Posts by Gurkenhut

    Ein Mathematiker und ein Physiker nehmen an einem psychologischen Experiment teil. Zuerst wird der Mathematik auf einen Stuhl in einem groß, leeren Raum gesetzt. Man stellt ein Bett mit einer wunderschönen, nackten Frau in die gegenüberliegende Ecke, und der Psychologe erklärt dem Mathematiker. "Es ist Dir nicht erlaubt Dich von diesem Stuhl zu erheben. Alle fünf Minuten werde ich wieder kommen und die Entfernung zwischen diesem Bett und Deinem Stuhl halbieren." Der Mathematiker starrt den Psychologen mit entsetztem Gesicht an. "Es ist ja wohl klar, daß ich das Bett nie erreichen werde. Das werde ich mir sicher nicht antun." Er steht auf und sucht das Weite. Nachdem der Psychologe ein paar Notizen in seine Akten gemacht hat, holt er den Physiker und erklärt diesem die Situation. Sofort strahlt dieser über das ganze Gesicht und setzt sich freudig auf den Stuhl. Verwundert fragt ihn der Psychologe "Ist Dir nicht klar, daß Du das Bett nie erreichen wirst?" Der Physiker lächelt und erwidert "Natürlich, aber ich werde nahe genug für alle praktischen Dinge kommen."

    Dann könnten das auch andere.

    All zu einzigartig sein macht auch keinen Spaß.

    Dann würden alle zum selben Ergebnis kommen, doch es gibt ja vielerlei mit gewissen Unterschieden - oder sind die etwa doof? :shock:

    Wenn du mit „die“ im letzten Satz Menschen meinst, mag ich die Ansicht nicht, irgendwen als „doof“ zu bezeichnen, weil es in meinen Ohren eine reine Abwertung eines ganzen Menschen ist.

    Beziehst du das „vielerlei“ auf Menschen oder Ansichten? Menschen sind unterschiedlich, die werden nie alle gleich, was mMn was Gutes ist. Ansichten sind, wenn sie vollständig sind, nicht eindeutig, zumindest nicht bei komplizierten Themen. Da ist es für mich nachvollziehbar, dass unterschiedliche Menschen Argumente unterschiedlich gewichten oder unterschiedliche Prioritäten setzen können.

    Das klingt mehr nach einem Wunschdenken, das auf Buddha projiziert wird.

    Warum nur Wunschdenken? Bezweifelst du, dass man alles über eine Sache in Erfahrung bringen kann, wenn man sie nur geduldig genug untersucht und jeder Person zuhört, die etwas dazu sagen will, ohne ihr von vorn herein mit Ablehnung zu begegnen?

    Dann könnten das auch andere.

    All zu einzigartig sein macht auch keinen Spaß.

    Es gibt eine Lehrrede die ich gerade nicht finde, da geht es um diese Frage ob der Buddha alles weiß. Die Antwort ist dass ihm nicht immer alles Wissen gegenwärtig ist, aber wenn er seinen Geist auf etwas richtet, kann er alles darüber in Erfahrung bringen.

    Das klingt mehr nach einem Wunschdenken, das auf Buddha projiziert wird.

    Warum nur Wunschdenken? Bezweifelst du, dass man alles über eine Sache in Erfahrung bringen kann, wenn man sie nur geduldig genug untersucht und jeder Person zuhört, die etwas dazu sagen will, ohne ihr von vorn herein mit Ablehnung zu begegnen?

    Ich habe das schon vor einiger Zeit geschrieben und möchte es nochmal betonen, Erleuchtung bedeutet nicht, dass so jemand nun von A bis Z alles weiß.

    Es gibt eine Lehrrede die ich gerade nicht finde, da geht es um diese Frage ob der Buddha alles weiß. Die Antwort ist dass ihm nicht immer alles Wissen gegenwärtig ist, aber wenn er seinen Geist auf etwas richtet, kann er alles darüber in Erfahrung bringen.

    Das trifft auf alle Menschen zu, die genug Geduld mitbringen und einen Perspektivwechsel können oder unterwegs lernen.

    Was bedeutet denn Mitgefühl mit Tätern?


    Angenommen mein Großvater wäre da in Mauthausen zum Täter geworden. Was hätte ich mir für ihn gewünscht? Zu allererst, dass er für seine Taten bestraft würde, diese einsieht und zu einem Umdenken gelangt. Und dass er natürlich von anderen nicht als Monster gesehen würde.

    Meiner Kenntnis nach ist der größte Einflussfaktor Gewalt zu verüben, selbst welche erlebt zu haben. Konkret in den KZ gab es sicher Menschen, die schon gewaltbereit hingegangen sind, aber sehr viele wurden extra für die Arbeit abgerichtet. (Kann dir grad keine Quelle nennen, vielleicht hatte ich es in Neuengamme mitgenommen. Oder anderswo. Tut mir leid.)

    Was bestraft man da eigentlich?

    Beim Einsehen und Umdenken bin ich aber völlig bei dir, weshalb ich nicht für die Abschaffung von "Strafen" per se diskutieren würde.

    Das ganze hängt doch eben nicht insofern schief, als alle sich auf die Täter stürzen. Sondern umgekehrt. Wir haben es mit einer Situation zu tun, wo die Bevölkerung die Täter unterstütze und deckte. Als Häftlinge flohen, gaben ihnen die lokalen Leute keinen Unterschlupf sondern beteiligten sich an der mörderischen Treibjagd .


    Das ist so eine große Schieflage, dass es 20 Bundespräsidenten jeder mit einem Monster-Truck von Kränzen nicht wieder gutmachen könnten.

    Das wird nie gut zu machen sein. Danke, dass du den ganzen langen Text schriebst. Deshalb schrieb ich oben, dass das Verständnis für die Täter_innen erst der zweite Schritt sein darf nach dem Verständnis für die Opfer.

    Die Opfer bekommen meist automatisch Mitgefühl. Den Tätern wurde möglicherweise wenig oder kein Mitgefühl und Freundlichkeit entgegengebracht, bevor sie Täter wurden. Die letzte Verantwortung liegt trotzdem immer beim Täter, egal welche Geschichte auch vorausgegangen ist. Selbstgerechtigkeit macht aber nichts besser. Gewalt muss aufhören, weil jede Gewalttat, ob "gerecht" oder nicht, immer Kausalketten weiterer Gewalt auslösen. Die Kausalketten verstärken sich selbst –> Eskalationsspirale.

    Dann aber bitte alle Gewalt, auch die Ausgrenzung, die in „Nazis raus“ drin ist, auch die zur körperlichen Gewalt aufrufende Perspektive in „Nazis töten.“

    Lieber Rolf82,


    ich bin bei dir, dass das Ziel im Mitgefühl für alle besteht. Ein sehr herausforderndes Ziel.


    Bei Gewaltanwendungen sollte der erste Schritt aber immer Mitgefühl für die Opfer statt die Täter_innen sein, für die Täter_innen ist es dann erst der zweite. Auch wenn der zweite von vielen oder allen gegangen schön wäre, ist der erste mMn auch wertvoll und es wert, gewürdigt zu werden.


    LG Hut

    Damit ist es Bestandteil der äußeren und inneren Identität, zu der der Buddhismus sehr viel zu sagen hat, z.B. dass sie sich kontinuierlich ändert und dass man sich nicht daran klammern soll - jedenfalls nach meinem bisher bescheidenen Wissen über Buddhismus. Das ist ein weiser Ratschlag, weil wir in individuell konstruierten mentalen Modellen denken, und die versagen gelegentlich erheblich die Realität zu beschreiben. Auf einer Divergenz zur Realität zu bestehen wird in Leid enden.

    Was ich mich bei solchen Sätzen immer frage, wer eigentlich mehr klammert: die, die die starren Geschlechtszuschreibungen aufbrechen wollen, oder die, die sich daran (oder an die Zuordnung ans biologische Geschlecht) klammern, bzw. deren gesellschaftliche Interpretation. Einen absoluten Realitätsanspruch zu formulieren, ist bei beiden nicht gerechtfertigt, weil das Wort "Geschlecht" ein gesellschaftlich konstruiertes ist. Selbst wenn man sich an die "biologische" Zuordnung klammert, wäre es folgerichtig, das gesellschaftliche Leben mit einem Bezug zum Geschlecht runterzubrechen auf Dinge, die im logischen Zusammenhang zu den Kriterien stehen, nach denen das biologische Geschlecht definiert wird.

    Wenn man sich mit den globalen Themen beschäftigt zieht das schon runter finde ich, daher ist der spirituelle Weg wohl der Einzige um dem zu entkommen, denn die Illusionen etwas beeinflussen oder verändern zu können, habe ich nicht.

    Die Wahrheit liegt glaube ich zwischen die ganze Welt retten können auf der einen Seite und gar nichts beeinflussen können auf der anderen. Ein bisschen Handlungsspielraum hat man, etwas für sich und andere zum Bessern zu wenden. Nicht nur spirituell, sondern auch dass ein paar Menschen mehr etwas zu essen haben oder einen Schlafplatz, was zum Anziehen, benötigte Medikamente, und/oder sich zu einem Thema eine gut durchdachte Meinung zulegen und für sie diskutieren etc.

    Wobei ich versuche zu lernen von den anderen Menschen, die schaffen es nämlich es so auszublenden, dass gar kein Problem besteht. Ich kenne viele solche Menschen.


    Ganz ehrlich, mittlerweile habe ich aufgegeben, ich suche keine Gespräche mehr und wenn jemand mir was zu erzählen hat höre ich zu, aber ich muss nichts dazu sagen.

    Tim99 .


    Wenn ich deine Worte lese, fühle ich mich noch hoffnungsloser und sprachloser. Man kann nicht einfach alles ausblenden, sich von der Welt verstecken und behaupten, dass nur unser innerer Geist alles bestimmt. Das ist meine eigene Einstellung, psychologisch betrachtet. Wenn überall Krieg und Gewalt herrschen, Menschen um mich herum sterben, wie soll ich da ruhig und gelassen bleiben? Es klingt fast unmenschlich und herzlos, oder täusche ich mich da?

    Ich glaube, du täuscht dich nicht. Was glaube ich normal im Angesicht von Krieg und Gewalt ist, ist, dass das Herz bricht. Sitzen zu bleiben und nicht den erst besten anschreien, der nach Gegner aussieht, mag vielleicht ruhig und gelassen wirken, aber innerlich bewegt es. Manchmal auch zum Tun von Dingen, die anderen gar nicht auffallen. Ziviler Friedensdienst besteht nicht selten auch einfach aus Bastelangeboten für Eltern und Kindern, dass man mit Menschen, die man für die letzten Idioten hält, eine gute Erfahrung machen kann. (Neben konstruktiver Konfliktlösung, die auch wichtig ist.)

    Derzeit habe ich das Gefühl, es wird alles getan dafür, dass unsere nach Regeln basierte Weltordnung nicht mehr funktioniert.

    Von wem? Das ist eine sehr negative Menschensicht, die glaube ich nicht auf alle Menschen in Machtpositionen zutrifft.

    Liebe Rigpa,

    ich sehe es gerade bei diesen Schutzhäusern so, dass es gut ist, dass ich das nicht allein entscheiden darf, weil mir die Sachkompetenz fehlt alle relevanten Aspekte zu überblicken.

    Danke void, dass du hier bist und schreibst.


    Metta: ich diskutiere nicht mit dem Ziel, alle Unterscheidungen von Frau/Mann von heute auf morgen ersatzlos zu streichen. Zum Beispiel bei Frauenhäusern wäre ich sehr glücklich, wenn die Diskussion um sie sich ausweiten würde auf die Finanzierung und irgendwas, was Soziale Arbeit attraktiver macht, weil da teils deutlich gut qualifiziertes Personal fehlt.

    „Gender“ ist nur intellektuell ein gesellschaftliches Geschlecht. Ich war immer eine Frau! Nur eben eine Frau, der überhaupt nicht bewusst ist, dass es „der falsche Körper“ ist. Ich bin auch eine Frau, die sich von keinem anderen einreden lässt, dass es der falsche Körper ist.

    Na ja, es gibt ja diese Fälle, in denen ein biologischer Manndarauf besteht, an einem Schwimmwettbewerb für Frauen teilzunehmen (so auch zugelassen wird und alles abräumt) oder Toiletten für Damen zu besuchen. Es macht also schon Sinn, Gender und Sexus zu unterscheiden.

    Aus Neugier: Damentoiletten sind i.d.R. Einzelkabinen (ich kenne tatsächlich keine Gegenteiligen). Wo ist das Problem, was Mensch der hingeht zwischen den Beinen hat? Sieht kein Mensch außer man selbst.

    Das Gegenteil ist leider viel häufiger zu finden - viele fühlen sich sehr schnell verletzt und/oder gekränkt - nicht jeder verfügt eben über ausreichend Selbstwertgefühl und Resilienz, gerade queere, insbesondere Trans-Personen, sind psychisch oft sehr labil, tragen große seelische Wunden (nicht zuletzt aufgrund von Erfahrungen mit Abwertungen und Ausgrenzungen) mit sich herum.

    Zuallererst statt nicht zuletzt trifft es mMn besser.

    Schön, dass du so stark bist, es (gut?) auszuhalten, wenn du mit Ablehnung deiner Person konfrontiert wirst. Liegt sicher auch an deiner buddhist. Praxis, welche Anhaftung an div. Identitäten vermindert?

    Als Sohn einer alleinerziehenden, schwer alkoholkranken Mutter, die ihr lesbisches Coming-out hatte, als ich 12 war, und die ein pathologischer Katzenmessie war, hatte ich sehr viel Übung, mit der Ablehnung meiner Person umzugehen, zumal wir sehr arm wurden, was an dem Kleinstadt-Gymnasium für reiche Jungs und Mädchen, auf dem ich zur Schule ging, wenig angesagt war. :grinsen:


    Mit anderen Worten: Mir muss niemand erzählen, wie sich Ausgrenzung anfühlt. Die Welt funktioniert so auf unzähligen Ebenen. Jeder versucht sein eigenes Grüppchen gegen die anderen abzugrenzen. Jeder und jede klammert sich an seine und ihre "Identitäten" und ist tief verletzt, wenn ein anderer diese Identität infrage stellt oder angreift. Jede Grüppchen- jede Identitätsfixierung grenzt andere Grüppchen und Identitäten aus. Und die größte Gewalt geht immer von der Gruppe aus, die die meiste Macht innehat. Es ist dabei beliebig, durch welche Gegebenheiten oder Wahngebilde eine Gruppe versucht, Identität zu etablieren: Nation, Rasse, Sexualität, Macht, Reichtum, Kultur, Ethik, Weisheit, Religion, etc., etc.. Immer wird es dazu führen, dass andere ausgegrenzt werden. Die "Rechten" grenzen die "Linken", die "Linken" grenzen die "Rechten" aus. Der Buddhismus geht das Problem und das Leiden, das dadurch erzeugt wird, bei der Wurzel an: der Identifikation. Buddha sagt: Das bin ich nicht, das gehört mir nicht, das ist nicht mein Selbst. Und das gilt bezüglich aller Phänomene. Das ist soooo wohltuend! :taenzerin:

    Das tut mir leid, was dir passiert ist.


    Ja, diese Tendenzen des Ausgrenzen - völlig egal was einen innerhalb der Gruppe verbindet - gibt es häufig. Der Wortwahl "jeder" in deinen Sätzen möchte ich aber Wiedersprechen. Es gibt Menschen, die aktiv versuchen aus dem Ausgrenzen rauszukommen, es dauert halt wie alle menschlichen Entwicklungen.

    Das Wohltuen kenne ich, aber es hat für mich auch eine kleine Tendenz Gewalt zu relativieren bzw. lässt sich dahin verdrehen. Und es ändert nichts daran, dass man auch mit der Umwelt interagiert bzw. interagieren muss, wenn man nicht ein Einsiedlerleben inkl. Eigenversorgung bevorzugt. Buddha selbst stellte Regeln auf, die die Menschen in Nonnen und Mönche sortiert und erstere den zweitgenannten unterordnet. Entweder sieht man die Weisheit darin im Fortschrittlichen verglichen mit der Zeit damals, oder man liest raus, dass selbst er seine Identifikation vom privilegierten "Mann" nicht lösen konnte.

    Klar kann man dann immer noch sagen "dann geh halt und suche dir einen neuen Arbeitsplatz"

    Nein, kann man nicht. Denn in diesem Fall wird aus einer Befremdung (als persönlicher und moralisch zunächst wertfreier Emotion) eine soziale und sozial koordinierte Ausgrenzung. Und das ist vollkommen unzulässig.

    Das findet leider ständig zu den verschiedenen Diskriminierungsvarianten statt.

    Ok, dann erkläre es mir, wenn Du magst. Mich befremdet dieser Fokus, weil er mir fremd ist, nicht weil ich ihn ablehne oder er mir persönlich unangenehm wäre. Und weil er mir fremd ist, verstehe ich ihn wahrscheinlich nicht.

    Wenn ich mehr Gelassenheit hätte auf unsensible Antworten zu reagieren, würde ich's versuchen. Tut mir leid, die habe ich aber bei dem Thema und solch einer persönlichen Erklärung nicht.

    Würde Buddha heute lehren, vielleicht hätte er eine Geschichte von Mara zum besten gegeben, wie er Homophobes einzuflüstern versucht. Und die Geschichte würde von einer Person handeln, die Mara erkennt und überwindet.

    Würde es um Statussymbole, gesellschaftliche Stellung, Reichtum, Armut, Erfolg, Jugend, Alter, Krankheit, Tod also um die "üblichen" Leidenschaften und Ängste gehen, wären wir uns vielleicht einig, dass wir es mit Vorstellungen, Verblendungen, dass wir es mit Dukkha zu tun haben. Warum – erst gemeinte Frage – sollte es bei der sexuellen Identität anders sein?

    Auch wenn du die leidhaften Komponenten der angesprochenen Dinge verstehst, sind sie damit weder vollständig beschrieben noch irgendwie "weg" oder "gelöst". Die Frage z.B. was man mit dem Geld auf dem Konto macht, so es mehr ist als das absolut Lebensnotwendige, bleibt ja bestehen.

    Gurkenhut

    Ist es Deiner Ansicht nach schon ein Fall von struktureller Diskriminierung, wenn jemand queere Menschen nicht mag?

    In einem Forum wie hier und einer Einzelperson nicht. Wenn es am Arbeitsplatz ist und die ganze Abteilung gruppenbezogen ablehnend auf eine Person reagiert schon. Klar kann man dann immer noch sagen "dann geh halt und suche dir einen neuen Arbeitsplatz", aber bei den strukturellen Themen beschränkt es sich nicht auf einen konkreten Ort.

    Mir ist z.B. generell der starke Fokus auf sexuelle Identität fremd, egal bei wem.

    Das freut mich für dich, dass du das Problem nicht verstehst.

    Ich muss aushalten, wenn jemand Buddhisten, Männer, Künstler oder Boomer völlig bekloppt findet und damit nichts zu tun haben will. Ich muss und kann das aushalten.

    In Einzelfällen, die nicht zu Gewalt führen, stimme ich zu. Bei gruppenbezogener Menschenablehnung reden wir nur leider nicht von Einzelfällen.

    Und gegen deine Beispiele gibt es meiner Kenntnis nach keine oder kaum eine strukturelle Diskriminierung, auch nicht gegen die Fußballfans.

    Gurkenhut

    Keine Ahnung, was Du verstanden hast. Warum soll Rigpa denn unbedingt mit queeren Menschen zusammen sein wollen? Wenn ihm oder ihr das suspekt ist, und er/sie äußerst das, dann kann man das doch stehen lassen, ohne gleich ein Thema daraus zu machen. Er/sie hat ja geschrieben, dass er/sie sich in einer Gesellschaft, in der besonders viel queere Menschen zusammenkommen, er/sie sich nicht wohlfühlen würde. Ja, warum auch nicht? Kommen viele queere Menschen zusammen, ist das queer-Sein auch immer wieder Thema. Zumindest ist es in meinem Bekanntenkreis so. Wenn einen dieses Thema aber überhaupt nicht interessiert oder es einem sogar unangenehm ist, so kann und muss man das meiner Ansicht nach akzeptieren.

    Ich lese aus deinem obigen Text, dass es okay sein sollte, besagtes auszusprechen, ohne dass es gelöscht werden würde oder einem selbst dafür der Kopf abgerissen. Dem stimme ich ausdrücklich zu. Ein Anrecht auf keine Antwort kriegen, hat man mMn nicht. Aus der Situation, dass Rigpa hier allein gegen mehrere diskutiert kannst du sie sehr leicht holen, z.B. mit Einzeilern wie „geht mir auch so“ oder „kann ich gut verstehen“.

    Nein, man muss nicht mit queeren Menschen zusammen sein wollen. Aber in der Realität tut man es fast immer irgendwo.

    Und wenn man sich Queeren Themen nicht aussetzen will, dann hat man jederzeit die Möglichkeit selbst in ein Gespräch nicht reinzugehen.

    Aber auf der anderen Seite fühle ich mich so, als wenn jemand sagen würde " die drei Obdachlosen da vor Rewe, musste du heute Nacht aufnehmen "

    Mal abgesehen davon, dass solch eine Aussage mit "müssen" zu formulieren unangemessen ist, wenn man nicht gerade in einer Obdachlosenunterkunft arbeitet, ist das ein Vergleich von Äpfel mit Birnen.

    Aber Mitgefühl für andere zu haben, jemanden dazu zwingen wollen, ist schon anstrengend und irgendwie ein Übergriff.

    Es geht mir nicht darum, dich zu irgendwas zu zwingen. Aber du schreibst sehr ablehnend über Menschen, dass nicht darauf geantwortet wird, ist mMn zu viel verlangt.

    Den anderen nicht zu mögen (mich ) weil er andere nicht mag. Also Ablehnung gegen einen deswegen haben. Auch das fühlt sich nicht so schön an.

    Wem hilft so ein Verhalten ?

    Das verstehe ich gut, das sich Ablehnung nicht gut anfühlt.

    Mir hilft so ein Verhalten von void, deiner Ablehnung nicht allein gegenüber zu stehen.

    Wem hilft es, dass du hier deiner Ablehnung freien Lauf lässt?

    Kann/ Darf ich nicht eine Meinung haben, welche dazwischen ist ?

    Also ich habe Mitgefühl aber möchte nicht, dass es Normalität wird und keiner mehr weiß, was er ist.

    Du möchtest nicht, dass es Normalität ist, dass Menschen, die aus gesellschaftlichen Normen fallen (ohne Schaden an anderen), sich selbst respektieren und öffentlich zu sich stehen können? Dass sie mit Respekt behandelt werden?


    Dass keiner mehr weiß, wer er ist, halte ich für eine sehr unwahrscheinliche Utopie, statistisch gesehen haben deutlich weniger als 100% eine nicht klare cis-Identität.


    Es hat so etwas punkmäßiges, " ich bin dagegen " oder ist es etwas revolutionäres, etwas was sich lohnt ?

    Selbstakzeptanz lohnt sich mMn. Auch der Mut, zu sich zu stehen, statt sich selbst falsch zu finden, weil man die Erwartungen anderer nicht erfüllt. Menschliche Vielfalt lohnt sich mMn auch.

    Wenn es keinen mehr gibt, der sich als dieses oder jenes Geschlecht sieht und bezeichnet

    Halte ich wie gesagt für eine unwahrscheinliche Utopie.


    Dieses jeder verurteilt jeden, führt es zu mehr Frieden ? Ich werde verurteilt, weil ich welche verurteilt habe.

    Ist für dich jede nicht-zustimmende Antwort auf deine Texte eine Verurteilung? Ich möchte nur inhaltlich einen anderen Standpunkt vertreten, dich nicht als Mensch abwerten. Du bist doch genauso gut wie andere auch.

    Hätte er mich aber wirklich körperlich angegriffen, wäre ich wohl dem Ratschlag meiner Mutter für so einen Notfall gefolgt und hätte mich nicht gewehrt ("Sonst bringt er dich vielleicht um!").


    Liebe Grüße, Anna :) _()_ :heart:

    Das freut mich Anna Panna-Sati, dass dir damals nichts passiert ist.


    Den Ratschlag deiner Mutter finde ich hinterfragenswert, solange es keine Gesetzgebung "nur ja heißt ja" gibt, ist es ohne ein deutliches Nein oder anderweitige sichtbare Gegenwehr vor Gericht keine Vergewaltigung.