Abwertung der Theravada Schule

  • Mittels textkritischer Methoden kommt es zur Auswahl. Da das aber keine exakte Wissenschaft ist, ist man nicht immer in Übereinstimmung.


    Eine Methode ist zum Beispiel der komparative Vergleich der verschiedenen Überlieferungstraditionen: Pali-Nikaya, chinesischen Agama, tibetische und gandharische Traditionen. Das prominenteste Beispiel ist vielleicht das Satipatthana-sutta, welches komparativ untersucht wurde von den Bhikkhus Analayo und Sujato. Beide sind unabhängig von einander zum gleichen Ergebnis gekommen.


    Sujato hat den so rekonstruierten Urtext Satipatthana-mula genannt. Hier meine Übersetzung:


    https://de.scribd.com/document/322087045/Satipatthana-mula

  • pamokkha:

    Mittels textkritischer Methoden kommt es zur Auswahl. Da das aber keine exakte Wissenschaft ist, ist man nicht immer in Übereinstimmung.


    Ja. Hängt einfach davon ab was man schon an Annahmen reinsteckt und welche Methoden man anwendet.


    pamokkha:

    Eine Methode ist zum Beispiel der komparative Vergleich der verschiedenen Überlieferungstraditionen: Pali-Nikaya, chinesischen Agama, tibetische und gandharische Traditionen. Das prominenteste Beispiel ist vielleicht das Satipatthana-sutta, welches komparativ untersucht wurde von den Bhikkhus Analayo und Sujato. Beide sind unabhängig von einander zum gleichen Ergebnis gekommen.


    Analayo und Sujato sind Theravada-Mönche. Du doch auch.


    pamokkha:

    Sujato hat den so rekonstruierten Urtext Satipatthana-mula genannt. Hier meine Übersetzung:
    https://de.scribd.com/document/322087045/Satipatthana-mula


    Kannst du mir mal die Sachen verlinken, wo beiden zum gleichem Ergebnis kommen und ihre Argumente darlegen? Welchen Urtext hast du übersetzt?

  • pamokkha:

    Mittels textkritischer Methoden kommt es zur Auswahl. Da das aber keine exakte Wissenschaft ist, ist man nicht immer in Übereinstimmung.


    Eine Methode ist zum Beispiel der komparative Vergleich der verschiedenen Überlieferungstraditionen: Pali-Nikaya, chinesischen Agama, tibetische und gandharische Traditionen. Das prominenteste Beispiel ist vielleicht das Satipatthana-sutta, welches komparativ untersucht wurde von den Bhikkhus Analayo und Sujato. Beide sind unabhängig von einander zum gleichen Ergebnis gekommen.


    Sujato hat den so rekonstruierten Urtext Satipatthana-mula genannt. Hier meine Übersetzung:


    https://de.scribd.com/document/322087045/Satipatthana-mula


    Und wo soll da nun ein relevanter Unterschied
    zu den Lehrreden des PK sein?

  • mkha':

    ... und gerade deshalb sollten sich Lehrer und Schüler der unterschiedlichen buddhistischen Traditionen im Hier und Jetzt bemühen, nicht immer wieder das zu wiederholen, was bereits als unzuträglich erkannt wurde.


    Oft nimmt man ja an, für das Ziel des gegenseitigen Respekt sei es förderlich einander möglichst gut zu verstehen und kennenzulernen. Was aber oft nicht stimmt, weil man in einer genauen Analyse gerade die Differenzen besonders hervorstechen. Legt man die Texte nebeneinander kommt man ganz leicht in Situationen, wo nicht beides gleichzeitig wahr sein kann: Entweder zog Jesus auf einem Esel in Jerusalem ein oder auf einem Maultier. Entweder Sariputta/Sariputra ist der "General der Lehre ausgerufen, der nur dem Buddha an Weisheit nachsteht" oder es hat ganz wichtige Lehren nicht erfasst.


    Der Wunsch nach Kohärenz und Konsistenz bringt einen dazu Widersprüche auflösen zu wollen und Wahres vom Falsches zu scheiden. Ist einem dieses Anliegen sehr wichtig, dann kann einen dazu bringen, das man denkt im Namen von Koharenz, Konsistenz und Wahrheit eine der beiden Seiten als ungenügend oder falsch abtun zu müssen - und so die nötige Klarheit zu schaffen. Das bringt ja automatisch eine Art von Abwertung mit sich.


    Während jemand für den Respekt und Wertschätzung gegenüber anderen Traditionen wichtiger ist, vermutlich sein eigene Wünsche nach Köhärenz, Konsistenz und Wahrheit zurückzufahren wird. Bevor er die Texte herabsetzt, wird er eher annehmen selber zu wenig oder falsch verstanden zu haben.


    Dein "nicht wiederholen" scheint mir in die Richtung so einer gütigen Ignoranz zu gehen, wo man über Trennendes wohlwollendes hinwegsieht. Habe ich dich da richtig verstanden?


    Beide Entscheidungen haben natürlich Vorteile und Nachteile. Für den einen führt genau eine falsch verstandene Toleranz gegenüber anderen Herangehensweisem zu einem Verfall der Lehre. Während für den anderen gegenseitige Wertschätzung wichtiger sind, als sachliche Fragen von richtig und falsch. Es kann wirklich schiwerig sein, das im Einzelfall abzuwägen.

  • Moosgarten:
    pamokkha:

    Sujato hat den so rekonstruierten Urtext Satipatthana-mula genannt. Hier meine Übersetzung:
    https://de.scribd.com/document/322087045/Satipatthana-mula


    Kannst du mir mal die Sachen verlinken, wo beiden zum gleichem Ergebnis kommen und ihre Argumente darlegen? Welchen Urtext hast du übersetzt?



    http://ocbs.org/wp-content/uploads/2015/09/authenticity.pdf

  • pamokkha:

    Es ist auch mehr ein abwertendes Reden über den Buddha selber. Spontan fallen mir das Vimalakirti-sutra und das Lotos-sutra ein. Der Buddha hat Sariputta/Sariputra als den General der Lehre ausgerufen, der nur dem Buddha an Weisheit nachsteht. In den obigen Mahayana-sutra wird er aber eher als ein armer Hanswurst charakterisiert. Diese Kritik an Sariputta als Repräsentant des Hinayana in den Augen des Mahayana, ist natürlich eine Kritik an der historischen Lehre des Buddha.


    Ob diese Charakterisierung der in Mahāyāna-Sutren geäußerten Kritik an Śāripūtra ("armer Hanswurst") zutreffend ist, ist eine Sache - ich zumindest sehe das nicht so. Eine ganz andere Sache ist es, ob eine Kritik an Śāripūtra schon "abwertendes Reden über den Buddha selber" ist, weil dieser der von Buddha eingesetzte Dhammasenāpati (Dharma-General) gewesen sein soll. Letzteres erinnert mich an gewisse Fundamentalisten, für die eine Kritik am Papst Häresie und Gotteslästerung ist, weil dieser schließlich von Jesus als Stellvertreter Gottes auf Erden eingesetzt sei. SCNR.


    De facto geht es natürlich nicht um eine Kritik an Buddhas Lehre, sondern um Kritik an einer speziellen Auslegung der Lehre - eine Abhidharma-Richtung, die speziell mit Śāripūtra in Verbindung gebracht wurde. Zur Erinnerung - nicht einmal beinharte Theravadin behaupten, der Abhidhamma sei buddhavacana ('Wort Buddhas'). Śāripūtra gilt als einer der Begründer des Abhidharma, was allerdings in der Theravada-Schule nach meinem Eindruck eher ein Lippenbekenntnis ist, da deren Abhidhamma keine Werke Śāripūtras (oder ihm zugeschriebene) enthält - insbesondere nicht das Śāripūtrābhidharmaśāstra, das lediglich in einer chinesischen Übersetzung aus dem Sanskrit (She li fo e pi tan lun, T.1548) erhalten ist. Dieser Text war zentral in den Abhidharmas verschiedener Schulen, die der Sthaviriya-Linie zuzurechnen sind, insbesondere dem der Dharmaguptaka (die neben Śāripūtra auch Maudgalyāyana (Pali: Moggallāna) als Begründer ihrer Abhidharma-Tradition benannten) und (Kumārajīva zufolge) auch der Vātsīputrīya. Ergänzend sei noch Mahākātyāyana (Pali: Mahākaccāna) als einer der (legendären) Begründer abhidharmischer Traditionslinien genannt. Mit Theravada hat das alles lediglich insofern etwas zu tun, als die genannten Abhidharma-Traditionen zu Schulen der Sthaviriya-Linie gehören und (fundamentalistische) Theravadin glauben, sie selbst seien die ursprünglichen und 'echten' Sthavira - und alle anderen seither entstandenen Auslegungstraditionen des Buddhadharma (und da gibt es etliche allein schon an nichtmahayanischen) Abweichler, Häretiker und Ketzer. Das wiederum könnte man ebenfalls als eine "Abwertung" anderer Schulen auffassen. Wie sich die Theravadin nun tatsächlich aus den Sthavira entwickelten, ist wissenschaftlich - also jenseits der Legendenbildung - nicht geklärt.


    Das ist natürlich auch der Hauptgrund dafür, dass viele Theravadin meinen, die historische mahayanische Kritik am 'Hinayana' sei gegen sie gerichtet - während die, die diese Kritik formuliert hatten, wohl in den seltensten Fällen jemals Kontakt mit Theravadin hatten. Dafür mit Vertretern der bereits genannten Sthaviriya-Schulen sowie einigen mehr, insbesondere den Sarvāstivādin. Deren Abhidharma wiederum von Vasubandhu in einem Kompendium namens Abhidharmakośabhāṣyam zusammengefasst und systematisiert wurde, das in Ostasien und auch Tibet zur Hauptquelle des Abhidharma-Studiums wurde. Auf dieser Grundlage entwickelte sich in China eine eigenständige 'Hinayana'-Schule (nicht als einzige, aber wichtigste), als deren Begründer Xuanzang (der das Abhidharmakośabhāṣyam ins Chinesische übersetzte) galt und die dann auch als Kusha-shū nach Japan übertragen wurde. Das ist z.B. das 'Hinayana', auf das Dōgen sich vor allem bezieht. Auch im tibetischen Buddhismus scheint es mir so zu sein, dass die Hinayana-Sichtweise, die dort (so wurde mir gesagt) als untere Stufe der jeweiligen Lehrsysteme gilt, sich vor allem auf das Abhidharmakośabhāṣyam bezieht. Also auch hier: mit Theravada hat das zunächst einmal allenfalls sehr indirekt etwas zu tun.


    Disclaimer: wenn ich den Ausdruck 'Hinayana' benutze, dann als eingeführte Gattungsbezeichnung in der Indologie - also für eine Gruppe historischer (d.h. nicht mehr existenter) buddhistischer Schulen, als deren Gemeinsamkeit sich nicht viel mehr feststellen lässt, als dass sie nicht dem Mahāyāna zugeordnet werden können. Wobei auch diese Abgrenzung z.B. bei den späten Mahāsāṅghika (deren Kanon dann auch einen Bodhisattvapitaka enthielt) nicht eindeutig, sondern fließend ist.


    Ansonsten: "Abwertung" ist etwas anderes als Kritik. Aber wer seine persönlichen Auffassungen (oder die Lehren seiner Richtung) für über jede Kritik erhaben hält, der kann wohl nicht anders, als diesen gar nicht so feinen Unterschied zu übersehen ...


    ()

  • Moosgarten:

    Es geht darum: Sich zuerst zu retten ohne auf die anderen zu achten. Das ist egoistisch.


    Kann sein das es als egoistisch gesehen wird.
    In sofern hingt das Beispiel.
    In der Lehre des Buddha gilt das aber nicht
    als egoistisch mit Hinsicht auf die Befreiung vom Leiden.
    Da heißt es, das es das Beste für alle ist, sich
    um das eigene Heil zu bemühen. Wie auch im Dhammapada 166:

    Zitat

    Das eigne Heil gib nimmer auf
    Um fremden, noch so großen Heils;
    Hast du das eigne Heil erkannt,
    Gedenke eifrig deiner selbst.

  • Hallo pamokkha, hallo Void,


    ich lasse das jetzt mal so stehen, … besser wird´s nicht.


    Zitat

    mkha' hat geschrieben:
    ... und gerade deshalb sollten sich Lehrer und Schüler der unterschiedlichen buddhistischen Traditionen im Hier und Jetzt bemühen, nicht immer wieder das zu wiederholen, was bereits als unzuträglich erkannt wurde. ...
    pamokkha fragte: Was meinst du hier genau, und wie würdest du das angehen?


    Void schrieb:
    Oft nimmt man ja an, … usw.


    Pamokkha, sorry, ich brauchte ein wenig Bedenkzeit, um das, was mir meine Lehrer mit auf den Weg gaben, in einer knappen (hoffentlich) verständlichen Aussage darzulegen. … Vielleicht aber sollte ich meine Antwort eher aufschreiben und gut verstecken, bis sie einem achtsamen „gter ton“ in die Hände fällt, wenn die Zeit reif ist. :mrgreen::wink: 

    Lieber Void, auch Du weißt: um eindeutig bestehende Differenzen aufzuzeigen, bedarf es keiner genauen Analyse, … dass dies so ist, „sieht ein Blinder mit dem Krückstock“.

    Zitat

    Legt man die Texte nebeneinander kommt man ganz leicht in Situationen, wo nicht beides gleichzeitig wahr sein kann …


    ( :) ): ... schade eigentlich, nicht wahr? Die Menschen sind nichts Anderes gewohnt, als dieses Entweder-oder, und das, obwohl das „Gate-gate-pāragate-pārasamgate-bodhi-svāhā“ zumindest einigen etwas sagen sollte, … :wink: 


    Nun, Ziel des gegenseitigen Respekts und der gegenseitigen Akzeptanz könnte es sein, auch die Lehren der anderen Traditionen zu studieren, darüber zu meditieren – und, (ohne ja aber), einfach mal so stehen zu lassen. … (Cave! Ich sagte nur "könnte", ... nicht aber, dass ich dies derzeit generell für möglich hielte!)


    Das hat nichts mit einer

    Zitat

    „gütigen Ignoranz“, bei der „man über Trennendes wohlwollendes hinwegsieht“,


    zu tun, (einer Geisteshaltung, die durchaus als spiritueller Hochmut und/oder unterschwellige Überheblichkeit verstanden werden könnte), sondern mit einem – (einige Anforderungen ans geistige Potential stellenden) – offenen Geist, einem Geist, der bereit ist, nicht nur religiöse Schriften zu berücksichtigen, sondern den gesamten relevanten Kontext zu beachten, …. Historisches, Kulturelles etc.

    Der Studierende wird miterleben, was sich bis zum Entstehen der heute bekannten Traditionen ereignete, welche Äste der Bhodibaum bekam, welche Zweige sich an welchem Ast bildeten, welche nach Norden, welche nach Süden wiesen, und weshalb …


    Er wird zur Kenntnis nehmen, in wie weit Menschen harmonierten, die entschlossen waren, zum Fortbestehen der Lehre beizutragen, wird schlussfolgern, dass es auch in alten Zeiten menschelte, und dass sich weder in Jahrzehnten, noch Jahrhunderten oder Jahrtausenden viel geändert hat.
    ...
     
    Welche Wege der Verbreitung der Dharma, dargelegt in verschiedenen Sprachen, nahm, welche Texte aus welchen Gründen in welche Gegend gelangten, weshalb manche Texte überhaupt nicht in einige Gebiete gelangten, … all dies wird klarer ersichtlich und verständlicher werden, ...


    … und einiges wird – rein sachlich gesehen - schlicht und ergreifend zu fressen sein, … zunächst z.B., dass (historisch kodierte) alte Texte logischerweise näher an der Quelle des Ursprünglichen angesiedelt sein dürften, aber auch, dass sie keineswegs nachweislich O-Ton sein müssen – auch, wenn die damalige Kunst des Memorierens als unübertroffen in die Annalen eingehen dürfte.
     
    (Das ist nicht nur bei buddhistische Abhandlungen so, sondern trifft auf viele Texte zu, deren Inhalt so, wie niedergelegt, auf den Darlegungen eines längst Verstorbenen (oder aber fraglich historischen, eher legendären, etc. Person) beruhen sollen.)


    Ob einige Traditionen das, was zeitlich nach den uralten Schriften, zeitgleich mit ihrer Niederlegung, oder aber sehr viel später dargelegt wurde, als Resultat des zweiten, und dritten Drehen des Rades Lehre durch Buddha bezeichnen, und ob sie Schriften der Kommentatoren zur kanonischen Literatur zählen, dürfte für diejenigen, die die alten Lehren Buddhas studieren und befolgen, ebenso wenig irritierend sein, wie die Tatsache, dass die Kuschanen in Gandhāra (im 1. Jh. n. Chr.) ihre Münzen mit Darstellungen des Buddha in menschlicher Gestalt verzierten, (bis dato auch eine Unmöglichkeit), … All dies ist Samsara, … der Buddha erklärte nicht umsonst, wie damit umzugehen ist, ...


    … und für Anhängern des Maha-oder Vajrayana dürfte durch simples Umsetzen der Inhalte ihrer Lehren eigentlich ebenfalls kaum relevant sein, als was andere Traditionen ihre Lehrinhalte bezeichnen.


    Es wird viel zu oft vergessen, dass das gemeinsames Ziel der Lehre die Erleuchtung ist – ob nun stufenweise, per Spontanerkenntnis, oder wie auch immer …


    Ein Verfall der Lehren ist (zurzeit) nicht zu befürchten, das könnte eher die Umgangsformen der Mitglieder der Traditionen betreffen, … aber auch das ist, wie man den Überlieferungen entnehmen kann, nichts Neues.


    LG mkha´

  • Morpho:
    Moosgarten:

    Es geht darum: Sich zuerst zu retten ohne auf die anderen zu achten. Das ist egoistisch.


    accinca:"Da heißt es, das es das Beste für alle ist, sich um das eigene Heil zu bemühen. Wie auch im Dhammapada 166:"

    Morpho:

    Das muss sich nicht widersprechen.


    Richtig, das sehe ich auch so.

  • Hier entsteht der Eindruck, der Abhidhamma wäre eine eigene Tradition, die mit dem Buddhismus nur am Rande etwas zu tun hätte und wenn doch, dann nur als lästiger Anhang.


    Der Theravada pflegt den Abhidhamma deshalb, weil er mit dem PK alleine die Lehre der breiten Masse wegen ihrer Vielschichtigkeit kaum oder nur schwerlich vermitteln kann.


    Andere Traditionen haben sich dagegen schon längst ihre eigenen Geschichten, Sagen und Legenden als freischwingende Begleitmusik der „buddh. Religion“ zusammengebastelt; denen ist dann der Abhidhamma ein permanenter Dorn im Auge.

  • hedin02:

    Der Theravada pflegt den Abhidhamma deshalb, weil er mit dem PK alleine die Lehre der breiten Masse wegen ihrer Vielschichtigkeit kaum oder nur schwerlich vermitteln kann.


    Wer hat das denn behauptet. Da glaube ich kein Wort von.
    Im übrigen die Lehrreden des Buddha haben sehr wohl die
    Fähigkeit den Dhamma zu vermitteln. Der wahre Abidhamma
    ist der höhere (abhi) Teil der Lehre, also der Teil der sich
    sowieso den meisten Menschen nicht erschließt. Siehe dazu D 1

  • accinca:
    Moosgarten:

    Es geht darum: Sich zuerst zu retten ohne auf die anderen zu achten. Das ist egoistisch.


    Kann sein das es als egoistisch gesehen wird.
    In sofern hingt das Beispiel.
    In der Lehre des Buddha gilt das aber nicht
    als egoistisch mit Hinsicht auf die Befreiung vom Leiden.


    Der Punkt ist der, dass man niemanden helfen kann, wenn man sich nicht erst vorher selbst hat helfen können. Das sagt nicht nur Buddha, sondern auch jeder heutige Psycho-Therapeut. Von außen kann keine Hilfe kommen. Von dort zieht man sich nur Reize rein, die Gier und Anhaftung auslösen und wiederum keine Hilfe sind.


    Einer Verwandten von mir ist der Mann relativ früh gestorben. Eine Frau aus der Gemeinde lud sie sich zu Hause ein, weil ihr Mann auch früh gestorben war. Meine Verwandte meinte sie würde ihr erzählen wie sie damit klargekommen sei um ihr zu helfen. Was aber passierte war, dass diese Frau meiner Verwandten nun vom frühen Tod ihres Mannes vorjammerte. Meine Verwandte musste darauf neben dem Tod ihres Mannes auch noch die Todesgeschichte des Mannes der anderen Frau aushalten. Helfen wollen und helfen können sind also zwei verschiedene Dinge. Ob man helfen kann oder nicht, hängt nicht davon ab, ob man so eine Bodhisattva-Geschichte für nett und nostalgisch hält. Es hängt davon ab, ob man sich zuerst selbst helfen kann. Erst dann hat man keinen Drang mehr jemand anderem was vorzujammern. Deswegen betont das Theravada die eigene Befreiung.


    Das bedeutet nicht, dass man sich nicht um andere kümmern kann und nur mit sich selbst beschäftigt ist. In verschiedenen Theravada-Ländern, in denen der Staat nicht gut für die Schulbildung sorgt, betreiben Theravada-Mönche Schulen für die Kinder. Von Burma weiß ich, dass es so ist aus einem Dokumentarfilm.

    Die Dinge entstehen, existieren und vergehen. Das ist normal. Ajaan Tippakorn

  • Hallo hedin02.


    Zitat

    Du schreibst:


    1.) Hier entsteht der Eindruck, der Abhidhamma wäre eine eigene Tradition, die mit dem Buddhismus nur am Rande etwas zu tun hätte und wenn doch, dann nur als lästiger Anhang.


    An welcher Stelle, weshalb und durch wen geschieht dies?


    Zitat

    2.) Der Theravada pflegt den Abhidhamma deshalb, weil er mit dem PK alleine die Lehre der breiten Masse wegen ihrer Vielschichtigkeit kaum oder nur schwerlich vermitteln kann.


    Ich nehme doch an, dass Du weißt schon etwas genauer Bescheid, oder? ... http://www.palikanon.com/namen/am/abhidhamma_pitaka.htm


    Zitat

    3.) Andere Traditionen haben sich dagegen schon längst ihre eigenen Geschichten, Sagen und Legenden als freischwingende Begleitmusik der „buddh. Religion“ zusammengebastelt; denen ist dann der Abhidhamma ein permanenter Dorn im Auge.


    Da ich davon ausgehe, dass Du lediglich vergessen hast, Quellenangaben einzustellen, mit denen Deine Aussagen fundiert zu belegen sind, bitte ich Dich, das nachzuholen, damit wir auf der Basis überprüfbarer Fakten weiter diskutieren können.


    LG mkha´

  • accinca:

    Wer hat das denn behauptet. Da glaube ich kein Wort von.
    Im übrigen die Lehrreden des Buddha haben sehr wohl die
    Fähigkeit den Dhamma zu vermitteln. Der wahre Abidhamma
    ist der höhere (abhi) Teil der Lehre, also der Teil der sich
    sowieso den meisten Menschen nicht erschließt. Siehe dazu D 1


    Noch ein Abhidhamma Nichtversteher..............


    Ich rede nicht von etwas, das sowieso niemand verstehen kann, sondern gerade im Gegenteil, von dem Abhidhamma, der die schwer verständliche buddh. Philosophie leichter zugänglich macht.
    Ich rede von dem Abhidhamma, der die buddh. Lehre systematisiert, analysiert, ordnet und auf dieser Basis alle geistig und körperlich-materiellen Prozesse verständlich und nachvollziehbar erklärt.
     
    Ich rede aber nicht von den sonderbaren Geschichten, die es in einer speziellen Unter-Abteilung des Umfangreichen Kompendiums des Abhidhamma gibt; auch nicht von einem anderen Zeitalter, das in billionen von Äonen mal entstehen wird.


    PS: Wie gut es mit den pädagogischen Fähigkeiten der Sutten Literatur bestellt ist, kann man hier zur Genüge nachlesen.

  • mkha':

    Hallo hedin02.

    Zitat

    Du schreibst:
    1.) Hier entsteht der Eindruck, der Abhidhamma wäre eine eigene Tradition, die mit dem Buddhismus nur am Rande etwas zu tun hätte und wenn doch, dann nur als lästiger Anhang.


    An welcher Stelle, weshalb und durch wen geschieht dies?

    Zitat

    2.) Der Theravada pflegt den Abhidhamma deshalb, weil er mit dem PK alleine die Lehre der breiten Masse wegen ihrer Vielschichtigkeit kaum oder nur schwerlich vermitteln kann.


    Ich nehme doch an, dass Du weißt schon etwas genauer Bescheid, oder? ... http://www.palikanon.com/namen/am/abhidhamma_pitaka.htm

    Zitat

    3.) Andere Traditionen haben sich dagegen schon längst ihre eigenen Geschichten, Sagen und Legenden als freischwingende Begleitmusik der „buddh. Religion“ zusammengebastelt; denen ist dann der Abhidhamma ein permanenter Dorn im Auge.


    Da ich davon ausgehe, dass Du lediglich vergessen hast, Quellenangaben einzustellen, mit denen Deine Aussagen fundiert zu belegen sind, bitte ich Dich, das nachzuholen, damit wir auf der Basis überprüfbarer Fakten weiter diskutieren können.
    LG mkha´


    Hab ja geschrieben, dass dies mein Eindruck ist......
    üblichcherweise zitiere ich meine eigene Meinung nicht.

  • hedin02:

    Noch ein Abhidhamma Nichtversteher..............


    Wer? Wo? Was will der "Künsterler" uns damit sagen? :)
    "abhi" nur ein Name ohne Sinn?


    hedin02:


    Ich rede nicht von etwas, das sowieso niemand verstehen kann, sondern gerade im Gegenteil, von dem Abhidhamma, der die schwer verständliche buddh. Philosophie leichter zugänglich macht.
    Ich rede von dem Abhidhamma, der die buddh. Lehre systematisiert, analysiert, ordnet und auf dieser Basis alle geistig und körperlich-materiellen Prozesse verständlich und nachvollziehbar erklärt.


    Also der Abhidhamma der sich nur so nennt aber nur
    in intellektuellen Aussagen besteht.
    Das ist der Abhidhamma der, nicht nur nach meiner Meinung,
    der Abhidhamma ist, der genau nicht dazu in der Lage ist
    die Lehre verständlich darzulegen im sinne der Lehre wie
    sie der Buddha lehrte.


    Der Abhidhamma wie er in den Lehrtexten benannt und bezeichnet
    wird kann sowieso erst durch die in den Lehrreden genannte Übungen
    verstanden und zugänglich werden.

    Zitat

    Voraussetzung für den Abhi-dhamma
    ist also der ganz normale Dhamma.


    Auf "abhi" braucht man sich da gar nichts einzubilden oder auf
    den "Dhamma" herab zu sehen als seien dort geistige und
    körperliche Prozesse "nicht verständlich und nachvollziehbar erklärt".
    So eine Ansicht ist nichts als grober Unfug. Die sollten lieber
    die Lehrreden richtig lesen lernen.