Zazen „bringt nix“

There are 39 replies in this Thread. The last Post () by Schneelöwin.

  • Quote from Ellviral
    Quote from Bakram

    Das mit dem "Sitzen" ist meiner Ansicht nach so eine gemeinsame Eigenart von Deutschen und Japanern:


    Nur sitzen geht nicht, zumindest diszipliniert soll es sein. :lol::lol:

    Und wehe die Hände sind nicht ganz genau so wie der große Meister es vorgeschrieben hat.


    Hey, wenn es nicht anstrengend ist, wirkt es nicht, hat meine Großmutter immer gesagt! 8)

  • Guten Morgen zusammen. Gestern habe ich meditiert. Ich habe mich auf die Haltung und auf nichts weiter konzentriert. Die Augen waren halb offen. Diesmal habe ich den Timer auf 25 min. Gestellt. Am Anfang war alles gut nur extrem Müde war ich und heute gab es einige Probleme in der Firma die mich nicht loslassen. Dann nach ca20. Min war es massiv seltsam. Meine Hände waren wie Blei ich hatte das Gefühl die ganze Welt liegt darauf. Etwas später fühlte ich den ganzen Körper als wäre er auch so schwer aber im ganzen später war es wie Glas ,gefühlt. Es war sehr schwer dieses Gefühl weg zu bekommen ich hatte Angst davor. Ich habe die Meditation abgebrochen. Mir ist eingefallen das ich genau dieses Gefühl als Kind hatte manchmal im Bett so als ob ich schwebe oder alles schwer war. Ich hatte sehr große Angst davor. Wie soll ich damit umgehen? Ist es eine Angeststörung?welche sich zeigt?irgendwie bin ich verunsichert. LG

  • Quote from Sida0211

    .....Mir ist eingefallen das ich genau dieses Gefühl als Kind hatte manchmal im Bett so als ob ich schwebe oder alles schwer war. Ich hatte sehr große Angst davor. Wie soll ich damit umgehen? Ist es eine Angeststörung?welche sich zeigt?irgendwie bin ich verunsichert. LG


    Ich hatte als Kind Durchfall. Und nu?


    Erstens bist du kein Kind mehr und zweitens glaubst du doch nicht allen ernstes, dass hier irgend jemand, der dich überhaupt nicht kennt, eine medizinische Diagnose wie z.B. Angststörung stellen kann.


    Hast du schon mal mit dem Gedanken gespielt, zur Volkshochschule zu gehen und unter kompetenter Anleitung autogenes Training zu üben? Wenn nicht, dann denk mal darüber nach. Das wäre mein ungefragter Rat.

  • Quote from Sida0211

    Guten Morgen zusammen. Gestern habe ich meditiert. Ich habe mich auf die Haltung und auf nichts weiter konzentriert. Die Augen waren halb offen. Diesmal habe ich den Timer auf 25 min. Gestellt. Am Anfang war alles gut nur extrem Müde war ich und heute gab es einige Probleme in der Firma die mich nicht loslassen. Dann nach ca20. Min war es massiv seltsam. Meine Hände waren wie Blei ich hatte das Gefühl die ganze Welt liegt darauf. Etwas später fühlte ich den ganzen Körper als wäre er auch so schwer aber im ganzen später war es wie Glas ,gefühlt. Es war sehr schwer dieses Gefühl weg zu bekommen ich hatte Angst davor. Ich habe die Meditation abgebrochen. Mir ist eingefallen das ich genau dieses Gefühl als Kind hatte manchmal im Bett so als ob ich schwebe oder alles schwer war. Ich hatte sehr große Angst davor. Wie soll ich damit umgehen? Ist es eine Angeststörung?welche sich zeigt?irgendwie bin ich verunsichert. LG


    Muskel-Entspannung wird von vielen Menschen als Schwere empfunden. Diese Schwere geht dann oft irgendwann in ein Gefühl von Leichtigkeit über. So als ob man schweben würde.
    Wer Autogenes Training praktiziert, kennt das als ganz normales Phänomen der Muskelentspannung.
    Insofern ist es vermutlich wirklich das Beste, Du besuchst einen Kurs zum Autogenen Training. Dort lernst Du dann, dass diese Phänomene völlig normal und sogar das Ziel der Übung sind. :)

  • Was Haltung angeht ist natürlich die gerade Wirbelsäule beim Zazen gemeint aber darüber
    hinaus im Leben ist die innere Haltung zu sich selbst und der Umwelt gemeint.
    Gibt es dabei Kontroversen drückt sich das im schmerzenden Rücken aus. Zazen und die
    gerade Sitzhaltung allein führen kaum zum Loslassen der Gedanken, die ganze Erörterung
    meiner Beziehungen mit mir selbst und Anderen ist dabei unerlässlich.
    Wenn ich so etwas in der Sitzmeditation denke oder auch in jeder anderen Meditation
    und zu befriedigenden und harmonischen Ergebnisse komme stellt sich das Loslassen ein,
    denn dann hat darüber Nachdenken keinen Zweck mehr aber erst dann.
    Dieser Prozess ist lang, je nach Persönlichkeit und Konfliktsituation Jahre lang.
    "bringt nix" ist auf jeden Fall besser als bringt einen Haufen schlechter Gefühle und
    so ist das Überleben des Pensums Zazen ohne aufzugeben oder abzubrechen bzw, zwischendurch
    nach dem Handy zu greifen, schon mal eine tolle Sache für die Genesung der eigenen
    seelischen Umstände. Wie schon oft gesagt wurde, keine Erwartung haben, einfach machen
    und für das eigene Leben darauf vertrauen, dass es Linderung bringt.
    Fernsehschauen oder auf andere Bildschirme ist im Moment viel erfüllender, da ist was los
    und ich muss keinen meiner Gedanken spüren, bin stets abgelenkt aber das hat Konsequenzen
    denn der Konflikt im Organismus geht nicht weg, er treibt nur im Geheimen sein Unwesen
    und irgendwann kommt es zum Ausbruch und die Ärzte sind ratlos oder sogar hilflos.
    Deshalb ist Zazen und die dazugehörigen bewussten Gedanken bevor man sie loslassen kann
    ein Verhalten das Sinn macht und das Leid im Dasein lindert.

  • Wenn ich einige Menschen beim Meditieren so beobachte, erkenne ich ebenso, dass diese sich förmlich quälen.
    Es gibt Hinweise z.B. von J.Krishnamurti oder auch KF. Dürckheim, dass man, bevor man mit dem meditieren anfängt, psychisch zumindest einigermaßen aufgeräumt sein sollte; da ansonsten es passieren kann,


    "dass der Teufel Einen von hinten holt" räusper



    Ich selbst habe nun keine Probleme damit, aber in mancher Literatur steht es so beschrieben.
    Was immer damit auch gemeint ist? und wie immer natürlich in Frage gestellt werden sollte.
    Oder aber gibt es Alternativen, die für diese Menschen geeigneter sind?


    Liebe Grüße Schneelöwin

    Doch nichts verging je, was nur einen Augen-Blick wahr war.:sunny::rose:


  • Schreibe das nicht nur hier ins Forum sondern sage es den Leuten die Du beobachtest.
    Ansonsten könnte man Dir in der virtuellen Welt schnell eine gestörte Wahrnehmung nachsagen
    die zu diesen Beobachtungen führt und die Leute mit schlechter Haltung sind aus dem Schneider.
    Deshalb nicht nur hier im Forum allgemein ansagen und mit dem Teufel drohen sondern vor Ort
    etwas tun. Ich schaue niemanden zu beim Meditieren, ich gebe auch keine Rezepte wie man
    es machen soll, dieser Vorgang ist ein Prozess mit dem ureigensten Inneren und da findet jeder
    für sich den richtigen Weg und wenn nicht lässt es sich von außen nicht erzwingen.
    Zazen im Zen-Buddhismus ist eine innere Erfahrung und ein Prozess mit sich selbst, kein
    Leistungssport durch Trainer zu Bestwerten gepuscht und zum absoluten Sieg geführt.
    Es ist wichtig für den Sinn der Meditation, dass man nicht gesagt bekommt was man machen
    soll, sondern, dass man darauf vertraut, dass man beim Tun erfährt wie es richtig geht.
    Überspitzt formuliert, sollte einer beim Meditieren von der Decke hängen wollen weil er nur
    so loslassen kann, ist das auch völlig in Ordnung, er bestimmt was gut für ihn ist und niemand sonst.
    Eingegriffen von außen wird nur bevor einer oder mehrere Leute zu Schaden kommen.
    Wenn jedoch jemand beim Zazen Schmerzen bekommt ist er der Erste der sich bei einer kompetenten
    Kraft erkundigt woran das liegen könnte, meist sind es psychosomatische Verspannungen.

  • Tut mir leid, dass mein Beitrag Dir missfällt, sati-zen.
    Das "Teufelszitat" ist nicht von mir - wenn Du genau liest - und damit wird auch nicht
    der böse Teufel gemeint sein, sondern ist wohl als eine Art Metapher zu verstehen.
    Mein Beitrag war als Frage gemeint und ich bin selbst etwas schockiert bzw. irritiert, dass dieser Ausdruck als Möglichkeit - was immer damit gemeint ist - in den Raum gestellt wurde.
    Weshalb ich bei einer Meditation beobachten durfte, könnte ich Dir jetzt zwar erklären, verspüre aber keine Motivation dahingehend. :moon:


    Falls der Beitrag jetzt Allgemein negativ aufgenommen wird, darf dieser gerne gelöscht werden, da ich jetzt auch auf die Schnelle keine Internetquelle angeben kann.


    Liebe Grüße Schneelöwin

    Doch nichts verging je, was nur einen Augen-Blick wahr war.:sunny::rose:


  • Ich glaube, ich hatte eine ganz andere Herangehensweise ans Meditieren, als das, was ich hier von einigen lese. Ich glaube überhaupt nicht, daß man sich durch die Meditation _quälen_ muß, um eines höheren Zieles in weiter Zukunft wegen.


    Ich meditiere, weil es mir gut tut, zur Ruhe zu kommen, den Blickwinkel vom Berufstrubel zurück nach innen zu wenden, immer wieder zu üben, sanft und wohlwollend mit mir selber umzugehen und irgendwann dann zu erleben, wie es ist, tief in mir zu ruhen.


    Dabei kenne ich das auch mit den extremen Schmerzen, dem Muskeltonusabfall, der dann Schwere, Taubheitsgefühle oder "Schwebegefühle" bewirkt. Ich glaube aber nicht, daß es sinnvoll für mich ist, mich da durchzuquälen, sondern halte es für ein Zeichen, daß irgendwas noch nicht stimmt und gut ist.


    Also habe ich viele Sitzpositionen und unterschiedliche Sitzkissen und -höhen ausprobiert und dabei auch ausprobiert, wie lange ich worauf in welcher Position sitzen kann, dabei immer wieder die Zeit gemessen usw. Das war eine recht langweilige Vorarbeit, die noch nichts mit Meditation zu tun hatte. Und ich habe mit nur 5 Minuten Sitzerei angefangen.

    Aber nach einiger Zeit bekam ich heraus, in welcher Position ich lang genug schmerzfrei sitzen konnte und habe mich auch danach nicht gescheut, mich einfach mal mit Rückkissen auf einen Stuhl zu setzen, wenn ich zu müde von der Arbeit kam.


    Vielleicht wäre das auch für andere eine Möglichkeit, zu einer angenehmeren schmerzfreien Sitzhaltung zu kommen.


    Wohlwollend zu sich selber sein!

    Das gilt auch für die vielen Gedanken, die jedem durch den Kopf jagen, sobald wir die äußere Ablenkung reduzieren. Unter "Loslassen" verstehe ich das Annehmen der Gedanken ohne sich groß deshalb zu verurteilen und dann zur Atembeobachtung (oder anderem Objekt der Meditation) zurückzukehren, nach dem Motto "guter Gedanke für später, jetzt gehe ich aber zurück zur Atmung".


    Ich glaube, daß dieser wohlwollende Umgang mit sich selbst und dieses tägliche zur Ruhe kommen immer etwas bringt, quer durch alle Religionen und Lebensphilosophien, auch wenn es nur wenige Sekunden oder Minuten sind, in denen wir das schaffen. Diese Minuten werden mehr werden.


    Ich lese gerade das Buch "Loslassen, was uns festhält. Mit Achsamkeit aus alten Mustern ausbrechen" von Martine Batchelor (Taschenbuch,10€). Sie ist Engländerin und hat als Nonne 10 Jahre lang in einem koreanischen Zenkloster praktiziert. In diesem Buch geht es um die Themen, über die wir uns hiere gerade austauschen.

  • Wie soll ich damit umgehen? Ist es eine Angeststörung?welche sich zeigt?irgendwie bin ich verunsichert. LG

    Hallo Sida,


    einfach noch einmal versuchen.

    Hast Du schon einmal die "Beobachterposition" eingenommen? Ich mache diese manchmal, wenn mich die Gedanken überschwemmen. Dann stelle ich mir zu Beginn der Meditation die Frage "Wer bin ich" und erhebe mich in Beobachtung über meine Gedanken. Und sofort kehrt dann "Ruhe" bei mir ein. Das fällt mir dazu ein und ist erst einmal eine gute "Krücke" (jedenfalls für mich).


    Liebe Grüße die Schneelöwin

    Doch nichts verging je, was nur einen Augen-Blick wahr war.:sunny::rose: