Brahmaviharas - wohn führen sie?


24 Antworten. Letzter Beitrag () ist von void.

  • Ich habe gehört, Buddha hätte gesagt, jedes der Brahmaviharas würde zu etwas führen, z.B. Metta zur Wahrnehmung der Schönheit in der Welt, ein anderes in den Bereich des "Nichts" usw.


    Ist das richtig? Wo kann ich das in den Sutten nachlesen?


    ()

    “The true value of any dogma or belief lies in its ability to point beyond itself to a deeper reality which can not be readily articulated in a simple formula or expression.” ― Stephen Batchelor, Alone with Others: An Existential Approach to Buddhism

  • Hallo Schüler,


    die Brahmavihara führen als Meditationsobjekte durch die vier Jhanas und die drei ersten Erweiterungen des vierten Jhana. 'Führen' ist nicht ganz richtig. Sie werden während des Verweilens dort erlebt. Mit Metta geht's bis zum Vierten, wo es dann richtig losgeht. Wahrnehmung der 'Schönheit', damit ist das vierte Jhana gemeint. Danach wandelt es sich von Gebiet zu Gebiet bis nach Upekkha.


    Zu lesen ist das im Mettāsahagata Sutta (SN 46.54, EN, DE).


    (Jeweils begleitet von Upekkha sind sie, weil das schon ein Element des vierten Jhana ist)


    Viel Metta,

    Mirco

  • Liebe Grüße
    S.Y.


    Rufe - soviel Du nur kannst- Liebe, Respekt und Vertrauen hervor !


    aus den "Versen über die Ansammlung der kostbaren Qualitäten der Vollkommenheit der Weisheit"

  • Die Praxis der Brahmavihara führt zum Wiedererscheinen in der Brahma-Welt:


    Viele Grüße

    Elliot

  • Die Praxis der Brahmavihara führt zum Wiedererscheinen in der Brahma-Welt:

    Was ist eine "Brahma Welt"?

    Liebe Grüße
    S.Y.


    Rufe - soviel Du nur kannst- Liebe, Respekt und Vertrauen hervor !


    aus den "Versen über die Ansammlung der kostbaren Qualitäten der Vollkommenheit der Weisheit"

  • Brachma ist einer der Hauptgötter und auch der Schöpfergott im Hinduismus, während er im Buddhismus als Deva gesehen wird. Eine Geburt als Brahma ist also die höchste samsarische Wiedergeburt, die man sich vorstellen kann.


    Darin drückt sich wohl aus, dass auch die Brahmavihara einerseits etwas erhabenes sind, gleichzeitig aber - weil in ihnen ein Anhaften am Wohl aller Wesen vorhanden ist - aber eben auch etwas samsarisches. Während das im Mahayana nicht so gesehen wird.

  • Hallo ihr Lieben.


    Im Theravada, wie ich es kenne, wird die Geburt als Brahma nicht als die höchste Wiedergeburt angesehen, die man sich vorstellen kann.


    Es ist ein hoher Zustand, aber es gibt noch einige Welten die darüber sind.


    Der Brahmabereich wird der ersten meditativen Vertiefung oder dem ersten Jhana zugeordnet. Darüber sind aber noch Jhana 2-4 und darüber noch die 4 formlosen Vertiefungen. Und diese haben alle ihre Entsprechungen als Daseinsbereiche, wo Wesen mit diesen vorherrschenden Geisteszuständen existieren. Die Spitze von Samsara nach Theravada wäre also der der 4. formlosen Vertiefung entsprechende Daseinsbereich. Also das Gebiet von Weder-Wahrnehmung-noch-Nicht-Wahrnehmung. Das soll auch das Gebiet sein wo einer der Lehrer Buddhas (vor Buddhas Erwachen) wiedererschien. Dort soll es aber nicht möglich sein Dharma zu hören und zu praktizieren, wohl weil die Wesen dort keine Körper haben.


    In manchen Sutten wird beschrieben, dass ein Wesen aus den höheren Bereichen in den öden Brahmahimmel als erstes Wesen hinabsinkt und dann dort als Brahma wirkt.


    Hier mal 2 Übersichten für Interessierte:


    Die einunddreißig Ebenen der Existenz


    Die Daseinsformen der Wesen oder der Versuch, buddhistische Kosmologie zu veranschaulichen


    Die Wesen in den Welten über der Brahmawelt sind auch viel langlebiger als Brahma. Was vielleicht das Besondere an Brahma sein könnte ist, dass er als einzelnes Wesen eine große Machtfülle hat. Trotzdem reicht diese Macht nicht höher als seine Welt und betrifft die Welten darüber nicht.


    Natürlich ist das alles Samsara und damit vergänglich, leidhaft, unbefriedigend und Nicht-Selbst, Nicht-Ich. Auch die Welten über der Brahmawelt.


    Wie gesagt das ist vor allem aus Palikanon- und Theravadasicht. Wie die anderen Schulen und Richtungen das sehen, weiß ich nicht.


    Und alles natürlich nur Theorie und überliefertes Wissen. Ob es das alles wirklich gibt, weiß ich nicht.


    Liebe Grüße

  • Dhama zum Gruße Elliot,,


    ja, die Brahmavihara-Praxis bringt sehr starken Verdienst, was die Wirkung unheilsamer Taten zwar sofort über'wirkt'. Aber eben nur zeitweise. Deshalb kann man direkt von den Brahma-Bereichen direkt als Ameise (oder wasweisich) wiedergeboren werden. 80.000 Mahakappas im 'Paradies' sind ja schön, aber wer will dann noch auf diese Annehmlichkeiten verzichten :angel:. Deshalb müssen wir noch zu Lebzeiten in den Reigen der Edlen eintreten, Pfad des Stromeintritts reicht ja schon. Und dafür eignet sich diese Praxis sehr gut. :)

    Viel Metta,
    Mirco

    Einmal editiert, zuletzt von Mirco () aus folgendem Grund: Rechtschreibpfheler korrigiert

  • Brachma ist einer der Hauptgötter und auch der Schöpfergott im Hinduismus, während er im Buddhismus als Deva gesehen wird. Eine Geburt als Brahma ist also die höchste samsarische Wiedergeburt, die man sich vorstellen kann.


    Darin drückt sich wohl aus, dass auch die Brahmavihara einerseits etwas erhabenes sind, gleichzeitig aber - weil in ihnen ein Anhaften am Wohl aller Wesen vorhanden ist - aber eben auch etwas samsarisches. Während das im Mahayana nicht so gesehen wird.

    Dhamma zum Gruße void,


    Ja, die Brahma-Gebiete sind (neben den Stufen der Meditation) einfach ein Teil der Welten durch die wir wandeln, wenn auch recht angenehme. Ewig wärt aber auch da nichts. Wie wird es im Mahayana betrachtet? Wo liegt der Unterschied?

    Viel Metta,
    Mirco

  • 3. „Was, ihr Bhikkhus, sind die Befleckungen des Geistes:


    • Habgier, die unrechtschaffene Gier ist eine Befleckung des Geistes.

    • Übelwollen ist eine Be­fleckung des Geistes.

    • Zorn ist eine Befleckung des Geistes.

    • Rachsucht ist eine Befleckung des Geistes.

    • Verachtung ist eine Befleckung des Geistes.

    • Herrsch­sucht ist eine Befleckung des Geistes.

    • Neid ist eine Befleckung des Geistes.

    • Geiz ist eine Befleckung des Geistes.

    • Hinterlist ist eine Befleckung des Geistes.

    • Be­trug ist eine Befleckung des Geistes.

    • Starrsinn ist eine Befleckung des Geistes.

    • Anmaßung ist eine Befleckung des Geistes.

    • Dünkel ist eine Befleckung des Gei­stes.

    • Überheblichkeit ist eine Befleckung des Geistes.

    • Eitelkeit ist eine Beflek­kung des Geistes.

    • Nachlässigkeit ist eine Befleckung des Geistes."



  • Brachma ist einer der Hauptgötter und auch der Schöpfergott im Hinduismus, während er im Buddhismus als Deva gesehen wird. Eine Geburt als Brahma ist also die höchste samsarische Wiedergeburt, die man sich vorstellen kann.


    Darin drückt sich wohl aus, dass auch die Brahmavihara einerseits etwas erhabenes sind, gleichzeitig aber - weil in ihnen ein Anhaften am Wohl aller Wesen vorhanden ist - aber eben auch etwas samsarisches. Während das im Mahayana nicht so gesehen wird.

    Ich habe gehört, dass es keinen direkten Bezug zu Brahme gibt, sondern dass man in den Verweilzuständen weit wie ein Gott auf Erde. Ist das richtig?

    “The true value of any dogma or belief lies in its ability to point beyond itself to a deeper reality which can not be readily articulated in a simple formula or expression.” ― Stephen Batchelor, Alone with Others: An Existential Approach to Buddhism

  • Brachma ist einer der Hauptgötter und auch der Schöpfergott im Hinduismus, während er im Buddhismus als Deva gesehen wird. Eine Geburt als Brahma ist also die höchste samsarische Wiedergeburt, die man sich vorstellen kann.


    Darin drückt sich wohl aus, dass auch die Brahmavihara einerseits etwas erhabenes sind, gleichzeitig aber - weil in ihnen ein Anhaften am Wohl aller Wesen vorhanden ist - aber eben auch etwas samsarisches. Während das im Mahayana nicht so gesehen wird.

    Dhamma zum Gruße void,


    Ja, die Brahma-Gebiete sind (neben den Stufen der Meditation) einfach ein Teil der Welten durch die wir wandeln, wenn auch recht angenehme. Ewig wärt aber auch da nichts. Wie wird es im Mahayana betrachtet? Wo liegt der Unterschied?

    Zunächst wird das genauso gesehen. Die Kosmologie wird übernommen und Brahma ist ein Deva.


    Aber auf der anderen Seite wird Avalokiteśvara als die Verköperung der Mitgefühls aller Buddhas gesehen. Hier dreht sich etwas: Während im Thervada der Arhat derjenige ist, der selbst subtile Fesseln wie die Brahmavihara hinter sich gelassen hat, denkt man im Mahayana weltzugewandter. Bei dem historische Buddha war es ja so dass er Befreiung erfuhr, danach aber nicht untätig war, sondern sich an die Menschen wandte um sich zur Befreiung zu führen. Es gibt also soetwas wie das Mitgefühl eines Buddahas, das man schlecht als verblendet abtun kann. Aus dieser Überlegung heraus, entsteht das leicht holprige Bodhisattva-Konzept, in dem man nicht einfach Befreiung (Arhatschaft) erlangt, sondern dies nur ein Zwischenschritt zur Buddhaschaft ist, wo man auf einer der zahllosen Welten das Rad der Lehre in Bewegung setzt. Das man da gleich andere Welten reinbbringt, widerstrebt mir wegen der Sciene-Fiction-Haftigkeit. Aber die Idee, dass es so etwas wie das Mitgfühl eines Buddhas gibt, aus dem heraus er lehrt, erschient mir nachvollziehbar.


    Im Ayacana Sutta heisst es, dass Buddha nach seiner Befreiung unschlüssig war, ob der überhaupt den dharma lehren sollte, und erst von Brahma Sahampati dazu angehalten wurde,


    Then Brahma Sahampati, having known with his own awareness the line of thinking in the Blessed One's awareness, thought: "The world is lost! The world is destroyed! The mind of the Tathagata, the Arahant, the Rightly Self-awakened One inclines to dwelling at ease, not to teaching the Dhamma!" Then, just as a strong man might extend his flexed arm or flex his extended arm, Brahma Sahampati disappeared from the Brahma-world and reappeared in front of the Blessed One. Arranging his upper robe over one shoulder, he knelt down with his right knee on the ground, saluted the Blessed One with his hands before his heart, and said to him: "Lord, let the Blessed One teach the Dhamma! Let the One-Well-Gone teach the Dhamma! There are beings with little dust in their eyes who are falling away because they do not hear the Dhamma. There will be those who will understand the Dhamma."


    ...


    Then the Blessed One, having understood Brahma's invitation, out of compassion for beings, surveyed the world with the eye of an Awakened One.

    Es gibt also das "Mitgefühl eines Buddhas" auch im Theravada. Wobei es ein wenig rästelhaft ist. Es kann ja nicht das Mitgefühl der Brahmavihara sein, von der man annehmen muss, das ein Befreiter es hinter sich gelassen hat. Aber trotzdem ist hier stark mit der Figur "Brahma Sahampati" verknüpft, erst seine Anfrage veranlasst den Buddha dazu zu lehren. Was einen ja zu der Einsicht bringen kann, dass es ohne diesen sich um das Schicksal der Welt sorgenden Brahma keinen kein Dharma und kein Palikanon gegeben hätte, oder?


    Oder wie wird denn das im Ayacana Sutta im angesprochenen Mitgefühl des Buddhas gesehen? Es kann ja schlecht eine Verblendung sein.

  • ... Oder wie wird denn das im Ayacana Sutta im angesprochenen Mitgefühl des Buddhas gesehen? Es kann ja schlecht eine Verblendung sein.

    Im darauf folgenden Gārava Sutta kommt es noch schlimmer. Im Gegensatz zu einem Pratyekabuddha leidet der Erwachte unter Einsamkeit und Mitteilungsbedürfnis, was vom Brahma Sahampati schamlos ausgenutzt wird, um ihm Pflichtgefühl einzuimpfen. Schließlich hätten alle vollständig Erwachten der Vergangeheit sich auch verpflichtet gefühlt, die Lehre zu verkünden, ihr dienend und sie verehrend:

    Einstmals weilte der Erhabene in Uruvela, am Ufer des Flusses Nerañjarā, am Fuße des Feigenbaumes des Ziegenhirten, eben erst zur vollkommenen Erleuchtung gelangt.


    Da nun entstand dem Erhabenen, der ganz in der Stille einsamer Meditation sich hingab, der folgende erwägende Gedanke: "Übel ist es niemand zu haben, den man verehrt und hoch hält. An welchen Samana oder Brāhmana könnte ich mich nun anschließen, ihm dienend und ihn verehrend?"


    Da nun kam dem Erhabenen dieser Gedanke: "Zur Erfüllung dessen, was noch nicht erfüllt ist von dem, was zum Begriff der sittlichen Zucht gehört, möchte ich an einen Samana oder Brāhmana mich anschließen. Aber ich sehe in der Welt mit ihren Göttern, mit ihren Māras und mit ihren Brahmans, im Volke mit seinen Samanas und Brāhmanas, mit seinen Göttern und Menschen keinen Samana oder Brāhmana, der mehr als ich selber mit sittlicher Zucht ausgestattet wäre, daß ich an ihn mich anschließen könnte, ihm dienend und ihn verehrend. ... Wie wäre es, wenn ich jetzt an die Wahrheit, die von mir durch Erleuchtung erkannt worden ist, mich anschlösse, ihr dienend und sie verehrend?"


    ... Da nun schlug der Brahman Sahampati seinen Mantel über die eine Schulter, ließ sich mit dem rechten Knie auf den Boden nieder, und indem er in der Richtung, wo der Erhabene war, die zusammengelegten Hände ausstreckte, sprach er zu dem Erhabenen also: "So ist das, o Erhabener! So ist das, o Pfadführer! Die Vollendeten, Vollkommen Erleuchteten, Herr, die es in der vergangenen Zeit gegeben hat, auch diese Erhabenen haben an die Wahrheit sich angeschlossen, ihr dienend und sie verehrend. Und auch die Vollendeten, Vollkommen Erleuchteten, Herr, die es in Zukunft geben wird, auch diese Erhabenen werden an die Wahrheit sich anschließen, ihr dienend und sie verehrend. Und auch jetzt möge der Erhabene, Herr, der Vollendete, Vollkommen Erleuchtete an die Wahrheit sich anschließen, ihr dienend, sie verehrend."

    Später lässt der Erhabene dann seine Bhikkhus im Glauben, er kümmere sich aus Mitgefühl um sie:

    Viele Grüße

    Elliot

  • Es gibt also das "Mitgefühl eines Buddhas" auch im Theravada.

    Wobei es ein wenig rästelhaft ist. Es kann ja nicht das Mitgefühl

    der Brahmavihara sein, von der man annehmen muss, das ein

    Befreiter es hinter sich gelassen hat.

    Das wäre dann eine falsche Annahme.

    Natürlich kann ein Buddha sowohl in den Brahmavihara

    als auch in den vier Vertiefungszuständen verweilen.

    Auch wenn er weder da noch dort angegangen ist.

    Ja er kann sogar auf Almosenspeise gehen ohne daran angehangen

    obwohl er die ganze Welt hinter sich gelassen hat.

  • Ein Pratyekabuddha erlangt Befreiung aber lehrt nicht - obwohl der Dharma zu verkünden ware. Was ist der Unterschied zwischen einem Pratyekabuddha und einem Sammāsambuddha? Ich habe diesen Text gefunden:


    So the Paccekabuddha attains enlightenment, but not the omniscience or the powers which are the special attainments of the Sammāsambuddha.

    Aus so einer radikalen Offenheit für das Schicksal anderer würde dann folgen, für sie dazu sein. Wobei es kein Mitgefühl im normalen Sinne mehr ist, bei dem man sich in den "anderen einfühlt" sondern es geht vom Wissen um den anderen aus und ist insofern ein Dienst an der Wahrheit.


    Oder rede ich da schon Unsinn und Selbstgesponnenes?

  • Man bräuchte dafür eine Wortneuschöpfung: nicht "Mitgefühl" sondern "Mit-Zustand".

    Oder so. :rose:

    Karuṇā and Mettā sind ja zunächst Motivationen/Wünsche. Karuṇā der Wunsch, dass jemand frei von Leid sein möge, und Mettā, dass er glücklich sein möge. Von daher wäre "Glückwunsch" eigentlich gar nicht schlecht, wenn es nichtt nach kitschiger Postkarte klingen würde.


  • Man bräuchte dafür eine Wortneuschöpfung: nicht "Mitgefühl" sondern "Mit-Zustand".

    Oder so. :rose:

    Karuṇā and Mettā sind ja zunächst Motivationen/Wünsche. Karuṇā der Wunsch, dass jemand frei von Leid sein möge, und Mettā, dass er glücklich sein möge. Von daher wäre "Glückwunsch" eigentlich gar nicht schlecht, wenn es nichtt nach kitschiger Postkarte klingen würde.


    Sind Karuna und Metta im Theravada tatsächlich ausschließlich dualistische Sichtweisen, wo es um "Ich und Andere" geht?

    Oder gibt es auch eine "absolute" Komponente, wo das Konzept "Ich und Andere" sich auflösen kann?

    _()_ Bitte mit dem Antworten 10 min warten. Bin Viel-Editiererin. :rainbow: :rainbow:

  • Sind Karuna und Metta im Theravada tatsächlich ausschließlich dualistische Sichtweisen, wo es um "Ich und Andere" geht?

    Oder gibt es auch eine "absolute" Komponente, wo das Konzept "Ich und Andere" sich auflösen kann?

    IMHO ein klares Nein! :wink:


    Die beiden Perspektiven sind auch nicht "ich und andere", sonder "ich und alle", und zu "alle" gehöre ich natürlich auch dazu.


    Liebe Grüße, Aravind.

  • Zitat

    Der Ehrwürdige Ñāṇapoṇika schrieb:

    Liebe, die eine wissende, verstehende, helfende Güte ist, Liebe, die Kraft ist und Kraft gibt - das ist die höchste Liebe.

    "Befreiung des Herzens" nannte der Erhabene die Liebe.

    "Erhabenste Schönheit" nannte der Erhabene die Liebe.

    Und was ist die höchste Tat der Liebe?

    Den Wesen durch Tat und Wort den Weg der Leidbefreiung zu zeigen, wie er gewiesen, gegangen und vollendet wurde von Ihm, dem Erhabenen,

    dem Buddha.

    metta-nuechtern

    Denn von denen in der Welt, die gut schlafen, bin ich einer. AN 3.35

    Einmal editiert, zuletzt von Spock ()

  • Karuṇā and Mettā sind ja zunächst Motivationen/Wünsche. Karuṇā der Wunsch, dass jemand frei von Leid sein möge, und Mettā, dass er glücklich sein möge. Von daher wäre "Glückwunsch" eigentlich gar nicht schlecht, wenn es nichtt nach kitschiger Postkarte klingen würde.


    Sind Karuna und Metta im Theravada tatsächlich ausschließlich dualistische Sichtweisen, wo es um "Ich und Andere" geht?

    Oder gibt es auch eine "absolute" Komponente, wo das Konzept "Ich und Andere" sich auflösen kann?


    Stimme Void soweit zu. Allerdings ist Metta auch ein bewußtseinszustand der in unterschiedlicher Intensität in der sogenannten Metta-Meditation/Jhanas erfahren werden kann. Da das Ich-Bewußtsein in dieser Art der Meditation sehr stark abschmelzen kann, ist es dann für diesen Augenblick keine dualistische Erfahrung mehr. Ganz nebenbei: der Metta-Meditation oder besser Geistesentfaltung wird ja auch allerhand mystisches, was sich in der Innen- und Außenwirkung manifestieren kann, nachgesagt.


    Die dualität zwischen "ich und andere" löst sich meiner Meinung nach mit der Ich-Anhaftung auf. Also mit zunehmender Ich-Losigkeit erkennt man "sich im anderen" und entwickelt "absolutes Mitgefühl" das nicht nur als Vorstellung existiert.


    Da relative und absolute Wirklichkeit im PK nicht weiter thematisiert sind, würde ich aber dennoch sagen, ist dieser Auflösungsprozess eine Folge der Theravada Praxis.

  • Sind Karuna und Metta im Theravada tatsächlich ausschließlich dualistische Sichtweisen, wo es um "Ich und Andere" geht?

    Oder gibt es auch eine "absolute" Komponente, wo das Konzept "Ich und Andere" sich auflösen kann?


    Stimme Void soweit zu. Allerdings ist Metta auch ein bewußtseinszustand der in unterschiedlicher Intensität in der sogenannten Metta-Meditation/Jhanas erfahren werden kann. Da das Ich-Bewußtsein in dieser Art der Meditation sehr stark abschmelzen kann, ist es dann für diesen Augenblick keine dualistische Erfahrung mehr. Ganz nebenbei: der Metta-Meditation oder besser Geistesentfaltung wird ja auch allerhand mystisches, was sich in der Innen- und Außenwirkung manifestieren kann, nachgesagt.


    Die dualität zwischen "ich und andere" löst sich meiner Meinung nach mit der Ich-Anhaftung auf. Also mit zunehmender Ich-Losigkeit erkennt man "sich im anderen" und entwickelt "absolutes Mitgefühl" das nicht nur als Vorstellung existiert.


    Da relative und absolute Wirklichkeit im PK nicht weiter thematisiert sind, würde ich aber dennoch sagen, ist dieser Auflösungsprozess eine Folge der Theravada Praxis.

    Oftmals ist es ja so, dass es die Sprache, ist die durch ihre Struktur Subjekt, Objekt und Verb erzwingt, und so den Eindruck von Täter und Tat entstehen lässt.


    Freundlichkeit ist ja weniger ein "tun" als eine "freundliche Haltung". Es hat ja viel mit einer Offenheit zu tun, die das Gegenteil einer verkrampften, eigensüchtigen Haltung ist. Ich glaube das ist etwas, ganz grundlegendes: Selbst eine Blume kann sich ja offnen oder geschlossen sein. In letzterem fall bilden die Blütenblätter eine Wand die den geschützten Innenraum von einem Außen trennt, während, wenn die Blüte offen ist keine Trennung da ist.