Gibt es ein Selbst?

There are 1,540 replies in this Thread. The last Post () by kesakambalo.

  • In der buddhistischen Philosophie wird ein unabhängig existierendes Ich abgelehnt. Ein unabhängiges, aus sich selbst heraus existierendes Ich würde sich nie verändern, dieses Ich ist abhängig von allen möglichen Bedingungen.


    Ein funktionales Ich, das aufgrund einer sich permanent verändernden Geist - Körperkombination existiert und für den Alltagsbereich unverzichtbar ist, wird nicht abgelehnt. Diese Art von Ich existiert. Es kann heilsame Handlungen durchführen oder Schaden anrichten.


    Diese "Zwickmühle" aus Nicht Existenz einerseits und Existenz andererseits nannte Nagarjuna den "mittleren Weg".

    Liebe Grüße
    Sherab


    "Wenn der Bodhisattva erkennt, dass die 5 Skhandas wie eine Illusion sind,

    aber Illusion nicht zu einer Sache macht und die Skhandas zu einer anderen,

    .....dann ist dies eine Übung der Weisheit, die höchste Vollkommenheit."


    aus den "Versen über die Ansammlung der kostbaren Qualitäten der Vollkommenheit der Weisheit"

  • Quote from Sprite
    Quote from mukti

    Sag mal Sprite, woher weißt du dass es so ein göttliches ewiges Selbst gibt?


    Sprite kann das nicht wissen. Denn wenn Sprite es wissen könnte, dann wäre es nicht das Selbst, von dem Sprite spricht, denn er spricht ja vom Selbst und nicht von sich.


    Wenn Sprite nicht wissen kann dass es ein Selbst gibt, wieso sagt er dann dass es ein Selbst gibt?

  • Quote from mukti
    Quote from Sprite

    Sprite kann das nicht wissen. Denn wenn Sprite es wissen könnte, dann wäre es nicht das Selbst, von dem Sprite spricht, denn er spricht ja vom Selbst und nicht von sich.


    Wenn Sprite nicht wissen kann dass es ein Selbst gibt, wieso sagt er dann dass es ein Selbst gibt?


    Wegen der Verblendung und Undurchdachtheit.

  • Quote from mukti
    Quote from Sprite

    Sprite kann das nicht wissen. Denn wenn Sprite es wissen könnte, dann wäre es nicht das Selbst, von dem Sprite spricht, denn er spricht ja vom Selbst und nicht von sich.


    Wenn Sprite nicht wissen kann dass es ein Selbst gibt, wieso sagt er dann dass es ein Selbst gibt?


    Weil ich bin. Das ist Beweis genug. Die Theorien vom Buddha kommen erst nach dem ich bin.


    Weil Sprite nicht ist. Aber er existiert. Er ist eine rational aufgespannte Welle vom endlosen Meer des Ich bin.


    Sprite kann nicht wissen. Ich bin brauch nicht zu wissen.


    Was bleibt ist - Wissen.

  • Quote from Selbst

    Die Fragen sind immer die gleichen:
    Was ist es, dass mein Ich (Selbst) betrachtet?
    Wie kann Selbst das Selbst erfassen?
    Oder: Wer ist es, der da feststellt, dass es kein Selbst gibt?


    Ja, es gibt immer wieder die gleichen falschen Fragen aus der gleichen Verblendung.
    1. Was ist es, dass mein Ich (Selbst) betrachtet?
    2. Wie kann Selbst das Selbst erfassen?
    3. Oder: Wer ist es, der da feststellt, dass es kein Selbst gibt?


    Eben weil ja nicht erkannt ist das es kein Selbst gibt kommt es zu diesen Fragen. Nur deswegen!
    -


  • Das ist kein Beweis. Wenn es kein Leid gäbe, müsste man keine Theorien aufstellen über ein endloses Meer des Ich bin, über ein ewiges glückseliges Selbst und dergleichen. Warum nicht gleich auf die Grundfrage konzentrieren wie man das Leid beenden kann. Vorstellungen darüber was dann sein wird beenden nicht das Begehren, wenn sie es auch auf ein höheres Niveau heben können.

  • Quote

    Das ist kein Beweis.


    Doch ist es.



    Quote

    Warum nicht gleich auf die Grundfrage konzentrieren wie man das Leid beenden kann.


    Das ist keine essentielle Grundfrage, sondern lediglich Buddhas höchste Priorität. Man muss nicht Leid beenden. Man kann mit Leid leben. Es gibt Menschen, die suchen sogar das Leid.



    Quote

    Vorstellungen darüber was dann sein wird beenden nicht das Begehren, wenn sie es auch auf ein höheres Niveau heben können.


    Was sein wird weiß ich nicht. Es hat nichts mit Begehren zu tun, wenn ich feststelle, das ich jetzt bin.




    Nochmal in kurzer Zusammenfassung:


    Selbst ist keine Person. Eine Person ist nicht Selbst.


    Selbst hat nichts mit Seele und dem Leben nach dem Tod zu tun.


    Selbst ist nicht beweisbar, aufzeigbar als: "Hier ist es" - und genau so verhält es sich auch mit den buddhistischen Gruppen, mit Karma, mit Arhats, mit den 5 Welten, mit Hungergeistern, mit Drachen, mit Schlangenkönigen usw.


    ...





    Selbst ist unabhängig von diesen Diskussionen. Egal wie intensiv ein Buddhist daran GLAUBT, dass es kein Selbst gibt, es ändert nichts an dem Ich bin. Darum beende ich dies auch jetzt, da es überhaupt keinen Sinn macht. Es gibt z.B. auch psychotische Störungen, wo man meint, man wäre schon tot oder das die Gedärme verfaulen. So kann man auch sagen, dass man nicht existiert, das man nur zusammengesetzt ist usw. Genauso kann man (Person) sagen, dass man ein Selbst besitzt. Alles Wahn.


    Essentiel ist Ich bin - alles darüber hinaus ist Spekulation und führt zu nichts.


    Dem interessierten Leser empfehle ich zu diesem Thema die indischen Denker Gaudapada und Shankara, sowie das Yoga Vasishta in der Komplettfassung. Dann wird auch klar werden, was ich mit Selbst meine. Denn das kann ich schwerlich Buddhisten klar machen, die die buddhistische Argumentation gegen Seelenglauben und ewiges Leben hervorbringen oder im Kopf haben. Das ist absolut nicht das, was Selbst meint. Aber dies genauer auszuführen macht keinen Sinn, da ich dies momentan nicht begreifbar machen kann. Für mich ist dies ganz normal und bedarf eigtl. keiner Argumentation - aber ich habe auch schon die ganzen Traktate hinter mir und musste mich da durch kämpfen, darüber meditieren, mit buddhistischen und anderen Schriften abgleichen usw. Irgendwann geht es dann einem auf und die buddhistische Lehre wird in genau diesem Moment einfach absurd, weil sie etwas bestreitet, was ganz offensichtlich da ist. In dem Sinne ist Buddhismus einfach nicht zu Ende gedacht. Die Vedanta Lehre hat dies getan. Denn die ganzen Strategien, die der Buddhismus benutzt, gab es auch schon vorher, die hat Buddha ja auch gelernt (er baut vor allem auf die Technik "Neti Neti") auf um den Leerheitsaspekt zu erkennen und zu erforschen. So kommt er zu anatta, was im Grunde richtig ist. Denn die "Seele" ist im Vedanta nur eine Projektion des Selbst, darum auch leer. Ohne "Selbst-Verständnis" bleibt man auf der Stufe der Leere stecken und arbeitet widersinnigerweise weiter mit buddh. Techniken.

  • Quote from Sprite

    Dem interessierten Leser empfehle ich zu diesem Thema die indischen Denker Gaudapada und Shankara, sowie das Yoga Vasishta in der Komplettfassung. Dann wird auch klar werden, was ich mit Selbst meine. Denn das kann ich schwerlich Buddhisten klar machen, die die buddhistische Argumentation gegen Seelenglauben und ewiges Leben hervorbringen oder im Kopf haben. Das ist absolut nicht das, was Selbst meint. Aber dies genauer auszuführen macht keinen Sinn, da ich dies momentan nicht begreifbar machen kann. Für mich ist dies ganz normal und bedarf eigtl. keiner Argumentation - aber ich habe auch schon die ganzen Traktate hinter mir und musste mich da durch kämpfen, darüber meditieren, mit buddhistischen und anderen Schriften abgleichen usw. Irgendwann geht es dann einem auf und die buddhistische Lehre wird in genau diesem Moment einfach absurd, weil sie etwas bestreitet, was ganz offensichtlich da ist. In dem Sinne ist Buddhismus einfach nicht zu Ende gedacht. Die Vedanta Lehre hat dies getan. Denn die ganzen Strategien, die der Buddhismus benutzt, gab es auch schon vorher, die hat Buddha ja auch gelernt (er baut vor allem auf die Technik "Neti Neti") auf um den Leerheitsaspekt zu erkennen und zu erforschen. So kommt er zu anatta, was im Grunde richtig ist. Denn die "Seele" ist im Vedanta nur eine Projektion des Selbst, darum auch leer. Ohne "Selbst-Verständnis" bleibt man auf der Stufe der Leere stecken und arbeitet widersinnigerweise weiter mit buddh. Techniken.


    Als Anhänger des Advaita -Vedanta bist du hier im falschen Forum. Den kenne ich übrigens auch und das Selbst bzw. Atman wird dort als Sein, Wissen und Glückseligkeit beschrieben (sat-cit-ananda). Es ist eins mit brahman, dem unveränderlichen ewigen Urgrund, das ursachlose Eine ohne ein Zweites. Aham brahmasmi - ich bin brahman. Es ist unzerstörbar, unerkennbar, unbenennbar, nicht wahrnehmbar. Yajnalkya sagt in der Brihadaranyaka Upanishad (3.5.1.) schreibt: „Nicht kannst du den, der das Sehen ausführt, sehen; nicht den, der das Hören ausführt, hören; nicht den, der das Denken ausführt, denken; nicht den, der das Erkennen ausführt, erkennen.“


    Sie benennen es, beschreiben es, versehen es mit Eigenschaften, behaupten dass es das Ausführende wäre. Aufgrund dieses Widerspruchs ziehe ich die Lehre des Buddha vor. Nichts wahrnehmen und erkennen ist Erlöschen - Nibbana. Wie kann man von etwas sprechen von dem man nicht sprechen kann, etwas beschreiben das unbeschreiblich ist.


    "Ich bin" das Unbegreifliche aber ihr begreift das nicht - ach bleib mir fern mit sowas. Aber was sich hier nicht alles an Unbuddhisten, Rationalisten, Vedantisten, Säkularisten und was noch alles herumtreibt und jeder weiß es besser als der andere und alle wissen es besser als der Buddha, was natürlich in einem buddhistischen Forum unbedingt verkündet werden muss. Am Besten steht es noch mit denjenigen unter ihnen die sich hier nur darüber klar werden wollen dass die Buddhalehre nicht ihr Ding ist und sich dann verabschieden.

  • Quote from mukti


    „Nicht kannst du den, der das Sehen ausführt, sehen;
    nicht den, der das Hören ausführt, hören;
    nicht den, der das Denken ausführt, denken;
    nicht den, der das Erkennen ausführt, erkennen.“


    Und das heißt umgekehrt aber auch, wenn der Geist die Bedingtheit
    für das entstehen und vergehen von Sehen, Hören, Denken, Erkennen,
    sehen kann, dann weiß er auch das es niemand gibt der das ausführt,
    sondern das sie aufgrund dieser jeweiligen Bedingungen entstehen.
    Auch aus diesem Grunde sind die Satipatthanaübungen so wichtig.

  • Quote

    Eben weil ja nicht erkannt ist das es kein Selbst gibt kommt es zu diesen Fragen.


    Lieber accinca, damit hast du die 3. Frage aber nicht beantwortet:


    Wer ist es denn, der erkannt hat, dass es kein Selbst gibt?


    Wenn du jetzt Shakyamuni sagst, nennst du ja eine Person und behauptest, es sei ein individuelles Selbst gewesen, das nicht identisch mit uns ist.


  • Etwas das ausführt ist eben weder als etwas Persönliches noch als etwas unpersönliches Ewiges erkennbar. Erkennbar ist nur dass diese jeweiligen Funktionen bewusst sind - Sehbewusstsein, Hörbewusstsein usw. Das Bewusstsein hängt davon ab worüber es bewusst ist, wenn nichts da ist worüber es bewusst ist entsteht es nicht.

  • Quote from Selbst
    Quote

    Eben weil ja nicht erkannt ist das es kein Selbst gibt kommt es zu diesen Fragen.


    Lieber accinca, damit hast du die 3. Frage aber nicht beantwortet:
    Wer ist es denn, der erkannt hat, dass es kein Selbst gibt?


    Wenn du jetzt Shakyamuni sagst, nennst du ja eine Person und behauptest, es sei ein individuelles Selbst gewesen, das nicht identisch mit uns ist.

    Nein hat er nicht. Doch das ist ganz einfach wenn Du das verfolgst was er geschrieben hat. Der Geist ist ja das erscheinende Ich, aber in seiner ganz einfachen Erscheinung. Wenn Sinnesobjekte von uns verarbeitet werden dann haben sie schon einen Namen. Da setzt die Erscheinung eines Ich ein, bei dem Gedanken der mit dem verbunden ist was die Sinnestore passiert hat. Sinnesobjekt Sinnestor/Bewusst werden, des Objektes ist gleichzeitig Benennung. nama rupa ist für Menschen nur sehr schwer zu unterscheiden. nama ist der sofort erscheinende Name den das Sinneobjekt für den Bewusstnehmenden trägt, rupa ist das Sinnesobjekt das nicht diese Benennung ist, Baum/nama, rupa/Objekt das als Ding wahrgenommen wird. Das Sinnesobjekt Baum ist als Objekt nicht Baum es ist ein Objekt ohne Rang und Namen.
    In dem Augenblick in dem Du Baum als Gedanke empfängst ist ICH erschienen in seiner einfachsten Form, Eiche ist ein stärkeres ICH, Mooreiche ein noch stärkeres, das heiß durch Vorstellungen starkes ICH. Mooreiche ist eine Vorstellung von Eiche, Eiche eine Vorstellung von Baum und Baum eine Vorstellung von dem Sinnesobjekt das wahrgenommen wird. Wenn Ich sagt das ist ein Baum und der weiß auch das er Baum ist dann handelt es sich um Verblendung die ermöglichen soll das sich ICH mit dem Baum identifizieren kann. Da ist DER Baum und der Baum und Ich sind in einer Welt und Ich bin darum gleich mit dem Baum. Alles ist eins. statt: Alles ist sofort eins.

    Quote

    Wer ist es denn, der erkannt hat, dass es kein Selbst gibt?


    Das macht das ICH, wenn es Zeiten gibt in denen kein ICH gebraucht wurde weil es kein Nachdenken brauchte, dann erkennt das ICH, durch Nachdenken, das es sich in Wirklichkeit nicht gibt. Das ICH verhindert auch diese Erkenntnis durch Aufbau von logischen Schlüssen aus den eigenen Vorstellungen.
    Deine Frage ist ganz einfach zu beantworten: Erkenne Zeiten in denen Du nicht Nachgedacht hast, ganz einfache Frage: Was hast Du gedacht als Du genießt hast? Was hast Du gedacht im Augenblick des Erschreckens? Was hast Du gedacht als Du diesen spannenden Film wahrgenommen hast? Nach diesen Zeiten der Nachdenkenfreiheit erscheint das ICH und erzählt Dir Märchen wo es wahr als es nicht da war.
    Es gibt keinen Atman, es gibt keinen Einen Geist, es gibt keinen Gott, es gibt kein universelles Bewusstsein, es gibt keine Leere, es gibt kein Schicksal. All diese Dinge können nur durch reifliches Nachdenken entstehen also einem sehr intensivem Da-sein von ICH. Das trifft auch auf das wissen wollen zu wer das erkennt das es kein Selbst gibt. Wenn das Selbst nicht gerade erscheint, durch Nachdenken, gibt es kein Selbst und weil es kein Selbst gibt gibt es auch kein Erkennen das das Selbst nicht existiert.


    Zusatz: Nachdenken ist das denken mit Vorstellungen. Überlegen ist das denken mit Sinnesobjekten.
    Nachdenken ist immer an Vorstellungen gebunden die in Einklang mit den Sinnesobjekten gebracht werden SOLLEN.
    Überlegen ist sich etwas vorstellen das immer an Sinnesobjekte gebunden ist, die Vorstellungen an die Sinnesobjekte anpassen.

    Es gibt Unmengen an Metaebenen. Yang. Es gibt eine Ebene der Realität. Yin

    Dahinter gibt es nichts. Ich bin entscheidet Meta- oder Realebene.

    Bedingtes Entstehen in wechselseitiger Abhängigkeit ist Erleben.

    Edited once, last by Ellviral ().

  • Quote from Weltreisender

    Guten Abend!


    Gerade habe ich ein Video gesehen, wo jemand sagte, dass es auch im Buddhismus ein Selbst gebe. Anatman hieße wohl nur "nich das selbst". Er meinte, dass es bedeutet, dass das, was wir erkennen können, von dem wir bisher dachten, dass es das Selbst sei, "nicht das selbst" ist, sondern das Selbst das ist, was beleuchtet und erkennt. Es gibt also ein Selbst, aber es ist nicht lokalisierbar, weil es sich nicht selbst sehen kann...


    Viele Grüße
    Weltreisender


    Hallo Weltreisender,


    unabhängiges Selbst und Bedingtheit:


    in den buddhistischen Lehren gehören das Anatta-Konzept (Nicht-ich) und das "Bedingte Entstehen" zusammen, welches Funktionen sind die man so als Mensch hat und welche sich gegenseitig bedingen. Auch "Anhaftungsgruppen" genannt. Die "Anhaftungsgruppen" sind: Gefühl, Bewusstsein, Körperlichkeit, Wahrnehmung, Geistesformation. Das ewige "Selbst" sei eine Illusion (so sagt man) undzwar weil es kein unabhängiges, unwandelbares und aus sich selber heraus bestehendes und so geglaubtes "Ich" gibt.


    Also zb. gibt es quasi keinen Radfahrer, aber eine Person die Rad fährt. Das macht man ja nicht die ganze Zeit und man wurde auch nicht schon radfahrend geboren, weil man selbst halt mal Rad fährt und mal nicht und das davon abhängt wonach einem grade is, was man grade wahrnimmt, welche Absicht man hat, usw.


    "Illusion" des Selbst:


    Die Illusion besteht also nicht darin, dass dort nichts wäre und man denkt, dass dort etwas sei, sondern dass man etwas verdreht undzwar das was dann in den buddhistischen Modellen an Funktionen unter den "Anhaftungsgruppen" aufgezählt wird, die untereinander zusammenhängen.


    Beispiel: Ich sehe (Funktion: Körperlichkeit), dass die Sonne scheint (Wahrnehmung) und denke mir "Oah, voll schön... (Gefühl und Bewusstsein). Jetzt n bisschen radeln, voll super (Absicht/Geistesformation).". Nach dem buddhistischen Modell korrekt, weil "bedingt". Aber eine verdrehte Ansicht wäre "Ich geh jetzt Rad fahren, weil ich schon als Radfahrer geboren wurde.". Das wäre zb. unlogisch, schon alleine weil ich vermutlich nicht mit Rad rausflutschte. Aber ob verdreht oder nicht, eine Person gibt es ganz offensichtlich trotzdem.


    Auf der Begriffsebene:


    Also der Unterschied ist einmal, ob ich denke "Ich binde mir selbst die Schuhe zu." (klingt ganz ok) oder "Ich binde dem Selbst die Schuhe zu." (kann man machen, klingt aber komisch). Man kann nun die Heilslehre nutzen, um zu lernen und zu beobachten wie das bei einem selbst ist und das zu entdröseln, das heißt damit man zb. nicht den Gedanken und das Gefühl vertauscht (Illusion oder Verdrehtheit) oder zb. nicht sagt, dass man dann zb. die Ansicht die man aktuell hat sei - das verändert sich ja evtl. mit der Zeit, je nach Input, usw.


    "Verdrehtheit" des Nichtselbst:


    Das verwirrende ist nun, dass ich behaupten kann, dass es kein Selbst gibt, aber dann logischerweise implizit immernoch aus dem Vergleich heraus das Selbst mitdenke, das heißt ich denke in Wirklichkeit so: "Ich hatte ein Selbst und nun habe ich kein Selbst mehr.", darum ist eine Ablehnung des Selbst (logisch betrachtet) ebenso falsch, da ich etwas subjektiv vorhandenes und so wahrgenommenes nun im nachhinein ablehne. Die ewige und unveränderbare Ansicht ist aber ebenso falsch (siehe oben) und dann endet die Logik in dem Zusammenspiel der "Bedingungen" (das heißt der oben genannten Gruppen). Also kommt auf die Situation, Umstände und Sichtweise an.


    Ps.: worums hier zu über 50% im Thread geht, das verstehe ich ehrlich gesagt auch nicht.


    So hab ich das verstanden. Wenn da was falsch is, dann kann man das gerne korrigieren.

  • Quote

    In dem Augenblick in dem Du Baum als Gedanke empfängst ist ICH erschienen in seiner einfachsten Form


    Lieber Ellviral, meines Erachtens beantwortest du die Frage genausowenig wie accinca.


    Wer soll denn das "Du" sein, das Gedanken empfängt und dem "Ich" erscheint?


    Wie sollte etwas Nicht-Seiendes eine Erkenntnis verbreiten, das etwas (das Selbst) nicht ist?

  • Das Selbst ist absolut auf dein Hirn, den Vorgängen die im Hirn zu Vorstellungen führen gebunden. Kein Hirn kein Selbst. Es könnte auch so gesagt werden: ohne Frontallappen kein Selbst.

    Es gibt Unmengen an Metaebenen. Yang. Es gibt eine Ebene der Realität. Yin

    Dahinter gibt es nichts. Ich bin entscheidet Meta- oder Realebene.

    Bedingtes Entstehen in wechselseitiger Abhängigkeit ist Erleben.

  • Quote from Selbst
    Quote

    Eben weil ja nicht erkannt ist das es kein Selbst gibt kommt es zu diesen Fragen.


    Lieber accinca, damit hast du die 3. Frage aber nicht beantwortet:
    Wer ist es denn, der erkannt hat, dass es kein Selbst gibt?


    Richtig ist, das ich nicht nur die 3. Frage nicht beantwortet habe, sondern all
    3 Fragen wurden nicht beantwortet. Das kommt daher, das die Fragen falsch
    und aggressiv sind denn die Frage versucht die Antwort schon voraus zu setzen.
    Sieht man aber von diesem Manipulationsversuch einmal ab, dann ist die Antwort "keiner".


    Quote from Selbst

    Wenn du jetzt Shakyamuni sagst, nennst du ja eine Person und behauptest,
    es sei ein individuelles Selbst gewesen, das nicht identisch mit uns ist.


    Der Buddha Gotamo war nicht identisch mit irgend was. Wie kommst du denn darauf?
    Leider hast du noch nicht verstanden, das es sich beim Selbst nur um ein Konzept handelt
    das der Geist konzipiert hat. Aber solche Konzepte sind natürlich auch vergänglich.

  • Quote

    Leider hast du noch nicht verstanden, das es sich beim Selbst nur um ein Konzept handelt
    das der Geist konzipiert hat.


    Lieber accinca, das zu erkennen halte ich nicht für schwer.


    Aber was für ein "Geist" denn? Was ist das denn? Wer hat denn "Geist" konzipiert?


    Wenn "Keiner" erkannt hat, dass es kein Selbst gibt, wie kommst du dann darauf?


    Quote

    Der Buddha Gotamo war nicht identisch mit irgend was


    Nein? Dann müsste man ihn wohl fairerweise als Individuum bezeichnen, denke ich. :wink:

  • Quote from Selbst
    Quote

    Leider hast du noch nicht verstanden, das es sich beim Selbst nur um ein Konzept handelt
    das der Geist konzipiert hat.


    Lieber accinca, das zu erkennen halte ich nicht für schwer.
    Aber was für ein "Geist" denn? Was ist das denn? Wer hat denn "Geist" konzipiert?


    Siehst du also doch viel zu schwer für dich.


    Quote from Selbst

    Wenn "Keiner" erkannt hat, dass es kein Selbst gibt, wie kommst du dann darauf?


    Naja, es gibt eben sowas die achtsames Beobachten des Geistes so kommt der darauf.


    Quote

    Der Buddha Gotamo war nicht identisch mit irgend was


    Nein? Dann müsste man ihn wohl fairerweise als Individuum bezeichnen, denke ich. :wink:[/quote]
    Dann kannst du Schneeflocken auch mit Individuum bezeichnen, denn da ist auch keine wie die andere.
    Aber nicht, das du jetzt denkst ich würde behaupten der Buddha sei ein Schneemensch gewesen. :roll:

  • Quote

    Siehst du also doch viel zu schwer für dich.


    Lieber accinca, nicht nur weichst du der Frage aus, du scheinst auch so betroffen von ihr, dass du nun herablassend werden musst.
    Das ist schade und wohl auch nicht im Sinne Buddhas.


    Quote

    es gibt eben sowas die achtsames Beobachten des Geistes so kommt der darauf


    Was dieser Geist ist, scheint dir aber nicht klar zu sein. Beobachtet da etwas sich selbst? Das kann ja deiner Meinung nach nicht sein, da es ja kein Selbst gibt. Beobachtet da nichts das Nichts? Das erscheint mir auch seltsam, denn wieso sollte ein selbstloser Geist irgendetwas beobachten können?


    All diese Deutungsversuche überzeugen mich nicht. Im ganzen Palikanon tritt uns ein Redner entgegen, der mir ein bisschen so vorkommt wie du. Er versucht dauernd zu sagen, was er nicht ist, und bestätigt es damit nur umso mehr: Da spricht ein Selbst, also ein Ich, das von sich und seinen Meinungen überzeugt ist. "Oh wenn er doch geschwiegen hätte." So aber ähnelt er uns allen.

  • Quote from Selbst


    Was dieser Geist ist, scheint dir aber nicht klar zu sein. Beobachtet da etwas sich selbst? Das kann ja deiner Meinung nach nicht sein, da es ja kein Selbst gibt. Beobachtet da nichts das Nichts? Das erscheint mir auch seltsam, denn wieso sollte ein selbstloser Geist irgendetwas beobachten können?


    All diese Deutungsversuche überzeugen mich nicht. Im ganzen Palikanon tritt uns ein Redner entgegen, der mir ein bisschen so vorkommt wie du. Er versucht dauernd zu sagen, was er nicht ist, und bestätigt es damit nur umso mehr: Da spricht ein Selbst, also ein Ich, das von sich und seinen Meinungen überzeugt ist. "Oh wenn er doch geschwiegen hätte." So aber ähnelt er uns allen.


    Hallo Selbst,


    der Buddha sprach mE vom Ich das nicht aus sich selbst heraus bestehen kann. Ich denke dabei gerade an die Bedingtheit von allem.
    Wie verstehst Du das Ich, Selbst das Buddha ja nur? umreißt um es als nicht intrinsisch zu lehren? Kannst Du es mir wie Buddha es sah kurz skizieren und dazu sagen ob Du da noch mitgehst?
    Ist für Dich das Bewusstsein das Selbst?


    Du musst nicht antworten, weil ich so fordernd auftrete. Auch weil ich euch dazwischengegangen bin. :)


    Ich bin nur interessiert und habe in diesem Forum schon seit längerer Zeit und speziell in diesem Faden bisher wenig gelesen.


    Lieben Gruß
    gbg

  • Quote from Ellviral

    Das Selbst ist absolut auf dein Hirn, den Vorgängen die im Hirn zu Vorstellungen führen gebunden. Kein Hirn kein Selbst. Es könnte auch so gesagt werden: ohne Frontallappen kein Selbst.


    Hallo Ellviral
    Gibt es für Dich das was sich selbst nicht sinnlich wahrnehmen kann (aber evtl. Gedanken?), verkürzt, den Beobachter, der sich selbst nicht beobachten kann nicht oder ist er für Dich nur nicht das Selbst?


    Lasse Dich ruhig aus. Ich bin voll bei der Sache und ganz Ohr.


    Herzlich
    gbg


    P.S.: Ist das Gehirn nicht nur ein für den Gedankenfluss notwendiges aber nicht hinreichendes Leitbündel?