Albtraum nach geführter Meditation

There are 12 replies in this Thread. The last Post () by Aravind.

  • Hallo zusammen,


    ich hoffe ich stelle meine Frage an richtiger Stelle, habe mich gerade erst angemeldet.


    Ich habe vor ca. einem halben Jahr mit geführten Meditationen angefangen diese suche ich mir auf Youtube raus. Bisher habe ich sehr gute Erfahrungen gemacht. Es kam bei einigen Meditationen vor das ich weinen musste es aber doch als befreiend und schön empfunden habe. Also ich hatte grundsätzlich immer ein gutes ausgeglichenes Gefühl danach. Anfangs hatte ich auch welche zum einschlafen,durchschlafen etc gemacht was auch immer einen positiven Effekt hatte (ohne Träume). Diese habe ich jedoch in den letzten 2 Monaten nicht mehr gemacht und gestern wieder angefangen.

    Ich bin während der Meditation eingeschlafen und hatte, bis zu dem Punkt an den ich mich erinnern kann, gute Gedanken und Gefühle. Das Ende vom Lied war ein fetter Albtraum aus dem ich nicht aufwachen konnte (Was mir sonst immer gelingt wenn ich zuviel Angst habe) Mein Mann weckte mich weil ich Schnappatmung hatte und mich hin und her drehte , das hatte er aus dem Nebenzimmer mitbekommen. Ich hatte wirklich furchtbare Angst und ein Gefühl von Verzweiflung und war eig sehr froh darüber geweckt worden zu sein. Teilweise hatte ich das Gefühl wahnsinnig zu werden danach sah immer wieder zu den Fenstern. Ich erzählte ihm von dem Traum daraufhin sagte er das er seit einer Stunde einfach so Gänsehaut hat und nicht schlafen kann. Er hatte wohl auch plötzlich Gedanken die zur Thematik meines Traumes passten. Ich beschreibe ihn mal kurz.

    Mein Mann und ich lagen im Bett, schauten durchs Fenster hoch in den blauen klaren Himmel. Ein weißer gerader Streifen zog sich am Himmel und mittig davon erschien etwas wie eine Flugkapsel, eine kleine gasförmige Kugel Wolke flog von der Kapsel durchs Fenster zu mir. Bis dahin hatte ich ein Gefühl von Geborgenheit

    Als ich es berührte spürte ich einen Stromschlag und es verschwand, mein Gefühl schwang sofort in panische Angst um. Als ich aus dem Fenster sah flog eine gasförmige Gestalt umher und ans Fenster heran. Sie stand, schwebte einfach nur davor während ich hysterisch versuchte die Fenster geschlossen zu halten, die immer auf Kipp aufsprangen. Ich schrie verschwinde, geh weg usw. aber es ging einfach so eine gefühlte Ewigkeit weiter.

    Das war auch der Punkt an dem ich aufwachen wollte aber nicht konnte. Dann wurde ich geweckt. Mein Mann der nicht schlafen konnte war kurz davor im Nebenzimmer und sah sich vertieft Venus an und kam gedanklich nicht davon Weg. Das hört sich doch alles schon recht merkwürdig an und es ist mir ehrlich gesagt auch echt peinlich das jetzt hier so zu schreiben. Leider habe ich in meinem Freundeskreis Niemanden mit dem ich diesbezüglich Erfahrungen austauschen könnte. Ich würde gerne wieder Meditationen zum Einschlafen machen habe jedoch schon etwas Angst davor das es wieder in einem Albtraum endet, ich finde Albträume in der Regel nicht schlimm, auf so einer realen und tiefen Bewusstseinsebene jedoch unerträglich. Muss ich da einfach durch? Hab ich vllt was falsch gemacht? Auch die Verbindung zu meinem Mann finde ich sehr merkwürdig in dieser Situation. Man kennt ja des Phänomen, man denkt an wen und schon klingelt das Telefon (Bsp.) Hat Jemand ähnliche Erfahrungen, vllt ein paar Ratschläge oder sowas für mich? Wäre schon beruhigend wenn Jemand ähnliches "berichten" kann. Wenn ich dafür überhaupt im richtigen Forum gelandet bin. :/

    Lieben Dank schon mal und Entschuldigung falls es hier doch unpassend sein sollte.

  • void

    Approved the thread.
  • Meine Haltung gegenüber solchen geführten Meditationen ist skeptisch bis ablehnend. Ich sehe es so, Meditation im Buddhismus ein Zustand ist, wo man sich von der Welt zurückzieht, um sich mit dem eignen Geist zu beschäftigen- man ist gesammelt und wach.


    "Geführte Meditationen" auf Youtube kommen mir da wie etwas sehr anders vor und ich glaube bei vielen von ihnen handelt es sich eigentlich etwas, was einen in eine hypnotische Trance führt. Statt das man offen und wach wird, wird man träge und passiv. Statt das man sich von äußeren Einflüssen zurückzieht unterwirft man sich vollständig einer Stimme und ihren Suggestionen. Für mich ist das ein Unterschied wie Tag und Nacht.


    Natürlich erföffnet sich in der Passivität der Zugang zu einer frühkindliche Geborgenheit. Was angenehm sein kann, weil all die Sorgen und Nöte des Alltags von einem abgfallen und man sich treiben lassen kann. Sich von jemandem Hypnotisieren zu lassen, erfordert aber ein starkes Vertrauensverhältnis, weil man dem anderen ja Zugang zum eigenen Unterbewusstsein gewährt. Sich gegenüber Videos auf Youtube so zu öffnen halte ich für naiv. Das Risiko besteht genau darin, dass das was man da Einfluss auf einem gewährt, einem nicht gut tut und man Alpträume davon bekommt. Eben gerade weil solche Trance-Suggestionen statt einen zu ermächtigen, auf den eigenen Geist zu wirken, einen zu so einer frühkindlichen Passivität erziehen, bekommt man neben dem glücklich glucksenden Baby auch das angstvoll schreiende. So wie die Liebhaber bewusstseinerweiternder Droge, je nach Umständen glücksvolle Erlebnisse oder Horrortrips bekommen, denen sie beiden dann hilfslos ausgeliefert sind.


    Wobei ich gehört habe, das es auch geführt Meditation von bekannten buddhitischen Lehrern gibt. Da frage ich mich, ob das dann auch einfach so Suggestionen sind, wo man passiv im Fruchtwasser des eignen Unterbewusstseins rumdümpelt oder ob das buddhitischer Meditation näherkommt?

  • Passt scho!


    Alpträume sind normal. Auch wiederkehrende Alpträume.

    Ich habe früher viel mit Träumen gearbeitet und sie für mich analysiert. Gleichzeitig sollte man mit Analysen auch vorsichtig sein. Die Sprache der Träume ist sehr verschachtelt und wenn man sich und die eigene Symbolik nicht ein Stück weit kennt, dann kann man zu komischen Schlüssen kommen.


    Ein paar sehr schlimme Alpträume habe ich in den Griff bekommen, nachdem ich in der Lage war luzide zu träumen, also bewusst in die Träume einzugreifen und die beängstigenden Situationen innerhalb des Traumes für mich in befriedigender Weise zu lösen, z.B. indem ich die mir angstauslösende Gestalt im Traum ansprach und sie befragte, was sie von mir wolle. (Die Antwort lautete übrigens: "Deine Freundin sein." Damit fand meine sehr quälende Spinnenphobie schlagartig ein Ende.)


    Ich löse auch Probleme im Schlaf. Z.B. wenn ich bei einer beruflichen Aufgabe nicht mehr weiterkommen, dann nehme ich mir vor im Schlaf auf die Lösung zu kommen. Dabei muss das kein Traum sein, an den ich mich erinnere, ich muss nur am anderen Morgen die Lösung finden. Klappt immer.

    Du kannst also Deine Träume produktiv verwenden, Du kannst mit ihnen arbeiten, Du kannst sie als Teil Deiner Psyche betrachten, die sich so im Schlaf bemerkbar macht, also was ganz normales, notwendiges und schönes – selbst wenn sie unangenehme Gefühle auslösen. Dann ist schon mal die Dramatik raus, das Grübeln, ob da was nicht stimmt usw. Du kannst schöne Träume genießen und die unangenehmen als Nebenprodukt betrachten, als Zeichen, dass Du ein Mensch bist und Angst was menschliches.


    Das mit Deinem Mann verstehe ich inhaltlich nicht ganz.

    Was ich aber gut kenne ist, dass ich die Umgebung in meine Träume einbeziehe. Diese erscheinen dann umso realer. Dann träume ich ich träume und wache in diesem Traum auf und tue etwas, rede mit jemandem usw. Aber ich träume. Diese Träume sind besonders eindrücklich und erscheinen sehr real. Manchmal dauert es nach dem Aufwachen einige Stunden bis ich dann wirklich in der Realität ankomme. Bei manchen Alpträumen tritt das regelmäßig auf. Dann bin ich richtig verwirrt und weiß nicht, ob es wahr ist, was ich geträumt habe. Es gibt da ein Motiv, das ich seit Jahren immer wieder träume. Die Verwirrung nach diesem Traum ist so tiefgreifend, dass ich richtig aufpassen muss, dass sich da nicht was falsches in meine Erinnerung einschleicht.

    Alpträume nach Mediation sind nichts besonderes. Mach Dir darüber keine Sorgen.

    Der Sinn des Lebens besteht darin, Rudolph, dem Schwurkel, den Schnabel zu kraulen.

  • Dem letzten Satz der Vorrednerin mag ich mich so gar nicht anschliessen.


    Wenn ein Albtraum so fest und tief ist, wer weiss womit das zu tun hat.

    Mediale Überreizung vielleicht? Sauerstoffmangel?

    Die Art von "Mediation", also Bilder,Stimme,Suggestion,ein eher "technisches" Setting? Auch ist es so, dass ein konzentratives Hören, quasi wie eine 'Glocke' wirken kann.

    Grade dann noch wenn man einschläft. Der Sinn mag dann weiter ganz auf das Hören konzentriert sein und alles andere wird "verdrängt", also Empfindungen,Gefühle,Körperlichkeit. Also diese Art "Abspaltung", denke ich,kann auch krasse Ängste auslösen. Aber auch so "magische" Settings von geführter Mediation.

  • Hallo Michelle,


    falls die Meditation, die das bei Dir ausgelöst hat, auch von Youtube war: Kannst Du sie hier mal verlinken? Oft findet man dann heraus, dass beim 'Führen' etwas ungeschickt war.


    Es stimmt schon: geführte Meditationen gehen eher in die Richtung Hypnose/Trance und unterscheiden sich damit in Form und Zweck von den meisten 'buddhistischen' Meditationen. Allerdings ist meines Erachtens eine der verbreitetsten buddhistischen Meditationen, die Metta-Meditation, auch eine Autosuggestion (was hier jetzt hoffentlich nicht zu off topic-Diskussionen führt, die mit Deinem Problem nichts zu tun haben...:)).

    'Die Ruhe ist die natürliche Stimmung eines wohlgeregelten, mit sich einigen Herzens.' (Wilhelm v. Humboldt)

  • Bei Hypnose ist es ja so, dass es zuerst eine Phase gibt, wo man in den hypmontischen Zustand geführt wird. Also z.B mit Suggestionen, dass man sich schwer fühlt, das man sich entpannt usw. Nach der Hypnose gibt es eine Auflösungsphase, wo man in den normalen Alltagszustand übergeht. Wenn man jedoch während der Hypnose einschläft, dann kriegt man letzteres womöglich nicht mit, d.h. man bleibt hypnotisiert. Ist dir vielleicht das passiert?


    Der Satz "Das war auch der Punkt an dem ich aufwachen wollte aber nicht konnte" läßt mich an das Phänomen der Schlafparalyse denken:


    Bei der Schlafparalyse, auch Schlafstarre oder Schlaflähmung, ist die Skelettmuskulatur während des Schlafs gelähmt. Das dient dazu, den Körper zu schützen. Es verhindert, dass geträumte Bewegungen tatsächlich ausgeführt werden. Wenn man aufwacht, verschwindet die Lähmung sofort, und man nimmt sie nicht wahr. Es kann jedoch ab und zu passieren, dass man die Lähmung bewusst erlebt, entweder kurz vor dem Einschlafen oder nach dem Aufwachen.


    Ein bewusstes Erleben der Lähmung kann mit albtraumartigen Erfahrungen einhergehen. Die bewusst erlebte Schlafparalyse ist an sich ungefährlich, wird aber von vielen Menschen als sehr unangenehm oder auch angsterregend empfunden. Manche Betroffenen haben das Gefühl zu ersticken, weil sie ihre Atmung nicht spüren, andere fühlen einen Druck auf der Brust, als ob dort etwas Schweres laste. Bei etwa einem Drittel der Betroffenen treten auch visuelle, taktile oder akustische Halluzinationen auf. Die Halluzinationen können auch den Charakter außerkörperlicher Erfahrungen und der Sicht auf den eigenen Körper von außen (Autoskopie) haben

  • Ja, genau, diese Zustände zwischen Schlaf und Wachzustand sind speziell. Ich hatte die lange Zeit ganz extrem. Dabei weiss man oft wo man tatsächlich ist, überlagert aber die Umwelt mit Bildern aus dem Unterbewusstsein. Es gibt sogar tibetisch buddhistische Meditationen bei denen man gezielt bis zum Einschlafen meditiert und dann die Meditation nach dem Aufwachen erst auflöst. Das dient verschiedenen Zwecken, kann aber auch diese Grenzen verwischen.


    Unabhängig davon sind aber hypnagoge und hypnopompe Zustände nichts ungewöhnliches und daher auch in keiner Weise bedenklich, auch wenn sie oft mit Angst verbunden und unangenehm sind. Die Angst geht zurück, wenn man es schafft, sich zu erinnern, in was für einem Zustand man ist und nicht versucht gegen die Paralyse anzukämpfen. Dabei helfen Übungen zum Luziden Träumen, eine Technik die es beim "Traumyoga" auch im tibetischen Buddhismus gibt. Letzteres sollte man aber besser unter Anleitung machen.


    Hier noch ein paar Infos zu diesen Zwischenzuständen: https://www.klartraum-wiki.de/wiki/schlafstarre

    "Respekt ist unsere Aufgabe und nicht ne falsche Maske, die ich aufhabe" (Fanta 4)
    OM BENDZA KILI KILAYA HUNG

  • Als ich mit Meditation angefangen hab,hatte ich eine Zeit, in der ich beim Einschlafen Angstzustände bekommen hab.


    Das war ein wenig anders, zum einen, weil ich Zen-Meditation unter Anleitung gemacht hab, und keine geführten Youtube-Meditationen, zum anderen, weil alles prima war, wenn ich mal geschlafen hab. Also, gab sicher mal Albträume, aber die hatte ich vorher auch von Zeit zu Zeit :)


    Was mir aber passiert ist: Durch die neue Praxis habe ich zum ersten Mal deutlich mitbekommen, wie ich vom Wachzustand in den Schlafzustand wechsle. Das hat sich öfter angefühlt, wie im Wasser zu versinken, da war ein Gefühl von Kontrollverlust und Ertrinken. Das heißt, ich bin immer wieder mit Angst hochgeschreckt, wenn ich grade dabei war, in den Schlaf hinüberzugleiten.


    Das Problem hatte ich vorher nie, da ich auch nie mitbekommen hab, wie ich wegdämmer - ich bin halt irgendwann wieder aufgewacht, meistens am nächsten Morgen :D Aber dieser unangenehme Zustand hat nicht lange gehalten, ich hab mich dran gewöhnt, das jetzt wahrzunehmen und genieße mittlerweile das bewusste Einschlafen.


    Was du schreibst, ist vermutlich was anderes. Ich mein, klassische formale Meditation ist ja eher was, das man im Wachzustand durchführt - soll nicht heißen, dass man nichts anderes machen kann, aber während des Einschlafens zu meditieren ist zumindest unüblich. Wenn man sowas macht, dann wohl eher, wenn man schon Routine und Erfahrung hat.


    "Meditation" ist halt auch ein vager Begriff - laut dem, was du bisher geschrieben hast, könnte sich alles mögliche dahinter verbergen. Womöglich wärs auch eine Idee, erstmal eine Achtsamkeitsmeditation im Wachzustand durchzuführen, und Routine zu entwickeln?


    Aber wie gesagt - schreib doch bitte mal, was du da für geführte Meditationen machst.

  • Durch die neue Praxis habe ich zum ersten Mal deutlich mitbekommen, wie ich vom Wachzustand in den Schlafzustand wechsle.

    Genau das ist ein wichtiger Aspekt beim Traumyoga oder Übungen wie "Klares Licht" aus den Yogas von Naropa. Es heisst, wenn man im Übergang komplett bewusst bleiben kann, dass man automatisch auch die traumartige Natur des Wachzustands erkennt. Das bezieht sich aber dann nicht nur auf dieses erste "Absinken" sondern man muss es schaffen, vom Wachzustand direkt ohne Lücke in einen Luziden Traum umzuschalten oder gar in der traumlosen Tiefschlafphase bewusst zu bleiben.


    Interessanterweise habe ich als kleines Kind jahrelang jede Nacht versucht, in diesem Übergang bewusst zu bleiben. Den Buddhismus habe ich aber erst als Jugendlicher kennen gelernt. (Zunächst Zen) Ich denke dass man als Kind ja so einiges ausprobiert oder auf Ideen kommt, aber diese Hartnäckigkeit in der Übung habe ich im Nachhinein so gedeutet, dass "ich" die Technik vielleicht in einem vergangenen Leben schon lange geübt hatte und daher eine Gewohnheitstendenz vorhanden war, die "überlebt" hat.

    "Respekt ist unsere Aufgabe und nicht ne falsche Maske, die ich aufhabe" (Fanta 4)
    OM BENDZA KILI KILAYA HUNG

  • Hallo Zusammen, erstmal lieben Dank für eure Hilfe und eure Erfahrungen. Ich bin sehr beruhigt das es wohl an der Hypnose lag. Habe mir bis bis jetzt ehrlich gesagt noch keine Gedanken über den Unterschied gemacht. Ich werde mich als nächstes wohl erstmal etwas schlau machen müssen. Ich glaube dieses Forum wird mir dabei behilflich sein.


    Hier nochmal den Link zu Video das ich mir angehört hatte: