Extinction Rebellion Buddhists Germany

  • Die Extinction Rebellion Buddhists Germany

    Das ist interessant. Gibt es auch "Extinction Rebellion Christians Germany" und/oder "Extinction Rebellion Muslims Germany" ?

    mankind ... must act and reason and believe; though they are not able, by their most diligent enquiry, to satisfy themselves concerning the foundation of these operations, or to remove the objections, which may be raised against them [Hume]

  • Die Extinction Rebellion Buddhists Germany

    Das ist interessant. Gibt es auch "Extinction Rebellion Christians Germany" und/oder "Extinction Rebellion Muslims Germany" ?

    Das weiß ich nicht. Gibt es die?

    "Es gibt nur eine falsche Sicht: Der Glaube, meine Sicht ist die einzig richtige."

    Nagarjuna

  • Die Extinction Rebellion Buddhists Germany

    Das ist interessant. Gibt es auch "Extinction Rebellion Christians Germany" und/oder "Extinction Rebellion Muslims Germany" ?

    Das weiß ich nicht. Gibt es die?

    Das war meine Frage. Wenn es offensichtlich "Extinction Rebellion Buddhists Germany" gibt, es aber es keine "Extinction Rebellion Christians Germany" und/oder "Extinction Rebellion Muslims Germany" geben sollte, dann wäre das doch Anlass zur Analyse.

    mankind ... must act and reason and believe; though they are not able, by their most diligent enquiry, to satisfy themselves concerning the foundation of these operations, or to remove the objections, which may be raised against them [Hume]

  • Das ist interessant. Gibt es auch "Extinction Rebellion Christians Germany" und/oder "Extinction Rebellion Muslims Germany" ?

    Das weiß ich nicht. Gibt es die?

    Das war meine Frage. Wenn es offensichtlich "Extinction Rebellion Buddhists Germany" gibt, es aber es keine "Extinction Rebellion Christians Germany" und/oder "Extinction Rebellion Muslims Germany" geben sollte, dann wäre das doch Anlass zur Analyse.

    Verständnisfrage: Stellst du die Nicht-Existenz der anderen in Frage oder die Existenz der im Titel genannten?

    Edited 2 times, last by Gurkenhut ().

  • Ja, was ist da los? Warum gibts die XR Buddhists? Irgend eine Idee?

    Gibt es die überhaupt? Jedenfalls in einer Größenordnung, die irgendeinen Einfluss haben könnte?


    Falls es sie gibt - die buddhistische Lehre würde sie unterstützen! Beendigung des Leidens kann nicht Ausrottung ganzer Spezies bedeuten, selbst wenn die danach nicht mehr leiden würden. Und die meisten von uns dürften unterstützen, daß der buddhistische Leidensbegriff nicht ausschließlich auf Menschen bezogen ist.

  • Das weiß ich nicht. Gibt es die?

    Das war meine Frage. Wenn es offensichtlich "Extinction Rebellion Buddhists Germany" gibt, es aber es keine "Extinction Rebellion Christians Germany" und/oder "Extinction Rebellion Muslims Germany" geben sollte, dann wäre das doch Anlass zur Analyse.

    Verständnisfrage: Stellst du die Nicht-Existenz der anderen in Frage oder die Existenz der im Titel genannten?

    Diese Frage anlässlich meiner Worte verstehe ich nicht.

    mankind ... must act and reason and believe; though they are not able, by their most diligent enquiry, to satisfy themselves concerning the foundation of these operations, or to remove the objections, which may be raised against them [Hume]

  • Für mich liegt die Rechtfertigung – der besser – die unsausweichliche Notwendigkeit, sich als Buddhist:in u.a. in der Frage des Klimaschutzes zu engagieren oder doch zumindest eine eindeutige Position zu dieser Frage einzunhemen, in der buddhistscichen Sicht auf die Wirklichkeit begründet.


    So wie ich es verstehe, finden wir im Buddhismus die Auffassung vor, dass der Mensch Teil eines alles umfassenden, prozesshaften, miteinander vernetzten, einander bedingenden, sich wechselseitig hervorbringenden, gegenseitig enthaltenden und durchdringenden, fließenden Geschehens ist. Dies lesen wir in den klassischen Texten als "idapaccayata", „Hier und jetzt Bedingtheit“, oder "annamannapaccaya", „wechselseitiges Bedingen“, oder auch "paticca samuppada" „bedingtes Zusammen-Entstehen“. Anders als im abendländischen Denken, in dem der Mensch irgendwie außerhalb der Dinge steht, begreift Buddhismus den Menschen als ungtrennbaren Teil alles Seienden, aus ihnen hervorgegangen, mit ihnen untrennbar verknüpft.


    Deshalb ist nicht nur einfach irgendwas mit dem Klima nicht in Ordung oder die Flüsse und die Luft sind verschmutzt, die Erde kränkelnd, sondern wir sind dies als Teil dieses Systems. Es ist also eine Art Selbstfürsorge wenn Buddhist:innen sie sich zur Frage des Klimaschutzes engagieren.

    "Es gibt nur eine falsche Sicht: Der Glaube, meine Sicht ist die einzig richtige."

    Nagarjuna

  • Bei „Extinction Rebellion“ im Zusammenhang mit Buddhismus stösst mir das Wort Rebellion etwas auf weil es nicht pazifistisch ist.


    Natürlich muss man etwas tun gegen den Klimawandel. Nur habe ich hier wenig Hoffnung auf uns Menschen. Im Moment sind bei uns Dieselgeneratoren zu Notstromerzeugung gross in Mode gekommen. Man jammert auch über hohe Energiepreise für Erdöl und Gas, die Hauptursache der Klimakriese, wie schizophren ist denn das ?


    Den Klimawandel bekämpfen unbedingt. Aber weshalb dies um Himmels Willen mit Buddhismus verknüpfen ? Das geht doch alle an. Wir sind ja alle gleich betroffen.

    Oder geht es darum zu sagen seht her wir Buddhisten machen es besser oder wir sind bessere Menschen. Oder denkt man, man könne Menschen besser motivieren, wenn man sie unter ein „Label“ steckt, soll ja das Wir-Gefühl stärken.


    Da kann sich jeder was aussuchen:

    Extinction rebellion - buddhists, -hinduists, -christians, -vegetarians, -Lbqt+, -Fc Bayern Fans etc.


    Na ja ist wohl modern heute.

    Edited 2 times, last by Punk ().

  • Bei „Extinction Rebellion“ im Zusammenhang mit Buddhismus stösst mir das Wort Rebellion etwas auf weil es nicht pazifistisch ist.

    Ja, im Wort "Rebellion" - steckt ja "Bellum"- der Krieg drin. Während man sich aber ja inhaltlich zum gewaltfreien Widerstand ähnlich wie bei Mahatma Gandhi bekennt. Allerdings denke ich, dass auch Gandhi von den Briten als "Rebell" und "Aufwiegler" gesehen wurde.


    Das Video "Dr. Seuss in Copenhagen" bringt gut eine Hilflosigkeit gegenüber einer Politik zum Ausdruck die in Ankündigungen, Phrasen und Willenbekundugungen stecken bleibt. Aus dieser Hilflosigkeit kommt der Wunsch die Leute durch Aktionen aufzuwecken, die Untätigkeit zu sabotieren und zum Handeln anzuhalten. Diese Motivation verstehe ich gut.


    Der Appell an den Buddhismus kommt denke ich einfach daher, dass man hofft da Leute mobilisieren zu können. Weil man in den Religionen wichtige gesellschaftliche Kräfte sieht, die viele Leute erreichen und auch über längere Zeiträume denken.

    Gerade die Kirchen haben ja viel zur Friedensbewegung und Anti-Atomkraftbewegung beigetragen. Von daher ist es ja sehr sinnvoll da für sein Anliegen zu werben. Es gibt da ja sowohl bei den Monothristen ( Bewahrung der Schöpfung ) als auch bei den Buddhisten Anküpfungspunkte.

  • Für mich liegt die Rechtfertigung – der besser – die unsausweichliche Notwendigkeit, sich als Buddhist:in u.a. in der Frage des Klimaschutzes zu engagieren oder doch zumindest eine eindeutige Position zu dieser Frage einzunhemen, in der buddhistscichen Sicht auf die Wirklichkeit begründet.


    So wie ich es verstehe, finden wir im Buddhismus die Auffassung vor, dass der Mensch Teil eines alles umfassenden, prozesshaften, miteinander vernetzten, einander bedingenden, sich wechselseitig hervorbringenden, gegenseitig enthaltenden und durchdringenden, fließenden Geschehens ist. Dies lesen wir in den klassischen Texten als "idapaccayata", „Hier und jetzt Bedingtheit“, oder "annamannapaccaya", „wechselseitiges Bedingen“, oder auch "paticca samuppada" „bedingtes Zusammen-Entstehen“. Anders als im abendländischen Denken, in dem der Mensch irgendwie außerhalb der Dinge steht, begreift Buddhismus den Menschen als ungtrennbaren Teil alles Seienden, aus ihnen hervorgegangen, mit ihnen untrennbar verknüpft.


    Deshalb ist nicht nur einfach irgendwas mit dem Klima nicht in Ordung oder die Flüsse und die Luft sind verschmutzt, die Erde kränkelnd, sondern wir sind dies als Teil dieses Systems. Es ist also eine Art Selbstfürsorge wenn Buddhist:innen sie sich zur Frage des Klimaschutzes engagieren.

    🙏🙏🙏

  • Warum da 'Buddhismus' draufstehen muss, also was es mit Buddha zu tun haben soll, ist mir nicht so klar. Aber klingt ja irgendwie cool und wenigstens doch ein wenig ernsthaft noch (vorausgesetzt die Demontanten und Onkels fahren da nicht mit dem Auto hin und essen danach Thunfisch Sushi oder so).

  • Anders als im abendländischen Denken, in dem der Mensch irgendwie außerhalb der Dinge steht, begreift Buddhismus den Menschen als ungtrennbaren Teil alles Seienden, aus ihnen hervorgegangen, mit ihnen untrennbar verknüpft.


    Deshalb ist nicht nur einfach irgendwas mit dem Klima nicht in Ordung oder die Flüsse und die Luft sind verschmutzt, die Erde kränkelnd, sondern wir sind dies als Teil dieses Systems. Es ist also eine Art Selbstfürsorge wenn Buddhist:innen sie sich zur Frage des Klimaschutzes engagieren.


    Nenne bitte mal einen 'abendländischen Denker' bei dem 'der Mensch irgendwie ausserhalb der Dinge steht'.


    :?:


    Mir erscheint der Verweis auf 'buddhistische Auffassungen (alles hängt mit allem zam - das ist buddhistisch?) reichlich unnötig, damit man schlechte Luft beispielsweise als Folge davon erkennt, dass man da Abgase reinpumpt. Und wie schlimm das eigentlich alles echt ist. Heute ist im guardian ein Artikel über die BASF Fabrik in Ludwigshafen zu lesen. Da kann man erahnen, was das heisst: Industrie . Und auch, was wir so kaufen und essen unter Anderem. Buddhismus alles hängt miteinanderzam ja gut und dann? Problem ist doch einerseits: der Dreck der Müll* und dass man das zB nicht mehr will.



    *zB Plastikpartikel in Meeresfischen und laut dem guardian offenbar weitverbreitet auch im menschlichen Körper angekommen. Wer will das? Braucht man buddhistische oder andere philosphische oder psychologische Erklärungen um das besser zu erkennen, was man nicht will?


    Ich nicht.

  • Nenne bitte mal einen 'abendländischen Denker' bei dem 'der Mensch irgendwie ausserhalb der Dinge steht'.

    Die Trennung zwischen Welt und Seele durchzieht die europäische Geistesgeschichte. Schon in der christlichen Schöpfungsgeschichte wird ja zuerst die Welt erschaffen und dann noch einmal speziell der Mensch als mit einer Seele versehenes Ebenbild Gottes. Mit der Aufgabe sich die "Welt Untertan zu machen". Die Fische sind geschaffen, damit wir sie essen und die Erde damit wir sie bebauen. Wir sind die handelnden Akteure und die Welt ist unsere Bühne und unsere Requisiten.


    Aber am krassesten hat es dann natürlich Descartes in seinem Dualismus der "res cogitans" ( das Denkende) von der "res extensa" ( der Materie) trennte. Das ging so weit, dass er rein dem Menschen ein Empfinden zugestand und Tiere rein als Automaten sah.

  • Voyager : Du hast natürlich Recht, dass man Buddhismus nicht benötigt, um zu sehen, dass das alles nicht okay ist. Gesunder Menschenverstand reicht vollkommen.

    "Es gibt nur eine falsche Sicht: Der Glaube, meine Sicht ist die einzig richtige."

    Nagarjuna

  • Nenne bitte mal einen 'abendländischen Denker' bei dem 'der Mensch irgendwie ausserhalb der Dinge steht'.

    Die Trennung zwischen Welt und Seele durchzieht die europäische Geistesgeschichte. Schon in der christlichen Schöpfungsgeschichte wird ja zuerst die Welt erschaffen und dann noch einmal speziell der Mensch als mit einer Seele versehenes Ebenbild Gottes. Mit der Aufgabe sich die "Welt Untertan zu machen". Die Fische sind geschaffen, damit wir sie essen und die Erde damit wir sie bebauen. Wir sind die handelnden Akteure und die Welt ist unsere Bühne und unsere Requisiten.


    Aber am krassesten hat es dann natürlich Descartes in seinem Dualismus der "res cogitans" ( das Denkende) von der "res extensa" ( der Materie) trennte. Das ging so weit, dass er rein dem Menschen ein Empfinden zugestand und Tiere rein als Automaten sah.


    Ich hatte eigentlich Hendrik dazu aufgefordert. ob er Descartes als 'krassestes Beispiel' genannt hätte?


    Ich fände da Jesus Christus 'am Krassesten' aber auch die Stoa 'ziemlich krass'. In dem Sinn weniger Egoismen da waren, die ja die Voraussetzung für die Zerstörung der Öko- und Wettersysteme der Erde sind.


    Das Problem ist -ich sehe es jedenfall so und will es auch schreiben: weniger eine nicht vorhandene Weltanschaaung, mehr die Gier. Da gab es auch in Europa auch zur Zeit des Abendlandes (in der Philosophie bis einschließlich I.Kant?) zur Genüge 'philosophische Mahnungen', Mass zu halten. Und um genau das ginge es aktuell ja, oder nicht?


    Mir ist da eine besondere Bedeutung 'für Buddhisten' nicht klar - warum? Wegen bedingten Entstehen - achso?


    Ich hielte nicht eine Vorstellung (a la Mensch ist Teil von allem) sondern Mitgefühl, Mitempfindungsmöglichkeit und Geistesklarheit für wesentlichere Attribute eines Menschens der sich warum auch immer sooderso, also hier: einen Buddhisten nennen will. Ein wenig Geistesklarheit und Abstand brauchts ja eben um zu sehen: das fei wirklich alles sicher nicht so gut, mit dieser Wegwerfproduktindustrie usw.

  • Manchmal sind so Philosophien auch eher Rechtfertigungen. Man hätte ja erwarten können, dass Japan mit seiner "Naturreligion" des Shinto und seinem die Verbundenheit der Dinge betrachtenden Buddhismus schonender mit seinen Ökosystem umgegangen wäre als der "dualstische Westen" .


    Das war aber nicht so - auch in Japan wurde über die Jahrhunderte arger Raubbau an der Natur getrieben und man ging zu einer ähnlichen Zeit wie Deutschland zu einer geordneten Forstwirtschaft über. Man kann ja je nachdem was man gerade will die geeigneten Schriften heranziehen. Wenn man im Treehugger Modus ist findet sich was romantisch verklärendes und wenn man man Bäume fällen will dann findet man in konfuzianistischen Klassikern genauso eine pragmatische Rechtfertigung wie in westlichen Klassikern.

  • Mir kommt es oft so vor, dass man mit der Nennung von Philosophen oder Wissenschaftlern oder oder ... einer eigenen vorgebrachten Ansicht Wert geben will, die damit irgendwie befestigen, 'objektivieren' will.


    "Ich erkenne es so, oder nicht so, will das und anderes nicht "- ist da oft die eigentliche Botschaft.

  • Warum da 'Buddhismus' draufstehen muss, also was es mit Buddha zu tun haben soll, ist mir nicht so klar. Aber klingt ja irgendwie cool und wenigstens doch ein wenig ernsthaft noch (vorausgesetzt die Demontanten und Onkels fahren da nicht mit dem Auto hin und essen danach Thunfisch Sushi oder so).

    Ich bin mehr oder weniger vom thailändischen und burmesischen Theravada zum Mahayana gewechselt, weil ich erkannt hatte , dass mir die Welt mehr oder weniger egal war.

    Für mich war Sie ein hoffnungsloser Fall. Mir fehlte es einfach an Mitgefühl


    Später wurde mir klar, dass ich und die Generationen vor mir Mitschuld an der jetzigen Situation haben.

    Und da ich nicht mehr im Leiden der Welt ertrinken konnte, wollte ich was tun für die Menschen und Tiere.


    Ich sehe in mir nicht nur mich und meine Ahnen, sondern auch die zukünftigen Generationen.

    Und ich möchte das Leiden in der Welt lindern.


    Der historische Buddha würde heute auch mit dem Flugzeug und dem Auto reisen, und er würde auch nicht abgeschottet irgendwo im Wald sitzen.


    Gerade als Buddhist sollte man sich in dieser Welt einbringen.

    Ohne das ich die anderen Religionen herabsetzen möchte, sehe ich in der buddhistischen Lehre das größte Potenzial..

    Deshalb dürfen nicht alle von uns still sein, besonders jene nicht, die schon die Stille im Herzen freigelegt haben.


    Es gibt ja keinen Zwang.



    Mfg Martin

  • Nochmal zur Frage warum es für Klimaschützer wie XR sinnvoll sein sich gerade an die Religionen zu wenden.


    In dem Buch "Don't Even Think About It: Why Our Brains Are Wired to Ignore Climate Change" schreibt
    George Marshall folgendes zum Zusammenhang zwischen Klimawandel und Religion ( ich habe das mal mit Deepl übersetzt):


    Zitat

    Für die Zwecke dieses Buches ist der religiöse Glaube jedoch deshalb so relevant für die Überzeugung vom Klimawandel, weil beide mit denselben kognitiven Hindernissen zu kämpfen haben.


    Wie ich bereits erörtert habe, stellt der Klimawandel eine große Herausforderung dar, weil er von den Menschen verlangt, dass sie etwas allein aufgrund der Autorität des Sprechers für wahr halten, weil er sich in Ereignissen manifestiert, die zeitlich und örtlich weit entfernt sind, und weil er unsere normale Erfahrung und unsere Annahmen über die Welt in Frage stellt. Vor allem verlangt der Klimawandel von den Menschen, bestimmte kurzfristige Verluste in Kauf zu nehmen, um ungewisse langfristige Kosten zu vermeiden.

    Die Religion ist mit all diesen Hindernissen konfrontiert, aber in noch größerem Maße. Sie ist sogar noch unsicherer, hat keinen der objektiven Beweise der Wissenschaft, basiert auf Beweisen, die von der gewöhnlichen Existenz der Menschen weit entfernt sind, und verlangt von den Menschen, dass sie Regeln für ihr intimstes Leben akzeptieren - ihre sexuellen Aktivitäten, ihre Ernährung und ihre Kindererziehung. Zugegebenermaßen hat sie den großen Vorteil, dass sie eine persönliche Belohnung in einem Leben nach dem Tod verspricht, doch auch dies beruht auf extremer Unsicherheit.

  • Extinction Rebellion klingt wie der Titel eines Franchise-Produktes der Terminator-Film-Reihe: Terminator VII, Extinction Rebellion


    Mich stößt dieser Name eher ab. Zudem verschleiert er ein Problem: Wir müssen ja nicht gegen eine äußere Macht rebellieren, sondern jede und jeder einzelne muss seinen/ihren CO2 Fußabdruck verringern. Das bedeutet Verzicht und eine radikale Änderung der Lebensgewohnheiten. Da hilft es auch nichts, sich auf der Straße festzukleben. Ein Wertewandel muss kommen, und jeder/jede einzlne ist dafür der Ausgangspunkt.


    Buddhisten können hier wirklich viel beitragen, weil in der buddhistischen Lehre eine Verschiebung der Quellen des Glücks von außen nach innen stattfindet, die meiner Ansicht nach alternativlos ist, wenn Menschen und Natur nicht länger gegeneinander leben wollen. Um das zu vermitteln, ist Geistesschulung der richtige Weg, das heißt positive Prägung bezüglich einer wachsenden Unabhängigkeit von äußeren Bedingungen durch Verzicht und geistige Sammlung.


  • Mitgefühl und die Einschätzung 'hoffnungsloser Fall' muss sich ja nicht auschliessen.


    Ob Buddha heute Flugzeug fliegen würde oder im Auto durch die Gegend fahren würde- nungut, jeder hat seine Buddhavorstellungen. Ich finde die jetzt im besseren Fall humorvoll.


    Ich finde, es weniger Zeit für grosse Proklamationen dazu was andere tun sollten, dürfen, nicht dürfen mehr Zeit dafür wirklich was zu tun, oder zu unterlassen. Vorbild wirkt sehr und mehr, glaube ich.

  • Da hilft es auch nichts, sich auf der Straße festzukleben. Ein Wertewandel muss kommen, und jeder/jede einzlne ist dafür der Ausgangspunkt.

    Ich bin der Meinung, dass der Wertewandel eben (auch) dadurch angestoßen werden kann, wenn einzelne sich auf der Straße festkleben.

    Vorbild wirkt sehr und mehr, glaube ich.

    Deswegen bin ich bei XR aktiv, statt zu diskutieren, warum das alles nix hilft :)

  • Proklamationen dazu was andere tun sollten, dürfen, nicht dürfen

    Doch, genau dafür ist es höchste Zeit! Ich darf ja auch nicht morden, fremden Menschen nicht in die Wohnung urinieren oder in den Pullover kotzen, und auch in Kaufhäusern darf ich meine Notdurft nicht zwischen den Regalen verrichten oder meinem Nachbarn das Essen aus dem Kühlschrank stehlen. Daher ist es nur konsequent, wenn z.B. 2,5 Tonnen schwere Privat-Autos einfach komplett verboten werden, die mit ihren Ausdünstungen in anderen Gegenden der Welt dafür sorgen, dass kein Regen mehr fällt, und auch der Fleischkonsum sollte so weit reglementiert werden, sodass eben kein Urwald dafür mehr abgeholzt wird, die Gülle nicht mehr unser Trinkwasser versaut, die Tiere nicht zu Milliarden unter übelsten Bedingungen vor sich hin vegetieren müssen, etc... Inlandsflüge gehören verboten, ebenso wie "Spaßflüge" in den Urlaub, Tempo 100 auf Autobahnen sollte Gesetz sein, u.s.w. – die Liste ist sehr lang...


    Ich frage mich, warum da überhaupt noch diskutiert wird?! :|


    Es ist völlig klar, dass all diese Dinge schädlich und existenziell gefährlich sind – zumindest für die ärmeren 95% der Menschen auf diesem Planeten, von zukünftigen Generationen und den anderen Wesen außer uns, der "Krone der Schöpfung" :sick:, gar nicht zu reden. Das muss alles verboten werden, eher heute als morgen. Aber die Geflechte aus Trägheit, Egoismus, Politik und Lobbyismus sind so verfilzt, dass sich da ohne eine deutliche Verschlechterung der Lebensbedingungen kaum etwas ändern wird.


    XR schafft viel Aufregung bei den Boomern, aber ich befürchte keinen wirklichen Wandel. Eher erzeugt XR Feindbilder statt Vorbilder und auf jeden Fall viele attraktive Headlines, die solchen widerlichen Formaten wie der BILD-Zeitung nur so reinlaufen.