Psychotherapie & Buddhismus

  • Tolle Leistung diese Darstellung,

    Ach, ich lese enorm viel, das bedeutet nichts , dass ich der echter Buddhist wäre, aber wenn ich hier ( immer seltener) aufkreuze, dann mich wundert immer, warum sie andere so wenig "lesen". Klar, dass wie E.Fromm, wie auch C. Jung waren von dem Buddhismus total begeistert. Aber die interpretieren ihn von der absolut anderen warte, und das war , wie es genug Thanisssaro Bhikkhu nachweist, fatal für den Buddhismus. Und sein richtiges Verstehen.

    Von kurzem die ganze Nachrichten waren voll, wie kleine Mädchen die eigene Freundin erstochen haben. Als ich das ganze gesehen hatte, ich dachte, die brauchen keinen Buddhismus , aber sehr guten Psychonalytiker, und nichts so viel Gewalt in den Medien und im eigenen Game-Spielen, denn dann die verwechselen die Realität mit den sankhara, ein-aus-gebildeteten, und wenn man ihnen die Meditation unterrichtet, das würde absolut nichts erwirken , nichts bringen. Traurig, wo wir alle leben. Die Welt , wo der Buddha lebte und unsere moderne Zivilisation... Aber die "grausige" natur des Menschen ist doch diesselbe geblieben.

    Nach seiner Vergiftung der Buddha hatte die enorme Schcmerzen, die "tödliche " Schmerzen. ( steht im Text). Als ich das geselen hatte, ich erinnerte sehr viele hier im Forum... Der litt und er starb auch. Wenn man in Buddha den realen Menschen sieht.

    Denn alles Gebaute ist so wie "zusammengebraut". Der Versuch, die Psychologie mit dem Buddhismus zu "vermählen" ... es wäre für mich dasselbe, wie den Buddha ewig weiter lassen zu leben. Das geht aber nichts. Denn alle mögliche Götter sind auch sterblich, und das ist der Buddhismus, wie es am Ur-sprung war.

    LG, und danke:rose:, einfachundgerne

    Ein Leben ohne Selbsterforschung verdiente gar nicht gelebt zu werden.

    Sokrates

    Edited once, last by Igor07 ().

  • Wenn man die große Schnittmenge ansieht, dann kann man daraus entweder den Schluss ziehen, dass Buddhismus und Psychologie in weiten Teilen in die gleiche Richtung ziehen.


    Oder man kann auch eine andere Begriffsdefinition verwenden und das Abnehmen von Gier und Hass, Trauma und Sucht hier eher eine Nebenwirkung des Buddhismus betrachten.


    Das Bild, das Welwood benutzt, beschreibt die Psychotherapie als Beschneiden des Baums und den Buddhismus als einen Ansatz, der an der Wurzel des Baums ansetzt. Das trifft es meines Erachtens sehr gut. Während void hier die Gemeinsamkeiten von beiden betont, sieht Igor07 zwei nicht miteinander vereinbare Ansätze in Psychoanalyse (als einer Richtung von Psychotherapie) und Buddhismus, weil die eine einen fit machen wolle für die Gesellschaft, der andere einen zum Ausstieg aus der Gesellschaft ermächtige. Die eine Triebkonflikte bewusst machen wolle, der andere die Des-Identifikation mit den Skandha anstrebe. Die eine ein Strukturmodell der Persönlichkeit mit Es, Ich und Über-Ich voraussetzt und der andere die bedingte Entstehung und Leerheit lehrt.

    Die Psychoanalyse hat eine begrenzte Sicht auf die Entstehung von (psychischem) Leiden, insofern sie einen großen Schwerpunkt auf die Erfahrungen der ersten Lebensjahre als Ursache legt. Always this mommy, daddy stuff. Der (falsch verstandene) Buddhismus hat einen blinden Fleck, wenn er meint alle Leiden könnten durch die Erkenntnis der Leerheit überwunden werden. Etwa wenn jemand emotionale Schwierigkeiten hat und - statt sich mit diesen auseinander zu setzen - versucht, sie in Leerheit zu ertränken. (Hier könnte man sich noch einmal genauer anschauen, was es im Einzelnen heißen kann, sich mit seinen emotionalen Schwierigkeiten auseinanderzusetzen und welche unterschiedlichen Herangehensweisen Buddhismus und Psychotherapie an den Tag legen.)

    Daher würde ich für eine Sicht plädieren, die sich die blinden Flecken beider Ansätze bewusst macht und auch die Begrenzungen akzeptiert, die sich daraus ergeben. Dadurch sollte eine Offenheit füreinander plausibler und erstrebenswerter werden. Und dann wäre die Frage nicht: "Sind Buddhismus und Psychotherapie das Gleiche und kann das eine das andere ersetzen?", sondern: "Wie können beide ineinander greifen und aneinander anschließen?"


    oder wie es war im einem sehr guten Film, eine Frau von dem höchstem Adel führt das Doppelleben als die Hure.

    Und erzähle ihr , dann, bitte, über den Buddhismus, oder Nirvana pur... Die würde das niemals verstehen.

    Warum meinst du würde sie es niemals verstehen? Ist der Buddhismus nur verständlich für einen Kreis von Auserwählten? Und warum hat sie denn überhaupt ein solches Doppelleben geführt?

    "Das Siegel der erreichten Freiheit: Sich nicht mehr vor sich selbst schämen."

    - Irvin Yalom, Und Nietzsche weinte

  • Grundlagen der psychoanalytischen Theorie

    Grundannahmen

    1. Die Entwicklung einer Person kann von vergessenen Kindheitserinnerungen und Traumata bestimmt werden.[17][18][19]
    2. Menschliches Verhalten und Erleben kann unbewusst und von Trieben bestimmt sein.[20][21][22]
    3. Versuche, dieses unbewusste Material ins Bewusstsein zu bringen, können zu Widerständen in Form von Abwehrmechanismen führen, zum Beispiel Verdrängung.[23][22]
    4. Konflikte zwischen bewusstem und unbewusstem Material können zu psychischen Störungen führen.[24][25][26][27][28]
    5. Unbewusstes Material kann in Träumen, Versprechern, misslungenen Handlungen und Witzen auftreten.[29][30][31]
    6. Linderung und Heilung von Symptomen innerhalb der Psychoanalyse können durch das Bewusstmachen und Durcharbeiten unbewussten Materials erreicht werden.[32][33]


    Der psychoanalytische Ansatz spielt für die Behandlung von psychischen Störungen heutzutage oft nur noch eine untergeordnete Rolle. Wenn man die westliche Psychologie aus buddhistischer Sicht bewerten möchte, bieten sich da wahrscheinlich die verhaltenstherapeutischen Ansätze eher an.

  • Warum meinst du würde sie es niemals verstehen? Ist der Buddhismus nur verständlich für einen Kreis von Auserwählten? Und warum hat sie denn überhaupt ein solches Doppelleben geführt?

    Hi, Mabli .

    Ganz genau, mein Freund, wenn ich darf.

    Für die "auserwählten", denn Buddha wollte zuerst nichts reden, man kann es , z.B., an einigen Stellen sehen, so:


    Das ist, was ich momentan finden kann. Es gibt auch genug die andere Quellen im Kanon, die dasselebe aussagen.

    Z. B, was anbelangt Anatta, das ist sehr schwer sogar rein intellektuel zu erfassen. So wie Kant "Ding an sich". Einige Forscher betrachten es absolut anders als Nyanatiloka, denn wie Visuddhi-Magga, so wie Abhidhamma entstanden viel später, als der Buddha noch im Leben war. Und jetzt sage es mir, kannst du mir erklären, wie Kant "Das Ding in sich selsbt " normal zu erklären.? Ohne Wagon von Wodka kaum ... so es geht mit der Leerheit von Mahyana. Ich sollte es immer und immer kontemplieren, dann endlich, ich hatte es ein wenig erfasst. ( Hoffe ich) Aber das sind die andere Grundlagen, eigentlich, als im Kanon. Ich meine, die andere Voraussetzungen, also die Sichtwiese von Manayana ist absolut andere, als es im Ur-Buddhimmus steht ( so E. Conze, z,.B, oder Hans Wolfgang Schumann, usw... )


    Doppeleleben? Weil das macht unsere narur aus. Wenn ich es richtig erinnere, der Ehemann war gelähmt, aber die Heldin wollte ficken, egal mit wem , dann die geht ins Bordell, und schläft mit den allen ... Ein Freier wollte dann die erpressen , und das ganze dem Eehemann zu erzählen. Gut, das ist sehr berühmer französiche Film, aber ich kann nur den Tutel nichts erinnern. Egal, das ist das, was man im Kanon als "Anusaya", oder "Asava" benennt. Das wäre dann die "Entsprechung" für die Psychonalyse.

    Verhatens-Therapie beunuztz dann so wie die kognitive Modellen nach Beck, das , wie ich genug erfahren hatte, ( und auch studiert hatte), löst keine Probleme in Wurzeln.

    Das ändert nur den Muster ( Pattern) des Verhaltens, mehr nichts.

    Der Ansatz kratzt so wie an der Oberfläche, wie bei den mäusen, die re-flektiv lernen, das Essen zu kriegen. Wie diese Hunde von Pavlov. Echt widerlich, meine eigene Meinung.

    Mabli , wie ich es früher schon erwähnt hatte, ich hatte doch das Buch. Aber ich sehe es jetzt, nach vielen Jahren anderes.


    Die Psychoanalyse hat eine begrenzte Sicht auf die Entstehung von (psychischem) Leiden, insofern sie einen großen Schwerpunkt auf die Erfahrungen der ersten Lebensjahre als Ursache legt. Always this mommy, daddy stuff. Der (falsch verstandene) Buddhismus hat einen blinden Fleck, wenn er meint alle Leiden könnten durch die Erkenntnis der Leerheit überwunden werden. Etwa wenn jemand emotionale Schwierigkeiten hat und - statt sich mit diesen auseinander zu setzen - versucht, sie in Leerheit zu ertränken. (Hier könnte man sich noch einmal genauer anschauen, was es im Einzelnen heißen kann, sich mit seinen emotionalen Schwierigkeiten auseinanderzusetzen und welche unterschiedlichen Herangehensweisen Buddhismus und Psychotherapie an den Tag legen.)

    Daher würde ich für eine Sicht plädieren, die sich die blinden Flecken beider Ansätze bewusst macht und auch die Begrenzungen akzeptiert, die sich daraus ergeben. Dadurch sollte eine Offenheit füreinander plausibler und erstrebenswerter werden. Und dann wäre die Frage nicht: "Sind Buddhismus und Psychotherapie das Gleiche und kann das eine das andere ersetzen?", sondern: "Wie können beide ineinander greifen und aneinander anschließen?"

    Ich versuche doch meine ("") Sicht der Dinge zu erklären. Kein System ist absolut vollkomen. Aber der Buddhismus , wenn man die ganze Mystik weglässt, deckt sich mit der modernen Physik oder der Neurowissenschaft zusammen, die Psychotherapie nutzt dann diese "Mittel", eher Werkzeuge, aber unter anderem Winkel. Dann man verpasst am Ende wie der echte Buddhismus , wie die echte Therapie.

    LG, und viel Erfolg, wenn dir das persönlich hilft, das es lohnt sich. Aber sehr viele glauben an Gott, an Die Magie, an die Rituale, oder singen Mantras, egal, ... ich suche die Wahrheit, nichts die Heilung von meiner Beschwerden. Oder meiner Krankheiten. Das sind meine Prioritäten im Meinem Leben. Jedem das Seine.

    Ein Leben ohne Selbsterforschung verdiente gar nicht gelebt zu werden.

    Sokrates

  • Warum meinst du würde sie es niemals verstehen? Ist der Buddhismus nur verständlich für einen Kreis von Auserwählten? Und warum hat sie denn überhaupt ein solches Doppelleben geführt?

    Hi, Mabli .

    Ganz genau, mein Freund, wenn ich darf.

    Für die "auserwählten", denn Buddha wollte zuerst nichts reden, [...]

    Das führt zwar jetzt etwas vom Thema ab, aber das finde ich interessant. Wenn der "authentische" Buddhismus wirklich eine Intellektuellenreligion für Auserwählte ist, gibt es dann keinen universellen Anspruch, dass prinzipiell jeder Mensch die Anlage zur Erlösung aus dem Daseinskreislauf in sich trägt?

    Der Buddhismus gehört in den Kreis jener Erlösungslehren, wie sie der Intellektualismus vornehmer indischer Laienbildungsschichten in größerer Zahl vorher und nachher geschaffen hat, und ist nur deren konsequenteste Form. Seine kühle und stolze, den Einzelnen auf sich selbst stellende Befreiung vom Dasein als solchen konnte nie ein Massenerlösungsglaube werden. Seine Wirkung über den Kreis der Gebildeten hinaus knüpfte an das gewaltige Prestige an, welches der »Shraman. a« (Asket) von jeher dort genoß und welches vorwiegend magisch-anthropolatrische Züge trug. Sobald er selbst eine missionierende »Volksreligiosität« wurde, verwandelte er sich demgemäß in eine Heilandsreligion auf der Basis der Karmanvergeltung mit Jenseitshoffnungen, welche durch Andachtstechniken, Kultus- und Sakramentsgnade und Werke der Barmherzigkeit garantiert werden, und zeigt naturgemäß die Neigung, rein magische Vorstellungen zu rezipieren.

    Max Weber teilt auf jeden Fall deine Sicht. Aber ganz ehrlich, besonders sympathisch ist mir diese Vorstellung nicht. Dann doch lieber die Heilandsreligion mit magischen Vorstellungen.

    "Das Siegel der erreichten Freiheit: Sich nicht mehr vor sich selbst schämen."

    - Irvin Yalom, Und Nietzsche weinte

  • Max Weber teilt auf jeden Fall deine Sicht.

    Das lese ich da nicht. Da steht, in welchen Kreisen der Buddhismus entstanden ist, und dass er sich dort zuerst ausgebreitet hat. Nach dem bisschen, was ich weiß, entspricht das auch dem Stand der indischen Forschung zu dem Thema. Ich sehe da nicht, dass diese Lehre aktiv auf diese Gruppe begrenzt wurde. Wo liest Du das?


    Genauso wenig wie in MN 26. Dort geht es um starke Verblendung und Anhaftung, die das Verständnis der Lehre verhindert, nicht um Intellekt oder Gesellschaft. So, wie Igor es zitiert hat: "Denn wer von Gier und Hass erfüllt, kann doch die Wahrheit nicht verstehn."


    Die gesellschaftliche Begrenzung fand wohl zwischen den Menschen statt, die sich fatalistisch im Kastensystem eingerichtet hatten (und/oder nicht bereit waren, ihre Privilegien in Gefahr zu bringen), und jenen, die bereit waren, Wege darüber hinaus zu gehen. Ich fand dazu das Buch von Pankraj Mishra, An end to suffering, ziemlich spannend, weil es aus Sicht der alten und neueren indischen Geschichte geschrieben ist. Die Geschichte König Ashokas gibt wohl einen schönen Einblick (https://de.m.wikipedia.org/wiki/Ashoka)


    Liebe Grüße, Aravind.

  • Verhatens-Therapie beunuztz dann so wie die kognitive Modellen nach Beck, das , wie ich genug erfahren hatte, ( und auch studiert hatte), löst keine Probleme in Wurzeln.


    Verhaltenstherapie ist für mich auch Achtsamkeitstherapie, zumal ja hier immer öfter auch buddhistische Achtsamkeitsübungen mit einfließen. Insofern ist Verhaltenstherapie eben auch für Nicht-Buddhisten ein Weg, sich aus den Fängen des Ichs zu lösen und somit auch ein Schritt, das individuelle Leid zu lindern, und ein erster (kleiner) Schritt zum besseren Verständnis der Leerheit.

  • Ich sehe auch einige Schnittpunkte zwischen der Psychotherapie insb. in der kognitiven Verhaltenstherapie und dem Buddhismus. Die Punkte, die mir einfallen, hebe ich mal hervor.


    Please login to see this attachment.


    Besonders die Punkte in der Schnittmenge C lassen sich daher auch mit der Psychologischen, als auch mit der Buddhistischen Terminologie beschreiben.


    In der Verhaltentherapie wird zunächst geübt, sich die eigenen Gedankenmuster zur jeweilgen Situation zu vergegenwärtigen (1). Durch die Beobachtung wird dem Klienten der Zusammenhang zwischen seiner Gedankenwelt und dem Erleben (=Wahrnehmung und Gefühle) bewusst (2) Weiterhin wird durch die Beobachtung die eigene Gedankenwelt zum Beobachtungsobjekt, bei dem "Ich" der "Gedankenwelt" gegenüberstehe und mich dadurch von ihr distanzieren kann (3). Das ist die Grundlage mit der dann die Gedankenwelt durch den Beobachter/Klienten beeinflusst werden kann (4). Im nächsten Schritt wird die Konsequenz durch diese Übung klarer: Die Wahrnehmung und Gefühle verändern sich durch die eigene Beeinflussung der Gedankenwelt. Oder anders: Es ist die Gesetzmäßigkeit, dass die Beeinflussung der Gedankenwelt die Erlebensstruktur verändert (5).


    Das ganze nochmal aus buddh. Sicht:

    Durch Übung der Tugenden (Sila oder kammapatha) wird indirekt Achtsamkeit (Sati) eingeübt (1), womit auch hier die eigene Gedankenwelt in den Situationen bewusst gemacht wird (2). Hinzu kommen Meditationsübungen mit Meditationsobjekt (Samadhi), bei dem ebenfalls eine Distanzierung mit den eigenen Gedanken stattfindet (3), jedoch zusätzlich die Erkenntnis, dass es keinen Reaktionszwang auf Gedanken gibt. D.h. dass Gedanken gar nicht verfolgt werden müssen.

    Jetzt kommt auch die Umstrukturierung der Gedankenwelt ins Spiel (4) bei der altes Karma (vipaka) abgetragen wird und neues, heilsames Karma geschaffen wird, in dem der Buddhist sich in heilsamen Verhaltensweisen, wie z.B. den vier Unermesslichen übt (die ACT macht sich diesen Umstand nochmal direkter zunutze). Durch eine längere Praxis, bei der sich das eigene Leben qualitativ verbessert kommt es auch hier zur Erkenntnis (Paññā) in die Gesetzmäßigkeit zwischen Gedankenwelt und Erlebnisstruktur (5).


    Ich habe das jetzt nur sehr grob aufgegliedert. Mit den einzelnen (auch recht umfangreichen Schritten könnte man einen ganzen Essay schreiben).


    Bei Schritt 4 und 5 bleibt die Verhaltenstherapie allerdings stehen und wird zu einer "nie enden wollenden Aufgabe", die das ganze Leben lang aufrecht erhalten werden kann, um es sich damit in einer Welt mit unangenehmen Dingen angenehmer zu machen. Im Buddhismus ist hier aber noch nicht das Ende der Fahnenstange erreicht (in meinem Bild oben geht es an dieser Stelle aus der Schnittmenge C hinaus in blauer Pfeilrichtung). Das wäre in etwa der Bereich, über den Igor07 die letzten Beiträge geschrieben hat.


    Die Paññā über die Gesetzmäßigkeit, wie sich mein Dasein fortsetzt kann genutzt werden, um eben jenes Dasein zu beenden (Ich rede hier bitte natürlich nicht von Selbstmord, sondern dem Ende von dukkha - die im Palikanon häufig zu findene Textstelle: "Geburt ist zu Ende gebracht, das heilige Leben ist gelebt, es ist getan, was getan werden mußte, darüber hinaus gibt es nichts mehr."


    Aus therapeutischer Sicht lässt sich das allerdings nicht mehr konkret in Worte fassen, da hier die eigenen Vorstellungen nicht einfach durch andere Vorstellungen ersetzt werden (um die Erlebnisstruktur zu verändern). Es wäre falsch von neuen "Vorstellungen" zu sprechen. Bestenfalls könnte man sagen, dass man mit den eigenen Vorstellungen aufhört und durch Nicht-Vorstellungen ersetzt (das wäre aber streng genommen auch nicht ganz richtig) und sich dadurch eine Nicht-Erlebnisstruktur einstellt, die man als Ruhepol nicht-Erlebt.


    Schade eigentlich, denn die modernen Therapien könnten genau dort weiter ansetzen (und den Bereich C der Schnittmenge weiter in die buddh. Praxis vergrößern). Aber dafür müssten die Forscher erstmal selbst davon nicht-Erfahren.

  • Das führt zwar jetzt etwas vom Thema ab, aber das finde ich interessant. Wenn der "authentische" Buddhismus wirklich eine Intellektuellenreligion für Auserwählte ist, gibt es dann keinen universellen Anspruch, dass prinzipiell jeder Mensch die Anlage zur Erlösung aus dem Daseinskreislauf in sich trägt?

    Hm, schaue mal, Mabli .

    Mit Anatta man hat bestimmt das Problem, ich meine enorme Menge von der Interpretationen und der Meinungen , nichts hier, im Forum, aber unter den Fachleuten im deisem Bereich.

    Karma ist auch sehr schwer richtig zu fassen. Wenn es keinen "Täter" gibt, aber nur die Tat ( VSM, Nyanatiloka), dann man es würde nichts korrekt interpretieren.

    Weiter . Du selbst benuztstest hier den Ausdruck, eher so " in der Leerheit zu ertränken". Wenn es sogar die Allegorie wäre, dann , entschuldige meine bissige Ironie, die "Leerheit" sei kein "Teich", wo man "ertränken " könnte. Das ist kein Ding. So DL in Harvard -Vorlesungen sagt, man kann keinen ( "inhärenten") Buddha finden, und auch keine "Leerheit" ( so sinngemäss). Vor sehr lenger Zeit das war , wenn ich mich nicht irre, Leonie , die es absolut prägnant erfasst hatte, die "Leerheit" sei einfach das andere Wort für die bedingte Entstehung.

    Mit bedingte Entstehung man hat , wie ich genug lese, auch die Schwierigkeiten. Denn einige Glieder waren nichts ( so ausdrücklich) im Kanon erwähnt, andere kommen später. Bei Abhidhamma.

    Und das alles, was ich da oben erwähnt hatte, sind die Grundpfeiler von Buddhismus.

    Und wenn die Forschung bis heute damit die Probleme hat, dann es sollte klar sein, dass für die Otto-Normale passt nur so wie die absgespeckte Variante von "Buddhismus".

    Wie es E. Conze richtig merkt, alles, absolut alles ( Stein kann nichts leiden, klar) trägt die drei Daseinsmerkmale, aber wer kann das erfassen? Bestimmt nichts hier von mir diese adelige Hure aus dem Film. Und nichts diese zwei kleine Mädchen, die eigene Freundin erstochen haben, als ob die Spiel-Puppe wäre. ( ach, der Film ist von 1967, "Schöne des Tages").

    Wenn , wie es Nanavira in "Notizen zu Dhamma" ausdrückt, würde sein Buch bis zum Ende lesen? Und verstehen, wenn es auf die so Differenzen mit der offiziellen Version von Theravada in die wunde Stelle trifft..

    Also, lass die arme zu "ertrinken", die hat , meine Meinung nach, wie diese "Schlange" im Gleichnis, wie man die nichts "ent-sprechend" erfassst hatte,-- und dann die beisst, und was wir alle am Ende kriegen? Kein Buddhimsus, aber eher die gesellschaftliche Parodie auf das, was echt zuerst war. Deswegen einige sehr erfahrene User , wenn ich so sie von sehr vielen jahren als aktiv gesehen hatte, entweder das Forum verlassen hatten, oder schreiben nichts mehr. Weiss du, warum? Ich vermute, die hatten es verstanden, es macht keinen Sinn. Um den ganzen Pali-Kanon einfach zu lesen, dann in so verschiednen Ausprägungen zu interpretieren, ... man braucht sehr viele Leben... Aber ich lese , Z.B, die Lehre spricht immer dasselbe, ... die spricht immer anders... Und man lernt es immer und kann bis zum Ende nichts entschlüsseln. Niemals. Wie man sagt? Man lebt als der Tor und stirbt so auch ( ironie). / Ich meine keine konkrete Person!/

    Und , ach, Moment mal, welche Anlage? (""), in sich??? Diese Sichtweise über die ursprüngliche Buddha-Natur war die "Erfinfung " von Mahayana. Der Mensch hat keinen Keim ( nur die "Potenz", wenigstens), um irgendwann, wenn er so viele Leben sich abrackerte, und wenn er das absolute Vertrauen zur Lehre hat und den Pfad folgt, ansonten, er hat keine Chance... Null, keine Natur.... Man findet dann da unter im "Keller" oder die dunkle Triebe ( S. Freud), oder die Archetypen (C.G. Jung), aber keine so wie das ursprüngliche Gute in unserem Innerem. Sehr gut über das alles schreiben E.Fomm und Arno Gruen), man braucht nur die Nachtichten anzuschauen, das ist überall Gewalt, Hass, Hier, Verblendung, und so man lebt berieselt von den Media, deswegen man sollte nichts wundern, wenn die kleine Kinder als die echte Bestien sich entpuppen. ( aber die haben so die "Anlage" in sich, tja, wer weiss,? Sarkasmus).

    LG.

    Ein Leben ohne Selbsterforschung verdiente gar nicht gelebt zu werden.

    Sokrates

  • In der Verhaltentherapie wird zunächst geübt, sich die eigenen Gedankenmuster zur jeweilgen Situation zu vergegenwärtigen (1). Durch die Beobachtung wird dem Klienten der Zusammenhang zwischen seiner Gedankenwelt und dem Erleben (=Wahrnehmung und Gefühle) bewusst (2) Weiterhin wird durch die Beobachtung die eigene Gedankenwelt zum Beobachtungsobjekt, bei dem "Ich" der "Gedankenwelt" gegenüberstehe und mich dadurch von ihr distanzieren kann (3). Das ist die Grundlage mit der dann die Gedankenwelt durch den Beobachter/Klienten beeinflusst werden kann (4). Im nächsten Schritt wird die Konsequenz durch diese Übung klarer: Die Wahrnehmung und Gefühle verändern sich durch die eigene Beeinflussung der Gedankenwelt. Oder anders: Es ist die Gesetzmäßigkeit, dass die Beeinflussung der Gedankenwelt die Erlebensstruktur verändert (5).

    Bosluk , sorry, wenn ich das ganze lese, dann denke ich, warum man sollte das Fahrrad entdecken? Das ales ist genug schon in Sattipatthana" enthalten, das war "Der direkte Weg", der selbst Buddha lehrte.

    Ich verlinke das Buch:


    Quote

    Der direkte Weg

    Satipatthana

    Der_direkte_Weg.jpg

    von Bhikkhu Anâlayo

    358 Seiten, Paperback

    ISBN 978-3-931095-11-6

    Die Achtsamkeit und die richtige Art sie praktisch umzusetzen, sind Themen von zentraler Bedeutung für jeden, der dem buddhistischen Weg zur Befreiung folgen möchte. Doch zum richtigen Verständnis und zur richtigen Anwendung der Achtsamkeitsmeditation sollten die ursprünglichen Anweisungen der buddhistischen Lehrreden zu Satipatthâna berücksichtigt werden. Angesichts dieser Tatsache, beschäftigt sich der Ehrwürdige Anâlayo in seiner Untersuchung insbesondere mit den in den vier Hauptsammlungen aufgezeichneten Lehrreden des Buddha und den historisch frühen Teilen der fünften Sammlung als Quellenmaterial von zentraler Bedeutung. Das Buch schließt damit eine seit langem bestehende, offenkundige Lücke in den Studien des frühen Buddhismus. Die Lehrreden zu Satipatthâna werden als eine weitreichende und vielschichtige Quelle von Anleitungen gezeigt, die alternative Interpretationen und Praxisansätze zulässt. Dieses Buch wird sich sowohl für Studierende des frühen Buddhismus als auch für Menschen, die sich ernsthaft der Meditation widmen, als sehr wertvoll erweisen.

    Ein Leben ohne Selbsterforschung verdiente gar nicht gelebt zu werden.

    Sokrates

  • Bosluk , sorry, wenn ich das ganze lese, dann denke ich, warum man sollte das Fahrrad entdecken? Das ales ist genug schon in Sattipatthana" enthalten, das war "Der direkte Weg", der selbst Buddha lehrte.

    Ich verlinke das Buch:

    Aber Igor07, es geht doch nicht darum wer das Patent auf die Erfindung hat, sondern darum mögliche Parallelen von zwei verschiedenen Ansätzen heraus zu arbeiten. Klar kannst du sagen, das steht doch alles schon in der Satipatthana Sutta, wozu brauche ich da noch moderne Psychologie oder Psychotherapie. Aber diese Argumentation ignoriert doch völlig, dass die kognitive Verhaltenstherapie in einem anderen Kontext entstanden ist und angewandt wird.


    Ich fände es auch interessant anschließend an die Grafik von Bosluk sich anzuschauen was die trennenden Vorurteile und Abgrenzungen zwischen Buddhismus und Psychotherapie sind.

    Von Seiten der Psychotherapie etwa:

    • Behandlung von Leiden ist eine wissenschaftlich begründete "Technik" oder "Kunstlehre" und keine Glaubenssache
    • Neutralität in weltanschaulichen Fragen
    • Meditation als Einladung zur Psychose oder Regression (so etwa C.G. Jung)
    • Ausdruck von Gefühlen und Reden über Gefühle als ein immanentes Ziel des therapeutischen Prozesses, mit den Gefühlen richtig umgehen lernen statt Des-Identifikation

    Von Seiten des Buddhismus etwa:

    • Unterscheidung zwischen heilsamen und unheilsamen Einstellungen / Gefühlen
    • Es geht um Des-Identifikation mit dem Ego und nicht um Wiederherstellung von Autonomie des Egos
    • Entwicklung von Liebender Güte, Mitgefühl, Mitfreude, Gleichmut als Entwicklungsschritt
    • Ziel des Austritts aus dem Daseinskreislauf und nicht Integration in den Daseinskreislauf

    "Das Siegel der erreichten Freiheit: Sich nicht mehr vor sich selbst schämen."

    - Irvin Yalom, Und Nietzsche weinte

    Edited once, last by Mabli ().

  • Aber Igor07, es geht doch nicht darum wer das Patent auf die Erfindung hat, sondern darum mögliche Parallelen von zwei verschiedenen Ansätzen heraus zu arbeiten. Klar kannst du sagen, das steht doch alles schon in der Satipatthana Sutta, wozu brauche ich da noch moderne Psychologie oder Psychotherapie. Aber diese Argumentation ignoriert doch völlig, dass die kognitive Verhaltenstherapie in einem anderen Kontext entstanden ist und angewandt wird.

    Nein, man findet doch im Buch alle diese Ansätze, Mabli , absolut. Man kann das alles als "Kognitive Verhaltenstherapie bezeichen. Denn diese Methode verändert auch den Pattern ( Muster) des Verhaltens. Ich wollte damit sagen, dass die echte und wirklich die buddhistische Methode geht viel mehr tiefer als alle mögliche Therapien, egal welche.

    Sie rottet aus die Wurzeln, wenn man diesen Weg geht.

    Ich kann es anders ausdrücken. Diese ganze Therapeien be-klauten bei dem Buddhusmus alles mögliche, um das ganze einfach zu "ver-mart-en."

    Mabli , sorry, wenn es persönlich geht, versuche nach dieser Methode so ca. wenigestens 35 Minuten, zu sitzen , und das zu machen, was dort steht. In dem entsprechenden Sutta. Der Autor erwähnt sehr viele Fälle aus der rein klinischer Praxis, wo die "Patienten" keinen blassen schimmer von Buddhismus hatten, aber die wurden , nur als der Beispiel, von sehr schwerer Sucht geheilt. Oder Zwang-Störungen. Ohne diese ganze giftige Medizin, das kann ich mir nichts verkneifen.

    Noch eins. Klar, dass es hier um den anderen Kontext geht. Ich meine damit rein ironisch, klauen oder stehlen von dem geistigen Eigentum.... das ist der Verstoss gegen Urherber-Recht. Gut, Man kann Buddha anpassen, verzerren, verunzieren, und sehr gut verkaufen, aber das steht auf dem anderem Blatt.


    Alles, was Bosluk schriebt, das ist absolut richtig. Und das ganze man findet schon bei dem Buddha. Oder im Kanon, meine ich. ( oder auch , als der Beispiel, bei Nyanaponika, " Geistertraining durch Achtsamkeit") Alles, was du da oben erwähnt hattest, das sind die verschiedenen meditativen Techniken, Versenkungen,plus "Vipassana", so wie der "Klarer Blick") die man sehr ausföhrlich geschildert hatte, und zwar den Schritt für den Schritt. Absolut alles man kann finden. Wenn man nur die andere Sprache benutzt, also die andere Begriffe, andere Modelle, aber der Inhalt ist identisch.

    Deswegen wenn ich solche Bücher lese, ach, es gibt sehr viele... von A. Watts und Psychotherapie, dann von Goleman, auch von Eppstein, usw.... die alle missbrauchen den Buddhismus, die versuchen ihn in die moderne Konsum-Gesellsschaft adaptieren! ... dann das "Kind , das adoptiert ist", würde die eigene ( leibliche ) Eltern niemals erkennen. So allegorisch meine ich. Ich weiss nichts, wahrscheinlich, das ist absolut normal in der Gesellschhaft, wo man absolut alles verkaufen wollte.

    LG.

    Ein Leben ohne Selbsterforschung verdiente gar nicht gelebt zu werden.

    Sokrates

  • .... die alle missbrauchen den Buddhismus, die versuchen ihn in die moderne Konsum-Gesellsschaft adaptieren!


    Man könnte auch sagen, dass sie bewährte buddhistische Techniken integrieren, um diese auch Menschen zugänglich zu machen, die mit Buddhismus nichts am Hut haben.

  • Psychotherapie & Buddhismus ist ein wunderbares Buch. Es hat mein Verständnis in vielerlei Hinsicht verändert. Es gibt auch viele andere hier erwähnte Titel, die als Wissensgrundlage dienen. Es ist eine Freude, Foren wie dieses zu finden, in denen diese Themen in solcher Tiefe diskutiert werden. Normalerweise habe ich nur Blogs auf Websites wie spiritwissen oder https://elementys.com gefunden. In diesen anderen Foren wird nur eine sehr "leichte" Diskussion dieser Themen geführt. Es kann jedoch auch gut sein, dass der Buddhismus auf eine sehr unprofessionelle Art und Weise diskutiert wird. So wird das Wissen über den Buddhismus verbreitet.