Beiträge von void

    Und erhaben ja meint "hoch stehend" ...dann meint das, dass er über den Dingen steht...weil er sie überwunden hat...Hochmut findet man da aber nicht.

    Es ist also eine Frage des Sprachgefühls. Für dich bedeutet "Stolz" fast das Gleiche wie Selbstzufriedenheit während für mich Stolz nahezu das gleiche bedeutet wie Hochmut.


    Und interessanterweise haben wir beide recht. Der Duden Lister das als Bedeutung 1 und 2:

    ich werde ab jetzt das Wort "stolz" boykottieren, bis es sich für eine Bedeutung entschieden hat!

    Stolz ist mit einer grossen Selbstzufriedenheit verbunden.


    Von daher ist es verführerisch, jemandem der mit sich im Reinen ist und so in sich Frieden gefunden hat, Stolz zu unterstellen. Zum Stolz gehören aber auch viele Negative Sachen wie z.B sich als besonders wertvoll und herausragend zu sehen. Stolz ist ein Defizit an Demut.


    Man kann aber doch ganz mit sich im Reinen sein, ohne deswegen überheblich zu sein.

    Das ist mir schon klar.

    Trotzdem habe ich eine andere Reihenfolge von vielen Belehrungen verinnerlicht und fragte mich warum, wenn doch der Geist den Dingen vorangeht.

    Der Geist geht den Dingen insofern natürlich vorraus, als jede Handlung und jedes Wort, den Ursprung im Geist hat.


    Wenn es aber darum geht, die drei zu zähmen, dann ist die beste Reihenfolge, die vom Groben ins Feine zu gehen. Also vom Köper zu Rede und von da aus zum Geist. Also sich z.B beim Meditieren still hinsetzten, schweigen und auf den Geist sehen.

    Auf der Seite steht:

    Meister Hong Lu ist ein bekannter Führer der chinesischen Gemeinschaft in Sydney. Seit 20 Jahren ist er der Präsident der chinesischen Radiosender und wird von chinesischen Zuhörern hoch respektiert. Meister Lu ist auch der Präsident des australischen chinesischen

    buddhistischen Forschungszentrums, der Präsident der Gemeindegruppen in den australischen chinesischen Gemeinden, sowie der Vizepräsident der Australia Chinese People China Peaceful Reunification Association (CCPPA).

    Die "Peaceful Reunification" ist natürlich der Anschluss Taiwans an Kontinentalchina, dass sich aber als eigenes Land sieht, und das als Annexion bezeichnen würde, die es fürchtet. Wenn Meister Hong Lu Vizepräsident eines so patriotischen Vereins ist, dann bedeutet das, dass er sehr für die Anliegen der Volksrepublik China eintritt aber auch, das diese ihm vertraut. Auf seinem Wikipedia-Eintrag steht, dass er bei der Regierung so angesehen war, dass er 2014 sogar Eintrag in das chinesische "Who is Who" fand. Ich würde also mutmaßen, dass Hong Lu eine Form des Buddhismus vertritt, die den Anklang Pekings findet.


    Wie man an den Fragen und Antworten ansieht dann stösst man neben buddhitische Elemente - wobei es da nicht um Befreiung sondern um gutes Karma geht - auch auf viele Elemente aus chinesischen Volksfrömmigkeit und Feng Shui.

    Mich interessieren, wie sehr greifen die Meditationen die ganz bestimmte Themen behandeln: Ängste loslassen, Liebesbeziehungen anziehen, Konzentration fördern etc. oder können Meditationen gar nicht so konkret wirken?

    Wie schnell stellen sich die Effekte der Meditation ein?

    Meditation ist ein ganz allgemeiner Begriff. So Videos auf YouTube wo Musik abspielt und jemand so beruhigenden Tonfall Sachen sagt, entsprechen dabei eher Autosuggestionen d.h. es handelt sich um eine Form der Selbsthypnose.


    Soweit ich gehört habe, wirkt Hynpose bei unterschiedlichen Leuten sehr verschieden. Es gibt Leute die durch Hynpose das Rauchen aufhören können und andere, bei denen es gar nichts bewirkt. Wie das der Zusmamenhang zwischen Autosuggesiton und buddhitischer Meditation ist, wäre interessant. Aber da bin ich überfragt.

    Was Mensch sein bedeutet und was Menschlichkeit ist, stellt sich vor allem als philosophisches Thema dar.

    Um das zu erörtern braucht es die entsprechenden Fähigkeiten sonst wird es immer wieder als Quatsch tituliert.

    Im Buddaland schreiben ist noch keine besondere Fähigkeit, es ist genau so wie in allen online Foren.

    Der Dalai Lama meint ja sogar, dass Ethik wichtiger ist als Religion. Also wir mal eben zu allerst versuchen sollten, gute Menschen zu sein, respektvoll miteinander umzugehen und die Welt zu bewahren. "Mensch sein" ist also eher die Pflicht und darüber hinausgehende spirituelle Sachen eher so die Kür:


    Nach meiner Überzeugung können Menschen zwar ohne Religion auskommen, aber nicht ohne innere Werte, nicht ohne Ethik. Der Unterschied zwischen Ethik und Religion ähnelt dem Unterschied zwischen Wasser und Tee. Ethik und innere Werte, die sich auf einen religiösen Kontext stützen, sind eher wie Tee. Der Tee, den wir trinken, besteht zum größten Teil aus Wasser, aber er enthält noch weitere Zutaten – Teeblätter, Gewürze, vielleicht ein wenig Zucker und – in Tibet jedenfalls – auch eine Prise Salz, und das macht ihn gehaltvoller, nachhaltiger und zu etwas, das wir jeden Tag haben möchten. Aber unabhängig davon, wie der Tee zubereitet wird: Sein Hauptbestandteil ist immer Wasser. Wir können ohne Tee leben, aber nicht ohne Wasser. Und genau so werden wir zwar ohne Religion geboren, aber nicht ohne das Grundbedürfnis nach Mitgefühl – und auch nicht ohne Wasser.

    Ich sehe immer deutlicher, dass unser spirituelles Wohl nicht von der Religion abhängig ist, sondern der uns angeborenen menschlichen Natur, unserer natürlichen Veranlagung zu Güte, Mitgefühl und Fürsorge für andere entspringt. Unabhängig davon, ob wir einer Religion angehören oder nicht, haben wir alle eine elementare und menschliche ethische Urquelle in uns. Dieses gemeinsame ethische Fundament müssen wir hegen und pflegen. Ethik, nicht Religion, ist in der menschlichen Natur verankert. Und so können wir auch daran arbeiten, die Schöpfung zu bewahren.

    Wenn man sich mit der "Kür" beschäftigt, ohne die Pflicht gemeistert zu haben, ist man wie jemand der bei der WM sämtliche Spieler kennt, aber kein zehn Meter laufen kann ohne zu schnaufen.

    Da bin ich überfragt. Weiß das jemand? Ich habe den Artikel eher so verstanden, dass von den 800,- EUR die Steuern sogar noch abgezogen werden.


    Gute Frage: Wann ist man "arm" im "reichen" Deutschland/ Österreich?


    Ich glaube man kann sehr bescheiden leben ohne sich arm zu fühlen. Gerade dann wenn das soziale Umfeld genauso wenig hat. Ganz anders sieht es aus, wenn man von Leuten umgeben ist, die mehr haben, und wo dann das mehr haben zu sozialen Norm geworden ist, und man sich deswegen dann schämen muss, weil man nicht mithalten kann. Wo Freundinnen erzählen, was sie kochen, und man selber traut sich nicht zu sagen, was man so isst. Oder wenn das Kind nicht zum Schulausflug mitkann, weill kein Geld da ist. Oder es nicht auf eine Party mittdarf, weil man sich kein Geschenk leisten kann. Es ist diese Atmosphäre von Schade und Scham und Ausgeschlossenheit die so das eigentlich Schreckliche ist. Deswegen würde ich sagen, dass man arm ist, wenn es nicht mehr für die soziale Teilhabe reicht.


    Bei der Sozialhilfe git es so ne Mentalität, dass die Leute zwar durchaus Leistungen bekommen, ihnen aber gleichzeitig ihr Status als defizitär hingerieben wird: Sie sollen ja motviert werden um sich anzustregen, um wieder mitspielen zu dürfen. Die Leute sollen sich arm fühlen, ihre Würde und Selbstachtung soll beschädigt sein, so dass sie sich anstrengen, wieder arbeiten zu dürfen und sich wieder in die Augen sehen zu können. Was aber so nicht aufgeht: Die einen werden unnötig entwürdigt und die anderen richten sich in ihre Würdelosigkeit ein.

    Ich habe mal gelesen, dass das Geld dass dem Staat druch Sozialbetrug veloren geht klein ist Vergleich zu den Leistungen , die Leuten zustehen würde, die sie aber nicht in Anspruch nehmen, weil sie das damit vebundene Gefühl der Entwürdigung scheuen.


    Wahrschienlich wäre es so, dass es billiger käme , weniger materielles zu geben, und die Leute in ihrer zu heben. Und sie sich einander mit ihrer Zeit und ihrer Zuwendung beschenken liese. Aber viele Menschen wären wohl auch nicht so fliessig, wenn es nicht auch immer die Drohung damit gäbe das Geldlosigkeit auch Ausgeschlossenheit und Lieblosgkeit bedeutet. Was ja in anderen Gesellschaften auch schon anders war.


    Ich kanne auch Leute die selbstgewählt so einem niedrigen Nivau leben und da gibt es ja auch einige hier im Forum. Wo das selbtgewählt ist, ist das manchmal auchs sehr anstregend aber wenn man verzichtet und entsagt statt zu scheitern, hat man viel mehr Würde. Ein wenig wie der Unterschied zwischen "Alleinsein" und "Einsamkeit".

    Ich muss da gerade an Kôdô Sawaki "An Dich" denken, weil da viel drinsteckt, , was die Beziehung zwischen Mensch und Buddhaweg betrifft.
    Also das der "Normalmensch" einerseits eine tragische Witzfigur ist, die sich ganz wichtig nimmt:



    Und von daher sieht er dann Zazen eben nicht als "Erziehung zum Menschensein":



    Die Leute sagen: "Ich will durch Zazen zu einem besseren Menschen werden!"
    Zazen ist keine Erziehung zum Menschsein. Zazen bedeutet, mit dem Menschsein Schluss zu machen

    Zazen ist unzufriedenstellend. Unzufriedenstellend für wen? Für den Normalbürger - der Mensch wird nicht zufriedengestellt. Versteht es sich nicht von selbst, dass das, was maßlos und unbegrenzt ist, die Begierden des Menschen nicht zufriedenstellt?
    ....
    Dass stets überhaupt nichts los ist, was auch immer passiert, ist der natürliche Zustand. Irre bedeutet, diesen natürlichen Zustand zu verlieren. Gewöhnlich erkennen wir den natürlichen Zustand nicht. Gewöhnlich stülpen wir noch etwas über ihn darüber, deshalb ist er nicht mehr natürlich. Buddhadharma bedeutet den natürlichen Zustand. Doch in der Welt ist alles unnatürlich. Sich durchsetzen, unterliegen, alles ausdiskutieren müssen - das ist nicht natürlich. Jeder Ort füllt Himmel und Erde aus, jeder Augenblick ist ewig. Die Praxis des Buddhaweges besteht darin, den einen wunderbaren Augenblick, den unser Leben darstellt, stets hier und jetzt zum Leben zu bringen. Du darfst den Buddhaweg in keinen Rahmen zwängen.


    Ich versteh das so, dass man nicht ersuchen sollte von eine Witzfigur zu einer noch besseren Witzfigur zu werden, sondern so Freheit und Offenheit reinzubringen, so dass man nicht mehr ganz an der Witzfigur klebt, sondern über sie schmunzeln kann.


    Zitat

    Wenn ein Kind trotzig ist, schimpfen die Eltern: "Du verstehst aber auch überhaupt nichts!" Doch wie ist es eigentlich mit den Eltern? Verstehen die denn überhaupt etwas? Alles steckt tief in der Finsternis.

    In unser heutigen Welt sind die meisten Menschen die ich kenne klar weit weg von dem Leben wie es ist. Sie alle, leider auch noch allzuoft ich selbst, suchen nach etwas das ihrem Tun und ihrer Existenz allgemein einen Grund, ein Sinn und vor allem ein Ziel gibt. Wir - die Menschen denen ich begegne und mir selbst - haben uns doch alle ziemlich von dem Moment und dem Hier-und-Jetzt, vollkommen entfremdet.

    Es ist so, dass man heute die Diskrepanz zwischen der Welt und den eigenen Sehnsüchten als eine "Enfremdung" auffasst, während man früher genauso gelitten hat und eben ganz andere Begriffe hatte. Da lebte man dann eben in ständiger Sorge, dass man irgendein Ritual vergessen hatte und deswegen das Kind stirbt und der Weizen verfault. Aber das hätte man dann vielleicht "Verhängnis" genannt oder "nicht im Zustand der Gnade stehen" und nicht Entfremdung. Aber es läuft auf das gleich raus: dass die Welt nicht so ist, wie man will.


    Das einzige was wirklich hilft, ist das man seine Wünsche an die Realität anpasst. Also nur an der Stelle mit dem Kopf durch die Wand geht, wo eine Tür ist. Und anderen Wünsche sein lässt.


    Das mit dem "im Hier und Jetzt bleiben" klingt gut, aber im Endeffekt läuft es auf den buddhitischen Klassiker "Entsagung" raus. Wenn man meditiert, und da ist Schmerzen und man will aufstehen, dann kann man entweder "dem Wunsch nach Aufstehen" fallen lassen oder das als "Verweilen im Hier und Jetzt" sehen. Und letzteres klingt nur irgendwie angenehmer, hauptsächlich weil "Verweilen" so ein schönes Wort ist und "Hier und Jetzt" so was fast Mystisches hat. Während das Wort "Entsagung" einen an schmallippige Klosterschwestern denken lässt. In der Schweiz gibt es ein veganes Restaurant das "Hier und Jetzt" heisst. Während niemand sein Restaurant "Entsagung" nennen würde. Und Gäste würden so ein Restaurant auch meiden, würde ich mal vemuten.


    Naja, egal wie man es nennt, aber man kann darin Geschick entwickeln und wendiger werden. Wie so ein Torrero - der wenn der Stier kommt - immer mehr Freiheitsgrade hat, wohin er hüpfen kann. Und damit mehr Freheit gewinnen. Mir geht es aber so, dass indem ich mich mehr kennenlerne, auch die Einsicht in das Ausmass der eigenen Defizite wächst.

    Kann "Mensch sein" nicht einfach auch bedeuten, dass man ein authentisches Leben führt?

    Was aber weiter bedeuten würde, dass ein Leben in "Un-Menschlichkeit" ein Leben fern von der Buddhanatur bedeutet, oder?


    Bedeutet es dann aber auch, dass das Ego als solches gar nicht "Mensch sein" sein kann?

    "Mensch sein" kann man auf zwei Arten verstehen:

    1. Als reine Tasachenfesttelunng wie der Mensch halt so ist - was Positives wie Negatives umfasst. (Oder wie Festus sagt: "Sobald du lebst, lebst du als Mensch. Du bist deine Menschlichkeit")
    2. Als ein Ideabild, wie der Mensch sein sollte. Also als ein humanistische Idee wie in Konfuzianismus und Aufklärung. In der Mitgefühl als "menschlicher" ( dem Ideal mehr genügend) gilt als Hass.

    Im Buddhismus wird "Mensch" meistens im ersteren Sinne verstanden. Und die menschliche Seinesweise wird mit ihren Beschräkungen eher als etwas zu Überwindendes gesehen. Und auch Buddhanatur ist dann nicht was, was das menschliche Mass erfüllt, sondern es sprengt.


    Du verstehst "Mensch" dagegen eher auf die zweite Art. Dir schwebt ein buddhitischer Humanismus vor, wo Buddhanatur eng mit dem verbunden ist, wie der Mensch sein sollte.


    Gerade im moderneren Buddhismus gibt es einige humanistische Lesarten des Buddismus. Mir fällt da der (nicht unumstrittene) Daisaku Ikeda von der Sōka Gakkai International ein. Oder vielleicht auch D.T. Suzuki. Auch der Dalai Lama und Thich Nath Hanh gehen in eine Richtung, in der Brücken zwischen Buddhismus und Humanismus gebaut werden und auf dem buddhitischen Pfad voranschreiten bedeutet, ein besserer Mensch zu werden.


    Aber so ganz allgemein gesprochen ist der Buddhismus kein Humanismus.

    Spock


    Nach meinem Verständnis gibt es die Leerheit der Phänomene (= "Leerheit aller Erscheinungen" (Sunyata)) nur im Mahayana, die Leerheit von Personen (Ichlosigkeit) ist das anata Verständnis im Theravada.

    Im PK steht, dass die Skandhas leer sind, die Welt (loka) und alle dhammas (geistig wahrnehmbaren Dinge) sind anatta, ist das nicht "Leerheit der Phänomene"?

    Also wenn da steht, dass die Skandahas leer sind, dann ist damit gmeint, dass die Dinge leer von einem Atman sind- also eben genau "Ichlosigkeit". Während es mir so vorkommt, als gibt es im Mahyana viele Stellen, wo die ganze Welt als subtanzlos und leer angesehen wird.


    Aber was ist damit genau gemeint? Ich finde es ja nachvollziehbar, dass alle möglichen Phänomene abhängig von anderem existieren und nicht aus sich selbst. Aber warum ist das für den Buddhismus wichtig? Wenn jemand feststellt dass es keine Urknall gab, und Neutronen schon seit Ewigkeiten unwandelbar existieren, inweiwiewt würde denn das für den Buddhismus einen Unterschied machen. Ist es nicht egal, ob es unsere Sonne schon seit Milliarden Jahren gibt oder nicht?


    Ich glaube die Sorge ist die, dass sich jemand druch stabile Dinge darauf aufbauend ein stabiles Ich zurechtzimmert und man deswegen um ein Atta zu leugnen auch alles mögliche andere leugnen sollte. Die Welt als fluffifg und traumähnlich zu bezeichnen ist so gesehen einfach nur eine Art Vergänglichkeit zu betonen, die auf die Spitze getrieben ist.

    Das mit der "Kultivierung des Menschen" ist in der chinesischen Geschichte so ein Hauptthema. Die Konfuzianer betonten stets, dass der Menschen erstmal unkultiviert ist, und eben zur Menschlichkeiti kultiviert werden muss. Während der Daosimus gerade im ungeschliffenen urpsrünglchen das Gute sieht und der Mensch durch Kultur eher versaut wird, weil das Intuitive druch gekünsteltes und Vorschriften ersetzt wird:


    Und alle anderen sind irgendwie dazwischen. So eben auch der Zen. Oben klingt Rinzai mit seinem "wahren Menschen" eher wie ein Daoist, der so dass Rohe und Unkultivierte betont. Auch wenn man sich die Darstellungen von Bodhidharma anschaut, ist der ja so ein wüster, haarigerTyp, bei dem man eher die Strassenseite wechselt.


    Auf der anderen Seite wird ja bei den zehn Ochsenbilder der Ochse gezähmt also kultiviert. Und auch Bodhidharma war nicht wild, sondern soll jahrelang diszipliniert vor seiner Wand gesessen haben . Wie geht das zusammen?

    "Menschlichkeit" ist kein so buddhitischer Ausdruck sondern eine Lehnübersetzung des lateinischen Begriffs Humanitas.
    Dieser Begriff bedeutet für die alten Römer, nicht einfach so der Gattung Homo Sapiens anzugehören, sondern ein menschliches Ideal zu efüllen - also Tugenden wie Gerechtigkeit, Diziplin und Wagemut zu kultivieren. Später wurde das dann mit den gerade aktuellen Vorstellungen, wie ein Mensch ideal zu sein hätte, ersetzt.


    Auch im fernen Osten gibt es eine ähnliche Idee von Menschlichkeit nämlich im Konfuzianismus im Begriff Ren( 仁) Der einzelne kultiviert sich zum vollendeten "Gentleman", der allen gegenüber seine Pflicht tut und tugendsam ist.


    Wenn Meister Linchi (Rinazi) on einem "wahren Mensch ohne Rang und Namen" spricht, daa klingt es erstmal als propagiert auch er da eine Idee von "Menschlichkeit". Aber das wäre ein Missverständnis. Es ist ein Affront gegenüber der Konfuzianistischen Ideal sich zum idealen Menschen zu kultivieren. Der wahre Mensch ist eher ein "roher" als ein fein kultivierter:


    In diesem Körper, dieser Masse rötlichen Fleisches, existiert etwas, der wahre Mensch ohne Rang und Namen, das wahre Ich mit absoluter Freiheit, das nirgendwo haftet. Wer das noch nicht bemerkt hat, mache die Augen auf!

    Wenn du das Heilige liebst und das Gewöhnliche verachtest, dümpelst du immer noch auf dem Meer der Verblendung.

    Der wahrhaft religiöse Mensch hat nichts anderes zu tun, als mit seinem Leben weiterzumachen wie es sich in den wechselnden Umständen des weltlichen Daseins gerade bietet.

    Jedem ersthaften Konfuzianer sträuben sich da die Nackenhaare: Für ihn das Ideal je der Edle (Gentleman), derjenige der sich in jeder Situation unter Kontrolle hat und sich von einem "bloss Mensch" zu einem kultivierten Edlen gemässigt und geschliffen hat. Mit seinem Leben je nach Umständen weiterzumachen klingt demgegenüber wie die Aufforderung zum unkultivierten Durchwursteln.


    Und das war ja kein kleiner Konflikt sondern es herrschte gerade Krieg: Zu Rinzais Zeit gab es eine extreme Buddhistenvefolgung bei der über zweitausend Klöster zerstört und hundertausende Ordinierte in den Laienstand zurückversetzt wurde und von der sich viele buddhitische Sekten nicht erholten. Das Ganze wurde konfuzinaistisch begründet: Ordinierte galten als Faulenzer die auf Kosten anderen leben und die moralische Ordnung untergruben:


    Buddhist monasteries daily grew higher. Men’s strength was used up in work with plaster and wood. Men’s gain was taken up in ornaments of gold and precious stones. Imperial and family relationships were forsaken for obedience to the fees of the priests. The marital relationship was opposed by the ascetic restraints. Destructive of law, injurious to mankind, nothing is worse than this way. Moreover, if one man does not plough, others feel hunger, if one woman does not tend the silk worms, others go cold. Now in the Empire there are monks and nuns innumerable. All depend on others to plough that they may eat, on others to raise silk that they may be clad. Monasteries and Refuges (Homes of ascetics, in Sanskrit) are beyond compute.

    Statt für die Einhaltung der konfuzinaistischen Ordnung zu sorgen und brav Steuern zu zahlen, sich moralisch zu kultivieren und nach Ämtern zu streben, ermutigen die Buddhisten - so die Denkweise zum Rumgammeln. Rinzais Idee des "Wahren Menschen ohne Rang und Namen" ist also keine Verkündigung des Humanismus sondern kam bei den Konfizianisten seiner Zeit - die ein Kloster nach dem anderen zerstörten liesen - als Absage an ihr Ideal der Menschlichkeit an.


    ( Wobei man sagen musste das die Zenmönche im Gegensatz zu fast allen anderen buddhistischen Gruppen ihrer Zeit - hart arbeiteten)

    Ich denk, es ist so ne allgemeine buddhistische Sicht, daß Wahrnehmung Sinnesorgane braucht. Selbst körperlosen Gespenstern wird nicht zugestanden ohne Sinnesorgane wahrnehmen zu können. Sie haben dann eben einen feinstofflichen Zinken im Gesicht mit dem sie subtil schnüffeln und ab da geht alles wie gewohnt.

    Und weil es im Buddhismus eher nicht um den Buddhismus geht (also eher nicht um eine Politik), sondern um eine individuelle Praxis, hatte "der Buddhismus" in der Tendenz nicht so viel Bock andere mit Gewalt von den eigenen Regeln und Organisationen zu überzeugen.


    Den Buddha würde ich begrifflich nicht so stark als "Buddhist" führen. Zumindest hat er unter allen Buddhisten eine ganz herausgehobene, historisch begründet: diesen selbst erst bedingende Stellung inne.

    Der Konfuzianismus ist die Lehre des Konfuzius und der Platonismus die Lehre Platos ohne dass der ismus was mit Politik zu tun hat. Und genauso wird die die Lehre des Buddhas Buddhismus genannt.


    Es gibt eine Stelle im Palikanon wo jemand auf eine Gruppe buddhistischer Mönche trifft und fragen musste, bei welchem der Bhikkus es sich um Shakyamuni Buddha handelt. Eben weil er nicht herausragt. Er ist nicht derjenige, der in Purpur gewandet, in einer Sänfte getragen wird und mit einer siebenstöckige Krone trägt, sondern er trägt die gleiche Kleidung, hat die gleiche Frisur, isst das gleiche Essen und folgt den gleichen Regeln wie die anderen Mönche. Es geht nicht um individuelle Praxis, wo der eine in grün praktiziert und der andere in blau, sondern es geht um die Überwindung des Anhaftens an individuellen Unterschieden.


    Und in einer Gesellschaft, wo die Bedeutungen zwischen den Kasten so wichtig war, war das sogar eine hochpolitische Sache. Es war ein historischer Zufall, dass sich damals in der Gangesebene eher ein Mosaik kleiner Fürstentümer befand, eine Situation - die ähnlich derRennaisance - eine gewisse Freheit der Denkens möglich machte. In einem stabilen indischen Reich, dass auf strenger Kastenteilung beruht, wäre derelei Gleichmacherei wohl als Gefährdung der öffntlichen Ordnung eingestuft worden und Buddha wäre ähnlich verfolgt worden wie Jesus.

    Das öffentliche Wirken Jesus dauerte gerade einmal 3 Jahre, weswegen es die Nachfolger waren, die die Aufgabe hatten die Herrenworte zu sortieren und zu systematisieren und unwichtiges vom wichtigen zu trennen und eine Kirche aufzubauen. Wobei der Hauptarchtekt der Kirche - Paulus - Jesus nicht mal persönlich gekannt, und sich sowohl mit dessen selbernannten Nachfolger als auch mit dessen Bruder zerstritt ( Antiochenischer Zwischenfall) weil diese sich als Juden sahen. Und wenn schon Petrus und Paulus nicht so recht über Jesus einig ware, so öffnete das dann die Tür für radikal unterschiedliche Jesusbilder. Manche sahen ihn politischen Revolutionär, andere als wiederestandenen Elias, als essenischen Asket, als Fresser und Säufer, als strengen Juden, als Gnostiker, als Proto-Hippie oder als Apokalyptiker. Wahrscheinlich wäre Jesus schon über Paulus verwundert gewesen.

    Bei Gautama Buddha war die Systematisierung der Lehre und der Aufbau der Organisation dagegen Chefsache. Es war wirklich er selbst, der in 45 Jahren ( also länge als Jesus lebte) die Sangha organisierte, ihr Regeln gab und dafür sorge trug, was in seinem Namen gelehrt wurde und was nicht. Und insofern die Ordenregeln die er schuf, für alle Ordinierten galten (und auch für ihn selbst) kann man schon davon reden, dass es einen Buddhismus gab ( also keine Loseblattsammlung sondern eine systematisierte Lehre) und er Buddhist war.

    Als Weltling habe ich da eine ähnliche soziologische Perspektive. Die Transformation hin zu einer staatstragenden Religion meint auf der Ebene der Ethik ja nicht mehr allein die radikale Distanzierung von der Welt, sondern bringt Mitgefühl als Quelle sozial gesunder Menschen viel stärker ins Spiel.


    Die Metaphysik, also die religiöse Frage nach der Sterblichkeit, taucht schon in der ursprünglichen Lehre auf. Ich halte es für einen Irrtum, hier von einer klaren Positionierung hinsichtlich Wiedergeburt auszugehen. Es gibt offenbar enorm viele Texte, die an entscheidender Stelle gerne sehr vieldeutig werden. (Erinnert ein wenig an das päpstliche Schreiben im Anschluss an die Familiensynode. :P)


    Solche Spannungen sind für Philosophie und Lebensweisheit kein Problem, wohl aber für eine staatstragende Religion. Die Philosophie der Leerheit scheint mir im Grunde eine philosophische Argumentation. Warum eine philosophische Argumentation dann die entscheidende Stellung innerhalb der Religion erlangt, dürfte auch weltliche Gründe haben, die interessant zu überlegen sind.

    Vor kurzem habe ich eine Dartstellung gelesen, in der Buddha Shakymuni als eine Art Rebell dargestellt wurde, der all das ablehnte, was das offizielle Brahmananentum seine Zeit ausmachte: Tieropfer, ritueller Alkoholgenuss, Kasten und ja eben auch Mantren. Im Brachmanentum von Buddhas Zeit wurden, die brahmnische Opfer wohl vor allem als etwas angesehen, was dem Gemeinwohl und der Gemeinschaft dient. Etwas was für Wohlstand und Wohlergehen sorgt, und gegen Hunger, gegen Seuchen und gegen Naturkatastrophen hilft.


    Einerseits stand Skhaymuni dem entgegen und Weltentsagung bedeutet auch Staatsentsagung und auch einen Rückzug aus der Gemeinschaft und ihrem dem Gemeinwohl. Aber die Idee sich in eine Hauslosigkeit jenseits der Gesellschaft zurückzuziehen, hat auch etwas von einer Fiktion: Ein einzelner kann sich durchaus in die Wildnis gehen aber wenn es um zehntausende geht, dann wirft das logistische Probleme auf. Auch eine Sangha will ernährt und organisiert sein, und so ist es nicht verwunderlich, dass Shakyamuni Buddha -als Verantwortlicher für die Sangha -eben auch mit Königen -als Verantwirtlichen für das Land- zu tun hatte . Als Ratgeber riet er Königen einer friedichen und gerechten Herrschaft und zur Unterstützung der Sangha riet. Ein Herrscher wie Ashoka war ja für den Frieden und das Wohlergehen von Millionen Menschen verantwortlich und da war es ja nicht verwunderlich, dass er die Sangha auch ganz pragamatisch als ein Mittel für Gedeihen und Frieden im Reich sah. Und auch im Palikanon kommt ja schon die Idee des Chakravartin vor, des im Sinne des Buddhismus wirkenden Herrschers. Und da ist es auch nicht verwunderlich, dass Ashoka sich für buddhitische Konzilien einsetzte.


    Von daher haben sich wohl einfach Gemeinwohl (und seine rituelle Ordnung) und Buddhismus einander sehr angenährt. Wobei dazu ja leider auch gehört, dass die weltliche Herrschschaft sakrale legitimiert wird. Das fängt ja damit an, dass sich ein Herrscher als grosszügiger Wohltäter der Sangha und Organisator von Konzilien geben kann aber kann zu einem System führen, wo es der Job der Buddhisten ist für das Staatswohl Rituale zu machen. Das war ja da dann in Japan so. Da wurde der Buddhismus zunächst einfach nur eingeführt, weil er als eine effektivere Art galt, "Segen" für das Land zu genieren. Weswegen die Einhaltung des Vinaya sehr ernst genommen wurde: Schelchte Mönche produzieren keinen Sgen, und dann gibt es wieder Misserenten und Erdbeben. Wobei es interessanterweise der Unterschied zwischen Mahyana und "Hinayana" ganz egal war. Es gab sowohl Sarvastivada, Sautrāntikas als auch explizite Mahyana-Schulen. Hauptsache sie "funktionierten".


    Das ist so die Tragik. Je mehr der Buddhismus in der Gesellschaft angkommt, desto mehr menschen ereicht er. Aber je mehr er sich inhaltlich vereinnahmen lässt, desto mehr entfernt er sich von seiner ursprünglichen Aufgabe.

    Nein es geht nicht um den Denker, sondern um die Methodik des Tetralemma. Aussagen die im Rahmen einer solchen Methodik getroffen werden, muss man anders bewerten, als Aussagen die auf einer trivialen Ebene getroffen werden. Man kann das nicht gegen einander ausspielen.

    Aber ist dann das Tetralemma nicht eine Methode, mit der man die eignen Aussagen auf eine Metabene hieven kann, wo ihnen nicht mehr wiedersprochen werden kann? Besteht darin nicht eine große Gefahr?


    Argumentation basiert ja darauf, dass man sich auf einer rationalen Ebene bewegt, wo Aussagen falsch oder wahr sind, man Hypothesen aufstellt und ihnen widerprechen kann. Es ist schon klar, warum Nagarjuna so argumentiert, wie er es tut. Weil eben einige buddhitische Philosophen Gedanken über die Grundbestandteile der Welt dazu benutzten, um daraus eine Eben der Tranzendenz zu konstruieren, die der Anatman Leere wiederspricht. (Die Sarvastivadin sprachen den Elementen der Wirklichkeit eine „Eigenexistenz“ (svabhāva) zu und werteten ihren Status dadurch zu einer „höchsten Wirklichkeit“ (paramārtha)) Es ist sehr sinvoll das nagarjuna dem widerpricht und betont, dass das was es im Buddhismus geht, jenseits der Konzepte liegt und von diesen nicht hinreichend ausgedrückt werden kann, es also keine "absolute Wahrheiten" gibt.


    Aber das strange daran ist, dass dann diese Ansicht als eine philsophische Ansicht formuliert wird, und noch dazu als eine der man nicht widersprechen kann, weil sie quasi eine Mega-Ansicht, die alle normalen Ansichten schlägt. Aber ist damit nicht der Teufel mit dem Beelzebub ausgetrieben, in dem er die Leere von den zwei Wahrheiten verkündete, wo den normalen 'verhüllte Wahrheit' (saṃvṛtisatya) eine

    ‚Wahrheit im höchsten Sinne’ (paramārthasatya) entgengestellt wird? Weil von ih gesagt wird, dass sie nicht auf der sprachlichen Ebene ausgedrückt werden kann, hat Nagarjuna sein Ziel erreicht, dass die buddhitische Lehre nicht philosophisch vereinnahmt werden kann. Aber auf der anderen Seite führt das dazu, dass das Reden über Buddhitsmus aus dem rationalen Bereich rausgeführt wurde, was man als "mystische Vereinnahmung" sehen kann.


    Die in dem Sinne eine Vereinnahmung ist als, man ihr nicht mehr vernünftig widerprechen darf, weil der ahre Buddha nicht in Schriften und Argumenten wohnt, sondern im Unaussprechlichen und Geheimnsivollen. Von daher hat Nagarjuna da schon sowas von Heidegger oder Augustinus. Die rationale Ebene, die ja eine Ebene des freien Austausches ist, wird zu eine trivialen Ebene, während die Wahrheit etwas geheimnsvolles ist, etwas was nicht ausgedrückt werden kann, sondern in das man eingeweiht werden muss.


    Mir geht es nichtt darum, das abzuerten (oder aufzuwerten). Nur darum, zu verstehen, was da für eine Transformation stattgefunden hat. Einerseits hatte die buddhitische Philsophie ja ganz viel Offnheit und Dikussion reingebracht. Andererseits führte dieses Offenheit zu einem Zerfall der Sangha in die unterschiedlichen Gruppen und Lehrmeinungen. Und weil es nicht mehr Möglich war eine Ansicht als verbindlich zu setzten, zog man sich auf eine überrationale Ebene zurück, die dann wieder eine neue Basis stiften konnte?

    Das "ich als Weltling" Reden gildet eigentlich nicht. Der Stil: Die Erleuchtung sollen andere erreichen, ich erst mal nicht, ist buddhistisch gesehen irgendwie geschummelt. Das Ziel ist Null Begierde nicht anders diskutieren wir das in der geschlossenen Gruppe tibetischer Buddhismus.

    Wir reden da nicht über gelungene Beziehungen. Kann mal sein, aber das Ziel Null Begierde ist schon klar definiert.


    Dee Begriff "Weltling" ( puthujjana) ist meistens nicht sehr hilfreich, weil er so verschiedene Menschen umfasst. Den "blinden Weltling" als auch den "edlen Weltling,"

    worlding who professes Buddhism, may be either

    • a 'blind worldling' (andha-p.) who has neither knowledge of, nor interest in the fundamental teaching (the Truths, groups, etc.);
    • or he is a 'noble worldling' (kalyāna-p.),who has such knowledge and earnestly strives to understand and practise the Teaching. -

    Wenn man Mahayana und Theravada vergleicht, dann kann es einem passieren, dass weil es gerade im Westen viele Mahayana Organisationen gibt bei denen Laien die Hauptrolle spielen, Mahayana-Laien mit Thervada Ordinierte vergleicht statt wie es eigentlich gehört Laien mit Laien zu vergleichen und Ordinierte mit Ordinierten.


    Wenn man in Länder schaut, wo Thervada traditionell neben Mahayana existiert wie in Vietnam, sind die strukturellen Unterschieden nicht riesig.

    Dient es der Entfaltung bestimmter Qualitäten (zB. Metta) oder eher der Geistesschulung (quasi)? Also könnte man im Grunde auch Kasina (eine Farbscheibe) visualisieren?

    Die Denkweise ist die, dass Buddha an seine Nachfolgern nicht einfach Information übermittelt hat, sondern so etwas wie seinen Segen übertragen hat.


    Auch im Palikanon heißt es ja, dass manche Leute schon durch wenige Sätze des Erhabenen zu Arhats wurden. Von daher ist der Lehrer so etwas wie ein in Reichweite befindlicher Endpunkt einer lebendigen Übertragung. Und er ist nicht so sehr als Person wichtig, sondern als Träger von alledem.

    Mit jeder "Umformulierung" gibt es aber natürlich auch Probleme. Wenn im Mahayana betont wird, dass Befreiung nicht etwas ist, was zu erreichen ist, sondern prinzipiell da ist, nähert sich der Buddhismus anderen Religionen an.


    Auch im Hinduismus oder in den monotheistischen Religionen gibt es ja eine verborgene, tranzendente Wirklichkeit, die von einer weltlichen Ebene verdeckt ist. Und indem Buddhismus sich da strukturell annhähert, werden auch die ganzen traditionellen Formen möglich und üblich: Statuen, Pujas, Gebete, Niederwerfungen, Weihrauch, Opfergaben. Mehr Religion eben.

    Theravada: :(:arrow: .......>......>......>....>.......... :buddha:

    Mahayana: :arrow::buddha: ....................)..................... :(

    Vajrayana:

    Ich verstehe lediglich die Symbolik beim Theravada.

    Also Mahayana geht davon, dass Befreiung das Grunlegendere ist, auf das sich dann Täuschung (Klesha) legt, wie Staub auf einen Spiegel. Wie sind prinzipiell befreit , aber dann ensteht in unserem Geist doch immer wieder Leiden. Von daher ist es nicht notwendig, vom Leiden in Richtung Buddha zu gehen (wie beim Thervada) sondern nur, entschlossen genug in der eigenen Buddhanatur bzw. im Hier und Jetzt gesammelt zu verharren. Und nicht von der Befreiung in Richtung Leid zu gehen.


    Ich gebe auch zu, dass so mein Schaubild nicht so der Hit ist.

    :nosee:

    Um in der Sache voran zu kommen, habe ich eine Tabelle angefertigt, in der ich saṃsāra und nibbāna den drei Daseinsmerkmalen (tilakkhaṇa) und dem Kriterium bedingt (saṅkhata) gegenüberstelle. "+" bedeutet "ist", "-" bedeutet "ist nicht" :

    Eigentlich kann man diese Begriffe nicht gegenüber stellen da

    sich nicht gleichwertig sind. Nibbana hat mit Samsaro nichts zu tun

    und kann man daher auch nicht wirklich vergleichen.

    Es ist ja kein Ding wie Samsaro sondern eine Bezeichnung für dessen Ende das Ende des Wahns.

    ist es nicht so, dass so wie Anatta die Verneinung von Atta ist, Nibbana als eine Verneiungsform von Samsaro gesehen werden kann - ein asamsaro sozusagen.


    Wobei es einem bei einem Hund leicht fällt sich einen Nicht-Hund vorzustellen, während Vorstellungen von der Verneinung von Samsara im allegemeinen falsche Vorstellungen sind, die in irgendeiner Weise in Samsara hängenbleiben. Unsere Vortsellung von "asamsaro" sind also ungenügend, und treffen ihrern Gegenstand nicht, was aber nicht bedeutet, dass es das Bezeichnete nicht gibt. Es gibt ja vieles, was man sehr konkret bezeichnen kann (schwarze Löcher) wo aber unsere Vorstellung versagt. Wir können es mit korrekt Begriffen versehen, scheitern aber dabei uns dabei die richtigen Vorstellungen zu machen.


    Was aber nicht schlimm ist, weil Wort ja nur wie Wegweieser sind. Ich kann ja auch über einen Wegweiser in eine Stadt gelangen, bei der ich nur eine nebulöse Vorstellungen habe, wie des das so ist. Das sollte man nicht dem Begriff anlasten. Und wenn unsere mit dem Begriff Nivbana verbundenen Vorstellungen sehr samarisch sind, kann der Begriff trotzdem seine Aufgabe erfüllt.