"Alle Dinge sind Nicht-Selbst." - Was ist dann Selbst ?

There are 432 replies in this Thread. The last Post () by Rudolf.

  • Anatta ist eine Eigenschaft die jedem Ding zu eigen ist. Ein Ding muss ja erstmal als Ding wahrgenommen werden...

    In dem Text zu den Daseinsmerkmalen heißt es

    "daß alle Dinge ohne ein Selbst sind" und in der Erläuterung steht, daß der Palitext dazu "sabbe dhammā anattā" ist.


    Es geht also nicht um Konzepte von Dingen sondern um dhammā - also die elementaren "Daseinsfaktoren" aus denen alle Erfahrungen bestehen.


    Aber da gibt es ja die Frage, ob die dhammas um die es da geht, rein phänomenologische gesehen werden sollen ( also als elementare wahrnehmbare Phänomene) oder ob objektive Dinge jenseits der Wahrnehmung auch unter Dhammā fallen. Es gibt die sehr verbreitete Sicht, dass "materielle Dinge" unter rūpa fallen.


    Daneben gibt es auch die Sicht, dass Buddha nur über phänomenologische Ebene sprach - weil das die Ebene ist auf der Leid entsteht - und sich nicht für die Feststellung objektiver Tatsachen und Dinge interessierte, weil diese weder mit dem Entstehen des Leidens noch mit dessen Überwindung etwas zu tun haben. ( und von daher unter den Bereich der Spekulativ fallen würden, weil man über etwas spricht, was phänomenologische nicht zugänglich ist)


    Letzteres kann ich - wenn es um Dinge wie Steine oder Berge geht nachvollziehen. Aber wenn das "Selbst" aus dem Bereich des Phänämologischen in den Bereich des Objektiven gerät - über den Buddha keinen Aussagen macht, dann ist die Wissenschaft - als Spezialist für Fragen über "existierende Dinge" dazu zuständig.


    Und von der Wissenschaft her ist eine objektiv existierendes Selbst etwas was als Hypothese nicht ernstgenommen wird. Im Bezug auf ein Selbst kenne ich keinen seriösen Wissenschaftler der die Existenz eines objektiven, dinghaften Selbstes behauptet. In der Wissenschaft ist ein Selbst meist ein psychischer Funktionszusammenhang was für viele wissenschaftliche Anliegen ja vernünftig definierbar ist ( und im Buddhismus eher dem real existierenden Prozess des Angaftens an einem Selbst entspricht)

    Man müsste wirklich weit in den amerikanischen Wüste exotische Kreationisten suchen gehen, um wissenschaftliche Anhänger objektiver Selbst zu finden.


    Bertrand Russel hatte immer wieder mit religiösen Anhängern zu tun, die argumentierten, dass man einen allmächtigen Gott ja nicht ausschließen kann - und sich auf ein Unentschieden einigen wollten . Dies verleitete Russel zum dem Gleichnis von der Teekanne.


    Russell beschrieb dort eine hypothetische Teekanne, die im Weltraum zwischen Erde und Mars um die Sonne kreise und so klein sei, dass sie mit Teleskopen nicht gefunden werden könne. Falls er ohne weitere Beweise behaupten würde, dass eine solche Teekanne existiere, könne man nicht erwarten, dass ihm jemand glaubt, bloß weil es unmöglich sei, das Gegenteil zu beweisen.

    Von daher würde ich das mysteriöse Selbst zwischen Marsteekanne und Hasenhorn ei ordnen.

  • Es geht also nicht um Konzepte von Dingen sondern um dhammā - also die elementaren "Daseinsfaktoren" aus denen alle Erfahrungen bestehen.


    Es ist richtig, dass der Buddha genau wie I. Kant von Erscheinungen sprach. Also er sprach nur von den Dingen/Sachen/Phänomenen, die wahrgenommen werden, und weil sie wahrgenommen werden, bedingt wahrgenommen werden. Er sprach also über Sachen, die wahrnehmbar sind. Das heisst für ihn "Alles". Hierüber (über dieses "Alles") kann man vernünftig sprechen. Er sagt, dass man ein anderes "Alles" (ausser dem, was bedingt wahrnehmbar ist, und da ist ja Fortschritt und Erweiterung möglich ...) annehmend, sich in Widersprüche verwickeln würde.


    In diesem "Alles" ist ebenso die Sonne enthalten, sowie die Wolken, als auch die Sterne und eben alles was wahrnehmbar ist. Wahrnehmung ist aber sehr unterschiedlich. Da kann sehr fein und subtil wahrgenommen werden und auch gröber.


    All die wahrnehmbaren Sachen sind vergänglich, dem Zerfall und der Veränderung unterworfen. Deswegen ist das Anhaften an den Dingen (Kontakt/Bewusstein) leidbringend. Was unbeständig und damit leidbringend ist kann in der BuddhaLehre vernünftigerweise nicht als mein betrachtet werden.


    So verstehe ich die Sache, die erkannt werden soll. Es soll zentral erkannt werden, dass das Anhaften an den Erscheinungen leiderzeugend und damit auch daseinserzeugend ist.


    Neben dieser (Spock benutze den Begriff, und hier finde ich ihn angemessen) "intuitiven", also vorstellungslosen, direkten Anschauung die erreicht werden soll (die in meinen Augen aber auch mit vorgestellter Betrachtung geht, weswegen der Buddha ja sagt, dass man die Sache so zu erwägen habe), also dass man das Vergängliche und damit Leidbringende direkt wahrnimmt und darum dem Kontakt abneigt, gibt es noch einen nicht so unmittelbaren, gröberen ErkennungsZugang zu "NichtSelbst". Der besteht in der Betrachtung (ohne das "intuitive" sich einstellende Bedürfnis nach Abwendung) der Dinge als in gegenseitiger Abhängigkeit/ohne eigene innere Natur bestehend.


    Diese Anschauung ist, obwohl in meinen Augen verwandt und hilfreich, nicht die, die der Buddha direkt (also mit solchen entsprechenden Formulierungen, ohne Betonung auf Vergänglichkeit und darum Leidhaftigkeit und darum: Erkennen als NichtSelbst) lehrte. So sehe ich es jedenfalls. Deswegen kann er zB auch davon sprechen, dass er nichts kenne, was das Auge und den Geruchssinn usw. mehr reizen würde, als die Form und der Anblick und der Geruch und die Stimme des Weibes. Also er erkennt hier eine anziehende Wirkung (durch unachtsame Beschauung) der Formen an.


    Rein "logisch" betrachtet ist ein Ding mit sich selber nicht identisch, weil es im nächsten Moment schon wieder ein wenig anders (also nicht identisch/nicht selbst) ist. Aber das Erkennen so lehrte es der Buddha nicht.

  • Hallo lieber Vedana.


    Ich weiß nicht ob ich dich hier richtig verstanden habe, aber mir ist zumindest eine Sutta bekannt, wo es direkt um die Kernlosigkeit geht und dieses Erkennen der 5 Khandha als kernlos zur Abwendung davon führen kann.


    S.22.95. Schaum - Phenapindupama Sutta:


    Samyutta Nikaya 22.91-120


    Allerdings ist da nicht vom Bestehen in gegenseitiger Abhängigkeit die Rede. Man könnte aber meiner Meinung nach die Formulierung " ... die erblickt da ein Mönch, sinnt über sie nach, untersucht sie gründlich. Ihm, der sie erblickt, über sie nachsinnt, sie gründlich untersucht ..." für sich selbst so benutzen, dass man auch über das Entstehen, Bestehen und Vergehen in gegenseitiger Abhängigkeit nachsinnt, die Dinge dahingehend gründlich untersucht. Und damit auch die Kernlosigkeit erkennt, neben den Beispielen die in der Sutta genannt werden.


    In MN 10 - Satipatthana-Sutta gibt es zum Beispiel die Anweisung sich die 31/32 Bestandteile des Körpers zu vergegenwärtigen, was man auch zu einer Übung der Erkenntnis der Kernlosigkeit machen könnte.


    Majjhima Nikāya 10


    Aber nur (m)eine Meinung.


    :)


    Liebe Grüße

  • Viele Wissenschaftler glauben aber schon an so eine Theorie of Everything... also an ein absolutes Erklärungsmodel und sie suchen danach... Zb. hat Einstein daran geglaubt....und das ist schon auch eng mit dem Glauben an ein Selbst verknüpft, wenn man denkt sowas sei auffindbar. Also eine Art Formel die alle Wechselwirkungen in der Natur erklären kann... So als wäre da ein übergeordnete Selbst in dem alle Prozesse ablaufen... Manche suchten schon verzweifelt danach.. Und suchten und suchten...Gautama hat auch nach so einem Stein des Weisen gesucht.. weil er darin die Lösung für alle Probleme vermutete... Bis er erkannte,dass so etwas nicht gefunden werden kann.. er hat dann das Suchen beendet... Und zwar komplett... Es gab nichts mehr zu suchen.. weder in die eine Richtung, die ein Selbst beweisen will.. noch in die andere Richtung, die beweisen will, dass es kein Selbst gibt. Verblendung... Gier und Ablehnung wurden damit beendet.. Die Ursachen für das Leiden wurden damit beendet... Leiden wurde damit beendet...

  • In welcher Lehrrede werden denn die Dinge verneint? Dinge entstehen bedingt... Und in der 12 Gliedrigen Kette des bedingten Entstehens wird u. a. Wahrnehmung als eine Bedingung genannt.

  • Dieses Ding hier hat mich so richtig belehrt das ich in diesem Forum vollkommen falsch geworden bin. Vielleicht bin ich auch einfach ganz raus aus der Show. Denn ich hab nicht mal mehr Lust die Sutra weiter zu lesen. Das sind die Folgen wenn das ich nicht weiß wann es genug geforscht und erkannt hat und lieber aufhören sollte. Es ist seit Tagen eine unergründliche Ruhe und Ausgeglichenheit da und die vergeht nicht mehr nicht mal wenn ich versuche hier was klar zu stellen. Ich mach mich lächerlich und das gibt mir zu denken wenn ich über Absenden mich selber an lächel und mit dem Kopf schüttel über meine Überheblichkeit. Hier sind einfach viel zu viele Wahrheitsfanatiker. Leider hab ich auch entdeckt das da eine Welt draußen ist die nur dazu da ist damit ich in und mit ihr zerrinne.

    -1) Es ist nur Sein, keine Ursache, keine Wirkung, alles eine Zeit ohne Zeiten.

    1) Alle Dinge sind in gegenseitiger Abhängigkeit bedingt durch Bedingungen, die bedingt sind entstehend.

    2) Das ist nicht Mein, das ist nicht mein Ich, das ist nicht mein Selbst, das ist nicht mein Nirwana.

    3) Sinnsuche ist Sinngeben. Sinngeben ist Meinung. Meinung ist Leiden.

  • Viele Wissenschaftler glauben aber schon an so eine Theorie of Everything... also an ein absolutes Erklärungsmodel und sie suchen danach... Zb. hat Einstein daran geglaubt....und das ist schon auch eng mit dem Glauben an ein Selbst verknüpft, wenn man denkt sowas sei auffindbar. Also eine Art Formel die alle Wechselwirkungen in der Natur erklären kann... So als wäre da ein übergeordnete Selbst in dem alle Prozesse ablaufen... Manche suchten schon verzweifelt danach.. Und suchten und suchten...Gautama hat auch nach so einem Stein des Weisen gesucht.. weil er darin die Lösung für alle Probleme vermutete... Bis er erkannte,dass so etwas nicht gefunden werden kann.. er hat dann das Suchen beendet... Und zwar komplett... Es gab nichts mehr zu suchen.. weder in die eine Richtung, die ein Selbst beweisen will.. noch in die andere Richtung, die beweisen will, dass es kein Selbst gibt. Verblendung... Gier und Ablehnung wurden damit beendet.. Die Ursachen für das Leiden wurden damit beendet... Leiden wurde damit beendet...

    Also für mich ist es etwas anderes, ob ich nach allgemeinen Gesetzmäßigkeiten suche oder ob ich ein "Selbst" annehme. Es ist ja so ein menschliche Tendenz alles auf handelnde Aktoren zurückzuführen. Wenn man früher ein Erklärung für den Sonnenaufgang wollte, dann bekam man die Antwort, dass dahinter halt so ein Gott steckt, der den Sonnenwagen lenkt. Und auch hinter Erdbeben und Überschwemmungen steckte ein Übelwollender. Es war dann schon ein großer Schritt von so "Selbst-Antworten" wegzukommen und Phänomene als Wirkungen von Prozessen und Gesetzmässugkeiten zu sehen. Also wie im Zusammenspiel der Faktoren Erdbeben zusammenkommen. Und Buddha untersucht, was zusammenkommen muss, um Leid zu erzeugen.

  • Dieses Ding hier hat mich so richtig belehrt das ich in diesem Forum vollkommen falsch geworden bin. Hier sind einfach viel zu viele Wahrheitsfanatiker.

    In diesem Forum gibt es ganz viele nette Leute die überhaupt keine Wahrheitsfanatiker und nicht mal besonders rechthaberisch sind. Und wenn ich mit Sunu spitzifinges Zeug diskutiere, dann schüttelst ja nicht nur du darüber den Kopf sondern viele. Aber man kann doch dann in anderen Threads andere, weniger abgedrehte Detaildiskussionen führen. Statt das du da jetzt deswegen das ganze Forum voller Wahrheitsfanatikern siehst.


    Und es ist ja echt so, dass die Idee von Anatta sehr häufig als zentraler Punkt des Buddhismus gesehen wird. Von daher ist es doch nicht schlimm, einmal rumzubohren, was mit Anatta gemeint ist und was nicht. Die Geduld zu haben, eine Diskussion über einen Schmerzpunkt weiterzuführen, erspart einem den selben Punkt hundertmal wieder zu diskutieren, weil man immer wieder von Neuem beginnt.


    Klar, hat das inzwischen auch durchaus einen rechthaberischen Anteil (soweit ich von mir spreche)

    aber nichts Rücksichtsloses oder Liebloses das einen Fanatiker auszeichnen würde.

  • Also für mich ist es etwas anderes, ob ich nach allgemeinen Gesetzmäßigkeiten suche oder ob ich ein "Selbst" annehme. Es ist ja so ein menschliche Tendenz alles auf handelnde Aktoren zurückzuführen. Wenn man früher ein Erklärung für den Sonnenaufgang wollte, dann bekam man die Antwort, dass dahinter halt so ein Gott steckt, der den Sonnenwagen lenkt. Und auch hinter Erdbeben und Überschwemmungen steckte ein Übelwollender. Es war dann schon ein großer Schritt von so "Selbst-Antworten" wegzukommen und Phänomene als Wirkungen von Prozessen und Gesetzmässugkeiten zu sehen. Also wie im Zusammenspiel der Faktoren Erdbeben zusammenkommen. Und Buddha untersucht, was zusammenkommen muss, um Leid zu erzeugen.

    Ob ich nun glaube, dass da irgendwo ein Gott sitzt der alles lenkt... oder ob ich an eine Formel bzw. Gesetzmäßigkeit Glaube die alles lenkt... Im Prinzip ist da für mich kein großer Unterschied... Beides eine Glaubensangelegenheit. Auch wenn man früher ggf. alles unmittelbarer auf Gott bezog und das heute eher über ein paar Ecken geht... Selbst innerhalb der Kirche ist Gott zu etwas abstrakteren geworden... Hat man ihn früher vlt. eher noch auf einer Wolke sitzend vermutet... So ist er heute vlt. an den Rand des Universums gerutscht... Oder er steckt halt überall drinn... Als einer Art göttliches Gesetz...Also ich meine damit keine Gesetzmäßigkeiten, die bedingt entstehen und vergehen... sondern den Glaube an so etwas Absolutes.. An eine letztendliche unumstößliche Gesetzmäßigkeit aus der heraus alles entsteht.

    Edited once, last by Sunu ().

  • Wenn körperlicher Schmerz unter Dukkha fallen würde, hätte doch Buddha Shakyamuni mit seinen schweren Rückenschmerzen kein Buddha gewesen sein, oder ?

    Das ist falsch. Körperlicher Schmerz fällt natürlich unter Dukkha=(Leiden)

    Natürlich fallen auch körperliche Dinge wie alle

    anderen Dinge auch unter Leiden=dukkha und machen keine Ausnahme.

    saṅkhittena pañcupādānakkhandhā pi dukkhā.

    Was ist aber, ihr Mönche, die heilige Wahrheit vom Leiden?

    Geburt ist Leiden, Alter ist Leiden, Krankheit ist Leiden,

    Sterben ist Leiden, Kummer, Jammer, Schmerz, Gram und

    Verzweiflung sind Leiden, mit Unliebem verbunden sein ist Leiden,

    von Liebem getrennt sein ist Leiden, was man begehrt nicht erlangen,

    das ist Leiden, kurz gesagt: die fünf Daseinskomponenten sind Leiden. (sankhittena pancupādānakkhandho dukkhā)


    jāti pi dukkhā, jarāpi dukkhā, maraṇampi dukkhaṃ,

    sokaparidevadukkhadomanassupāyāsāpi dukkhā,

    appiyehi sampayogo dukkho, piyehi vippayogo dukkho,

    yampicchaṃ na labhati tampi dukkhaṃ,


    Was ist aber, ihr Mönche, die heilige Wahrheit vom Leiden?

    Geburt ist Leiden, Alter ist Leiden, Krankheit ist Leiden,

    Sterben ist Leiden, Kummer, Jammer, Schmerz, Gram und

    Verzweiflung sind Leiden, mit Unliebem verbunden sein ist Leiden,

    von Liebem getrennt sein ist Leiden, was man begehrt nicht erlangen,

    das ist Leiden, kurz gesagt: die fünf Daseinskomponenten sind Leiden. (sankhittena pancupādānakkhandho dukkhā)

  • Körperlicher Schmerz ist ein Gefühl, wenn nun auch bezüglich Gefühle vollkommen verwirklicht ist "das bin ich nicht, das gehört mir nicht, das ist nicht mein Selbst", kann es da bei Rückenschmerzen keinerlei Dukkha mehr geben.

    Wenn bezüglich Gefühle vollkommen verwirklicht ist "das bin ich nicht,

    das gehört mir nicht, das ist nicht mein Selbst", dann heißt das nicht,

    das keine Gefühle (oder sonst was) mehr aufkommen. Sonst könnte

    das ja auch nicht erkannt werden.

  • Körperlicher Schmerz ist ein Gefühl, wenn nun auch bezüglich Gefühle vollkommen verwirklicht ist "das bin ich nicht, das gehört mir nicht, das ist nicht mein Selbst", kann es da bei Rückenschmerzen keinerlei Dukkha mehr geben.

    Wenn bezüglich Gefühle vollkommen verwirklicht ist "das bin ich nicht,

    das gehört mir nicht, das ist nicht mein Selbst", dann heißt das nicht,

    das keine Gefühle (oder sonst was) mehr aufkommen. Sonst könnte

    das ja auch nicht erkannt werden.

    Gefühle kommen dann schon noch auf, aber Dukkha wohl nicht mehr.

    Mit Metta, mukti.

  • Z.B. Rückenschmerzen.

    Da sind vlt. Rückenschmerzen, aber kein Buddha der sie haben könnte.

    Naja in diesem Sinn gab es auch keinen Buddha der gelehrt hat, eigentlich überhaupt keinen Buddha. Ansonsten würde ich sagen er hat sie gefühlt, aber nicht drunter gelitten.

    Mit Metta, mukti.

    Edited once, last by mukti ().

  • Da sind vlt. Rückenschmerzen, aber kein Buddha der sie haben könnte.

    Naja in diesem Sinn gab es auch keinen Buddha der gelehrt hat, eigentlich überhaupt keinen Buddha. Ansonsten würde ich sagen er hat sie gefühlt, aber nicht drunter gelitten.

    Keine Ahnung wie man sowas richtig ausdrücken könnte... Eigentlich gar nicht denke ich....

    Vlt. hatte Buddha selbst gar keine Rückenschmerzen, aber er hat sie aus Mitgefühl trotzdem freiwillig gefühlt. (: Als eine Art Preis damit er lehren konnte.

  • Da sind vlt. Rückenschmerzen, aber kein Buddha der sie haben könnte.

    Naja in diesem Sinn gab es auch keinen Buddha der gelehrt hat, eigentlich überhaupt keinen Buddha. Ansonsten würde ich sagen er hat sie gefühlt, aber nicht drunter gelitten.

    Ich denke mir das eher so: Er hatte die Schmerzen und er litt darunter. Aber er haderte nicht und machte es sich nicht noch schlimmer.


    Darum geht es auch in der Schmerztherapie. Man lernt dort (hoffentlich), dass man mit dem Schmerz leben kann, dass man effektiv versucht ihn auszuschalten durch die richtige Behandlung, und man erlernt Techniken, dem Schmerz nicht mehr Aufmerksamkeit zu widmen als nötig. Das kann dazu führen, dass der Schmerz zeitweise sogar rein mental ausgeschaltet werden kann bzw. so in den Hintergrund tritt, dass er nicht spürbar wird, zumindest zeitweise. Eigentlich kennt das jeder aus Erfahrung, nur vergessen wir das und können es nicht bewusst einsetzen.

    Und so stelle ich mir das beim Herrn Gautama vor. Er hat nicht so einen Bohei darum machen müssen, weil er es gelernt hat damit besser umzugehen.


    Der Bohei ist für mich der Teil des dukkha, dessen wir uns entledigen können. Wenn uns einer auf den Zeh haut, dann tut es weiterhin weh.

    Der Sinn des Lebens besteht darin, Rudolph, dem Schwurkel, den Schnabel zu kraulen.

  • Alter und Sterben sind zunächst einfach nur Erscheinungsformen von Vergänglichkeit. Und nur insofern man es als normal ansehen kann, sich gegen die Vergänglichkeit zu sträuben, ist das Leid.


    Während Buddha ist sehr alt geworden und gegen Ende war er eher krank als gesund war. Aber weil, er sich nicht gegen die Vegänglichkeit sträubt,w Weil Widerwillen für ihn erloschen ist, sind bei ihm Alter und Krnkheit nicht Dukkha und auch seine Rückenschmerzen nicht.


    Ansonsten könnte man ja nicht davon reden, dass er ein Buddha ist , also Dukkha und seine Ursachen überwunden hat.


    Oder an welcher Stelle wäre da ein Denkfehler?

  • sind bei ihm Alter und Krankheit nicht Dukkha und auch seine Rückenschmerzen nicht.

    Oder an welcher Stelle wäre da ein Denkfehler?

    Wenn man Dukkha mit Leiden übersetzt sehe ich keinen Denkfehler.

    Bei einem Arahat ist der Geist ja von allem Anhaften und falschem Denken abgelöst.

    Das betrifft natürlich auch die Vorstellung von einem findbaren oder nicht findbarem Ich/Selbst.

    Diesbezüglich gibt es bei einem solchen Geist schon lange keine Zweifel mehr, andernfalls

    sich Samsaro immer weiter fortsetzte. Andernfalls wäre die 10 Fessel auch nicht aufgehoben.

    -

  • Naja in diesem Sinn gab es auch keinen Buddha der gelehrt hat, eigentlich überhaupt keinen Buddha. Ansonsten würde ich sagen er hat sie gefühlt, aber nicht drunter gelitten.

    Keine Ahnung wie man sowas richtig ausdrücken könnte... Eigentlich gar nicht denke ich....

    Vlt. hatte Buddha selbst gar keine Rückenschmerzen, aber er hat sie aus Mitgefühl trotzdem freiwillig gefühlt. (: Als eine Art Preis damit er lehren konnte.

    Wahrscheinlich lässt sich gedanklich nicht ganz nachvollziehen, was ein Buddha nun wirklich genau ist. Ein handelnder Mensch der zwischen anderen und sich selber unterscheidet, aber dennoch ohne Verblendung ist... Das geschieht wohl im vollkommenen Wissen nicht dieses Wesen mit der Bezeichnung Buddha zu sein. Aber ist es als eine Art freiwilliges Herabsteigen doch zeitweilig mit so ein ganz kleinwenig Dukkha verbunden?

    Da hab ich Zweifel dass das hier irgendwer weiß.

    Mit Metta, mukti.

  • Naja in diesem Sinn gab es auch keinen Buddha der gelehrt hat, eigentlich überhaupt keinen Buddha. Ansonsten würde ich sagen er hat sie gefühlt, aber nicht drunter gelitten.

    Und noch etwas mehr als normale Vorstellung hinreichen.

    Nach der Lehre wird die Verhaftung an die gesamte geistige Struktur

    von jedweden Ich und jeglicher Welt aufgehoben. Was quasi die

    Aufhebung jedweder geistigen Struktur von Ich und Welt ist.

    Auch die letzten Gedanken an diese früheren Strukturen werden

    am Ende für immer aufgelöst und fallen gelassen.

  • Nach der Lehre wird die Verhaftung an die gesamte geistige Struktur

    von jedweden Ich und jeglicher Welt aufgehoben. Was quasi die

    Aufhebung jedweder geistigen Struktur von Ich und Welt ist.

    Auch die letzten Gedanken an diese früheren Strukturen werden

    am Ende für immer aufgelöst und fallen gelassen.

    Klar, Anhaftung kann es dann keine mehr geben.

    Mit Metta, mukti.