"Alle Dinge sind Nicht-Selbst." - Was ist dann Selbst ?

There are 432 replies in this Thread. The last Post () by Rudolf.

  • Was ist hier denn los? die ganzen zwei Wochen hab ihr euch gestritten wie die Kesselflicker und nun ist das Thema durch??

    Suchst Du etwa Streit? :x

    Wie sollen sonst Positionen der Extreme auf den mittleren Weg relativiert werden?

    Wie soll ich sonst meine Extremposition erkennen?

    Wie soll ich Vorurteil und Urteil bei mir erkennen können wenn es keine Gegenposition gibt die auch verteidigt wird solange nötig?

    Heißt Buddhist sein nicht zu streiten um den Weg zu erfahren?

    Hast Du mal ein Sutra ganz gelesen und erkannt wie Buddha das macht?

    Das Buddha nicht streitet für den mittleren Weg können nur Harmoniesüchtige glauben.

    Ja jetzt versteh ich, darum wird so viel radikales bei Buddha einfach überlesen, kann er nicht gesagt habe, hat er nicht gesagt.

    Er hat auch recht das ein Mensch der wirklich ernsthaft sein Leiden ausreißen will es auch in wenigen Tagen schaffen kann.

    1) Alle Dinge, auch Gedanken sind Dinge, sind in gegenseitiger Abhängigkeit bedingt durch Bedingungen Entstehend.

    2) Das ist nicht Mein, das ist nicht mein Ich, das ist nicht mein Selbst, das ist nicht mein Nibbana/Nirwana.

    Sinnsuche ist Sinngeben. Sinngeben ist Meinung. Meinung ist Leiden.

  • Heißt Buddhist sein nicht zu streiten um den Weg zu erfahren?

    Könnte man manchmal denken, wenn man mitliest... M48

    Zitat

    Er hat auch recht das ein Mensch der wirklich ernsthaft sein Leiden ausreißen will es auch in wenigen Tagen schaffen kann.

    Imho wird nicht Dukkha ausgerissen, sondern bestimmte Bedingungen erkannt. Körperlicher Schmerz ist zB. auch dukkha.

    Edited 2 times, last by Spock ().

  • Könnte man manchmal denken, wenn man mitliest... M48

    Zitat

    Er hat auch recht das ein Mensch der wirklich ernsthaft sein Leiden ausreißen will es auch in wenigen Tagen schaffen kann.

    Imho wird nicht Dukkha ausgerissen, sondern bestimmte Bedingungen erkannt. Körperlicher Schmerz ist zB. auch dukkha.

    Wenn körperlicher Schmerz unter Dukkha fallen würde, hätte doch Buddha Shakyamuni mit seinen schweren Rückenschmerzen kein Buddha gewesen sein, oder ? Schmerz ist insofern mit Dukkha verbunden, da er normalerweise extremen Widerwillen hervorruft. Und die Verbindung mit diesem Widerwillen macht Schmerz zu Dukkha.

  • So wie ich das verstehe: Ja eben, der Widerwille (Begehren, wovon dann abgelassen werden soll), aber dukkha ist universell. Also Begehren ist etwas begleitendes und insofern ist dukkha auch nicht selbsterzeugt, usw.


    Siehe Eintrag dukkhata:

    Zitat

    'dukkhatā' ist das Empfinden des Leidens oder einer Unzulänglichkeit, der ‘Zustand des Leidens' (wobei das Wort 'Leiden' eig. zu stark ist), der in drei Kategorien eingeteilt wird:


    1. 'dukkha-dukkhatā' Empfinden des Leidens bedingt durch körperlichen oder psychischen Schmerz,

    2. 'sankhāra-dukkhatā' Empfinden der Unzulänglichkeit, hervorgehend aus dem willentlichen Gestalten (sankhāra) und

    3. 'vipariṇāma-dukkhatā' Empfinden der Unzulänglichkeit, bedingt durch Veränderungen.


    sh. auch PTS dukkhata



    Dazu ein Anmerkung von Kay Zumwinkel in M141:

    Zitat

    [3]Dies sind die drei Ebenen von Dukkha:



    "Geburt, Altern, Tod und Schmerz" sind die physischen Aspekte, "Kummer, Klagen, Trauer und Verzweiflung" sind die geistigen Aspekte der gröbsten Erscheinungsform von Dukkha - das Leidhafte (dukkha-dukkhatā). "Nicht bekommen, was man sich wünscht" ist ein Aspekt von Dukkha, der der Veränderung innewohnt und auch in erfreulichen Dingen keine dauerhafte Befriedigung finden läßt (viparināma-dukkhatā). "Die fünf Daseinsgruppen, an denen angehaftet wird", sind Dukkha der subtilsten Sorte (saṅkhāra-dukkhatā).


    Es ist der Keim, in dem die beiden gröberen Formen bereits schlummern, das Eingesperrtsein im eigenen "Ich", das auch als solches spirituell sensiblen Menschen bereits als Leid erscheinen kann. Die Auseinandersetzung mit dieser Form von Dukkha hat schon des öfteren Menschen in den Wahnsinn getrieben. Die Lehre des Buddha bietet Schutz vor dieser Art von Wahnsinn: Dukkha nicht als persönliches Problem ("mein Leid"), sondern als universelle Tatsache zu betrachten.

    Majjhima Nikāya 141



    Diese drei Zustände entsprechen den drei Daseinsmerkmalen, dh. den charakteristischen Merkmalen der subjektiven Erfahrungen innerhalb Samsaras:

    1. dukkha-dukkhata - Unzulänglichkeit

    2. viparinama-dukkhata - Vergänglichkeit

    3. sankhara-dukkhata - Nicht-Selbst


    Zur Abgrenzung siehe auch: Dukkha

    Zitat

    19. "Und was, Freunde, heißt 'nicht bekommen, was man sich wünscht, ist Dukkha'? Den Wesen, die der Geburt unterworfen sind, kommt der Wunsch in den Sinn: 'Ach, wären wir doch nicht der Geburt unterworfen! Es soll keine Geburt über uns kommen!' Aber dies bekommt man nicht durch Wünschen, und nicht bekommen, was man sich wünscht, ist Dukkha. Den Wesen, die dem Altern unterworfen sind, kommt der Wunsch in den Sinn: 'Ach, wären wir doch nicht dem Altern unterworfen! Es soll kein Altern über uns kommen!' Aber dies bekommt man nicht durch Wünschen, und nicht bekommen, was man sich wünscht, ist Dukkha. Den Wesen, die der Krankheit unterworfen sind, kommt der Wunsch in den Sinn: 'Ach, wären wir doch nicht der Krankheit unterworfen! Es soll keine Krankheit über uns kommen!' Aber dies bekommt man nicht durch Wünschen, und nicht bekommen, was man sich wünscht, ist Dukkha. Den Wesen, die dem Tod unterworfen sind, kommt der Wunsch in den Sinn: 'Ach, wären wir doch nicht dem Tod unterworfen! Es soll kein Tod über uns kommen!' Aber dies bekommt man nicht durch Wünschen, und nicht bekommen, was man sich wünscht, ist Dukkha. Den Wesen, die Kummer, Klagen, Schmerz, Trauer und Verzweiflung unterworfen sind, kommt der Wunsch in den Sinn: 'Ach, wären wir doch nicht Kummer, Klagen, Schmerz, Trauer und Verzweiflung unterworfen! Es soll kein Kummer, Klagen, Schmerz, keine Trauer und Verzweiflung über uns kommen!' Aber dies bekommt man nicht durch Wünschen, und nicht bekommen, was man sich wünscht, ist Dukkha."


    20. "Und was, Freunde, was sind die fünf Daseinsgruppen, an denen angehaftet wird, die, kurz gesagt, Dukkha sind? Sie sind: die Daseinsgruppe der Form, an der angehaftet wird, die Daseinsgruppe des Gefühls, an der angehaftet wird, die Daseinsgruppe der Wahrnehmung, an der angehaftet wird, die Daseinsgruppe der Gestaltungen, an der angehaftet wird, die Daseinsgruppe des Bewußtseins, an der angehaftet wird. Dies sind die fünf Daseinsgruppen, an denen angehaftet wird, die, kurz gesagt, Dukkha sind. Dies wird die Edle Wahrheit von Dukkha genannt."


    21. "Und was, Freunde, ist die Edle Wahrheit vom Ursprung von Dukkha? Es ist das Begehren, das erneutes Werden bringt, das von Ergötzen und Begierde begleitet ist, und das sich an diesem und jenem ergötzt; nämlich Begehren nach Sinnesintensität, Begehren nach Dasein und Begehren nach Daseinsmöglichkeit. Dies wird die Edle Wahrheit vom Ursprung von Dukkha genannt."


    22. "Und was, Freunde, ist die Edle Wahrheit vom Aufhören von Dukkha? Es ist das restlose Verschwinden und Aufhören, das Aufgeben, der Verzicht, das Loslassen und Zurückweisen eben jenes Begehrens. Dies wird die Edle Wahrheit vom Aufhören von Dukkha genannt."

    Majjhima Nikāya 141

    Edited 3 times, last by Spock ().

  • Wenn körperlicher Schmerz unter Dukkha fallen würde, hätte doch Buddha Shakyamuni mit seinen schweren Rückenschmerzen kein Buddha gewesen sein, oder ? Schmerz ist insofern mit Dukkha verbunden, da er normalerweise extremen Widerwillen hervorruft. Und die Verbindung mit diesem Widerwillen macht Schmerz zu Dukkha.

    Widerwillen fällt wohl unter Hass. Wenn nun Gier, Hass und Verblendung mit der Wurzel ausgerissen sind, kann es ja überhaupt keinen Widerwillen mehr geben. Körperlicher Schmerz ist ein Gefühl, wenn nun auch bezüglich Gefühle vollkommen verwirklicht ist "das bin ich nicht, das gehört mir nicht, das ist nicht mein Selbst", kann es da bei Rückenschmerzen keinerlei Dukkha mehr geben.

    Mit Metta, mukti.

  • Ich glaube ich sehe das Missverständnis, mir ging es grade um das "Ausreißen", nicht um die Definition "dukkha". Man "reißt die Wurzel aus" und nicht direkt das Resultat. Das passiert dann imho eher als Effekt. Das kann praktisch relevant sein...

  • Ist egal, was da geschrieben steht.

    Überprüfbar für Dummies ist: Es gibt ungeheuer viele Situationen, die den Menschen unangenehm sind.

    Davon sind einige unvermeidbar: Geburt, Tod.

    Einige sind bedingt vermeidbar: Krankheit und Altern (jung und gesund über den Jordan gehen).

    Ganz vieles ist hausgemacht: Jammern über die Lage, Streit, Missgunst, Hass, Zorn usw.

    Mit den bedingt vermeidbaren und den unvermeidlichen kann man lernen umzugehen und dem nicht noch was aufzubürden.

    Dazu muss man kein Buddhist sein und auch nicht erleuchtet.

    Mein Opa beispielsweise hatte ein echt schweres Leben. Sein Sterben war ein langer, qualvoller Tod. Trotzdem hat er nie gejammert, war immer guter Laune, hat sich über alles freuen können und hatte immer ein offenes Ohr für die Menschen. Er starb an Ostern, hat sich morgens noch über die neugeborenen Küken gefreut, wollte dann ins Krankenhaus, schickte alle aus seinem Sterbezimmer hinaus, weil er in Ruhe gehen wollte und starb friedlich und gelassen noch am selben Vormittag.

    So einen Opa oder Oma hat jeder.

    Macht es nicht schwieriger und komplizierter als es ist. Denn genau das ist dukkha.

    Der Sinn des Lebens besteht darin, Rudolph, dem Schwurkel, den Schnabel zu kraulen.

  • Man macht es sich ja nicht absichtlich schwer, man empfindet das Leben halt auf eine bestimmte Weise. Eine Frohnatur wie bei diesem Opa ist entweder angeboren aufgrund von gutem kamma oder die Unwirklichkeit des Selbst ist schon zu einem gewissen Grad durchschaut denke ich.

    Mit Metta, mukti.

  • Man macht es sich ja nicht absichtlich schwer, man empfindet das Leben halt auf eine bestimmte Weise. Eine Frohnatur wie bei diesem Opa ist entweder angeboren aufgrund von gutem kamma oder die Unwirklichkeit des Selbst ist schon zu einem gewissen Grad durchschaut denke ich.

    Das Herumdiskutieren, damit macht man sich das Leben schwer. Weil man meint, die Antwort läge in der korrekten Interpretation irgendwelcher Texte und übersieht das Naheliegende.

    Mein Opa war keine Frohnatur. Auch hatte er die "Unwirklichkeit des Selbst" nicht durchschaut. Er wusste einfach nur, dass das Leben verdammt hart sein kann, aber dass das einen nicht daran hindern muss die Schönheit zu genießen und zu lieben, und dass man nicht viel braucht um zu leben. Dazu benötigt man kein buddhistisches Chichi.

    Der Sinn des Lebens besteht darin, Rudolph, dem Schwurkel, den Schnabel zu kraulen.

  • Das war ja nicht so toternst gemeint.


    Ich hab das übrigends gar nicht so gesehen, dass mit dem streiten wie die Kesselflicker...

    Wenn ich richtig streiten will, dann steht da eigentlich nur der Wunsch nach Berührung hinter...Hier war das anders.

  • Hallo ihr Lieben.


    Ich hab da auch noch was gefunden:


    Anguttara Nikaya 3 (62-71)


    :)


    Liebe Grüße

  • Ich glaube ich sehe das Missverständnis, mir ging es grade um das "Ausreißen", nicht um die Definition "dukkha". Man "reißt die Wurzel aus" und nicht direkt das Resultat. Das passiert dann imho eher als Effekt. Das kann praktisch relevant sein...

    Was Du nicht sieht ist das wenn Dukkha ausgerissen wird dann geht auch die Wurzel mit. dableibt nichts mehr. Die wurzel allen Dukkha ist es ergeifen eines Selbst und genau das wird ausgerottet. Das gibt es nicht mehr auch wenn man demjenigen sagt das er ja als Selbst schreibt erscheint da kein Selbst länger als Sekundenbruchteile um wieder zu zerrinnen und wieder zu zerrinnen usw. Schmerz ist eben Schmerz und nichts mehr das Mein ist.

    1) Alle Dinge, auch Gedanken sind Dinge, sind in gegenseitiger Abhängigkeit bedingt durch Bedingungen Entstehend.

    2) Das ist nicht Mein, das ist nicht mein Ich, das ist nicht mein Selbst, das ist nicht mein Nibbana/Nirwana.

    Sinnsuche ist Sinngeben. Sinngeben ist Meinung. Meinung ist Leiden.

  • Es ist eine Beleidigung des Buddha, der Lehre und der Gemeinschaft, wenn da jemand sagt das Buddha der Meinung ist das da kein Selbst ist, das es nie eines gegeben hat und nie eines geben wird. Sieh dir mal die Worte des ehemaligen Geierjägers an.

    Ich klage Dich an!

    Man kann eine andere Meinung falsch finden. Aber in einer falschen Meinung eine "Beleidigung" zu sehen und sich selber als Ankläger, erschwert den Dialog sehr, weil es von der Sache wegführt.

  • Es geht aber nicht um Meinung falsch finden es geht darum das eine Meinung vertreten wird die nicht der Wirklichkeit der Lehre des Buddha entspricht und somit die Lehre verfälscht. Es geht darum das Buddha nie behauptet hat das es kein Selbst gibt sondern das Leiden erscheint wenn ein Selbst ergriffen wird das von Augenblick zu Augenblick Zerfällt und immer wieder erscheint.


    Buddha macht klar das das Selbst nicht zu fassen oder als mein Selbst zu erkennen ist, weil es so instabil ist wie alle Welt die durch den Wahn als wirklich erfassbar geglaubt wird. Alles ist Instabil weil es bedingt zusammengesetzt erscheint. Es mag ja erkannt werden das die Welt unbeständig, zusammengesetzt, bedingt Entsteht, doch das auch auf das Selbst, das dass ja erkennt, ebenfalls unbeständig, zusammengesetzt, bedingt Entsteht ist wird einfach übersehen. Wenn dann gefragt wird Wer erkennt das? kommt es zu großer Verwirrung. Denn es kann nicht behauptet werden das da Keiner ist noch das da Ein Selbst ist.


    D 22 mal wirklich ganz lesen all 158 Reden und immer wieder einen Abschnitt zurück gehen wenn da der Gedanke kommt, hab ich doch schon gelesen, dann wird das plötzlich klar das bedingte Entstehen samt dem bedingt entstehenden Selbst das dann nicht mehr mein Selbst ist und nicht kein Selbst. Diese Art des Lesens indem man sich zurecht weist wenn man nicht mehr zuhört ist die Art wie gelesen wird. Da ist jemand der erzählt und ich will lesen und ich will nicht denken ich will zuhören, auch wenn ich glaube das der ja immer das Selbe erzählt, nein tun er nicht er erzählt immer wieder das Gleiche, immer anders, selbst wenn da genau die gleichen Worte stehen.


    Ich bleibe dabei das das eine Beleidigung des Buddha, der Lehre und der Sangha ist. Vor allem weil diese Behauptung von jemandem aufgestellt wird der auch im Palikanon gelesen hat, Buddha zugehört hat, aber dann eine eigene Lehre verkündet.


    Ich habe Zuflucht genommen aber niemals würde ich das in Anwesenheit von Menschen tun oder wiederholen, ja ich würde gegen die Sila verstoßen und es abstreiten. Auch werde ich es nicht mehr wagen meine Ansichten zu versuchen mit den Worden des Buddha aus dem Palikanon zitiert zu beweisen. Geht hin und seht selbst.

    1) Alle Dinge, auch Gedanken sind Dinge, sind in gegenseitiger Abhängigkeit bedingt durch Bedingungen Entstehend.

    2) Das ist nicht Mein, das ist nicht mein Ich, das ist nicht mein Selbst, das ist nicht mein Nibbana/Nirwana.

    Sinnsuche ist Sinngeben. Sinngeben ist Meinung. Meinung ist Leiden.

  • Ich glaube ich sehe das Missverständnis, mir ging es grade um das "Ausreißen", nicht um die Definition "dukkha". Man "reißt die Wurzel aus" und nicht direkt das Resultat. Das passiert dann imho eher als Effekt. Das kann praktisch relevant sein...

    Was Du nicht sieht ist das wenn Dukkha ausgerissen wird dann geht auch die Wurzel mit. dableibt nichts mehr. Die wurzel allen Dukkha ist es ergeifen eines Selbst und genau das wird ausgerottet. Das gibt es nicht mehr auch wenn man demjenigen sagt das er ja als Selbst schreibt erscheint da kein Selbst länger als Sekundenbruchteile um wieder zu zerrinnen und wieder zu zerrinnen usw. Schmerz ist eben Schmerz und nichts mehr das Mein ist.

    Das ist nicht von mir. Man sagt das halt so "und was ist die Wurzel des Leidens?". Ich habe mir das mit der Phrase "dem Durst als Wurzel" nicht ausgedacht und wollte nur darauf hinweisen. Guck:

    Zitat

    1043 PUNNAKA

    Zu dem Entsüchteten, der bis zur Wurzel blickt,

    Sind wir gekommen, um ihn zu befragen:

    Wodurch veranlaßt brachten hier in dieser Welt

    Die Seher und aus Manus Stamm die Krieger und Brahmanen

    Den Göttern reichlich Opfer dar?

    Dies frag' ich dich. O künd' es mir, Erhabener!

    Sutta Nipata V.3-4 1043-1060

    Zitat

    Dies nun, ihr Mönche, ist die edle Wahrheit von der Leidensentwicklung: Es ist dieser Durst, der Wiederdasein säende, Genügens-reiz-verbundene, dort und dort sich ergötzende, nämlich der sinnliche Durst, der Daseinsdurst, der Nichtseinsdurst.


    Dies nun, ihr Mönche, ist die edle Wahrheit von der Leidensauflösung: Es ist eben dieses Durstes restlose Entreizung und Auflösung, von ihm zurücktreten, ihn loslassen, sich von ihm lösen, nicht mehr an ihm haften.

    Samyutta Nikaya 56

  • Ist nicht das der grundlegende Daseinsdurst das immer wieder ein Selbst zu sein oder kein Selbst zu sein?

    Ist das nicht die grundlegende Daseinsstütze das ich selbst im total verzweifelten Augenblicken nach einem Meinem Selbst greife oder nach meinem Nicht-Selbst?

    Ist es nicht die Daseinsstütze das ich Selbst was tue für mich, oder Selbstlos für andere?

    Was tu ich nicht aus Leibe, lassen wir mal die Motive bei Seite, aus Liebe zu mir?

    1) Alle Dinge, auch Gedanken sind Dinge, sind in gegenseitiger Abhängigkeit bedingt durch Bedingungen Entstehend.

    2) Das ist nicht Mein, das ist nicht mein Ich, das ist nicht mein Selbst, das ist nicht mein Nibbana/Nirwana.

    Sinnsuche ist Sinngeben. Sinngeben ist Meinung. Meinung ist Leiden.

    Edited once, last by Ellviral ().

  • Das ist etwas schwierig. Fragst du nach den Sutten oder nach meiner Erfahrung? (Die Frage ist nicht rhetorisch gemeint)

    Das sind Fragen an den Menschen der die Sutten gelesen hat dem Buddha zugehört hat.

    Ich frage Dich, der der da ist mit seinem immer, dauernd anderem Dich.

    1) Alle Dinge, auch Gedanken sind Dinge, sind in gegenseitiger Abhängigkeit bedingt durch Bedingungen Entstehend.

    2) Das ist nicht Mein, das ist nicht mein Ich, das ist nicht mein Selbst, das ist nicht mein Nibbana/Nirwana.

    Sinnsuche ist Sinngeben. Sinngeben ist Meinung. Meinung ist Leiden.

  • Zitat

    Das sind Fragen an den Menschen der die Sutten gelesen hat dem Buddha zugehört hat.

    Ich habe zwar Sutten gelesen, aber das muss noch nichts über die Korrektheit meiner Lesart und Umsetzung aussagen. Aber die Sutten sind auch "historisch gewachsene" Texte für mich und manchmal fehlt da was oder...


    So wie ich das verstehe:

    1. Der Durst (tanha) hängt direkt mit dem Vermeinen (upadana) zusammen. In meiner Beobachtung ist alles i.d.R. ein Vorgang (erwägen und reinsteigern) und irgendwie kommt es mir auch immer gleich vor, aber das bedingte Entstehen wird in 12 Gliedern erklärt und darum sage ich das jetzt so, dass der Durst nicht "alleinstehend" ist.


    2. Beobachtungstechnisch finde ich die Erklärung von ahara passend. Also dass ich die Atta-Sicht mit der genannten Nahrung fütter.


    3. Ich hab Probleme mit dem Wort "selbstlos", weil je nachdem verschiedenes unter dem Wort verstanden wird. "Selbstlos" bedeutet für manche, dass sie sich aufopfern müssen und kann mit Dünkel und hartnäckigem Dukkha verbunden sein. Also weil sie so "selbstlos" sind, wie es ihnen anerzogen wurde, was dann imho auch Anhaftung (usw.) sein kann.


    4. Ich verstehe nicht was du meinst.

    Edited 2 times, last by Spock ().

  • Es geht aber nicht um Meinung falsch finden es geht darum das eine Meinung vertreten wird die nicht der Wirklichkeit der Lehre des Buddha entspricht und somit die Lehre verfälscht. Es geht darum das Buddha nie behauptet hat das es kein Selbst gibt sondern das Leiden erscheint wenn ein Selbst ergriffen wird das von Augenblick zu Augenblick Zerfällt und immer wieder erscheint.

    Es geht darum, wie wir miteinander sprechen. Ob jemand sagt: "Lieber Ellviral, ich glaube Buddha hat an dieser Stelle ganz was anderes gesagt ." oder ob er sagt "Ellviral! Ich klage dich an, mit deinen Aussage den Buddha zu beleidigen!" Während ersteres nur unterstellt, villeicht falsch zu liegen ( was verblndeten Wesen dauernd passiert) ist letzterer Vorwurf härter.


    Letzendlich wirft er dem anderen vor, ein Ketzer zu sein, ein„Irrgläubiger“ oder „Irrlehrer“ der verfälschte Ansichten weiterträgt. Und so eine Dkusiion, wo wir uns gegenseitig vorwerfen Ketzer und Irrgläubige zu sein, die das Andenken Buddhas becshmutzen und ihn bleidigen und herabwürdigen, ist keine schöne, keine sachliche und keine zielführende Diskussion.

  • Es geht aber nicht um Meinung falsch finden es geht darum das eine Meinung vertreten wird die nicht der Wirklichkeit der Lehre des Buddha entspricht und somit die Lehre verfälscht. Es geht darum das Buddha nie behauptet hat das es kein Selbst gibt sondern das Leiden erscheint wenn ein Selbst ergriffen wird das von Augenblick zu Augenblick Zerfällt und immer wieder erscheint.

    Es geht darum, wie wir miteinander sprechen. Ob jemand sagt: "Lieber Ellviral, ich glaube Buddha hat an dieser Stelle ganz was anderes gesagt ." oder ob er sagt "Ellviral! Ich klage dich an, mit deinen Aussage den Buddha zu beleidigen!" Während ersteres nur unterstellt, villeicht falsch zu liegen ( was verblndeten Wesen dauernd passiert) ist letzterer Vorwurf härter.


    Letzendlich wirft er dem anderen vor, ein Ketzer zu sein, ein„Irrgläubiger“ oder „Irrlehrer“ der verfälschte Ansichten weiterträgt. Und so eine Dkusiion, wo wir uns gegenseitig vorwerfen Ketzer und Irrgläubige zu sein, die das Andenken Buddhas becshmutzen und ihn bleidigen und herabwürdigen, ist keine schöne, keine sachliche und keine zielführende Diskussion.

    Und nun möchtest Du was?

    1) Alle Dinge, auch Gedanken sind Dinge, sind in gegenseitiger Abhängigkeit bedingt durch Bedingungen Entstehend.

    2) Das ist nicht Mein, das ist nicht mein Ich, das ist nicht mein Selbst, das ist nicht mein Nibbana/Nirwana.

    Sinnsuche ist Sinngeben. Sinngeben ist Meinung. Meinung ist Leiden.

  • Es geht darum, wie wir miteinander sprechen. Ob jemand sagt: "Lieber Ellviral, ich glaube Buddha hat an dieser Stelle ganz was anderes gesagt ." oder ob er sagt "Ellviral! Ich klage dich an, mit deinen Aussage den Buddha zu beleidigen!" Während ersteres nur unterstellt, villeicht falsch zu liegen ( was verblndeten Wesen dauernd passiert) ist letzterer Vorwurf härter.


    Letzendlich wirft er dem anderen vor, ein Ketzer zu sein, ein„Irrgläubiger“ oder „Irrlehrer“ der verfälschte Ansichten weiterträgt. Und so eine Dkusiion, wo wir uns gegenseitig vorwerfen Ketzer und Irrgläubige zu sein, die das Andenken Buddhas becshmutzen und ihn bleidigen und herabwürdigen, ist keine schöne, keine sachliche und keine zielführende Diskussion.

    Und nun möchtest Du was?

    Als Moderator wünsche ich mir, eine freundliche und sachliche Diskussion. Bei der wir dem anderen zwar sachlich sagen können, dass er vollkommen danebenliegt und vieles falsch verstanden hat, ihn aber möglichst nicht der Buddhabeleidigung anklagen! Weil das ja dann leicht andere auch wieder dazu anregt sich in eine Burg zurückzuziehen und von dort aus ihrerseits Bannsprüche und Anklagen gegen die anderen abzufeuern.


    Statt Anklagen sind Begründungen sehr gut.

  • Es ist eine Frage, wie Selbst definiert wird. Für den einen ist das "Selbst" gleich zu Atta definiert. Eben als eine absolut unabhängige Existenz... Und würde dieses abhängig entstandene "Selbst", gar nicht als Selbst bezeichnen... So ein unabhängiges Selbst kann nicht aufgefunden werden...

  • Es ist eine Frage, wie Selbst definiert wird. Für den einen ist das "Selbst" gleich zu Atta definiert. Eben als eine absolut unabhängige Existenz... Und würde dieses abhängig entstandene "Selbst", gar nicht als Selbst bezeichnen... So ein unabhängiges Selbst kann nicht aufgefunden werden...

    Ich würde sogar so weit gehen, dass es so ein "unabhängiges Selbst" nicht gibt.


    Im Bezug auf die drei Daseinsmerkmale heißte es ja, dass "alle Phänomene" vergänglich, leidhaft und ohne einen festen Wesenkern sind. Also Buddha sagt ja nicht, alle Phänome sind vergänglich ausser ein paar ewige Phänomenen die es vielleicht auch gibt. Selbst Brahma - der wohl würdigste Kandidat für jemand ewigen - ist vergänglich. Und so sehen ich auch nicht so, dass es Ausnehmen gibt und halt ein paar Phänomne nicht-dukkha oder nicht-anatta sind.Sonst wären es ja keine Daseinsmerkmale sondern nur Daseinmerkmale mit Einschränkungen.


    Auf der anderen Seite kann man unter "Selbst" alles mögliche verstehen, was durchaus vergänglich und zusammengesetzt ist. Betrachte ich als Künstler mein kreatives Werk als mein Selbst, so existiert dieses kreative Werk natürlich. Wobei es ein Irrtum und illusorisch sein kann, sein Werk als Selbst zu betrachten. Und so kann ich natürlich auch sagen, mein Gehirn ist mein Selbst. Aber im Sprachgebrauch von Buddha bedeutet ein "Selbst" einerseits ein unvergängliches und leidloses Atta und andererseits so etwas wie eine höchste Instanz im Geist, der wie ein Herrscher wirkt. Und diese beiden verwirft er. Anderes was man unter Selbst bezeichnen kann verwirft er nicht - es wäre allerdings kein Selbst im Sprachgebrauch Buddhas. Aber auch hier rät er davon ab, irgendwas als Selbst zu etrachten, weil das ja immer mit einer Anhaftung - eine Zu-Eigen-Machen- verbunden ist.