Posts by mukti

    Ich habe das schon vor einiger Zeit geschrieben und möchte es nochmal betonen, Erleuchtung bedeutet nicht, dass so jemand nun von A bis Z alles weiß.

    Es gibt eine Lehrrede die ich gerade nicht finde, da geht es um diese Frage ob der Buddha alles weiß. Die Antwort ist dass ihm nicht immer alles Wissen gegenwärtig ist, aber wenn er seinen Geist auf etwas richtet, kann er alles darüber in Erfahrung bringen.

    Befreiung von Unwissenheit

    Danke, du hats mir ja auch noch die Frage beantwortet, was befreien meint. :grinsen:


    Alles Leid entsteht ja aus dieser Unwissenheit:

    Quote

    avijjā

    'Nichtwissen, Unwissenheit, Verblendung', gilt als die Grundwurzel alles Übels in der Welt, da sie eben den Erkenntnisblick der Wesen verschleiert und sie die wahre Natur der Dinge nicht erkennen läßt.

    Das andere was mal jemand hier meinte, andere hätten sich ohne Meditation befreit, nur durch Erforschen, verstehe ich aber nicht. Das wäre nicht das Erinnern, sondern schon mehr eine

    Gedankenmachen Methode, sozusagen als Gegensatz zu der Methode in Samadhi zu gehen ?

    Keine Ahnung ob in Samadhi zu sein überhaupt notwendig ist um sich zu befreien bzw um Achtsamkeit und den Klarblick zu bekommen. Ob es überhaupt die gegenteilige Methode zu nur Erforschung wäre.

    Da gibt es wohl verschiedene Meinungen, wichtiger finde ich wie man selber weiterkommt mit der Befreiung von Unwissenheit. Meistens macht man alles zusammen, analysieren, meditieren, kontemplieren, Entwicklung von Metta, Geduld, Freigebigkeit, usw. Wozu man eine besondere Neigung hat, dort hat man dann seinen Schwerpunkt.


    Hat vielleicht auch jemand Ahnung was Parinirwana nun ist? Ich habe nur die Information das es nach dem Tod eintreten kann.


    Da gibt es hier im Forum einen Lexikoneintrag:


    Quote

    Der Begriff Parinirvana wird unterschiedlich interpretiert.

    Einerseits respektvoll auf die unumkehrbare Befreiung Buddhas nach seinem physischen Tod bezogen, im Theravada auch oft nur als Verstärkung des Begriffs Nirvana verstanden.


    In Pali bedeutet Pari vollständig, Parinibbana also vollständiges Nibbana. Der Tod des Buddha wird so bezeichnet (Mahaparinibbana Sutta), es kann aber auch einfach ein Synonym zu Nibbana sein.

    M38:


    Dieses Kind nun, ihr Mönche, entwickelt sich nach und nach, reift nach und nach heran und pflegt alle die Spiele und Übungen seiner Genossen, als wie Verstecken und Fangen, Klettern und Springen, Schleudern, Wagenlenken, Bogenschießen.

    ....

    Da ist die Frage ob das Ich "durch einen Prozess von spezifischer Aneignung je nach Vorliebe und Ablehnung" im Kind entsteht, oder ob das Ich bereits da sein muss, um etwas lieben oder ablehnen zu können. Jedenfalls steht das Ich in einem Bedingungszusammenhang mit dem Ergreifen (mit Vorliebe oder Abneigung). Ohne Ergreifen kein Ich, ohne Ich kein Ergreifen.


    Soweit ist das einigermaßen nachvollziehbar, aber es mittels Achtsamkeit und Wissensklarheit tatsächlich zu sehen finde ich schwierig, es ist wohl das Ende eines langen Weges der Befreiung.

    ich müsste mich ja erst an mein Ich anhaften :shock: , was nicht möglich ist, denn ich bin ja schon ich, wie jeder andere auch, jeder ist bereits sein Ich.

    Mitnichten, jeder wird erst das, was er als sein "Ich" vermeint, eben durch einen Prozess von spezifischer Aneignung je nach Vorliebe und Ablehnung. Das ist doch nun wirklich nicht schwer zu beobachten.

    Was für eine Aneignung, Vorliebe und Ablehnung wofür? kannst du ein Beispiel geben?


    Da hab ich jetzt auch noch mal nachgeschaut und eine Erklärung im Abhidhamma gefunden. Achtsamkeit und Wissensklarheit (sati-sampajañña) werden oft zusammenhängend genannt, hier ist sati mit "Besinnung" übersetzt:

    Klarheit des Geistes was auch sati ist laut dem Artikel meinst du ist auch die Wissensklarheit , der Klarblick ? Oder ist damit eine andere Klarheit gemeint. Die eben mit Wissen zu tun hat ?

    Könnte diese Klarheit ohne sati entstehen ? Nur durch Nachdenken ? Oder doch immer mit sati, weil man sonst nicht nachdenken kann ? Ich frage dir wieder Löcher in den Bauch. Es gab über den link zu sati noch einen link darin, da wird einem geholfen, ein wenig hatte ich vorhin auch reingelesen, der gibt glaube ich gute Antworten. Sati hat eben viele Formen- Einsatzbereiche könnte man eher sagen, so las ich das bereits.

    Man kann ja in allen möglichen Situationen achtsam sein, sich an etwas erinnern oder sich besinnen - ein beliebtes Beispiel ist der achtsame Einbrecher. In Verbindung mit Wissensklarheit bzw. Weisheit kann man dagegen nichts falsch machen


    Da hab ich jetzt auch noch mal nachgeschaut und eine Erklärung im Abhidhamma gefunden. Achtsamkeit und Wissensklarheit (sati-sampajañña) werden oft zusammenhängend genannt, hier ist sati mit "Besinnung" übersetzt:

    Zitat

    79-80.] 85-86. Besinnung und Wissensklarheit

    [79.] 85. Welcher Mensch gilt als "der Besinnung gewärtig", und was ist da "Besinnung" (sati)?

    Was da Besinnung ist, Nachsinnen, ins Gedächtnis zurückrufen, Erinnerung, im Gedächtnis bewahren, Gründlichkeit, Nichtvergesslichkeit, Besinnung, Fähigkeit der Besinnung, Kraft der Besinnung, rechte Besinnung: das nennt man Besinnung. Der mit dieser Besinnung ausgerüstete Mensch aber gilt als der Besinnung gewärtig.


    [80.] 86. Welcher Mensch gilt als "wissensklar", und was ist da "Wissensklarheit" (sampajaññam)?

    Die Weisheit, die da Wissen ist, Forschen, Erforschen, Ergründen der Wahrheit, Beobachtung, Unterscheidung, Beurteilung, Aufgeklärtheit, Geschicklichkeit, Scharfsinn, Gewißheit, Überlegung, Untersuchung, umfassendes Wissen, Klugheit, lenkende Weisheit, Klarblick, Wissensklarheit, anspornende Weisheit, Fähigkeit der Einsicht, Kraft der Einsicht, Schwert der Weisheit, Turm der Weisheit, Licht der Weisheit, Glanz der Weisheit, Leuchte der Weisheit, Schatz der Weisheit, Unverblendung, Wahrheitsergründung, rechte Erkenntnis: das nennt man Wissensklarheit. Der mit dieser Wissensklarheit ausgerüstete Mensch aber gilt als wissensklar.


    Am wohlsten fühle ich mich in der Schneidersitzposition. Dafür habe ich mir zu Hause einen Sitzkissen besorgt mit dem ich sehr zufrieden bin.


    Unterwegs jedoch habe ich das Problem dass ich ohne sitzkissen nicht im Schneidersitz meditieren kann.

    ...

    Hat jemand irgendwelche Tipps oder Ideen?

    Aufblasbares Sitzkissen?

    z.B. hier oder hier

    Das sind einfach die Hormone, die da wirken und ist ein natürlicher Vorgang - da kannst du meditieren, soviel du willst.


    Ich halte es für wesentlich gesünder, sinnliche Bedürfnisse auszuleben als gegen den eigenen Körper anzukämpfen. Da dieser Versuch aufgrund der Biologie des Vorgangs zwangsläufig(!) zum Scheitern verurteilt ist, kommen dann auch fast automatisch Gefühle von Schuld und Versagen hinzu.


    Kann man machen, aber ich wüsste nicht, warum man sich das geben sollte.

    Das Erlöschen der Unwissenheit ist das Ende von Dukkha. In Wirklichkeit bin ich nicht Mann oder Frau, nicht Knochen, Fleisch, Organe, nicht Denken und Fühlen. Die Unwissenheit bewirkt das Annehmen und Ablehnen von Körper und Geist als Ich und mein, das Begehren und Bekämpfen.


    Am Anfang des achtfachen Pfades ist das Verstehen, die rechte Ansicht, die am Ende des Weges zur Erfahrung der Wirklichkeit wird. Es ist der mittlere Weg zwischen Gier und Hass, den jeder gemäß seiner Veranlagung finden kann der Dukkha beenden möchte, ohne in ungesunde Extreme zu verfallen.

    Was mir einfällt... Man braucht kein echtes KZ zu besuchen, zuerst alle existieren in meinem eigenen Geist. Dhammapada, die ersten drei Verse. So wie man die Hölle erschafft, so den Himmel im eigenen Geist.

    Mir scheint manche Geister kommen direkt aus der untersten Hölle auf diese Erde um andere derartig zu quälen.

    ... Aber jemand, der gern und viel trinkt, fühlt sich in seinem Vergnügen beschnitten und in seinem Tun automatisch hinterfragt und kritisiert, wenn ein anderer nüchtern danebensitzt. Das weiß ich aus eigener Erfahrung. :grinsen: Das gleiche gilt für Veganismus, Verzicht auf Auto, Verzicht auf Zigaretten. Das Umfeld fühlt sich immer wieder schon durch die reine Handlung des Verzichts zu einer Rechtfertigung gezwungen. Da muss ich nicht einmal hausieren gehen.

    Das erinnert mich an einen Vers:


    Quote

    Was klagst du über Feinde?

    Sollten solche je werden Freunde,

    Denen das Wesen, wie du bist,

    Im stillen ein ewiger Vorwurf ist?

    Goethe, West-östlicher Divan

    Die Begierde als Leidenschaft zu erkennen ist schon sehr schwierig. Wir begreifen sie meist als so etwas wie einen Freund, der uns zu dem verhilft, was wir für unser Glück glauben zu brauchen. Dafür sind wir dann bereit, Handlungen wie Töten und Diebstahl zu begehen.


    Die Begierde ist aufgrund der negativen Handlungen, die wir in ihrer Folge durchführen, eine Leidenschaft, die uns aufgrund der unheilsamen Potentiale, die wir durch sie ansammeln, sehr stark an Samsara fesselt.

    Besonders schwierig ist es bei Leidenschaften die keine solchen Handlungen nach sich ziehen und allgemein als Bereicherung des Lebens wahrgenommen werden. Z.B. Sammelleidenschaft, Begeisterung für Sport, Fußball, Skifahren usw., für Kunst, Theater, Oper, Musik, und was es da noch alles gibt. Ideal scheint es wenn man solche Leidenschaft nicht nur zum Hobby sondern sogar zum Beruf machen kann, besonders wertvoll etwa als Forscher oder Arzt. Beneidenswert, ein erfülltes Leben.


    Gleichmut, Gelassenheit, Geistesruhe, nüchtern alles nur so sehen wie es ist, das klingt dagegen langweilig, schal, freudlos. Unerschütterlicher innerer Frieden, das klingt schon besser. Aber wir wollen es gerne aufregend haben.

    ich war heute im Konzentrationslager Mauthausen, weil der 79. Jahrestag der Befreiung heute ist und mich hat die Situation unglücklich gemacht, bzw. macht mich das Erlebte noch immer unglücklich.

    Weil eigentlich war nur für die Opfer ein Mitgefühl bzw. Mitleid da, aber nicht für die Täter.

    Mitgefühl stellt sich ein wenn jemand leidet, auch für Täter die bestraft werden. Aber für Täter die nicht bestraft werden, die Macht und Reichtum genossen haben und dann flüchten und in einem anderen Land im Kreis von Gleichgesinnten ein angenehmes Leben haben, da müsste man für das Mitgefühl wohl an die Hölle glauben, die sie nach dem Tod erwartet.

    Wohlwollen in Form von Mitfreude für ihre Karriere und der gelungenen Flucht mit geraubtem Vermögen ist ja nun auch nicht angebracht.

    Falls du noch nichts gefunden hast, vielleicht ist das "Abhidhamma im Alltag" was für dich.

    Also damit ich auch mal diese Frage beantworte:

    Habt ihr solche Situationen erlebt, und sagt ihr heute noch offen, dass ihr an das Dharma glaubt?

    Ich war nie dauerhaft solchen Situationen ausgesetzt und spreche eigentlich nur mit Menschen über den Buddhismus, die ihn auch schätzen können. Wenn mal jemand verächtlich wird ist das sein Problem, nicht meines. Zum Glück muss man in dieser Zeit und Weltgegend nicht mit Bestrafung rechnen wenn man Buddhist ist und keinen Schaden verursacht.

    Falls da jetzt ein Missverständnis entstanden ist - ich habe gemeint dass mir das Leben der Tiere nicht einfach erscheint, nicht deines.

    Zitat

    Thomas Nagel publizierte 1974 seinen berühmtgewordenen Aufsatz "What is it like to be a bat?" (deutsch: Wie ist es, eine Fledermaus zu sein?) als Reaktion auf das, was er "reduktionistische Euphorie" nannte. Reduktiven Physikalismen versuchen, mentale Zustände komplett auf physikalische Zustände zurückzuführen. Nagel gesteht zwar ein, dass mentale Zustände zu Teilen durch funktionale oder behaviorale Zustände charakterisiert werden können. Zumindest einige mentale Zustände haben aber auch einen qualitativen oder phänomenalen Erlebnischarakter, der rein subjektiv ist und nach Nagel durch die Wissenschaft prinzipiell niemals epistemisch reduziert und damit objektiviert werden kann.

    ....

    Weshalb Nagel denkt, dass kein Wissenschaftlicher und generell kein Mensch je wissen kann, wie es ist, eine Fledermaus zu sein, da wir nicht ihre Erlebnisperspektive einnehmen können.


    Quelle


    Wenn ein Mensch Angst hat, ist er durch sein Denken gelähmt, hat er Furcht, gib es sein Denken nicht mehr. Das macht Alkohol so gefährlich, er vernichtet die Angst, die ihn zu einem menschlichen Verhalten innerhalb der sozialen menschlichen Ordnung bringen kann.


    Ein Tier hat Furcht und ist nicht durch Gedankenmachen gelähmt.

    Da kann man dran glauben oder nicht, es ist wie es Psychiater, Psychologen, Verhaltensforscher erforscht und begründet haben.

    Gut, und ein Tier fürchtet sich also nicht vor Vernichtung sondern nur vor Verletzung. Mag sein, weil es Verletzung fühlt und Vernichtung nicht denken kann. Ganz überzeugt bin ich nicht, weil es wohl ein Bewusstsein hat da zu sein und das Bestreben da zu bleiben. Wenn das auch nicht so ein entwickeltes, selbstreflektives Bewusstsein ist wie beim Menschen.

    Tiere haben nie Angst, sie haben immer Furcht, und zwar vor Verletzungen.

    Du meinst sie haben keine Angst vor der Vernichtung, nur vor Verletzung? Das glaube ich nicht. Aber ganz sicher weiß ich es auch nicht, bin ja kein Tier.

    Wenn Tiere nicht um den Tod wüssten würden sie ja keine Angst haben, nicht flüchten, sich nicht verteidigen. Man kann das Überlebenstrieb nennen oder Instinkt, jedenfalls ist es ein Bewusstsein über die Gefährdung ihres Lebens. Auch wenn sie nicht direkt angegriffen werden, verhalten sie sich oft sehr vorsichtig.

    Sie können wohl nicht die Konsequenzen aus der Vergänglichkeit ziehen und den Ausstieg aus dem Samsara anstreben wie die Menschen. Aber die wollen das meistens nicht.