Was ist die Erleuchtung?

There are 91 replies in this Thread. The last Post () by mkha'.

  • Ich möchte niemand die Hoffnung nehmen....

    Aber m.E. ist für den „Alltags-Samsarianer“ die Erleuchtung eine konzeptionelle Disziplinierung zur Motivation des 8fachen Pfades; eine Motivation, den Weg zu einem anstrebenswerten Ziel nicht zu verlassen, der in zunehmenden Maße Gleichmut und Zufriedenheit beschert.

    Diejenigen, die sich hier im Samsara selbst als erleuchtete Person ausgeben, haben den Pfad schon längst verlassen; sind einer Fata Morgana auf den Leim gegangen, oder sind schlicht und einfach Scharlatane.

    Das Ziel der vollkommenen Losgelöstheit von Gier, Hass und Verblendung ist m.E, wenn und dann nur in der Abgeschlosseheit von der samsarischen Außenwelt zu erreichen.

  • Nana, nicht so streng, Bakram :). Vor dem Erlöschen kommt die Erleuchtung. Es wird alles klar, erkennbar, sichtbar und dann gibt's nichts anderes mehr als "alles zum Erlöschen zu bringen".

    Erlöschen trifft den Begriff Befreiung eher als Erleuchtung, denn es ist ein ziemlich trockener "Zustand". Während unter Erleuchtung Heiligkeit verstanden und missverstanden wird. Heiligkeit wiederum ist auch missverständlich, denn eigentlich ist es klar, dass jemand, der alles verstanden und umgesetzt hat, heil ist, also nicht mehr wie ein unvollständiges Puzzles auf Ergänzung wartet.

    _()_

    Ich bin der Wahrheit verpflichtet, nicht der Beständigkeit.
    Gandhi

  • Sie lernten noch "von warmer Hand zu warmer Hand". Imho hat dies viele Vorteile, da die heute üblichen "Internet-Schulen", die nur durch theoretisches Wissen leben, nicht vorhanden waren.

    Wenn im dürren Baum der Drache Dir singt
    siehst wahrhaft Du den WEG.
    Wenn im Totenkopf keine Sinne mehr sind
    wird erst das Auge klar.


    jianwang 健忘 = sich [selbst] vergessend

  • Nebenbei - der Buddha lehrte nix von Erleuchten oder sowas.


    "Alles was ich lehre ist die Entstehung und das Vernichten von Dukkha."

    Wenn im dürren Baum der Drache Dir singt
    siehst wahrhaft Du den WEG.
    Wenn im Totenkopf keine Sinne mehr sind
    wird erst das Auge klar.


    jianwang 健忘 = sich [selbst] vergessend

  • Mein lehrer der erwürdige anuruddha thero karuwelagaswewa sagte mir mal: Erleuchtet bist du wenn du leerheit realisiert hast!

    Manchmal erkenne ich die Leerheit der Dinge für so einen kurzen Moment. Ist wie ein kurzes Zucken. Und dann ist es auch schon wieder weg und ich frage mich, was das eigentlich war. Bin ich jetzt auch erleuchtet? :lol::lol::lol: Aber jetzt mal ernsthaft: Ohne Metta ist Erleuchtung ziemlich leer ;)

    Die Dinge entstehen, existieren und vergehen. Das ist normal. Ajaan Tippakorn

  • Das Ziel der vollkommenen Losgelöstheit von Gier, Hass und Verblendung ist m.E, wenn und dann nur in der Abgeschlosseheit von der samsarischen Außenwelt zu erreichen.

    :like:

    Das ist Imho falsch. Denn es geht darum, Dukkha zu beenden, d. h. sunnata zu erkennen und zu leben.

    Dies geht auch im "normalen" Leben, wenn es auch schwerer ist als im Kloster.

    Wie will man aus samsara "ausbrechen", wenn man nicht mal weiß, was sunnata bedeutet. Die Leerheit von einem "Ich" und "Mein". Dann erst, wenn dies dauerhaft ist, hat man das dauerhafte nibbana erreicht.

    Doch täglich oft erlebt man, wenn man aufmerksam ist, oft das "temporäre" nibbana.

    Nur wenn "Ich" und "Mein" im Geist entsteht kann samsara sich entwickeln. Und genau DANN ist man nicht leer, sondern erfährt dukkha

    Wenn im dürren Baum der Drache Dir singt
    siehst wahrhaft Du den WEG.
    Wenn im Totenkopf keine Sinne mehr sind
    wird erst das Auge klar.


    jianwang 健忘 = sich [selbst] vergessend

  • Erleuchtung ist wenn man sich überblickend Lächelnd abwendet, weil das Thema keine Gier mehr weckt.

    Es gibt Unmengen an Metaebenen. Yang ---. Es gibt eine Ebene der Realität. Yin - -

    Hinter Beiden ist nicht irgendwas dahinter.
    Der "Urknall" ermöglicht wechselseitige Abhängigkeit, ermöglicht bedingtes Entstehen, ermöglicht Realebene, ermöglicht Metaebene.

    Auch hinter dem Urknall ist nicht dahinter.

  • d. h. sunnata zu erkennen und zu leben.

    Im Samsara In Leerheit leben, wie geht das?

    Indem in Dir das Wissen und Fühlen von sunnata ist.

    Nicht immer schaffe ich es, völlig Ich und Mein zu verhindern. Doch ich bin ja kein Aharant

    Wenn im dürren Baum der Drache Dir singt
    siehst wahrhaft Du den WEG.
    Wenn im Totenkopf keine Sinne mehr sind
    wird erst das Auge klar.


    jianwang 健忘 = sich [selbst] vergessend

  • Manchmal erkenne ich die Leerheit der Dinge für so einen kurzen Moment. Ist wie ein kurzes Zucken. Und dann ist es auch schon wieder weg und ich frage mich, was das eigentlich war.

    Erkennen der Leerheit :wink:


    Zitat

    Bin ich jetzt auch erleuchtet? :lol::lol::lol:

    Nein. :wink:

    Zitat

    Aber jetzt mal ernsthaft: Ohne Metta ist Erleuchtung ziemlich leer ;)

    Sehe ich auch so.


    Liebe Grüße, Aravind.

  • Indem in Dir das Wissen und Fühlen von sunnata ist.

    Ohne durchdringende meditative Einsicht (Vipassana) ist Leerheit nur intellektuell erfassbar. Dieses weltliche Wissen um die Leerheit lässt den Fortschritt im Samsara zum Stillstand bringen. Erst wenn das Wissen um die Leerheit meditativ verinnerlicht ist, sind die Wurzeln von Gier und Hass abgeschnitten und die Verblendung vollständig beseitigt; um das mal von einer anderen Seite aus zu betrachten.

  • Ich möchte niemand die Hoffnung nehmen....

    Aber m.E. ist für den „Alltags-Samsarianer“ die Erleuchtung eine konzeptionelle Disziplinierung zur Motivation des 8fachen Pfades; eine Motivation, den Weg zu einem anstrebenswerten Ziel nicht zu verlassen, der in zunehmenden Maße Gleichmut und Zufriedenheit beschert.

    Diejenigen, die sich hier im Samsara selbst als erleuchtete Person ausgeben, haben den Pfad schon längst verlassen; sind einer Fata Morgana auf den Leim gegangen, oder sind schlicht und einfach Scharlatane.

    Das Ziel der vollkommenen Losgelöstheit von Gier, Hass und Verblendung ist m.E, wenn und dann nur in der Abgeschlosseheit von der samsarischen Außenwelt zu erreichen.

    Aber den ganzen Weg ist umgang mit rechten Freunde (kalanya mitta)

  • Das ist Imho falsch. Denn es geht darum, Dukkha zu beenden, d. h. sunnata zu erkennen und zu leben.

    Dies geht auch im "normalen" Leben, wenn es auch schwerer ist als im Kloster.

    Soweit zur Theorie.

    Ich schreibe Nichts, was ich nicht erfahren habe.

    Wenn im dürren Baum der Drache Dir singt
    siehst wahrhaft Du den WEG.
    Wenn im Totenkopf keine Sinne mehr sind
    wird erst das Auge klar.


    jianwang 健忘 = sich [selbst] vergessend

  • Indem in Dir das Wissen und Fühlen von sunnata ist.

    Ohne durchdringende meditative Einsicht (Vipassana) ist Leerheit nur intellektuell erfassbar. Dieses weltliche Wissen um die Leerheit lässt den Fortschritt im Samsara zum Stillstand bringen. Erst wenn das Wissen um die Leerheit meditativ verinnerlicht ist, sind die Wurzeln von Gier und Hass abgeschnitten und die Verblendung vollständig beseitigt; um das mal von einer anderen Seite aus zu betrachten.

    Habe ich etwas Anderes geschrieben?

    Wenn im dürren Baum der Drache Dir singt
    siehst wahrhaft Du den WEG.
    Wenn im Totenkopf keine Sinne mehr sind
    wird erst das Auge klar.


    jianwang 健忘 = sich [selbst] vergessend

  • Natürlich, ich beschäftige mich gerne mit solchen wirren Theorien, dann erkennt man nämlich Leute die soetwas vertreten

    schneller und weiß gleich was man von deren Äußerungen zu halten hat ;)

  • Natürlich, ich beschäftige mich gerne mit solchen wirren Theorien, dann erkennt man nämlich Leute die soetwas vertreten

    schneller und weiß gleich was man von deren Äußerungen zu halten hat ;)

    Genau wie Waldsterben. Dürfte nach den Wissenschaftlern und Medien heute

    in Deutschland eigentlich gar kein Wald mehr geben.-

  • Der Begriff „Erleuchtung“ stammt aus der antiken philosophischen Lichtmetaphorik. Den Ausgangspunkt seiner Entstehung bildeten Stellen in Platons Dialog Politeia und in dem Platon zugeschriebenen Siebten Brief. In der Politeia stellt Platon fest, es sei zuerst herauszufinden, worin die Gerechtigkeit im Staat besteht, und das Ergebnis dieser Untersuchung sei dann auf die Individuen zu übertragen. Man solle die staatliche und die individuelle Gerechtigkeitsbestimmung vergleichend betrachten und wie zwei Feuerhölzer gegeneinander reiben, dann werde man vielleicht die Gerechtigkeit wie einen Funken herausblitzen lassen, das heißt zur plötzlichen Erkenntnis ihres allgemeinen Wesens gelangen

    An diese Stellen und an die Lichtmetaphorik von Platons Sonnengleichnis und Höhlengleichnis knüpft die neuplatonische Metaphysik des Lichts an. Im 3. Jahrhundert entwickelte Plotin, der Begründer des Neuplatonismus, eine Lehre von der Schau des Lichts des Einen. Dabei tritt eine Erleuchtung des schauenden Philosophen im Sinne des noch heute gängigen religiösen Erleuchtungsbegriffs ein.


    Der neuplatonische Begriff eklampsis oder ellampsis („Hervorleuchten“) wurde von den antiken Kirchenvätern aufgegriffen. Vor allem der sehr einflussreiche spätantike Kirchenvater Augustinus († 430) schuf aus dem neuplatonischen Gedankengut eine christliche Theorie der „Illumination“ (Erleuchtung). Für ihn ergibt sich die Erleuchtung aus der Präsenz des göttlichen Lichts in der Seele.

    Das heißt "Erleuchung" ist prinzipiell eine Metapher für eine Erkenntnis. Etwas, wo einem schlagartig alles klar wird und einem ein Licht aufgeht. Auf einmal weiss Plato, wie man Gerechtigkeit im Staat schafft. So wie bei Wikie, wo jedesmal so Sternchen kommen, wenn man eine Idee hat.


    Und weil der Begriff der Erleuchung inder christlichen Mystik für alle Arten von Gotteserkenntnis etabliert war, hat man ihn on da aus benutzt, um damit das "buddhitische Erwachen" (bodhi) zu beschreiben. Aber passt der Begriff?

  • bhikkhu Amaro, ein Mönch aus Thailand hat geschmunzelt, als ich ihm hier von dieser Diskussion erzählte.


    Vorhin gab er eine alte Geschichte preis, von Affen, die um einen Topf mit heissem Brei herumlaufen.

    Alle wollen den süssen Brei haben, doch keiner traut sich … und da ist die Geschichte aus.


    Nun musste ich schmunzeln

    Wenn im dürren Baum der Drache Dir singt
    siehst wahrhaft Du den WEG.
    Wenn im Totenkopf keine Sinne mehr sind
    wird erst das Auge klar.


    jianwang 健忘 = sich [selbst] vergessend

  • Natürlich, ich beschäftige mich gerne mit solchen wirren Theorien, dann erkennt man nämlich Leute die soetwas vertreten

    schneller und weiß gleich was man von deren Äußerungen zu halten hat ;)

    Genau wie Waldsterben. Dürfte nach den Wissenschaftlern und Medien heute

    in Deutschland eigentlich gar kein Wald mehr geben.-

    Man könnte nach Schweden ziehen. Dort gibt es noch Wälder.