Vorstandswechsel und Änderungen bei der Deutschen Buddhistischen Union DBU

There are 637 replies in this Thread. The last Post () by Phoenix.

  • Jetzt wechseln wir schon wieder das Spielfeld: Die Aussage 'Man hätte nicht so viele aus dem Wasser fischen sollen' hat niemand als Teil eines 'wissenschaftlichen Diskurses' (miss)verstanden. Deine ursprüngliche Aussage, @Phönix, war, das Zitat sei aus einem - wie immer gearteten - Zusammenhang gerissen. Der Zusammenhang könnte aber nicht eindeutiger sein: 'Der' Islam ist für Brüssel und Paris verantwortlich, und man könne solche Terrorakte verhindern oder reduzieren, indem man weniger ertrinkende muslimische Flüchtlinge 'aus dem Wasser fischt'.


    Nicht die 'jetzige Form der Flüchtlingsrettung' ist 'hochproblematisch' (alleine diese Aussage sollte Dich schon für jede Diskussion des Themas disqualifizieren!), sondern die jetzige Form von Fluchtursachen und deren (teils vom 'Westen' gewollten und miteinkalkulierten) Entstehung.

    Selbstverständlich kann man auch Pflichtethik und Verantwortungsethik rational und offen diskutieren (vgl. Konrad Ott, Zuwanderung und Moral, Reclam 2016), aber so zu tun, als hätten Flucht und Migration nichts damit zu tun, dass weite Teile Westafrikas als Giftmülldeponie des Westens benutzt, die Gewässer vor Somalia von internationalen Fangflotten leergefischt, der Nahe Osten aus Gründen des 'regime change' in Chaos und Bürgerkrieg gestürzt werden (usw. usw.), ist bestenfalls heuchlerisch, schlimmstenfalls politisches Programm.

    'Die Ruhe ist die natürliche Stimmung eines wohlgeregelten, mit sich einigen Herzens.' (Wilhelm v. Humboldt)

  • An der Flüchtlingsrettung ist gar nichts problematisch.

    Es gilt immer erst Menschenleben zu retten. Und da darf nicht unterschieden werden.

    Kaum einer würde auf die Idee kommen, jemanden ertrinken zu lassen, nur weil er sich ins Wasser gewagt hat ohne Schwimmen zu lernen. Man holt ihn raus. Fertig. Und schon gar nicht fragt man ihn vorher, ob er Muslim ist.

    Der ( der eher christlich-konservative, iranisstämmige) LMU Soziologieproge Armin Nassehi hat die Krise der linken Denkens untersucht und dabei festgestellt, dass viel an linker Politik deswegen möglich war, weil implizit die Grenze des Solidarraums klar war. D.h. vieles an Liberalem und Linken im Inneren war deswegen möglich, weil die Abgrenzung nach Aussen ( das "rechte Problem" der "Zugehörigkeit" ) als gelöst voraussgesetzt werden konnten.


    Wenn ich Nassehi richtig verstehe, heisst das, das vieles von linker Gleichheitsidee insofern eine Lebenslüge, weil sie die rechte Arbeit ( die Abgrenzung des Solidarraums) vorraussetzt.


    Mich ärgert Nassehi ein wenig, weil das der Idee von Menscehnrechten von etwas universellem zu etwas bedingtem macht.

  • Es gab eine Stellungnahme. Ich kann sie allerdings gerade nicht mehr auf der Diamantwegsseite finden. Darin erklärt er, dass er mit seinem schlechten Deutsch falsch verstanden wurde.

    Dazu gab der deutsche Philosoph Dieter Nuhr die Empfehlung 'Einfach mal die Fresse halten'...:grinsen:

    'Die Ruhe ist die natürliche Stimmung eines wohlgeregelten, mit sich einigen Herzens.' (Wilhelm v. Humboldt)

  • Da sind keine zu finden.Solche Äußerungen sind emotional orientierte Denkanstöße. Und Emotionen differenzieren anders als der Verstand,

    aber sie differenzieren sehr wohl auch, gerade wenn wir sie aus dem buddhistischen Kontext heraus betrachten.

    Als Leser / Zuhörer kann ich nur die gesagten Worte lesen / hören und interpretieren. Wenn LON hier für sich selbst noch eine Differenzierung gedacht hat, so sollte ihm doch klar sein, dass niemand sonst diese mitbekommt. Damit ist, objektiv gesehen, keine, und damit mein ich wirklich gar keine Differenzierung vorhanden.

    _()_

    小金龍

    :zen:

    ཨོཾ་མ་ཎི་པདྨེ་ཧཱུྃ

  • Da sind keine zu finden.Solche Äußerungen sind emotional orientierte Denkanstöße. Und Emotionen differenzieren anders als der Verstand,

    aber sie differenzieren sehr wohl auch, gerade wenn wir sie aus dem buddhistischen Kontext heraus betrachten.

    Das ist wieder mal eine Perle buddhistischer Philosophie: 'Emotional orientierte Denkanstösse'...:grinsen:

    Wahrscheinlich war 'Wollt ihr den totalen Krieg?' auch bloss eine emotional motivierte rhetorische Fage...


    Zynismus beiseite: Welche buddhistische Schule lehrt durch 'emotional motivierte Denkanstösse'? Als Form von upaya?


    Und natürlich differenziert die Emotion. Das kann man schon bei Amöben erkennen. Wenn ich den Buddhismus recht verstanden habe, sah er darin ein Problem und wollte über diesen Zustand hinaus.

    'Die Ruhe ist die natürliche Stimmung eines wohlgeregelten, mit sich einigen Herzens.' (Wilhelm v. Humboldt)

  • Kannst du etwas respektvoller sein. Weil sich deine Aussführungen als Vorschlag deuten lassen, die ON nahelegen "die Fresse zu halten" und ihn implizit mit Goebbels und Amöben vergleichen. Natürlich ist auch Zynismus Ausdruck einer Hilflosigkeit aber das alles trägt nicht dazu bei, die eh schon verfahrene Diskussion zu versachlichen.

  • Ich lese gerade "Wie die Dinge sind" Ausgabe von 2003. Ich werde es ganz lesen, weil ich verstehen will wie ein Mensch solche Aussagen treffen kann. Wenn das eine von Ole revidierte, ergänzte Ausgabe ist habe ich weniger Probleme mit meiner Abneigung die Schwelle des Diamantweges zu übertreten. Das ist kein Buch das die Dinge im buddhistischen Sinn erklärt, schon weil es voller boshafter Meinungen ist wie primitiv andere Menschen in anderen Lebensbereichen leben. Ich kann mir das nur so erklären das der Diamantweg mal eine wirklich gute Gemeinschaft war, doch dem Ole ist langweilig geworden und wollte mehr Aktion rein bringen und wie geht das besser als mit den Hassgedanken die er eigentlich bei seinen Schülern deutlich machen und vermindern sollte.

    1) Alle Dinge und alle Gedanken sind in gegenseitiger Abhängigkeit bedingt Entstehend.

    2) Das ist nicht Mein, das ist nicht mein Ich, das ist nicht mein Selbst, das ist nicht mein Nibbana/Nirwana.

    Sinnsuche ist Sinngeben. Sinngeben ist Meinung. Meinung ist Leiden.

  • Hi Nuovo,


    auf "verlohrenem Posten" sehe ich mich hier zwar nicht, aber natürlich frag ich mich auch, in wie weit hier eine Diskusion noch Sinn macht.


    Es ist wohl tatsächlich erstmal besser abzuwarten ,wie sich die Dinge in der DBU weiter entwickeln,und für mich persönlich ist es alle mal besser

    ich sitze wieder mehr auf dem Kissen als vor dem Computer.


    Trotzdem finde ich den Austausch über buddhistische und gesellschaftliche Themen schon auch sehr wichtig. Allerdings nur ,solange man sich dabei noch zuhört.


    _()_ Phönix

  • Kannst du etwas respektvoller sein. Weil sich deine Aussführungen als Vorschlag deuten lassen, die ON nahelegen "die Fresse zu halten" und ihn implizit mit Goebbels und Amöben vergleichen. Natürlich ist auch Zynismus Ausdruck einer Hilflosigkeit aber das alles trägt nicht dazu bei, die eh schon verfahrene Diskussion zu versachlichen.

    void


    1. Ich habe Nydahl nicht mit Goebbels verglichen, sondern das Konstrukt der 'emotional motivierten Denkanstöße' (das ja nicht von Nydahl stammt) persifliert, sogar polemisch persifliert. Ich würde das nicht in jedem Zusammenhang tun, halte es aber in einer Antwort an jemanden, der ständig sog. 'Provokationen' Nydahls als legitimes Lehrinstrument rechtfertigt, nicht für überzogen und ebenfalls für legitim.


    2. Ich habe Nydahl nicht mit Amöben verglichen (wiederum: 'emotional motivierte Denkanstöße' stammt nicht von Nydahl), auch nicht (falls jetzt der Vorwurf kommt!) Phönix, sondern ich habe darauf hingewiesen, dass emotional motivierte Reaktionen schon bei Amöben vorkommen und es ein Ziel des Buddhismus ist, sie zu hinterfragen und zu vermeiden. 'Menschen sind keine Amöben' war die (wie ich finde) relativ klare Aussage - also auch nicht Nydahl und Phönix.


    3. Da hier gerade eine zentrale Frage ist, wer was aus dem Zusammenhang reißt, möchte ich darum bitten, auch das Dieter-Nuhr-Zitat (schon alleine durch die Formulierung 'Der deutsche Philosoph Dieter Nuhr' als humorvoll erkenntlich) nicht aus dem Zusammenhang zu reißen. Ein (zumindest in den Augen seiner Schüler) bedeutender Lama erteilt Unterweisungen in tibetischem Buddhismus (was ja nicht gerade ein Small-Talk-Thema ist), hält sein Deutsch dafür offensichtlich für völlig ausreichend und redet sich dann mit seinem 'schlechten Deutsch' heraus... Also bitte! Und auch hier wieder: Polemisch und provokant, aber gegenüber jemandem, der Polemik und Provokation selbst einsetzt und für ein adäquates Mittel hält.

    'Die Ruhe ist die natürliche Stimmung eines wohlgeregelten, mit sich einigen Herzens.' (Wilhelm v. Humboldt)

  • Trotzdem finde ich den Austausch über buddhistische und gesellschaftliche Themen schon auch sehr wichtig. Allerdings nur ,solange man sich dabei noch zuhört.

    Und man auf die Fragen des anderen eingeht. ;)

    It is our mind, and that alone, that chains us or sets us free. (Dilgo Kyentse Rinpoche)

  • Wir können da gerne per Konversation weitermachen. Aber ich hatte den Eindruck wir drehen uns da gerade auch etwas im Kreis,

    und das macht beim Walzer einfach wesentlich mehr Spaß wie hier.;)

  • 1. In wie fern wurden Oles Aussagen aus dem Zusammenhang gerissen.

    2. Wie unterscheidet sich die buddhistische Ethik vieler von der von Ole und dem Diamantweg.

    Phoenix, ich gebe dir gerne nochmal die beiden Fragen, die ich immer noch als unbeantwortet betrachte.

    It is our mind, and that alone, that chains us or sets us free. (Dilgo Kyentse Rinpoche)

  • Wie lange soll das denn hier noch weiter laufen? Es ist doch nun wirklich alles zu dem Thema "Vorstandswechsel" gesagt worden. Auch zum Thema ON ist alles gesagt worden.


    Ich finde, der thread kann mal geschlossen werden.

    Warum sollte der Thread geschlossen werden? Wenn Dich nicht mehr interessiert, was hier diskutiert wird, dann kannst Du einfach oben auf "Thema ignorieren" klicken. Warum sollen eigentlich alle Anderen aufhören, hier weiter zu diskutieren, nur weil Dich das nicht interessiert? Du musst es ja nicht lesen oder gar darauf reagieren.


    _()_

  • you can't have one without the other

    Ist das so? Zur Zeit ja - und die Frage ist, ob das wirklich so sein muss. Zur Verdeutlichung der Situation ein paar Zahlen:


    Der Religionswissenschaftliche Medien- und Informationsdienst e.V. (REMID) veranschlagt nach aktuellen Zahlen die Zahl der Buddhisten in Deutschland mit 270.000. Etwa 140.000 davon sind asiatischer Herkunft. In der DBU sind 19.330 Mitglieder zusammengeschlossen, fast komplett den verbleibenden 130.000 'Eingeborenen' zuzurechnen. Größte der 64 Mitgliedsgemeinschaften ist die Buddhistische Religionsgemeinschaft (BRG) mit ca. 6.240 Mitgliedern. In der BRG sind die sog. 'Einzelmitglieder' zusammengeschlossen. Als zweitgrößte Mitgliedsgemeinschaft folgt der Buddhistische Dachverband Diamantweg e.V (BDD) mit (nach eigenen Angaben) 5.500 Mitgliedern.

    In der DBU sind somit gut 7 % der in Deutschland lebenden Buddhisten organisiert; von den Buddhisten, die nicht asiatischer Herkunft sind, sind es knapp 15 %. Dieser geringe Organisationsgrad ist nicht verwunderlich; gesellschafts- und religionspolitisches Engagement einerseits und traditionsübergreifende Zusammenarbeit andererseits sind für Viele nicht Teil ihres Selbstverständnisses als Buddhisten und ihrer buddhistischen Praxis. Nicht zuletzt gibt es unter nicht-organisierten Buddhisten auch Vorbehalte gegen die Zusammenarbeit mit bestimmten DBU-Mitgliedsgemeinschaften; auch wenn einige kontrovers diskutierte und nicht gerade kleine Organisationen (wie etwa "Neue Kadampa Tradition", Shinnyo-En und Soka Gakkai) gar nicht in der DBU organisiert sind und deren Integration in die DBU auch auf absehbare Zeit sehr unwahrscheinlich ist, weil es in der DBU Vorbehalte gegen sie gibt. Was zumindest deutlich machen sollte, dass die DBU nicht grundsätzlich hohe Mitgliederzahlen (Quantität) vor den Konsens in vor allem ethischen Fragen (Qualität) stellt.

    Dem BDD gehören also ca. 2 % der in Deutschland lebenden Buddhisten an und in der DBU stellen sie nach eigenen Angaben ca. 28 % der Mitglieder. Das heisst zum einen, dass der BDD in Bezug auf seinen Stellenwert im Buddhismus Deutschlands insgesamt in der DBU ganz erheblich überrepräsentiert ist. Das macht auch verständlich, wenn kritische Stimmen von einer "Unterwanderung" der DBU durch den BDD sprechen. Das heisst zum anderen, dass durch eine Trennung von dieser Mitgliedsgemeinschaft der Anteil von Buddhisten, die nicht asiatischer Herkunft und in der DBU organisiert sind, von knapp 15 % auf gut 10 % sinken würde. Es ist allerdings durchaus eine (wenn auch spekulative) Überlegung wert, ob ein solcher Schritt die DBU für bislang nicht in ihr organisierte Buddhisten attraktiver machen würde und damit ein solcher Mitgliederschwund längerfristig zumindest ein Stück weit kompensiert wäre.

    Eine in diesem Zusammenhang auch nicht ganz unerhebliche Überlegung: zur Finanzierung der DBU trägt der BDD mit einem Anteil von gerade einmal 0,9 % der Einnahmen der DBU (Stand 2017) bei. Rein auf Einnahmen aus Mitgliedsbeiträgen bezogen sind es knapp 3,7 % - also keine 28 %, wie es der Anzahl der Mitglieder entspräche. Diese eigenartige Regelung der Mitgliedsbeiträge kam nicht zuletzt auf Druck des BDD zustande. Was also den Handlungsspielraum der DBU angeht, so weit er von ihrer Mittelausstattung abhängt, so wäre da durch eine Trennung vom BDD keine spürbare Beeinträchtigung gegeben.


    _()_

  • 2. Wie unterscheidet sich die buddhistische Ethik vieler von der von Ole und dem Diamantweg.

    Der Lehrer von Ole Nydahl war ja der 16. Karmapa Rangjung Rigpe Dorje. Villeicht ist die wichtigste Frage die, ob Ole Nydahl einfach nur in anderen, zeitgemnäßeren Worten die Lehren seines Lehrers ausdrückt, oder ob seine Aussagen und seine ethischen Haltungen dem Vorbild des 16. karmapas nicht gerecht werden. Denn nur wenn ersteres stimmt, kann man ihn als eine Form des Dharmaschützers sehen.


    Wobei ja der 16 Karmapa nicht nur der Lehrer von Ole Nydahl war, sodnern auch Chögyam Trungpa, den tragisch verstorbenen Akong Rinpoche und auch Gendün Rinpoche entsandte. Die französischen Zentren von Gendün Rinpoche ( Dhagpo Kagyu Mandala ) unterstützen auch ebenfalls den vom Dimantweg untersützten Karmapa Kandidat Trinle Thaye Dorje. Von daher wäre das doch eine Organisation die sich für einen Vergleich mit dem Dimantweg anbietet. Wird dort ein Dharma gelehrt, der dem ähndelt was Ole Nydhal sagt? Dan kann man ausgehen, das beide Teil einer sehr besonderen Tradition ist, die mit dem 16. und 17 Karmapa und ihrer speziellen Energie zusammenhängt. Oder ist es so, dass das was da gelehrt wird eher dem Mainstream des tibetischen Buddhismus ähndelt?


    Und was ist mit dem Büchern von Gendün Rinpoche? Wird auch da eine Ethik vertreten, die aus den selben Wurzeln schöpft wie Ole Nydahls Ethik?

  • you can't have one without the other

    Ist das so? Zur Zeit ja - und die Frage ist, ob das wirklich so sein muss.

    Sudhana


    Ich bin etwas verwirrt: In dem abgewandelten Song sprach ich ja davon , dass man bei Nydahl und BDD nicht 'one without the other' haben könne. Das bezog sich auf den launigen 'Lösungsvorschlag', man könne mit dem BDD problemlos zusammenarbeiten, wenn der eine Stellungnahme des Inhalts herausbrächte, dass die politischen Meinungen Nydahls nicht die Meinungen aller Mitglieder des BDD seien. Für mich handelt es sich aber gewissermaßen um Stand- und Spielbein, die man nicht voneinander trennen kann.


    Die Frage, ob sich die DBU vom BDD trennen kann oder sollte, ist wieder was anderes...

    'Die Ruhe ist die natürliche Stimmung eines wohlgeregelten, mit sich einigen Herzens.' (Wilhelm v. Humboldt)

  • Nun, die Linie der Karma-Kagyu geht auf Gampopa zurück:

    Gampopa – Wikipedia

    Eines seiner Hauptwerke war "der kostbare Schmuck der Befreiung", in dem der genaue Pfad beschrieben wird. Dies ist auch heute noch Grundlage der Karma-Kagyu Schulen.

    http://www.spiritwiki.de/w/der_kostbare_schmuck_der_befreiung


    Generell kann ich nicht viel zu den oben genannten Lehrern sagen, denn außer Gendun Rinpoche kannte ich keinen von ihnen persönlich, aber zumindest er war für mich ein sehr gutes Beispiel für einen Lehrer der lange praktiziert hatte und die Lehren dadurch verinnerlichte. Seine grundlegende Haltung war immer das entwickeln von Bodhicitta. Das kann man auch gut in seinen Büchern nachlesen, wie z.b. "Herzensunterweisungen eines Mahamudrameisters".


    Ich bezweifle stark, dass der 16.Karmapa im Sinn hatte, dass in seinem Namen andere Religionen diffamiert werden. Wie schon einmal geschrieben mahnte er immer wieder in all seinen Zentren und Klöstern: "keine Politik!"


    Ich war 2003 in Dagpo Kagyu Ling in der Dordogne und damals hatte man eine sehr sehr skeptische Haltung gegenüber Ole und dem Diamantweg. Warum und ob es sich überhaupt geändert hat weiß ich nicht, aber daran erinnere ich mich sehr gut, weil meine Erlebnisse bei Ole noch so präsent waren. :?

    It is our mind, and that alone, that chains us or sets us free. (Dilgo Kyentse Rinpoche)

    Edited once, last by Nyinje ☼ ().

  • Ich lese hier sowieso nur ab und an - und nachdem ich hier mal wieder vorbei geschaut hatte, hat sich nicht wesentlich was an neuen Punkten ergeben. Ich hatte nur einen Vorschlag - und wundere mich, was du da hinein geheimst. Und deine Verhaltenstipps - geschenkt.

  • wundere mich, was du da hinein geheimst

    Ich habe da überhaupt nichts "hineingeheimnist". Ich habe Dir nur eine einfache Frage gestellt: "Warum sollen eigentlich alle Anderen aufhören, hier weiter zu diskutieren, nur weil Dich das nicht interessiert?" Falls Dich das stören sollte, habe ich Dir einen Tip gegeben, wie Du damit umgehen kannst, ohne dass die hier Diskutierenden aus Rücksicht auf Dich und Deine Gefühle die Diskussion einstellen müssen. Einen Thread zu schließen sollte schon einen gewichtigen Grund haben. Eine Einzelmeinung, dass bereits "alles gesagt worden" ist, reicht da nicht.

  • Einige Anmerkungen/Überlegungen zum letzten Beitrag Sudhanas:


    REMID gibt die Zahlen 270.000 (davon 130.000 Deutsche) für Deutschland an, sagt aber, die Zahlen beruhten auf einer Schätzung der DBU. Das Pew Research Center geht von einem Anteil von 0,3% in Deutschland aus (was - wenn ich es im Kopf richtig überschlage - ebenfalls so um die 270.000 Anhänger sind. Woher PEW seine Daten bezieht, konnte ich auf die Schnelle nicht herausfinden. Wenn ich die REMID-Seite richtig interpretiere, beruht auch der angenommene Anstieg von Anhängern von 30.000 auf diesen DBU-Schätzungen. Ich lasse mich gerne eines Besseren belehren, aber ich habe etwas den Eindruck, dass die DBU von den eigenen Mitgliederzahlen auf die Gesamtzahl schliesst und ebenso vom eigenen Wachstum auf das allgemeine Wachstum (die Zahlen stammen - denke ich - aus der Zeit vor dem Mitgliederrückgang der DBU).


    Man sollte mit solchen Zahlen vorsichtig sein: Als (z.B.) Christ wird gezählt, wer an eine christliche Kirche Kirchensteuer abführt. Wie bestimme ich - abseits von den Mitgliederzahlen der DBU-Gemeinschaften und der Selbstauskünfte anderer Gemeinschaften (z.B. Soka Gakkai) - annähernd genaue Zahlen? Die DBU hat jedenfalls (wie eine jede solche Organisation) wohl eher die Tendenz, die Zahlen nach oben zu verschieben.


    Weiter sollte man mitbedenken, dass etwa dreiviertel der DBU-Mitgliedsgemeinschaften Klein- und Kleinstgruppen zwischen zehn und hundert Mitgliedern sind: Auch da wird man nicht unbedingt wild darauf sein, den einmal angegebenen Bestand von 'Karteileichen' zu säubern.


    Warum mich das interessiert?


    Ob ein eventueller Ausschluss des BDD Einfluss und Größe der DBU auf längere Sicht beeinflussen/bedrohen, halte ich für eine Scheindiskussion. Ich persönlich glaube, dass der Buddhismus in Deutschland seinen Zenit überschritten hat. Ob diese Möglichkeit von der DBU (und den 'organisierten' Buddhisten) überhaupt in Betracht gezogen wird? Von Menschen, die doch glauben, dass alles, was entsteht, auch wieder vergeht?

    'Die Ruhe ist die natürliche Stimmung eines wohlgeregelten, mit sich einigen Herzens.' (Wilhelm v. Humboldt)

  • Axel : Natürlich ist das Zahlenmaterial nur geschätzt (da es keine Registrierung gibt) bzw. beruht auf Eigenangaben und kann nur grobe Anhaltspunkte geben. Einzige Ausnahme sind die DBU-Einzelmitglieder. Auf DBU-Schätzungen wird von REMID - so verstehe ich es - lediglich hinsichtlich der Bezifferung der Anzahl 'Deutsche Buddhisten' (130.000) verwiesen - und das stammt noch von 2011. Die Gesamtzahl von 270.000 ergibt sich da aus Schätzungen von REMID selbst aus dem Jahr 2010.


    Im Quellenverzeichnis wird die DBU jedenfalls nicht genannt. Offensichtlich beziehen sich die aktuellen Zahlenangaben auf die Quelle "REMID: Eigene Erhebungen, validierte Selbstangaben". "Selbstangaben" wären dann Daten, die von der DBU 2011 geliefert wurden und darüber hinaus von REMID "validiert" wurden. Was auch immer das konkret heißen mag.

    Ob ein eventueller Ausschluss des BDD Einfluss und Größe der DBU auf längere Sicht beeinflussen/bedrohen, halte ich für eine Scheindiskussion. Ich persönlich glaube, dass der Buddhismus in Deutschland seinen Zenit überschritten hat. Ob diese Möglichkeit von der DBU (und den 'organisierten' Buddhisten) überhaupt in Betracht gezogen wird?

    Ich kann nicht für "die DBU" sprechen. Was mich angeht, so halte ich es für eine Binsenweisheit, "dass der Buddhismus in Deutschland seinen Zenit überschritten hat" - jedenfalls, soweit es sich um organisierte Formen handelt. Wenn man schon etwas länger "dabei" ist, kann man das eigentlich nicht übersehen. Aber da sich die aktuelle Diskussion ja gerade darum dreht, das durch diverse Skandale angeschlagene Bild des Buddhismus in der Öffentlichkeit zu korrigieren - was ganz ohne Korrektur der Art und Weise, wie die DBU verfasst ist, nicht gelingen kann - kann man wohl schon davon ausgehen, dass das in Betracht gezogen wird und man genau daraus einen Handlungsbedarf ableitet. Wobei es sich da kaum um die einzige Ursache handelt - aber zumindest eine selbstverschuldete, an der man arbeiten kann.


    Was wäre eine Alternative? Umgehende Selbstauflösung, weil ohnehin "alles, was entsteht, auch wieder vergeht"?


    _()_

  • Alternativen? Gut, ich denke mal ins Unreine...


    Die Gruppensuche für München liefert knapp fünfzig Einträge. Die einzige Veranstaltung, bei der wenigstens etwa ein Dutzend dieser Gruppen sich beteiligt und an einem Strang zieht, ist das jähliche Vesakh-Fest im Westpark. Bei soviel (Wo)Man-Power wäre es - mit etwas gutem Willen - leicht möglich, zweimal im Monat eine mehr oder weniger spektakuläre und vor allem sinnvolle Gemeinschaftsaktion durchzuführen (mit garantierter Außenwirkung von SZ über AZ bis BR - aus persönlichem Interesse könnte ich mir da etwa 'Buddhisten reinigen das Isar-Ufer' (jeder Münchner weiß, was ich meine) oder 'Buddhistischer Besuchsdienst im Altenheim' gut vorstellen. Dabei könnte man gleichzeitig in der Praxis gruppenübergreifende buddhistische Richtlinien für gesellschaftlich relevante Fragen erarbeiten, anstatt das von 'Expertengruppen am grünen Tisch erledigen zu lassen. Das vielbeschworene Lernen voneinander könnte in der Praxis statt auf dem Papier stattfinden. Das Gleiche wäre möglich in Hamburg, Berlin, dem Ruhrgebiet und dem Frankfurter Raum.



    Was hat das mit der DBU zu tun? Die koordiniert, hilft beim Erfahrungsaustausch zwischen den Regionen und sorgt für die bundesweite Publicity. Zieh' das für ein Jahr konsequent durch, statt teuer prominente Dharma-Lehrer einzufliegen, Protzbauten zu errichten (da meine ich nicht nur den BDD...) und über die reine Lehre zu diskutieren und dann reden wir weiter. Einem jüngeren und an andere Aktionsformen gewohnten Publikum ist die Durchsetzung von buddhistischem Religionsunterricht, öffentliche Anerkennung als 'Kirche' und das Abhalten von Kongressen, auf denen jählich die gleichen Leute den gleichen Leuten predigen, ziemlich wurscht.


    Man wird ja nochmal träumen dürfen...

    'Die Ruhe ist die natürliche Stimmung eines wohlgeregelten, mit sich einigen Herzens.' (Wilhelm v. Humboldt)

  • Inhaltlich starke Beiträge, versiert- vom AgitProp mal abgesehen. Es heisst, dass sobald Kritik am Diamantenweg rsp. Ole Nydahl aufkommt, sich mindestens Ein strebsamer Verfechter einschaltet.


    Die Kritik ist nicht mehr nur berechtigt, sondern absolut notwendig, und diesesmal darf es nicht nur bei Kritk bleiben.


    Stichwort Ethik. Ich würde gerne wissen inwieweit DM überhaupt Ethikrichtlinien.kennt und berücksicht. Und welche das wären.


    Warum ? Nach den Vajrayana Bodhisattva Gelübden liegt eine permanente Übertretung (Bruch) vor. Spielen die keine Rolle im Diamantweg ?

    Was dann, hauptsächlich ?