Posts by Sudhana

    Schließlich wird es ja auch nach der Legalisierung nicht möglich sein, Cannabis irgendwo in Deutschland legal zu kaufen (außer auf Rezept wie schon jetzt). Und selbst Cannabis anzubauen oder in einen der mit limitierter Mitgliederzahl Cannabis anbauenden Clubs einzutreten, halte ich schon für eine hohe Hürde.

    Richtig. SPD - Gesundheitspolitik halt ... Der Ansatz ist gut, aber inkonsequent umgesetzt (um nicht zu sagen: verpfuscht). Damit, dass man keinen Verkauf zulässt, stellt man sich bzw. dem sinnvollen Vorhaben, den Schwarzmarkt auszutrocknen, schon auf der Startlinie ein Bein. Das mit den Vereinen ist ja keine verkehrte Idee - bloß sollten die eben ihren Überschuss auch verkaufen dürfen, statt ihn zu kompostieren. So macht man dem Schwarzmarkt Konkurrenz. Was soll man sonst mit dem Überschuss machen? Ihn - man muss sich auch mal was aufzwingen können - mit Gewalt selbst wegknarzen? Kann ja irgendwie auch nicht Sinn der Sache sein ... :?


    Übrigens hörte Ich diese Woche im Autoradio zufällig eine Reportage über ein Modell, bei dem ich mich in vielerlei Hinsicht an unser neues deutsches Modell erinnert fühlte. Man könnte fast glauben, in Herrn Lauterbachs Ministerium habe man sich - horribile dictu - an einem südamerikanischen Modell der Entkriminalisierung von Cannabis orientiert :shock: . Von Uruguay lernen heisst siegen lernen. Sagen die vom BMG natürlich nicht laut ... Jedenfalls - Uruguay macht das schon seit 2013 und hat beachtliche Erfolge bei der Reduzierung des Schwarzmarktes und der Drogenkriminalität erzielt.


    Dem BMG nun Ideenklau vorzuwerfen, wäre jedenfalls nicht ganz gerecht. Man hat dieses Modell schließlich nicht einfach kopiert, man hat es in deutscher Gründlichkeit perfektioniert. Also - man hat die staatlich lizensierten Verkaufsstellen einfach weggelassen, was es wiederum zu einer waschechten SPD-Lösung macht. Allen wohl und niemand weh - SPD. Wieauchimmer - mE eine hörenswerte Reportage:


    Cannabis-Legalisierung: Uruguay macht gute Erfahrungen
    2013 hat Uruguay als erstes Land der Welt Herstellung, Verkauf und Kiffen von Cannabis legalisiert. Das primäre Ziel: Schwarzmarkt und Kriminalität eindämmen.…
    www.swr.de

    Ab 01.04.24 ist es legalisiert.

    Medizinisches Cannabis ist allerdings auch nach dem 01.04. nicht rezeptfrei, also nicht frei verkäuflich - es braucht lediglich kein BTM-Rezept mehr. Vielleicht steigt damit endlich auch die Bereitschaft bei Ärzten und Ärztinnen, Cannabis z.B. zur Schmerztherapie oder bei Schlafstörungen zu verordnen.


    Übrigens: Ibuprofen ist rezeptfrei. Zwischen Weihnachten und Neujahr war meine Frau im Krankenhaus wegen einer Darmentzündung; verursacht durch Ibuprofen. Seither - wenn öffentlich wegen der Gefahren von Cannabis gebarmt wird, finde ich das eher komisch.

    Igor07 : schau Dir mal Algea an. Ist nicht optimal bzw. primär ein Geschäftsmodell. Erstgespräch vor Ort; folgende können per Internet geführt werden. IdR monatlich; die Verordnung (Rezept) ist für einen Monatsbedarf. Digitale Besprechung und Weiterleitung des Rezepts an eine Apotheke Deiner Wahl funktioniert problemlos über das Portal. Lieferung per Post (persönliche Übergabe bei Vorweisen des Personalausweises).


    Läuft alles als private Leistung, d.h. Du bist Selbstzahler. Ob Du von Deiner Kasse eine Rückerstattung bekommst, ist ausschließlich Dein Problem. Die monatliche ärztliche Beratung (bei mir durch eine Psychiaterin, mit der ich mich gut verstehe) kostet ca. noch einmal dasselbe wie das Cannabis.


    Wobei sich mit der Freigabe heute die Geschäftsgrundlage ab 01.04. wohl etwas ändern wird ...

    Eines sei zu Cannabis unabhängig von Freigabe oder nicht schon angemerkt, nämlich, dass es für Menschen unter 25 Jahre zu Psychosen führen kann.

    Etwas differenzierter: Cannabis alleine verursacht keine Psychosen, kann jedoch bei vorliegender latenter Erkrankung eine psychotische Episode auslösen, also die Erkrankung zum Ausbruch bringen. Nach Ausbruch der Erkrankung verstärkt Cannabis insbesondere die psychotischen Positivsymptome (Halluzinationen, Wahnvorstellungen, Ideenflucht, Depersonalisation, Denkstörungen ...) und kann die Wirksamkeit der verordneten Medikamente beeinträchtigen. Die Beeinträchtigungen sind glücklicherweise nicht dauerhaft, sie verschwinden recht schnell nach dem Absetzen von Cannabis. Das Absetzen ist idR problemlos, da Cannabis (anders als etwa die legalen Drogen Tabak oder Alkohol) keine körperliche Abhängigkeit erzeugt und entsprechend keine Entzugsymptome auftreten. Problematisch ist, dass sich hinsichtlich Anfälligkeit keine Prognosen stellen lassen.

    Zum 'zigfachen THC-Gehalt'. Über die Straßenware kann ich nicht viel sagen, medizinisches Cannabis kann schon mal 25% haben. So etwas gehört selbstredend nicht in die Hände von Heranwachsenden. Bei dem Argument 'THC-Gehalt' werden allerdings zwei wesentliche Punkte ausgeblendet.


    Zum Einen haben die Untersuchungen, die einen steigenden THC-Gehalt bei neuen Züchtungen / Strains (das hat bestimmt die CIA herausgefunden ... :roll: ) dokumentiert haben, anscheinend vergessen, das mit der Menge des bei einer Einnahme durchschnittlich konsumierten Rohmaterials abzugleichen. Ist die gleich geblieben oder entsprechend gesunken? Vielleicht gar gestiegen? Man weiß es nicht ... Wie auch immer, von einer seriösen Untersuchung würde ich das erwarten - von Interesse ist doch die durchschnittliche Aufnahme von THC pro Konsumeinheit. "Allein die Dosis macht, dass ein Ding kein Gift sei“, um Paracelsus zu zitieren.


    Zum Anderen wissen erfahrene Anwender längst, dass der THC-Gehalt weniger *interessant* ist als das Wirkstoffprofil des konsumierten Strains, also insbesondere der Gehalt an diversen Cannabinoiden und Terpenen als 'Begleitstoffen' des THC. Um meinen persönlichen Fall als Beispiel zu nehmen: ich konsumiere (mittlerweile ärztlich verordnet) Material aus einem Sativa-Strain mit mittlerem THC-Gehalt, 18%. Niedrig dosiert, 100 mg drei mal am Tag. Hilft gegen die Fatigue und 'deckelt' (mittlerweile gemeinsam mit Pregabalin, das dadurch niedriger dosiert werden kann) neuropathische Missempfindungen. Zur Nacht dann ein Indica-Derivat mit 17% THC, ebenfalls 100 mg, das mich - völlig andere Wirkung - binnen zwei Stunden aus den Socken haut und in Morpheus' Arme sinken lässt.

    Danke, RichtungOsten , scheint ein durchaus interessanter Ansatz zu sein - klassische Religionswissenschaft der 40er, also strikt `westlicher' Jargon. Hier der Wiki-Eintrag des Autors. Ich glaube fast, ich mache mir den Spass und lese das mal parallel zur SZTP - Übersetzung (ich liebe es, mich in Fußnoten zu verlieren) ...

    Und du hast da keine Bedenken, wenn das wer übersetzt hat, der nicht selbst lange praktiziert hat?

    In Akademikerkreisen ist man heute (zumindest bei Philosophen / Philologen) zumeist bemüht, sich bzw. seine Arbeiten nicht dem Verdacht religiöser Inspiriertheit auszusetzen. Es hat sich herumgesprochen, dass so etwas das Urteilsvermögen trübt. Aber das ist gar nicht der Punkt - speziell das Shōbōgenzō ist so vielschichtig (früher, als das noch als Kompliment galt, hätte man das "tief" genannt), dass man mE die einzelnen Texte (okay, nicht alle ...) mehrfach lesen muss - im Abstand mehrerer Monate und / oder Jahre. Man wird hoffentlich bemerken (es hilft dabei, wenn man täglich seine Zeit auf dem Zafu herunterreisst), dass sich der Text jedes mal anders, 'neu' liest. Der Effekt ist natürlich um so stärker, wenn man unterschiedliche Übersetzungen konsultiert - jede Übersetzung, die etwas taugt, legt andere Schichten dieses Werks frei; sie haben alle ihre Berechtigung.


    Ich vermute mal, dass zumindest Ryōsuke Ōhashi eine buddhistische Laienpraxis ausübt; das von ihm entwickelte Konzept der Phänomenoetik weist mE darauf hin. Rolf Elberfeld hingegen folgt - passend dazu - einem (von ihm selbst entwickelten) Ansatz transformativer Phänomenologie. Überlegungen ob die transformative phänomenologische Übung (! sic) Elberfelds sich in Philosophieren (und Übersetzen) erschöpft oder ob er sich dazu auch des Sitzens bedient, wären noch spekulativer als bei Ōhashi. Das Ergebnis der Zusammenarbeit der beiden bietet jedenfalls gerade dem *Kenner* der Texte eine Perspektive, die geeignet ist, die eigene zu erweitern bzw. zu vertiefen.


    Trotzdem ist die Übersetzung mE auch für *Shōbōgenzō-Einsteiger* geeignet, auch wenn sie sich weniger flüssig liest als andere. Sie macht die interkulturelle Distanz zwischen einem heutigen, deutschsprachigen Leser und diesem bemerkenswerten japanischen Autor des 13. Jahrhunderts deutlich und überbrückt sie gleichzeitig.

    Als der Dharma nach China übertragen wurde, hatten die Chinesen mit der indischen Auffassung von Wiedergeburt große Probleme, weil diese indische Auffassung in klarem Gegensatz zu ihrer Ahnenverehrung stand. Also haben sie die indische Wiedergeburtsauffassung entsprechend ihrer Ahnenverehrung uminterpretiert. Westliche Zenpraktizierende haben dies aus dem chinesischen Buddhismus übernommen. Aus dieser Perspektive lesen sie dann auch die Suttas / Sutras.


    Diejenigen, die dem Theravada bzw. dem indo-tibetischen Buddhismus folgen, akzeptieren in der Regel die indische Auffassung der Wiedergeburt. Deswegen lesen sie entsprechenden Suttas / Sutras aus einer anderen Perspektive.

    Das ist ein interessanter Aspekt den ich so noch gar nicht kannte, da wird einiges klarer. Für mich war es von Anfang an Indien und nur Indien.

    Auch, wenn ich dem Thema raus bin - aber das ist blanker Quatsch, unfundierte Spekulation. Wer sich für das Thema interessiert, dem sei Bokenkamp empfohlen.

    Zunächst einmal Danke an mukti für sein sachkundiges Einspringen; seine Kenntnis des Palikanon ist doch deutlich besser als meine - bei mir war lediglich die Aussage im Hinterkopf abgespeichert, nicht die nachgefragte Fundstelle. Das hat mir einige Zeit an Sucherei erspart, so *unterhaltsam* (ich mache das gerne zur Begriffsklärung) das Stöbern und Suchen in diversen Suttenschnipseln auch ist.

    Falls das nun etwas aus dem Zusammenhang gerissen scheint - das bezieht sich auf den ohnehin schon recht unübersichtlichen Sachstand (:clown:) der Diskussion von vor ca. 120 Beiträgen. Während ich dies geschrieben habe, wird wohl das eine oder andere Dutzend hinzugekommen sein. Immerhin seit gestern ... Leute, so sehr ich Euer ernsthaftes Bemühen schätze (ganz ohne jede Ironie) - aber Eure gewiss hochinteressanten Ergüsse werde ich jetzt nicht alle erst einmal lesen. Und auch nicht bei anderer Gelegenheit.


    Es ist ja nicht die erste 'Wiedergeburtsdiskussion' hier (wie auch andernorts ...), auch wenn hier schon im Titel auf den entscheidenden Punkt aufmerksam gemacht wurde. So sinnlos diese Diskussionen sind - sie führen erfahrungsgemäß nicht zu Antworten, sondern nur zu mehr oder weniger plausiblen Theorien, prapañca - so haben sie doch ein Merkmal gemeinsam: sie haben trotz ihrer vorherseh- und sagbaren Ergebnislosigkeit eine erstaunliche Tendenz zu wuchern, um dann nach einer geradezu explosionsartigen Entfaltung von Vorstellung relativ schnell wieder einzuschlafen, bedingt durch die Erschöpfung der Argumente und der Argumentierenden. Man kann das auch anders klären als durch Diskussionen. Langer Rede kurzer Sinn: ich bin hier raus.

    Helmut - ich stimme Dir weitgehend zu. Was mir nicht einleuchten will ist, was das mit Wiedergeburt zu tun haben soll. Zumal die Sutten, um mal den später entstandenen Abhidhamma mit seiner eigenartigen patisandhi-Theorie aus dem Spiel zu lassen, eindeutig lehren, dass die khandhā mit dem Tod sich restlos auflösen.


    Zur genannten Theorie - Ich hatte hier (ausführlicher hier) ja schon umrissen, wie sich das Buddhaghosa im Visuddhimagga vorstellt. Einschließlich des Hinweises, dass ich persönlich diese Theorie des Wechselns des Bewusstseinsobjekt von einem Subjekt A (cuti-citta, 'Bewusstsein des Abscheidens' oder prosaischer 'Sterbebewusstsein') zu einem Subjekt B (patisandhi-citta oder -viññāna) für problematisch halte* Ungeachtet dessen - "Wiedergeburt" würde ich das Modell nicht nennen (und das machen die Theravadin idR auch nicht). Bei Interesse mal im Visuddhumagga nachlesen. Besser als hier.

    Zudem habe ich eh immer rechter als alle anderen. ^^

    Mit dem Abschluss hast Du Dir ein 'Like' verscherzt. Wenn hier einer recht hat, dann natürlich ich 8) . Das geht am besten mit einer Position der Positionslosigkeit ...



    *Zumal sich da ja auch sekundäre Probleme zeigen - wie erklärt man etwa im Einklang mit dieser Theorie das Populationswachstum der Spezies Mensch? Nun ja - Menschen müssen wohl zum Großteil Wiedergeburten von Wesen aus anderen Existenzbereichen sein, das würde dann auch das Artensterben irgendwie erklären. Und da die Existenzform Mensch laut Buddha die optimale Vorbedingung für das Erwachen ist, ist die Bevölkerungsexplosion für Buddhisten doch etwas Willkommenes, oder? Und das Artensterben auch; Glyphosat fördert als 'geschicktes Mittel' die Erleuchtung aller Wesen. Bei manchen Leuten habe ich schon den Verdacht, es sind wiedergeborene Insekten - Ameisen vermutlich ... Die sind schließlich nützlich, was als gutes karma durchgeht.

    die Geschichte mit den Mönchen, die über die sich bewegende Fahne diskutieren?

    Mumonkan 29


    Merkwürdige Frage in einem Zenforum ...


    P.S.: mir ist schon klar, dass sich in dieser Diskussion der Geist sehr heftig bewegt. Da passt der Vergleich mit dem Wind. Was ist Wind, wenn er sich nicht bewegt?

    Nishiyama / Stevens ist gut für eine erste Bekanntschaft mit Dōgen, aber es ist schon eine Übersetzung, die nach meinem Empfinden etwas simplifizierend und 'glättend' ist und bei der die Vielschichtigkeit des Textes etwas verloren geht. Von Nishijima kenne ich nur die englische Übersetzung - die, wenn die Gerüchte stimmen, vor allem eine Übersetzung seine 'Partners' Chodo Cross ist. Zum schnellen Nachschlagen (und zum Vergleich bei schwierigen Stellen) benutze ich die Nearman-Übersetzung (Shasta Abbey). Sehr gut lesbar und mit Sachverstand geschrieben. Die Übersetzung Kazuaki Tanahashis ist nach meinem Eindruck (ich habe nur Auszüge gelesen) etwas frei und 'glättet' bzw. kürzt den Text. Thoma Clearys Auswahlübersetzung (13 Essays) 'Shōbōgenzō: Zen Essays by Dōgen' von 1986 scheint vergriffen zu sein, sie liegt mir nicht vor.


    Um richtig einzusteigen, gibt es dann noch in Deutsch ebenfalls eine Auswahl der (jedenfalls aus geistesgeschichtlicher Perspektive) wichtigsten Texte des Shōbōgenzō*, übersetzt und kommentiert von Ryōsuke Ōhashi / Rolf Elberfeld. Einziger möglicher Nachteil(?): es ist eine Übersetzung von Philologen und Philosophen, nicht von Praktikern (unterstelle ich mal). Trotz der Beschränkung durch die Auswahl für mich die deutsche Übersetzung für Leute, die sich tiefgehend mit Dōgen beschäftigen wollen.


    Wenn man zu englischen Übersetzungen greift, ist der 'Goldstandard' die genannte Übersetzung des SZTP (Sōtō Zen Text Project) - sie lässt mW keine Wünsche offen. Die Übersetzungen wurden teilweise vorab auf einer Webseite der Stanford Uni vorgestellt (mittlerweile depubliziert) und - wie hier schon erwähnt - in Dharma Eye** vorab veröffentlicht. Die mittlerweile veröffentlichte SZTP-Ausgabe findet sich als PDF auch auf der bekannten ungarischen Webseite zum kostenlosen Download (natürlich nur zum Privatgebrauch).


    *Genjōkōan, Shinfukatoku, Kuge, Uji, Sansuikyō, Soshiseirai'i, Shōji, Zenki und Kaiinzanmai

    ** Hier eine Liste, in welcher Ausgabe sich welches Kapitel findet: sansui kyo 9 / raihai tokuzui 10 / shoaku makusa 11 / taishin tsu 12 / kobutsu shin 13 / kaiin zanmai 14 / arakan 15 / sesshin sesso 16 / katto 17 / zanmai o zanmai 18 / butsudo 19 / hakujushi 20 / hotsu bodai shin 21 / ryugin 22 / jippo 23 / henzan 24 / bussho1 25 / bussho2 26 / mujo seppo 27 / shin fukatoku 28 / kannon 29 / uji 30 / keisei sanshoku 31 / daigo 32 / zazen shin 33, 34 / shunju 35 / butsu kojo ji 36 / jisho zanmai 37 / dai shugyo 38 / hotsu bodai shin 39 / inmo 40 / maka hannya haramitsu 41 / udonge 42 / soku shin ze butsu 43 / shinjin gakudo 44 / gyobutsu iigi 45 / ikka myoju 46 / kuge 47 / komyo 48 / genjo koan 49 / kokyo 50 / gabyo 51 / gyoji1 52

    Insofern diese Geisthaltung auch die andere Person meint und ansprechen soll, kann man doch gut davon sprechen, dass man ‚Metta gibt‘ - ich finde das überhaupt nicht verkehrt.

    Nun, Qualia schrieb davon Metta zu "erzeugen" - daran blieb auch ich hängen, wobei mir spontan ein ähnlicher Gedanke wie Aravind durch den Kopf ging. Da ist nichts zu erzeugen - so wie man auch kein Licht erzeugt, wenn man ein dreckiges Fenster putzt.

    Passend zu den letzten Postings eine Literaturempfehlung: Das deutsche Krokodil. Meine Geschichte. Autobiografie, Rowohlt Verlag, Reinbek 2017, ISBN 978-3-498-04468-8


    Eine vaterlose Kindheit in den 70ern als Sohn einer Schlesierin (Flüchtling) und eines Nigerianers in Dossenheim bei Heidelberg.

    Zum Autor und auch zum Buch gibt's was bei Wikipedia

    Derselbe alte Rüpel. :) Da hilft auch die neue Kutte nicht - zumal die ja schon nach Ankündigung aussieht, bissiger Hund und so. Ich meine - Du hast ja recht, aber hilfreich kommt das so nicht rüber. Muss ja nicht jeder finster entschlossen vom Flagenmast springen - auf die Gefahr hin sich Knochen oder Verstand zu brechen. Beschützende Werkstätten braucht es auch. Sorry, das war jetzt echt wirklich gemein, man reiche mir Asche für mein Haupt ...


    Noch zwei Wochen :roll: bis Aschermittwoch und mir flattern die Nerven wie ein paar neurotische Schmetterlinge beim Begattungstanz. Na dann Helau oder was in Eurer Gegend gerade so angesagt ist. Gebt mir 'ne Minute zum Verschwinden, bevor Ihr den Narrhallamarsch auflegt. Danke.

    Es gibt auch die Ansicht 'sei achtsam und tue was du willst, dann wird sich alles von alleine regeln'. Das funktioniert aber nicht, denn wenn man tut was man will, ohne sich um Ethikregeln zu kümmern, kann sich eben die Achtsamkeit nicht richtig entfalten.

    Tatsächlich mal ein Detail, wo im chinesischen Buddhismus (speziell Chan) wohl ein daoistischer Einfluss zu registrieren ist. Da hat man sich Laozis Skepsis hinsichtlich regulierter Ethik zu Herzen genommen :) :

    Quote from Daode jing 18f

    Als dem Großen Weg nicht mehr gefolgt wurde, kamen [stattdessen] Wohlwollen und Rechtschaffenheit in Mode. (Darauf) erschienen Weisheit und Klugheit, und es folgte große Heuchelei. Als in den sechs Verwandtschaftsgruppen keine Harmonie mehr herrschte, traten treue Söhne in Erscheinung; als die Staaten und Klans in Unordnung gerieten erschienen loyale Minister.


    Wenn wir auf unsere Weisheit verzichten und unsere Klugheit ablegen könnten, wäre es für die Menschen hundertfach besser. Wenn wir auf unser Wohlwollen verzichten und unsere Rechtschaffenheit ablegen könnten, würden die Menschen wieder kindlich und freundlich werden. Wenn wir auf unsere List verzichten und unsere Gewinnsucht aufgeben könnten, gäbe es weder Diebe noch Räuber.

    Grundsätzlich geht es um die Frage, ob es eine natürliche Ethik gibt - die ihren Ausdruck beispielsweise in einem Regelwerk wie dem Vinaya findet. Oder ob der Vinaya (ich nehme den mal als Generalbegriff für Regelwerke) lediglich der Erzielung eines Zwecks dient; Du hattest da auf fortgeschrittene Praktiken verwiesen, die die Befolgung festgelegter Verhaltensregeln erfordern. Auf den Punkt bzw. Begriff gebracht: Mitleidsethik (ein insbesondere für Schopenhauers Ethik geprägter Begriff) oder utilitaristische Ethik.


    Im Mahāyāna und speziell im Zen ist die Kultivierung des 'Großen Mitgefühls' ein zentraler Aspekt der Praxis - und dieses 'Große Mitgefühl' leitet das alltägliche Handeln. Gebote - auch die sparsamen 10 der Bodhisattva-Ordination im Zen - entspringen ihm. Die Kai (Gelübde) sind für die Ordinierten so etwas wie Stützräder am Fahrrad. Eine Hilfe, um nicht vom Weg abzukommen. Wenn man fahren gelernt hat, braucht man sie nicht mehr; man kann sie sogar vergessen, weil man instinktiv regelgerecht handelt, indem man dem Großen Mitgefühl folgt.