Gibt es ein Selbst?

There are 1,518 replies in this Thread. The last Post () by kesakambalo.

  • Quote from Monday
    Quote from accinca


    Nur der falsche Eindruck und die falsche Ansicht darüber ist dann da aber ein Selbst ist niemals da.


    Korrekterweise muss es hier "mein Selbst" natürlich heißen.


    Das ist in diesem Zusammenhang nicht wesentlich wichtig;
    Selbst oder mein Selbst ist beides nur eine Ansicht und Eindruck
    und der entsteht bedingt durch die Hemmungen bzw. durch die Fesseln.
    Deswegen ist es Ziel der Lehre diese Aufzuheben.

  • Quote

    Dreierlei aber ist das Ergebnis der Taten: entweder bei Lebzeiten reifend oder in der nächsten Geburt, oder bei einer späteren Gelegenheit . . .« (A.VI.63).


    Wie nennt man richtig das, was sich fortsetzt? Karmaformationen, Geistesfaktoren?
    Das ist für die meisten Menschen schwer vorstellbar, also schlagen sie zwei Fliegen auf einmal wenn sie das 'das unvergängliche Selbst' nennen. Dann sind sie einerseits das Problem los und andererseits ist auch das Überleben des eigenen Todes "gesichert".

  • Quote from accinca
    Quote from Monday

    Korrekterweise muss es hier "mein Selbst" natürlich heißen.


    Das ist in diesem Zusammenhang nicht wesentlich wichtig;
    Selbst oder mein Selbst ist beides nur eine Ansicht und Eindruck
    und der entsteht bedingt durch die Hemmungen bzw. durch die Fesseln.
    Deswegen ist es Ziel der Lehre diese Aufzuheben.


    Ich sehe das schon so, dass es eben nur über "mein" Selbst geht, auch deshalb, um nicht "mein" Selbst zu verallgemeinern i.S. von einem ewigen Selbst.
    Dieses, mein Selbst, ist identisch mit den 5 Hemmungen und 10 Fesseln und ich kann die Identität dieser Konzepte nur über die Praxis und damit über die Erfahrung selbst erkennen und entsprechend der Lehrrede MN 2 üben. Dabei können mir natürlich Erfahrene Hilfen geben, aber letztlich muss ich das dann doch "selbst" erfahren.
    http://www.palikanon.com/majjhima/zumwinkel/m002z.html

  • accinca:

    Quote

    Kommt natürlich auf die Analyse an.


    Na, deine jongliert nur mit äußeren Reizen, ob es Wort und Schrift ist oder vermeintlich Andersfährtiges. Ich würde mich ja mal um "das Innere" kümmern, wie Shariputta, Mogga­lāna und Assaji. Geh ich recht in der Annahme, du hast keine Zuflucht genommen?!



    Quote

    * Da sagte der ehrwürdige Assaji dem Wandermönch Sāriputta fol­genden Lehrspruch:


    "Welche Dinge durch Ursa­chen entstehen, diese Ursachen verkündet der Vollendete und auch deren Aufhö­ren, so ist die Lehre des Großen Asketen."


    Während dieser Lehrspruch verkündet wurde, kam bei dem Wandermönch Sāriputta das klare, reine Auge der Wahrheit auf


    Du glaubst doch nicht, die hatten bis dato (viel) nachgedacht, sich zurechtgewiesen(kritisiert) und disputiert ?

  • Man kann auch übersetzen: alle Phänomene entstehen aus Ursachen
    ( so auch die Persönlichkeitsansicht) - das hat Buddha gelehrt,
    und auch wie diese Ursachen verlöschen, das hat der große Asket gelehrt.


    Nun bist du zugange Unwissenheit auszuräumen. Aber Unwissenheit ist nur durch Weisheit auszuräumen. Durch "eigene" Weisheit (Wesensschau) Und was ist mit Aversion und Begierde ? Reißen deine Zurechtweisungen die Wurzel aus ? Nein.

  • Hallo Sakko, und alle Mitlesenden,

    Quote

    ja es gibt dieses Selbst und ist für die Lebenszeit des Körpers daran gebunden.


    Meist kommt es zu keiner Verständigung, weil die Diskutierenden nicht berücksichtigen, dass es in den unterschiedlichen buddhistischen Schulen unterschiedliche Lehrmeinungen gibt. Nun ja, Shit happens!


    Lehrmeinung der Prasangika-Madhyamikas: Es gibt kein inhärentes oder wahrhaftes Ich, aber es gibt ein konventionell, relativ existierendes Ich, ein abhängig existierendes Ich. Es gibt ein Ich, das in Abhängigkeit von seiner Benennungsgrundlage benannt wird. In dieser Form existiert ein Ich. Diese Position wird nicht von allen buddhistischen Schulen akzeptiert.


    ... und der Buddha weiß natürlich, dass das alles nicht so einfach nachzuvollziehen ist. :)



    Zur Lehrmeinung der Prasangika-Madhyamika füge ich hier eine Erklärung des Dalai Lama XIV ein - vielleicht hilft das weiter ...



    .................


    Und nun sollte man sich Folgendes anschauen:


    Die Prasangika-Madhyamikas postulieren also, dass die Person, nur als Begriff existiert, der in Abhängigkeit von den verschiedenen körperlichen und geistigen Faktoren gegeben wird. Innerhalb der Benennungsgrundlage des Selbst, also den Aggregaten, ist nicht ein einzelner Faktor oder ein einziges Element von seiner Seite her als Ich auffindbar. Das Selbst existiert als bloße Benennung in Abhängigkeit von seinen Teilen und hat damit keinerlei Existenz von der Seite der Aggregate her.


    ... und Buddha antwortet dem ehrwürdigen Ananda auf dessen Erkundigung, weshalb er, Buddha, dem Pilger Vacchagotto auf die Frage, ob es ein Ich/ Selbst (Synonyme!) gebe, oder nicht, keine Antwort gegeben habe:


    Quote

    "Hätte ich, Anando, auf die Frage des Pilgers Vacchagatto, ob es ein Selbst gibt, geantwortet: 'Es gibt ein Selbst', so wäre ich den Asketen und Brahmanen gefolgt, die Ewigkeit behaupten. Hätte ich aber, Anando, auf die Frage des Pilgers Vacchagotto, ob es kein Selbst gibt, geantwortet: 'Es gibt kein Selbst', dann wäre ich den Asketen und Brahmanen gefolgt, die Vernichtung behaupten.
    "Hätte ich, Anando, auf die Frage des Pilgers Vacchagotto, ob es ein Selbst gibt, geantwortet: 'Es gibt ein Selbst' würde das der Erkenntnis entsprechen: 'Alle Dinge sind ohne Ich'?"
    "Gewiss nicht, o Herr".
    "Hätte ich aber, Anando, auf die Frage des Pilgers Vacchagotto, ob es kein Selbst gibt, geantwortet: 'Es gibt kein Selbst', so würde der verwirrte Vacchagotto noch mehr in Verwirrung geraten sein: 'Früher hatte ich ein Selbst, jetzt nicht mehr'." S.44.10 Anando - 10. Ānanda Sutta


    ...
    Wenn wir Schüler früher im Unterricht grübelnd über einer Mathe-Arbeit saßen, pflegte unser Lehrer zu sagen: "Manche Aufgabe wurde von Euch schon einmal gelöst; wenn der Text nun umgestellt wurde, bleibt die Aufgabe dieselbe. Ihr müsst lernen, eine Textaufgabe aus verschiedenen Richtungen zu betrachten!"


    So what? :wink:

  • Quote from mkha'

    ... und Buddha antwortet dem ehrwürdigen Ananda auf dessen Erkundigung, weshalb er, Buddha, dem Pilger Vacchagotto auf die Frage, ob es ein Ich/ Selbst (Synonyme!) gebe, oder nicht, keine Antwort gegeben habe:

    Quote

    "Hätte ich, Anando, auf die Frage des Pilgers Vacchagatto, ob es ein Selbst gibt, geantwortet: 'Es gibt ein Selbst', so wäre ich den Asketen und Brahmanen gefolgt, die Ewigkeit behaupten. Hätte ich aber, Anando, auf die Frage des Pilgers Vacchagotto, ob es kein Selbst gibt, geantwortet: 'Es gibt kein Selbst', dann wäre ich den Asketen und Brahmanen gefolgt, die Vernichtung behaupten.
    "Hätte ich, Anando, auf die Frage des Pilgers Vacchagotto, ob es ein Selbst gibt, geantwortet: 'Es gibt ein Selbst' würde das der Erkenntnis entsprechen: 'Alle Dinge sind ohne Ich'?"
    "Gewiss nicht, o Herr".
    "Hätte ich aber, Anando, auf die Frage des Pilgers Vacchagotto, ob es kein Selbst gibt, geantwortet: 'Es gibt kein Selbst', so würde der verwirrte Vacchagotto noch mehr in Verwirrung geraten sein: 'Früher hatte ich ein Selbst, jetzt nicht mehr'." S.44.10 Anando - 10. Ānanda Sutta


    Man muß nicht die Lehrmeinung der Prasangika-Madhyamikas bemühen, um zu zeigen, daß man im rein konventionellen Sinne von "selbst" als Pronomen sprechen kann, das ist schon im PK so.
    Die Frage ist, ob dieser Bezug für S44.10 zutrifft - aus schon genannten Gründen die sich aus 'Früher hatte ich ein Selbst, jetzt nicht mehr' ergeben, ist das aber hier nicht der Fall.

  • Quote from mkha'

    Es gibt ein Ich, das in Abhängigkeit von seiner Benennungsgrundlage benannt wird.
    In dieser Form existiert ein Ich. Diese Position wird nicht von allen buddhistischen Schulen akzeptiert.


    Bei allen Worten ist es letztlich entscheidend wie wie verstanden werden.
    So kann man manche Sätze auch verschieden verstehen. Daher wäre es am besten,
    wenn immer man kann, die Sätze möglichst so zu schreiben das sie eindeutig sind.
    So würde ich deinen obigen ersten Satz so geschrieben haben:
    Es gibt kein Ich, das in Abhängigkeit von seiner Benennungsgrundlage
    benannt wird. Aber es gibt natürlich eine Vielfalt von Dingen die je nach beliebigen
    Umständen als Ich oder Mein bezeichnet werden.
    Insbesondere auch der emotionale wie auch rationale Wille mit seinen
    jeweiligen Motiven die als Ich bezeichnet werden, womit die Falle
    zugeschnappt ist wenn dies nicht mit möglichst großen Abstand erkennt wird.
    Ist dieser Abstand nicht vorhanden, kommt es zur vollständigen Identifizierung und
    damit zum Glauben an einem eigenständigen und autonomen Ich.
    Am Anfang des Weges mag dies manchem nicht so wichtig erscheinen, aber
    für die höhere Lehre wird diese Erkenntnis zwingend notwendig das vom Buddha
    gelehrte Ziel erreichen zu können. Je dünner das Anhangen an körperlichen und
    an geistigen Dingen wird und damit das Interesse nachläßt je leichter sollte aber
    auch diese Durchschauung möglich sein.

  • http://www.dhamma-dana.de/buec…icht-Selbst_Strategie.pdf


    Seite 17 ist im Hinblick auf die Definition des fehlenden Selbst sehr aufschlussreich.


    Und zuvor - das Anhaften am Körper, Geist, Bewusstsein und anderen Objekten in dieser Art (Selbst-Illusion): Nie wird an mehr als einem festgehalten. Das bedeutet, dass es kein wirres, undurchdringliches Durcheinander gibt, sondern alle Arten des falschen Glaubens eine nach der anderen aufgelöst werden können. Die Voraussetzung dazu ist, dass man jedes Objekt bewusst angeht und analysiert.


    Satipatthāna

  • Quote from Yofi

    http://www.dhamma-dana.de/buec…icht-Selbst_Strategie.pdf


    Seite 17 ist im Hinblick auf die Definition des fehlenden Selbst sehr aufschlussreich.


    Das ist eben nur eine Definition, genau wie auch das Nicht-Selbst erstmal nur Definition ist. Das Problem taucht dann auf, wenn einer Nicht-Selbst, also was nicht-existierendes glaubt erfahren zu haben. Es kann nämlich nur "Selbst" erfahren werden.
    Ganz besonders merkwüdig kommt der Text dann hier:

    Quote

    Körper und Geist sind kein Selbst, denn sie sind nur Illusion, das heißt nicht wesentlich, ohne Kern. Wenn wir unseren Geist von dem Anhaften an sich selbst abbringen können, wird er unverzüglich herausfinden, daß er an sich gar nicht existiert. Was existiert sind lediglich dhamm¤ , von der
    Natur zu einer Art Marionette geformt, die wahrnehmen und denken kann.


    Wer bringt denn da "seinen" Geist von sich selbst ab?
    Die eigentliche Schwierigkeit sehe ich darin, dass eben weltliche Sicht und überweltliche Sicht nur auf der Sprachebene zu trennen sind - in Wirklichkeit gibt es da keine Trennung, sondern eben Identität.

    Quote


    Und zuvor - das Anhaften am Körper, Geist, Bewusstsein und anderen Objekten in dieser Art (Selbst-Illusion): Nie wird an mehr als einem festgehalten. Das bedeutet, dass es kein wirres, undurchdringliches Durcheinander gibt, sondern alle Arten des falschen Glaubens eine nach der anderen aufgelöst werden können. Die Voraussetzung dazu ist, dass man jedes Objekt bewusst angeht und analysiert.


    Satipatthāna


    Solange da einer im unterscheidenden Bewusstsein hängen bleibt, kann er natürlich zwischen Illusion und Wahrheit unterscheiden, aber auch das ist Illusion und Resultat des Denkens. Das Denken aber ist ja was Aufgesetztes und Konzept. Daher heißt es ja bei Dogen - Körper-Geist fallen lassen - schmeiss das weg und steh' auf und hör diese ganze kopfgeburtige Gefasel auf. Und klar - mach Sattipatthana - da ist man beschäftigt und kommt nicht auf solche weiteren seltsamen Gedanken.

  • Ein alter Spruch: Theorie und Praxis in ausgeglichenem Verhältnis üben. Das Üben allein hätte keine Inspiration und würde sich nicht weiter entwickeln, die Theorie allein verursacht Kopfschmerzen und Überdruß.


    Man braucht ein Schema, was z. B. das hier sein kann:


    Quote

    Man kann zwei Kategorien unterscheiden, nämlich die gestalteten dhamm¤, Gestaltungen, Gebilde, Phänomene und das Nicht-Gestaltete. Gestaltete Dinge (sa³khatadhamm¤) haben Scheincharakter.


    Quelle: s. Link oben


    Egal welche Objekte betrachtet werden, sie sind zusammengesetzt, voneinander abhängig, vergänglich. Dass dieses Üben längere Zeiträume oder Leben für sich beanspruchen wird, darauf muss man sich einstellen. Rechte Anstrengung, Ausdauer. In den Texten findet man die Einsicht nicht, weil sie ein Zustand ist, den man sich erst erarbeiten muss.


    Nach einem bekannten Schema setzt sich das Geistige aus dem Geist, der klar ist (unterliegt keinem Wandel, sakhatadhamma) und den Faktoren, die Illusionen hervorbringen, weil sie den Geist in seiner Urgestalt nicht kennen und ihn in der Körper-Geist-Formation suchen.


    Darum gibt es zwei Übungswege, die sich gegenseitig ergänzen:


    1) Einsicht in die Vergänglichkeit der Phänomene


    2) Einsicht in die Natur der Geistes


    Alle Texte sind als Inspiration oder Anleitung zur Praxis gemeint, in ihnen selbst ist Wahrheit nicht zu finden. Im Denken ist diese Wahrheit nicht zu finden, wenn aber auch geordnete Denkweisen und Sittlichkeit die Grundpfeiler der Achtsamkeit und daher vor allem am Anfang wichtig sind.


    Auch kann man nur mit der Erkenntnisfähigkeit arbeiten, die vorhanden ist. Die Wünsche nach einer anderen, besseren sowie Klagen, die diese Wünsche begleiten mögen, gehören nicht zur Übung. Das muss man sich schlicht verkneifen. Erkenntnisfähigkeit entwickelt sich im Prozess der Übung von selbst. Man fängt mit dem Verständnis an, das man jetzt hat, und wird nach einiger Zeit feststellen, dass es sich immer weiter steigert. Fängt man mit der Betrachtung des Körpers und anderer grobstofflichen Objekte an, entdeckt man, dass dieser Weg sehr einfach ist. Was sind diese Erscheinungen, wo kommen sie her, was waren sie früher, was werden sie nachher sein. Einfache Objekte wird man einige Zeit danach für feinstoffliche tauschen können, weil der Weg der Jhanas seine Eigendynamik entwickelt. Man muss nichts Fantastisches unternehmen (im Denken), sondern nur da sein und Geduld zum Üben haben, die sich mit der Zeit ohnehin in ein echtes Wollen verwandelt, weil das Erleben, das aus den Mühen hervorgeht, u. a. zur Motivation zum Weitermachen wird.


    Quote from Monday


    Ganz besonders merkwüdig kommt der Text dann hier:

    Quote

    Körper und Geist sind kein Selbst, denn sie sind nur Illusion, das heißt nicht wesentlich, ohne Kern. Wenn wir unseren Geist von dem Anhaften an sich selbst abbringen können, wird er unverzüglich herausfinden, daß er an sich gar nicht existiert. Was existiert sind lediglich dhamm¤ , von der
    Natur zu einer Art Marionette geformt, die wahrnehmen und denken kann.


    Wer bringt denn da "seinen" Geist von sich selbst ab?


    Das geht z. B. aus diesem Model hervor:


    https://de.wikipedia.org/wiki/Vijnana


    Auch das Bewusstsein ist zusammengesetzt, die Faktoren funktionieren in der Abhängigkeit von anderen Phänomenen. Eines darf man dabei nicht vergessen - bei den Arten des Bewusstseins geht es um einen Prozess, sie sind Faktoren, keine Objekte.


    Quote

    Die eigentliche Schwierigkeit sehe ich darin, dass eben weltliche Sicht und überweltliche Sicht nur auf der Sprachebene zu trennen sind - in Wirklichkeit gibt es da keine Trennung, sondern eben Identität.


    Um die Sprache geht es nicht, sie ist in dem ganzen Prozess nur ein Medium, keine Lösungsebene.


    Quote

    Solange da einer im unterscheidenden Bewusstsein hängen bleibt, kann er natürlich zwischen Illusion und Wahrheit unterscheiden, aber auch das ist Illusion und Resultat des Denkens. Das Denken aber ist ja was Aufgesetztes und Konzept.


    Genau, deshalb lässt man sich auf Texte ein, die andere Möglichkeiten bieten, die keine Auslöser der falschen Sicht- und Handlungsweisen sind, sondern ihr Wesen erklären. In MN 1 findet man z. B. Beispiele dazu, welche Herangehensweise hinsichtlich (auch) der Praxis zu vermeiden wäre. Achtsamkeit ist ein Mittel dazu, sich da eine bessere Position zu erarbeiten, die durch Erkenntnis- und Beobachtungsmethodik eine Ebene über der herkömmlichen, angeboreren Wahrnehmungsweise bildet. (Man kann sagen "über" aber auch "durchdringend")


    Quote

    Daher heißt es ja bei Dogen - Körper-Geist fallen lassen -


    Das Gleiche geschieht z. B. auch bei der Visualisation, man baut sich eine Ebene auf, auf der man zumindest für die Dauer der Meditation einen von der Dualität ungestörten Kontrast erleben kann, einen Ausblick auf das Absolute. Selbstverständlich ist dies nur eine Vorstellung, aber diese Vorstellung hat eine Auswirkung auf die bisherige Wahrnehmungsweise. In dieser Zeit hat das Geistige die Freiheit sich zu wandeln. Darum ist jede, auch nur kurze oder in den Alltag integrierte Meditation immer ein Zugewinn.

  • Quote from Yofi

    Nach einem bekannten Schema setzt sich das Geistige aus dem Geist, der klar ist (unterliegt keinem Wandel, sakhatadhamma) und den Faktoren, die Illusionen hervorbringen, weil sie den Geist in seiner Urgestalt nicht kennen und ihn in der Körper-Geist-Formation suchen.


    Aha "bekannten Schema" was für ein "bekanntes Schema"- kenn ich gar nicht. Wie heißt deine Lehre?
    Mit dem Buddha kann das ja nichts zu tun haben.

  • Quote from accinca

    ... Je dünner das Anhangen an körperlichen und
    an geistigen Dingen wird und damit das Interesse nachläßt je leichter sollte aber
    auch diese Durchschauung möglich sein.


    Meine Güte, Accinca, da hast Du Dir aber Mühe gegeben, endlich mal einen Beitrag so zu schreiben, dass - zumindest für mich - ersichtlich wird, dass Du auch wirklich weißt, wovon Du immer schreibst.
    Danke
    _()_ Monika

    Ich bin der Wahrheit verpflichtet, nicht der Beständigkeit.
    Gandhi

  • Quote from accinca
    Quote from Yofi

    Nach einem bekannten Schema setzt sich das Geistige aus dem Geist, der klar ist (unterliegt keinem Wandel, sakhatadhamma) und den Faktoren, die Illusionen hervorbringen, weil sie den Geist in seiner Urgestalt nicht kennen und ihn in der Körper-Geist-Formation suchen.


    Aha "bekannten Schema" was für ein "bekanntes Schema"- kenn ich gar nicht. Wie heißt deine Lehre?
    Mit dem Buddha kann das ja nichts zu tun haben.


    Nun brichst Du wieder ein in das ewige Gemurmel von "mit Buddha kann das ja nichts zu tun haben".

    Ich bin der Wahrheit verpflichtet, nicht der Beständigkeit.
    Gandhi

  • Quote

    Yofi:
    Auch kann man nur mit der Erkenntnisfähigkeit arbeiten, die vorhanden ist. Die Wünsche nach einer anderen, besseren sowie Klagen, die diese Wünsche begleiten mögen, gehören nicht zur Übung. Das muss man sich schlicht verkneifen. Erkenntnisfähigkeit entwickelt sich im Prozess der Übung von selbst. Man fängt mit dem Verständnis an, das man jetzt hat, und wird nach einiger Zeit feststellen, dass es sich immer weiter steigert. Fängt man mit der Betrachtung des Körpers und anderer grobstofflichen Objekte an, entdeckt man, dass dieser Weg sehr einfach ist. Was sind diese Erscheinungen, wo kommen sie her, was waren sie früher, was werden sie nachher sein. Einfache Objekte wird man einige Zeit danach für feinstoffliche tauschen können, weil der Weg der Jhanas seine Eigendynamik entwickelt. Man muss nichts Fantastisches unternehmen (im Denken), sondern nur da sein und Geduld zum Üben haben, die sich mit der Zeit ohnehin in ein echtes Wollen verwandelt, weil das Erleben, das aus den Mühen hervorgeht, u. a. zur Motivation zum Weitermachen wird.


    Ich habe nur diesen Text kopiert, möchte aber betonen, dass mir Deine gesamte Argumentation sehr gefällt, Yofi!
    Danke
    _()_

    Ich bin der Wahrheit verpflichtet, nicht der Beständigkeit.
    Gandhi

  • Quote from Monday


    Das ist eben nur eine Definition, genau wie auch das Nicht-Selbst erstmal nur Definition ist. Das Problem taucht dann auf, wenn einer Nicht-Selbst, also was nicht-existierendes glaubt erfahren zu haben. Es kann nämlich nur "Selbst" erfahren werden.


    Es kann auch anders erfahren werden und wird im Nachhinein so interpretiert, und zwar mit Gewissheit. Sonst hätte auch der Buddha seine eigene Erleuchtung nicht mitteilen und er hätte auch gar nicht über das Nicht-Selbst sprechen können.


    Quote

    Solange da einer im unterscheidenden Bewusstsein hängen bleibt, kann er natürlich zwischen Illusion und Wahrheit unterscheiden, aber auch das ist Illusion und Resultat des Denkens. Das Denken aber ist ja was Aufgesetztes und Konzept. Daher heißt es ja bei Dogen - Körper-Geist fallen lassen - schmeiss das weg und steh' auf und hör diese ganze kopfgeburtige Gefasel auf. Und klar - mach Sattipatthana - da ist man beschäftigt und kommt nicht auf solche weiteren seltsamen Gedanken.


    Warum diese Ironie? Zu Beginn des Weges muss ich mir doch erstmal mit entsprechenden Mitteln weiterhelfen, ich muss den Pfad doch erstmal intellektuell verstehen. Vielleicht nicht jeder, aber üblicherweise. Sonst hätte der Buddha ja sein ganzes "Gefasel" lassen können.
    _()_

    Ich bin der Wahrheit verpflichtet, nicht der Beständigkeit.
    Gandhi

  • Quote from Monday


    Das ist eben nur eine Definition, genau wie auch das Nicht-Selbst erstmal nur Definition ist. Das Problem taucht dann auf, wenn einer Nicht-Selbst, also was nicht-existierendes glaubt erfahren zu haben. Es kann nämlich nur "Selbst" erfahren werden.


    Solange da einer im unterscheidenden Bewusstsein hängen bleibt, kann er natürlich zwischen Illusion und Wahrheit unterscheiden, aber auch das ist Illusion und Resultat des Denkens. Das Denken aber ist ja was Aufgesetztes und Konzept. Daher heißt es ja bei Dogen - Körper-Geist fallen lassen - schmeiss das weg und steh' auf und hör diese ganze kopfgeburtige Gefasel auf. Und klar - mach Sattipatthana - da ist man beschäftigt und kommt nicht auf solche weiteren seltsamen Gedanken.


    Diese beiden Sätze bergen Widersprüche.
    Wer seinen Körper-Geist und von daher auch das Denken noch nicht weggeschmissen hat, kann schnell erkennen, dass der Verfasser dieser Zeilen mit den verschiedenen Erklärungsebenen der Buddha-Lehre so seine Probleme hat.

  • Quote

    Diese beiden Sätze bergen Widersprüche.
    Wer seinen Körper-Geist und von daher auch das Denken noch nicht weggeschmissen hat, kann schnell erkennen, dass der Verfasser dieser Zeilen mit den verschiedenen Erklärungsebenen der Buddha-Lehre so seine Probleme hat.


    Dir ist aber hoffentlich klar, dass Du hier nur Deine Meinung wiedergibst, keine absolute Wahrheit? Oder etwa doch?

    Der Sinn des Lebens besteht darin, Rudolph, dem Schwurkel, den Schnabel zu kraulen.

  • Quote from Doris Rasevic-Benz

    [
    Dir ist aber hoffentlich klar, dass Du hier nur Deine Meinung wiedergibst, keine absolute Wahrheit? Oder etwa doch?


    Ja, meine Meinung, Ansicht oder Vorstellung, wie auch immer und was auch sonst.
    Ich würde dazu konkrete Stellungnahmen begrüßen.

  • Quote from accinca
    Quote from Yofi

    Nach einem bekannten Schema setzt sich das Geistige aus dem Geist, der klar ist (unterliegt keinem Wandel, sakhatadhamma) und den Faktoren, die Illusionen hervorbringen, weil sie den Geist in seiner Urgestalt nicht kennen und ihn in der Körper-Geist-Formation suchen.


    Aha "bekannten Schema" was für ein "bekanntes Schema"- kenn ich gar nicht. Wie heißt deine Lehre?
    Mit dem Buddha kann das ja nichts zu tun haben.


    Das ist in dem Text erklärt. Das Überweltliche und Weltliche kann man auch sagen, der universelle Geist und der mit dem Körperlichen verbundener. Da steht so in den Lehrreden nicht? Wie dann?


    "Die Natur des Geistes ist Klarsein und Erfassen" - das ist das bekannte Schema. Ein Konzept um besser sprachlich zu veranschaulichen.


    (wird z. B. von Geshe Rabten in "Stufen des Bewusstseins" gelehrt)


    Dagegen fällt m. E. im Buddhistischen Wörterbuch eine Abgrenzung des Bewusstseins als Faktor der Koordinierung, was widerum im Abhidhamma klar dargelegt wird.


    So werden z. B. hier Geist, Bewusstsein und Faktoren gleichgesetzt:


    http://www.palikanon.com/wtb/citta.html


    hier kommt aber die Unterscheidung zwischen dem Geist und Faktoren nach Abhidhamma (wenn auch nur grob skizziert):


    http://www.palikanon.com/wtb/mano.html


    "Beim Kommentar in Vis. ..." (Text) - ergibt sich für mich der nächste Widerspruch, weil das Bewusstsein nach Abhidhamma weder mit Bewußtem noch mit Unbewußtem verglichen wird, sondern einen Faktor darstellt, der vom Beiden unabhängig koordiniert. Darum wird auch der Weiterentwicklung des Bewusstseins eine Rolle zugeteilt und nicht den weltlichen oder überweltlichen Merkmalen. Die vorhandenen Wechselwirkungen sind letztendlich bedingt und vergänglich.

  • Quote

    Ja, meine Meinung, Ansicht oder Vorstellung, wie auch immer und was auch sonst.
    Ich würde dazu konkrete Stellungnahmen begrüßen.


    Das war doch konkret.


    Mit den Gedankengirlanden lasse ich Euch jedoch gerne alleine spielen.

    Der Sinn des Lebens besteht darin, Rudolph, dem Schwurkel, den Schnabel zu kraulen.