sakkāya-ditthi

4 Antworten. Letzter Beitrag () ist von pops.

  • Es ist halt alles nicht so einfach. Wäre es so, dass wir alle anatta verstünden, wäre da auch eher weniger Diskussion, weil da eben deutlich weniger Missverständnisse wären.

    Ist die erste Fessel nicht sakkāya-ditthi?

    Ich würde gerne diesen Begriff diskutieren. Im Lexikon steht zu sakkāya:



    Hier jetzt mal ein Zitat dazu:

    Der Ehrwürdige Sāriputta sprach also: "Wie nun, Hausvater, ist der Körper siech und auch der Geist siech? Es ist da, Hausvater, ein unerfahrener Weltmensch, die Edlen nicht kennend, der Lehre der Edlen unkundig, in der Lehre der Edlen ungeschult; die Guten nicht kennend, der Lehre der Guten unkundig, in der Lehre der Guten ungeschult. Der betrachtet die Körperlichkeit als das Selbst oder das Selbst als Körperlichkeit besitzend oder die Körperlichkeit als im Selbst oder das Selbst als in der Körperlichkeit [47]: 'Ich bin die Körperlichkeit! Mein ist die Körperlichkeit!' In solch vorgefasster Meinung verharrt er. Ihm, der in solch vorgefasster Meinung verharrt, 'Ich bin die Körperlichkeit! Mein ist die Körperlichkeit!', wandelt sich nun, verändert sich diese Körperlichkeit. Durch Wandel und Veränderung dieser Körperlichkeit entstehen ihm Kummer, Jammer, Schmerz, Trübsal und Verzweiflung.


    Der Satz "Der betrachtet die Körperlichkeit als das Selbst oder das Selbst als Körperlichkeit besitzend oder die Körperlichkeit als im Selbst oder das Selbst als in der Körperlichkeit" ist ja verständlich.


    Aber inwieweit ist dennder Glaube "unabhängig von ihnen zu sein" auch eine Form der Ich-Spekulation. Die Idee "Dies ist nicht meine Köperlichkeit. Ich bin nicht die Köperlichkeit" scheint doch etwas zu sein, was von dem Glauben an Ich und Mein entgegengesetzt ist. Warum ist es hier auch als falsche Form der Ich Spekulation genannt.


    Das verstehe ich nicht.

  • Weil man immernoch glaubt da ist eine Ichheit iwo versteckt. Manche schieben sie dann gerne in ein ominöses Aussen. Wenn man da nachfragt, dann kommen da nie klare Antworten und es endet darin, dass man als Mensch ja beschränkt sei in seiner Wahrnehmung und unmöglich alles wissen könne... also meistens iwas mit Gott oder so (nach meiner Erfahrung).

    Denn von denen in der Welt, die gut schlafen, bin ich einer. AN 3.35

    Einmal editiert, zuletzt von Spock ()

  • Weil man immernoch glaubt da ist eine Ichheit iwo versteckt. Manche schieben sie dann gerne in ein ominöses Aussen.

    Ach so. So wie in manchen hinuistischen Atman Vorstellungen, wo man ebenfalls darauf hinarabeitet sich von allem weltlichen und bedingten zu lösen, aber sich dann als "unbhängiges Ich" vorstellt. Und in dieser Idee von Unabhängigkeit liegt ein Fehler?


    Aber ich kann mir trotzdem nicht ganz vergegnwärtigen, dasss die Idee unabhängig von Köperlichkeit zu sein eine Form des Anhangens an Köperlichkeit ist. Wie kann einen etwas Fesseln mit dem man die Beziehung verneint?

  • In D1 werden die ganzen falschen Ansichten aufgezählt: D1


    Gemeint ist damit, dass man an der (Ich)Vorstellung anhaftet und nicht am Körper (zB. eine ewige Seele). Also wenn man denkt, dass man unabhängig vom Körper existieren kann.

    Zitat

    Ewig ist Seele und Welt, starr, giebelständig, grundfest gegründet; und diese Wesen wandern um, wandeln um, verschwinden und erscheinen wieder: es ist eben immer dasselbe. Und woher weiß ich das? Ich hatte ja in heißer Buße, in stetem Kampfe, in ernster Übung, in unermüdlichem Eifer, in tiefer Bedachtsamkeit eine geistige Einigung errungen, wo ich innig im Herzen an manche verschiedene frühere Daseinsform, an viele hunderttausend Leben mich erinnert habe: daher weiß ich jetzt, daß Seele und Welt ewig sind, starr, giebelständig, grundfest gegründet; und diese Wesen wandern um, wandeln um, verschwinden und erscheinen wieder: es ist eben immer dasselbe.'

    Denn von denen in der Welt, die gut schlafen, bin ich einer. AN 3.35

    Einmal editiert, zuletzt von Spock ()

  • Aber ich kann mir trotzdem nicht ganz vergegnwärtigen, dasss die Idee unabhängig von Köperlichkeit zu sein eine Form des Anhangens an Köperlichkeit ist. Wie kann einen etwas Fesseln mit dem man die Beziehung verneint?


    Ohne den IrrGlauben an eine Körperlichkeit an sich und für sich ist eine Vorstellung von einem davon unabhängigen Selbst nicht konstruierbar.




    :sunny: