Beiträge von void

    So wie Ellviral den Text schrieb, kam für mich diese grosse Bedeutung im "direkteren Umgang mit sich selbst" rüber. Auch nicht neigend, sich dieses bequeme und gemütliche Vorurteil erlauben, sich nicht neigend diese kleine VerkünstelungsGeste erlauben, u.s.w. Sich nicht neigend an einem Gefühl ergötzen.

    Es geht glaub ich, um das Gegenteil von "Verkünstelung" und das ist eher so eine Schlichheit. Ein alte Baumstumpf der ganz viel Wurzeln hat, wo aber oben nichts rauswächst. "Schlicht" kommt von einem Wort für gerade, so wie es noch im Wort "schlichten" vorkommt.


    Es ist komisch, dass man einen Streit "schlichten" kann, so als wäre viel Grund für Streit, dass sich die Leute verkünsteln. So als würde Streit entstehen, wenn man die Schlichheit verlässt und alle "zickig" werden. Wenn Ellviral sagt, dass er keine Veganer, Esoteriker, Frauen, Hobbyköche und Schwule mag, dann sind das wohl für ihn alles Leute die irgendwie "zickig" sind und sich selber Befindlichkeiten gestatten. Am schlimmsten wäre wohl eine Drama-Queen.


    In unserer buddhitischen Comedyserie müssten wir als Partner für Ellviral eine Drama-Queen finden. Eine hysterische, buddhitische, esoterische, transsexuelle (schwul und weiblich!) Dramaqueen.

    Bei viele Kritik ist es wichtig, von welcher Ebene aus man etwas kritisiert.


    Und da ist ja eine Möglichkeit die zu schauen, was "Eltern und Geschwister" dazu sagen würden. Wie stark ist die Diskrepanz zwischen dem Verhalten und dem Gelehrten zu dem, was die Lehrer von Sogyal Lakar lehrten und taten, und was die anderen Schüler dieser Lehrer so lehrten und taten. Und da ist ja die Diskrepanz schon enorm.


    Natürlich gibt es andere Formen der Kritik, die z.B die Nygma Schule am Rest des tibtischen Buddhismus oder am Dalai lama misst. Oder Haltungen die den ganzen tibtischen Buddhismus fragwürdig finden, wenn man sie an Palikanon misst. All dies sind natürlich legitime Formen der Kritik - allerdings kann es zu Verwirrung führen, wenn man das sehr mischt.

    Es passt hier vollkommen. Denn genau das ist das Problem. Dass hier eine sehr schwer zu kontrollierende GrundBegehrung des Menschen in eine "buddhistische Praxis" integriert wird. Es ist einer der stärksten Begehrungen schlechthin.

    Die Denkweise ist die, dass wenn etwas so mächtig ist, es auch etwas sein kann, was man nutzen kann, indem man die Energie umlenkt. So wie man einen Brand eindämmen kann, indem man Gegenfeuer legt. Auch hier klingt ja die Idee Feuer mit Feuer bekämpfen zu können erst einmal unglaubwürdig und "verwegen".


    So ist die Idee Sexualität als Mittel zur Befreiung zu nutzten auch sehr verwegen. Man versucht den Tiger zu reiten statt ihn mühsam zu besänftigen.

    Dann ignorierst Du ein paar Tatsachen. Aber Karmamudra ist ein schwieriges Thema, das zudem hier im Thread OT ist.

    Aber ist es nicht genau Karmamudra, mit dem ganz viele Missstände gerechtfertigt werden?


    SEXUAL UNION IN TANTRA: DISTINGUISHING BETWEEN SEXUAL ABUSE AND BUDDHIST PRACTICE


    When I was a student of Sogyal Rinpoche, I knew all about Yeshe Tsogyal. I didn’t wonder about the story, what it meant to be a consort, what the practice entailed. I just accepted that Guru Rinpoche had a consort and that she was highly realized. It looked pretty cool. It was all part of the mystique, part of the landscape of life in Rigpa as I knew it, where the master could introduce you to the nature of your mind at any second. I didn’t feel the need to look deeper.

    Hier geht es doch genau darum, dass eine bestimmte Praxis ( Die Lama-Care-Groupie Praxis von Rigpa) mit einer anderen ( Karmamudra) assoziiert wird und von dieser her ihre symbolische Legitimation erhält.


    Dies kann doch nur dadurch beendet werden, in dem die Banken , die für dieses symbolische Kapital zuständig sind dafür sorgen, dass es nicht von Falschmünzern verwendet werden, um daraus Köder zu fertigen, mit dem man sich einen Harem ins Bett angelt.


    Ich dachte, dass das ganze Drumherum mit Einweihungen und Übertragungen und Schützen das man im tibetischen Buddhismus veranstaltet eben etwas ist, was Missbrauch durch Unbefugte verhindern soll.

    void :

    Naja der Dalai Lama sagt dass für dieses Tantra Dingens er nicht einen einzigen sieht, der da die notwendige spirituelle Reife besitzt.

    Aber leider ist diesen Leuten selbst der Dalai Lama schnuppe.

    Ich habe es so verstanden, dass der tibetische Buddhismus einen weiten Bereich abdeckt, der von einer sehr mönchisch-geordneten Position ( Nalanda-Teadition) zu einer anarchisch-yogischen Position (Mahasiddha-Tradition) reicht.


    Die Gelug Schule und mit ihr der Dalai Lama repräsentiert das "formellste" orthodoxe Ende des Spektrums. während das andere ("infomelle") Ende des Spektrums wahrscheinlich bei heterodoxen Nyinma Familienentraditionen liegt.


    Und während einige den Dalai Lama als "Oberhaupt des tibetischen Buddhismus" sehen wollen, ist er für anderen zwar geachteter hoher Lama aber nur eine Stimme von vielen.

    Sex als religiöses Element?

    Da Sexualität etwas ist, wo man sich fallen lässt und "hingibt" hat es schon eine strukturelle Ähnlichkeit zum religiöses Bereich. Von daher folgen Elemente und Praktiken im tibetischen Buddhismus wo diese Parallele genutzt einer gewissen Logik.


    Sexualität ist eine mächtige Kraft, aber gerade deswegen, weil Sexualität etwas ist, was ganz tiefe Schichten anführt, ist es mit ganz viel Verletzbarkeit verbunden. Und mit ganz viel Missbrauchpotential. Wenn eine buddhistische Schulrichtung wirklich Spiritualität mit Sexualität verknüpfen will, dann braucht man da ganz viel Hürden und Kontrollinstanzen.


    Also genau das Gegenteil eines leichtfertigen Groupie-Sexualität.

    Klar kann man das so drehen. Aber wenn man sich den Wortlaut anschaut, dann geht es in dem Artikel in erster Linie um Menschen, die psychisch labil und daher manipulierbar sind.

    Es geht um das Machtungleichgewicht - darum, dass man jemand anderen nahe an sich heranläßt und deswegen sehr verwundbar ist. Und es ist dann doch klar, dass man gleichzeitig mit dieser Macht und das Vertrauen in einen gesteckt wird, auch eine entsprechende Verantwortung da ist.


    Und da gibt es ja im Buddhismus sehr enge Schüler-Lehrerverhältnisse, wo man den anderen wirklich so nahe an sich ranlässt wie einen Therapeuten.

    Da sollte dann auch gleiches gelten.


    Während jemand der einfach Vorträge hält natürlich nicht mit einem Therapeut vergleichbar ist.

    Es geht aber vor allem um den §174c - und das ist durchaus anwendbar auf die Beziehung im Spirituellen.

    Aber da geht es doch wirklich nicht um Erwachsene. Das womit der "spirituelle Fall" am ehesten vergleichbar ist, ist die Situation, wenn ein Psychologe oder Therapeut seine Machtstellung ausnutzt.


    Und das ist dann eine Sache derjenigen, die die Autorität ( das "symbolische Kapital" wie Sudhana sagt) zur Verfügung stellen.

    inem Arzt der sowas macht wird von der Ärztekammer seine Arztzulassung entzogen so wie es auch für Psychologen und Anwälte entsprechende Standesorganisationen gibt, die über schwarze Schafe wachen. Das was dem für buddhistische Ordinierte am nächsten käme wäre die Deutsche Buddhistische Ordensgemeinschaft. Ihre Stellungnahme zu Thich Thien Son,

    wäre theoretisch ein gutes Beispiel.


    Aber weil die deutsche Buddhistische Ordensgemeinschaft keine mächtige Position hat ( selbst in Thich Thien Son ist ja noch aktiv) kann sie nicht als "Bewahrer der weißen Robe" wirken.


    Was könnten wurde tun, um die DBO zu stärken?

    Dem Christentum ist der Begriff "Leerheit" so fragwürdig weil da (außer in der negativen Theologie) von positiven Begriffen ausgegangen wird. Gott wird als der "Grund des Seines" und der Schöpfungsordnung gesehen und so sind auch die Welt und der Mensch grundsätzlich einmal gut.


    Während das "Verneinen" eher Satan zufällt. So ist klar, dass die buddhistische Verneinung leicht falsch aufgefasst werden kann.


    Man kann Missverständnisse ausräumen, wenn man betont, daß es um "Leerheit von eigenständiger Existenz" geht. Denn das versteht der Christ. Für ihn ist alles von Gott her und auf Gott zu zu verstehen, und der Versuch, eine eigenständige Position aufzubauen, wo der Mensch sich die Position als Schöpfer seiner selbst aufführt ist für ihn den Inbegriff der Sünde. So kann man ihm das erklären.


    Ein Theologe hat mal gesagt, dass der Christ Gott gegenübersteht wie ein Kind seinem Vater während der Buddhist ein tiefes Verhältnis zu Gott anstrebt in der er keine Person und kein gegenüber ist. Statt wie ein Kind dem Vater gegenübersteht ist es das Verhältnis eines Ungeborenen zur Mutter. Tief, intensiv aber nicht auf einer Personen-Ebene. Diesen Vergleich fand ich schön und er drückt viel Respekt gegenüber dem Buddhismus aus.

    Jin:

    Da es im asiatischen Raum, vermutlich, eher keine Jesus Klodeckel gibt, zeigt das für mich beispielhaft, was u.a. die christliche Religion vom Buddhismus unterscheidet.

    Ich vermute, der Unterschied ist eher der zwischen modernen, säkularen Gesellschaften und stärker traditionalistischen Gesellschaften, wo man religiöse Symbole mehr schätzt.


    Von daher müsste man Deutschland eher mit Japan vergleichen und Thailand mit Polen. Auch eine tiefgläubige christliche Familie würde sich nie mit "heidnischen" Klodeckel belasten. Der lockere Umgang mit religiösen Symbolen kommt aus einer säkularen, kapitalistischen Gesellschaft wo alles als Ware gesehen wird. Dieser Säkularismus hat und aber auch vor vielen negativen Auswüchsen traditionellen religiösen Denkens gerettet.


    Im vergangenen Jahr wurde bereits ein Mann aus Neuseeland zu zehn Monaten Zwangsarbeit in einem Gefängnis verurteilt. Er hatte ein Buddha-Foto zu Werbezwecken genutzt – darauf trug der Religionsstifter Kopfhörer.

    Ist das der Respekt den wir wünschen oder sollen wir nicht sehr froh sein, in einer freien Gesellschaft zu leben?

    Zitat

    Da kam mir nun der Gedanke: 'So will ich denn, nach der Stillung von Gedanken fassen und Überlegen, in die zweite Vertiefung eintreten!' Doch mein Herz, Ananda, fühlte keinen Drang zu einem Zustand ohne Gedankenfassen, neigte nicht dazu, festigte sich nicht darin und fand darin keine Befreiung.


    Da fragte ich mich: 'Was ist wohl die Ursache dafür, was der Grund?' Und der Gedanke kam mir: 'Nicht habe ich das Übel der Gedankenbildungen erkannt und oft erwogen, habe den Segen eines Zustandes ohne Gedankenfassen nicht empfunden und erwirkt. Daher fühlt mein Herz keinen Drang danach, neigt nicht dazu, festigt sich nicht darin und findet darin keine Befreiung.'


    Das spricht mich an. Gibt es denn einen Texte, indem das Übel der Gedankenbildungen in eine Text konzentriert geschildert wird.

    Wenn ich durch die Stadt gehe, sehe ich viele Buddhstatuen in Schaufenstern.


    Das kommt wohl daher weil Buddha mit Ruhe, Entspannung und Sanftmut verbunden wird, und von daher dann mit Wellness. Ein Buddha-Kloodeckel ist also ein wenig die Botschaft "Mögest du an diesem Ort so entspannt ruhen wie ein Buddha". So versuche ich das zu nehmen, aber repektlos ist es natürlich auch, weil Buddha auf diese Aspekt reduziert wird und dabei all die anderen Aspekte flöten gehen.


    Ich frage mich, was passieren würde, wenn man das Gegenteil machen würde - wenn eine Gruppe überall wo eine Buddhstaue und Darstellung ist anzufangen würde, diese religiös zu verehren. Also Blumen niederzulegen, Raucherstäbchen anzuzünden, Gesänge anzustimmen. Die Klobrille im Baummarkt hochzuklappen und davor Niederwerfungen zu machen oder Sutren zu rezitieren.


    Wie würden die Leute reagieren, wenn der Andachts-Flashmob auftaucht und ihre Buddhstatuen als Buddhstatuen behandelt statt als Dekoartikel? Würde man dann rausgeschmissen werden? Was würde passieren, wenn die Dartsellung des Erhabenen zurück-vereinnahmt würde?


    Aber wäre das im Sinne Buddhas, oder war es nicht so dass dieser weder Statuen noch Reliquienverherung noch Gesänge sehr schätzte?

    Es ist wichtig, da die Strukturen zu betrachten. Und das ist es doch, so dass das Tibet in das die Chinesen einmarschierten, einer vormoderne Welt war, in der Religion und Politik, Magie und Macht durchdrungen waren. Wenn man diesen enormen Kontrast sieht, dann sieht man doch auch, was für eine Herkulesaufgabe es war, dies Kluft zu überwinden und den tibetischen Buddhismus in die moderne Welt zu hieven.


    In Tibet war der monastische Buddhismus sehr traditionalistisch und hierarchisch und stark mit Macht und Politik verbunden. Aber es war ja dann vielleicht eher dieses "spiessige" Element, dass dafür gesorgt hat, das alles seine Ordung hatte. Das es klar war, wer wann welchen Titel führen kann, und wer sich an welche Regeln zu halten hat und was die Tradition so vorschreibt.


    Indem man den Buddhismus in den Westen übertrug, hat man da natürlich viel an alten , verkrusteten, vormdernen Strukturen aufgegeben aber mit ihnen sicher auch viele traditionelle Kontrollstrukturen veloren. In den freieren Gesellschaften des Westens gibt ja wieder ganz andere Strukturen und Versuchungen. Und so gibt es dann natürlich auch viele Situationen, wo die Kulturen ungut aufeinandertraffen. Wo sich z.B ein hierarchisches, tibetischen Denken mit dem romantischen Strömungen der 68igern zu Personenkult und Missbrauchsstrukturen mischt. Man ist "Lost in Translation", hat sich aus den Vorgaben des alten tibets befreit, folgt aber noch nciht denen einer modernen, säluaren Welt.


    Aber es gibt doch eben auch so viele Beispiele, wo das Experiment geklappt hat und der tibetische Buddhsimus einen Platz in der modernen Welt gefunden hat. Mir fällt da natürlich der Dalai Lama ein, aber gibt es nicht viele Zentren wo ein ein "normaler tibetischer Buddhismus" ohne falsche Erwartungen und Kult gelehrt wird. Lernprozesse sind immer schmerzhaft und langwierig.

    Da ist der Gedanke im Hausner Tapussa schon entstanden, dass Entsagung etwas Gutes ist, glaube ich. Sonst hätte er nicht Ananda aufgesucht um darüber zu reden: Entsagung ist gut, aber weil ich an Sinnendingen Freude finde, dünkt sie mir als ein Abgrund. Mönche fühlen dagegen einen Drang zur Entsagung, festigen sie und finden Befreiung darin.

    Ich finde das mit dem "Abgrund" eine gute Metapher. Die Angst vor dem Abgrund kommt ja daher, weil man eine "Fallhöhe" hat. Während Buddha an nichts haftet - er sprciht quasi vom Boden des Abgrunds aus, wo es keine Angst gibt, und man nirgendwohin fallen kann.

    Nun ist aber zumindest im Westen eher das Gegenteil gefordert, wenn man sich auf dem Markt der Religionen durchsetzen und es "zu etwas bringen" will: Selbstvermarktung, Selbstbehauptung und auch eine gewisse Ellbogenmentalität. Ist es da nicht naheliegend, dass es eher solche Leute zu Prominenz bringen und eine Karriere auf dem Buddhismus aufbauen, denen es in Wahrheit nicht um den Dharma, sondern um gänzlich andere Dinge geht, während möglicherweise Lehrer, die den Dharma zutiefst verinnerlicht haben, zum Teil völlig unbeachtet bleiben?

    Das hat nicht so sehr mit dem Westen zu tun, sondern mit der ökonomischen Basis buddhitischer Strukturen. Und da gab es ja in der Geschichte vielfältige Modelle: In Thailand gibt es das Wat, das von einer Gemeinde unterstützt wird. In Japan lebte man teilweise als Feudalherr von den eigenen Länderein. Dan gab es aber Tempel, die bestimmte Geschäfttsfelder dominierenten so lebte der Enrykuji teilweise davon, dass er Geldverleiher und Sakehandel monoploisierte, was auch sehr große Probleme gab. Und teilweise war es so, dass Tempel davon lebten immer reiche Gönner zu finden: Da musste man dann auf Fundraising-Tour gehen und sich verkaufen und gegen die Konkurrenz durchsetzten. Und dann gab es natürlich Zeiten, wo der Buddismus vom Staat finanziert und sehr staatsnah war. In Japan gehörte es da dann teilweise zu den Aufgaben, die Gläubigen zu bespitzeln und Berichte zu schreiben. Alle diese Modelle (Feudalherr, Staatnähe, Industriemonopol, Fundraising) haben Probleme und ich finde eigentlich so die Wat Idee am reizvollsten, wo das Kloster eng mit einer Gemeinde verbunden ist.

    Mir ist es wichtig den Unterschied zwischen einer Haltung, die das Übel der Sinnesdinge erwägt und einer Haltung des Welterksl herauszuarbeiten.


    Bei letzterm denk ich jetzt an so etwas wie einem verbitterten Griesgram -jemand der überall nur das Negative sieht, der von Ekel gegenüber der Welt und sich selber erfüllt ist. Wenn er aufsteht, dann hasst er das Aufstehen, wenn er Schlafengeht hasst er das Schlafen und dazwischen hasst er sich selbst.


    Es scheint so, als würde so jemand - weil er überall Übel sieht, das Übel der Sinnesdinge gründlich erwägen.


    Aber das ist nicht so. Er haftet an den Sinnesdingen und nur sein Haften an einem Ideal, wie es sein sollte, lässt die tatsächliche Welt als Übel erscheinen. Die ungenügende Realität wird als Übel gesehen, aber daneben beleibt um so mehr ein Ideal "Wie es sein sollte".


    Also das hat vor allem it der Situation der Roma in Rumänien und Bulgarien zu tun, die sehr katastrophal ist. Die Roma stellen die ärmsten der Armen, nur 30 % besuchen die Grundschuld und 50 % sind Analphabeten. Während die Roma in einer agarischen Gesellschaft noch viele Nischen hatten ( Pferde, Metallreparaturen, Musikanten) und auch in der Planwirtschaft noch viele Arbeiten für Unqualifizierte da waren, verschwinden diese Nischen gerade mit der Modernisierung - also gerade MIT den Entwicklungsprojekten, verschärft sich die Situation- es gibt Ghettos und Verflogung. Natürlich versucht die EU auch da zu helfen, aber anscheinend eher wirkungslos.

    Das klingt für mich wie ganz üblicher Sterotypen, aber die "Neue Züricher Zeitung" ist kein recht-ortientertes Blatt, sondern eine liberale Zeutung die der Schweitzer FDP nahesteht. Von daher fürchte ich sehr, da das einfach stimmt. Wobei es da natürlich so ist, dass der Bericht über ein bestimmtes Ghett (Nadhezda) dass als besonders schlimm gilt.

    Die Straßobdachlosigkeit ist ja die Spitze des Eisbergs der Wohnungslosigkeit. Nach der Wohnungslosenhilfe gibt es in Deutschland an die 860 000 Wohnslose. Dabei sind rund die Hälfte Flüchtling. Der Grund der Wohnungsloigkeit liegt vor allem in dem Mangel an bezahlbarem Wohnraum. Dies führt dazu, dass man bei Problemen (Jobverlust, Schedeiung, psychischen Problemen ) leicht ohne Wohnung dasteht.

    „Die Zuwanderung wirkt zwar verstärkend, aber die wesentlichen Ursachen für Wohnungsnot und Wohnungslosigkeit liegen in einer seit Jahrzehnten verfehlten Wohnungspolitik in Deutschland, in Verbindung mit der unzureichenden Armutsbekämpfung“, betonte Specht.

    Mehrere Faktoren seien maßgeblich für den dramatischen Anstieg der Wohnungslosenzahlen. Specht: „Das Angebot an bezahlbarem Wohnraum ist unzureichend, der Sozialwohnungsbestand schrumpft ständig. Seit 1990 ist der Bestand an Sozialwohnungen um ca. 60 % gesunken. 2016 gibt es noch ca. 1,2 Millionen Sozialwohnungen, bis 2020 werden weitere 170.000 aus der Bindung fallen. Zusätzlich haben Kommunen, Bundesländer und der Bund eigene Wohnungsbestände an private Investoren verkauft. Damit haben sie Reserven bezahlbaren Wohnraums aus der Hand gegeben.“


    Nur ein kleiner Teil der Obdachlosen/Wohnungslosen (50 000 ) lebt auf der Strasse.

    Ca. 52.000 Menschen leben ohne jede Unterkunft auf der Straße. Seit 2014 (ca. 39.000) ist dies ein Anstieg um 33 %.

    Ca. 290.000 (70 %) der wohnungslosen Menschen sind alleinstehend, 130.000 (30 %) leben mit Partnern und/oder Kindern zusammen. Die BAG W schätzt die Zahl der Kinder und minderjährigen Jugendlichen auf 8 % (32.000), die der Erwachsenen auf 92 % (390.000). Der Anteil der erwachsenen Männer liegt bei 73 % (290.000); der Frauenanteil liegt bei 27 % (100.000) und ist seit 2011 um 3 % gestiegen). (Alle Angaben jeweils ohne Berücksichtigung der wohnungslosen Flüchtlinge.)

    Ca. 12 % der Wohnungslosen (ohne Einbezug der wohnungslosen Flüchtlinge) sind EU-Bürgerinnen und –Bürger; das sind ca. 50.000 Menschen. Viele dieser Menschen leben ohne jede Unterkunft auf der Straße. Vor allem in den Metropolen beträgt ihr Anteil an den Personen ohne jede Unterkunft auf der Straße bis zu ca. 50 %. Wenn also die „Straßenobdachlosigkeit“ stark durch die EU-Binnenzuwanderung geprägt wird, trifft dies für die Wohnungslosigkeit insgesamt nicht zu.

    Von daher müsste man den Eisberg Wohnungsloigkeit angehen, um seine Spitze (Straßenobdachloisgkeit) anzugehen. Ich denke, dass es schon viele, gibt die wegen ihrerer Alkohol- oder Drogensucht auf der Straße landen. Aber ich schätze, es gibt auch diejenigen, bei denen umgekehert die über Lage der Wohnungsloigkeit und Hoffnungsloigkeit zur Alkohol- umd Drogensucht beiträgt.


    Ich bin in meinem Umgang mit Bettlern gespalten und weiss da auch nciht so recht, was ich machen soll.

    Aber genau das heisst ja "erwacht sein" auch: dass man sich gar nicht erst über Dinge äussert, die man nicht kennt.


    So wie ich die den Buddha verstehe, könnte er schon einer gewesen sein, der prinzipiell in der Lage war, Auskunft über kommende Katastrophen zu treffen. Was ja auch das Ansinnen der entsprechenden Wissenschaftler heutzutage ist.

    Erwacht zu sein bedeutet lediglich das Leid und seine Ursachen überwunden zu haben.


    Man kann auch gar nicht sprechen, ohne Annahmen zu treffen und über etwas zu reden, was man nicht hundertprozentig durchdrungen hat. Man sagt "Wasser", " Geld", "Erde", "Mensch", " Zeit" und aus jedem dieser Begriffe lässt sich eine ganze Wissenschaft machen. Man kann nicht alles kennen und nicht alles wissen. Und man braucht es auch nicht.


    Mir kommt vor, dir reicht es nicht, dass Buddha erwacht war und du willst ihn deswegen unter die Hellseher und Orakel stellen, unter die Übermenschen mit Superkräften, unter die Alleswisser und Halbgötter. So als hätte er das nötig.


    Das hat er aber doch gar nicht. Es reicht wirklich aus, ein Befreiter zu sein, der allen Wesen den Weg zur Befreiung weißt. Erdbeben sind ganz nebensächlich.

    Als Einsteiger hast "du" aber den Einblick nicht in der Weite und Tiefe, oder in der Hinsicht was (in) korrekt ist. "Du" nimmst die Dinge häufig wie sie sind im Vertrauen darauf dass es schon seine Richtigkeit hat.

    Was bedeutet jetzt das "du" und das Du". Ist da beides mal "man" gemeint oder bezieht sich das groß geschriebene "Du" auf kilaya? Ich bin verwirrt.

    Es stellt sich für eher die Frage, wie & warum man sich den Buddha als nicht Erwachten denkt/denken will. Was man ja tut, wenn man ihm Meinungen unterstellt.

    Ein Erwacht er ist jemand, der ohne Gier und Hass ist. Weil er Befreiung erlangt hat, äussert er darüber keine Meinungen. Aber auch wenn man fern von allen Formen von Gier und Hass ist kann man dennoch Meinungen äußern - einfach nur weil man sich nicht genug auskennt. Woher soll denn jemand wie Buddha wissen, durch was Erdbeben ausgelöst wurden? Und wenn man nichts über Plattentektonik weiss, bleibt einem nur das Wissen dieser Zeit WI nan glaub ich von der Bewegung von Nagas ausging. Wenn man nicht weiß hilft auch die Abwesenheit von Gier und Hass nicht. Aber den Grund für Erdbeben zu finden, war nicht Buddhas Job und so ist es da vollkommen egal, ob er sich irrte oder nicht. Man kann auch nicht von ihm erwarten, etwas über Viren und Bakterien zu finden und es ist nicht schlimm, wenn er da ein Kind seiner Zeit ist. Sein Job ist es den Weg zur Überwindung des Leidens zu weisen, und es ist egal, ob er in andren fragen Meinungen vertritt. Das ficht seine Position als Befreiten nicht an.

    Das mit dem einen Weltsystem und einem perfekten Meister, kenne ich leider nicht, und frage mich aus welcher Provenienz das stammen könnte.

    Das stammte doch von Majjhima Nikāya 115 14

    Ich verstehe das nicht so, dass es nicht mehrere Arhat gleichzeitig geben könnte, sondern es nur einen Buddha braucht, also jemanden der den Dharma, nachdem er in Vergessenheit geraten ist, neu verkündet.


    Weiter unten wird klar, dass dem eine sehr zyklische Auffassung zugrunde, nach der es in jedem Weltzeitalter die gleichen Rollen gibt: Einen Sakka, einen Māra, einen Brahmā. Eine ewige Wiederkehr des Gleichen.

    Ich dachte der Buddhismus ist primär eine Philosophie und nur in 2. Linie eine Religion, void .

    Also Frauen als Menschen 2ter Klasse, weil der Zweck die Mittel heiligt?

    Es war ja eben so dass Buddha Nonnenorden unter Auflagen zugelassen hat, obwohl er gesehen hat, dass das der Lebensdauer des Buddhismus in Indien nicht förderlich war. Weil für ihn eben nicht der Zweck die Mitteln geheiligt haben.