"Alle Dinge sind Nicht-Selbst." - Was ist dann Selbst ?

There are 443 replies in this Thread. The last Post () by Rudolf.

  • Daraus ergibt sich die Frage:

    Wie kann einer erkennen:

    "Das bin ich nicht das gehört

    mir nicht, das ist nicht mein Selbst."

    wenn er doch glaubt das Selbst sei nur unerkennbar?

    Der Buddha hat unterschiedliche Lehrreden gegeben, weil nur er erkennen kann wo jemand steht. Du weisst, dass es verschiedene Stufen gibt (Weltling, Stromi, usw.) und es auch Andersfährtige gibt (damit meine ich nicht Mahayana). Dementsprechend breit fallen die Lehraussagen aus. Was nicht heisst, dass es willkürlich ist.


    Es gibt den Begriff "Selbst" als:

    - ontologisches Konzept

    - als Ansicht

    - als Modus, dh. im Sinne der Anhaftung zB. in Form der sinnlichen Daseinsbereiche.


    Und er hat erklärt wie es zur Entstehung kommt, dh. er hat es nicht einfach verneint. Natürlich kommt das in manchen Lehrreden nicht nochmal extra vor, weil es an anderer Stelle (je nach Diskussionspartner) erklärt wurde.


    Sunu gehört zB. der Tradition des mittleren Wegs an, dh. er redet von Ansichten wenn er sagt, dass Sein und Nichtsein zwei Extreme sind. So wie es auch im PK steht. Sunu redet hier nicht von einem heimlichen Selbst (falls du das meinst), sondern wiederlegt falsche Ansichten.


    Der Eingangspost fragt was dieses Selbst ist, das verneint wird. Ich versuche es nochmal mit einem anderen Beispiel: das ist als ob einer fragt "Hier steht, dass es eine Befreiung von Dukkha gäbe. Was ist Dukkha?". Und dann kann man alle vier edlen Wahrheiten erklären. Wie das in den Sutten definiert steht, wie es zur Entstehung kommt, dass es aufhört und wie man das macht. Das heisst wenn er fragt was dieses Selbst in den Schriften meint, dann kann man sagen dass es mit der Persönlichkeitsansicht zu tun hat und der Entstehung davon und wie es zu diesem so geglaubten Selbst laut der Lehre kommt.

    Zitat

    11. Der Ehrwürdige Sāriputta sprach also: "Wie nun, Hausvater, ist der Körper siech und auch der Geist siech? Es ist da, Hausvater, ein unerfahrener Weltmensch, die Edlen nicht kennend, der Lehre der Edlen unkundig, in der Lehre der Edlen ungeschult; die Guten nicht kennend, der Lehre der Guten unkundig, in der Lehre der Guten ungeschult. Der betrachtet die Körperlichkeit als das Selbst oder das Selbst als Körperlichkeit besitzend oder die Körperlichkeit als im Selbst oder das Selbst als in der Körperlichkeit [47]: 'Ich bin die Körperlichkeit! Mein ist die Körperlichkeit!' In solch vorgefasster Meinung verharrt er. Ihm, der in solch vorgefasster Meinung verharrt, 'Ich bin die Körperlichkeit! Mein ist die Körperlichkeit!', wandelt sich nun, verändert sich diese Körperlichkeit. Durch Wandel und Veränderung dieser Körperlichkeit entstehen ihm Kummer, Jammer, Schmerz, Trübsal und Verzweiflung.


    12.-15 Er betrachtet das Gefühl - die Wahrnehmung - die Gestaltungen - das Bewusstsein als das Selbst oder das Selbst als (Gefühl ...) Bewusstsein besitzend oder das Bewusstsein als im Selbst oder das Selbst als im Bewusstsein: 'Ich bin das Bewusstsein! Mein ist das Bewusstsein!' - In solch vorgefasster Meinung verharrt er. Ihm, der in solch vorgefasster Meinung verharrt, 'Ich bin das Bewusstsein! Mein ist das Bewusstsein!', wandelt sich nun, verändert sich dieses Bewusstsein. Durch Wandel und Veränderung dieses Bewusstseins entstehen ihm Kummer, Jammer, Schmerz, Trübsal und Verzweiflung.

    Samyutta Nikaya 22.01-11

  • Daraus ergibt sich die Frage:

    Wie kann einer erkennen:

    "Das bin ich nicht das gehört

    mir nicht, das ist nicht mein Selbst."

    wenn er doch glaubt das Selbst sei nur unerkennbar?

    aber das kann doch erkannt werden...Das was in einem Moment wahrgenommen wird, wird wenn achtsame Betrachtung, als bedingt entstanden erkannt werden. Als vergänglich eben weil es bedingt entstanden ist usw...Immer wieder und permanent sollte man das aber auch prüfen, jedes " Ding" welches in den Wahrnehmungskreis tritt.... und man sollte nicht einfach dogmatisch glauben, dass es nirgends ein Selbst gibt. Das wäre doch sonst ein Dünkel.

  • 7. ,Alles Ist', das, Kaccāyana, ist das eine Ende. ,Alles ist nicht, das ist das andere Ende. Diese beiden Enden vermeidend, verkündet in der Mitte der Tathāgata seine Lehre:

    "Das Alles" ist ja nicht ein Selbst.

    Dann ist die Ich-Ansicht ausserhalb?


    Zu alles:

    Zitat

    S.35.23 Alles - 1. Sabba Sutta


    Das hab ich gehört. Zu einer Zeit weilte der Erhabene bei Sāvatthi, im Siegerwalde, im Garten Anāthapindikos. Dort nun wandte sich der Erhabene an die Mönche: "Ihr Mönche". - "Erlauchter" antworteten jene Mönche dem Erhabenen aufmerksam. Der Erhabene sprach also:


    "Alles will ich euch zeigen, ihr Mönche, das höret wohl. Was ist also, ihr Mönche, alles?

    • Das Auge ist es und die Formen,
    • das Ohr und die Töne,
    • die Nase und die Düfte,
    • die Zunge und die Säfte,
    • der Körper und die Gegenstände,
    • der Geist und die Dinge:

    das heißt man, ihr Mönche, alles.


    Wer, ihr Mönche etwa behaupten wollte: 'Ich werde solch ein <Alles> zurückweisen und ein <Alles> von anderer Art aufweisen,' und er würde über den Gegenstand seiner Behauptung befragt werden, so könnte er keinen Bescheid geben, würde vielmehr in weiteren Widerstreit geraten. Und aus welchem Grunde? Weil so etwas, ihr Mönche, nicht zu finden ist".

    Samyutta Nikaya 35.01-30

  • In "The ātman and its negation A conceptual and chronological analysis of early Buddhist thought" wird versucht aufzuschlüsseln, gegen welche Ideen sich die Anatman-Lehre richtet.


    Weil Buddha einen Atman deswegen zu entkräften sucht, indem argumentiert, das alles in uns (anicca) und dem Leiden (dukkha) unterworfen ist, wird geschlossen, dass er gegen eine Atman Idee angeht, in der der Atman jenseits von Vergänglichkeit und Leiden ist (nicca und sukha) gesetzt wird.


    Ein weitere Punkt taucht im Cūḷasaccaka Sutta auf:

    Der wichtige Punkt ist hier nicht, ob das ein Koan ist, oder was das für ein donnerkeilhaltender Geist ist, sondern, das ein Atman hier mit einer "herrschenden Instanz" identifiziert wird. Wie ein kopfgesalbter Herrscher in seinen Reich anschafft, so kann diejenige Instanz Atman genannt werden, die herrscht und anschaffen kann: 'Meine Form soll so sein; meine Form soll so nicht sein.

  • Das ist mal wieder eine Sutra, die der Erklärung bedarf. Ich kann noch nichts damit anfangen.

    Magst Du das erklären? Für Blöde bitte.

    Entschuldigung! Ich habe das total aus dem Zusammenhang gerissen, deswegen ist es so unverständlich!


    Ich finde das eine ganz tolle Passage. Saccaka Aggivessana ist eine ganz besonders schlauer und gefürchteter Debattierer.


    Zitat

    "Ich sehe keinen Mönch oder Brahmanen, keinen Ordensvorsteher, keinen Anführer oder Lehrer einer Gruppe, nicht einmal jemanden, der behauptet, verwirklicht und vollständig erleuchtet zu sein, der nicht zittern und beben und unter den Achseln schwitzen würde, wenn er sich auf eine Debatte mit mir einließe. Sogar wenn ich einen willenlosen Pfosten in eine Debatte verwickelte, würde er zittern und beben, wenn er sich auf eine Debatte mit mir einließe, von einem Menschen ganz zu schweigen."


    Jemand der sogar Pfosten umdebattieren kann!


    Nachdem er gehört hat, dass Buddha folgendes lehrt: "Ihr Bhikkhus, Form ist vergänglich, Gefühl ist vergänglich, Wahrnehmung ist vergänglich, Gestaltungen sind vergänglich, Bewußtsein ist vergänglich. Ihr Bhikkhus, Form ist Nicht-Selbst, Gefühl ist Nicht-Selbst, Wahrnehmung ist Nicht-Selbst, Gestaltungen sind Nicht-Selbst, Bewußtsein ist Nicht-Selbst. Alle Gestaltungen sind vergänglich; alle Dinge sind Nicht-Selbst. Auf diese Weise bilde ich meine Schüler aus und auf diese Weise wird meine Anleitung für gewöhnlich meinen Schülern vorgetragen."


    Hat er das Gefühl, dass Buddha da eine ziemlich "üble Ansicht" lehrt und beider nächsten sich bietenden Gelegnheit will er Buddha belehren, was aber für ihn ziemlich peinlich ausgeht.


    Saccaka Aggivessana sagt folgendes:


    Zitat

    "Wenn Samen und Pflanzen, gleich welcher Art zum Wachsen, zum Größerwerden und zur Reife gelangen, so tun sie alle das in Abhängigkeit von der Erde, beruhend auf der Erde; und wenn anstrengende Arbeiten, gleich welcher Art verrichtet werden, so werden sie in Abhängigkeit von der Erde, beruhend auf der Erde verrichtet - ebenso, Meister Gotama, hat eine Person Form als Selbst, und beruhend auf Form schafft sie Verdienstvolles oder Verdienstloses. Eine Person hat Gefühl als Selbst, und beruhend auf Gefühl schafft sie Verdienstvolles oder Verdienstloses. Eine Person hat Wahrnehmung als Selbst, und beruhend auf Wahrnehmung schafft sie Verdienstvolles oder Verdienstloses. Eine Person hat Gestaltungen als Selbst, und beruhend auf Gestaltungen schafft sie Verdienstvolles oder Verdienstloses. Eine Person hat Bewußtsein als Selbst, und beruhend auf Bewußtsein schafft sie Verdienstvolles oder Verdienstloses."


    In gewisser Weise ist das eine recht moderne Vorstellung. und es ist auch vielen hier im thread vorkommenden ideen eines "abhängig entstandenes Selbst" sehr ähnlich. Für ihn liegt also das Selbst irgendwie in Form, Gefühl und Wahrnehmung. 'Form ist mein Selbst, Gefühl ist mein Selbst, Wahrnehmung ist mein Selbst, Gestaltungen sind mein Selbst, Bewußtsein ist mein Selbst'"


    Und darauf antworte Buddha, mit der Passage die ich oben zitiert hat. Ich verstehe Buddha so, dass man ein Selbst das so Teil von "Form, Gefühl und Wahrnehmung" ist keinen Atman kennen kann. Da ein Atman eben eine Instanz ist, die über den Rest des Wahrnmeungsapparats herrscht wie ein gesalbter König über sein Reich. Diese "Herrschen" wäre das Chrakteristikum des Atman. Es ist eine herrschende Instanz.


    Während Aggivessana die unscharfe Ansicht hat, dass ein "Selbst irgendwie in Wahrnehmung, Gestaltungen drin ist.


    Es kommt so rüber als wäre Budha dieser Punkt sehr wichtig und als hätte es eben auch Folgen:

    "Aggivessana, welche Art von Form auch immer, ob vergangen, künftig oder gegenwärtig, innerlich oder äußerlich, grob oder subtil, niedrig oder hoch, fern oder nah - ein Schüler von mir betrachtet jegliche Form mit vortrefflicher Weisheit der Wirklichkeit entsprechend so: 'Dies ist nicht mein, dies bin ich nicht dies ist nicht mein Selbst.' Welche Art von Gefühl auch immer, ob vergangen, künftig oder gegenwärtig, innerlich oder äußerlich, grob oder subtil, niedrig oder hoch, fern oder nah - ein Schüler von mir betrachtet jegliches Gefühl mit vortrefflicher Weisheit der Wirklichkeit entsprechend so: 'Dies ist nicht mein, dies bin ich nicht, dies ist nicht mein Selbst.' Welche Art von Wahrnehmung auch immer, ob vergangen, künftig oder gegenwärtig, innerlich oder äußerlich, grob oder subtil, niedrig oder hoch, fern oder nah - ein Schüler von mir betrachtet jegliche Wahrnehmung mit vortrefflicher Weisheit der Wirklichkeit entsprechend so: 'Dies ist nicht mein, dies bin ich nicht, dies ist nicht mein Selbst.' Welche Art von Gestaltungen auch immer, ob vergangen, künftig oder gegenwärtig, innerlich oder äußerlich, grob oder subtil, niedrig oder hoch, fern oder nah - ein Schüler von mir betrachtet jegliche Gestaltung mit vortrefflicher Weisheit der Wirklichkeit entsprechend so: 'Dies ist nicht mein, dies bin ich nicht, dies ist nicht mein Selbst.' Welche Art von Bewußtsein auch immer, ob vergangen, künftig oder gegenwärtig, innerlich oder äußerlich, grob oder subtil, niedrig oder hoch, fern oder nah - ein Schüler von mir betrachtet jegliches Bewußtsein mit vortrefflicher Weisheit der Wirklichkeit entsprechend so: 'Dies ist nicht mein, dies bin ich nicht, dies ist nicht mein Selbst.'

  • Immer wieder und permanent sollte man das aber auch prüfen, jedes " Ding" welches in den Wahrnehmungskreis tritt.... und man sollte nicht einfach dogmatisch glauben, dass es nirgends ein Selbst gibt. Das wäre doch sonst ein Dünkel.

    Du redest doch jetzt von den Dingen des Daseins welche ohne Selbst sind.

    Das bei diesen Dingen nirgends ein Selbst zu finden ist war doch unstrittig

    und das heißt mit anderen Worten das es da kein Selbst gibt auch kein

    verstecktes unauffindbares sondern gar keins.

  • In gewisser Weise ist das eine recht moderne Vorstellung. und es ist auch vielen hier im thread vorkommenden ideen eines "abhängig entstandenes Selbst" sehr ähnlich. Für ihn liegt also das Selbst irgendwie in Form, Gefühl und Wahrnehmung. 'Form ist mein Selbst, Gefühl ist mein Selbst, Wahrnehmung ist mein Selbst, Gestaltungen sind mein Selbst, Bewußtsein ist mein Selbst'"


    Und darauf antworte Buddha, mit der Passage die ich oben zitiert hat. Ich verstehe Buddha so, dass man ein Selbst das so Teil von "Form, Gefühl und Wahrnehmung" ist keinen Atman kennen kann. Da ein Atman eben eine Instanz ist, die über den Rest des Wahrnmeungsapparats herrscht wie ein gesalbter König über sein Reich. Diese "Herrschen" wäre das Chrakteristikum des Atman. Es ist eine herrschende Instanz.


    Während Aggivessana die unscharfe Ansicht hat, dass ein "Selbst irgendwie in Wahrnehmung, Gestaltungen drin ist.

    Inwiefern scheint es ähnlich zu sein?


    "Selbst" ist doch etwas, das wahrgenommen, erlebt, konstruiert wird. Es ist Teil der menschlichen Erlebniswelt, sonst würden wir gar nicht darüber sprechen müssen.

    Dass dies eine Täuschung ist, ist wieder etwas anderes.

    Der Sinn des Lebens besteht darin, Rudolph, dem Schwurkel, den Schnabel zu kraulen.

  • Ich finde den Thread auch absurd. Es kommt mir vor als würde Person A sagen "Es gibt Menschen die glauben an Gott (oder Konstruktion eines Selbst)." und B sagt "Es gibt keinen Gott (Selbst)." "Es gibt KONSTRUKTIONEN." "Nein, es gibt keinen Gott. Wo steht, dass es Gott gibt?"...

    Hier wird als Praxis vorgeschlagen, sich ständig und im Bezug auf alles zu vergenwärtigen: "'Dies ist nicht mein, dies bin ich nicht dies ist nicht mein Selbst." Eben als Praxis, um für sich selbst den Selbst-Glauben zu zertrümmern.

    "Aggivessana, welche Art von Form auch immer, ob vergangen, künftig oder gegenwärtig, innerlich oder äußerlich, grob oder subtil, niedrig oder hoch, fern oder nah - ein Schüler von mir betrachtet jegliche Form mit vortrefflicher Weisheit der Wirklichkeit entsprechend so: 'Dies ist nicht mein, dies bin ich nicht dies ist nicht mein Selbst.' Welche Art von Gefühl auch immer, ob vergangen, künftig oder gegenwärtig, innerlich oder äußerlich, grob oder subtil, niedrig oder hoch, fern oder nah - ein Schüler von mir betrachtet jegliches Gefühl mit vortrefflicher Weisheit der Wirklichkeit entsprechend so: 'Dies ist nicht mein, dies bin ich nicht, dies ist nicht mein Selbst.' Welche Art von Wahrnehmung auch immer, ob vergangen, künftig oder gegenwärtig, innerlich oder äußerlich, grob oder subtil, niedrig oder hoch, fern oder nah - ein Schüler von mir betrachtet jegliche Wahrnehmung mit vortrefflicher Weisheit der Wirklichkeit entsprechend so: 'Dies ist nicht mein, dies bin ich nicht, dies ist nicht mein Selbst.' Welche Art von Gestaltungen auch immer, ob vergangen, künftig oder gegenwärtig, innerlich oder äußerlich, grob oder subtil, niedrig oder hoch, fern oder nah - ein Schüler von mir betrachtet jegliche Gestaltung mit vortrefflicher Weisheit der Wirklichkeit entsprechend so: 'Dies ist nicht mein, dies bin ich nicht, dies ist nicht mein Selbst.' Welche Art von Bewußtsein auch immer, ob vergangen, künftig oder gegenwärtig, innerlich oder äußerlich, grob oder subtil, niedrig oder hoch, fern oder nah - ein Schüler von mir betrachtet jegliches Bewußtsein mit vortrefflicher Weisheit der Wirklichkeit entsprechend so: 'Dies ist nicht mein, dies bin ich nicht, dies ist nicht mein Selbst.

    Und Antworten wie: "es gibt zwar kein absolutes Selbst, aber ein Selbst als Konstruktion", "Es gibt ein Selbst auf der realtiven, konventionellen Ebene" oder "Es gibt ein abhängig entstandenes, leeres Selbst" können zwar in der Diskussion weiterführen, aber im Bezug auf diese Praxis, sind sie ein Schleifstein der aus einem scharfen Messer ein stumpfes Messer macht.

  • Immer wieder und permanent sollte man das aber auch prüfen, jedes " Ding" welches in den Wahrnehmungskreis tritt.... und man sollte nicht einfach dogmatisch glauben, dass es nirgends ein Selbst gibt. Das wäre doch sonst ein Dünkel.

    Du redest doch jetzt von den Dingen des Daseins welche ohne Selbst sind.

    Das bei diesen Dingen nirgends ein Selbst zu finden ist war doch unstrittig

    und das heißt mit anderen Worten das es da kein Selbst gibt auch kein

    verstecktes unauffindbares sondern gar keins.

    Bei allem Wahrnehmbaren ist kein selbst aufzufinden. Ein Selbst könnte man nicht wahrnehmen, denn wenn man es wahrnehmen könnte, dann kann es kein Selbst sein. Deshalb kann nirgends ein Selbst aufgefunden werden. So etwas ist einfach nicht zu finden. Dennoch kann ich daraus unmöglich schließen, dass es deshalb absolut kein Selbst gibt.... Es geht mich auch absolut nichts an....Denn alles was mich etwas angehen kann, kann kein Selbst sein...denn sobald mich etwas etwas angeht, besteht ja schon eine Abhängigkeit zw. diesen " etwas" und mir... Weshalb soetwas kein Selbst sein kann.

  • Meinst du das ernst? Ich wiederhole mich: es ist die Frage des Threaderstellers "Wenn dasunddas Nicht-Selbst sind, was ist dann mit Selbst gemeint?".


    Jetzt bin ich aber wirklich raus. :rose:


    Der Punkt ist doch, was Buddha unter einem "Atman" versteht, den er verwirft. und da habe ich doch Texte mit drei Antworten genannt:


    • Etwas in uns, was die Quelle unsererer Subjektivität ist.
    • Etwas in uns, was weder vergänglich noch Leid unterworfen ist.
    • Eine Instanz die den Menschen berherrscht wie ein König sein Reich

    Und ich verstehe obigen Text, dass Buddha Ideen wie das "Selbst als Konstrukt" nicht als ein Atman in seinem Sinne sehen würde.


    Was macht es denn für einen Sinn Atman anders als Buddha zu definieren und dann Antaman daruf anzuwenden?


    Und die Antwort darauf ist, dass eine Praxis von dies ist "nicht mein Selbst" auch andere Definition von "Selbst" mit einschlisst. Aber eben als Praxis die das "Zueigenmachen" von was auch immer verhindern soll. Dies erklärt den Verlauf des Threads.

  • Ein Selbst könnte man nicht wahrnehmen, denn wenn man es wahrnehmen könnte, dann kann es kein Selbst sein.

    Wenn man ein Selbst wahrnehmen könnte gäbe es ein Selbst!

    Da es aber unmöglich ist sowas wahrzunehmen kann man feststellen das keins vorhanden ist.

    Das gibt es dann keine Zweifel mehr und jeder Zweifel daran ist ausgeschlossen.

  • Deshalb kann nirgends ein Selbst aufgefunden werden. So etwas ist einfach nicht zu finden. Dennoch kann ich daraus unmöglich schließen, dass es deshalb absolut kein Selbst gibt....

    Mit anderes Worten du hast immer noch Zweifel weil du es nicht weißt und läßt es offen.

  • Wenn man ein Selbst wahrnehmen könnte gäbe es ein Selbst!

    Da es aber unmöglich ist sowas wahrzunehmen kann man feststellen das keins vorhanden ist.

    Hat Buddha gelogen? Steht das nicht dort:

    Zitat

    11. Der Ehrwürdige Sāriputta sprach also: "Wie nun, Hausvater, ist der Körper siech und auch der Geist siech? Es ist da, Hausvater, ein unerfahrener Weltmensch, die Edlen nicht kennend, der Lehre der Edlen unkundig, in der Lehre der Edlen ungeschult; die Guten nicht kennend, der Lehre der Guten unkundig, in der Lehre der Guten ungeschult. Der betrachtet die Körperlichkeit als das Selbst oder das Selbst als Körperlichkeit besitzend oder die Körperlichkeit als im Selbst oder das Selbst als in der Körperlichkeit [47]: 'Ich bin die Körperlichkeit! Mein ist die Körperlichkeit!' In solch vorgefasster Meinung verharrt er. Ihm, der in solch vorgefasster Meinung verharrt, 'Ich bin die Körperlichkeit! Mein ist die Körperlichkeit!', wandelt sich nun, verändert sich diese Körperlichkeit. Durch Wandel und Veränderung dieser Körperlichkeit entstehen ihm Kummer, Jammer, Schmerz, Trübsal und Verzweiflung.


    12.-15 Er betrachtet das Gefühl - die Wahrnehmung - die Gestaltungen - das Bewusstsein als das Selbst oder das Selbst als (Gefühl ...) Bewusstsein besitzend oder das Bewusstsein als im Selbst oder das Selbst als im Bewusstsein: 'Ich bin das Bewusstsein! Mein ist das Bewusstsein!' - In solch vorgefasster Meinung verharrt er. Ihm, der in solch vorgefasster Meinung verharrt, 'Ich bin das Bewusstsein! Mein ist das Bewusstsein!', wandelt sich nun, verändert sich dieses Bewusstsein. Durch Wandel und Veränderung dieses Bewusstseins entstehen ihm Kummer, Jammer, Schmerz, Trübsal und Verzweiflung.

    Samyutta Nikaya 22.01-11

  • Deshalb kann nirgends ein Selbst aufgefunden werden. So etwas ist einfach nicht zu finden. Dennoch kann ich daraus unmöglich schließen, dass es deshalb absolut kein Selbst gibt....

    Mit anderes Worten du hast immer noch Zweifel weil du es nicht weißt und läßt es offen.

    Ich versuche meinen Geist offen zu lassen, statt ihn durch Ansichten zu begrenzen.

  • Was macht es denn für einen Sinn Atman anders als Buddha zu definieren und dann Antaman daruf anzuwenden?

    Ich verstehe Dich nicht.

    Der Sinn des Lebens besteht darin, Rudolph, dem Schwurkel, den Schnabel zu kraulen.

  • Wo Dinge wahrgenommen werden, bzw. Dinge sind, kann es kein Selbst geben. Allein schon dadurch, dass im Moment der Wahrnehmung eine Beziehung zw. dem Wahrnehmer und dem wahrgenommenen " Ding" besteht, kann da nichts unabhängiges aufgefunden werden. Ob es außerhalb der dinglichen Wahrnehmung jedoch ein Selbst gibt oder nicht, kann nicht erfahren werden...die Behauptung, dass es absolut kein Selbst gibt, oder dass es eins gibt, ist pure Spekulation. Buddha hat sich mit solchen dogmatischen Ansichten nicht abgegeben.


    Mich interessiert, wie du das meinst. Kannst und magst du deine Gedanken ausführlicher erklären? Sind es deine Gedanken oder hast du dies irgendwo her? Falls letzteres, dann reicht ggf. eine Quellenangabe. Was ist "außerhalb der dinglichen Wahrnehmung" und was ist dingliche Wahrnehmung?

    Heutzutage suchen viele Menschen die Zweige, lehnen aber die Wurzel ab, vergessen das Wahre und fallen in das Falsche, sie haben den Buddhadharma geschädigt - Yunan Kewen

    Pamokkhas Aufsatzsammlung

  • Hier wird als Praxis vorgeschlagen, sich ständig und im Bezug auf alles zu vergenwärtigen: "'Dies ist nicht mein, dies bin ich nicht dies ist nicht mein Selbst." Eben als Praxis, um für sich selbst den Selbst-Glauben zu zertrümmern.

    Weit kommt man damit in der "wirklichen Welt" jedoch nicht. Stell Dir vor Du überfährst ein Rotlicht, wirst von der Polizei angehalten um eine Busse zu bezahlen und erklärst:


    Das war nicht ich, das ist war nicht mein, das war nicht mein Selbst. :)

  • Ich versuche meinen Geist offen zu lassen, statt ihn durch Ansichten zu begrenzen.

    Sagte der Zweifler. Finde ich in Ordnung solange er das weiß.


    Wenn man ein Selbst wahrnehmen könnte gäbe es ein Selbst und der Buddha hätte sich geirrt.

  • Ich hab einen alten Post von Simo gefunden, der das gut aufdröselt.

  • Weit kommt man damit in der "wirklichen Welt" jedoch nicht. Stell Dir vor Du überfährst ein Rotlicht, wirst von der Polizei angehalten um eine Busse zu bezahlen und erklärst:

    Das war nicht ich, das ist war nicht mein, das war nicht mein Selbst.

    Ein Selbst gibt es zwar nicht, aber ein Fahren über Rot und ein Bußgeld

    mag es schon geben.