Posts by Mabli

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    Mallinson spricht in dem Vortrag (ab ca. 11:50) die Frage an inwieweit Buddha das Asketentum als Irrweg verwarf oder als Stufe auf dem Pfad zur Erleuchtung betrachtete. Anscheinend gibt es für beide Sichtweisen Belege in den kanonischen Texten.

    Ich kenne sowohl klinische Depressionen als auch die Meditation über die eigene Vergänglichkeit inklusive drastischer visueller Veranschaulichung aus eigener Erfahrung. Jemandem mit einer akuten klinischen Depression würde ich wohl auch nicht raten so zu praktizieren. Was die Massensuizide betrifft frage ich mich allerdings, ob das etwas ähnliches wie der Werther-Effekt gewesen sein könnte. Der Meditation an sich so eine Wirkung zuzuschreiben da wäre ich eher zurückhaltend.

    Das einzige,warum ich dem Pfad folge, dass es nur deswegen, weil ich meine Identifikation mit dem Körper, Gefühlen, allen Khandha, meinen Krankheiten oder auch dem Sterben verringern kann. Für mich , wie ich es verstehe, der Buddhismus stellt die praktische Realisation von Anatta dar.

    Also hoffst du, lieber Igor, doch auch etwas, wenn es dir darum geht die Identifikation mit deinem Ich, deinen Krankheiten und dem Sterben zu verringern, oder nicht!? Oder würdest du diese Verringerung von Ich-Anhaftung nicht als einen Zustand sehen, den du erreichen möchtest, weil du dir davon etwas versprichst?

    Deswegen der Weg ist echt absolut hoffnungslos. Und nicht für jeden. Das blanke und absolute Entsetzen,Ekel, den Elend des Daseins man sollte auf dem eigenen Leib verspüren, so Nyanatiloka.

    Deswegen man wendet von der Welt ( der Existenz-weise hier) absolut ! ab.

    Ich frage mich, ob diese rein negative Motivation, die ja im Grunde auch Ablehnung ist und damit eins der Geistesgifte darstellt, ausreicht, um uns in Bewegung zu versetzen in Richtung Erwachen.

    Mal eine Frage an diejenigen, die hier so vehement Trost und Hoffnung als Beschwichtigung abtun, und über das Bedürfnis nach einer solchen Beschwichtigung anscheinend erhaben sind. Und die den Standpunkt vertreten, dass der Buddhadharma in dieser Hinsicht auch nichts zu bieten habe. Was ist es dann was euch motiviert euch mit dem Buddhadharma zu beschäftigen und ihm zu folgen, wenn es nicht Trost und Hoffnung sind?

    Ich antworte dir gerne dass mich das Bedürfnis, andere Handlungsweisen zu verurteilen umso mehr ergreift je stärker bzw. vertrackter die emotionale Bindung zu dieser Person bzw und auch zum Gegenstand ist.

    Ah, ok. Mir ging es tatsächlich nicht um ein Verurteilen, sondern vielmehr eine Irritation meinerseits oder ein Befremden, was jetzt erstmal gar keine Wertung sein sollte. Es ist nur mein Erleben oder meine Erfahrung, die ich mit diesem Versuch einer Beschreibung zum Ausdruck bringen möchte.

    Es gibt Teile in diesem Buddhismus die kann ich richtiggehend hassen denn es steht ein mir lieber Name dabei: ‚Buddha‘. Wenn mir dann aber nach genauerer Betrachtung auffällt dass Buddhismus ja gar nicht aus solchen verschiedenen Teilen besteht, dass da nichts solches ist was aus Teilen besteht und deswegen etwas abbilden kann usw, dann legt sich dieser mögliche Hass ziemlich grundlegend.

    Ich würde da bei mir auch nicht von Hass sprechen, das ist ein viel zu starkes Wort dafür.

    So ganz klar ist mir nicht worauf du hinaus willst. Dass es den Buddhismus nicht gibt, da stimme ich dir sofort zu.


    Inwiefern wegschauen/ignorieren da jetzt möglicherweise hilfreich sein könnte ist mir noch nicht so ganz klar geworden.

    Danke für eure Beiträge, in denen ihr eure Erfahrungen so anschaulich geschildert habt. Das zeigt ja auch wie ich finde, dass es da mit dem "Fremdeln" ganz unterschiedliche Umgangsweisen gibt.


    crocus Es freut mich zu lesen, dass du trotz fremdeln mit einigen Elementen oder Praktiken so positive Erfahrungen gemacht hast und das "kleine wissenschaftliche Weltbild" erweitern konntest. Das macht ja Mut. :)


    Amdap Ich finde es interessant, dass du das Befremdliche am "Original-Ort" nochmal viel stärker und als so unüberbrückbar empfunden hast. Ich persönlich habe da keine Erfahrung, da ich bisher noch nicht in einem buddhistisch geprägten Land war. Ich kenne also praktisch nur die westlich adaptierte Form. Und da empfinde ich es halt manchmal bei mir als aufgesetzt oder schräg - ich vermute auch weil ich den kulturellen Hintergrund vieler Praktiken nicht kenne und wahrscheinlich auch nur ansatzweise verstehe und sich dann auch ein gewisses peinliches Befangenheitsgefühl bei mir einstellt.

    Ich interessiere mich seit einiger Zeit für den tibetischen Buddhismus und beschäftige mich auch intensiv mit der Lehre und der Praxis in dieser Tradition. Ich kann mit der ethischen Grundhaltung voll mitgehen. Auch mit der Erweckung des Erleuchtungsgeistes als zentrale Praxis kann ich viel anfangen. Und ich finde die Vielfalt an Meditationspraktiken faszinierend und empfinde sie als sehr kraftvoll. Es gibt jedoch auch einiges womit ich so meine Probleme oder Schwierigkeiten habe. Zum Beispiel wenn es um die Rezitation von Mantras in großer Geschwindigkeit mit möglichst vielen Wiederholungen geht, erschließt sich mir der Sinn dieser Praxis nicht. Ich verstehe es schlicht nicht wie daraus ein Verdienst entstehen soll. Oder auch wenn mit Mantras und Gebeten für Tiere deren Karma bereinigt werden soll damit sie in zukünftigen Leben eine bessere Wiedergeburt erlangen können. Diese Vorstellung mutet für meine Begriffe ein wenig an wie eine magische Beschwörung. Auch die Erklärungen von jetzigem Leiden durch karmische Spuren widerspricht in meinen Augen auf den ersten Blick oft einer rationalen wissenschaftlichen Erklärung. Dann ist auch die bedingungslose Hingabe und Unterordnung unter einen Guru für mich tatsächlich schwere Kost. Es trifft ja hier irgendwie eine jahrtausendelang gewachsene kulturell-religiöse Tradition auf eine modernen skeptischen Rationalismus. Dass es da zu Missverständnissen und Diskrepanzen kommt bleibt wohl nicht aus.


    Kennt ihr ähnliches skeptisches Fremdeln mit Praktiken im Buddhismus? Und wenn ja wie geht ihr damit um?

    Kann es sein, dass der moralische Kompass des Zen-Buddhismus historisch betrachtet so manche fragwürdige Ausschläge hatte. ich denke da vor allem an die faschistischen Ideologien des 20.Jahrhunderts und die japanische Krieger-Religion.

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    Ich habe gerade das Bodhicaryavatara von Santideva zu lesen begonnen. Auf der ersten Seite der Einleitung von Ernst Steinkellner geht es genau um die Frage, die hier in dem Thread diskutiert wird. Und ich finde Steinkellner beantwortet die Frage mit einer dialektischen und durchaus komplexeren Antwort.


    Liebe Grüße

    Pfeifft euch nur mangels Willen zu Eigenarbeit, mangeldem Willen zum Dharma, irgendwelche "Substanzen" rein. Nur nicht "Sitzen", "Stehen", "Liegen" und mit dem eigenen Geist arbeiten. Immer und immer wieder pfeifft euch die "Hallizugene" rein. Letzten Endes macht es euch - meiner Meinung nach - "psychisch" abhängig davon. Weil ihr nicht wisst, wie ihr euren "Zustand" frei von all jenen Mitteln erlangen könnt. Ich war jetzt für vier Tage auf einer Sesshin. Wir haben insgesamt etwa 20 Stunden gesessen. Und ich habe einfach nur deshalb gesessen, weil ich keinen Bock auf "Bespaßung" habe. Ihr Anderen könnt euch solches Sitzen ersparen. Ihr nehmt die Abkürzung aufgrund der "Gier" nach "übersinnlichem" Erleben. Damit ihr vermutlch mehr Zeit für materielle und/oder geistige "Bespaßung" habt.

    Du triffst hier viele Annahmen, um nicht zu sagen Unterstellungen. Man muss doch unterscheiden zwischen einem recreational use, also einem Gebrauch solcher Substanzen als "Bespaßung", wie du schreibst, einem Gebrauch, um eine spirituelle Erfahrung zu machen (die "Abkürzung" wenn du so willst) und einem therapeutischen Gebrauch zur Behandlung von Krankheiten. Das vermischt sich hier in der Diskussion.

    Für mich schaut das dann danach aus, würde dies ganz krass dem Gebot der Rechten Rede widersprechen.

    Was versteht du denn unter (un)rechter Rede in dem Zusammenhang? Mit der eigenen Rede nicht lügen, nicht entzweien und andere nicht beschimpfen oder beleidigen sind doch die Grundprinzipien rechter Rede. Inwiefern siehst du da einen Widerspruch?

    Ich denke an der ganzen Verherrlichung von Subjekivität, wo so getan wird, als leben wir in getrennten Welten, ist einfach nur eine Lüge, die wir uns selber erzählen.

    Es geht mir nicht um Verherrlichung, sondern um den bewussten Umgang mit der Schwierigkeit, dass wir mit Popper gesprochen in drei Welten leben.

    Ich denke es ist wichtig all diese Sachen zu unterscheiden.

    Ja, absolut. Nicht-Selbst wie es möglicherweise in der Meditation erkannt werden kann, ist natürlich nicht eins zu eins gleichzusetzen mit einer Auflösung der Ichgrenzen in einer psychedelischen Erfahrung. Da gibt es sicher beträchtliche Unterschiede. Ich kann, was psychedelische Erfahrungen betrifft nicht aus erster Hand berichten, aber die vielen Dokus und Erfahrungsberichte dazu weisen darauf hin, dass in der psychedelischen Erfahrung eine Des-Identifikation mit Mustern statt findet. Mustern, die wahrscheinlich durch biographische Erfahrungen entstanden und zu festen und nicht mehr hinterfragten Selbstverständlichkeiten geronnen sind. Durch die psychedelische Erfahrung kann hier möglicherweise eine Art Distanzierung zum eigenen Selbst statt finden. Aber wie gesagt, dass sind jetzt Schlussfolgerungen aus Erfahrungsberichten, die man allenthalben finden kann.

    So wie das Klare Licht im TB, den Zustand kann man niemals rein objektiv verifizieren, auch man kann es nicht ermessen. Aber er ist absolut real , nur aus der Position nicht und niemals den Dritten- Person- Perspektive.

    Ja, genau das ist ein Hauptproblem in der Diskussion, nicht wahr. Welche Perspektive nehmen wir ein und was erkennen wir als legitime Erkenntnis an?

    Nur geht es im Buddhismus auch nicht um eine subjektive Bedeutung der Erfahrung - Erfahrung ist bedingt von Geistigkeit und Körperlichkeit nama-rupa - und das Problem besteht darin, dass die Personen die Erfahrung sich zurechnen, was ihnen plausibel erscheint - aber sie erkennen nicht die tatsächliche Wesenlosigkeit jeder Erfahrung.

    Wenn man es aus einer wissenschaftlichen Perspektive betrachtet geht es natürlich irgendwie immer auch um Bewusstseinszustände und die subjektive Bedeutung von Erfahrung, wenn wir über Meditation und Trips sprechen. Aus buddhistischer Perspektive kann kann man natürlich auch den Standpunkt der absoluten Wahrheit einnehmen, aber damit kann die Wissenschaft wahrscheinlich nicht so viel anfangen.

    Man kann da Erfahrungsberichte sammeln, wie das William James machte, um religiöse Erfahrungen zusammen zu stellen - das sind aber keine Beweise oder Belege, die wissenschaftlichen Kriterien stand halten. Metzinger hat auch über 500 solcher Berichte gesammelt und ist wenigstens so redlich, zu sagen, dass man damit nichts wissenschaftlich verwertbares in der Hand habe. Ja, das ist nämlich alles auf dem Niveau von Erzählungen, wie die über Begegnungen mit UFOs oder mit Maria in Fatima.

    Das methodische Problem ist natürlich nicht von der Hand zu weisen, wenn es um die Objektivierung von Zuständen und Erfahrungen geht, die nur über Introspektion - also einen Blick nach innen - und die Erinnerung, die dann in Worte gefasst wird, methodisch zugänglich ist. Das gilt sowohl für Erfahrungen (oder Nicht-Erfahrungen) in der Meditation als auch für drogeninduzierte Erfahrungen. Beide sind nur durch Nach-Erzählungen in einem erinnernden Rückblick auf die Erfahrung selbst zugänglich. Man kann durch Bilder des Hirns oder Messung von Vitalparametern vielleicht naturwissenschaftliche "harte" Daten generieren, aber dadurch versteht man die Erfahrung nicht wirklich. Man kann diese Daten rückübersetzen in Aussagen über den Zustand des Nervensystems. Aber das ist nur die eine Seite der Medaille. Die subjektive Bedeutung der Erfahrung kann dadurch nicht erfasst werden.

    Aus einer geistes- und sozialwissenschaftlichen Perspektive kann man natürlich auch mit Erfahrungsberichten und Erzählung methodisch arbeiten, wenn man sich über den Status der Daten bewusst ist und mit ihnen entsprechend verfährt. Oder sie etwa zu den naturwissenschaftlichen Messungen in Beziehung setzt.

    Weshalb glaubt man nun mittels drogeninduzierter Bewusstseins-Stimuli Depression heilen zu können?

    Womöglich gibt es ja klinische Erfahrungen damit. Und es gibt auch theoretische hirnphysiologische Modelle und Erklärungen, die die klinischen Erfahrungen erklären könnten. Diese Erfahrungen führen dann dazu, dass Studien gemacht werden. Das ist aber ein langer Weg, der in den 70er Jahren schon mal durch die Gesetzgebung in der Drogenpolitik verbaut wurde.

    Die methodischen Schwierigkeiten bei der Erforschung von psychedelischer Therapie insbesondere in Bezug auf die Verblindung von Studien mit einer Kontrollgruppe hat Eiko Fried ja ganz eindrücklich geschildert. Das liegt auch in der Natur der Sache und nicht nur an der Unfähigkeit oder Parteilichkeit der Forschenden. Aber die neueren Studien haben da auch kreative Wege und Möglichkeiten gefunden trotzdem zu methodisch belastbaren Aussagen zu kommen. Ich bin sehr gespannt, was sich in dem Feld in Zukunft noch entwickelt.

    In seinem Vortrag zu Minimal Phenomenal Experience* - oder auch "reinem Bewusstsein" - nennt Thomas Metzinger einen Text von Raphael Millière zu dem Thema "Psychedelics, Meditation, and Self-Consciousness". Der Text untersucht inwieweit sich die Auflösung des Selbst durch Meditation und in psychedelischer Erfahrung überschneiden.


    In particular, many contemplative traditions explicitly aim at dissolving the sense of self by eliciting altered states of consciousness through meditation, while classical psychedelics are known to produce significant disruptions of self-consciousness, a phenomenon known as drug-induced ego dissolution. In this article, we discuss available evidence regarding convergences and differences between phenomenological and neurophysiological data on meditation practice and psychedelic drug-induced states, with a particular emphasis on alterations of self-experience.

    Ich habe den Text noch nicht ganz gelesen, finde die Frage aber sehr spannend und instruktiv für das Verständnis, was das Selbst und das Bewusstsein ist.



    *

    Ist nicht das Bedürfnis geliebt zu werden und die ganzen damit einhergehenden Probleme und Schwierigkeiten letztendlich ein Ausdruck von dem Bedürfnis nach Kontakt und Verbundenheit mit anderen Menschen. Das ist ja ein Bedürfnis, das in der Natur des Menschen liegt, sozusagen in der physiologischen Ausstattung des Nervensystems verankert ist. Und wenn das Bedürfnis immer wieder frustriert und gehemmt wird, sucht man sich eine Ersatzbefriedigung. Und sagt vielleicht auch "Ich brauche auch gar keine anderen Menschen!"

    Das Yogasutra ist eine Zusammenfassung der Lehren vorher und schließt die des Buddha ein.

    Das Zitat von Petersen und der Filmausschnitt legen nahe, dass Buddha mit yogischen Praktiken sehr vertraut war und diese übernommen hat, eventuell aus seiner frühen Sozialisation oder der Zeit, in der er bei den Yogis in die Lehre gegangen ist. Man kann das nun aus heutiger Sicht wahrscheinlich nur schwer entscheiden, ob das Yogasutra nun buddhistische Lehren in sich aufgenommen oder der Buddhismus auf Yoga-Praktiken und Lehren aufgebaut hat. Die Sankhya Philosophie scheint so etwas wie ein Bindeglied zwischen Buddhismus und Yoga zu sein.

    Mich beschäftigt eine Frage, die wohl in diesen Thread passt. In welchem Verhältnis stand Buddha zu yogischen Praktiken wie sie im Yogasutra von Patanjali beschrieben werden, die aber schon wesentlich länger zurück reichen.


    „Der Buddha hat immer gerne Sachen übernommen, die er gut fand und hat sie dann integriert in seine Lehre“, sagt Oliver Petersen, Religionswissenschaftler und Meditationslehrer am tibetischen Zentrum in Hamburg. Er setzt die Übernahme von Elementen anderer Religionen schon bei Buddha selbst an. Als Beispiel nennt er die Meditationshaltung, den sogenannten Lotussitz:

    „Die Haltung der Beine hat er ja aus dem Hatha-Yoga übernommen, das es schon vor dem Buddhismus gab. Es ging ihm auch nicht darum, alles neu zu machen, sondern alle indischen Yogis, verschiedene Religionen, haben sich auch Mittel bedient, um den Körper, vor allem den feinstofflichen Körper für die Meditation zu benutzen. Und das wissen wir ja heute, wie hilfreich Yoga ja offenbar ist.“

    In der geistesgeschichtlichen Gemengelage die Übersicht zu behalten fällt schwer - nicht zuletzt da diese Ereignisse 2500 Jahre. In folgendem Video wird auch auf die Gemeinsamkeiten von Buddhadharma und yogischen Praktiken sowie Hinduismus hingewiesen. (ab 31:49')


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    PS: Die Sankhya Philosophie scheint sowohl für Buddhismus als auch für Yoga eine bedeutende Rolle zu spielen soweit ich das verstehe.

    Nützt alles nichts, Mabli , Du musst das wohl nachlesen. MN 39.

    Ja, danke für den Hinweis auf das Sutra. Wenn ich mich richtig erinnere, lehrt Ayya Khema, dass die Freude, die in den ersten Jhanas empfunden wird, wesentlich dabei hilft, die Hindernisse zu überwinden oder zumindest zu reduzieren. Das leuchtet ein, da das Erleben von Freude sicher motivierend wirkt, Zweifel zerstreut und helfen kann den Geist zu stabilisieren.


    Mich wundert nur, dass Metzinger das bei der Beschreibung der minimalen Erfahrung komplett beiseite lässt und kann mir das nur so erklären, dass er nicht den Weg zu diesem Zustand hin untersucht in seiner ganzen prozesshaften Dynamik, sondern den Zustand und seine Charakteristika schon sehr stark abstrahiert auffasst.

    Ich denke, es heißt eher, dass er den buddhistischen Fachbegriff "Leerheit" nicht verstanden hat. Die Leerheit der Phänome ist immer relevant, unabhängig vom Bewusstseinszustand.

    Ob er ihn falsch verstanden hat, ist schwer zu sagen. Zumindest verwendet er ihn m.E. etwas irreführend, wenn er ihn direkt mit der Non-Sensorik in Verbindung bringt und nicht mit der Abwesenheit des phänomenalen Selbst. Vielleicht ist auch beides Non-Sensorik und Abwesenheit eines phänomenalen Selbst charakteristisch für die Erfahrung der Leerheit. Das wird aber nicht so deutlich.

    Quote from Cyril Costines

    Ein weiteres wichtiges Kriterium [für minimales Bewusstsein], vielleicht sogar das wichtigste, ist Non-Sensorik, die völlige Abkopplung von Sinneseindrücken inklusive des gedanklichen Erlebens. Im Buddhismus spricht man von Leerheit.

    Leerheit hatte ich bisher mit anatta in Zusammenhang gebracht. Heißt das, dass dieser Zustand minimalen Bewusstseins eine Einsicht in anatta beinhaltet oder selbst für anatta steht / anatta repräsentiert?

    Eine bloße Abkopplung von Sinneseindrücken scheint jetzt erstmal keine Einsicht darzustellen. Dass das Erleben eines phänomenalen Selbst (Selbstbewusstsein / Ich-Gefühl) in diesem Zustand abwesend ist und die Dualität von Subjekt / Objekt sich auflöst, könnte dafür sprechen, diesen Zustand als eine Art des Erlebens von anatta einzuordnen. Oder habe ich hier eine Vorstellung von buddhistischer Leerheit?

    Mich erinnert das gerade irgendwie an die Diskussion zur doppelten Staatsbürgerschaft. Dieses "sowohl als auch" löst oft heftige Gegenreaktionen aus. Man kann doch nicht beides gleichzeitig sein. Diese hybride Identität widerspricht der binären Logik des "entweder oder". Aber warum eigentlich nicht? Was spricht dagegen sich mehrfach zugehörig zu fühlen? Ich sehe das auch als eine Chance zur Verständigung zwischen verschiedenen Gruppen.

    Dazu kommt immer noch das Problem, dass im englischen buddhistischen Kontext Gefühle und Emotionen unterschieden werden. Hendrik hatte da mehrmals drauf hingewiesen.

    Ich bin dem nochmal nachgegangen. Der Sprachgebrauch ist anscheinend selbst im Englischen nicht so einheitlich und eher verwirrend. Es gibt wohl ein Modell, nach dem Emotionen körperliche Reaktionen auf äußere Stimuli sind, also eher physiologische Ereignisse und Gefühle sind dann mentale (gedankliche) Reaktionen auf Emotionen. Es wird auch auf die Bewusstheit/Unbewusstheit als Unterscheidungskriterium abgehoben.

    A fundamental difference between feelings and emotions is that feelings are experienced consciously, while emotions manifest either consciously or subconsciously. Some people may spend years, or even a lifetime, not understanding the depths of their emotions.

    In Welwoods buch "Psychoterapie & Buddhismus" bin ich auf folgendes Modell gestoßen, dass wieder einen etwas anderen Sprachgebrauch zu nutzen scheint.

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    Hier sind Emotionen gesteigerte oder zugespitzte Gefühle. Der Felt Sense ist eine breitere Grundlage von Gefühlen, die im Körper erlebt werden kann. Darunter liegt eine offene und rohe Lebendigkeit im Sinne einer Vitalität oder Lebensenergie. Mit dem Modell kann ich persönlich etwas anfangen.

    Naja, also ich würde jetzt die Wörter Gefühle "beiseite schieben" umformen in:

    Muss ich diesem Gefühl gerade JETZT einen Raum geben?

    Passt die Bearbeitung des Gefühls ? oder kann ich das auch zu einem späteren Zeitpunkt tun.?

    Ja, ich würde sagen, das ist ein großer Unterschied, oder? Ob ich sage "Ich will dieses Gefühl gar nicht haben, das soll irgendwie am besten ganz schnell wieder verschwinden", oder ob ich dem Gefühl prinzipiell mit Akzeptanz begegne, mich aber soweit davon distanzieren kann, dass ich dem Gefühl auch nicht sofort nachgehen muss.

    Beim Zen geht es weniger darum, was für ein Gefühl es ist, als darum, wann das Gefühl ist. Ist das Gefühl immer unmittelbar genau jetzt, dann hat es noch keine Form. Dann sind du, das Gefühl und die Welt nicht getrennt. Erst durch unser Verstehen, unsere Bewertung und unser gedanklich-emotionales in Kontextsetzen wird diese Trennung vollzogen. Dann ist es plötzlich ein bestimmtes Gefühl, Vorlieben und Abneigungen greifen, es enstehen Begehren, Verblendung, Wut, Angst, Neid, Eifersucht etc.

    Das klingt für mich so ähnlich wie das im folgenden Zitat (auch von Welwood) beschriebene.


    Quote

    Wenn das Ego die Tendenz ist, an uns festzuhalten und unsere Erfahrung zu kontrollieren, dann ist die ganze Kontrollstruktur des Ego bedroht, wenn wir unsere Emotionen direkt fühlen und ihre Energie frei fließen lassen. Wenn wir uns für die tatsächliche Textur und Qualität eines Gefühls öffnen, statt zu versuchen, sie zu kontrollieren oder zu bewerten, beginnt das "Ich" - die Aktivität des Versuchs, uns zusammenzuhalten - sich in "es" aufzulösen - in die größere Lebendigkeit, die in dem Gefühl anwesend ist.