Posts by pano

    Ritalin ist für mich auch wenn ich es nie nahm kein hilfreiches Mittel. Es ist berüchtigt, ich weiß nicht, wie viele Kinderleben nachhaltig beeinträchtigt wurden durch die Gabe von Ritalin.

    Habe erlebt wie ein Ritalin Kind mit und ohne Ritalin war, nicht zuletzt habe ich auch zugehört wie dieses Kind selbst die Ritalin Pillen fand. Wer Ritalin nicht für sich nehmen möchte darf das gerne so sehen aber nach den oben genannten Erfahrungen gehe ich eher davon aus dass das Leben vieler ADHS Kinder negativ beeinflusst wurde durch Vorbehalte gegenüber Ritalin und ähnlicher Medikamente.

    Es wird auch spannend wie der Schwarzmarkt reagiert, weil die werden wohl die Preise senken und dann stellt sich wieder die Frage siegt die Vernunft bei den Käufern, dass sie ein wenig mehr zahlen und dafür eben mehr Sicherheit haben.

    Finde spannend dass das Gesetz doch explizit Cannabis-Anbau-Vereine vor sieht. Mal sehen welche Dynamiken sich daraus entwickeln.


    Die Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde kritisiert das Gesetz https://www.dgppn.de/presse/pr…annabis-entscheidung.html .

    Übrigens: Ibuprofen ist rezeptfrei. Zwischen Weihnachten und Neujahr war meine Frau im Krankenhaus wegen einer Darmentzündung; verursacht durch Ibuprofen. Seither - wenn öffentlich wegen der Gefahren von Cannabis gebarmt wird, finde ich das eher komisch.

    Das ist eher echt zum Kotzen. So viel Trubel und Lärm wegen Cannabis, der man so oder so frei kaufen kann ( nicht legal), aber frei verkäufliche Mittel sind meistens sehr gefährlicher und mit so vielen Nebenwirkungen, dass man tausendmal überlegen sollte, bevor die zu schlucken.

    Jedes wirksame Mittel birgt auch die Gefahr der Nebenwirkung. Im Beipackzettel von Ibuprofen steht glaube ich man solle es nicht länger ohne ärztliche Anweisung nehmen als 4 Tage. Wir sollten verantwortungsbewusst mit frei verkäuflichen Mitteln umgehen aber das bedeutet auch, dass wir sie nicht verteufeln sollten. Denn auch der Verzicht auf Schmerzmittel kann Nebenwirkungen haben. Beispielsweise löste ein verstauchter Fuß gepaart mit „das bisschen Schmerz haut mich nicht um Mentalität“ bei mir schonmal Rückenschmerzen des Todes aus, denn die schonhaltung sorgte für rückenverspannung und die sorgte für Rückenschmerzen, etc.


    Keine Option ist ohne Konsequenzen, im guten wie im schlechten.


    Sudhana gute Besserung. Möchte an dieser Stelle auch betonen dass wenn ich oben vom verantwortungsvollen Umgang schreibe ich euch nicht unterstellen möchte falsch mit Arzneien umzugehen. Ich möchte nur der pauschalen dämonisierung widersprechen.

    Die Metapher vom mittleren Weg wirkt eben bis heute gegen exzessive frömmigkeits-Performance an (nicht immer Erfolgreich), und dass hat schon damals funktioniert wie auch heute.

    Ja, in vielen Religionen gibt es ja so eine lineare Skala zwischen dem niederen Weltlichen und dem höheren, reinen Sakralen. Da zeugt es doch von der tiefen Einsicht Shakyamunis dass er diese lineare Skala zurückweist und Gier auch dann zurückweist wenn sie sich auf das Höhere und Heilige richtet. Auch Religion und Askese können Gier. Von daher könnte ja gerade ein säkularer Buddhist die Idee des "mittleren Wegs" als Wegbereiter religionskritischen Denkens sehen.

    Daran anschließend stellt sich mir die Frage in wieweit der „mittlere Weg“ schon den Monismus im Buddhismus begründet (also im Gegensatz zum dualismus).


    Wobei ich es nun einen monismus-dualismus-dualismus aufmache… auch darüber muss ich wohl nochmal nachdenken

    In der Buddhageschichte gibts doch auch die Geschichten in denen der Buddha sich asketisch fast zu tode gehungert hatte, anschließend die Einsicht dass dies ihn nicht befreit hatte.


    Ich finde das auch weder verwirrend, noch enttäuschend, denn die Abggrenzung zum Asketismus hatte und hat ja durchaus einen Sinn, hält die Sangha doch irgendwie auf Kurs.


    Vergleichbar ist es mit der Stoa die sich ja auch irgendwo als mittlerer Weg zwischen Hedonismus und Kynismus verortet hat.


    Die Metapher vom mittleren Weg wirkt eben bis heute gegen exzessive frömmigkeits-Performance an (nicht immer Erfolgreich), und dass hat schon damals funktioniert wie auch heute.

    Aus der Wikipedia


    Zitat




    Giao Thừa
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    Am Vorabend des Festes werden die Wohnungen und Häuser sorgfältig gereinigt und mit Blumen oder Gaben für die Vorfahren geschmückt. Um Mitternacht brennen viele Familien Feuerwerkskörper ab, obwohl dies offiziell aus Sicherheitsgründen seit 1995 verboten ist. Am nächsten Morgen beginnen die eigentlichen Feiern zum Tết.


    Tân NiênBearbeiten

    Der erste Tag des mehrtägigen Neujahrsfestes wird in der Familie verbracht, die Straßen in großen Städten sind meist menschenleer. Kinder haben neue Kleider angezogen und entbieten den Älteren den Neujahrsgruß. Dann erhalten sie einen dekorierten roten Umschlag mit Geld. Da die Vietnamesen annehmen, dass der erste Besucher im Neuen Jahr das Familienglück im kommenden Jahr bestimmt, betritt man am ersten Tag nie ein fremdes Haus ohne ausdrückliche Einladung. Eingeladen werden Menschen, die im abgelaufenen Jahr Glück hatten oder die aus anderen Gründen als Glücksbringer gelten. Das Betreten eines Haushalts durch die erste außenstehende Person an Tết nennt man xông đất oder đạp đất. Ein weiterer, wichtiger Brauch ist, dass man am 1. Tag (dem ngày mồng Một) nicht den Müll entsorgen oder das Haus kehren darf, da man ansonsten das Glück aus dem Haus entfernt.

    An den folgenden Tagen besuchen die Vietnamesen Verwandte, Freunde und örtliche buddhistische Tempel, um Geld zu spenden oder sich die Zukunft weissagen zu lassen. Die Kinder dürfen ihr Geld für Spiele ausgeben. Es gibt öffentliche Tanzaufführungen, wohlhabende Vietnamesen laden sich eine Tanzgruppe ins eigene Haus.

    Sehr schön. Den ex Mann würde ich nun auch nicht als “übeziel” für Metta nehmen. Da reicht s vielleicht auch wenn man einen Punkt erreicht dass er einen nicht mehr “juckt” wenn man dran denkt. Sprich Metta ist gut, manchmal reicht auch Gleichmut.


    Wichtig ist auch , dass man bei allem Mitgefühl für “Täter” auch sich selbst nicht vergisst oder verleugnet. Aber da scheinst du auf einem guten Weg zu sein.

    Das "available here and now" des Reinen Landes ist übrigens keine Idee TNHs, diese Synthese ist ein Merkmal der allmählichen Verschmelzung von Chan und Reinem Land seit dem Ende der Song-Zeit. Die vietnamesische LamTe (Rinzai -) Schule ist wie die japanische Obaku-shu ein relativ später, mingzeitlicher 'Import' aus China

    Mich würde interessieren ob das „diesseitige reine Land“ auch so traditionell ist. Ich hatte das als „jenseitige“ Vorstellung eingeordnet ohne mich je besonders für reines Land Buddhismus interessiert zu haben .

    Hier noch ein Auszug aus "The Heart of Buddhas Teaching" von Thích Nhất Hạnh. (hervorhebungen von mir).

    Quote

    THE SIX PARAMITAS are a teaching of Mahayana Buddhism. Paramita can be translated as “perfection” or “perfect realization.” The Chinese character used for paramita means “crossing over to the other shore,” which is the shore of peace, non-fear, and liberation. The practice of the paramitas can be the practice of our daily lives. We are on the shore of suffering, anger, and depression, and we want to cross over to the shore of well-being. To cross over, we have to do something, and that is called paramita. We return to ourselves and practice mindful breathing, looking at our suffering, anger, and depression, and smile. Doing this, we overcome our pain and cross over. We can practice “perfection” every day.


    Every time you take one mindful step, you have a chance to go from the land of sorrow to the land of joy. The Pure Land is available right here and now.

    und was ist dann arbeiten gehen für Geld? Es ist eine Illusion, dass heute alles anders ist.

    Bis vor so 150 Jahren und nach den Kriegen gab es in Deutschland Hungersnöte und Mangelernährung und damit verbundene Kindersterblichkeit. Die Leute mußten irgendwie auf ihre Kalorien kommen und da von ihnen zu verlangen auf Fleisch zu verzichten, wäre eine ganz schöne Belastung. Inzwischen hat sich das entzerrt und wir können auf Fleisch verzichten.

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    Wir haben die Wahl. Und wenn man die Freheit hat, hat man halt die Verantwortung.

    Wenn man bedenkt dass Heinrich der vierte mal forderte “und sonntags auch ein Huhn” (es gab also nicht jeden Sonntag ein Huhn im Topf für die Familie) kann man sich vorstellen wieviel des kalorienbedarfs damals durch Fleisch gedeckt wurde.


    Fleisch war insofern integraler Bestandteil der Ernährung als dass Schweine als müllkübel dienten (Resteverwertung) und es erlaubten den Wäldern ein paar Kalorien abzutrotzen, wie auch etwa das sammeln von flussmkrebsen, die von Kindern hütbare Gänse, etc. Man Milchvieh hatte, und nicht jedes Individuum über den Winter zu bringen war. Von der rein kalorischen Seite war es vermutlich für die Gesellschaft eher ein minusgeschäft in allen Gegenden die Ackerbau erlaubten. In Gegenden mit Grünland Wirtschaft war natürlich Weidevieh notwendig.


    Es gab da auch diese Flut irgendwann um 1000 rum die die äckerböden abgetragen hat und in folge ist Archäologisch belegt dass der Fleischkonsum drastisch sank weil man sich aufs wesentliche konzentriert hat.


    Was ich eigentlich schreiben will: Fleischkonsum früher war nicht das was uns die 1950er beschert haben.


    Disclaimer: esse noch Fleisch, nur nicht guten Gewissens.

    Ich denke da kommen wir nicht überein. Je länger ich darüber nachdenke umso weniger trennendes sehe ich zwischen Mensch und Tier. Ja, Tiere haben wohl meist kognitiv wesentlich weniger abstraktionsvermögen aber wir sind einfach auf anderen stellen im selben Spektrum und wahrscheinlich gibt’s auch einen gewissen überlapp (Wolfskinder).


    Musste heute an nagarjuna denken

    Zitat

    Nichts von Samsara unterscheidet sich vom Nirvana, nichts von Nirvana unterscheidet sich von Samsara


    Nichts vom Tier ist nicht menschlich, nichts von Mensch unterscheidet sich vom Tier.

    Tiere Leiden nicht, sie haben Schmerzen,

    Dukkha-dukkha ist das aber schon. Also vielleicht nicht so sehr das weltschmerz-dukkha, wie beim Menschen, aber Schmerz, Stress sind Tieren nicht unbekannt, wie auch bei Säugetieren Trauer. Und wie Anna Panna-Sati beschreibt auch Tanha.

    Alle anderen Lebewesen sind dauerhaft im Zen. Nur der Mensch nicht, der ist in Samsara, seiner erschaffenen Welt aus Gier, Hass und Glauben wollen, auch daran, dass Tiere in ihrem Sinn leiden.

    Das ist ja wieder so eine Paradoxie im traditionellen Buddhismus. Wiedergeburt als Tier möglich (gerne auch als ‚niedere Stufe‘ angesehen, Qualia du schreibst das hier nicht so es ist ein verallgemeinerter Punkt) und dann wird im anderen Kontext gesagt dass Tiere in so einem Bliss-Zustand sind.

    Tatsächlich scheint mir das am ehesten an das was ich von Nagarjuna verstehe ranzukommen. Also das Tetralemma scheint mir irgendwie so eine Art "Erdung" zur Skepsis zu sein. Da die Logik versagt, ist man erstmal vorsichtig statt zu sich zu fehlschlüssen hinreißen zu lassen. So wie NaN in den IEEE floating point standards "Ansteckend" ist und verhindert dass irgend ein Berechnungsergebnis herauskommt wenn NaN Werte im Spiel sind.


    Aus einer anderen Ecke kann man vielleicht auch noch Bezüge herstellen. Bayessche Wahrscheinlichkeiten. Anstelle von Wahrheitswerten treten hier Warscheinlichkeiten zwischen 0 und 1 (0% und 100%). Einer Aussage A wird eine Warscheinlichkeit P(A) zugeordnet. Wir können eine Wahrscheinlichkeit von 0 mit "falsch" und eine Wahrscheinlichkeit von 1 mit "wahr" assoziieren.


    Einer logischen Relation (A und B) kann man dann auch eine Wahrscheinlichkeit P(A und B) zuordnen. P(A und B) = P(A|B) * P(B) etc. pp. aus diesen Rechenregeln (die aus den Kolmogorov Axiomen prinzipiell ebenso folgen) folgt dann auch der berühmte Bayessche Satz, aber hierauf möchte ich jetzt nicht eingehen.


    Jedenfalls wird in der Bayesschen Statistik basierend auf Messdaten geschlossen (inferiert), wobei sich diese Inferenz nicht in Absolutheiten ausdrückt, sondern in Wahrscheinlichkeiten und Wahrscheinlichkeitsverteilungen. Dinge sind also nie "sicher", sondern immer nur Wahrscheinlicher oder Unwahrscheinlicher. Ein Grundsatz der Bayesschen Statistk ist dabei, dass man auch Annahmen über Wahrscheinlichkeiten treffen kann (Ich nehme an die WAhrscheinlichkeit für Regen ist 10%), man jedoch nie die extremen Wahrheitswerte a-priori annimmt (0 oder 1, also nie "wahr" oder "falsch"). Denn wenn man das macht dominieren die a-priori Wahrscheinlichkeiten das Geschehen und die Messdaten können sich bei der Berechnung nicht durchsetzen.

    Den Soldaten, der verteidigt, würde ich gar nicht pauschal kritisch sehen. Genauso wenig wie den Banker, der eine faire Baufinanzierung zur Verfügung stellt. Ich glaube, in vielen Branchen lohnt es zu differenzieren, was genau an einem Arbeitsplatz gemacht wird, ob die konkrete geleistete Arbeit positiv in die Welt hineinwirkt.

    Da gehe ich mit. Sofern eben nicht die befehlskette doch einen Angriff befiehlt. Das führt dann zur Frage: ist es ethisch geboten die Freiheit/unabhängigkeit zu maximieren, um nicht Werkzeug zu werden.

    Bestatter

    Man meidet z.B. Berufe, die andere schädigen.

    Aber man meidet auch Tätigkeiten, die Gier und Hass fördern und lehnt es ab seinen Lebensunterhalt damit zu bestreiten. Da kann man schon mal in seinem derzeitigen Beruf näher hinsehen, ob da nicht einiges an Oberflächlichkeit und Bequemlichkeit sich ausgebreitet hat. Wie ist der Umgang mit Kollegen? Wie ist es mit Kunden?

    Es hat etwas paradoxes wenn man länger drüber nachdenkt. Denn ein Runder Schuh wird ja erst draus wenn man sowohl den Beruf nicht ausübt, als auch die Dienstleistungen / Produkte nicht in Anspruch nimmt.

    • Metzger sein / Fleisch konsumieren.
    • Soldat sein / verteidigt werden.
    • Banker sein / eine Baufinanzierung bekommen

    Die Jobs zur linken sind halt gesellschaftlich verankert bzw. eigentlich fast erforderlich. Man kommt nicht ohne erheblichen Mehraufwand ohne sie aus (wenn überhaupt). Also klar, Vegetarische Ernährung geht vermutlich noch am einfachsten. Mit seinen Steuergeldern keine Armee zu finanzieren geht nicht mehr, und man stößt an die ethischen Probleme der Realpolitik, die man ja im Pazifismus-Diskurs immer wieder durchdekliniert. Was ist mit dem Feldarzt? Er heilt (ethisch positiv bewertet), aber ist doch irgendwie in Kriegshandlungen verstrickt. Es ist zum Mäusemelken.


    Ich würde also eher die Berufswahl-Frage nicht über ein Ausschlussverfahren angehen, sondern eher überlegen, wie kann ich positiv in die Welt hineinwirken.


    Und unmittelbar im Anschluss nochmal gegenchecken: Passt dieser Job zu mir, oder macht er mich ggf. kaputt. (nicht jeder kann z.B. von der Persönlichkeit gut Lehrer sein, selbst wenn die akademische Qualifikation locker erreichbar ist).

    Ist das ein Witz? Wenn schon Zucker oder Schokolade süchtig macht, dann sollte doch jemand der sich mit Buddhismus beschäftigt wissen, dass es auf das Gefühl ankommt, das die Einnahme der Substanz erzeugt. Und da kommt eben Gier heraus oder Abneigung (Hass) und die Grundlage ist Verblendung bzw. Ignoranz.

    Ich habe gemeint die „Sucht“ nach ICD Kriterien, wenn man so wie du argumentierst, dann alles könnte „süchtig“ machen, auch das Lesen von Büchern, das Schreiben im Forum, oder die Meditation.

    Alles Gute! :taube:

    Die Definition kenne ich, aber und dennoch kann man von nicht süchtig machenden Substanzen abhängig werden.


    Der Einsatz von Drogen für einen spirituellen Weg hat für nicht irgendwie etwas von „den teufel mit dem Beelzebub austreiben“.


    Seit ich auf dem buddhistischen Pfad bin verzichte ich immer öfter auf Alkohol und reduziere auch meinen koffeinkonsum.

    Sexueller Übergriff macht erwiesener Maßen nicht vor der Lehre des Anatman halt. Es ist sehr wichtig hierfür Bewusstsein zu schaffen. Für mich gibt es eigentlich die sehr relevante Folgefrage: Was kann jeder einzelne tun und was vernachlässigt die buddhistische Community? Was vernachlässigt oder unterlässt das Sangha? Und welche Muster und Strukturen führen dazu dass bewusst vertuscht wird

    Quote

    »Subhuti, sage nicht, der Tathagata hege die Vor-stellung: ›Ich will die Lebewesen zum Ufer der Befreiung bringen.‹ Denke nicht in dieser Weise, Subhuti. Warum? In Wirklichkeit gibt es für den Tathagata kein einziges Wesen, das zum anderen Ufer zu bringen wäre. Würde der Tathagata meinen, dass es ein solches Wesen gebe, so wäre er der Vorstellung von einem Selbst, einer Person, einem Lebewesen oder einer Lebensspanne ver-haftet. Subhuti, das, was der Tathagata ein Selbst nennt, hat seinem Wesen nach kein Selbst in dem Sinne, in dem gewöhnliche Menschen denken, dass es ein Selbst gebe. Subhuti, für den Tathagata ist niemand ein gewöhnlicher Mensch.

    Und darum kann er sie gewöhnliche Menschen nennen

    aus dem Diamant sutra (25)

    Es ist ja aber schon so dass dem Buddhismus von außen gerne mal Nihilismus vorgeworfen wird.


    In der binnensicht finde ich dann aber schon diesen Vorwurf klar entkräftet, denn extremer asketismus wird mit Verweis auf den mittleren Weg vom Buddha in den suttas abgelehnt und auch im Mahayana ändert sich diese Sicht eigentlich nicht.


    Für mich ist aber auch klar dass der Buddhismus nicht unbedingt die Religion des rheinischen Karnevals ist.

    Das Yogasutra ist eine Zusammenfassung der Lehren vorher und schließt die des Buddha ein.

    Das Zitat von Petersen und der Filmausschnitt legen nahe, dass Buddha mit yogischen Praktiken sehr vertraut war und diese übernommen hat, eventuell aus seiner frühen Sozialisation oder der Zeit, in der er bei den Yogis in die Lehre gegangen ist. Man kann das nun aus heutiger Sicht wahrscheinlich nur schwer entscheiden, ob das Yogasutra nun buddhistische Lehren in sich aufgenommen oder der Buddhismus auf Yoga-Praktiken und Lehren aufgebaut hat. Die Sankhya Philosophie scheint so etwas wie ein Bindeglied zwischen Buddhismus und Yoga zu sein.

    In den Pali Suttas kann man ja auch nachlesen, dass Gotama Buddha bei Lehrern war, die ihm Meditation gelehrt haben und mit deren Hilfe er bis in die Jhānas kam. Der Buddha erkannte, dass die Jhānas noch nicht die letzte Antwort auf seine Fragen waren, und so suchte er weiter.


    Sprich: Es gibt klare Indizien aus der Buddhistischen Überlieferung heraus, dass der Buddha nicht in einem weltanschaulichen Vakuum war. Weitere Inhalte der Lehre sind auch a priori Dinge die in jeder Gesellschaft verhandelt werden (etwa Askese vs. Hedonismus, wo sich der Buddha im Pali-Kanon mit mittlerem Weg positioniert).

    Zitat

    Zwischen Nirvana und Welt gibt es nicht den geringsten Unterschied

    Und zwischen der Welt und Nirvana gibt es auch nicht den geringsten Unterschied


    Von der tatsächlichen Grenze von Nirvana bis bis zur Grenze der Welt

    wären die beiden (überhaupt) so begrenzt, gibt es nicht den haarfeinsten Spalt


    Dass es nach dem Verlöschen ein Nichts usw. gäbe, dass es abgegrenzt und beständig usw. sei,

    all diese Ansichten modellieren Nirvana gemäß einer zukünftigen oder vergangenen Welt


    Nagarjuna Die Lehre von der Mitte in der Übersetzung von Geldsetzer (Kapitel 25, Vers 19ff) erschienen im Meiner Verlag