Abwertung der Theravada Schule

284 Antworten. Letzter Beitrag () ist von Lucy.


  • :)

  • Ich glaube da gibt es zwei Seiten der Ablehnung des Thetavada:


    Die neuere ist keine inhaltliche Kritik sondern eher eine Ablehnung der vetkrusteten Strukturen der Religion in den Theravadaländern sowie Berichte von desinteressierten Bikkhus oder solchen die grausam und korrupt sein sollen und der Bevölkerung die sie dennoch so gottgleich verehrt.


    Die alte ist eben die die von streitsüchtigen Mahayana Anhängern seit Jahrhunderten betrieben wird um sich selbst zu profilieren, wie es das in allen Religionen gibt und gab, man denke nur daran wie Katholiken und Protestanten früher verfeindet waren. Da gab es kein Interesse am sachlichen Diskurs.

  • Schau Dich gut um, Sungi, ...


    ... nur, wo Licht ist, kann es auch Schatten geben, ... ohne das Licht, wüsstest Du Schatten nicht zu definiereṇ


    Mein weiser Lehrer, ein tibetisch-buddhistischer Mönch, legte mir z.B. nahe, (u.a. zwecks besseren Verständnisses der Kommentarliteratur), den Palikanon zu studieren ... Ich habe mich, angeregt durch seine Sicht der Dinge, ans Studieren begeben und freue mich über die, in diesem Forum vertretenen kompetenten Ansprechpartner der Theravada-Traditioṇ.


    Ein langsamer Beginn ist bereits zu verzeichnen, ... doch eines Tages wird es allen Menschen möglich sein, aus den vielen Steinen auf dem, (aus vielen Richtungen zum selben Ziel führenden), Pfad Brücken, anstatt Mauern zu baueṇ ...


    LG mkha'

  • Ich glaube da gibt es zwei Seiten der Ablehnung des Thetavada:


    Die neuere ist keine inhaltliche Kritik sondern eher eine Ablehnung der vetkrusteten Strukturen der Religion in den Theravadaländern sowie Berichte von desinteressierten Bikkhus oder solchen die grausam und korrupt sein sollen und der Bevölkerung die sie dennoch so gottgleich verehrt.


    Die alte ist eben die die von streitsüchtigen Mahayana Anhängern seit Jahrhunderten betrieben wird um sich selbst zu profilieren, wie es das in allen Religionen gibt und gab, man denke nur daran wie Katholiken und Protestanten früher verfeindet waren. Da gab es kein Interesse am sachlichen Diskurs.

    du blendest den elefanten im zimmer aus und kommst dann zu deinen schlüssen.


    der elefant:

    auch innerhalb des mahayana werden desinteressierte ordinierte und fehlegehende lehrer heftig kritisiert.

    wenn du im forum mal nachliest, handelt jeder gefühlte dritte thread von einem lehrer des mahayana, dem missbrauch, amtsanmaßung, bereicherung usw. vorgeworfen wird, und der vorwurf kommt von mahayanis.

    Der Sinn des Lebens besteht darin, Rudolph, dem Schwurkel, den Schnabel zu kraulen.

  • Die alte ist eben die die von streitsüchtigen Mahayana Anhängern seit Jahrhunderten betrieben wird um sich selbst zu profilieren, wie es das in allen Religionen gibt und gab, man denke nur daran wie Katholiken und Protestanten früher verfeindet waren. Da gab es kein Interesse am sachlichen Diskurs.

    Ich glaube Streitsucht ist das nicht so das richtige Wort. Die Motivation ist ja, nicht die sich zu streiten ( Streitsucht würde ich als ein "Streiten um des Streitens Willens" ) definieren, sondern man ist von eigenen Konzept so begeistert, dass man seine Vorzüge herausstellt, indem man es mit etwas anderen vergleicht, das man dadurch abwertet. Das klassische Beispiel dabei ist in der Fersehwerbungen früher, wo das ganz neue tolle Waschmittel gegen das "herkömmliche Vollwaschmittel" verglichen wird. So waren für die frühen Christen die Pharisäer das "herkömmliche Vollwaschmittel" und der Mahayana betonte seine Botschaft vom Bodhissatva gegenüber etwas was er als minderes Fahrzeug (Hinayana) bezeichnete. Damit war jedoch nicht so sehr der real existierende Theravada gemeinet, von dem man sehr wenig wusste sondern es handelte sich mehr oder weniger um eine Konstruktion oder Projektion.


    Weil die Hinayana-Didaktik sich so zu einem Zerrbild des Befreiungsegoisten - dem Offenheit, Grossmut und Mitgefühl fehlen - hinentwickelt hat, fühlt man sich wenn man dies auf Theravada-Realität und die eigenen Praxis bezieht zu Recht schmerzhaft beleidigt. Und während das aus einem historischen Kontext, in dem Mahayana und Theravada sich fremd und unbegreiflich wurden, verstehen kann, ist es schlimm, wenn da heute noch daran angknüpft wird.


    Für mich ist ein große Unterschied in der Kritik immer, ob man etwas von Außen kritisiert oder von Innen.


    Und ein weitere Unterschied ist wohl, ob ich Thevada kritisiert, weil er zu sehr am Alten hängt, oder ob er nicht genug am Alten hängt.

  • .. nur, wo Licht ist, kann es auch Schatten geben, ... ohne das Licht, wüsstest Du Schatten nicht zu definiereṇ


    Ich würde sagen: nur wo Schatten ist, kann auch Licht festgestellt, und eine Quelle des Lichts lokalisiert werden. Denn da wo Schatten ist, ist sicher auch Licht. Nicht aber umgekehrt.


    Diese Betrachtungsweise entspricht vielleicht ein wenig dem TheraVada-Denken, welches das Dasein von hier aus zu begreifen versucht. Also vom Dasein und damit vom Leid aus.


    Die alte ist eben die die von streitsüchtigen Mahayana Anhängern seit Jahrhunderten betrieben wird um sich selbst zu profilieren, wie es das in allen Religionen gibt und gab, man denke nur daran wie Katholiken und Protestanten früher verfeindet waren. Da gab es kein Interesse am sachlichen Diskurs.


    Es gibt schon Unterschiede zwischen den Lehren. So wie ich es verstanden habe, wird im Mahayana Buddhismus geglaubt, der Buddha hätte ein zweites Rad der Lehre in Bewegung gesetzt und hier Lehren verkündet, die er bei der "ersten Drehung" nicht gelehrt hätte.


    Desweiteren ist da das Vorurteil, im Theravada würde man Güte nicht kennen. Es wäre hier ein egoistisches Motiv der NichtWissensVernichtung.




    :earth:

  • Die Grundidee im Mahayana ist die "der Befreiung zum Wohle aller Wesen". Während im Theravada der Weg zur Befreiung einer ist, der Weg von anderen Menschen und weg von der Gesellschaft in die Hausslosigkeit führt, wird im Mahayana das Ziel der Befreiung damit verbunden, für anderen da zu sein. Ein Vorbild ist dabei Buddha Shakyamuni, der nachdem er für sich selbst Befreiung gefunden hat, jahrzehntelang nur für das Wohl anderer da war, indem er die Sangha etablierte. Während also das Buddahaideal in sich Soziales und Befreiung verbindet, muss ein Arhat nicht für andere da sein und auch keine Sangha aufbauen sondern nur an seinen eigenen Verblendungen arbeiten.


    Ich hatte hier ja schon vor einiger Zeit vemutet, dass die Brahmavihara der Angelpunkt sind. Im Theravada werden die „ vier unermesslichen Geisteshaltungen“ (Metta,Karuna,Mudita, Upekkha) als etwas gesehen, was auf dem Weg zur Befreiung wichtig sein kann, über das der Buddha aber hinausgegangen ist. Während mit Mahayana Buddhas wie Avalokiteshvara als Verköperung eines unverblendeten Mitgefühls lesen, über das nicht hinausgegangen werden muss. Von daher kann ich mir vorstellen, dass man vom Thervada aus Mahayana etwas ist, was an der letzten, subtilsten Fessel hängen bleibt. Während vom Mahyana aus gedacht, die Idee sich aus dem Mitgefühl für andere zu verabschieden selbst eine Fessel ist.


    Ich frage mich wirklich, ob das nicht mehr so eine theoretische Sache ist?. Ein Wegfallen von Ich Illusion wird sich doch in einem Dasein für andere äußern, die von Mitgefühl nicht unterschieden werden kann. Nach seiner Befreiung tat Buddha das was nötig war und was soll man da mehr oder weniger machen?

  • Ich frage mich wirklich, ob das nicht mehr so eine theoretische Sache ist?. Ein Wegfallen von Ich Illusion wird sich doch in einem Dasein für andere äußern, die von Mitgefühl nicht unterschieden werden kann. Nach seiner Befreiung tat Buddha das was nötig war und was soll man da mehr oder weniger machen?


    Eben. Das stückweise Wegfallen bestimmter verblendeter Handlungen wirkt sich wohl eher positiv auf andere aus. Generalisieren würde ich das aber nicht.


    Ich finde, es ist sehr schwer vorherzusagen, ob man mit bestimmten Handlungen andere unterstützt oder nicht. Ich finde das Argument einleuchtend, dass die einzigen Gefühle und Begehrungen auf die man unmittelbar Zugriff hat, die sind, denen man selber unterworfen ist. Hier ist einigermassen sicher Praxis möglich.


    Praxis ist ebenso Umgang mit den anderen. Die "profitieren" mitunter davon, dass jemand eine eigene ablehnende Haltung hinterfragt, und deswegen den anderen besser/anders verstehen will. Oder es wird davon "profitiert", dass jemand auf die (eigenen) Egoismen achtet.


    Die Grundidee im Mahayana ist die "der Befreiung zum Wohle aller Wesen". Während im Theravada der Weg zur Befreiung einer ist, der Weg von anderen Menschen und weg von der Gesellschaft in die Hausslosigkeit führt, wird im Mahayana das Ziel der Befreiung damit verbunden, für anderen da zu sein.


    Der Weg der Entsagung wurde durch den Buddha schon universell formuliert. Ich glaube nicht daran, dass ohne Entsagung Befreiung möglich ist. Es ist so gesehen ersteinmal die eine Aufgabe: Befreiung (was einhergeht mit entwickelter Güte). Und danach das Weitere.


    Man kann sich doch eine "Befreiung zum Wohle aller Wesen" ganz falsch vorstellen und so auch handeln, wenn nicht erkannt wird, dass ebenso "in den anderen" bedingt Vorstellungen und Begehrungen und Gefühle entstehen. Das Erkennen der eigenen bedingten Wahrnehmung (und damit die Wahrnehmung über die anderen) geht doch einher mit den Hilfestellungen (die man für hilfreich erachtet), die man den anderen gewährt.


    Was ist gut für die anderen? Sie dabei zu unterstützen, selber zu erkennen, selber Durchhaltevermögen und Willenskraft zu entwickeln?

    Zuviel falsch verstandenes "für andere da sein" kann da doch sehr kontraproduktiv sein.




    :earth:

  • Ich schrieb das nicht als "kontra", sondern um deutlich zu machen, dass der Buddha ja eben keine Wesen vorausgesetzt hat, um einen Weg zur Befreiung zu begründen, weil das Problem ja ist und war, dass man die Wesen, und damit auch, was gut für sie wäre, sehr bedingt auffasst. Im Gegensatz zu den Schmerzen, die jeder kennt.


    Von einem bedingten Verständnis über die Wesen her wird dann gesagt: dort in der anderen Richtung würde es nicht um die Allgemeinheit der Wesen gehen und "nur" um "eigene" Befreiung. Hier wäre ein (angeblich) minderes, nicht vollumfängliches Wissen. So habe ich es mehrfach gehört und gelesen.





    :earth:

  • Der Weg der Entsagung wurde durch den Buddha schon universell formuliert.

    Ich glaube nicht daran, dass ohne Entsagung Befreiung möglich ist.

    Es wäre auch unmöglich ohne Entsagung des Begehrens das Begehren das

    der Buddha als Ursache des Leidens gelehrt hat zu überwinden. Aber so kann

    man im Mahayana wohl die Buddhalehre austricksen.

  • Während im Theravada der Weg zur Befreiung einer ist, der Weg von anderen Menschen und weg von der Gesellschaft in die Hausslosigkeit führt, wird im Mahayana das Ziel der Befreiung damit verbunden, für anderen da zu sein.

    Hier wird versucht die Lehre zu spalten in diejenigen die den vom Buddha

    gelehrten und vorgelegten Gang in die Hauslosigkeit zur Befreiung gehen

    und diejenigen die anderen helfen wollen. Als sei dies ein Gegensatz.

    Und genau das ist eine Spaltung der Lehre.

  • Während also das Buddahaideal in sich Soziales und Befreiung verbindet, muss ein Arhat nicht für andere da sein und auch keine Sangha aufbauen sondern nur an seinen eigenen Verblendungen arbeiten.

    Genau das ist die Verblendung des Mahayana.

    Sie verstehen nicht das ein Befreiter gar nichts mehr machen muß und doch

    dadurch was macht. Ein Arahat (Befreiter) läßt sich moralisch nicht erpressen.

    Solche Erpressungsversuche berühren ihn ja nicht und jemand der die Lehre

    des Buddha wirklich verstanden hat würde sowas auch niemals sagen können.

  • Das Buddhaideal ist Befreiung, das ist es was nach der Paliüberlieferung der Buddha angestrebt und erreicht hat.


    Zitat


    Angenommen ich suche die ungeborene höchste Sicherheit vor dem Gefesseltsein, Nibbāna, weil ich selbst der Geburt unterworfen bin und die Gefahr in dem, was der Geburt unterworfen ist, erkannt habe; ich suche die nicht alternde, nicht krankende, todlose, kummerfreie, unbefleckte höchste Sicherheit vor dem Gefesseltsein, Nibbāna, weil ich selbst dem Altern, der Krankheit, dem Tode, dem Kummer und der Befleckung unterworfen bin und die Gefahr in dem, was dem Altern, der Krankheit, dem Tode, dem Kummer und der Befleckung unterworfen ist, erkannt habe. M.26


    Erst nach der Erleuchtung denkt der Buddha daran anderen dabei zu helfen, was er zunächst ablehnt:


    Zitat

    Wenn ich das Dhamma lehren würde, würden andere mich nicht verstehen, und das wäre ermüdend und beschwerlich für mich. M.26


    Nachdem er sich überzeugt hat dass es doch Wesen gibt die ihn verstehen werden, entschließt er sich zu lehren. Demnach gehört Mitgefühl wesentlich zur Buddhaschaft, obwohl es sich nicht unbedingt bei jedem Befreiten durch Lehrtätigkeit ausdrücken muss.


    Befreiung für andere anzustreben ist ja ein nobler Gedanke, wobei mir aber nicht ganz klar ist wie man etwas geben könnte, das man selber nicht hat. Insofern müsste es in jedem Fall zunächst um die eigene Befreiung gehen, wobei Metta natürlich eine große Rolle spielt, vor und nach der Befreiung.

    Wie das gehen soll dass man erst befreit sein möchte wenn alle Wesen befreit sind, ist mir vollends unklar, vielleicht ist das nicht wortwörtlich zu nehmen und dient dient vor allem der Entwicklung einer großherzigen Gesinnung. Was den Mahayana wieder sehr sympathisch macht.




  • ich habe das im laufe der jahre schon desöfteren geschrieben. aber gerne noch einmal:


    so habe ich es gelernt, und wer möchte, kann so was bei tulku urgyen trinley nachlesen

    Zitat


    Wie es ist: Band 1; Essenz von Dzogchen und Mahamudra


    es geht nicht um die dichotomie theravada vs. mahayana, sondern um hinayana vs. mahayana.

    also: das thema sind nicht zwei traditionslinien, sondern zwei geisteshaltungen.


    ganz schwierig, weil die ganzen begriffe durcheinander gebraucht werden. man muss das auseinanderklamüsern und den jeweiligen kontext beachten, in dem die begriffe verwendet werden.


    im tibetischen buddh. wird das so unterschieden:

    hinayana ist die geisteshaltung, die auf die eigene befreiung zielt.

    zu dieser geisteshaltung gehören studium, meditation, zuflucht.


    mahayana ist die geisteshaltung, die alle wesen in die befreiung mit einbezieht.


    keine der beiden geisteshaltungen ist besser oder schlechter.

    beide sind unabdingbar und miteinander verwoben.

    jede buddh. form aus dem vajrayana umfasst beide geisteshaltungen.

    jede geisteshaltung muss gleichwertig praktiziert werden.


    egal, welche geisteshaltung anfangs im vordergrund der praxis steht, am ende ist das resultat grenzenloses mitgefühl (und weisheit).

    (das habe ich von meinem lehrer kenchog gyaltsen rinpoche)


    sollte der theravada klassisch zuerst die hinayana-praxis im vordergrund haben, so wäre auch hier das resultat grenzenloses mitgefühl. weil richtige praxis immer darauf hinausläuft. und weisheit natürlich.

    das resultat ist immer dasselbe.

    alle richtungen sind gleichwertig.

    ergo gibt es keinen grund sich darüber in die wolle zu kriegen.

    Der Sinn des Lebens besteht darin, Rudolph, dem Schwurkel, den Schnabel zu kraulen.

  • Zum Thema Abwertung des THERAVADA:


    Das, was ich hier zu erklären versuche, werde ich auf das Notwendige kürzen: vielleicht ist es hilfreich, zu bedenken, dass lediglich die Lehren von zwei "Hinayana-Schulen" nach Tibet überliefert wurden:


    ... und zwar die Lehrmeinung der Vaibhāṣika, (zum Sarvāstivāda gehörend), und Sautrāntika (eine dem Sthaviravāda, Vorläuferschule des Theravāda, zugehörige Schule).


    Die Sarvāstivāda-Schule, eine der großen Mahasanghika-Schulen des frühen Buddhismus, verfügte über eine (vom PK abweichende) Sanskrit-Fassung der Lehrreden Buddhas und des Abhidharma, und gehörte zum Zweig der Staviravada, die sich nach dem 3. Konzil von der Vibhajjavada-Schule, dem heutigen Theravada, trennte.


    Somit hat das, was in den "Mahayana"-Texten über "Hinayana-Lehrmeinungsinhalte" etc. ausgesagt wird, kaum etwas mit dem heutigen Theravada zu tuṇ.


    LG mkha'

  • Der Weg der Entsagung wurde durch den Buddha schon universell formuliert.

    Ich glaube nicht daran, dass ohne Entsagung Befreiung möglich ist.

    Es wäre auch unmöglich ohne Entsagung des Begehrens das Begehren das

    der Buddha als Ursache des Leidens gelehrt hat zu überwinden. Aber so kann

    man im Mahayana wohl die Buddhalehre austricksen.


    Ich fand es schon absurd, überhaupt zu schreiben, dass Befreiung nicht ohne Freiwerden möglich ist.




    :earth:

  • Befreiung für andere anzustreben ist ja ein nobler Gedanke, wobei mir aber nicht ganz klar ist wie man etwas geben könnte, das man selber nicht hat. Insofern müsste es in jedem Fall zunächst um die eigene Befreiung gehen, wobei Metta natürlich eine große Rolle spielt, vor und nach der Befreiung.


    Wie das gehen soll dass man erst befreit sein möchte wenn alle Wesen befreit sind, ist mir vollends unklar, vielleicht ist das nicht wortwörtlich zu nehmen und dient dient vor allem der Entwicklung einer großherzigen Gesinnung. Was den Mahayana wieder sehr sympathisch macht.

    ich verstehe das so:

    zum einen ist es eine ausrichtung, die kein wesen ausschließt. da heißt es dann eben nicht: "die/der passt mir nicht, darum kümmere ich mich nicht."

    ende des dualistischen denkens und einteilens.

    das ist eine riesenaufgabe für die meisten von uns.


    zum anderen ist da das wissen der untrennbarkeit. niemand ist eine insel, keiner kann sich befreien ohne die anderen. indras netz. so wie wir karmisch miteinander verbunden sind, sind wir es auch in der befreiung. wir wissen nur den den lehren des buddha, weil unzählige menschen in vielen generationen daran beteiligt waren, sie zu übertragen und zu verwirklichen. nix also mit "ich allein".


    dann sollen wir nicht aufhören mit dem streben, nur weil wir meinen, dass wir selbst jetzt befreit seinen und die leute um uns herum auch. das wäre ohnehin ein selbstbetrug und wir stünden wieder ganz am anfang.

    dann geht es um mich und die unzähligen male, in denen ich wieder entstehe, jeden moment des ich-denkens entsteht ein neues wesen. und um die befreiung jedes dieser wesen soll ich mich bemühen.

    für diejenigen, die an die wiedergeburt glauben (ihr wisst, was ich meine), ist das über das aktuelle leben hinaus die ausrichtung für die nächsten leben. ich glaube nicht an diese form der wiedergeburt, dennoch soll mein streben über meinen tod hinaus wirken.


    aber mal ne frage:

    wär dir der mahayana ansonsten unsympatisch?

    Der Sinn des Lebens besteht darin, Rudolph, dem Schwurkel, den Schnabel zu kraulen.

  • das resultat ist immer dasselbe.

    alle richtungen sind gleichwertig.


    Beruht diese Einschätzung auf persönlicher Erfahrung?


    Wenn die Richtungen gleichwertig sind, wieso liest man zT in Büchern tibetischer Lehrer, dass dem eben nicht so wäre? Wenn es keine Unterschiede gibt (was ja "gleichwertig" in Bezug zu einer Lehre, die das Wertigste und Wichtigste überhaupt versucht zu erklären, heisst), was ist das dann, was andere da deutlich sehen?


    Ich frage so rhetorisch, weil ich deutliche Unterschiede sehe.


    ich verstehe das so:

    zum einen ist es eine ausrichtung, die kein wesen ausschließt. da heißt es dann eben nicht: "die/der passt mir nicht, darum kümmere ich mich nicht."


    Gibt es Grund für eine solche "andere" Ausrichtung? Gab es Wesen, die der Buddha ausgeschlossen hat vom Hören seiner Lehrreden?


    Ist einer, der der Lehre des Buddha zu folgen versucht (und keinem weltlichen Lehrer) dadurch gekennzeichnet, dass er zum Ziel hat, bedingtes Bewusstsein in bestimmten Situationen nicht zu durchschauen? Also so, dass manchmal nicht erkannt werden soll, dass da Hass in Abhängigkeit ist?





    :earth:

  • Zitat


    dann geht es um mich und die unzähligen male, in denen ich wieder entstehe, jeden moment des ich-denkens entsteht ein neues wesen. und um die befreiung jedes dieser wesen soll ich mich bemühen.

    für diejenigen, die an die wiedergeburt glauben (ihr wisst, was ich meine), ist das über das aktuelle leben hinaus die ausrichtung für die nächsten leben. ich glaube nicht an diese form der wiedergeburt, dennoch soll mein streben über meinen tod hinaus wirken.

    Für mich ist Wiedergeburt (dh. ergreifen von/Identifikation mit "Gewirktem", also auch über eine Person hinaus) kein Glaube, du. Zum Beispiel wenn du ein Buch schreibst, stirbst und danach liest das einer...

    Denn von denen in der Welt, die gut schlafen, bin ich einer. AN 3.35

  • Wir müssen schauen, dass der Thread nicht kippt, und dann jeder weider die eigene Richtung gegen andere verteidigt.


    Weil es ja in so eine Situation leicht ist, alles als Kritik zu verstehen. Sagt ejmand, was ihm am Mahayana gefällt, dann kann man das leicht als Aussage darüber verstehen, was am Theravada fehlt.


    Und wenn man sagt, was man am Theravada sehr schätzt, dann steht der Vorwurf im Raum, dass Mahayana von diesem guten unnötigerweise entfernt hat.


    Es ist wirklich schwer, so einen Dialog zu führen, ohne sich gegenseitig auf die Füße zu treten.

  • du musst mir dann schon die stellen zeigen, damit ich weiß, was du da gelesen hast.


    persönliche erfahrung?

    ich gebe wieder, was ich gehört habe.

    meine erfahrung ist, dass es egal ist, von welcher historischen linie ein lehrer ist, ich immer von der mir gezeigten weisheit und dem mitgefühl beeindruckt bin. das bezieht sich auch auf andere religionen.



    der buddha hat da keine unterschiede gemacht. aber die einzelnen praktizierenden machen das. und weil die meisten von uns niemals so ganz heilig werden und wir immer wieder in ich-denken zurückfallen, von denen der glaube man sei erleuchtet und damit am ziel, vielleicht das schwierigste ist, ist da schon die versuchung da, zu meinen, jetzt muss man nicht mehr schauen.


    weiter will ich darüber nicht mehr diskutieren.

    zum einen fehlt es mir an fachwissen, zum anderen an der realisation und zuletzt möchte ich nicht, dass dies wieder zu einer trennenden diskussion ausartet. ich empfehle daher, sich bei fragen an kompetente lehrer der jeweiligen traditionslinie zu wenden.

    Der Sinn des Lebens besteht darin, Rudolph, dem Schwurkel, den Schnabel zu kraulen.

  • du musst mir dann schon die stellen zeigen, damit ich weiß, was du da gelesen hast.


    Da war ein Buch, das hatte der Helmut in der Bücherecke empfohlen, ich finde es gerade nicht. Es gab einen Megaaufstand im Forum, am Ende wurden auch Beiträge von mir gelöscht. Ich habe das aber auch direkt hier im Forum gepostet gelesen. Stichwort "kleines Fahrzeug" <> "grosses Fahrzeug", und: "grosses Fahrzeug" wäre wertiger, weil ...


    Auch mit dem Ausdruck "Diamantweg" will man ja etwas "besondereres"/"besseres" (im Gegensatz zu) kennzeichnen. Sonst würde man es ja nicht tun.


    weiter will ich darüber nicht mehr diskutieren.

    zum einen fehlt es mir an fachwissen, zum anderen an der realisation und zuletzt möchte ich nicht, dass dies wieder zu einer trennenden diskussion ausartet. ich empfehle daher, sich bei fragen an kompetente lehrer der jeweiligen traditionslinie zu wenden.


    Ich denke, ich verstehe die Absicht und finde die Ehrlichkeit vorbildhaft. Selber habe ich die Erfahrung gemacht, dass Trennung auch heilsam sein kann. Auch mit handfesten, mit stärkeren Gefühlen belasteten Diskussionen habe ich diese Erfahrung gemacht. Das was Gutes bei rumkommen kann.





    :earth: