Beiträge von Spock

    Wieso sollte einem Erwachsener etwas "schwer im Magen liegen" (sic!), aber bei Kindern macht das nichts, weil die ja zwischen echt und unecht unterscheiden können? Kannst du das nicht? Wenn doch, wieso sollte ein Kind sich dabei besser fühlen, als ein Erwachsener?


    Das ist eine Frage der Ausprägung, meiner Meinung nach. Darum hab ich es mit Fast Food verglichen. Natürlich ist es gesünder, kein Fast Food zu essen, und es ist besser für den Geist, von gewalthaltigen Medien großteils Abstand zu nehmen.

    Aber wenn mal einer einen Big Mac isst, bekommt er nicht sofort Diabetes, und wenn einer mal ein Computerspiel spielt, wird er nicht gleich völlig abgestumpft gegenüber jeglicher realweltlicher Gewalt. Klar wäre es mir lieber, wenn die jungen Leute mehr in der Natur wären und nicht so viel daddeln würden. Aber ich glaub, ob man jetzt Comics liest, Hollywood-Filme schaut oder Counterstrike spielt, macht dann auch keinen so großen Unterschied mehr. Und Splatterfilme gibt es seit den 70ern. Das ist alles nicht mehr so neu. Aber jedesmal gibt es wieder eine große Aufregung, wenn man das von außen betrachtet.

    Ich habe in einer Grundschule gearbeitet, also mit der Altersklasse bis 12 Jahre zu tun gehabt und kann den unterstrichenen Satz aus meinen Erfahrungen nicht bestätigen. Da war zB. ein 9jähriges Kind das einen Disneytrickfilm geschaut hat, der ab 12 war und Albträume und Angst danach hatte. Um nur ein Beispiel zu nennen, was jetzt noch eher harmlos ist.


    Ich habe aber den Eindruck, dass das bei manchen nicht von Interesse ist (damit meine ich nicht dich), ob und wie Kinder so etwas in den meisten Fällen verarbeiten und auch ob es tatsächlich immer ohne Auswirkungen bleibt (bis hin zu wirklich grausamen Mobbing - jaja, ich weiss "das gab's doch schon immer"). Das sage ich nicht aus irgendeinem Ideal heraus, sondern aufgrund realer Erfahrungen. Ausserdem gehöre ich selber zur Generation "digital Natives" und kann da ebenfalls vieles nicht bestätigen was hier teilweise suggeriert wurde, so als ob das alles in vielen Fällen keine Wirkungen hätte.

    Sorry xiaojinlong . Ich hatte das gelöscht als du parallel geantwortet hast. Also dieser Post kam davor:


    xiaojinlong das müsste der Threadersteller beantworten worum es ihm geht. Mein Einwurf mit dem Splattern kam hier:

    Ich denke, dass Lucy eher ans Splattern dachte und weniger an jump and run. Das stumpft schon ab (ist auch nachgewiesen).

    Daraufhin wurde das relativiert. Wenn mir jemand sagen möchte, dass splattern unproblematisch sei, dann glaube ich das nicht und das hat nichts mit einer Moraldiskussion zu tun. Ist das hier bei jemand erfahrungsgemäss anders?

    Wieso sollte einem Erwachsener etwas "schwer im Magen liegen" (sic!), aber bei Kindern macht das nichts, weil die ja zwischen echt und unecht unterscheiden können? Kannst du das nicht? Wenn doch, wieso sollte ein Kind sich dabei besser fühlen, als ein Erwachsener?


    Hast du mal längere Zeit mit Kindern zu tun gehabt?

    Was ja immer wieder gesagt wird ist, dass die Spiele immer realistischer wirken und es daher abstumpft.

    Das ist nachgewiesen, dass Shooter abstumpfen (das ist jetzt nur der erste Treffer gewesen): Gewaltspiele stumpfen die Emotionen ab — Universität Bonn


    Wir könnten ja mal ein Test mit den Frauen hier im BL machen. Sie vor einen Egoshooter setzen und schauen wie es ihnen dabei und danach so geht. Auch wenn sie wissen, dass das nicht echt ist...

    Richtige Splatterspiele sind ja auch gesetzlich eingeschränkt (Jugendschutz) und teilweise auf dem Index. "Virtuelles Töten" kann ein weites Spektrum von Spielen umfassen. Da müssen halt auch wieder die Eltern lernen, zu unterscheiden und darauf achten, was genau gespielt wird. Blos nicht alles über einen Kamm scheren... Filme am TV, bei denen Menschen getötet werden sind ja auch nicht alle gleich.

    Und wenn der "Jugendliche" schon ü30 ist, dann ist es wirkungslos wenn er seinen Geist mit imaginären Bildern des Tötens füttert? Das Gehirn belohnt einen dafür... Ich verstehe nicht wie man aus der Sicht eines bud. Praktizierenden so reden kann als ob das nichts macht.


    Mir geht es auch nicht um ein Bewerten davon, sondern dass das schon etwas macht. Genauso wie Gartenarbeit, Bücher lesen und alles andere im Gehirn etwas macht und erst recht Sachen, die belohnt werden, wie beim Spielen.

    Natürlich! es ging mir auch nur darum zu verdeutlichen, dass die Handlung des Kampfes an sich nicht entscheident ist. insofern kommt es wohl auch in virtuellen Medien auf die Motivation an, ob es Karmisch negative Resultate zeigt, oder nicht.

    Ich wollte damit auch hervorheben, dass ich denke, dass für die Alltagswahrnehmung und Lebensführung mehr ist als nur der Wille entscheidend ist. Das ist ein bisschen OT, aber ich könnte zB. auch in dem Willen mich gesund zu ernähren und nur noch Schokolade essen... Ernährung, Bewusstsein, usw. wären nur ein paar Faktoren, die zur Gesundheit beitragen, aber es kommen auch noch mehr Faktoren dazu ob das klappt. Selbst wenn ich mich tatsächlich gut ernähre und eine gesunde Lebensführung habe, dann niest mich einer ausversehen in der U-Bahn an.


    Der Wille ist schon ein wichtiger Faktor, aber auch die Konditionierung und weiteres. Also dass man eben kein Hirn in einem Tank ist, welches man wie eine Maschine steuern und kontrollieren kann und der Körper ist irgendwie eher so ein lästiges Anhängsel, dass dann zur Not zur Repatur muss und wo im Notfall Teile ausgetauscht werden müssen. Das sage ich nicht nur in Bezug auf VR, sondern dass es viele Menschen gibt, die so leben als wäre das so, auch ohne VR.

    Ich glaube auch die Einstellung ist das entscheidende, wenn man sich bspw. Mal die Shaolin Mönche anschaut, die trainieren ständig uns lernen dabei auch zu töten.

    Allerdings geht es dabei gar nicht um den Kampf an sich.

    Im Endeffekt trainieren sie nur Ihren Geist uns es gibt verwirklichte unter ihnen.

    Ich finde dass es noch einen Unterschied zwischen Shaolin und Videospiel gibt: die Körperwahrnehmung. In der Meditation nimmt man ja auch mehr den Körper wahr und kommt etwas aus dem Kopflastigen raus und es geht auch darum es in den Alltag zu integrieren. Holz hacken und Wasser holen... Beim VR sehe ich das anders. Ich meine es ist virtuell, dh. man klebt die ganze Zeit am imaginären Bild fest, also im Kopf. Auch die Umstände sind komplett anders, ob ich mich im Keller einsperre und dattel (selbst wenn es eine Wlan-Party ist) oder im Shaolintempel real zusammen mit anderen meinen Körper und meine Wahrnehmung trainiere.

    Zitat

    Kennt ihr das?

    Eher selten, aber ich bin heute ausversehen in fridaysforfuture geraten und musste kurz vor Freude ein bisschen weinen. Auch weil ich die Interessenskonflikte der Altersstufen noch in anderen Bereichen sehe. Aber es war die Fähigkeit zur Motivation und es in friedlicher sichtbarer Form (Demos) auch umzusetzen, was mich rührte. Ich stand davor und sah tausende Kinder und dachte "Ihr geht auf die Strasse, um nach der Zukunft zu fragen... (eig. wäre es die Aufgabe der Erwachsenen das für euch zu tun)". Sie verleihen sich eine politische Stimme, die sie eig. garnicht haben. Wann gab es das in der Geschichte mal? Das hat mich berührt.

    Gestern, auf Arbeit ist mir aufgefallen das Buddha normalerweise immer eine bestimmte Form einhält, hier also das mit drei überprüfen.

    Es kann also was nicht stimmen.

    Die 1 rechte Ansicht wird mit 6 rechter Anstrengung und 7 rechter Aufmerksamkeit und mit 8 rechte Konzentration, Sammlung, Herzenseinigkeit geprüft. Denn wir wissen doch alle das es sehr wichtig ist erstmal zu Ruhe, zu Abstand zu kommen muss um meine rechte Ansicht in problematischen Situationen zu finden und dazu braucht es rechte Anstrengung mit Achtsamlkeit in Ruhe.

    Für die Einsicht der drei Daseinsmerkmale ist Ruhe nicht unbedingt nötig. Es wäre dann aber auch rechte Erkenntnis.


    Ich finde die Seite ganz gut zur rechten Erkenntnis:

    1. Rechte Erkenntnis 049-074

    Ich möchte mich nur kurz von der "tiefgründigen Erfahrung" distanzieren, dass ich das nicht meine. Bei mir ist es eher so, dass ich mich ans Michselbernerven gewöhne in dem ich oft genug dabei zuschaue. Also eine Konditionierung und keine tiefe spirituelle Erfahrung. Das ist (wenn dann) imho eher so ein Nebeneffekt. Also vllt ist das bei anderen so, aber ich meinte das mit "fest im Sattel sitzen" eher nicht so.


    Schade, dass das nicht die Zennie-Ecke ist, aber ich denke dass zB. ein Zennie der "frei von Illusionen" ist, etwas falsch macht oder? Muho sagte mal in einem Interview, dass es ein Haiku gibt "Umso klarer der Mond, umso dunkler der Schatten der Kiefer.". Das heisst, dass umso klarer man ist, dass man dann umso besser sieht, wie tief man eig. drin steckt (wenn ich mich richtig erinner).

    SN 55.16

    In unbeirrbarer Klarheit zum Erwachten, zur Lehre, zur Jüngerschaft und in den Tugenden, die den Edlen lieb sind, sollt ihr sie anregen, bestärken und befestigen.

    Es mag, ihr Mönche bei den vier großen Gewordenheiten, bei der Erdenart, bei der Wasserart, bei der Feuerart, bei der Luftart, Veränderungen geben. [...]

    Das Wort "Gewordenheit" lese ich grade zum ersten mal. :)

    ja, aber was ist der Sattel und wer sitzt drauf?

    Könnte doch auch sein man braucht keinen Sattel, weil es keinen Reiter gibt und da ist nur noch Reiten und keine Angst vorm Stürzen, weil es auch keinen Boden gibt.

    Ich glaub es muss beides zuammen wachsen, also das fest im Sattel sitzen und das immer wieder erkennen, was Reiten tatsächlich aus sich heraus ist. Das fest im Sattel sitzen ist eine wichtige Basis, um sich nicht zu verkrampfen, aber man kann die Zügel immer wieder los lassen und das Reiten geschehen lassen. In dem Moment darf man Sattel und Reiter vergessen. Man wird ja von allein wieder in den Sattel zurück gesetzt und da ist es schön, wenn man einen festen Sitz hat und nicht gleich irgendeinen Abhang runter purzelt.

    Vllt bin ich nur nicht erleuchtet genug, aber ich meine das so:


    Es gibt für mich Situationen die sind unangenehm, zB. Krankheit. Ich kann zwar was dagegen tun, so weit wie möglich, aber i.d.R. ist es nicht sofort weg und das ist dann halt so. Diese Situation ist das "Pferd", dass ich das erstmal unangenehm finde, halte ich für eine gesunde erste Reaktion und ich denke dann nicht "Den Reiter gibt es ja garnicht. Ich bin eins mit allem.", sondern ich kümmer mich um den Reiter (in dem Fall meinen Körper). Aber was optional ist, das ist imho der Umgang damit.


    Sinnbildlich: das Pferd wurde von einer Biene gepiekst und galoppiert wild los. Wohin weiss ich auch nicht. Es unterliegt also nicht meiner Kontrolle, weder der Weg, noch das gepiekste Pferd. Nun kann ich mir die ganze Zeit wünschen abzusteigen und mich instinktiv in negativen Apokalypsegedanken verlieren "Ich fall runter. Ich muss sterben, usw." und anfangen zu weinen, weil ich einfach nur absteigen will. ODER aber ich weiss, dass ich grade sowieso nicht absteigen kann und hoffe einfach nicht gleich zu sterben, dh. den instinktiven (meist unbewussten) Gedanken nachzugeben und fange nicht an zu weinen, sondern bleibe einfach sitzen und gucke was passiert, weil ich eh nichts anderes machen kann.

    Es gibt keinen festen Sattel außer man will einen machen und haben.

    Ich nehme das schon so wahr, dass ich mich optional nicht von allen Erlebnissen mitreissen lassen muss und dem voll ausgeliefert fühle (auch im Sinne einer (evtl.) totalen Vernichtung). Kommt und geht halt. Das ist für mich schon eine innere Qualität, das zu wissen. Ob das dann gewollt ist oder nicht ist mir dabei egal. Ich werde dabei nicht anfangen darüber nachzudenken ob da nun zusätzlich noch Absicht dabei ist oder nicht. Ich komme mir da vor, wie ein Hund der seinen eigenen Schwanz jagt.

    hm, ich würde eher sagen ein tiefer werdendes "Angekommensein", das sich fortwährend erneuert, egal ob man gerade glücklich oder unglücklich ist. Ich würd nichtmal sagen dass das ein Zustand ist, denn das hört sich so fest und stabil an, was dem ständigen Wandel entgegen läuft.

    Vllt trifft es "innere Qualitäten entwickeln" besser als "Zustand", also zB. auch fest im Sattel zu sitzen, selbst wenn es mal mehr holpert.

    Erging es euch ähnlich ? Was sind eure Strategien mit dieser Fülle an Informationen umzugehen. Geradeam Anfang ist das eine echte Herausforderung.

    Ich hab die Grundlagen (die 4 edlen Wahrheiten) angeschaut, meditiert und mich mit dem beschäftigt, was mich beschäftigt hat. Das heisst mir die passenden Tipps aus der Lehre zu den Problemen gesucht oder andere Buddhisten gefragt. Das ging/geht ganz gut.

    Ergänzung zum letzten Absatz: das sollte jetzt kein Vorwurf von mir sein, dass man nicht über Psychosomatik und Hormone nachdenken kann (oder beobachten... ich fand aus meiner "bud. Sicht" nur die Idee eines "molekularen Trägers" für komplexere kognitive Vorgänge wie Emotionsauslösung schwierig, die auch wissenschaftlich gesehen nicht monokausal sind und zB. auch keine Ichvorstellung besitzen. Das war alles was ich dort kurz anmerken wollte). Und es war glaube auch nur ein Witz von Kilaya (für mich war die Sache zumindest geklärt). Ich finde es schwierig, weil es sonst durcheinander geht (das hätte vllt vorher schon abgetrennt werden sollen...). Ungefähr so:


    Den Molekülen (oder wahlweise "den Planeten"), die Kummer, Klagen, Schmerz, Trauer und Verzweiflung unterworfen sind, kommt der Wunsch in den Sinn: 'Ach, wären wir doch nicht Kummer, Klagen, Schmerz, Trauer und Verzweiflung unterworfen! Es soll kein Kummer, Klagen, Schmerz, keine Trauer und Verzweiflung über uns kommen!' Aber dies bekommt man nicht durch Wünschen, und nicht bekommen, was man sich wünscht, ist Dukkha.


    Hätte ich das gewusst, dass das so ausfranst, dann hätte ich das nicht angemerkt... Ich werde mich jetzt nicht weiter dazu äussern.

    Ich denke, man kann den Kosmos zB schon auch als ein Wesen auffassen.


    Wenn man die Trennung zwischen (biologisch) "Leben" und "Totem" (was eig sinnlos ist, denn als "tot" wird eig das bezeichnet, was ehemals als "lebendig" klassifiziert wurde) zu scharf zieht, wird man zB auch im Feuer, dem ElektroMagnetismus, oder der Schwerkraft oder anderen "Vorgängen & Kräften der Natur" etwas vollkommen Verschiedenes von dem sehen, was man konkret unter bedingter Entstehung und damit den Wesen verstehen kann.

    Das ist deine Auslegung, Interpretation und Schlussfolgerungen. Ich teile deine Ansicht nicht.

    Zitat

    • no upādā rūpa* die 'nicht abhängige Körperlichkeit', ist ein Name für die 4 physischen Elemente, im Gegensatz zu der davon 'abhängigen Körperlichkeit' (upādā-rūpa), wie den Sinnenorganen usw. Siehe khandha (Körperlichkeit).

    wtb9_o

    Zitat

    the 'fixedness of law' regarding all things; cf. tathatā. -

    Pañca-niyāma is a commentarial term, signifying the 'fivefold lawfulness' or 'natural order' that governs:

    • (1) temperature, seasons and other physical events (utu-niyāma);
    • (2) the plant life (bīja-n.);
    • (3) karma (kamma-n.);
    • (4) the mind (citta-n.), e.g. the lawful sequence of the functions of consciousness (s. viññāna-kicca) in the process of cognition;
    • (5) certain events connected with the Dhamma (dhamma-n.), e.g. the typical events occurring in the lives of the Buddhas. (App.).

    niyāma


    Zum bedingten Entstehen (bE):

    Zitat

    Die Formel der Bedingten Entstehung lautet in Kürze:

    Durch (1.) Unwissenheit (avijjā) bedingt sind (2.) die Karmaformationen (sankhāra), dadurch (3.) das Bewußtsein (viññāna), dadurch (4.) das Körperliche und Geistige (nāma-rūpa), dadurch (5.) die sechs Grundlagen (āyatana) der geistigen Vorgänge, dadurch (6.) der Bewußtseinseindruck (phassa), dadurch (7.) das Gefühl (vedanā), dadurch (8.) das Begehren, dadurch (9.) das Anhaften (upādāna), dadurch (10.) der Werdeprozeß (bhava), durch den (karmischen) Werdeprozeß (11.) die Wiedergeburt (jāti), dadurch (12.) Altern und Sterben usw. (jarā-marana usw.). In Pali: avijjā-paccayā sankhāra, sankhāra-paccayā viññānam, viññāna-paccayā nāma-rūpam usw.

    paticcasamuppāda


    Ich bin aber weiterhin für einen Extrathread, wenn du das doch weiter diskutieren möchtest zB. inwiefern der Kosmos ein Wesen ist, usw. Zu allem anderen habe ich mich schon geäussert.

    Zitat

    Wie es Sunu vereinfacht sagte (ich zitiere grob aus dem Kopf): "Ding und Geist gehören zusammen". Das sieht man weniger, und objektiviert sich dabei in eine Endlospirale des Verstehenwollens der Dinge der Welt oder Weltensysteme.

    Lies den Threadverlauf nochmal. Ich verstehe nicht warum du das betonen möchtest. Genau das war mein Einwurf gewesen und warum man die Bereiche (Buddhismus und Wissenschaft) getrennt behandeln sollte.

    Ich finde es ok frei zu denken, aber ich fänd es schön, wenn das so markiert wird. Der Grund warum ich das sage ist, dass viele Leute sich mit Buddhismus beschäftigen um Befreiung vom Leiden zu finden. Die Leiden und Ansichten sind sehr verschieden (genauso wie der Anhaftungsgrad zB. Selbstvorwürfe, Identifikation mit den Problemen, usw.) und man sollte imho im Hinterkopf behalten, dass es für viele um Leiden geht und es dann vllt ungünstig ist, wenn man da suggeriert, dass es atomatisiert bis in die letzte Pore und überall im Universum vorliegt und man aus dieser Perspektive keine Chance hat. Und eig. geht es auch beim "Ungeborenen" praktisch gesehen grade nicht um Philosophie und "Weisheit" ist keine diskursive oder wissenschaftliche Wahrheit i.d.S.

    Davor wurde das Argument "Wind" als Medium eingebracht, so wie ich das verstanden habe als etwas das schon mit Emotionen ist (psychosomatisch), dh. nicht wie das Windelement bei Mahabhuta wie im PK und dann wurde zusätzlich Wissenschaft eingebracht. Für eine Emotion kommt im bE aber noch mehr dazu (zB. phassa, usw.).

    Erkläre doch einmal, wie sich "Leben" von "Toten" abgrenzt. Und inwieweit deine Definition des Selbsterhaltes des "Lebendigen" nicht auch auf "tote Systeme" anwendbar ist.

    Ich habe das nicht vollständig ausformuliert, weil es zum Biounterricht gehört und hier OT ist...


    Ein Lebewesen grenzt sich insofern ab, wie das es einen Körper hat und es Nahrung/Energie aufnimmt und das wichtig für die Strukturbildung ist. Ausserdem gibt der Körper Wärme und Exkremente an sein Umfeld ab (Entropie). Vereinfacht gesagt. Ein Stein (zB.) ist auch kalt, wenn es Nacht ist und die Umgebung kalt ist und er ist warm, wenn es warm ist in der Umgebung. Bei einem Mensch ist das nicht so. Der hat ca. 37 Grad und wenn es draussen zB. -5 Grad ist und der menschliche Körper die selbe Temperatur hat wie das Umfeld (also auch -5 Grad), dann ist er tot.


    Zur genaueren Erklärung, weil das hier zu viel ist: (PDF) Energie und Entropie – zentrale Begriffe für biologische Bildung

    Wenn die Erklärung nicht reicht oder da Zweifel an dem Konzept sind, dann wäre imho ein Extrathread gut zum Thema "Was ist Leben?" oder so.

    Der Buddha sprach (da gebe ich dir Recht) nicht von Dingen, die Leid hätten. Er sprach aber auch nicht von Wesen, die Leid hätten. Er sprach davon, was Leid ist.


    Es gibt Gründe, warum man über Bestimmtes spricht, und über anderes nicht. Das nicht darüber sprechen heisst nicht, dass das andere (worüber man nicht spricht) komplett anders ist. Das soll keine Aufforderung zu Spekulationen sein. Eher eine Aufforderung, Vorstellungsbildung (und damit Unterscheidung) vorsichtiger vorzunehmen.

    Er spricht von Satta (Wesen):

    Zitat

    10. "Und was, Freunde, ist die Edle Wahrheit von Dukkha? Geburt ist Dukkha; Altern ist Dukkha; Tod ist Dukkha; Kummer, Klagen, Schmerz, Trauer und Verzweiflung sind Dukkha; nicht bekommen, was man sich wünscht, ist Dukkha; kurz, die fünf Daseinsgruppen, an denen angehaftet wird, sind Dukkha."


    11. "Und was, Freunde, ist Geburt? Die Geburt der Wesen in die verschiedenen Klassen der Lebewesen, ihr Geborenwerden, Herausstürzen aus dem Schoß, Erzeugung, die Manifestation der Daseinsgruppen, das Erlangen der Sinnesgrundlagen - dies wird Geburt genannt."


    12. "Und was, Freunde, ist Altern? Das Altern der Wesen in den verschiedenen Klassen der Lebewesen, ihr Alter, das Zerbrechen der Zähne, das Ergrauen der Haare, das Runzligwerden der Haut, der Abstieg des Lebens, die Schwäche der Sinnesfähigkeiten - dies wird Altern genannt."


    13. "Und was, Freunde, ist Tod? Das Abscheiden der Wesen aus den verschiedenen Klassen der Lebewesen, ihr Dahinscheiden, Auflösen, Verschwinden, Sterben, Ablaufen der Zeit, Auflösung der Daseinsgruppen, Ablegen des Körpers - dies wird Tod genannt."


    14. "Und was, Freunde, ist Kummer? Der Kummer, die Besorgnis, Kümmernis, innere Sorge, der innere Gram, von einem, dem irgendein Unglück widerfahren ist, oder der unter dem Einfluß von irgendwelchen schmerzhaften Zuständen steht - dies wird Kummer genannt."


    15. "Und was, Freunde, ist Klagen? Das Jammern und Klagen, Gejammer und Geklage, das Lamentieren und Wehklagen, von einem, dem irgendein Unglück widerfahren ist, oder der unter dem Einfluß von irgendwelchen schmerzhaften Zuständen steht - dies wird Klagen genannt."


    16. "Und was, Freunde, ist Schmerz? Körperlicher Schmerz, körperliches Unbehagen, schmerzhaftes, unbehagliches Gefühltes, geboren aus körperlichem Kontakt - dies wird Schmerz genannt."


    17. "Und was, Freunde, ist Trauer? Innerlicher Schmerz, innerliches Unbehagen, schmerzhaftes, unbehagliches Gefühltes, geboren aus geistigem Kontakt - dies wird Trauer genannt."


    18. "Und was, Freunde, ist Verzweiflung? Der Verdruß und die Verzweiflung, die Trübsal und Hoffnungslosigkeit, von einem, dem irgendein Unglück widerfahren ist, oder der unter dem Einfluß von irgendwelchen schmerzhaften Zuständen steht - dies wird Verzweiflung genannt."


    19. "Und was, Freunde, heißt 'nicht bekommen, was man sich wünscht, ist Dukkha'? Den Wesen, die der Geburt unterworfen sind, kommt der Wunsch in den Sinn: 'Ach, wären wir doch nicht der Geburt unterworfen! Es soll keine Geburt über uns kommen!' Aber dies bekommt man nicht durch Wünschen, und nicht bekommen, was man sich wünscht, ist Dukkha. Den Wesen, die dem Altern unterworfen sind, kommt der Wunsch in den Sinn: 'Ach, wären wir doch nicht dem Altern unterworfen! Es soll kein Altern über uns kommen!' Aber dies bekommt man nicht durch Wünschen, und nicht bekommen, was man sich wünscht, ist Dukkha. Den Wesen, die der Krankheit unterworfen sind, kommt der Wunsch in den Sinn: 'Ach, wären wir doch nicht der Krankheit unterworfen! Es soll keine Krankheit über uns kommen!' Aber dies bekommt man nicht durch Wünschen, und nicht bekommen, was man sich wünscht, ist Dukkha. Den Wesen, die dem Tod unterworfen sind, kommt der Wunsch in den Sinn: 'Ach, wären wir doch nicht dem Tod unterworfen! Es soll kein Tod über uns kommen!' Aber dies bekommt man nicht durch Wünschen, und nicht bekommen, was man sich wünscht, ist Dukkha. Den Wesen, die Kummer, Klagen, Schmerz, Trauer und Verzweiflung unterworfen sind, kommt der Wunsch in den Sinn: 'Ach, wären wir doch nicht Kummer, Klagen, Schmerz, Trauer und Verzweiflung unterworfen! Es soll kein Kummer, Klagen, Schmerz, keine Trauer und Verzweiflung über uns kommen!' Aber dies bekommt man nicht durch Wünschen, und nicht bekommen, was man sich wünscht, ist Dukkha."

    Majjhima Nikāya 141