Nicht-Ich und Wiedergeburt

There are 568 replies in this Thread. The last Post () by kesakambalo.

  • In einer (mit sich selbst verbundenen) Menge unendlicher Ereignisse ist es wahnhaft, einen Anfang für ein spezifisches Ereignis in einem oder mehreren Ereignissen dieser unendlichen Menge zu sehen.

    Das mag sicher so sein aber das ist nicht der Punkt sondern der es kann

    dieses "spezifische Ereignis" auch gar nicht geben.

  • Ich würde sagen: nicht ohne Bedingung. Ich sehe im Begriff "Ursache" nach diesem Thread jetzt schon ein Problem.




    :earth:

    Bei einem Zweifelsüchtigen bleibt das nicht aus.

    -1) Es ist nur Sein, keine Ursache, keine Wirkung, alles eine Zeit ohne Zeiten.

    1) Alle Dinge sind in gegenseitiger Abhängigkeit bedingt durch Bedingungen, die bedingt sind entstehend.

    2) Das ist nicht Mein, das ist nicht mein Ich, das ist nicht mein Selbst, das ist nicht mein Nirwana.

    3) Sinnsuche ist Sinngeben. Sinngeben ist Meinung. Meinung ist Leiden.

  • Den "Urgrund" des Daseins hatte der Buddha klar benannt mit den NichtWissen.

    Nach dem Prinzip von Ursache und Wirkung müsste dem Nicht-Wissen als „Urgrund“, wiederum eine Ursache zu Grunde liegen, usw.. Demnach kann es keinen kausalen Anfang (Wiedergeburt) geben.

    Der Urgrund, der als außerirdische Erkenntnis Urheber von Ursachen sein soll, also die unendliche Kausalität abschneidet, wird Gott zugeschrieben, der per se die Ursache aller Ursachen sei.

  • Ich würde sagen: nicht ohne Bedingung. Ich sehe im Begriff "Ursache" nach diesem Thread jetzt schon ein Problem.

    Bedingung ist im Prinzip nur ein anderes Wort.

    Ur·sa·che

    etwas, was einen Vorgang, eine Erscheinung oder

    einen Zustand bewirkt und veranlasst, bedingt bzw. verursacht.


    Manche Dinge sind einfach nur eine Sache der Formulierung.

    Z.B. Kann man sagen:

    Das Dasein bedingt das Dasein ist auf alle fälle ein richtiger Satz

    wie immer man ihn auch dreht und wendet.

    Edited once, last by accinca ().

  • Für mich ist das seit gestern und heute früh im Prinzip eindeutig nicht nur ein anderes Wort, sondern eine andere Bedeutung.


    Die Entstehung des (bestimmten) Gefühls wird durch (bestimmtes) Bewusstsein nicht bewirkt, sondern "nur" bedingt.


    Aber ich stimme dir klar zu: ist dieses, ist auch jenes. Da habe ich auch mit Hilfe deiner Zeilen über meine "wagemutige"/spekulationsneigende Formulierung "anfanglose Ursache" nachgedacht und gemerkt, dass die so nicht geht.


    Entstehen und Vergehen/sich verändern tun die Dinge eh. (Das muss nicht erst verursacht erwirkt/in seinem So sein bewirkt werden) Die Frage ist, wie die entstehen, in welcher Anhängigkeit. Welche Bedingungen spezifischer Entstehung oder Veränderung/Vergehung zugrundelagen oder liegen.


    Es gibt keine letzte Ursache NichtWissen aber eine letzte Bedingung.


    Ist diese Bedingung zerstört, ist da kein durch Begehren oder Bewusstsein oder Gefühl oder unbewusste Gestaltungen bedingtes Wahrnehmen mehr.




    :earth:



    Das Wort "Ursache" kommt mir gerade vor wie die Vorstellung eines (aus sich heraus wirkendenden) Anfangs.

    Edited 3 times, last by Vedana ().

  • Oder man findet so einen Anfang in einem Urknall.


    Zitat

    Als Urknall wird in der Kosmologie der Beginn des Universums, also der Anfangspunkt der Entstehung von Materie, Raum und Zeit bezeichnet. Nach dem kosmologischen Standardmodell (Lambda-CDM-Modell) ereignete sich der Urknall vor etwa 13,8 Milliarden Jahren. Urknalltheorien beschreiben nicht den Urknall selbst, sondern das frühe Universum in seiner zeitlichen Entwicklung nach dem Urknall.


    „Urknall“ bezeichnet keine Explosion in einem bestehenden Raum, sondern die gemeinsame Entstehung von Materie, Raum und Zeit aus einer ursprünglichen Singularität. Diese ergibt sich formal, indem man die Entwicklung des expandierenden Universums zeitlich rückwärts bis zu dem Punkt betrachtet, an dem die Materie- und Energiedichte unendlich wird. Demnach muss noch kurz nach dem Urknall die Dichte des Universums die Planck-Dichteübertroffen haben. In diesem Zustand gilt die Allgemeine Relativitätstheorie nicht; er ließe sich allenfalls durch eine noch unbekannte Theorie der Quantengravitation beschreiben. Daher gibt es in der heutigen Physik keine allgemein akzeptierte Theorie für das sehr frühe Universum und den Urknall selbst.

    Urknall – Wikipedia




    :earth:

  • Es ist schön für mich zu hören, dass jemand anderes das so sicher sagt wie es mir auch vorkommt. Da sträubt sich in mir drin richtiggehend was, bei solchen absoluten AnfangsVorstellungen. Dass ein Universum mal entsteht und dann wieder vergeht, das kann gut sein. Aber einen absoluten Anfang? Oder ein ursacheloses Universum. Was selbst überhaupt Bedingung für Raum und damit auch Bewusstsein sein soll?


    Obwohl man den Physikern und auch denen, die aus der eigenen Wissenschaft eine Metaphysik bauen, nicht unterstellen kann, dass sie ideologisch wären, wie manche Anhänger anderer AnfangsIdeen.


    Es sind da richtig kluge Leute in der Physik, die Ansichten auch zurückziehen können, wenn festgestellt wird, dass da ein Widerspruch ist. Und so Leute wie Prof. Dr. Anton Zeilinger, von denen könnte die Welt gut mehr gebrauchen. So kommts mir vor.




    :earth:

  • Es sind da richtig kluge Leute in der Physik, die Ansichten auch zurückziehen können, wenn festgestellt wird, dass da ein Widerspruch ist. Und so Leute wie Prof. Dr. Anton Zeilinger, von denen könnte die Welt gut mehr gebrauchen. So kommts mir vor.

    Ich bin schon gespannt wenn sie ihre Ansichten zum schweren CO2 ändern und auf die

    Forschungsgelder verzichten werden. Da wird man sicher lange warten können.

  • Den "Urgrund" des Daseins hatte der Buddha klar benannt mit den NichtWissen.

    Nach dem Prinzip von Ursache und Wirkung müsste dem Nicht-Wissen als „Urgrund“, wiederum eine Ursache zu Grunde liegen, usw.. Demnach kann es keinen kausalen Anfang (Wiedergeburt) geben.

    Der Urgrund, der als außerirdische Erkenntnis Urheber von Ursachen sein soll, also die unendliche Kausalität abschneidet, wird Gott zugeschrieben, der per se die Ursache aller Ursachen sei.

    Das gefällt mir am Buddhismus halt schon ziemlich gut. Statt sich auf die ewige Debatte Schöpfer oder kein Schöpfer einzulassen,sagt er einfach die Dinge entstehen und vergehen seit anfangsloser Zeit. Das ist eine Antwort mit der man gut leben kann, und sie läßt auch genug Spielraum zu,

    um mit den wissenschaftlichen Erkenntnissen nicht in Konflikt zu geraten.

    Mit dem Gottbegriff ist es aber schon etwas heikel.Ob man das mystischen Urprinzip nun Geist ,DAO oder Gott nennt ist zwar im Grunde genommen auch nur eine intelektuelle Debatte, wenn ein Theist aber auf einen Schöpfergott besteht, kann man ihm diesen Glauben zwar aus buddhistischer Sicht lassen, fairer wiese sollte man aber dazusagen ,das Buddha nichts von einem Schöpfergott gelehrt hat.


    _()_

    :rainbow:     :vajra::tee:

  • die buddhistische Kosmologie ist schon nett zu lesen …. doch was sagte der Erhabene ? Er habe nichts ausser was gelehrt ???

    Ah ja .. richtig … das dukkha, seine Entstehung und seine Vernichtung … leider nicht wissenschaftlich nachweisbar … oder ?


    _()_

    Wenn im dürren Baum der Drache Dir singt
    siehst wahrhaft Du den WEG.
    Wenn im Totenkopf keine Sinne mehr sind
    wird erst das Auge klar.


    jianwang 健忘 = sich [selbst] vergessend

  • Es ist empirisch unendlichfach bestätigt, dass jede Ursache oder Bedingung ebenfalls einer Ursache oder Bedingung unterliegt.


    Im Sinne des Wissens ist BuddhaLehre schon bestätigbar und prüfbar. Dazu müsste man den Begriff "Wissen" aber auch ernst nehmen. Hier ist etwas, was mit Bewusstsein und einer Wahrnehmung zu tun hat. Und nicht mit Theorien.


    Das Abendland ist gewissermassen blöd. Denkt aber leider es wäre besonders klug oder im Sinne des Wissens fortgeschritten.




    :earth:

  • ...wenn ein Theist aber auf einen Schöpfergott besteht, kann man ihm

    diesen Glauben zwar aus buddhistischer Sicht lassen, fairer wiese sollte

    man aber dazu sagen ,das Buddha nichts von einem Schöpfergott gelehrt hat.

    Nicht einmal was von so einer absoluten Schöpfung geschweige

    einem solchen SchöpferGott.

    Und aus buddhistischer Sicht kann man diesen Glauben nur so lassen wie

    man auch andere falsche Ansichten eben lassen kann. Ich würde dazu aber

    trotzdem nicht sagen man könnte falsche Ansichten aus buddhistische Sicht lassen.

  • Hi accinca,


    inhaltlich hast du vollkommen recht, aber ich komme mit der heiligen drei Einigkeit halt schon viel besser zurecht ,wie mit einem monolithen allmächtigen Gott. Und es gibt ja auch Christen,die es mit dem personifizierten Gott eh nicht so genau nehmen , und ob man nun Gott oder Geist sagt ist für mich dann gar kein so großer Unterschied mehr.

    Ist hier aber sicher der falsche Thread um diesen Gedanken zu vertiefen.


    Hier geht um den Bewußtseinsstrom, und das ist ganz sicher etwas anderes wie die Vorstellung von einer unsterblichen Seele.


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    :rainbow:     :vajra::tee:

  • Hier geht um den Bewußtseinsstrom, und das ist ganz sicher etwas anderes wie die Vorstellung von einer unsterblichen Seele.

    Ich mag nur kurz anmerken, dass das "Modell" des Bewusstseinsstroms nicht von allen (Theravadin) vertreten wird. Je nachdem wie man zum Abhidhamma steht... Das ist aber evtl. auch OT.

  • Und es gibt ja auch Christen,die es mit dem personifizierten Gott eh nicht so genau nehmen , und ob man nun Gott oder Geist sagt ist für mich dann gar kein so großer Unterschied mehr.


    Mir kam es auch schon ein paar Mal so vor, als würde man "im Christentum" manchmal von einem allgemeinen atman reden, von dem man selbst nicht getrennt wäre. Aber ich wäre an der Stelle vorsichtig mit (Über-)Interpretationen.





    :earth:

  • Hier geht um den Bewußtseinsstrom, und das ist ganz sicher etwas anderes wie die Vorstellung von einer unsterblichen Seele.

    Ich mag nur kurz anmerken, dass das "Modell" des Bewusstseinsstroms nicht von allen (Theravadin) vertreten wird. Je nachdem wie man zum Abhidhamma steht... Das ist aber evtl. auch OT.

    Ich finde das "Modell" mit dem Bewußtseinsstrom aber ganz hilfreich. Paßt auch zum Thema .Und hat auch nix mit Politik zu tun jedenfalls fast nix.;)


    Für mich erklärt diesen Modell jedenfalls gut , warum sich Menschen an ihre früheren Existenzen erinnern können,aber es läßt auch genug Luft um nicht zu feste Vorstellungen davon zu entwicklen ,wie das Bewußtsein von einer Existenz zur nächsten wandert.


    _()_

    :rainbow:     :vajra::tee:

  • Das Bewuststsein wandert aber nicht von einer Existenz zur nächsten. Es entsteht und vergeht wieder. Zum Beispiel das Bewusstsein um den Geschmack einer Speise.


    Wenn man mit Bewusstsein den Daseinsdurst oder einen "Bewusstseinsstrom" meint, welchen Begriff benutzt man dann für ein gegenwärtiges Bewusstsein?




    :earth:

  • Ich finde das "Modell" mit dem Bewußtseinsstrom aber ganz hilfreich. Paßt auch zum Thema .Und hat auch nix mit Politik zu tun jedenfalls fast nix.;)


    Für mich erklärt diesen Modell jedenfalls gut , warum sich Menschen an ihre früheren Existenzen erinnern können,aber es läßt auch genug Luft um nicht zu feste Vorstellungen davon zu entwicklen ,wie das Bewußtsein von einer Existenz zur nächsten wandert.


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    Ich glaube du bist auch eine andere Richtung. Das ist aber auch nicht relevant. Ich wollte das nur anmerken, weil der Bewusstseinsstrom oft als gegeben gesehen wird und Konsens ist, also auch innerhalb des Theravada. Es stört mich nicht, dass es für andere nützlich ist und wollte das nur ergänzen, weil es auch Adepten gibt für die der Vorgang nicht so ist, aber man liest sie kaum. Das Konzept der Ethik (usw.) ist für mich auch ohne Bewusstseinsstrom lückenlos. Also wenn ich mich zB. asi verhalte, dann macht das i.d.R. was, auch wenn dort kein (individuelles) Bewusstsein wandert.


    Die Sache mit dem Erinnern und der Reinkarnation ist eine sehr umfangsreiche Diskussion...

    rebirth.pdf

    Edited 2 times, last by Spock ().