92 Antworten. Letzter Beitrag () ist von Sudhana.

  • Ich habe gerade ein schönes Zitat dazu gefunden:


    Zitat

    Demut besteht nicht darin, dass wir uns für minderwertig halten, sondern darin, dass wir vom Gefühl unserer eigenen Wichtigkeit frei sind. Dies ist ein Zustand der natürlichen Einfachheit, der im Einklang mit unserer wahren Natur ist und uns erlaubt, die Frische des gegenwärtigen Augenblicks zu schmecken.
    Matthieu Ricard

    Der Sinn des Lebens besteht darin, Rudolph, dem Schwurkel, den Schnabel zu kraulen.

  • :like:
    Demut ermöglicht Hingabe, das schließt ein starkes Ego nicht aus - Demut ist lebendig.
    Unterwürfigkeit hat hingegen etwas mit Selbstaufgabe anstatt Hingabe zu tun. Da will man nichts mehr mit sich zu tun haben, weil man sich unwürdig empfindet - das hat etwas Lebensverneinendes.


    Schönes Wort, das leider immer seltener verwendet wird.
    Die urprüngliche Bedeutung von "Gelassenheit" ging ja in die selbe Richtung. Ich glaube Meister Eckhart hat das Wort sogar erfunden. Heute versteht man darunter meistens nur noch eine Art positiver LMAA-Einstellung.

  • Doris Rasevic-Benz:

    Ich habe gerade ein schönes Zitat dazu gefunden:


    Zitat

    Demut besteht nicht darin, dass wir uns für minderwertig halten, sondern darin, dass wir vom Gefühl unserer eigenen Wichtigkeit frei sind. Dies ist ein Zustand der natürlichen Einfachheit, der im Einklang mit unserer wahren Natur ist und uns erlaubt, die Frische des gegenwärtigen Augenblicks zu schmecken.
    Matthieu Ricard


    Ja, eine schöne Erklärung, so sehe ich das auch.
    _()_

    Ich bin der Wahrheit verpflichtet, nicht der Beständigkeit.
    Gandhi

  • Doris Rasevic-Benz:

    Ich habe gerade ein schönes Zitat dazu gefunden:


    Zitat

    Demut besteht nicht darin, dass wir uns für minderwertig halten, sondern darin, dass wir vom Gefühl unserer eigenen Wichtigkeit frei sind. Dies ist ein Zustand der natürlichen Einfachheit, der im Einklang mit unserer wahren Natur ist und uns erlaubt, die Frische des gegenwärtigen Augenblicks zu schmecken.
    Matthieu Ricard


    Wie sieht denn diese "wahre Natur" aus?

  • IkkyuSan:
    Doris Rasevic-Benz:

    Ich habe gerade ein schönes Zitat dazu gefunden:


    Zitat

    Demut besteht nicht darin, dass wir uns für minderwertig halten, sondern darin, dass wir vom Gefühl unserer eigenen Wichtigkeit frei sind. Dies ist ein Zustand der natürlichen Einfachheit, der im Einklang mit unserer wahren Natur ist und uns erlaubt, die Frische des gegenwärtigen Augenblicks zu schmecken.
    Matthieu Ricard


    Wie sieht denn diese "wahre Natur" aus?


    Gegenfrage: könntest du mir die Farbe lila in Worten erklären, wenn ich sie noch nie in meinem Leben gesehen hätte?

  • Holzklotz:
    IkkyuSan:

    Wie sieht denn diese "wahre Natur" aus?


    Wer darauf antwortet muss in der Hölle schmoren :silent::upsidedown:


    Unbedingt :twisted::rainbow:



    Zitat

    Gegenfrage: könntest du mir die Farbe lila in Worten erklären, wenn ich sie noch nie in meinem Leben gesehen hätte?


    Gegenfrage: Wozu sollte ich das? Was würde das bringen? Aber: Wenn du sie siehst, dann kennst du die Farbe lila (wahrscheinlich aber dennoch nicht, da es ja Magenta, Violett usw. gibt). Aber du könntest zumindest "etwas" sehen.


    Wie sieht die "wahre Natur" denn nun aus?


  • Was ich damit meine ist, dass du praktizieren musst um sie zu erkennen. Wenn du es erfährst dann kennst du die wahre Natur des Geistes. Wahrscheinlich aber dennoch erst Mal nicht, sondern nur erste Eindrücke davon. So wie bei der Farbe lila... Die wahre Natur des Geistes kann weder durch Farbe, Form, Geschmack, Berührung oder sonst etwas erfasst werden. Du musst sie erfahren um zu wissen was damit gemeint ist. So habe ich es zumindest gehört...

  • Zitat

    Was ich damit meine ist, dass du praktizieren musst um sie zu erkennen. Wenn du es erfährst dann kennst du die wahre Natur des Geistes. Wahrscheinlich aber dennoch erst Mal nicht, sondern nur erste Eindrücke davon. So wie bei der Farbe lila... Die wahre Natur des Geistes kann weder durch Farbe, Form, Geschmack, Berührung oder sonst etwas erfasst werden. Du musst sie erfahren um zu wissen was damit gemeint ist. So habe ich es zumindest gehört...


    :lol:


    Da kannst du praktizieren, bis du umfällst. Wenn die "wahre Natur" nicht durch "... oder sonst was" erfasst werden kann, wie willst du sie dann erfahren?

  • Witzig, dass Ihr auf Farben kommt …
    Mir ist als Antwort spontan "rot" eingefallen. :mrgreen:
    Das war aber nur ein Kalauer.
    Ich habe keine Ahnung.


    Vielleicht in etwa so:
    Gestern war ich in der Röhre. Und dabei habe ich meditiert. Und das Klopfen der Maschine war ich. Kein Unterschied. Meine wahre Natur: ein Klopfen. :lol:

    Der Sinn des Lebens besteht darin, Rudolph, dem Schwurkel, den Schnabel zu kraulen.

  • IkkyuSan:
    Zitat

    Was ich damit meine ist, dass du praktizieren musst um sie zu erkennen. Wenn du es erfährst dann kennst du die wahre Natur des Geistes. Wahrscheinlich aber dennoch erst Mal nicht, sondern nur erste Eindrücke davon. So wie bei der Farbe lila... Die wahre Natur des Geistes kann weder durch Farbe, Form, Geschmack, Berührung oder sonst etwas erfasst werden. Du musst sie erfahren um zu wissen was damit gemeint ist. So habe ich es zumindest gehört...


    :lol:


    Da kannst du praktizieren, bis du umfällst. Wenn die "wahre Natur" nicht durch "... oder sonst was" erfasst werden kann, wie willst du sie dann erfahren?


    Durch Meditation. :wink:


    @doris rot war auch Mal kurz in der Auswahl. Aber ich hätte eine lila Hibiskus Blüte gerade vor mir :upsidedown:


  • Wahrscheinlich.


    Wenn du die "wahre Natur" durch Meditation erkannt hast, dann kannst du ja darüber berichten.


  • Mach ich! Bis dahin musst du dich auf die Worte derer stützen die es schon geschafft haben. :rose:

  • IkkyuSan:
    Zitat

    Mach ich! Bis dahin musst du dich auf die Worte derer stützen die es schon geschafft haben. :rose:


    Wenn ich mich auf Fuchsgeister stützen würde, dann könnte der Gerüstbauer die nächste Lotusernte einfahren. In seinen Händen: Schlamm.


    Dann mach darfst aus muss wenn dir das lieber ist. Schlamm kann sehr nützlich sein. Aus bestimmtem Schlamm entsteht z.b. Ton. :upsidedown:

  • ... und wenn er wieder auftaucht, vor ihm auf einer Blüte der wilde Fuchs, der lachend vor Glück den Schlamm betrachtet ... und nickt.

    Wenn im dürren Baum der Drache Dir singt
    siehst wahrhaft Du den WEG.
    Wenn im Totenkopf keine Sinne mehr sind
    wird erst das Auge klar.


    jianwang 健忘 = sich [selbst] vergessend

  • Laut Duden besteht Demut

    Zitat

    in der Einsicht in die Notwendigkeit und im Willen zum Hinnehmen der Gegebenheiten, begründete Ergebenheit.


    Eine andere Definition, mal irgendwo aufgeschnappt: "Demut ist die Einsicht in die eigene Unzulänglichkeit".


    Der Begriff hat ja den christlich-traditionellen Beigeschmack von Unterordnung, besonders unter einen Gott - das Aufgeben des Eigenwillens und der Selbstbestimmung durch Ergebenheit in den Willen Gottes. Etwa bei Franz von Assisi: "Wir sind allen untertan, sebst den wilden Tieren wenn sie uns zerreißen, so es ihnen von Gott gestattet ist."


    Diese vollkommene Fügsamkeit klingt bei Buddha im Gleichnis der Säge an (M.21).
    Was immer einem auch angetan wird...

    Zitat

    'Nicht soll unser Gemüt verstört werden, kein böser Laut unserem Munde entfahren, freundlich und mitleidig wollen wir bleiben, liebevollen Gemütes, ohne heimliche Tücke; und jene Person werden wir mit liebevollem Gemüte durchstrahlen: von ihr ausgehend werden wir dann die ganze Welt mit liebevollem Gemüte, mit weitem, tiefem, unbeschränktem, von Grimm und Groll geklärtem, durchstrahlen': also habt ihr euch, meine Mönche, wohl zu üben.


    Die Freiheit von selbstbezogener Absicht muss also keine Abhängigkeit von einem Gott bedingen, das ist wohl ein Unterschied zwischen der christlichen und der buddhistischen Auffassung von Demut.

  • Am Ende bleibt da die Einsicht in die eigene Unvollkommenheit, Endlichkeit, Unterworfenheit unter das Leiden...


    Der Unterschied zu einer abramahischen Religion dürfte darin liegen, daß deren Anhänger noch irgendwo im Hinterkopf die Hoffnung haben nach dem persönlichen Ende irgendwie an einer phantasierten absoluten Vollkommenheit teilhaben zu können und daß diese bereit sind für ihre Ideen zu morden.

  • fotost:

    Am Ende bleibt da die Einsicht in die eigene Unvollkommenheit, Endlichkeit, Unterworfenheit unter das Leiden...
    Der Unterschied zu einer abramahischen Religion dürfte darin liegen, daß deren Anhänger noch irgendwo im Hinterkopf die Hoffnung haben nach dem persönlichen Ende irgendwie an einer phantasierten absoluten Vollkommenheit teilhaben zu können und daß diese bereit sind für ihre Ideen zu morden.


    In der Tat sind sie offensichtlich dermaßen Verblendet,
    daß sie auch noch an eine Belohnung für ihre Morde glauben.

  • Aber alle Juden und alle Muslime, gel?
    Und für Buddhisten ist nicht einmal ein Strafrecht nötig.

    Der Sinn des Lebens besteht darin, Rudolph, dem Schwurkel, den Schnabel zu kraulen.

  • mukti:

    Jedenfalls im Christentum sind nicht alle bereit dafür zu morden, es gibt äußerst friedliche und wirklich demütige Anhänger unter ihnen, die sogar lieber selber sterben bevor sie andere töten müssten.


    Es glauben ja auch nicht alle für Mord, Folter und Scheiterhaufen
    auch noch belohnt zu werden. Es gibt ja auch noch Leute die sich
    hinsichtlich eines solchen Gottes noch einige Bedenken bewahrt haben.

  • accinca:
    mukti:

    Jedenfalls im Christentum sind nicht alle bereit dafür zu morden, es gibt äußerst friedliche und wirklich demütige Anhänger unter ihnen, die sogar lieber selber sterben bevor sie andere töten müssten.


    Es glauben ja auch nicht alle für Mord, Folter und Scheiterhaufen
    auch noch belohnt zu werden. Es gibt ja auch noch Leute die sich
    hinsichtlich eines solchen Gottes noch einige Bedenken bewahrt haben.


    Im Christentum bestimmt. So wie Buddhisten glauben dass sie dafür nicht belohnt, sondern in der Hölle gequält werden hinsichtlich eines Kamma-Vipaka Gesetzes.