Vorstandswechsel und Änderungen bei der Deutschen Buddhistischen Union DBU

There are 637 replies in this Thread. The last Post () by Phoenix.

  • Damit meine ich ungebunden, wann und mit wem es gerade Spaß macht.

    Ja, in der Tat können das Yogis machen wenn sie nicht in Beziehung leben. Dabei muss aber auch die Frau damit einverstanden sein oder wie stellst du dir das vor? So frei und wild durch den Wald oder was?

    Am besten wäre es, sie ist eine Yogini. Genau meine Richtung.

    Na an Vergewaltigung habe ich dabei nicht gedacht. Und über den Begriff "Yoga" gibt es halt verschiedene Auffassungen.

    Mit Metta, mukti.

  • Ja, in der Tat können das Yogis machen wenn sie nicht in Beziehung leben. Dabei muss aber auch die Frau damit einverstanden sein oder wie stellst du dir das vor? So frei und wild durch den Wald oder was?

    Am besten wäre es, sie ist eine Yogini. Genau meine Richtung.

    Na an Vergewaltigung habe ich dabei nicht gedacht. Und über den Begriff "Yoga" gibt es halt verschiedene Auffassungen.

    Ich denke, über den Begriff Sex gibt es verschiedene Auffassungen. Du musst immer das Problem an der Wurzel angehen, und nicht oberflächlich kratzen.

    :buddha: Es geht immer darum, sich in die Unannehmlichkeiten des Lebens hineinzulehnen und sich diese ganz genau anzuschauen. :buddha:

  • Na an Vergewaltigung habe ich dabei nicht gedacht. Und über den Begriff "Yoga" gibt es halt verschiedene Auffassungen.

    Ich denke, über den Begriff Sex gibt es verschiedene Auffassungen. Du musst immer das Problem an der Wurzel angehen, und nicht oberflächlich kratzen.

    Die Wurzel des Problems ist nach meinen bisherigen Ergründungen des Daseins und der Buddhalehre Sinnesfreude, den Geist mit eingerechnet. Yoga wird meiner Auffassung nach zur Befreiung davon praktiziert, weil sie die Ursache von Leid ist.

    Mit Metta, mukti.

  • Ich möchte hier gerne noch einmal an einer früheren Stelle dieser Diskussion anknüpfen; da besteht bei mir noch Klärungsbedarf, so dass ich das richtig verstehen kann. Also, kilaya schreibt:

    Zitat

    Ethikrichtlinien sind vorhanden

    - was mich schon etwas überrascht hat, da ich davon noch nie etwas gehört habe. Ethikrichlinien sind ja seit 2011 ein Thema in der DBU und da hätte ich jetzt gedacht, dass der Diamantweg diese einfach mal vorstellen würde. Okay, auf Nachfrage von anderer Seite hat kilaya dann präzisiert:

    Zitat

    Meines Wissens gibt es keine gesonderten Ethikrichtlinien. Die Regeln des Bodhisattva-Gelübdes sind nicht in Stein gemeisselt, es gibt da verschiedene Fomen.


    Okay, also keine "gesonderten" Ethikrichtlinien. Dem daran anschließenden Verweis auf "die Regeln des Bodhisattva-Gelübdes" entnehme ich, dass mit "Ethikrichtlinie" die Bodhisattva-Gelübde gemeint sind. In der Form, wie sie im Diamantweg gegeben werden. Wobei hier eigenartigerweise von "Gelübde" nur im Singular die Rede ist. Also nur ein Gelübde? Das wäre selbst für eine tibetische Tradition ungewöhnlich. Dass die Form der Gelübde variabel ist, ist schon klar. Da gibt es insbesondere zwischen der ostasiatischen Tradition und der tibetischen deutliche Unterschiede in der Form - was nicht zwangsläufig Unterschiede im Inhalt bedeutet. Nun wird diese Form im Diamantweg noch etwas präzisiert:

    Zitat

    Im Diamantweg wurd das Gelübde immer ohne spezielle Regeln und Nebenregeln gegeben, also auf der Grundlage: ich tue, was in meinen Kräften steht, um allen Wesen helfen zu können, bis das Bodhisattva-Versprechen erfüllt ist.


    Was mich da etwas irritiert, ist das "ohne spezielle Regeln und Nebenregeln", das verstehe ich nicht. Die Bodhisattvagelübde, so wie ich sie kennengelernt und empfangen habe, überschneiden sich inhaltlich in 5 von 16 "speziellen Regeln" mit den pañcaśīla. Dann gibt es noch einen Satz von 'Großen Bodhisattva-Gelübden' (nach meinem Verständnis ebenfalls "spezielle Regeln"), die deren Voraussetzung sind. Sie werden aber nicht in einer formellen Initiation wie der dreifachen Zufluchtnahme empfangen. Das heisst, entweder vier Gelöbnisse, die man durch gemeinsame Rezitation mit der Praxisgemeinschaft ablegt, oder aber diese vier und 16 weitere, die man zum ersten Mal empfängt und gibt, wenn man in Gegenwart der Praxisgemeinschaft Zuflucht zu Buddha, Dharma und Sangha nimmt. Für die "vier Großen" ist die Zufluchtnahme nicht Voraussetzung. Durch Übernahme der pañcaśīla (es sind die ersten fünf der 10 "gewichtigen Gelübde", die in den 16 Gelübden die zentrale Stellung haben) bei derZufluchtnahme ist man auch mit Buddhisten aller anderen Traditionen verbunden.


    Dies nur zur Verdeutlichung, was ich unter "Bodhisattva-Gelübden" verstehe. Was mich nun doch interessieren und mir zu einem tieferen Verständnis verhelfen würde, das wäre, wenn ich mir die Form, in der sie im Diamantweg empfangen werden, einmal betrachten könnte. Sind die irgendwo veröffentlicht oder vielleicht gar im Internet einsehbar?


    Meine Irritation rührt ja auch von dieser Aussage Phoenix ' her:

    Zitat

    Das Bodisattvaversprechen wird im BDD mit einer Goldvase verglichen. Wenn diese umfällt bekommt sie vielleicht eine Beule die auch wieder ausgedellt werden kann. Andere Gelübte dagegen sind eher wie ein Tonkrug der zerbricht, wenn er herunterfällt. (Z.B. das Zölibat)

    - da ist nun nur von einem(?) "Bodhisattvaversprechen" die Rede. Das man - wenn ich die Metapher mit der verbeulten Goldvase richtig deute - auch brechen kann, wenn man danach "die Beule wieder ausdellt". Ich will jetzt nicht das mir dahinter zu stehen scheinende Karmaverständnis diskutieren, aber ich hätte doch gerne geklärt, ob dieses "Bodhisattvaversprechen" die Form der Bodhisattvagelübde im Diamantweg ist und damit die "Ethikrichtlinie", von der man folglich ohne Schaden abweichen kann (das kann man ja wieder reparieren) und wie dieses Versprechen lautet. Danke schon einmal im voraus für die Aufklärung.


    _()_

  • Hi Sudhana,


    eigentlich habe ich schon versucht zu erklären, das es im Diamantweg wichtig ist über die Grundhaltung und die Motivation zu arbeiten.

    Es gibt ja auch das Bodhichita des Wunsches und das der Tat.

    Zurerst macht man den Wunsch und dann folgt die Tat.


    Dann ist es aber auch wichtig, das man nicht ständig mit einem schlechten Gewissen herumläuft, das man es noch nicht geschafft hat allen Wesen zu helfen. Deshalb die Sache mit der Beule. Wenn man z. b. ein Tier überfahren hat,soll man nicht glauben man versinkt jetzt für immer in Samsara,

    sondern man kann seine Beule dann wieder zurückdellen,und weiter fahren. Gut aufpassen dabei sollte man aber natürlich schon.


    _()_ Phönix

    :rainbow:     :vajra::tee:

  • Es ist so dass im tibetische Buddhismus zwei Traditionsstränge gibt. Der eine ist ein sehr monastischer Traditionslinie die von der Universität Nalanda entstammte. Der zweite Traditionsstrang ist der der yogischen "Mahasiddhas" . Diese Yogis muss man sich ähnlich den indischen Saddhus als Leute vorstellen, die sich außerhalb der Normalität und der Gesellschaft stellten, oft Verbrennungsplätzen praktizierten und auch sonst Konverntionen, wie eben auch die strikte Trennung zwischen Mönchen und Laien nicht beachteten. Während die Gelug-Tradition hauptsächlich aus der monastischen Tradition schöpft, ist hat die Karma-Kagyü-Linie eine doppelte Abstammungslinie, die sich einwerseits über Atisha auf die monastische Überlieferung beieht, aber gleichzeitig eben auch auf die 84 Mahadiddhas. Und wann immer da eine eher laxe, yogisch-anarchistsche Auslegung des Dharmas vorkommt, beruft man sich auf den yogischen Teil der Übertragung.


    Chögyam Trungpa prägte den Begriff des "Crazy Wisdom":

    He described it as an innocent state of awareness that is wild and free, completely awake and fresh. It’s a spiritual worldview that represents thinking outside the box—moving against the stream.

    Crazy wisdom is about having a free mind, one that is not held down by preconceived notions or cultural conventions. Crazy Wisdom is about living in this moment, rather than having all of our perceptions colored by what we think about the past, the future, or the ideas we have about things. The idea behind Crazy Wisdom is that sometimes those of us that aren’t Enlightened don’t really understand those that are, very well.

    Das bedeutet, dass der Normalmensch einen Erwachten nicht beurteilen kann und nicht beurteilen sollte, weil seine Wort und Taten ja eine Art von verrückter Weisehit sein kann, in der sich die Lehre in einer Weise manifestiert, die konventionelle Moralvorstellungen (Lügen, Sexualität, grobe Rede) scheinbar verletzt in Wirklichkeit aber die Freheit der befreiten Perspektive veranschaulicht. Die Begründung "Crazy Wisdom" kann also dazu benutzt werden, jemand von Kritik auszunehmen.


    Ich weiss allerdings gar nicht, ob Ole Nydahl einmal in so einer Weise argumentiert hat. Also dass seine Taten vollkommen der buddhistischen Ethik enstsprechen, aber eben auf eine Weise die derjenige der die REgeln eng und kleinmütig interpretiert nicht sieht.

  • Es ist so dass im tibetische Buddhismus zwei Traditionsstränge gibt. Der eine ist ein sehr monastischer Traditionslinie die von der Universität Nalanda entstammte. Der zweite Traditionsstrang ist der der yogischen "Mahasiddhas" . Diese Yogis muss man sich ähnlich den indischen Saddhus als Leute vorstellen, die sich außerhalb der Normalität und der Gesellschaft stellten, oft Verbrennungsplätzen praktizierten und auch sonst Konverntionen, wie eben auch die strikte Trennung zwischen Mönchen und Laien nicht beachteten. Während die Gelug-Tradition hauptsächlich aus der monastischen Tradition schöpft, ist hat die Karma-Kagyü-Linie eine doppelte Abstammungslinie, die sich einwerseits über Atisha auf die monastische Überlieferung beieht, aber gleichzeitig eben auch auf die 84 Mahadiddhas. Und wann immer da eine eher laxe, yogisch-anarchtische Auslegung des Dharmas vorkommt, beruft man sich auf den yogischen Teil der Übertragung.

    Ich würde das nicht als lax oder anarchistisch bezeichnen. Sex ist weder lax noch anarchistisch.

    Ich würde es als eine moderne Form der spirituellen Praxis bezeichnen. Nicht ausschließlich auf Mönche oder Priester zugeschnitten. Mit Vielfalt.

    Jeder kann dementsprechend das praktizieren was im zusagt. Ein Spagat zwischen Laien und Mönche ähnlich dem ZEN.

    :buddha: Es geht immer darum, sich in die Unannehmlichkeiten des Lebens hineinzulehnen und sich diese ganz genau anzuschauen. :buddha:

  • Hi Void,


    von "verückter Weisheit" hällt Ole nicht viel.


    Von den 84 Mahasiddas aber dafür um so mehr.


    Und ich denke man muß hier schon aufpassen verschiedene Ebenen nicht durcheinander zu bringen.


    Bei der verbeulten goldenen Vase braucht man jedenfalls keine tantrischen Fähigkeiten, um die wieder schön zu machen ;

    sondern da reicht es bei seiner Bodhisattva Haltung zu bleiben.


    :rad: Phönix

    :rainbow:     :vajra::tee:

  • Moin!

    Ich gehöre zu den Unterzeichnern des offenen Briefes der "15 Tarafrauen" .


    Inzwischen wurde der "Offene Brief von 15 Tarafrauen" an den Rat der DBU versandt und es haben sich auch weitere Personen dem Anliegen angeschlossen
    offener_brief_an_die_dbu.pdf

    Es ging nie nur um Ole Nydahl, aber auch.


    Ich zitere.

    Es ist nachvollziehbar, dass Schüler*innen dazu neigen, ihre jeweiligen Lehrer*innen zu verteidigen. Sie müssten andernfalls eigene Überzeugungen droppen. Das fällt schwer, wie jeder Buddhist erfahren haben könnte.

    Insofern verstehe ich die Verteidigungshaltung von einigen wenigen (einem?) hier, was den Herrn Nydahl angeht.

    Was aber nicht angeht, ist, dass die BDD als "wir Buddhisten" spricht und gleichzeitig Ole Nydahl als Lehrer akzeptiert.

    Falls die Diamantwegler der Ansicht sind, dass die jahrelangen (!) Äußerungen von Ole Nydahl hinzunehmen oder seiner besonderen Lehrbegabung zuzuschreiben sind, die Vermittlung der Diamantweg-Lehre und deren Werte repräsentiert oder halt in Gautamos Namen seinem gebrochenen Deutsch zuzuschreiben sind, sei es.

    Eine Vermittlung buddhistischer Werte sind sie nicht.


    Hätte er sich einmal, zweimal, dreimal im Ton vergriffen, kann passieren. Da kann er seine Goldwase meinethalben wieder ausbeulen.

    Aber in welcher Tradition sind solche (und ähnlich häufig wiederholte) Aussagen mit einem wie immer vertexteten Bodhisattva-Gelübde auch nur Ansatzweise vereinbar?


    Für wen immer Herr Nydahl da spricht, "die Buddhisten" sind es nicht.

    Insofern ist es aus meiner Sicht auch keine Frage, ob der BDD zur DBU gehört.


    Meint

    Karl

  • Zitat

    Insofern ist es aus meiner Sicht auch keine Frage, ob der BDD zur DBU gehört.

    Wäre ja auch mal 'ne schöne Diskussion: 'Gehört der BDD zu Deutschland?' :grinsen:


    (Vorsicht Satire!) Da kilaya noch nicht auf meine Frage geantwortet hat, inwiefern es maßgeblich ist, was die Lehrer Nydahls dazu meinen, wie sein Verhalten einzuschätzen ist, mache ich mal den Vorschlag, die Position Lama Oles als Ultramontanismus einzuschätzen. :grinsen:

    'Die Ruhe ist die natürliche Stimmung eines wohlgeregelten, mit sich einigen Herzens.' (Wilhelm v. Humboldt)

    Edited once, last by Axel ().

  • Wäre ja auch mal 'ne schöne Diskussion

    :? - nee, nicht wirklich. Gemeint war ja wohl auch eher, "keine Frage, ob der BDD in die DBU gehört". Und damit funktioniert dann auch Dein Wortspiel nicht so recht. Dass der BDD zu Deutschland gehört wie so manches andere mehr oder weniger Erfreuliche ist ja eigentlich keine Frage und niemand glaubt ernstlich, dass sich das mit einem Ausschluss aus der DBU ändert. Da geht es um etwas Anderes, namentlich um eine größere Freiheit beim Umgang mit speziell von Herrn Nydahl verursachten Problemen bei der öffentlichen Wahrnehmung von 'Buddhismus' im allgemeinen und der DBU im Besonderen.


    _()_

  • Sudhana, liebe alte buddhistisch-protestantische Spaßbremse!


    Mein Kommentar war doch (hoffe ich!) als Ironie erkennbar! Die gleichen Leute, die sich fragen, ob man eventuell zu viele aus dem Wasser gefischt habe, stellen ja auch gerne die Frage, ob 'der' Islam zu Deutschland gehört. Ich frage mich dann immer, ob die so Fragenden eher 'zu Deutschland gehören', als meine in Deutschland geborenen muslimischen Verwandten, Freunde, Kollegen...

    'Die Ruhe ist die natürliche Stimmung eines wohlgeregelten, mit sich einigen Herzens.' (Wilhelm v. Humboldt)

  • ich mag mal kurz auf die von void eingebrachte "laxe, yogisch-anarchistische" auslegung eingehen.


    M.e. existiert keine (tradierte) auslegung im dharma die eine sg. "laxe, yogisch-anarchistische" anwendung begründet, oder, rechtfertigen würde.


    auslegung/interpretation/philosophe/anwendung, sehe ich dabei

    auf gleicher ebene angesiedelt.


    "laxe, yogisch-anarchistische" Lebensführung (rsp. Praxis) wäre damit ausschliesslich den betreffenden protagonisten geschuldet. Nicht aber dem Dharma.


    Bitte korrigiert mich gern.


    Ich denke, dass da dann kein.Bodhichitta vorhanden ist.


    Warum, dazu später vielleicht. *


    * Auch Feindseeligkeit ggü. Ordinierten ist ein No Go für Bodhichitta und "eigene" Lehren zu verbreiten genauso oder menschen dazu bringen die sila als lässlich zu begreifen...


    und auch kein mahasiddha "überspringt" mal eben den bodhisattva/bodhichitta.

    er wird doch seiner fähigkeiten verlustigt gehen. man kann also auch nicht sagen, oh die mahasiddhas, die sind doch über all das hinaus....

  • Ich sehe das so, dass der "laxe, anarchistische Yogi" der Karma Kagyü quasi an(ein)gedichtet wird, auch mal im Eigeninteresse der den etwaigen Konventionen extrem widerstrebenden Seite,

    so in etwa wie dem Zen der ewig provokative, bilderstürmende Meister. Ein Verwirklich(t)er hat sicher andere "Anliegen" als einen demonstrativen Bruch mit den (moralischen oder strukturellen) Konventionen, oder wo hat sich denn je ein Verwirklich(t)er mit dem angelegt (abgegeben) das man vielleicht als "Etablishment" und Obrigkeit ect. bezeichnen würde? "Gutmenschen" vielleicht noch ? Das machte überhaupt keinen Sinn. Ein Rumpelstilzchen (sorry) findet sich doch weder im Vajrayana, noch Zen, im Sufi nicht, und wo wäre da einer im Theravada? Nein, da haben welche was ganz in den falschen Hals bekommen. Ein anderes Thema ist das der (heiligen) Narren. Darauf möchte ich aber nicht hinaus. Ich möchte nicht, dass das "Thema" in einer Weise gedreht werden kann, dass es möglich ist, Ole Nydahl und Diamantweg speziell(e) Weisheit einzugeheimsen. Ich würde dagegen gern beim Bodhichitta bleiben: Ein buddhistischer Lehrer hat Verantwortung. Es geht ganz bestimmt nicht an dass er Obrigkeit gibt, Sangha nicht als Mahasangha versteht und einen Unterschied macht was da "alle Wesen" betrifft.

  • Es geht ganz bestimmt nicht an dass er Obrigkeit gibt, Sangha nicht als Mahasangha versteht und einen Unterschied macht was da "alle Wesen" betrifft.

    Zuflucht zur Sangha wird ausdrücklich als Mahasangha erklärt, und ein Unterschied wird philosophisch gesehen auch nicht gemacht. Wenn es um Politik geht, nun ja.... Da werden Unterscheidungen gemacht, aber das ist eine weltliche Ebene. Die Frage ist eben, wie weit ein buddhistischer Lehrer in der Interpretation politischer und weltlicher Dinge in buddhistischen Vorträgen gehen sollte. Und da geht es m.E. zu weit.

    "Respekt ist unsere Aufgabe und nicht ne falsche Maske, die ich aufhabe" (Fanta 4)
    OM BENDZA KILI KILAYA HUNG

  • Vielleicht wieder mal Zeit ,das ich hier noch mal kurz meine Grundhaltung skiziere:


    Ole und dem Diamantweg vorzuwerfen,sie würden gegen grundsätzliche buddhistische Leitlinien verstoßen halte ich für falsch.

    Äußere Gelübte sind nicht für alle gleichermaßen bindent, wer das einfordert spaltet.

    Der Bodhisattvagedanke ist ein innere Gundhaltung, wenn wir Menschen diese Grundhaltung absprechen,nur weil sie andere politische Meinungen vertreten,ist das für mich der Anfang vom Ende der Gemeinschaft der Praktizierenden.


    Der Brief der 15 Tara Frauen beinhaltet für mich eine unzulässige Vermischung der Vorgänge um Sogyal L. und Lama Ole Nydahl.

    Für mich sieht er deshalb eher nach einer politischen Kampagne aus, als nach berechtigter Kritik. Und ob das noch rechte Rede ist,

    kann ja jeder für sich selbst einmal überprüfen.


    Ich selber bleibe jedenfalls lieber bei den 21 Emanationen.


    :vajra: Phönix

    :rainbow:     :vajra::tee:

    Edited once, last by Phoenix ().

  • Aha, alle Leute, die die Situation (be)kümmert, die sich da irgendwie äussern, sind auf einem politisch(ideologisch)motivierten Feldzug ? Dein Gedankensprech gleicht übrigens dem O Ton des DM in seinen Stellungnahmen. Ein Zacken noch schärfer, direkter, freilich. Die Motivation von Nydahl interessiert mich herzlich wenig, ich kann ja keine "Herzen durchdringen" und bin da auch nicht im Besitz einer universalen Glaskugel.

    Die Bodhisattvagebote aber sind keine übergestülpten Regeln, sondern eine Spiegelung der innewohnenden Qualitäten von Weisheit und Mitgefühl. Genau wie anhand der Paramitas ist es daher möglich Aussagen und Verhalten auf ethische und "weise" Qualitäten zu untersuchen.

  • Und wohl jeder der auch nur bisserl Ahnung hat, weiss, dass die "politische Meinung" von Nydahl und das zu "allen den anderen" gezeigte Verhalten konfrontativ zum "grossen Bodhisattvagelübde" steht. Da bröselt dann einfach alles weg.

  • Der Brief der 15 Tara Frauen beinhaltet für mich eine unzulässige Vermischung der Vorgänge um Sogyal L. und Lama Ole Nydahl.

    Für mich sieht er deshalb eher nach einer politischen Kampagne aus, als nach berechtigter Kritik. Und ob das noch rechte Rede ist,

    kann ja jeder für sich selbst einmal überprüfen.

    Du mischt das auf unzulässige Weise zusammen. Und das betrachte ich als unrechte Rede.


    Im Brief steht:

    Zitat

    Wie Ihnen bekannt ist, gibt es Berichte über sexualisierte, körperliche und verbale Gewalt durch Sogyal Lakar, den Begründer von Rigpa. Ebenso hören wir verstörende Berichte über Kontakte des buddhistischen Lehrers Ole Nydahl mit rechtspopulistischen Politikern, über islamfeindliche Aussagen und Empfehlungen zur Wahl der AfD.

    Das ist eine Aufzählung von Missständen, und zwar ziemlich differenziert. Oles Haltung und Äußerungen werden als einer der Missstände betrachtet.*


    Politische Kampagne?

    Hier sind keine Politiker, die den offenen Brief unterzeichnet haben, sondern Buddhisten.

    Es geht um Politik, ja. Aber erst mal geht um Ethik.
    Auch wenn Du es immer wieder klein zu reden versuchst.



    *Obwohl ich es auch als Missstand sehe, dass er sexuelle Beziehungen mit Schülerinnen hat/hatte. Für mich schon allein ein Grund dieselben Maßstäbe anzulegen wie bei Sogyal. Auch wenn es "freiwillig" war. Lehrer – Schüler, geht gar nicht. Ist genauso unethisch wie Therapeut – Klient. Wegen des Machtgefälles. Und von einem "hohen Lama" kann man erwarten, dass er nicht jede hübsche und willige Dakini besonderen Belehrungen unterziehen muss.

    Der Sinn des Lebens besteht darin, Rudolph, dem Schwurkel, den Schnabel zu kraulen.

  • Die Leistung da noch iwas wieder 'gerade zu biegen' muss vom Diamantweg kommen. Bisher ist und war da aber noch nix in Sicht.

    Da is nur Herablassung und Zurückweisung. Auch hierbei interessiert mich kein Motiv. Buddhisten sollten sich allenfalls nicht weiter krummlegen dass der DM weiter mit Sandförmchen schmeissen kann.

    Das sind keine Sandförmchen. Was da abgeschossen wird ist nicht harmlos, das geht uns alle an.

    "Was erlauben eigentlich?!" ist nun.keine ernstzunehmende Reaktion auf diese Tatsache.

  • Ich bin der Meinung man schenkt dem Diamantweg und diesem ehemaligen Hippie viel zu viel Beachtung.


    Stell Dir vor Ole spricht und keiner geht hin.


    Eigentlich haben sich die (tibetischen) Buddhisten diese Probleme selber eingebrockt in ihrem Bemühen, aus welchen Gründen auch immer, den Buddhismus im Westen auf biegen und brechen zu verbreiten.


    Ich verstehe den Unmut, wenn sich etwas liebgewonnenes in die falsche Richtung entwickelt aber letztendlich schafft jeder nur eigenes Karma.

  • Eigentlich haben sich die (tibetischen) Buddhisten diese Probleme selber eingebrockt in ihrem Bemühen, aus welchen Gründen auch immer, den Buddhismus im Westen auf biegen und brechen zu verbreiten.

    Was meinst Du damit? Meinst Du, die Tibeter sind daran schuld?

    Der Sinn des Lebens besteht darin, Rudolph, dem Schwurkel, den Schnabel zu kraulen.

  • Ich bin der Meinung man schenkt dem Diamantweg und diesem ehemaligen Hippie viel zu viel Beachtung.

    Grundsätzlich ist gegen diese Meinung nicht viel einzuwenden. Wie ich an anderer Stelle bereits ausführte, sind in Deutschland lebende Buddhisten nur zu einem sehr geringen Prozentsatz im BDD organisiert. In der DBU allerdings stellen sie mehr als ein Viertel der Mitglieder - Grund genug, ihnen zumindest in der DBU Beachtung zu schenken. Vor allem, wenn der Schwanz anfängt, mit dem Hund zu wedeln.


    Erst recht, wenn dann auch die nichtbuddhistische Öffentlichkeit - sprich Presse und Fernsehen - "dem Diamantweg und diesem ehemaligen Hippie" Beachtung schenkt und dies (zunächst) zu staatsanwaltlichen Ermittlungen führt. Dieses Bild in der Öffentlichkeit hat Rückwirkungen nicht nur auf die DBU, sondern letztlich auf alle Buddhisten in Deutschland. Der Öffentlichkeit gegenüber zu argumentieren, sie schenke dem "viel zu viel Beachtung", halte ich da nicht für hilfreich - auch, wenn es zutreffend sein mag. Das ist dann eher geeignet, die Beachtung zu vergrößern.


    Der eigentliche Punkt jedoch, um den es geht, sind die Auswirkungen auf Andere, wenn das Handeln mit Geist und Sprache zu einem Handeln mit dem Körper wird. Also die karmischen Prozesse, die mit der pauschalen Diffamierung von Menschen aufgrund ihrer Religion in Gang gesetzt werden können. Es ist noch kein Jahrhundert her, dass man die historische Erfahrung machen konnte, wohin solche karmischen Prozesse führen können. Begonnen hatten diese auch - um die Mitte des 19. Jahrhunderts - 'nur' mit unrechter Rede. Wo sie endeten, ist bekannt und es steht ein Name dafür: Auschwitz. Spätestens da konnte dann niemand mehr einer "Beachtung" ausweichen. Der solchen Prozessen zugrunde liegenden unrechten Rede keine Beachtung zu schenken, halte ich angesichts dessen, was in ihr angelegt ist, für nicht angemessen.


    _()_

  • Hallo Doris,


    ich mische da nichts zusammen sondern ich stelle fest ,das hier DInge nebeneinander gestellt werden,die für mich so nicht zusammengehören.


    Sexuelle Beziehungen von Lehrern zu Schülern sind ein heikels Thema, aber wenn diese hier prinzipiel verboten würden, könnte sowohl die tibetische Seite ,wie auch Vieles was vom Zen kommt ,eine ziemliche Vergangenheitsbewältigung starten.

    Außerdem gibt es da auch sehr eindrucksvolle Beispiele ,wie z.b. die Beziehung von Chagdud Tulku und seiner Frau.


    Und das es hier um Ethik geht versuche ich nicht kleinzureden,sondern ich warne lediglich davor, das eine Seite beansprucht da die ganze Wahrheit für sich gepachtet zu haben.


    _()_ Phönix

    :rainbow:     :vajra::tee: