Gibt es ein Selbst?

There are 1,494 replies in this Thread. The last Post () by Max Schenzle.

  • Quote from Sudhana
    Quote from bel

    was denn bloß für ein "Fleischleib"?


    Tippfehler. Schreibt sich mit "a". Fleischlaiberl. Faschierte ... 8) Sowas gibt's halt auf'm Anteidschi ned ...


    Dabei hatten wir sogar mal einen Ösi-Tenzo, aber in dem Jahr brachte keiner ein Inoshishi hoch :(

  • Quote from bel

    was denn bloß für ein "Fleischleib"?


    Es gibt verschiedene Bezeichnungen er wird auch "Beule" genannt.


    Quote

    Darum aber, Rādho, sollst du die Form als den Tod ansehn, als den Töter ansehn, als das Zutodekommen ansehn, als Siechtum ansehn, als Beule ansehn, als Stachel ansehn, als Übel ansehn, als übel geartet ansehen.

  • Quote from accinca
    Quote from bel

    was denn bloß für ein "Fleischleib"?


    Es gibt verschiedene Bezeichnungen er wird auch "Beule" genannt.

    Quote

    Darum aber, Rādho, sollst du die Form als den Tod ansehn, als den Töter ansehn, als das Zutodekommen ansehn, als Siechtum ansehn, als Beule ansehn, als Stachel ansehn, als Übel ansehn, als übel geartet ansehen.


    Das ist ganz offensichtlich falsch und aus dem Zusammenhang gerissen, du zitierst einfach nicht weiter: als "Beule" wird hier der gesamte Khandha-Zusammenhang bezeichnet, nämlich auch "Gefühl, Wahrnehmung, Unterscheidungen, Bewußtsein"

  • Hallo,
    ja ich bin auch der Meinung, dass es in der buddh. Lehre ein Selbst gibt. Das Selbst ist mit dem Körper
    verbunden so lange er lebt. Nachher wird bei der Reinkarnation je nach dem positiven oder negativen
    Karmastand, wiedergeborenl.
    Dieses Selbst wird auch Leuchtwesen oder Lichtwesen genannt.


    sakko


  • Dieses Zitat aus dem Visuddhi Magga scheint mir nicht so zuverlässig.


    Es wird in den Lehrreden klar gesagt, dass Daseinsgruppen mit der Geburt eines Wesens enstehen und dem Tod eines Wesens sich auflösen. Aber Wesen sind nicht notwendig auf Daseinsgruppen angewiesen:


    Quote

    Es gibt diese vier Arten von Nahrung zur Erhaltung der Lebewesen ( sattānaṃ ), die bereits ins Dasein getreten sind, und als Stütze für jene, die im Begriff sind wiederzuwerden ( sambhavesīnaṃ ).


    (Majjhima Nikāya 9: Richtige Ansicht - Sammādiṭṭhi Sutta)


    Quote from accinca

    Begehren nach einem Selbst ist genau so Begehren wie das Begehren nach Selbstvernichtung. Beides ist Begehren. Das ist aber sowieso klar. Beides setzt aber den Glauben an ein Selbst voraus.


    Nein.


    Warum sollte das so sein?


    Viele Grüße
    Elliot

  • Der Stuhl hat eine Lehne und vier Beine und eine Sitzfläche, weil unsere Begriffe so scharf sind! So könnte man doch auch argumentieren? Oder nicht?


    Ich meine nimm scharfe Begriffe und Du glaubst an nur geleimte Stuhlteile?
    Aber die einheitliche Farbe verbindet den Stuhl womöglich zumal, wenn er aus einem einzigen Stück Holz gedrechselt ist?


    Auch mögliches Gegenargument:
    Ist es nicht häufig auch so, dass man nicht weiß, ob zum Beispiel ein Ding ein Schreibblock zum Beispiel, zum Beispiel zur Schule oder zum Stift gehört? Aber vielleicht ist das ja nur eine Illusion? Und der Block gehört zu sich selbst als Selbst!

  • Es gibt doch die Geschichte von dem Elefanten und den Blinden.
    Der Elefant kann nicht als Ganzer als Selbst erkannt werden. Ist das die Pointe?


    Ich biete euch noch ein Bild von einer Spinne im Netzt dem Willen. Das Netz hängt an einem Baum, dem Bewusstsein. Bewegt sich der Wille mit Spinnengeist wild hin und her, schwingt das ganze Netz und das Bewusstsein regiestriert das ganze Drama für die Spinne oder durch die Spinne.
    Ist dass sich das Bewusstsein nicht selbst erkennen kann hier die Pointe? Also kein Selbst ist sonden nur eine Registratur?

  • Quote from gbg


    Ist dass sich das Bewusstsein nicht selbst erkennen kann hier die Pointe? Also kein Selbst ist sonden nur eine Registratur?


    Das Bewusstsein erkennt sich nicht selbst, sondern lediglich die objektive Welt.
    Die Geistfaktoren sind für die subjektiven Eindrücke und Erlebnisse zuständig, in dem sie die äußeren Dinge, die ja ohne „Ich, Mein, Selbst“ sind, aus dem Fundus früherer Erfahrungen als dies oder jenes interpretieren.
    Auch die Geistfaktoren erkennen sich nicht selbst. Der eine Geistfaktor fungiert praktisch als Zuträger für den anderen usw. und das was dabei herauskommt, ist eben die Illusion eines „Ich, Mein, Selbst“

  • Es gibt einige Quellen, die keine Ansichten, sondern Wissen vermitteln. Wenn man irgendwann damit aufhören kann, eigene vorgefasste Meinung und Vorstellungen für das Maß aller Dinge zu halten bzw. sich vom Zwang, eine Lehre selbst entwickeln zu müssen befreien kann, tun sich manchmal Welten auf. Z. B. hier - Konzepte des buddhistischen 'Selbst', an vielen Beispielen demonstriert. Ein Lernstoff für viele lange Abende, u. a. weil das alles auch in der Meditation verifizierbar ist. Und das bedeutet: üben, üben, üben.
    Viel Erfolg.


    https://www.youtube.com/watch?v=jU1HOAS-mJs

  • Quote from Yofi

    ... Ein Lernstoff für viele lange Abende, u. a. weil das alles auch in der Meditation verifizierbar ist. Und das bedeutet: üben, üben, üben.


    ... dachte sich die Taube, und drehte noch eine Runde.

  • Quote from accinca

    Begehren nach einem Selbst ist genau so Begehren wie das Begehren nach Selbstvernichtung. Beides ist Begehren. Das ist aber sowieso klar. Beides setzt aber den Glauben an ein Selbst voraus.


    bhava-tanha ist ja nicht direkt Begehren nach einem Selbst, sondern Begehren nach Dasein, "Lebensdurst" sozusagen.


    Und ich denke mal, es wird sehr viele Wesen geben, die Verlangen nach Dasein besitzen, aber dabei dennoch keinerlei bis kaum eine Idee haben von Begriffen wie Ich, mein oder Selbst. Tiere zum Beispiel.


    Viele Grüße
    Elliot


  • Oh, oh - das ist ein gefährlicher Gedanke Elliot

  • Ich sehe begehren von wollen befreit, also nicht mit "wollendem Verlangen nach" gleichgesetzt. Begehren also ohne denkendem Verstand ist. Ein Selbst verlangt, es begehrt nie doch es verwendet begehren so hinterhältig das die Verlangende Gier verschleiert wird.

    Sein oder Nicht-Sein, das ist hier die Frage?

    Sein und Nicht-Sein, das ist hier die Antwort.

  • Der Wille zu Handlungen/Dasein und das Begehren nach Sinneneindrücken/Gefühl sind m.W. zwei paar Stiefel.

    Der "Wille" nach Dasein bedingt die Handlungen und somit wiedergeburtserzeugendes Karma !
    Das Begehren, bzw. die Gier nach Sinneneindrücken/Gefühl bedingt als karmische Wirkung das Ergreifen und somit "Leid“.

  • Quote from Elliot
    Quote from accinca

    Begehren nach einem Selbst ist genau so Begehren wie das Begehren nach Selbstvernichtung. Beides ist Begehren. Das ist aber sowieso klar. Beides setzt aber den Glauben an ein Selbst voraus.


    bhava-tanha ist ja nicht direkt Begehren nach einem Selbst, sondern Begehren nach Dasein, "Lebensdurst" sozusagen.
    Und ich denke mal, es wird sehr viele Wesen geben, die Verlangen nach Dasein besitzen, aber dabei dennoch keinerlei bis kaum eine Idee haben von Begriffen wie Ich, mein oder Selbst. Tiere zum Beispiel.


    Schade, das du den Zusammenhang nicht selber erkannt hast,
    Den Glauben an "sich Selbst" und "Ich bin" und die Neigung danach
    haben natürlich alle Wesen, unabhängig davon ob sie Begriffe wie
    wie Ich, Mein oder Selbst denken können oder nicht.

  • Quote from Stero
    Quote from accinca

    Den Glauben an "sich Selbst" und "Ich bin" und die Neigung danach
    haben natürlich alle Wesen, unabhängig davon ob sie Begriffe wie
    wie Ich, Mein oder Selbst denken können oder nicht.


    Fast könnte man meinen du hättest Tsongkhapa nicht nur gelesen sondern sogar verstanden. :wink:


    Wozu, wenn es doch die Lehrreden des Buddha gibt. :wink:

  • Quote from accinca


    Schade, das du den Zusammenhang nicht selber erkannt hast,
    Den Glauben an "sich Selbst" und "Ich bin" und die Neigung danach
    haben natürlich alle Wesen, unabhängig davon ob sie Begriffe wie
    wie Ich, Mein oder Selbst denken können oder nicht.


    eben. und deswegen ist durst nach dasein oder entgültigem tod auch nicht aufzuheben indem ein wesen: ich bin nichts ,
    oder: da ist nichts ist inhärent oder sonst was 'denkt' - beziehungsweise begehrt. das verstehst du nicht.