Gibt es ein Selbst?

There are 1,518 replies in this Thread. The last Post () by kesakambalo.

  • Quote from Monday

    Buddha hat gelehrt, dass alle Dinge nicht-selbst sind.
    Das heißt nicht, dass er gelehrt hat, es gäbe kein Selbst. ....


    Das muß man sich mal reinziehen.
    Da bleibt die Spucke weg. Welch ein Unsinn.
    Da möchte man annehmen sowas kann nur durch eine Gehirnwäsche passieren.


    Quote from Monday

    Da bin ich froh, dass das Forum so einen wie dich hat, der uns hier erzählt,
    was der Buddha gelehrt hat. Was wären wir ohne dich?


    Ich befürchte es wäre genau wie es jetzt ist.

  • Quote from accinca
    Quote from Monday

    Buddha hat gelehrt, dass alle Dinge nicht-selbst sind.
    Das heißt nicht, dass er gelehrt hat, es gäbe kein Selbst. ....


    Das muß man sich mal reinziehen.
    Da bleibt die Spucke weg. Welch ein Unsinn.
    Da möchte man annehmen sowas kann nur durch eine Gehirnwäsche passieren.


    http://www.palikanon.com/wtb/paramattha.html
    Du schmeisst gern die unterschiedlichen Sichtweisen durcheinander, damit du hier erst Verwirrung stiften kannst, um dann als der zu erscheinen, der die Dinge klärt.



    Quote from accinca
    Quote from Monday

    Da bin ich froh, dass das Forum so einen wie dich hat, der uns hier erzählt,
    was der Buddha gelehrt hat. Was wären wir ohne dich?


    Ich befürchte es wäre genau wie es jetzt ist.


    Gut zu wissen - aber weshalb befürchtest du das? Wenn es ohne dich genauso ist, wie mit dir, was machst du dann hier?

  • "Er erkennt das Gehörte unmittelbar als das Gehörte. Nachdem er das Gehörte unmittelbar als das Gehörte erkannt hat, sollte er sich nicht das Gehörte vorstellen, er sollte sich nicht Vorstellungen im Gehörten machen, er sollte sich nicht Vorstellungen vom Gehörten ausgehend machen, er sollte sich nicht vorstellen 'das Gehörte ist mein', er sollte sich nicht am Gehörten ergötzen. Warum ist das so? Damit er es vollständig durchschauen möge, sage ich."


    MN1

  • moni:

    Quote

    Wie gut, wenn wir wissen, dass wir noch lernen müssen.


    Das wiederholst du oft, ist aber nicht Usus in der Dharma Praxis. Die Theorie passt auf ein Din4 Blatt. Das eigentliche "Lernen" geschieht doch aus Erfahrungswissen- und Wesensschau und Selbstergründung ist hier unabdingbar (Kalamer Sutra)
    Das unaufhörlich mit eigenen Ansichten garnierte Vorlegen der Gelehrtenfraktion dient doch nur ihrer Selbstversicherung; Bedeutung, Besonderheit, Ausschließlichkeit und eben Inhärenz erzeugendes Ego Gedöns - auch so ne Finte Mara s. Radikalismus und Süffisanz überzeugt mich gewiss nicht, ganz unabhängig davon, ob ich den Inhalt richtig oder falsch finde.

  • So lange man sich getrennt von anderen sieht und und im Konkurrenzverhältnis zum 'Außen' steht, ist das Praktizieren ein Selbstbetrug. Wenn es einem dabei schlecht geht und man aggressiv und ausgrenzend agiert, ist es kein Beweis dafür, dass das 'Außen' der Auslöser dafür ist. Das schlechte Gefühl ist eine Warnung, dass der Weg hier lang nicht führt.

  • Quote from Yofi

    So lange man sich getrennt von anderen sieht und und im Konkurrenzverhältnis zum 'Außen' steht, ist das Praktizieren ein Selbstbetrug. Wenn es einem dabei schlecht geht und man aggressiv und ausgrenzend agiert, ist es kein Beweis dafür, dass das 'Außen' der Auslöser dafür ist. Das schlechte Gefühl ist eine Warnung, dass der Weg hier lang nicht führt.


    Noch so ein Voranträger. Pass auf dass die Fackel nichts anzündet.
    Also man hat nur zu praktizieren, wenn man sich gut fühlt ? Oder "um zu" dies und das ? Liebenswürdig,stets gleichmütig, nett ? Willst du das der Welt mitteilen ? Warum?
    Du weißt, dass Gleichmut oft mit der Ignoranz verwechselt wird ?
    Dieses Thema lohnte sich schon eher mal "durchzukauen". Also: Warum wird Unwissenheit/Verblendung oft auch als Ignoranz bezeichnet ( und im Zen auch als Torheit und Blödheit ) ?( Nein, es hat nichts mit Dummheit und Intelligenz zu tun)

  • Ich glaube gelesen zu haben, dass man in dem Fall noch einmal ganz von vorne anfangen sollte.

  • Quote from Morpho

    moni:

    Quote

    Wie gut, wenn wir wissen, dass wir noch lernen müssen.


    Das wiederholst du oft, ist aber nicht Usus in der Dharma Praxis.


    Oft :wink: ? Na, dann muss ich nochmal hingucken, wenn dem so ist.


    Aber mit "nicht Usus in der Dharma Praxis" magst Du Recht haben. Das ist eben die Falle, sobald jemand meint (auch ich immer wieder), etwas verstanden zu haben, dies sei auch das Ende der Erkenntnis. Und dann geht's doch noch weiter - w e i t e r - / offener.


    Quote

    Die Theorie passt auf ein Din4 Blatt. Das eigentliche "Lernen" geschieht doch aus Erfahrungswissen- und Wesensschau und Selbstergründung ist hier unabdingbar (Kalamer Sutra)


    Ja, auch das stimmt. Und gerade das betrachte ich als Lernen. Es wird aber angeregt durch die unterschiedlichen Diskussionen, sogar durch die endlosen Wiederholungen. Auch wenn mich das oft anödet, so hakt doch plötzlich manchmal etwas in mir nach und ich lasse mich tiefer darauf ein. Und siehe da, auf einmal verstehe ich die Perspektive. Deshalb meinte ich, dass ich hier viel gelernt habe. Denn mit so viel Hartnäckigkeit und Verbohrtheit, Diskussionen, Wiederholungen werde ich in meinen "normalen" Leben eben nicht konfrontiert und angeregt.


    Quote

    Das unaufhörlich mit eigenen Ansichten garnierte Vorlegen der Gelehrtenfraktion dient doch nur ihrer Selbstversicherung; Bedeutung, Besonderheit, Ausschließlichkeit und eben Inhärenz erzeugendes Ego Gedöns - auch so ne Finte Mara s. Radikalismus und Süffisanz überzeugt mich gewiss nicht, ganz unabhängig davon, ob ich den Inhalt richtig oder falsch finde.


    Ja, auch diese Perspektive habe ich. Und daran trainiere ich meine Ab-Neigung hin zur Wertfreiheit. Fühlt sich ganz gut an, seit es mir immer mehr gelingt. Insofern meine ich auch hier: ich lerne und lerne.


    Für den Mangel an Erfahrungswissen- und Wesensschau und Selbstergründung - wie Du oben schreibst - anderer bin ich ja nicht zuständig. Nur wem der Schuh passt, zieht ihn sich an - ob so oder andersherum. :lol:


    _()_ Monika

    Ich bin der Wahrheit verpflichtet, nicht der Beständigkeit.
    Gandhi

  • Quote from Monday

    Du schmeisst gern die unterschiedlichen Sichtweisen durcheinander, damit du hier erst Verwirrung stiften kannst, um dann als der zu erscheinen, der die Dinge klärt.


    Quote from Monday

    Wenn es ohne dich genauso ist, wie mit dir, was machst du dann hier?


    Zunächst einmal - ich finde, ein buddhistisches Forum, das diesen Namen verdient, braucht zumindest einen Śrāvaka. Notfalls als fake. Wobei ich finde, dass accinca diese Rolle vorbildlich - d.h. engagiert und kenntnisreich - ausfüllt.


    Śrāvaka sein bedeutet, eine bestimmte Sichtweise des buddhadharma zu vertreten, ist also eine spezielle Form seiner Rezeption. Nun kann man diese Śrāvaka-Sichtweise sicherlich fundamentalistisch-dogmatisch nennen. Fundamentalistisch insofern sie selektiv in Bezug auf die Lehrüberlieferung in ihrer Gesamtheit ist und dogmatisch insofern sie das Selektierte und überdies auch nur eine bestimmte Interpretation des Selektierten als allein und ausschließlich gültig ansieht. Auch diese Kritik ist natürlich nur eine Sichtweise unter vielen möglichen - und wenn man sie auf das Genannte beschränkt, schlicht das antithetische Komplement zur Śrāvaka-Position.


    Auch diese Sichtweise hat eine in der Rezeptionsgeschichte des buddhadharma weit zurückreichende Tradition, wobei man nicht vergessen sollte, dass diese Sichtweise in ihrer traditionellen Form - über die erwähnte Beschränkung hinausgehend - auch beinhaltet, dem Śrāvakayāna nicht die Heilstauglichkeit abzusprechen. Die explizite Formulierung dieser Haltung, die nicht nur Toleranz sondern auch Akzeptanz der Śrāvaka-Sichtweise begründet, findet sich spätestens im Lotossutra.


    Es ist eine Sache, den Śrāvaka-Standpunkt aufgrund seiner fundamentalistischen und dogmatischen Begrenztheit für sich persönlich zurückzuweisen und einen anderen ‌Standpunkt einzunehmen. Eine andere Sache ist es allerdings, einem Śrāvaka, der seinen Standpunkt vertritt, ad hominem unlautere persönliche Motive zu unterstellen - ob nun aus ebenfalls unlauteren persönlichen Motiven oder weil man sich durch die Fundamentalisten und Dogmatikern nun einmal eigentümliche Art, ihren Standpunkt zu vertreten, in der Übung des Gleichmuts hat stören lassen.


    Noch eine andere Sache ist es, statt eines Gegenstandpunktes einen Standpunkt der Standpunktlosigkeit zu beziehen. Die Frage ist dann halt - bedeutet das, alle Standpunkte gelten zu lassen oder keinen? Alle Standpunkte gelten zu lassen funktioniert natürlich nicht im Sinne objektiver Gültigkeit, sondern nur im Sinn eines jeweils subjektiv förderlichen nützlichen Mittels (also im Sinne der upāya-Lehre). Keinen Standpunkt gelten zu lassen hingegen hieße in Konsequenz, auch den Standpunkt, dass kein Standpunkt Gültigkeit hat, als ungültig zu verwerfen - womit man zwangsläufig in einen logischen Regress gerät. Da ist dann die erste Alternative doch zumindest die vernünftigere.


    Kurze Zusammenfassung für Eilige: lasst accinca seine Arbeit tun. Wer weiss, wozu es gut ist ...


    ()

  • Euer Problem ist, dass ihr die Dhamma-Sprache nicht kennt (s. mein heutiger Beitrag in der "Buddh. Praxis") und Authentisches vom bequemen Weiterhin-an-der-eigenen-Ansicht-anhaften-dürfen, Rechthabereien bzw. Ideologien, die Ich- und Falsche-Ansicht-konform sind, nicht differenzieren könnt.


    Die negative Konnotation des urzeitlichen Begriffs "Shravaka" ist uns allen bekannt, dieser Begriff wird heutzutage nur noch von einigen unverständlichen Schülern der Mahayana-Richtung verwendet, die das gesellschaftliche Ellbogen-System des Westens in einer grotesken Art des Synkretismus mit einer buddhstischen Richtung vermischen, deren Sinn und Tradition sie dadurch entstellen und in Verruf bringen.


    Wenn man erst Feindbilder postulieren muss um sich zu beweisen, dass man richtig liegt, dann liegt man nicht richtig, und ohne geistige Ruhe, die sich an rechter Ansicht und - zumindest - verträglichem Verhalten orientiert, ist keine Praxis möglich.

  • Hallo chatter,
    ja es gibt in der Lehre Gotamo Buddhos ein Selbst. Dieses Selbst ist lebenlänglich mit einem menschlichen Körper verbunden. Nach dem Tod des Körpers geht das Selbst wieder in das Jenseits.
    Die Sache mit dem Selbst hat ihren Ursprung in der buddh. Genesis. Die Leuchtwesen kamen auf den Planeten Erde und sammelten Materie und wurden materiell zum Menschen.
    Nur hat diese Materie die Eigenschaft, sich zu verändern und damit Leiden zu schaffen.
    Leiden wird beseitigt, indem man genügend positives Karma ansammelt, damit man nicht mehr wiedergeboren wird.
    Ich bin gerne bereit diese Thesen zu diskutieren und ich berufe mich auf die Längere Sammlung des Pali-
    Kanons. Die Lehre G. Buddhos funktioniert, ich erlebe es selbst.


    sakko

  • Quote from Yofi

    Euer Problem ist, dass ihr die Dhamma-Sprache nicht kennt (s. mein heutiger Beitrag in der "Buddh. Praxis") und Authentisches vom bequemen Weiterhin-an-der-eigenen-Ansicht-anhaften-dürfen, Rechthabereien bzw. Ideologien, die Ich- und Falsche-Ansicht-konform sind, nicht differenzieren könnt.


    Was soll das sein, "Dhamma-Sprache"? Dein Beitrag in "Buddh.Praxis" (http://www.buddhaland.de/viewt…&t=15031&p=325234#p325234) legt ja nahe, dass es ein spezielles Sprechen innerhalb von "Übertragungslinien" ist, der dann eben nur Angehörigen dieser Linie zugänglich ist, und andere "Übertragungslinien" folglich andere Sprachen sprechen.
    Was m.E.n. zu Recht kritisiert werden kann, falls diese Sprache auch gegenüber "Linien-Fremden" (was hier der Regelfall sein dürfte) ohne Kommentar verwendet wird. Man ist da in der Bringepflicht, sie nach außen in Normal-Sprech zu übersetzen.
    Aber vllt habe ich das mit der Dhamma-Sprache auch nur falsch verstanden.


    Quote from Yofi

    Die negative Konnotation des urzeitlichen Begriffs "Shravaka" ist uns allen bekannt, dieser Begriff wird heutzutage nur noch von einigen unverständlichen Schülern der Mahayana-Richtung verwendet, die das gesellschaftliche Ellbogen-System des Westens in einer grotesken Art des Synkretismus mit einer buddhstischen Richtung vermischen, deren Sinn und Tradition sie dadurch entstellen und in Verruf bringen.


    Das entspricht nicht den historischen Tatsachen: eine Vielzahl von Mahayana-Stutras verwendet die Einteilung "Hörer", "Einzelbuddhas" und "Bodhisattvas" - es heißt dann regelmäßig, daß im Mahayana nur der Bodhisattva-Pfad gelehrt wird, und diese Lehre wird natürlich auch den "Hörern" zugänglich gemacht - z.B. Sariputta in den Prajnaparamita-Texten.

  • Quote from Sudhana

    Kurze Zusammenfassung für Eilige: lasst accinca seine Arbeit tun. Wer weiss, wozu es gut ist ...


    Zumal niemand unter uns zu finden ist, der sich ein Urteil über accincas Praxis machen kann - ganz einfach deshalb, weil er sie nicht kennt - oder basieren anders lautende Einschätzungen etwa auf Reklamierung "höherer Fähigkeiten"?

  • Quote from bel
    Quote from Yofi

    Die negative Konnotation des urzeitlichen Begriffs "Shravaka" ist uns allen bekannt, dieser Begriff wird heutzutage nur noch von einigen unverständlichen Schülern der Mahayana-Richtung verwendet, die das gesellschaftliche Ellbogen-System des Westens in einer grotesken Art des Synkretismus mit einer buddhstischen Richtung vermischen, deren Sinn und Tradition sie dadurch entstellen und in Verruf bringen.


    Das entspricht nicht den historischen Tatsachen: eine Vielzahl von Mahayana-Stutras verwendet die Einteilung "Hörer", "Einzelbuddhas" und "Bodhisattvas" - es heißt dann regelmäßig, daß im Mahayana nur der Bodhisattva-Pfad gelehrt wird, und diese Lehre wird natürlich auch den "Hörern" zugänglich gemacht - z.B. Sariputta in den Prajnaparamita-Texten.


    Hier ist eine "normale" Definition:


    http://wiki.yoga-vidya.de/Shravaka


    Und hier eine von dir:


    Quote

    bel:
    Hinayana ist in der frühen buddhistischen Literatur zu Beginn des 1. Jahrtausends tatsächlich abwertend gemeint, bestenfalls neutral unter Verwendung des Begriffes "Sravakas" (śrāvakayanika) als einen Weg, der im Mahayana nicht gelehrt wird (s. Daśabhūmika Sūtra), diese Begriffe beziehen aber in der damaligen buddhistischen Literatur nicht auf bestimmte Schulen, die gab's damals, so wie wir uns das heute vorstellen überhaupt noch nicht, sondern auf Einstellungen zur Praxis und bestenfalls auf Lehrmeinung von mehr oder weniger losen Gruppenzusammenhängen, keinesfalls aber monastischen Organisationen.


    http://www.buddhaland.de/viewtopic.php?f=1&p=290996


    Nicht nur damals, sondern auch heute:


    Quote

    Suddhana:
    Śrāvaka sein bedeutet, eine bestimmte Sichtweise des buddhadharma zu vertreten, ist also eine spezielle Form seiner Rezeption. Nun kann man diese Śrāvaka-Sichtweise sicherlich fundamentalistisch-dogmatisch nennen.


    Ich verstehe also nicht, was es in dieser Hinsicht noch zu diskutieren gäbe und meine Einstellung dazu muss ich auch nicht wiederholen.

  • Quote from bel
    Quote from Sudhana

    Kurze Zusammenfassung für Eilige: lasst accinca seine Arbeit tun. Wer weiss, wozu es gut ist ...


    Zumal niemand unter uns zu finden ist, der sich ein Urteil über accincas Praxis machen kann - ganz einfach deshalb, weil er sie nicht kennt - oder basieren anders lautende Einschätzungen etwa auf Reklamierung "höherer Fähigkeiten"?


    Eben. An seiner Stelle könnten genauso ich oder du stehen. Ich nenne das Schüße ins Blaue, es ist dadurch etwas verniedlicht.

  • Quote from Yofi

    Ich verstehe also nicht, was es in dieser Hinsicht noch zu diskutieren gäbe und meine Einstellung dazu muss ich auch nicht wiederholen.


    Ich dachte wäre klar, auf welche Aussage von dir ich mich bezogen habe, nämlich die:

    Quote

    ... dieser Begriff wird heutzutage nur noch von einigen unverständlichen Schülern der Mahayana-Richtung verwendet, die das gesellschaftliche Ellbogen-System des Westens in einer grotesken Art des Synkretismus mit einer buddhstischen Richtung vermischen, deren Sinn und Tradition sie dadurch entstellen und in Verruf bringen.

  • Quote from bel
    Quote from Yofi

    Euer Problem ist, dass ihr die Dhamma-Sprache nicht kennt (s. mein heutiger Beitrag in der "Buddh. Praxis") und Authentisches vom bequemen Weiterhin-an-der-eigenen-Ansicht-anhaften-dürfen, Rechthabereien bzw. Ideologien, die Ich- und Falsche-Ansicht-konform sind, nicht differenzieren könnt.


    Was soll das sein, "Dhamma-Sprache"? Dein Beitrag in "Buddh.Praxis" (http://www.buddhaland.de/viewt…&t=15031&p=325234#p325234) legt ja nahe, dass es ein spezielles Sprechen innerhalb von "Übertragungslinien" ist, der dann eben nur Angehörigen dieser Linie zugänglich ist, und andere "Übertragungslinien" folglich andere Sprachen sprechen.
    Was m.E.n. zu Recht kritisiert werden kann, falls diese Sprache auch gegenüber "Linien-Fremden" (was hier der Regelfall sein dürfte) ohne Kommentar verwendet wird. Man ist da in der Bringepflicht, sie nach außen in Normal-Sprech zu übersetzen.
    Aber vllt habe ich das mit der Dhamma-Sprache auch nur falsch verstanden.


    Gut, dann noch einmal der gleiche, diesmal etwas längerer Auszug aus dem Text:



    http://www.buddhanetz.org/dharma/manasikara.pdf


    Es geht dabei nicht um Schulrichtungen. Ich habe angemerkt, dass es in vielen Übertragungslinien Texte gibt, die die ursprüngliche, unverstellte Sprache enthalten, wobei man aber sicher weiter zwischen Buddha's Wort und Dhamma-Sprache differenzieren kann.


    Letzteres hat mit diesem Anliegen zu tun:


    "Nur dadurch, daß sich in diesen [nicht-buddhistischen] Ländern große Meister und ernsthaft Praktizierende lange Zeit darum bemühten, sorgfältig das Wesentliche herauszufiltern und festzuhalten, konnte die Lehre Buddhas immer wieder neu - aber fehlerfrei und vollständig - präsentiert werden."


    Dagyab Kyabgön Rinpoche

  • Hallo Yofi,


    Du schreibst:


    Quote

    Die negative Konnotation des urzeitlichen Begriffs "Shravaka" ist uns allen bekannt, …


    Sag mal, ist es vielleicht möglich, dass Du das mit dem Begriff „Hinayana“ verwechselst?


    So – und nun bitte nicht schlagen, die folgende Erklärung ist erst einmal die Einleitung und keineswegs meine Meinung :!: :


    Ein älterer westdeutscher Lehrer erklärte vor (vielen) Jahren, Hinayana bedeute „Kleines Fahrzeug“, und es sei so benannt worden, weil die Schüler des Hinayana lediglich an der eigenen Befreiung interessiert seien und somit auch nur ein „Kleines Fahrzeug“ benötigten, (im Gegensatz zu denen des Mahayana, daher großes Fahrzeug, weil diese an der Befreiung aller interessiert seien).


    Nun geht´s mit meiner Erklärung weiter: Mein Lehrer hingegen sagte, „hina“ bedeute keineswegs „klein“, sondern „gering“ im abwertenden Sinne. Ihm war durchaus bewusst, dass die Bezeichnungen Hinayana, Mahayana, Vajrayana immer noch gebräuchlich und vielen Studenten geläufig waren. Er bevorzugte jedoch den Begriff „Śrāvakayāna“, der „Hörer-Fahrzeug“ bedeutet, und „Pratyekabuddhayāna“ (Selbstverwirklicher – also jemand, der mittels eigener Erkenntnis Erleuchtung erlangt – ohne infolge andere zu unterrichten). (Siehe auch Paccekabuddha)


    Der frühere oft genutzte Begriff "Hinayana" umfasste das Śrāvaka-und Pratyekabuddhayāna.


    Anmerkung – zur Vervollkommnung: In grauen Vorzeiten – genauer bei den Vaibhāṣikas (und einigen weiteren der zersplitterten frühen Schulen - Vorläufer des Theravada) gab es zudem noch das Bodhisattvayāna. Wieder andere vertraten streng die Ansicht, dass sowohl das Śrāvakayāna, als auch das Bodhisattvayāna in ihrer Lehrmeinung nichts zu suchen hätten und abgetrennt werden müssten.


    LG mkha´

  • Quote from bel
    Quote from Sudhana

    Kurze Zusammenfassung für Eilige: lasst accinca seine Arbeit tun. Wer weiss, wozu es gut ist ...


    Zumal niemand unter uns zu finden ist, der sich ein Urteil über accincas Praxis machen kann - ganz einfach deshalb, weil er sie nicht kennt - oder basieren anders lautende Einschätzungen etwa auf Reklamierung "höherer Fähigkeiten"?


    Ich kann durchaus erkennen, wie weit jemand mit "seiner Praxis" gediehen ist, und zwar allein an der Wortwahl. Solange immer wieder Bewertungen und platte Urteile der Argumentation dienen, ist es damit eben noch nicht weit her. Dazu muss ich keine Hellseherin sein. Die Sprache verrät genug über den "Nutzer".


    Quote

    Das muß man sich mal reinziehen.
    Da bleibt die Spucke weg. Welch ein Unsinn.
    Da möchte man annehmen sowas kann nur durch eine Gehirnwäsche passieren.

    Ich bin der Wahrheit verpflichtet, nicht der Beständigkeit.
    Gandhi

  • Quote from Monikadie4.
    Quote from bel


    Zumal niemand unter uns zu finden ist, der sich ein Urteil über accincas Praxis machen kann - ganz einfach deshalb, weil er sie nicht kennt - oder basieren anders lautende Einschätzungen etwa auf Reklamierung "höherer Fähigkeiten"?


    Ich kann durchaus erkennen, wie weit jemand mit "seiner Praxis" gediehen ist, und zwar allein an der Wortwahl. Solange immer wieder Bewertungen und platte Urteile der Argumentation dienen, ist es damit eben noch nicht weit her. Dazu muss ich keine Hellseherin sein. Die Sprache verrät genug über den "Nutzer".


    Quote

    Das muß man sich mal reinziehen.
    Da bleibt die Spucke weg. Welch ein Unsinn.
    Da möchte man annehmen sowas kann nur durch eine Gehirnwäsche passieren.


    Wenn man das Wort "kacken" benutzt, ist man noch nicht soweit?


    Worthülsen sind abhänging vom Winkel, in denen man sie hört - entweder hohl oder brünstig