tatsache für dich? Ist es eine Tatsache für dich, dass irgendwo im Universum vielleicht ein fünfköpfiger Affenfrosch eine Billardkugel zum Frühstück verspeist?


    Was sind "Tatsachen"? Irgendwie für mehrere Wesen relevante Informationen?

    Eine Tatsache ist eine zutreffende Beobachtung. Es ist also mit zwei Arten des Handelns - dem Bobachten und dem Nachprüfen - verbunden: Das man sich auf die Socken machen und die Sachlage in einer Weise beobachten kann, so dass man sie als zutreffend oder nicht zutreffend feststellen kann.


    Bei wissenschaftlichen Aussagen ist es so, dass man eine Aussage über die Welt machen (Tatsachenbehauptungen)

    und diese Aussagen in sich die Bedingungen enthält , die erfüllt sein müssen, damit die Aussage als gültig angesehen werden kann.


    Es hat also so den Chrakter eines Rezeptes, das man nachkochen kann und eine Tatsache ist was, was allgemein als "nachkochbar" erarchtet wird.
    Ich kann sagen "Ein Wal ist eine Säugetier" und dazu muss ich dann genau sagen, was ich unter Wal und Säugetier verstehe, und dann kann jemand unabhängig von mir und meinen Einfälle "da draussen" anhand der Welt nachprüfen ob das so ist. Tatsachen gründen in der Welt.

    Der Begriff der Tatsache steht also in einem engen Verhältnis zu der jeweiligen Tatsachenbehauptungen und zu der daraus folgenden Versuchsanordnung. Aus Einsteins Gleichung folgen Versuche, die eben auch durchgeführt wurden, während das mit dem Affen eben in den Bereich des Unbeweisbaren geht.

    Genau, die Welt wird dann im Lichte der Vereinbarungen beschrieben, die man vorher (unbewusst) getroffen hat. Und Pops hat recht, das kann man sich nicht oft genug klar machen.


    Das Beispiel "Regen" oben fand ich gut, selbst bei so einfachen Dingen gibt es die unterschiedlichsten Standpunkte. Ich lebe seit vielen Jahren in der Nähe der Nordseeküste. Wenn ich mal in Berlin bin, fällt mir auf, dass viele Einheimische schon bei ein paar Regentropfen nach einem Schirm suchen oder sich unterstellen. Etwas, das man hier im Norden eher als "hohe Luftfeuchtigkeit" als als Regen bezeichnen würde. :wink:

    Gerade wenn es um die Natur geht sind es weniger "Vereinbarungen" sondern wir kommen zu Objekten und Aussagen, indem wir aus dem komplexen Beziehungsgefelecht der Welt, das rausdrösel, was für uns releveant ist. Wissen hebt aus der Welt das hervor, was für unser Handeln relevant ist, und ist insofern mit einer Form der Ignoranz verbunden, als der Rest ignoriert wird und zu so einer Art Hintergrund wird.


    Wie so ein Pathologe, der aus einer Leiche was rauspräperiert. Ist es ein Atatom der ein Präparat herstellt, in dem das menschlche Nervensystem sichtbar sein soll geht er an die arbeit und acht alles weg, was Nicht-Nevensystem ist. Ist er an den Adern interessiert, macht er alles ausser den Adern weg. Und genauso kann es mit Knochen oder Muskeln der Fall sein.


    Die Unterscheidungen die wir treffen, sind diejenigen, die für uns wichtig sind. Das was für uns einen Unterschied macht. Wenn zwei verwandte, fast gleich aussehende Pilze einer wohlschmeckend und einer tödlich ist, dann macht es Sinn sie anders zu bennennen und in ganz andere Kategorien zu packen. Während sie für ein Tier, das beide gleichsam geniessen kann keinen Sinn macht, da zu unterscheiden.


    Das gefährliche an Wissen ist oftmals, dass man den Abstraktionen, wenn sie erstmal vollzogen sind, die Prioritäten und Wünsche aus denen heraus sie vollzogen wurden, nicht mehr ansieht.

    Gib mir anders Kontra. Du stellst ja nur wieder fest, dass eine Tatsache/eine Objektivität beobachtbar ist. Dabei sieht die je nach Standpunkt (zumindest ein klein wenig) anders aus.

    Das wir eine gemeisname Welt haben und gemeinsam über Sachen sprechen können, liegt darin, dass dieses "kleine wenig" oftmals vernachlässigbar ist. Das was für den einen gilt, gilt in ganz grossem Mass auch für den anderen. Und genau deswegen kann man Aussagen treffen.Der Sinn von Objektivität liegt darin, allgemeine Aussagen zu treffen, die vom Standpunkt des Beobachter unabhängig sind. Dadruch kann man viele wertvollen Aussagen kommen. So werden alle möglichen Arten von Wissenschaft möglich.


    Das damit die Welt wie sie wirklich ist beschrieben ist, behauptet keiner, und es ist auch überhaupt nicht notwendig.

    Solche Aussagen erfüllen mich immer mit Mißtrauen. Wenn ich also abends voller Staunen in den Himmel blicke und angesichts der Sterne über Unendlichkeit nachgrübele, dann ist das "unedle Suche". Tja, dann ist das halt so. Wäre ich ein Mönch, dann würde mich das interessieren. Ich bin aber jemand, der in der Welt lebt, ohne Anspruch darauf, das Staunen über das Universum oder auch den Schmetterling vor meiner Nase zu verlieren. Ich mag keine Scheuklappen tragen, gleich welcher Art.

    Das Wort "edel" bezieht sich hier auf den "edlen achtfachen Pfad" und nicht auf andere Hnsichten in denen was "edel" sein kann.

    Es macht auch imho mehr Sinn zwischen subjektiv und relativ (konventionell gültig, incl. alltäglichem Sprachgebrauch) zu unterscheiden und beides auch gleichzeitig als gültig zu sehen und weniger zwischen "transzendent" oder "absolut" zu trennen (ich nenn das jetzt mal so).

    Ich finde da immer Buddhas "Gleichnis vom Pfeil " gut, wo er ja sagt, dass er sich ganz radikal einfach nur mit der Frage beschäftigt, was zu Erreichung der Befreiung notwendig ist. Und alles andere - so richtig und wichtig es für andere Zwecke auch sein mag - als irrelevant beiseite gelassen wird. Aber es ist nicht verwunderlich, dass diese "inteketuelle Redlichkeit" nicht durchgehalten wurde und man es wohl als beschämend emfand, nur einen kleinen Bereich abzudecken. Und man dann entweder die eigene Herangehensweise unzulässig verallgemeinerte, oder sie als was "Transzendetes" hinstellte, was andere Formen des Wissens aussticht. Naja, sowas passiert durch die Jahrhunderte. Es ist peinlich auf Frage, dauernd "Keine Ahnung, da sind wir nicht zuständig" antworten zu müssen. Ich finde das schade und statt Buddha gerecht zu werden (indem man dessen bewusste Beschränkung akzeptiert) fügt es da was hinzu, was gar nicht so nötig ist.

    Ja da bin ich dabei. Unter genau gleichen Bedingungen. Aber es gibt keine genau gleichen Bedingungen erstens. Es gibt maximal ähnliche Bedingungen.


    Und der Regen ist für diese tausend Laute ja da. Aber eben nur für diese tausend Leute. Und wenn die einem dann von dem Regen erzählen. Und das auch in den Nachrichten steht, dann weiß man: soundsoviele Leute haben sich geeinigt auf das objektive Ding "Regen" was da stattgefunden hat, so als würde es so einen objektiven, "Durchschnittsregen" geben. Dabei ist der "Regen" hier so, dort so, dort wieder anders. Es ist also ein "jeweiliger Regen".


    Nee ich mach das nicht mehr mit. An einen Durchschnitt glauben. Es gibt "objektiver" erscheinenende Umstände, von mir aus. Aber objektive Gegebenheiten, das hört sich wieder so an, als würde das auch passieren, wenn keiner da wäre.

    Warum ist dir denn der Punkt so wichtig, dass es nicht Objektives geben soll?


    Es gibt im Buddhismus manchmal eine Tendenz, in der Äußeres nur als Anlass gesehen wird und betont wird, das das was man erlebt hauptsächlich etwas ist, was man selbst hervorgebracht hat. So eine Sicht dient dazu, nicht äußeren Umständen die Schuld zu geben, sondern zu betonen was man ändern kann. Insoweit, als es hilft nicht die Umstände zu beklagen, ist so eine Sicht heilsam. Von da aus kann man dann zu der Meinung gelange, dass alles was innere Ursachen betont gut ist, und das was äußere, vom eignen Denken unabhängige Ursachen betont, schlecht ist. Und dann kann man einen weiteren Schritt machen und es nicht nur für schlecht/unheilsam sondern für unzutreffend befinden.


    Damit ist aber sehr das Kind mit dem Bade ausgeschüttet. Der Aufruf, bei allem eher die eignen geistigen Ursachen statt die äußeren Umstände zu betonen, kann ja einfach eine pädagische Herangehensweise sein, und es als Aussage über die realen Verhältnisse zu sehen, ist eine ungebührliche Verallgemeinerung.

    Die Verwendung des Begriffes zeigt es ja an: Ich habe ein Ego, Mein Ego undsoweiter. Eine Eigenschaft, die man angenommenerweise so oder so hat, und die einen mitunter determiniert.


    Und wenn man Ego überwunden hätte, wäre es dann nicht mehr da.


    Dabei determiniert ein Selbst/Unwissen die ganze Zeit. Der Begriff "Ego" zeigt das Problem an und verschiebt es wieder (meiner Ansicht nach: nichtwissenderweise).

    Mir gefällt der Begriff "Anhaften an einem Selbst" weil darin der Fokus auf den Prozess der Konstruierens, wo in jedem Moment so ein Selbst konstruiert wird, das je nach Situation sehr unterschiedlich sein kann. Gegenüber einem Baby wird gegenüber wird was ganz anderes produziert als gegenüber dem Chef. Die Prozesse die Selbst konstruieren sind unheitlich und widersprüchlich. Bei Computerspielen kann man ja sehen, dass man sich innehrlab kürzester Zeit mit irgendeiner Identität identifizieren und die dazu gehörenden Emotionen und Selbst-Versatzteile produzieren kann. Während der Begriff "Ego" die Konstruktion eines Selbst mit diesem Selbst so verbunden ist, dass es so rüberkommt, als gäbe es sowas wie ein Ego, das auch noch handeln könnte.

    1) Samsara heißt "Beständiges Wandern".

    2) Zu Existieren bedeutet in dieser Bildsprache also "Beständiges Wandern".

    3) Zur Verdeutlichung dieses beständigen Wanderns wird in den Wiedergeburtsgeschichten des PK ganz offen auf die Vorstellung eines ewigen Selbsts, was fortwährend in verschiedenen DaseinsRäumen wiedergeboren wird, zurückgegriffen.

    Wenn man eine Metapher hat, dann macht es doch Sinn statt auf das Bild auf die Bedeutung zu gehen.


    Und die Bedeutung von Samsara ist das Verhaftetsein in Gier, Hass und Verblendung und damit in Leid.


    Wenn man sich auf das Bild konzentriert, dann kann man von dem Bild auf weitere Bilder kommen und von der Metaphern auf weitete Metaphern. Vom Wandern von Raum zu Raum zum Wandern auf Scheiben und von Scheiben vielleicht auf wieder was anderes.